Boarisch – Boarische Wikipedia
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Der Artikl is im Dialekt
Bayern-Boarisch
gschriem worn.
Boarisch
Gredt in
Frei
staa
t Bayern
Östareich
Italien
Tschechei
Ungarn
Rumänien
Schweiz
USA
Kanada
Australien
Neiseeland
Brasilien
Venezuela
Chile
Gredt vo
eppan 13 Milliona
Klassifikation
Indogermanisch
Germanisch
West-Germanisch
Hochdeitsch
Obadeitsch
Boarisch
Offiziella Status
Amtssproch
--
Sprochcode
ISO 639
-1
--
ISO 639
-2
gem (sunstige german. Sprochn)
ISO 639
-3
bar
Boarischa Sprochraum
Haptsprochgebiet
Boarisch
bzw.
Bairisch
oda
Boirisch
is a Sproch im Siidostn vom
deitschn
Sprochraum. Zamma midm
Alemannischn
Sidfränkischn
und
Ostfränkischn
buidns de
obadeitschn Sprochn
. Es Vabroadungsgebiet vom Boarischn is da
oidboarische
Tei vom Freistoot
Bayern
, es aissaste
Sidvogdland
in
Saxn
Östareich
(estli vom Arlberg),
Sidtirol
und de
zimbrisch-karnischn
Sprochinsln in
Obaitalien
. Meara wia de Hejft vo de Boarischn Muaddasprochla wohna aussahoib vom heitign Freistoot
Bayern
(Boarn).
Schaug unta
Portal:Boarisch
– fia Informationa iwa d Boarische Kuitua.
Da Nama Boarn bzw. Baiern
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Am Gwëntext werkeln
Etymologie
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Am Gwëntext werkeln
Fria hod ma gmoand doss da boarische bzw.
bajuwarische
Nama vo da
kejtisch
germanischn
heakimmt. De Bezoachnung
baio-wariōz
bedeit sovui wia de
Weahhoftn Mauna vo de Baiern
. S Grundwort "war" existiat heit nua no ois Voadagliad in da Zammasetzung Werwolf und Wergeld. Des is a oide aus
indogermanischa
Zeid stommande Bezoachnung fia
Mo
(vagleich z.
B. lateinisch
vir
oda s isländische Suffix
-verji
wia in Bæverji,
Baier
).
Fria hod ma gsogd, de Baiern waradn de Fuaßkraungn vo da Vejkawaundarung. Denn de Baiern san ned gwaundat. Wos owa anhaund vo de Bodnfund ned richti is. De
Bairische Ethnogenese
hod se zeascht netta im Laund zwischn de Fliss
Lech
und
Traun
ogschpuid.
Easchtmolig wean de Baiern vom Jordanes im Joahr
551
in seina
Gotngschicht
eawähnt. Do bschreibd ea an Kaumpf vo an Gotnschtaumm untam
Kini
Theodemir mid de Suebn (Donausuebn de aus Panonien za de Alemannen gflohn san). Des soid se im Winta
469
470
ogschpuid hom. Da Kini Theodemir hod de Gotn iwa an zuagfroana Fluss in Ruckkn vo de Suebn gfiad und so gschlong.
...Nam regio illa Suavorum ab oriente
Baioras
habet, ab occidente Francos, a meridie Burgundiones, a septemtrione Thuringos; quibus Suavis tunc iuncti adherant Alamanni...
Des Gebiet vo de Suebn hod im Ostn de
Baiern
, im Westn de Frankn, im Sidn de Burgunda, im Noadn de Thüringa. De Suebn haum se domois de Alemannen augschlossn..
Boarisch, Bairisch und Bayern
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Am Gwëntext werkeln
Boarisch bzw. bairisch wean fias Sprochgebiet vawendt. Bayerisch und Bayrisch beziang se dageng afs politische Territorium vom
Freistoot Bayern
. De Untascheidung is notwendi, wei in Bayern außa da boarischn Sproch (in
Oidbayern
) aa no fränkisch und schwäbisch-alemannisch gredt wead. S boarische Sprochgebiet liegt – vo Sprochinsln obgseng – in Bayern, Östareich und Sidtiroi. De historische Schreibweis
Baiern
fias
bayerische
Stootsgebiet is im 19. Joarhundat duach an Kini
Ludwig I.
duach de Schreibweis
Bayern,
oisdonn mid
y,
dasetzt worn.
Boarischa Sprochraum
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Mid mea wia 12 Milliona Sprechan buidt's Boarische s gresste zammahängande Sprochgebiet innahoib vo de
deitschn Sprochn
. Da boarische Sprochraum hod um de 150.000
km²
Zum Boarischn Sprochraum ghean de foigndn Gebiete:
de Regiarungsbeziake
Obabayern
Niedabayern
Obapfoiz
, a Tei vo
Obafrankn
Landkroas Wunsiedel im Fichtelgebirge
), a Tei vo
Middlfrankn
(sidlicha
Landkroas Roth
) sowia da
Landkroas Aichach-Friedberg
und a Tei vo de Landkroas
Augschburg
und
Donau-Rias
vom
Regiarungsbeziak
Schwobm
im Freistoot
Bayern
, de wo des sognennde
Oidbayern
buidn
Sowia a baar Stodteile vo Augschbuag (Lechheisln und Houchzoi)
de deitschn Sprochgebiet vo
Estareich
mid Ausnahm vo
Vorarlberg
sowia am Noadtei vom
Tirola
Außafern (
Reitte
).
s deitsche Sprochgebiet vo
Sidtiroi
Italien
Samnaun
in Graubünden (
Schweiz
Sidvogdland
in
Saxn
de
Siem Gmoana
und de
Dreizehn Gmoana
Lusern
Zimbrisch
) und glei danem s
Fersentoi
Bersntolerisch
) a oide sidtiroia Sprochinsl; olle in da
Provinz Treant
(Trentino).
Sappada
(Bladen) in Venetien a oide pustadoia Sprochinsl
Sauris
Tischlwang
und s Kanaltoi in da italenischn Provinz Udine
de Dialekte vo da deitschsproching Bevejkarung in
Sid-
und
Westbehmen
und
Sidmährn
(sidlichs
Sudetnland
Egerland
de vabliabanan
Zipser
in da Ostslowakei
de Ungarndeitschn a Donaudeitschn im Ofner Bergland in
Ungarn
de rumänischn
Landla
-Därfa in
Siembiagn
Großpold
Grossau
Neppendorf
) und de
Zipser
-Siedlunga in
Oberwischau
in da
Maramuresch
und
Kirlibaba
in da
Bukowina
a poa Deafa im westukrainischn
Oblast Transkarpatien
Deitsch-Mokra (Комсомольськ)
Känigsfejd (Усть-Чорна)
Kobalewetz (Кобилецька Поляна)
, Bardhaus (Барбово) etc.
in Sibirien a poa vastreite Gruppm vo ukrainischn
Landlan
, de wo in da Sowjetzeid in an
Kroas Chanti-Mansisk
deportiat worn san.
da vo dena
Hutterern
in
Kanada
und de
USA
gsprochane Dialekt (s
Hutterische
).
de brasilianischn Tiroladeafa
Dreizehnlinden
Treze Tílias
) im Bundesstoot Santa Catalina und de Colonia Tirol in Espírito Santo
s Tiroladoaf
Pozuzo
in
Peru
Im
Niamberga
Raum is a fränkisch-boarischa Iwagongsdialekt behoamat, wo zwoa iwawiagend
ostfränkische
Meakmoi afwoast, owa bsundas im Woatschotz stoake boarische Eifliss dakenna losst.
Dialektregiona
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Am Gwëntext werkeln
S Boarische ko ohand vo sprochliche Meakmoi in drei Groußraim eihteit wern: Noad-, Middl- und Siidboarisch. Zwischn dena Bereichn san jeweis Iwagangsraime, de wo Noadmiddlboarisch und Sidmiddlboarisch gnennd wean.
Noadboarisch
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Am Gwëntext werkeln
Noadboarisch
is oane vo de drei Haptgruppm (Noadboarisch,
Middlboarisch
Siidboarisch
), in de wo de Boarische Sproch sprochwissnschaftli eihteit wead. Noadboarisch wead heitzatog im gräistn Deu vo da
Owapfoiz
gredt.
Im Siidostn
(in da sidestlichn Owoapfoiz und im neadlichn Nidabayern)
ab
Rengschbuag
zwischan
Reng
und da
Doana
owezua bis duif in boarischn Woid eine wiad a Mischfoam
des Noadmiddlboarische
gsprocha.
In sidestlichn Eck vo
Middlfrankn
, in middlestlichn Eck vo
Obafrankn
, im aissastn Noadn vo
Obabayern
und z aissaste
Sidvogdland
Saxn
).
Middlboarisch
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
Middlboarisch
wead z
Niedabayern
Obabayern
, im Sidn vo da
Obapfoiz
Noadmidlboarisch
, im neadlichn
Soizburga Land
Flochgau
und
Tennengau
, z
Owaestareich
Nidaestareich
, im neadlichn
Burgnland
und z
Wean
gredt. Es hod an groußn Eihfluss af seine Schwestadialekte im Noadn und Sidn.
Siidboarisch
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Am Gwëntext werkeln
Siidboarisch
wead im
Werdnfejsa Land
, z
Noad- Ost-
und
Sidtiroi
Karntn
, in Tein vo da
Steiamoak
(voa oim in da Weststeiamoak)
und in de deitschn Sprochinsln z Karnien gredt. Fost de gonze Steiamoak, de
Soizburga Oipngaue
und s
Tirola Untaland
ghean zum Iwagongsgebiet zwischn
Middl-
und
Siidboarisch
. Aa s Zarzarische und s
Göttscheabarische
san siidboarisch. A bsondare Variantn is des
Zimbrische
. Es hod si scho in
oidhochdeitscha
Zeid obgsondat und wead heit no in obaitalienischn Sprochinseln vo de Zimbarn gredd.
Weidane Gliedarung
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Am Gwëntext werkeln
Nem dena historischn "Isoglossn" ko s Boarische aa no in weidane Dialekte untagliedat wern. A Bsundaheit is
Weanarische
, owa aa s
Mingarische
. In Östareich gibts u.
a. no s
Hianzische
im
Burgenland
, de steirischn Mundoartn,
Karntnarisch
und de
Tirolarischn
Mundoartn. A sea oagna Dialekt in
Owaösterreich
is de Mundoart vom
Soizkammaguat
und in Niedabayern s Waidlarische. Dazua kema s
Zimbrische
(Owaitalien), s
Göttscheabarische
Slowenien
) und s Egerdeitsche (
Behmen
).
Phonologie
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Am Gwëntext werkeln
Vokai
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Am Gwëntext werkeln
As Boarische untascheidt lange und kuaze Vokai. Wia im Standarddeitschn wead des duach de Ozoi vo de nochfoigadn Konsonantn zum Ausdruck brocht. Stäht nua oa oda goa koa Konsonant nochm Vokaj, dann is dea in da Regl lang; wann zwoa oda mehrane Konsonantn foign dann is a kuaz.
Im Boarischn san siem Vokaj untascheidboa.
Vokaj
langa Vokaj
standarddeitsch
kuaza Vokaj
standarddeitsch
dunkls
wos
was
Wossa
Wasser
hejs
Dram
Traum
dramma
träumen
helles
es, Hendl
ihr, Huhn
wegga(d), dreggad
weg, dreckig
dunkles
Bäda
Peter
bädt!
bete!
gwiis
gewiss
wissn
wissen
Ofa/Ofn
Ofen
offa/offn
offen
Zug
Zug
zrugg
zurück
Dungls vs. middlas vs. hejs a
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Am Gwëntext werkeln
Phonologisch untascheidn de boarischnn Dialekt zwischn bis zu drei a-Qualitetn. Des hoasst, es wead teiweis zwischn hejm
a (à)
, middlan
a (a)
und dungln
a (o/å)
untaschiedn. Des helle
a (à)
kimmt ausm
Middlhochdeitschn
, bzw. vo de Diphthongen
ou
öu
, im
Weanarischn
aa ausm Diphthong
ei
. So hoassts im Boarischn
laa (lààr)
im Vagleich zu standarddeitsch
leer
, ausm mhd.
lære
i glaab (i glààb)
im Vagleich zu
ich glaube
, aus
ich g(e)loube
, wean.
haaß (hààß)
im Vergleich zu
hoaß und heiß
, ois aum mhd.
heiz
. De Vatretung fian middlhochdeitschn a-Laut is dagegn fia gwähnli a „vadunklts“, des wo scho ins o iwageht. So wead aus middelhochdeitsch
wazzer
hase
wâr
beispuisweis
Wossa (Wåsser)
Hos (Håås)
woa (wåår)
im Vagleich zu standarddeitsch
Wasser
Hase
und
wahr
. Regional ko s a zu Variationa zwischn dunklem und middlan
gebm (schaug
mia homma/mia håmma/mia hamma
). Vor oim bei da Diminutivbuidung mitn Suffixen
-l
und
-al
tritt Umlaut ein, d.
h. aus dunklem
a (o/å)
wead helles
a (à)
Aussproch vo Ortsnama
In fost oin boarischen Ortsnama, de wo af
-ing
endn, muass a ggf. im Stamm vorhandans
-a-
hej ausgsprocha wean; oiso „Plattling (Plàttling)“ (und ned „Plottling oda Plåttling“) und „Gaching (Gàching)“ (stott *„Gorching oda Gårching“), aa „Gamisch (Gàmisch)“ (stott „Gormisch oda Gårmisch“) und „Graz (Gràz)“ (ned „Groz oda Gråz“ – de Stod hod im Middloida „Grätz“ ghoassn, und daraus hod si s helle
entwicket). Ausnahma san owa manche Ortsnama mit
-all-
wia „Boing (Bålling/Båing)“ (Palling) oda „Dolling (Dålling)“ (Thalling).
o vs. o
S helle
a (à)
wead im Boarischen gwehnlich ois
wiedagem, s dunkle
a (å)
dagegn moastns ois
o,
(oiso
mocha
statt
måcha
). Es liegt fia deitsch Ohrn a näha am
. Das des zum Zammafoi mitn gschlossanan
fiaht, wo im Boarischn moastns nah am
ou
liegt, wead vo Kritikern gern ois Oloss gnumma, de Eifiahrung vo – vom Deitschn divergiaradn – Sondazoachn in da boarischn Schreibweis z begrindn. Es is owa so, dass aa im Stadarddeitschn, im Englischn sowia in andan indogermanischn Sprochn de gsprochan Vokai efta ned mit de gschrieban iwaeistimma.
Gschlossans vs. offans e
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Am Gwëntext werkeln
Fost jeds betonte kurze
is im Boarischen gschlossa (im Gegnsotz zum Deitschen: do sans olle offa). Es gibt nur wenige Wärta mit an kurznm offanen
e (è);
a guads Beispui dafia:
Bettn
(„Bett“, mit gschlossan
) vs.
betn (bètn)
(„Gebet“, mit offan
).
Im Standarddeitschn is in dem Beispui genau andasrum: s Wort „Bett“ hod a offans (wei kurzes), s Wort „beten“ a gschlossans (wei langs)
e.
Unbetonts i bzw. e
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
Nebm am unbetontn
gibts aa an weidan unbetontn Vokal im Boarischen, dea wo zwischn
und
steht, und je noch Dialekt offena (Richtung
) oda gschlossena (Richtung
) gsprocha wead. Er is moastns aus da Nebmsuibm
-el
entstanda, z. B. in Weatan wia
grabbin
oda
Deifi
Schwa-Laut
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Am Gwëntext werkeln
In de moastn Boarischen Dialekte hod da Schwa-Laut, dea wo am unbetontn
im Standarddeitschn entspricht, koan Phonemstatus. Regional tritt a in bestimmten Positiona ois
Allophon
zua unbetontn
und
af.
Diphthong
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
A weindans Merkmoi vom modeana Boarischn is de Beibehoidung vo de middlhochboarischn Diphthong
ie, üe, uo
ois
ia
und
ua,
wia in
liab, griassn, Bruada
(„
liab
, grüßen, Bruder“).
Dazua keman de neichn Diphthong
ej (ei, äi), öi, oi, ui,
de wo aus da Vokalisarung vo
noch Vokal zu
entstanda san:
Diphthong
Beispui
standarddeitsch
Diphthong
Beispui
standarddeitsch
ea
i hea
ich höre
ei
nei
neu
oa
i woaß
ich weiß
oi (oi)
foin (foin)
fallen
ia
d Liab
die Liebe
ej, ej, öi
schnej, schnej, schnöi
schnell
ua
i dua
ich tue
ui
i fui
ich fühle
au
i schau
ich schaue
ou
Doud
Tod
oids vs. jungs
ei
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
A bsundas Merkmoi vom Boarischn is da Vokal
oa
(im
Weanarischn
aa
ausgsprocha), dea wo ausm middlhochdeitschn
ei
entstanda is. Dea Lautwandl betrifft owa nurs sogennnte ejtare
ei
vom Deitschen, ned owa s jingare
ei,
des wo eascht im Zug vo da neihochdeitschn Diphthongiarung ausm middlhochdeitschn langan
i (î)
entstanda is, und daher an Lautwandl ned mehr mitgmocht hod. Deshoib hoassts af Boarisch hoid „oans, zwoa, drei“ (oans und zwoa hom a ejtas
ei
ois Stammvokal, drei a jingas
ei,
des wo af Middlhochdeitsch no
drî
ghoassn hod.
Olladings gibts im Boarischn no dritts, no jigas
ei,
des wo durch de Entrundung vom Diphthong
nhd.
eu
äu
entstanda is, dea wo vom Langvokal mhd.
iu
, bzw. mhd.
öu
obstammt. (De Entrundung hod owa in de moastn Tirola Mundoatn ned stottgfundn.)
Laut
middlhochdeitsch
boarisch
neihochdeitsch
englisch
oids
ei
ei
oa,
z.
B. gloa, Goaß, Stoa, Loab, hoazn
ei,
z.
B. klein, Geiß, Stein, Laib, heizen
small, goat, stone, loaf, heat
middlas
ei
ei,
z.
B. weiß, dreim, reitn, Leiwi
ei,
z.
B. weiß, treiben, reiten, Leib
white, drive, ride, life
jungs
ei
iu
ei,
z.
B. nei/neig/neich, deia, Deifi, Greiz, Hei/Heing
eu,
z.
B. neu, teuer, Teufel, Kreuz, Heu
new, dear, devil, cross, hay
Omerkunga
Um aussazfindn, wos fia a deitsches
ei
im Boarischen zu
oa
wead, und wos fia oans ned, huift moastns a Blick afs Englische. Im Englischn entspricht s ejtare
ei
moast am
oda
ea,
s jingare is dagegn a
und wead ähnli ausgesprocha wia im Boarischn.
Geistliche Weata
Es gibt owa Ausnahma vo da Lautwandlregl
ei
oa,
de wo vor oim Weata betreffa, de wo durch ian Brauch im vom Godsdeanst in iara oidn Gstoit bewoart worn san; dabei handeltsa si um
Geist,
Fleisch,
heilig
und en Monatsnam
Mai,
de wo normalaweis
Goast,
Floasch,
hoalig,
und
Moa
hoassn miassadn, owa so im Boarischn extrem sejtn sand.
Konsonantn
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
S boarische Konsonantnsystem umfosst uma 20 Phoneme, wo owa da Status teiweise umstrittn is:
Konsonantn vom Boarischn
bilabial
labio-
dental
alveolar
post-
alveolar
palatal
velar
glottal
Plosive
Affrikatn
pf
ts

kx
Nasale
Vibrantn
Frikative
Approximantn
Laterale
Dabei is da Laut
a Hoibvokal. Einklammate Konsonantn san Allophone vo andan Konsonantn; de vatein se wia foigt:
tritt nur im Olaut af, seine Allophone
und
dagegn im In- oda Auslaut
tritt ois stimmhofte Variantn vo
in manchn Dialektn af, v.
a. intervokalisch; owa nia im Olaut, wias im Bühnendeitschn da Foi is
Einige Mundortn, vor oim im Siidboarischn, kenna de bei da Zwoatn Lautverschiebung entstandanan Affrikata
kx
Obwoi de Fortis-Vaschlusslaute
und
mit ian Lenis-Pendants
und
im Olaut zammagfoin san, kenna se ned ois zwoa Allophone jeweis vo an Phonem gejtn, wei si in gwissn Positiona bedeitungsuntascheidend san. Nur im Olaut kenna si ois Variantn ogseng wian, vo dena wo de Aussproch vom nochfoigandn Laut obhängt (schaug dazua weida untn iwan
Glottisschlag
).
Plosive oda Vaschlusslaute
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
In da boarischn Sproch san de fortis- und lenis-Vaschlusslaute
p, t, k
und
b, d, g
im Olaut und zwischn Vokalen moastns zammagfoin und weadn daher ned weida untaschiedn. Deshoib ko im Boarischn
da Dog oda da Tog,
as Greiz oda as Kreiz,
und de
da Bädasui oda da Pedasui
gschriem wean und deshoib foin Werta wia
dringa (dringen) und dringa (trinka)
zamma. Als oanziga fortis-Laut ist
k-
am Wortofang dahoidn, wann eam a Vokal nochfoigt; vor
r, l
und
wead er ebenfois zum
lenisiat.
De Laute
b, d
und
wean owa am Wortofang vor
s, sch, f
und
fortisiat; de neien fortis-Laute hom owa koan Phonem-, sondan nur Allophon-Status, wei se nur in bestimmta Umgebung aftretn, wo eanare lenis-Variantn ned vorkema. Und daher vahoidn sa se zu dena ned bedeitungsuntascheidend. Beispui fia Fortisiarung im Boarischn:
lenis
fortis
standarddeitsch
+hiatn
hiatn
behüten
+Hex
Hex
de Hexe
+hoitn
hoitn
gehalten
Frikative oda Gleitlaute
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
S Boarische kennt fimf Frikative;
(stimmlos) und
(stimmhoft) buidn dabei a Poar. Da Frikativ
is außa vor
imma stimmlos, oiso im Gengsotz zum Deitschn aa am Wortofang. Dazua keman de mit Buchstabmkombinationa gschriebanan Laute
ch
und
sch,
wobei
ch
ois Allophon
[x]
oda
[ç]
(noch
-i-
oda
-e-
) zu olautendn h
[h]
im In- oda Auslaut aftritt. Da Laut
ch
kimmt andas ois im Standarddeitschen ned noch
-n-
vor, daher
Minga, mank, Menk
vs. stdt.
München, manch, Mönch.
Sonorantn
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
S Boarische hod s gleiche Sonorantninventar wia s Standarddeitsche, nämli de Nasallaute
m, n
und
ng
[ŋ]
sowia
l, r
und
j.
wead in mangn Gegandn mit da Zunganspitzn geroit, in andan Gegandn mitn Gaumenzapfal (sog. uvulares
), ohne dass des vo Boarisch-Sprechan ois Fehla empfundn wead.
Glottisschlag bzw. Knacklaut
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
Da stimmlose glottale Plosiv (Glottisschlag) tritt wia im Standarddeitschn vorm vokalischn Olaut (duatn vapflichtend) af. Im Gengasotz dazua is des oba nur am Sotzofang oda am Ofang vo am Einschub vapflichtend: Sunstan ko ma Weata owa scho zammziagn.
Morphologie
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
Nominalflexion
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
De gsamte boarische Nominalflexion richt si am
Substantiv
aus. S grammatische Gschlecht (Genus) vom Haptwort bestimmt de Deklination vo da Nominalphrasn; d.
h. sowoi da Artikl ois aa s Adjektiv und andare Attribute miassn in Genus, Kasus und Numerus ans Substantiv, wo se begleitn, anglicha wean.
S gibt drei Genera: maskulin, feminin und neutrum.
Ois paradigmatische Kategorien gibts de Fälle (Kasus) Nominativ, Dativ und Akkusativ sowia de Numeri Singular und Plural. Adjektive käna aa gsteigat wean.
Da Artikl
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
Im Boarischn wean
Substantive
afgrund vom grammatischn Gschlecht (Genus) afteit; es Gschlecht is in da Regl ned am Substantiv erkennbor, sundan am bstimmtn Artikl:
maskulin
feminin
neutrum
Plural
da Hund
de Kotz
es Diandl
de Buam
Da unbstimmte Artikl is dageng fia olle drei Genera im Nominativ identisch
maskulin
feminin
neutrum
a Mo
a Frau
a Kind
Da Artikl wead im Boarischn flektiat, d.
h. da Kasus wead so deitli gmochd. Wei de moastn Substantive im Boarischn olle Kasusendunga valuan hom, wead da Kasus praktisch nur iwan Artikl ozoagt.
best.
maskulin
feminin
neutrum
Plural
nom:
da Hund
de Ruam
es Kind
de Leid
dat:
im Hund
da Ruam
im Kind
de Leid
akk:
in Hund
de Ruam
es Kind
de Leid
unbest.
maskulin
feminin
neutrum
Plural
nom:
a Hund
a Ruam
a Kind
oa/oi Leid
dat:
am Hund
a/ana/ara/oana Ruam
am Kind
ane/oane Leid
akk:
an Hund
a Ruam
a Kind
oa/oi Leid
Da unbestimmte Artikl is etymologisch duach de unbetonte Aussproch vom Zoiwort "oa" entstondn (noch oidboarischa Schreibung , gsprochn /oã/)
. Da unbestimmte Artikl wead z. B. ois /ə/, /ɐ/ o.ä. ausgsprochen, im Dativ z. B. /ənə/, /ɐnɐ/ o.ä. Gschriebm wead da unbestimmte Artikl in da boarischn Dialektliteratur und heitign Umschriftn, z. B. in Internetforen, haifi ois , sejten aa ois , im Dativ ois , vor oim im Dat. fem. Sg. aa ois . Im Ostmiddlboarischn imma ois und .
Es Substantiv
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
As Substantiv gheat im Boarischn zu de flektiaradn Woatoartn. Wia in andane germanische Sprochn is es Geschlecht (Genus) es markantaste Kriterium vom Haptwort.
Pluralbuidung
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
E Boarische hod no drei vo de urspringli via germanischn Kasus: Nominativ, Dativ und Akkusativ. De letztn zwoa foin zum Tei zamma. Da Genitiv is nur in a poar Redewendunga dahoidn. Wia im Standarddeitschn wead es boarische Substantiv nur sejtn dekliniat, sundan druckd an Kasus durch de Artikl aus. Es gibt vaschiedane Deklinationsklassn, de wo se haptsächli in da Pluralbuidung untascheidn. Ois grobe Richtlinie wead zwischn da schwochn Deklination (sog. n-Klasse) und da stoarkn Deklination (sog. a-Klasse) untaschiedn.
Schwoche Substantive
Schwoche Substantive endn fia gewähnlich af
-n
im Plural. Vui schwoche Feminina buidn an Singular af es Suffix
-n,
so dass se im Plural entweda glei hoassn oda a
-a
ofiagn. Bsundas de schwochn Maskulina hom im Singular a Endung fia de obliquen Kasus, d.
h. fia olle Kasus aussam Nominativ. Se hom moastns a
-n
am End.
Zua Klassn vo de schwochn Substantive (W1) zejn Maskulina und Feminina af
-n
im Plural und aa olle Feminina mit da Pluralendung
-an
(de moastns im Singular af
-ng
endn; es
-a-
is dabei a sog. Sprossvokal bzw. epenthetisch). Driwa ausse lossa se olle Maskulina und Neutra, de wo im Singular af es Suffix
-i
endn, do einordna. Vui vo de vawandtn Substantive vom Hochdeitschn san duatn olladings stork, dahea da jeweis standarddeitsche Plural zum Vagleich:
W1:
-n
Singular
Plural
deitsch
Singular
Plural
deitsch
Singular
Plural
deitsch
m:
Hos
Hosn
Hase
Busch
Buschn
Busch
Deifi
Deifin
Teufel
f:
-n
Brugg
Bruggn
Brücke, Brücken
Goass
Goassn
Ziege
Nuss
Nussn
Nuss
f:
-an
Dam
Daman
Dame
Schlang
Schlangan
Schlange
Zeidung
Zeidungan
Zeitung
n:
Oar
Oarn
Ohr
Bleami
Bleamin
Blume
Schdiggi
Schdiggin
Stück
Stoarke Substantive
Bei de stoarkn Deklinationsklassn gibts koane Kasusendungan; de oanzige Vaendarung am Woat findt bei da Numerusflexion stodd, oisdann beim Wechsel vom Singular zun Plural. Es gibt dabei vaschiedene Meglichkeitn, an Plural im Boarischn z markian. Stoarke Maskulina und Neutra nutzen de Endung
-a,
de moast aus da middelhochdeitschen Endung
-er
entstandn und ois soiche im
Neihochdeitschn
no dahoidn is. Es gibt oba a Weata, de wo se eascht in neia Zeit in de Klase eingreiht hom, oiso an
-Plural buidn, ohne jemois an
er
-Plural ghobt z hom.
Feminina buidn eanan Plural oft mit da Endung
-an,
so wias es Woat
Endung
sejm duat:
oa Endung, zwoa Endungan.
Ma ko Substantive afgrund eanara Pluralsforman in vaschiedene Klassn eintein. De haifigstn Meglichkeitn vo da Pluralbuidung san Umlaut od Suffigiarung; boade Meglichkeitn kena aa kombiniad wean. Ois Pluralendungan tretn
-n
und
-a
af; vo Umlauten gibts foigande Variantn:
S1: Umlaut (UL)
Singular
Plural
deitsch
S2: UL +
-a
Singular
Plural
deitsch
o > a
Nocht (f)
Nacht
Nacht
o/a > e
Dog (m)
Deg
Dog
Land (n)
Lenda
Land
o > e
Dochta (f)
Dechta
Tochter
Loch (n)
Lecha
Loch
u > i
Fux (m)
Fix
Fuchs
Mund (m)
Minda
Mund
au > ai
Maus (f)
Mais
Maus
Haus (n)
Haisa
Haus
ua > ia
Bruada (m)
Briada
Bruder
Buach (n)
Biacha
Buch
oi > ej
Foi (m)
Fej
Fall
Woid (m)
Wejda
Wald
De do ogfiadn Beispui buidn de de Klass 1 und 2 vo de stoarkn Substantive, vo dena as Kennzeichn a Umlautplural is. De Klass (S1) hod nebmam Umlaut koa weidas Pluralkennzoachn, is oiso endungslos; ia ghean nur Maskulina und Feminina o. Oft kimmt im Plural no a Vokalkiazung dazua, beispuisweis: Hand – Händt, Stod – Städt, Wand – Wändt, Grund – Grindt.
Zua Klass S2, de wo im Umlautplural plus Endung
-a
(de wo moastns da deitschn Endung
-er
entspricht) hom, ghean oanige Maskulina und vui Neutra. Es gejten de gleichn Umlautregeln wia obm:
Zur Klasse S3 ghean olle Maskulina, Feminina und Neutra ohne Umlaut mit Pluralendung
-a;
dabei endn de moastn Feminina im Singular af de urspringlige Dativendung
-n.
Oanige Maskulina, de wo im Stamm af Vokal auslautn, hom de Endung
-na:
S3:
-a
Singular
Plural
deitsch
Singular
Plural
deitsch
Singular
Plural
deitsch
m:
Baam
Baam, Baama
Baum
Mo, Mau
Mona, Mauna
Mann
Stoa
Stoa, Stoana
Stein
Ain
Aina
Eule
Paradeis(a)
Paradeisa
Tomate
n:
Kind
Kinda
Kind
Liacht
Liachta
Licht
Gschäft
Gschäfta
Geschäft
Ois letzte storke Klasse (S4) gejten Substantive mit Nullplural, zum Beispui ‚Fisch‘ (m) und ‚Schof‘ (n). In manchen Dialektn druckn de Substantive den Plural owa durch Vokalkiazung oda -längung aus, beispuisweis
da Hund
und
de Hundt
. De Klass bstäht eigentli nur aus Maskulina und Neutra; olle Feminina af
-n,
de wo historisch gseng zu de schwochn Substantivn ghean, kena owa aa dazuazejt wean, wei ia Plural ebenso unmarkiat is: ‚Antn – Antn‘ „Ente“. De Feminina wexln owa langsam zur Gruppe S3 und nehman im Plural de Endung
-a
o (vgl. obm s Beispui
Ein
„Eule“).
Kasusrelikt
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Am Gwëntext werkeln
Oanzlne schwoche Maskulina hom Kasusendunga im Dativ und Akkusativ bewoart, z.
B. Voda und Bua:
best.
Singular
Plural
best.
Singular
Plural
nom
da Voda
te Vodan
nom
da Bua
de Buam(a)
dat
am Vodan
de Vodan
dat
am Buam
de Buam(a)
akk
an Vodan
te Vodan
akk
an Buam
de Buam(a)
Vuifoch wead
/ iwa de Wortgrenz wegga assimiliat (
Sandhi
), so hoassts moastns Nom./Akk. Pl.
b Vodan
und
b Buam(a)
Ebenso wia
Voda
flektian
Baua
Boi
Breiss
Depp
Buasch
[österr.],
Frank
Franzos
Hiasch
Hos
Läw
und andare mehr.
Ähnli wia
Bua
flektian de Wärter
Rob
und
Schwob
: olle Forman außa Nominativ Singular hom an Stej vo
-b
an Stammauslaut
-m:
Rom (Robm), Schwom (Schwobm);
de Pluralform
Roma (Robma), Schwoma (Schwobma)
san sejtn.
Exkurs: Obweichands Genus vom Standarddeitschn
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Am Gwëntext werkeln
As grammatische Gschlecht vo an Substantiv wead am Artikel markiat. Oft is as Gschlecht wia im Deitschn. Es gibt owa aa an Haufa Ausnahma:
standarddeitsch
boarisch
standarddeitsch
boarisch
de Asche
da Oschn
de Karre
da Korrn
de Butter
da
Budan
as Budan
der Teller
as Della/Dölla, da Dala
**
das Radio
da Radio
der Kommentar
aa:
as Kommentar
**
de Kartoffel
da Eadopfe
de Schublade
da Schublodn
de Zwiebel
da Zwiefe
de Marmelade
da Mamalad
das Virus
da Virus
de Schokolade
da Tschoglad
de Scherbe
da Scheam
de Socke
da Socka/as Segge
de Zehe
da Zächa
de Zacke
da Zaggn
de Petersilie
da Pädasui/Pädasüü
de Ratte
da Rotz
de Schürze
da
Fiada
, da Schuaz
de Wespe
da Weps
das Vaterunser
da Vaddaunsa
de Zecke
da Zegg
der Monat
aa:
as Monad
de Heuschrecke
da Heischregg
das Heu
de Heing
(f) /
as Hei
(n)
de Schnecke
da Schnegg
der Tunnel
as Tunnej/Tunnöö
de Spitze
da Spiez
der Sumpf
de Sumpfn
de Ecke
as Egg
das Fett
de Feddn
das Masel
de Masn
der/das Ketchup
as Ketchup
Pronomina
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Am Gwëntext werkeln
Personalpronomina
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Bei de Personalpronomina untascheidd s Boarische teiweis, so wia vui romanische und slawische Sprochn, zwischn betontn und unbetontn Foama im Dativ (nur 1., 2. Singular) und Akkusativ (nur 3. Singular und Plural); weidas gibts a oagnstendigs Heflichkeitspronomen in da direktn Orede, vagleichboa am deitschn „Sie“:
1.Singular
2.Singular
3.Singular
1.Plural
2.Plural
3.Plural
Heflichkeitspronomen
nom
du
ea, se/de, des
mia
eß/öß / ia*
se
Si
unbetont
--
-a, -'s, -'s
-ma
-'s
-'s
-'S
dat
mia
dia
eam, eara/iara, dem
uns, ins
enk / eich*
ea, eana
Eana
unbetont
-ma
-da
akk
-mi
-di
eam, eara/iara, des
uns, ins
enk / eich*
ea, eana
Eana
unbetont
-'n, …, -'s
-'s
Si
* De Foama gejten ois „weniga“ boarisch, san dafia oba typisch
ostfränggisch
Bei da Kombination vo mearan unbetontn Personalpronomina, de wo af
-'s
verkiazt san, wead da Bindevokal
-a-
einegschom; bei da Reihenfoige vo da Ordnung gibts, im Gengasotz zum Deitschn, vaschiedane Variantn. Es ko aa zu Meadeitigkeit kema – a boa Beispui:
unbetont
*(ausgschriem)
standarddeitsch
1.a)
Homs da s scho zoagt?
Hom s(e) d(ia) (de)s scho zoagt?
Haben sie es dir schon gezeigt?
oda:
Homs d(ia) s(dia) scho zoagt?
Haben sie sie dir schon gezeigt?
1.b)
Homsas da scho zoagt?
Hom s (de)s d(ia) scho zoagt?
Haben sie es dir schon gezeigt?
oda:
Homs(e) da d(ia) scho zoagt?
Haben sie sie dir schon gezeigt?
2.a)
Hod a ma n no ned gem?
Hod (e)a m(ia) (der)n no ned gem?
Hat er ihn mir noch nicht gegeben?
2.b)
Hod a n ma no ned gem?
*Hod (e)a d(ern) m(ia) no ned gem?
Hat er ihn mir noch nicht gegeben?
Dabei ko in (1.a) und (1.b) ebmso weng wia im Deitschn untaschiedn wean, obsa si bei
erra
um de 3. Person Singular feminin oda um de 3. Person Plural handlt.
Possessivpronomina
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Am Gwëntext werkeln
a) predikativ:
maskulin
feminin
neutrum
Plural
nom
mei
mei
mei
meine
dat
meim
meina
meim
meine
akk
mein
mei
mei
meine
b) attributiv:
maskulin
feminin
neutrum
Plural
nom
meina
meine
mei(n)s
meine
dat
meim
meina
meim
meine
akk
mein
meine
mei(n)s
meine
Aa de Possessivpronomina
deina
und
seina
flektiaen so. S Possessivpronomen (Fem. Sg.)
iara
is vom Standarddeitschn iwanumma woan; urspringli vawendt s Boarische fia weibliche Bsitza ebmfois s Pronomen
seina.
Oft wead a s substantiviate Adjektiv
da mei(nige)
(da dei(nige), da sei(nige), im Plural: de meinign, de deinign …) vawendt:
„Wem ghead der?“ – „Des is da mei!“
Indefinit- und Fragepronomina
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Am Gwëntext werkeln
So wia de Possessivpronomina flektian de Indefinitpronomina
koana
sowia
oana
; ma ko vors Letztare s Wort
iagad-
stejn.
Weidas gibts s Indefinitpronoma
ebba, ebbs
(„jemand, etwas“); des is plurallos und flektiat wia foigt:
Person
Soch
nom
ebba
ebbs
dat
ebbam
ebbam
akk
ebban
ebbs
Do wead oiso ned zwischn de Geschlechta, sundan zwischn Persona und Socha untaschiedn.
Ähnliches guit fias Fragepronomen
wea, wos
Person
Soch
nom
wea
wos
dat
wem
wem
akk
wen
wos
Adjektive
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Am Gwëntext werkeln
Vui vo de boarischn Adjektive hom a Kurzfoam und a Langfoam. De Kurzfoam wead in prädikativa Stellung vawendt. D. h. dann, wen s Adjektiv mitm Huifsverb
sein
a Prädikat buidt (
de Schuah san schwoaz
). De Langfoam kimmt dann vor, wann s Adjektiv ois Attribut vo am Substantiv vawendt wead (
de schwoazn Schuah
). Moastns liegt da Untaschied zwischn Kurz- und Langfoam im Endkonsonanten. Oft san des
-n, -ch, -g.
Deklination vo de Adjektive
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Am Gwëntext werkeln
Wia im Deitschn wean Adjektive in attributiva Stejung flektiat, d.
h. se griagn vaschiedne Endunga. Dabei muass untaschiedn wean, obs mid an Substantiv mid bstimmtn Artikl gengan (und dahea sejm in bstimmta Foam flektian), oda obs mid an unbstimmtn Artikl zamm san (und nacha dementsprechend nach an unbstimmtn Musta dekliniat wean). Wean Adjektive substantiviat vawendt, oiso nua mit Artikl, nacha richtn sa si ebnfois noch dem. Ois Beispui deant as Adjektiv
schee
des wo am Stamm bei da Flexion um
-n
daweitad wead (aussa beim Neutrum Singular).
„schee“ unbstimmt
maskulin
feminin
neutrum
Plural
nom:
a scheena Mo
a scheene Frau
a scheens Kind
de scheena Leid
dat:
am/n scheena Mo
ana scheen Frau
am scheen Kind
m scheen Leid
akk:
an scheena Mo
a scheene Frau
a scheens Kind
de scheena Leid
„schee“ bestimmt
maskulin
feminin
neutrum
Plural
nom:
da schee(ne) Mo
de schee(ne) Frau
as schee(ne) Kind
de schee(na) Leid
dat:
(i/a)m scheena Mo
da scheen(a) Frau
am scheen(a) Kind
de scheen(a) Leid
akk:
(i/a)n scheen(a) Mo
de scheen(e) Frau
s schene Kind
de scheen(a) Leid
In prädikativa Stellung dagegn wean Adjektive – wia im Deitschn – ned flektiat, sondan nur in eanara Nennfoam vawendt:
prädikativ
maskulin
feminin
neutrum
Plural
unbestimmt:
a Mo is schee
a Frau is schee
a Kind is schee
de Leid san schee
bestimmt:
da Mo is schee
de Frau is schee
(a)s Kind is schee
de Leid san schee
Steigarung vo de Adjektive
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Am Gwëntext werkeln
Im Boarischen deant as Suffix
-a
zur Buidung vom Komparativ, vo da easchtn Steigarungsform. Grundlog vom Komparativ is de obm bschriebane Langform; bei mangn Adjektivn kimts zu Umlautn, bei andan zua Vaendarung in da Vokalleng oda im konsonantischn Auslaut. Beispui:
Umlaut
Positiv
Komparativ
Standarddeitsch
koa Umlaut:
gscheid
gscheida
klug
nei
neiga/neicha
neu
liab
liawa
liab
schiach
schiacha
hässlich
hoagli
hoaglicha
wählerisch
mit Vokalkürzung:
diaf
diaffa
tief
o > e:
lang
lenga
lang
o > a:
worm
worma
warm
o > e:
grob
grewa
grob
groß
gressa
groß
u > i:
dumm
dimma
dumm
gsund
gsinda
gesund
jung
jinga
jung
oa > ea:
broad
breada
breit
gloa
gleana
klein
hoass
heassa
heiß
woach
weacha
weich
woam
weama
warm
(Ostmiddelbairisch)
oa > ej:
koid
kejda
kalt
oid
ejda
alt
ua > ia:
kuaz
kiaza
kurz
Fian Superlativ wead je nach Landschaft, a eigane Form af
-st
buidd oda owa aa ned. In letztan Foi wead da Komparativ ois Superlativasotz heagnumma. So ko da Sotz „Max Müller ist der größte der zwölf Knaben“ im Boarischen foigende Varianten produzian: „Vo de zwejf Buam is da Müller Max am gressan
(Komparativ)
/am gresstn
(Superlativ)/sejtn
da gresste/da gressane.“
Es gibt aa a suppletive Adjektivsteigarung, oiso a Steigarung mit oam andan Wortstamm (sog. stoarke Suppletion) oda a Wortstammeaweidarung (sog. schwoche Suppletion):
Suppletion
Positiv
Komparativ
Superlativ
Standarddeitsch
stoak:
guad
bessa
am bessan
gut
stad
leisa
am leisan
leise
schwoch:
deia (a deirigs …)
deiriga
am deirigan
teuer
Numeralia (Zoiweata)
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
Boarische Zoiweata endn moastns af
-e
, des wo owa in attributiva Stejung oft wegfoid. De Numeralia flektian ned, Ausnohm is as Zoiwoat
oans
fia de Zoi 1.
Es foigt a Aflistung vo de wichtigstn Zoiweata:
oas/oans/ans
11
ejf(e)/ööf
21
oana-/anazwanzg(e)
zwoa/zwa
12
zwejf(e)/zwööf
22
zwoara-/zwarazwanzg(e)
200
zwoa-/zwahundad
drei
13
dreizea/dreizen
23
dreiazwanzg(e)
300
dreihundad
fiar(e)
14
fiazea/fiazen
24
fiarazwanzg(e)
40
fiazg(e)
400
fiahundad
fimf(e)
15
fuchzea/fuchzen
25
fimfazwanzg(e)
50
fuchzg(e)
500
fimfhundad
seggs(e)
16
sechzea/sechzen
26
seggsazwanzg(e)
60
sechzg(e)
600
sechshundad
siem(e)
17
sibzea/sibzen
27
simmazwanzge
70
sibzg(e)/siwazg(e)
700
siemhundad
ocht(e)
18
ochzea/ochzen
28
ochtazwaonzge
80
ochtzg(e)
800
ochthundad
neine/nei
19
neizea/neizen
29
neinazwanzge
90
neinzg(e)
900
neihundad
10
zeene/zeah
20
zwanzg(e)e/zwoanzg(e)
30
dreißge
100
hundad
1000
tausnd
Substantiviate Zoin san im Boarischn Maskulina, im Deitschn dagegn Feminina (Ausnohm Östareichisch Deitsch):
Boarisch
Standarddeitsch
Boarisch
Standarddeitsch
de Nui/da Nulla
de Null
da Ochta
de Acht
da Oasa/Oansa/Ansa
de Eins
da Neina
de Neun
da Zwoara/Zwara
de Zwei
da Zena
de Zehn
da Dreia
de Drei
da Öifa/Ööfa
de Elf
da Viara
de Vier
da Zwöifa/Zwööfa
de Zwölf
da Fimfa
de Fünf
da Dreizena
de Dreizehn
da Sechsa
de Sechs
da Dreißga
de Dreißig
da Simma/Siema
de Sieben
da Hundada
de Hundert
Verbn
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
Boarische Grammatik (Verbn)
Morphosyntax
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
Im Boarischn is da Iwagang vo da Wortbeigung zum Sotzbau (
Sidntax
) oft fliaßend, desweng kena vui Bereiche in da boarischen Grammatik vo da
Morphosyntax
am bestn eafosst wean.
Prepositiona
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
Prepositiona kena im Boarischn wia im Deitschn mit am bestimmtn Artikl zu am Woat vaschmejzn (vgl. dt.
bei dem = beim, an dem = am, unter den = untern usw.
). Im Boarisch wead des vui efta ogwendt. Dazua a Iwasicht:
Preposition
Dat. Sg. m./n.
(-m)
Dat. Sg. f.
(-da)
Dat. Pl.
(-di)
Akk. Sg. m.
(-n)
Akk. Sg. f., Akk. Pl.
(-d)
Akk. Sg. n.
(-s)
Standarddeitsch
am
onda
ondi
ond
ons, as
an
af
afm
afda
afdi
afn
afd
afs
auf
fua, fia, foa/for
fuam, fiam, foam
fiada, foada
fiadi, foadi
fuan, fian, foan
fiad, foad
fuas, fias, foas
vor
hinta
hintam
hintada
hintadi
hintan
hintad
hintas
hinter
in, a
im
inda, ada
indi, adi
in, an
ind, ad
ins, as
in
iwa
iwam
iwada
iwadi
iwan
iwad
iwas
über
unta
untam
untada
untadi
untan
untad
untas
unter
nema, newa, nebm
nemam, newam
nemada, newada
nemadi, newadi
neman, newan
nemad, newad
nemas, newas
neben
bei, ba
beim, bam
beida
beidi
---
---
---
bei
wenga, wega
wengam, wegam
wengada, wegada
wengadi, wegadi
---
---
---
wegen
zu, za, zua
zum, zun
zuda
zudi
---
---
---
zu
fia
---
---
---
fian
fiad
fias
für
genga, gega
---
---
---
gengan, gegan
gengad, gegad
gengas, gegas
gegen
um
---
---
---
umman
umd
ums
um
Wei Prepositiona de Betonung af s nochfoigande Sotzelement lenka, kena eahna
nua betonte
, obwa nia unbetonte Peasonalpronomina foign.
Da Brauch vo Prepositiona
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
Im Boarischn wean fia Ortschaftn und Städt eascht seitm Eifluss ausm Hochdeitschn aa "nach" und "in" braucht. Traditionej sogt ma im Boarischn owa
oda
af/auf
(=
nach
) und
(=
in
). Ma foaht oisdann af
Augschburg
oda bleibt z
Minga
Bei Feiatog findt se je noch Region entweda ebmfois as
z:
z Ostan, z Weihnachtn;
oda
af: af Ostan, af Weihnachtn;
oda untam Eifluss vo da Standardsproch
an
. Im Boarischn sogt ma soichane Weata owa nia nid ohne Prepositiona zua Zeitogob.
Konjunktiona
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
A regionale Besonderheit is de temporale Konjunktion
aft,
de wo in großn Toaln vom boarischn Sprochgebiet vawendt wiad. Etymologisch gseng entspricht des am englischn
after
und hoasst „nacha, danoch“.
Präpositionslose Lokalkoderung
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
In de siidboarischn Dialekte tretn präpositionslose Orts- und Richtungsogobm (Adverbialien) af. Ma gähd oisdann ned
in de Kira
oda
afn Moakt
, sundan
ma gähd Kira/Moakt
, ohne a Präposition z vawendn. De Lokalbedeitung wiad duachs Ausbleibm vom Artikl markiat, dea wo sont bei jedm Substantiv obligatorisch is. Weidane Beispui:
i wohn Augschburg, i wor Schui, ea gähd easchte Klass Schui
(vgl. aa lat.
Romae
in Rom,
Romam
nach Rom; Hindi
Dillî calnâ
af Delhi foahn, stott
Dillî ko calnâ
).
Orts- und Richtungsadverbialien
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
S Boarische hod a komplexes System vo Richtungsadverbialien, de wo oan Bezug zua Perspektivn vom Sprecha nehma. Wia im Deitschn muass, je noch dem, ob de Bewegung vom Sprecha weg oda zum Sprecha hi voizong wiad, a ensprechends Affix ogfiagt wean (im Weanarischn san de zwoa Affixe zammagfoin, s wead do oisdann koa Untaschied mea gmocht). Im Deitschn wean de Affixe ois Präfixe (
hin-
bzw.
her-
) vawendt, oisa am Adverb vorogstejt. Im Boarischn wean de Affixe ois Suffixe eigsetzt, d.
h. am Adverb hinten ogfiagt; s Suffix
-hin
wead zu
-i,
regional
-e
obgschwächt, s Suffix
-her
zu
-a.
A vagleichende Iwasicht:
Präposition
vom Sprecha
(-i)
Standarddeitsch
(hin-)
zum Sprecha
(-a)
Standarddeitsch
(her-)
o, ob
owi
hinab, hinunter
owa
herab, herunter
o, on
oni
hinan
ana
heran
auf/af
auffi/affi
hinauf
auffa/affa
herauf
aus
aussi
hinaus
aussa
heraus
do-
doni
hintan
(zur Seite)
dona
*hertan
(vo der Seite weg)
durch
duachi
hindurch
duacha [selten]
*herdurch
fia
fiari
(nach vorne)
fiara
hervor
hinta
hintari/hinddre
(nach hinten)
hintara/hinddra
(nach hinten)
zua
zuari/zu(a)wi
hinzu
zuara/zu(a)wa
(herbei)
um
ummi
hinüber
umma
herüber
De Iwasicht zoagt de Richtungsadverbien, wias worscheinli im gonzn boarischn Raum iblich gwen san. Im westlichn Obabayern gengan de Formen scho längere Zeit ollawei mehra zruck und ma verwendt Formen de näha on da Hochsproch und näha am Schwäbischn san. Es is dort oiso im easchtn Schritt "auffi, auffa", "obi, oba", "eini, eina", "ummi, umma" durch "nauf, rauf", "no, ro", "nei, rei", "num, rum" ersetzt worn. Wei se "no, ro" und "num", "rum" aa net so hochsprochli ohearn, wead des haintztog aa oft mit "nunta, runta" und "niba/nüba, riba/riwa/rüba" ersetzt. Es gibt an broatn Stroafa wo ma "nauf, rauf"... und "auffi/auffar" … nebmanand verwendt. Im Sidwestn vo Oberbayern hom se de Richtungsadverbien mit da Nochsuibm "i" und "a/ar/r" bessar hoitn kenna wia im Nordwestn vo Obabayern.
Klitisiarung vo Personalpronomina im Boarischn
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
Im Boarischn hods an Prozess gebm, dea wo in da Sprochwissnschoft
Klitisiarung
hoasst. Wos Boarische betrifft, so is damit s Drohenga vo Personalpronomina ans konjugiate Verb gmoant. Aus
mia
wiad
-ma
, aus
dia
wiad
-da
se
wiad zu
-s
usw. Vo da Obschwechung is nacha aa nua mea a kloana Schritt zua Kontraktion vom Verb mitm Personalpronom.
betonts Subjekt
unbetonts Subjekt
redn
mia
redn
ma? > redma?
De Klitisiarung is a da Grund, weshoib s Pronoma vo da 1. Person Plural im Boarischn af
m-
olautet. De middlhochdeitsche Verb-Endung
-n
und da Olaut vom Persoanalpronom
ir san zum
vaschmoizn (ebenso im Schwäbischn).
is dann vom Sprecha nimma länga ois Verb-Endung ogseng worn, sondan ois Olaut vom Personalpronom. Des Phänomen tritt oba ned nua in da 1. Person Plural im Nominativ af, a andane Persona wean klitisiat. Dazua a poa Beispui:
Urform
Klitisiat
I mog sie.
I mog-s.
Dann heat ea sie.
Dann heat-a-s.
Dann gibt ea es mia.
Dann gibt-a-ma-s.
Omeakung: De klitisiatn Personalpronoma san durch Bindestriche trennt.
Im easchtn Beispui weads direkte Objekt (Akkusativobjekt) klitisiat, wearend im zwoatn Subjekt und Akkusativobjekt ons Verb ogfiagt wean. Im drittn Beispui gengan sogoa Subjekt, Akkusativ- und Dativobjekt a Vabindung mitm Verb ein.
Oba ned nua de Verbn kenna ois Element gnutzt wean, an de wo de obgschächtn Personalpronomina ogfiagt wean. Des is aa bei Nebmsotzeinleitan mäglich. So hoassts zan Beispui:
Hochdeitsch
Boarisch
Ob sie geht?
Ob-s geht?
Weil sie ihn mag.
Wei-s-n mog.
Dass er ihn dir gibt.
Dass-a-da-n gibt.
Wen a Personalpronoma klitisiat worn is, dann deaf de Voifoam davo nimma im gleichn Sotz vorkema:
Se schloft
oda
Schloft-s?
owa nia ned
Se schloft-s
, des warad ungrammatisch.
A Sondafoi und a Ausnohm za dem buidd de Nominativ-Form vo da 2. Person Singular und in an grossn Tei vom Boarischn aa de 2. Person Plural
, sowia ia a poa Regiona aa de 1. Person Plural
. Do liegt nacha ned nua a Klitisiarung vor, sondan de ehemolign Klitika hom scho an Status vo ana Flexionsendung.
Das
du
vo da 2. Person Singular is scho im
Oidhochdeitschn
duach inverse Sotzstellung an de urspringliche Endung
-s
ogfiagt worn, de wo de heite aa standardsprochliche Endung
-st
eagem hod.
normala Sotzbau (ahd.)
inversa Sotzbau (ahd.)
Ibasetzung
du nimis (> du nimist)
nimis du > nimist du
Du nimmst.
Sintax
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Am Gwëntext werkeln
Stejung vo de Weata
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Am Gwëntext werkeln
In de foigadn Konstruktiona untascheidd se de Woatstejung vo da Standardsproch:
s direkte Objekt foigt afs indirekte, zan Beispui
sog mas
nochgstejte Adjektive (ba Betonung, zan Beispui
Hund, vareckda!
da Mo, da oide
);
Initialstejung vo Verbn (Emphase oda Antwort, zum Beispui
kumm i glei
ois Antwoat af
wann kummstn z uns
);
Perfekt vo Modalverbn (nua im Basilekt, zum Beispui
er hod miassn afstej).
Regional kena aa andane Obweichunga fiakema.
Verbrektion
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Am Gwëntext werkeln
Manche Verbn vom Boarischn erfordan a andane Rektion wia im Standarddeitschn, z.
B.
diaschtn
(„duastig sei“),
drama
(„träumen“) und
rein
(„bereuen“). Se wean mitm logischn Subjektiv im Dativ oda Akkusativ gnuzd (sog.
Quirky Case
). A formals Subjekt ist efta ned voahandn.
mi diascht
ich habe Durst
mich dürstet
dia dramt schlecht
du träumst schlecht
dir träumt
des reid eam
das bereut er
das reut ihn
Predikative Attribute
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Am Gwëntext werkeln
Im Boarischn wean, andas wiar im Standarddeitschn, Adjektive in attributiva Stejung markiat; dazu deant s invariable Suffix
-a
bzw.
-e;
s handelt se dobei um erstoarte Nom. Sg.-Forman (maskulin bzw. feminin). Soichane Attribute kenna af Subjekt wia aa Objekt bezogn sei. Beispui:
Des schmeggt koida bessa.
– Das schmeckt kalt besser.
Fost hedns eam lebanda eigrom.
– Fast hätten sie ihn lebendig eingegraben.
Ersotzforma
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Am Gwëntext werkeln
Im Dialekt wean gwisse Infinitivkonstruktiona (Subjekts- und Objektssetz, AcI) vamiadn und duach Nebmsetz mit an finitn Verb easetzt, zan Beispui:
schwaa is scho, dass ma heit a Orbat findd
('es ist schwer, heute Arbeit zu finden')
i bins ned gwohnt, dass i friah aufsteh
('ich bin es nicht gewöhnt, früh aufzustehen')
Af ehnliche Oat wean aa attributive Partizipialphrasn vamiadn, zan Beispui:
de Kinda, de wo laffa
(de laffandn Kinda)
Eingschrenkt wean Partizipien adverbiell vawendd, zan Beispui:
sitznda bin i eingschlofm
Vanaanung
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Am Gwëntext werkeln
Im Boarischn kimmt da
doppetn Vanaanung
a grosse Bedeitung zua.
Beispui:
In da Stod huift koana neamd neda.
Im Boarischn ko a Sotz amoi oda meamois vaneint wean, da Sinn bleibt in da Regl da gleiche.
Foigande Weata wean zua Vanaanung vawendd:
boarisch
standarddeitsch
Vawendung
ned, neda
nicht
oigmoans Vanaanungswort
nia
nie(mals)
Vanaanung ba Zeitogobm
nimma, neama
nicht mehr, nicht: *nimmer
druckt a Vaendarung aus
nix, nixe
nichts
Vanaanung ba Sochan
niangdwo, niagadwo
nirgendwo
Vanaanung ba Ortsogobm
niagads, nindaschd
nirgends
Vanaanung ba Ortsogobm
koa
[flektiat]
kein
Vanaanung vo Substantivn
koana
(nur im Nom.!)
keiner
Vanaanung vo Persona
neamad(s), neamde, neamd
niemand
Vanaanung vo Personal
Dat.
neamdm*,
Akk.
neamdn*)
neamdm
und
neamdn
san vo da Aussproch hea ned zan Untascheidn.
Ausfoi vom 'es' in unpersenlichn Sätzn
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
S formale Subjekt
es
wiad efta elidiat, z.
B.
er is da gresste Depp, wo gibt.
Lexik
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
A kloana Ibablick iba de wichtigstn Wortfejda und Meglichkeitn vo da Wortbuidung:
Gruassforma
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
Griassn und Oredn ghean zu de Grundlogn vo jeda Spoch, de ma lerna wui:
Boarisch
Vawendung
Standarddeitsch
Wort fia Wort
servus!/seavas!
fam.; Begriaßung/Vaobschiedung
hallo/grüß Dich
„servus!“
(hawe-)dere!
fam. bis intim; Begriaßung/Vaobschiedung; vaoidat: formal; Begriaßung
keine
„I hob de Ehre!“
griass de (God)!
fam.; Begriaßung
grüß dich!
„Da Herrgod segne di!“
griass enk/eich (God)!
fam.; Gruass
grüß euch!
„Da Herrgod segne Enk!“
griass Eana (God)!
formal; Gruass
guten Dog!
„Da Herrgod segne Eana!“
griaß God!
formal; Gruass
guten Dog!
„Da Herrgod segne Eana!“
pfiaddi (God)!
familiär; Vaobschiedung
auf Wiedersehen!
„Da Herrgod behiat di!“
pfiat enk/eich (God)!
familiär; Vaobschiedung
auf Wiedersehen!
„Da Herrgod behiat enk!“
pfiat Eana (God)!
formal; Vaobschiedung
auf Wiedersehen!
„Da Herrgod behiat Eana!“
pfia God!
formal; Vaobschiedung
auf Wiedersehen!
„Da Herrgod behiat Eana!“
(af) Widaschaung!
formal; Vaobschiedung
auf Wiedersehen!
„Da Herrgod behiat Eana!“
ba-ba! –
mit Betonung af da 2. Suim
herzlich-fam.; Vaobschiedung
auf Wiedersehen!
vgl. engl.
bye-bye!
gua(d/dn) Morng! Moang!
formal; Fruahstucksgruass
guten Morgen!
dto.
Moang!/Moing /Morgn!
fam.; Fruahstucksgruaß
(guten) Morgen!
dto.
guadn Obnd! Obnd!
formal; Omdgruaß
guten Abend!
dto.
guade Nocht/guad’ Nacht!
fam. und formal; Vaobschiedung zua Nacht
gute Nacht
dto.
guad enk/eich Nocht!
fam.; Vaobschiedung zua Nocht
gute Nacht!
„winsch enk a guade Nocht!“
an Guadn!
fam. und formal; Moizeitgruass
guten Appetit!
„an guadn Appetit!“
Moizeid!
fam. und formal, Moizeitgruaß, Gruaß z Mittog (Ö)
Mahlzeit!
„a guade Moizeit!“
Spezifisches Vokabular
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
Um dena regionaln Untaschiedn grecht zum wean, wean mange Wäate gsondat kennzeichnet:
Österreichischa Wortschotz
Oidbayrischa Wortschotz
Burgnländischa Wortschotz (Heanzisch)
Karntna Wortschotz
Steirischa Wortschotz
Tirola Wortschotz
Weana Wortschotz
Substantive
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
Beruaf
Fleischa (Metzger), Tischla (Schreiner),
Spangla
(Klempner), Bäck (Bäcker), Zeidla (Imker), Hafna (Töpfa), Sandla (W; Obdachlosa), Striezi (W; Zuahejta)
Ausdrucksstoark
S Boarische hod oft a Vuizoi vo ausdrucksstoarkn Begriff fia a Soch. Fia
Mund
gibts zum Beispui
Mai
(ugs.),
Goschn
(frech) oda
Goschal
(liabevoi),
Babbn
(frech),
Lätschn
(obweatend) oda
Fotzn
(beleidigend).
Gwand
A fias
Gwand
gibts an Hafa typisch boarische Ausdrick:
Gwand
sejm,
Joppn
(„Jackn“),
Pfoidl
oda
Pfoadl
(fia Hemad), Diandl z.
B.
Viecha
Fia d
Viecha
gibt aa an bsondan boarischn Woatschotz, z.
B.
Giggal
(Hahn),
Bibbal
oda
Ziwarl
(kloans Hendl),
Heiß(al)
(jungs Pferd, Foihn),
Goaß
Hebbal
(junge Goaß),
For(n)
(Jungstia, Stiakaibe),
Böichn
(ahd. belihha; Blässhendl),
da Imp
oda
de Impn
(Biene),
Oachkatzl
Brotz
(lat.
Loanwoat
, Grod),
Hotz
(Eichlhäha) usw.
Zum boarischn Vokabulaa im Bereich vo de Lebmsmiddl schaug:
Austro-Boarischa Kuchlwoatschotz
Verben
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
Boarisch
Standarddeitsch
Boarisch
Standarddeitsch
si owiduan
sich grämen
kean
kehren, fegen
odln
jauchen (düngen mit Jauche)
kewin, kebbln
kebbeln, keifen
leitn (stV: glittn)
schellen, läuten
loana
lehnen
odaun
anstoßen
loatn
lenken, steuern
oglanga
anfassen, berühren
lusn
horchen, zuhören
ozipfn
nerven, belästigen
luang
schauen, spähen
babba
kleben
meamin
meckern, murren
si baazn
sich aalen
mosan
nörgeln, meckern
ban
rösten
[Brot]
mugazn
leise/heimlich schimpfen
batzn
kleckern
paprizian
mit Paprika wiazen
baun
pflügen
pfigazn
pfeifen
beaschn
raufen
pfugazn
kichern
benzn
flehen; schelten
pressian
eilen
biesln
pinkeln
ratschn
schwätzen, plaudern
bigga
kleben
raunzn
nörgeln, jammern
blanga + Akk + af
gelüsten
+ Akk +
nach
rean
weinen, heulen
recha
harken
bejffan
ausschelten
roasn
reisen
brogga
pflücken
sandln
herumlungern, nichts tun
brunzn
pissen
sabln, sawin
rennen
dabogga
aushalten, verkraften
schaffa + Dat
anordnen, befehlen
schaun(g)
kucken
daduan
umbringen
scheim
schieben, stoßen, kegeln
daugn
gefallen, wohltun
schepfn
arbeiten
dachin
klauen
schiagln, schiang
schielen; petzen, flunkern
deftn
niedermachen, demütigen
parian
gehorchen
dinkn + Akk
scheinen
+ Dat
schliaffa (stV: gschloffa)
wetzen, schleichen
draan
drehen
schloaffa
schleppen
dratzn
ärgern, belästigen
schmatzn
reden, plaudern
dreim (stV: driem)
tun, machen
schmutzn
lächeln
drenzn
weinen
schnaufa
atmen
driggin
trocknen
schnaxln
vögeln
si dummin
sich beeilen
schneim (stV: gschniem)
schneien
si eiweimberln
sich einschmeicheln
schnoatn
schnippeln, kleinschneiden
eiwoagga
einweichen
schoasn
furzen
faschian
durch den Fleischwolf drehen
schupfa
sanft werfen, schubsen
feanzn
verspotten, verhöhnen
sekkian
nerven, belästigen
fein
faulen, verrotten
sempan
nörgeln, klagen
fexn
ernten
siadn (stV: gsottn)
brühen, kochen
[Kaffee]
fechtln
betteln
soacha
pissen
(si) fejn
fehlen, falschlaufen
sejcha
räuchern
fiesln
abnagen
spona
begreifen
flaadan
klauen
speachn
spähen
si frettn
sich abmühen
speanzln
liabäugeln, flirten
friasn, froisn
frieren
speim (stV: gspiem)
kotzen
fuxn
klauen; nicht glattgehen
spragln
spalten
gein
loben, prahlen
stässn (swV: gstèsst)
stoßen
si gfrein
sich freuen
stigga
reizen, interessieren
gleschn
Ohrfeige verpassen
straan
streuen
gletzln
schaben, kratzen
strawanzn
vagabunderen
gliam, gloim (stV: glom)
spalten, hacken
[Holz]
stroaffa (stV: gstroffa)
streifen
gneißn
bemerken; begreifen
sudan
meckern, jammern
gnotzn
lungern, lümmeln; tief schlafen
tachinian
faulenzen; blaumachen, schwänzn
grain
kratzen
tschentschn
meckern, nörgeln
grosn
jäten
urassn
verschwenden, –geuden
grattln
umständlich herumtun
wachin, wachln
flattern; fächeln
grawin
schimmeln
watschn
ohrfeigen
graxln
klettern
weizn
spuken
griang
bekommen
woing
walzen
gugazn
husten, hüsteln
wualn
wimmeln
hackln
arbeiten
zaan
zehren; zerren
hatschn
hinken; trotten
zaxln
ziehen, zerren
hudln
hasten, hetzen
zumpan
drängeln
hupfa
springen
zuzln
saugen
hunzn
ärgern, nerven
zwigga
kneifen; Fahrschein entwerten
Adjektive
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
Des produktivste Suffix zua Buidung vo Adjektiven is
-ad;
des gehd entweda afs Suffix
-ert
zruck, oda afs Suffix
-end,
dees wo eigentli zur Buidung vom Partizip Präsens vawendt wiad (boade Suffixe san im Boarischen lautli zammagfoin).
Stammendunga in Klamman (moast
-g
oda
-ch
) wean im traditionejn Boarisch nur gsogt, wens Adjektiv flektiat wead und daduach a vokalische Endung dahoit. Es gibt owa aa regionale und lokale Ausnohma.
Boarisch
Standarddeitsch
Boarisch
Standarddeitsch
ogfressn
beleidigt
gschlampad
unordentlich
oper
schneefrei
gschleggad
schleimig [bei Personen]
ausgschamt
unverschämt
gschmeidi(g)
toll
ausgstocha
wählerisch
gschmoaßn
schlank
bobbad
klebrig
gschnobbad
frech, schnippisch
bocha
kitschig; schwul
gschodad
unfrisiad, zerzaust
bompad
unwirsch, schroff
gsejcht
geräuchert
botschad
tollpatschig
gspassi(g)
lustig
biggad
klebrig
gstingad
stinkend
bloddad
glatzköpfig
gsdumpad
sdumpf, sdummlig
aufblad
aufgedunsen; dick
gumpad
unruhig, nervös
bloßhaxad
barfüßig
gwampad
bauchig, beleibt
bumbalgsund
kerngesund
hai, hal
glatt
[bei Eis]
dammisch
verwirrt, benommen
haudi(g)
erschöpft
dantschi(g)
niedlich, liabreizend
hanti(g)
bitter
[bei Kaffee]
dearisch
taub, schwerhörig
hatschad
schwerfällig
debbad
dämlich
hieni(g)(hie)
kaputt; tot [ugs]
doarad
taub, schwerhörig
hintafotzi(g)
hinterhältig
doiggad
täppisch
hoaglad
wählerisch
hoibschoari(g)
halbherzig
dramhabbad
verschlafen
kommodt
bequem
dreggad
schmutzig
leiwand
herrlich, großartig
drenzad
weinerlich
len
weich
drutschad
einfältig, neiv
lätschad
lasch, schlaff
dusi(g)
desig, neblig
liab
sympathisch, nett
entrisch
fremd, seltsam
lind
ungesalzen; vo weicher bis flüssiger Konsistenz
fabandlt
liiad
moab
mürbe
fakuid, faköid
erkältet
narrisch
verrückt
fad
langweilig
nei(g), nei(ch)
neu
fesch
hübsch
neidi(g)
neidisch
oda
geizig
gach
jäh
pfanzi(g)
anmutig
gamsi(g)
lüstern
pfundi(g)
toll
gampri(g)
lüstern
rass
scharf; unfreundlich
gfleggad
fleckig
resch
knusprig; sauer
[bei Wein]
ghoazt/ghazt
schwul
roglad
zappelig, nervös
glumpad
unbrauchbar, nutzlos
ruachad
raffgierig
gnatschi(g)
niedergeschlagen
samft
sacht
goschad
vorlaut
schiach
hässlich
graubbad
unansehnlich
schleißi(g)
schäbig; nachlässig
granti(g)
übellaunig; wütend
sekkant
nervig
greisli(ch)/greislig
scheußlich
siari(g)
geizig
griabi(g)
angenehm
soich
unrein, trübe
grindi(g)
eklig, ekelhaft
stad
leise, still
großkopfad
arrogant
(g)wogglad
wackelig
großgoschad
großmäulig
wepsad
unruhig, zappelig, hyperaktiv
gschammi(g)
schüchtern, verschämt
wualad
aufgeregt
gschead
fies
zach
zäh, schwierig
gscheggad
scheckig
ziagad
zähflüssig
gscheid
klug
zimpfti(g)
gemütlich
gschiaglad
schielend; verlogen
zwieda
unsympathisch
Adverbien
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
Boarisch
Standarddeitsch
Boarisch
Standarddeitsch
af d’Nocht
abends
etz / iatz(ad)
jetzt
agrat
ausgerechnet
in da Frua
morgens
bei da Nocht
nachts
iwahaps
überhaupt
oreidig
hässlich, ekelhaft
lei
T K
nur
bloß, nua, neta
OÖ,
aglei
nur
leicht
etwa
[Frogadverb]
dau
hier
oim
immer
eh, äh
ohnehin; sicher
oiwei
immer
fert
letztes Joar
pfeigrod
unmittelbar, genau
fei
Betonungspartikl
pfent
rasch
gach
plötzlich, unerwartet
pomali
langsam
grod
nur; soeben
sauwa
ziemlich
gscheid
tüchtig, ziemlich
saggrisch
verdammt
gschwind
rasch
sejtn
selten;
bemerkenswert
heia
heuer, des Joar
umbandi
außerordentlich
hait
eben, wohl
zmoast
meistens
Uhrzeit
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
12:15 – Viadl noch zwejfe (sejtana: Viadl iwa zwejfe);
weanarisch
, nordobaboarisch
: Viadl aans
12:30 – hoibe/a oans
12:45 – Dreiviadl oans/Viadl vor oans, sejten: Viadl af oans
Bei voin Stundn, ob viar kimmt imma no a
-e
dazua:
16:00 – viare
16:30 – hoibe fimfe
Wia im engl. Sprochraum wead in
Bayern
des 12
h Format vawendd:
14:30 – hoibe drei (am Nammidog)
De boarische Wocha
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
De boarischn Wochadogsnama, de wo vom Standarddeitschn etymologisch obweicha (oiso da Deansdog und da Dunnasdog), stamma ausn Einflussbereich vo da
Gotischn
Sproch.
Boarisch
Standarddeitsch
Omerkung
Monda / Manda /Maunda /Mauda /Mondog
Montag
Dog vom Mond
Iada / Deansdog / Diensdog / Ergedog
Dienstag
Deansdog is da
Dog vom God Tius
Ergedog
is da
Dog vom Ares
Migga / Middwoch / Micha
Mittwoch
oft effiziente Vakiazung vom Standarddeitschn
Pfinzda / Dunnasdog / Pfinzdog
Donnerstag
a Obleitung vom griach.
pente
„fimf“, oiso da 5. vo da Wochn (da Sunnda is da easchte Dog, vgl.
Pfingstn
Freida / Freidog
Freitag
vo da germanischn Gettin
Freyja
Samsda / Samsdog
Samstag
ausm Hebräischn (vgl.
Sabbat
Sunda / Sunndog
Sonntag
Dog vo da Sunn
Fir Details schaug:
De boarische Wocha
Nama
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
Schaug:
Boarische Vornama
Wortbuidung
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
Verbale Prefixe
Werkeln
Am Gwëntext werkeln
Es gibt zwoa aa im Standarddeitschn verbale Prefixe, im Boarischn san de owa vui produktiva.
da-
da-
(<
der-
) entspricht am standarddeitschn
er-,
kimmt owa a mit Verben voa, de wo im Hochdeitsch des Präfix ned hom kena.
Beispui:
dabogga
(<
der+packen
) „schaffen; aushalten, verkraften“
si dabarma
(<
der+barmen
) „sich erbarmen“ (gebreichlicha ois im Hdt.)
daduan
(<
der+tun
) „umbringen“ (scheazhoft)
daseng
(< der+sehen) „(gerade noch) sehen können“
(si) darenna
(< der+rennen) „rennend (gerade noch) erreichen“; [refl.] „sich totfahren“, oda gar
den hat's darennt
es
, quasi
das Schicksal
si dasoffa
(<
der+saufen
) „sich tottrinken“
daziang
(<
der+ziehen
) „(gerade noch) ziehen können“
zamm-
zamm (zamma)
[com-] entspricht am Standarddeitschn
zusammen-,
es wead no haifiga vawendt ois dees.
Beispui:
zammbringa
„schaffen“
zammkema
„fertigweaden“
zammfoan
„niederführen; zu Schrott fahren“
zammdrahn
„anstellen“
zammhaun
„zerschlagen“
zammklaum
„aufklauben“
si zsammsaffa
„austrinken“ („safts enk zamm“)
Da Diminutiv
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S Boarische hod regional vaschiedane Diminutivsuffixe, vo dena
-l, -e
und
-al
(<
-erl
) de haifgstn san. Des
-l
is sogoa stoark lexikalisiat, d.
h. s wiad oft gor nimma ois Diminutiv vastandn.
Beispui
Roß
Heiss
oda
Pfeadl
Pfeadl
wead nimma ois Diminutiv ogseng). Wann ma vo oan kloan Pfeadl redn wui, braucht ma s Suffix
-al:
oiso
a Ressal/Heissal/Pfeadal.
Da Diminutiv
Rässl
zu
Roß
wiad moast nua no fia d Figua vom Springa im Schachspui vawendt.
„Haus“ hat zwei verschiedene Diminutivformen:
Haisl,
mit dem wo aa da Aboat gmoant sei ko („as Scheißhaisl“);
Haisal
ist dageng a kloans Haus.
As Suffix
-al
ko oba aa sei Diminutivfunktion eibiassn:
a Sachal
is koa kloane Sach, sondan a kloans Owesn.
a Platzal
is wia im Standarddeitsch (
Plätzchen
) a Keks, oba koa kloana Platz (do sogt ma im Boarischn
Platzl
).
a Drimmal
is a Hundsdreeg.
Mange Diminutivforma, de wo af
-al
endn, dretn aa ois Endung
-e
af:
a Bank – a Bangal oda a Bange
a Kuacha – a Kiachal oda a Kiache
Wann da Wortstamm af
-n
oda af Nasalvokal endet, wiad a epenthetischs
-d-
voas Diminutivsuffix eigschobm; dabei wiad a nasaliats
-n
restituiat:
a Pfann – a Pfandl
a Stoa – a Stoandl/Stoandal
a Mo – a Mandal
(a Mandal is owa in da Regl koa kloana Mo, sondan beziagt se in da Regl afs Gschlecht vo an Viech)
Lexikalisiate Diminutive mit unproduktivn Umlaut:
a Hefn – a Hafal
a Mensch – a Manschgal
a Stempn – a Stampal
Diminutive vo Fremdwäatan af vokalischn Auslaut duan den zum Toal tuign:
a Auto – a Autal
Vui vo de Diminutive ohne a Grundwort beziang se oft af Meschn, deo wo oan af irenoa Oat load doa. Desweng san des owa aa koane Schimpfwäata:
a Woasal/Wasal
(a oama Mensch, vialleicht vo "Waise")
a Botschal
(a unbehoifana, ungschickta Mensch)
Es gibt no weidane Diminutive, wo de Grundwäata ned bekannt san oda ned existian:
a Biwal/Bibbal
(a Kükn)
a Noagal
(a Getränkerest, woahscheinli vo "zua Noag/Neige geh")
Im
Berchtesgoana Land
Cheamgau
, Toaln vom
Soizburga Land
Soizkammaguad
und vom Bayrischn Oberland sowia aa im Tirola Untaland und im steirischn Tauerngebiet is des Diminutivsuffix moast ned
-(a)l,
sondern
-ei.
Da
Hiasl
wiad dann zum
Hiasei.
Andane Beispui:
Dirnei
fia Madl,
Hansei
fia Hansl usw.
Schau aa
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Bairische Ethnogenese
Kategorie Boarische Sproch
Portal:Boarisch
Beleg
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Ludwig Zehetner:
Das bairische Dialektbuch
. Verlag C. H. Beck,
Minga
1985,
ISBN 3-406-30562-8
, S. 16
Mhd. Wortmaterial aus:
Lexer, Matthias: Middlhochdeutsches Taschenwörterbuch. Mit Nachträgen vo Ulrich Pretzel.
S. Hirzel Verlag, Stuttgart, 1992, 38. Auflog.
Belege fia in da boarischn Literatur (bei Google gibts zudem zoireiche Treffa in Foren u.ä.):
Stelzhamer-Bund, 2. Preis, "Auftaut" von Stella Felder
Memento
des
Originals
vom 15. Mäerz 2016 im
Internet Archive
Info:
Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß
Anleitung
und entferne dann diesen Hinweis.
@1
@2
Vorlage:Webachiv/IABot/www.stelzhamerbund.at
Die Probefrau
, Bayerischer Schwank, in 3 Akten, für 3 Damen und 3 Herren, von Erwin Guffler und Jürgen Gode
Sprachgeschichte. Ein Handbuch der deutschen Sprache und ihrer Erforschung: Sprachgeschichte
. 2 Bände, Halbband 2: 2. Teilband vo Werner Besch, Anne Betten und Oskar Reichmann. Gruyter, 2000. S. 1339
Vagleich dazua:
Peter Wiesinger: Die Flexionsmorphologie des Verbums im Bairischen.
Verlag der österr. Akademie der Wissenschaften,
Wean
, 1989; S. 39–44
Vagleich dazua:
Peter Wiesinger: Die Flexionsmorphologie des Verbums im Bairischen.
Verlag der österr. Akademie der Wissenschaften,
Wean
, 1989; S. 36–39
Vagleich dazua:
Wilhelm Braune / Ingo Reiffenstein (Bearb.): Althochdeutsche Grammatik I. Laut- und Formenlehre.
Max Niemeyer Verlag, Tübingen, 2004, 15. Auflog; §
306b S. 261
Biacha
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Ludwig Merkle:
Bairische Grammatik
, Allitera Valog,
Minga
, 2005.
ISBN 3-86520-078-8
Herbert Leopold Kufner:
Strukturelle Grammatik der Münchner Stadtmundart
Minga
1961.
Robert Hinderling Christopher, J. Wickham
:(Phonei)
Diendorf, Kreis Nabburg (Oberpfalz) / Zinzenzell, Kreis Bogen
, Max Niemeyer Verlag, Tübingen (1987),
ISBN 978-3-484-23134-4
(365 Seiten + 6 Audiokassetten insbs. auch zur Betonung und Aussprache im nordmittelbairischen Sprachraum)
Otto Hietsch:
Wörterbuch Bairisch-
Englisch
, Von Apfelbutzen bis Zwickerbusserl
, SüdOst Verlag, Regenstauf 2015.
ISBN 978-3-86646-307-3
Im Netz
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Zum ahorcha: Atlas vo de Sprochn vo 70 Ortschafta wo Boarische asgsprocha wiad
„Boarisch lerna“
Fördavarein Boarische Sprach und Dialekte e.
V.
Varein Boarische Sproch und Mundoatn Kiemgau e.
V.
BY-Links.de - Bayern im Internet: Sproch, Kuitua, Brauchtum, Humor, Trochtn, Vareine, Frimen...
Joseph Sonnleitner:
Mundart der Österreicher
, Lexikon ausm Joah 1811
Östareichischs Wörtabuach
Institut fir Dialekt- und Namenlexika in Wean
Bayrischs Weatabuach
Dea Artike is ois
zimfti
in de
Hall of Fame
(Ruhmeshoin) aufgnumma worn.
Voh „
Kategoariner
Artikel auf Westmittelbairisch
Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2020-02
Bairische Sprache
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Boarisch
An Obschnit dazua doah