Birgitta Jónsdóttir – Wikipedia
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Birgitta Jónsdóttir während der
52.
MSC
2016
Birgitta Jónsdóttir
(*
17. April
1967
in
Reykjavík
) ist eine
isländische
Politikerin. Sie war von 2012 bis 2013 die erste Vorsitzende der isländischen
Piratenpartei
Píratar
und hatte dieses Amt von 2014 bis 2015 erneut inne.
Von 2013 bis Januar 2017 war sie mit Unterbrechungen
Fraktionsvorsitzende
der Píratar im isländischen Parlament
Althing
Mit Stand Mitte September 2017 hatte sie letzteres Amt wieder inne.
Sie trat zur vorgezogenen
Parlamentswahl in Island 2017
nicht mehr an
und erklärte in der Folge, sich vorerst aus der Politik zurückziehen zu wollen.
2021 trat sie der
Sozialistischen Partei Islands
bei.
Isländische Politik
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Birgitta Jónsdóttir wurde 2009 im
Wahlkreis Reykjavík-Süd
für die Partei
Bürgerbewegung
in das isländische Parlament
Althing
gewählt. Sie war von 2009 bis 2010 zunächst Fraktionsvorsitzende der Bürgerbewegung, dann ihrer Abspaltung
Hreyfingin
(„Die Bewegung“). Von 2013 bis 2014 war sie Fraktionsvorsitzende der Píratar, als welche sie auch seit 2015 wieder amtierte, nachdem 2014–2015
Helgi Hrafn Gunnarsson
diese Position innehatte. Helgi Hrafn Gunnarsson seinerseits folgte ihr 2015 in das jährlich rotierende Amt als Píratar-Parteivorsitzender nach, das sie 2012–2013 und 2014–2015 innehatte. Birgitta Jónsdóttir war zudem Sprecherin der Bewegung für ein neues isländisches Pressegesetz (
Icelandic Modern Media Initiative
, IMMI). Im Jahr 2016 wurde aufgrund der Umfrage-Erfolge der Píratar öffentlich spekuliert, Birgitta könne die zukünftige Regierungschefin Islands werden, sie sagte jedoch, sie strebe eher das Amt der Parlamentspräsidentin an und wolle von diesem Posten aus einen „demokratischen Wandel“ anstreben. Für sie sei Island ein „Testlauf für eine radikale Umbruchsbewegung“. Die Partei fordert die internationale Legalisierung von Wikileaks, Asyl für Edward Snowden, ein Grundeinkommen für alle, eine konsequente Bekämpfung des Klimawandels und die Legalisierung von Drogen. Auf lokaler Ebene experimentieren Islands Piraten mit
Liquid Democracy
, also direkter Bürgerbeteiligung bei Entscheidungen.
WikiLeaks
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Vortrag von Birgitta Jónsdóttir auf der
re:publica
2013: „Iceland could have been innovative: Participatory democracy.“ (englisch)
Birgitta Jónsdóttir unterstützt offen
WikiLeaks
, äußerte aber auch Kritik an
Julian Assange
, der ihrer Meinung nach zu sehr im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehe. Sie war an der Veröffentlichung des Videos
Collateral Murder
beteiligt, das US-amerikanische Luftangriffe vom 12. Juli 2007 in Bagdad aus der Sicht einer Bordkamera und damit des Schützen zeigt. Sie wird im Abspann des Videos als „co-producer, script“ genannt.
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Birgitta Jónsdóttir war 2011 Mitgründerin der später wieder eingestellten
Enthüllungsplattform
GreenLeaks.org
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Anfang Januar 2011 wurde bekannt, dass Birgitta Jónsdóttir zusammen mit
Jacob Appelbaum
und anderen Unterstützern von WikiLeaks
von einem Auskunftsersuchen
, einer sogenannten „
Subpoena
“ betroffen war, mit dem das Justizministerium der USA Zugriff auf ihre bei
gespeicherten persönlichen Daten erlangen wollte. Birgitta zog darauf einen Anwalt und den Justizminister ihres Landes hinzu.
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Sie bezeichnete die Bemühungen des US-Justizministers als „völlig inakzeptabel“ und kündigte ein Treffen mit dem US-amerikanischen Botschafter in Island an.
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Am 9. Januar 2011 wurde dieser in der Angelegenheit von der isländischen Regierung ins Außenministerium zitiert und musste sich erklären.
14
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Die Herausgabe der Daten konnte jedoch weder diplomatisch noch juristisch verhindert werden. Ein Gericht im US-Staat Virginia wies Twitter an, die Daten zu den Konten von drei Wiki-Leaks-Unterstützern, u.
a. auch von Brigitta Jónsdóttir, herauszugeben.
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Ihre Anwälte rieten ihr in der Folge ab, in die USA zu reisen. Trotz des Risikos dort von den US-Behörden festgenommen zu werden, reiste Brigitta Jónsdóttir im Jahr 2013 in die USA und blieb dort aber von den US-Behörden unbehelligt. Eine Anklage wurde trotz der Ermittlungen gegen sie nicht erhoben.
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Weblinks
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Commons
: Birgitta Jónsdóttir
– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Profil auf der Homepage des isländischen Parlaments
(isländisch)
Kurzprofil auf der Website des isländischen Parlaments
(englisch)
Interview mit Red Ice Radio: Financial War Against Iceland
(englisch)
Homepage von Birgitta Jónsdóttir
(englisch)
Missing Link: Kontrollverlust der liberalen Demokratien – Panik ist angebracht
heise online, 7. Juli 2019 (über Birgitta Jónsdóttir und die Krise des klassischen Parlamentarismus)
Einzelnachweise
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Birgitta Jónsdóttir gründet Piratenpartei in Island
derstandard.at, 31. Juli 2012; abgerufen am 12. Oktober 2012
Birgitta Jónsdóttir.
Althing
abgerufen am 2.
Juni 2016
(englisch).
Birgitta Jónsdóttir.
Althing,
14.
September 2017
abgerufen am 15.
September 2017
(isländisch).
Alma Ómarsdóttir:
Ásta Guðrún nýr þingflokksformaður Pírata.
In:
ruv.is.
Ríkisútvarpið
31.
Januar 2017
abgerufen am 23.
Mai 2017
(isländisch).
Ásrún Brynja Ingvarsdóttir:
Birgitta gefur ekki kost á sér áfram.
In:
ruv.is.
Ríkisútvarpið
16.
September 2017
abgerufen am 19.
September 2017
(isländisch).
Birgitta hætt í stjórnmálum í bili.
In:
ruv.is.
Ríkisútvarpið
11.
November 2017
abgerufen am 12.
November 2017
(isländisch).
Birgitta gengin til liðs við Sósíalistaflokkinn.
In:
mbl.is.
Morgunblaðið,
1.
August 2021
abgerufen am 1.
Dezember 2021
(isländisch).
Das Gesicht der Piraten in Island: Eigensinnig und ganz weit vorne
In:
taz
; 28. Oktober 2016, abgerufen am 28. Oktober 2016
WikiLeaks – Willkommen auf Island.
Deutschlandfunk
3.
Dezember 2010
abgerufen am 22.
Dezember 2010
Julian Assange und die Hilfe der Isländer.
In:
Tages-Anzeiger Online.
15.
Dezember 2010
abgerufen am 22.
Dezember 2010
Homepage der Plattform.
Archiviert
vom
Original
(nicht mehr online verfügbar)
am
13.
Juli 2011
abgerufen am 31.
Januar 2011
US-Regierung: Twitter soll Daten von WikiLeaks-Unterstützern herausgeben (Upd.).
In:
gulli.com.
8.
Januar 2011,
archiviert
vom
Original
(nicht mehr online verfügbar)
am
3.
Januar 2013
abgerufen am 9.
Januar 2011
Icelandic MP fights US demand for her Twitter account details.
In:
The Guardian online.
8.
Januar 2011
abgerufen am 9.
Januar 2011
Wikileaks: Birgitta Jónsdóttir geht gegen Herausgabe von Twitter-Daten vor
Netzwoche.
12.
Januar 2011
abgerufen am 1.
Juni 2024
Island lud US-Botschafter wegen Wikileaks-Ermittlungen vor.
In:
Der Standard online.
10.
Januar 2011
abgerufen am 10.
Januar 2011
Zeit Online
Twitter muss Daten von WikiLeaks-Unterstützern offenlegen
. In:
Die Zeit
. 30.
März 2013,
ISSN
0044-2070
zeit.de
abgerufen am 1.
Juni 2024
).
Ed Pilkington
WikiLeaks activist in New York to protest US whistleblowers clampdown
. In:
The Guardian
. 5.
April 2013,
ISSN
0261-3077
theguardian.com
abgerufen am 2.
Juni 2024
).
Christian Christensen, Birgitta Jónsdóttir
WikiLeaks| WikiLeaks, Transparency and Privacy: A Discussion with Birgitta Jónsdóttir
. In:
International Journal of Communication
Band
Nr.
, 15.
September 2014,
ISSN
1932-8036
S.
ijoc.org
abgerufen am 2.
Juni 2024
).
Anmerkung:
Personen aus Island werden mit dem Vornamen oder mit Vornamen und
Patronym
(selten dem
Matronym
) bezeichnet, jedoch nicht allein mit dem Patronym.
Familiennamen
sind in Island selten. Weiterführende Informationen finden sich unter
Isländischer Personenname
Normdaten
(Person):
LCCN
nb2017006701
VIAF
288607376
Wikipedia-Personensuche
Kein GND-Personendatensatz.
Letzte Überprüfung: 28.
September 2019.
Personendaten
NAME
Birgitta Jónsdóttir
KURZBESCHREIBUNG
isländische Politikerin (Píratar)
GEBURTSDATUM
17. April 1967
GEBURTSORT
Reykjavík
Abgerufen von „
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Fraktionsvorsitzender (Althing)
Mitglied der Píratar
Parteivorsitzender (Island)
WikiLeaks
Geboren 1967
Isländer
Frau
Politiker (21. Jahrhundert)
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