Edited Volumes by Burkhard Backes

Totenbuch-Forschungen. Beiträge des 2. internationalen Totenbuch-Symposiums, Bonn, 25.–29. September 2005, Studien zum Altägyptischen Totenbuch 11, 2006 (Harrassowitz)

with Irmtraut Munro and Simone Stöhr

Liturgical Texts for Osiris and the Deceased in Late Period Egypt. Proceedings of the Colloquiums at New York (ISAW), 6 May 2011, and Freudenstadt, 18–21 July 2012, Studien zur spätägyptischen Religion 15, Wiesbaden 2015 (Harrassowitz)

A. Verbovsek/B. Backes/C. Jones (eds.), Methodik und Didaktik in der Ägyptologie. Herausforderungen eines kulturwissenschaftlichen Paradigmenwechsels in den Altertumswissenschaften

Ägyptologie und Kulturwissenschaft 4, Munich, 2011

Kulturelle Kohärenz durch Prestige. Beiträge zum Forschungskolloquium des Graduiertenkollegs „Formen Von Prestige in Kulturen des Altertums“ München 20.–22. Februar 2013, Münchner Studien Zur Alten Welt 10, Munich

Papers by Burkhard Backes

Ausgestattet mit den Schriften des Thot. Festschrift für Irmtraut Munro zu ihrem 65. Geburtstag, Studien zum Altägyptischen Totenbuch 14, 2009

Zeitschrift für ägyptische Sprache und Altertumskunde 135, 2008

Some inscriptions of Heqaïb's tomb (Qubbet el-Hawa Nr. 28; Ùrk. VII, 9 f.) attract attention beca... more Some inscriptions of Heqaïb's tomb (Qubbet el-Hawa Nr. 28; Ùrk. VII, 9 f.) attract attention because of their unusual content and word choice. Heqaïb presents himself as a bon vivant instead of describing his career. Yet, just because of his cheerful disposition he enjoyed a good reputation and was
„beloved by everybody". This case study presents Heqaïb's self-descriptions as an example for the expression of an individual attitude within an accepted scope of social norms.

Methodik und Didaktik in der Ägyptologie, 2011

The first part of this contribution gives a short outline of the history of textual criticism (‘s... more The first part of this contribution gives a short outline of the history of textual criticism (‘stemmatics’) in Egyptology, and presents the method’s basic principles and fields of application. The second part discusses some of the reservations brought forward against textual criticism in our field and tries to solve potential or real misunderstandings, paying special attention to the problem of ‘open transmission’ of texts. As is the case with any other method, textual criticism has its inherent limits, which need to be defined. As long as we are aware of these limits, textual criticism can be a very helpful tool for all Egyptologists who are dealing with textual variants.

Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Altertumskunde, 2019

Summary New interpretation of Berlin, Ägyptisches Museum 11405. The object shows traces of volunt... more Summary New interpretation of Berlin, Ägyptisches Museum 11405. The object shows traces of voluntary mutilation not dissimilar to the much older ‘reserve heads’. Some elements have been left unfinished. In the light of iconographic parallels in some reliefs, the combination of two embracing scarabs with a human head is identified as an image of Ptah as creator-god.

Research paper thumbnail of Book Review: Going Out in Daylight – prt m hrw: the Ancient Egyptian Book of the Dead. Translation, Sources, Meanings

Book Review: Going Out in Daylight – prt m hrw: the Ancient Egyptian Book of the Dead. Translation, Sources, Meanings

The Journal of Egyptian Archaeology, 2017

Eine weitere “Totenbuchübersetzung”: Unter dieser Gattungs­ bezeichnung wird Stephen Quirkes umfa... more Eine weitere “Totenbuchübersetzung”: Unter dieser Gattungs­ bezeichnung wird Stephen Quirkes umfangreiche Präsenta­ tion des Totenbuchs und seiner Texte wohl gemeinhin firmieren, in einer Reihe mit den bekannten “Totenbuchüber­ setzungen” von Barguet, Faulkner, Allen, Hornung und wei­ teren.1 Und wie schon jene auf sehr unterschiedlichen Wegen versucht haben, erhebt auch das hier zu besprechende Buch einen weiter gefassten Anspruch, in diesem Fall durch den Untertitel “translation, sources, meanings” explizit gemacht. Durch Hinweise zu Quellen und Bedeutung des Totenbuchs soll der Zugang zu den ohne weitere Erläuterungen nur sehr begrenzt verständlichen Texten erleichtert werden. Der Rezensent sieht sich damit weniger die Aufgabe gestellt, die “Qualität(en)” der Übersetzungen, hier aus dem Ägyptischen ins Englische, zu beurteilen und die dabei begangenen Fehler zu korrigieren. Eher stellt sich angesichts mehrerer englischer und weiterer Tb­Übersetzungen von unbestrittenem philolo­ gischen Niveau grundsätzlich die Frage nach dem Nutzen jeder neuen kommentierten Übersetzung mit Einführung— also anders formuliert: Was bietet sie in der Übertragung des Originaltexts und den zugehörigen Erläuterungen ihren Lesern an, das frühere “Totenbuchübersetzungen” noch nicht angeboten haben? Die grundsätzliche Antwort auf diese Frage sei schon einmal vorweggenommen: eine ganze Menge, und mit einer entsprechend positiven Grundhaltung möchte ich die folgende Darstellung dessen, was das Buch will und kann (und was dafür weniger), verstanden wissen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt, und hier verspricht der Untertitel nicht zu viel, auf mehr Nähe zu den Quellen, also Book Review 749461 EGA0010.1177/0307513317749461The Journal of Egyptian ArchaeologyBook Review book-review2018

Perspectives on Lived Religion, 2019

Layout & cover design: Sidestone Press Photographs cover: Relief-decorated blocks from the north ... more Layout & cover design: Sidestone Press Photographs cover: Relief-decorated blocks from the north wall of the antechapel of the tomb of Ry, Berlin inv. no. ÄM 7278. Copyright SMB Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, photo: Jürgen Liepe. Volume editors: Nico Staring, Huw Twiston Davies, Lara Weiss. ISBN 978-90-8890-792-0 (softcover) ISBN 978-90-8890-793-7 (hardcover) ISBN 978-90-8890-794-4 (PDF e-book)

British Museum Studies in Ancient Egypt and Sudan 15, 1–21, 2010

Die späte Rezension des ägyptischen Totenbuchs

B. Janowski/D. Schwemer (eds.), Grab-, Sarg-, Bau- und Votivinschriften, Texte aus der Umwelt des Alten Testaments. Neue Folge 6, Gütersloh, 144–202, 2011

Research paper thumbnail of Kartographische Darstellungen des altägyptischen Jenseits – oder: Wieviel Karte braucht der (tote) Mensch?

K. Rezania (ed.), Raumkonzeptionen in antiken Religionen. Beiträge des internationalen Symposiums in Göttingen, 28. und 29. Juni 2012, Philippika: altertumswissenschaftliche Abhandlungen 69, Wiesbaden, 63–98, 2014

Burkhard Backes (Tübingen) 1 Altägyptische Kartographie I -Gab es überhaupt "Landkarten" im Alten... more Burkhard Backes (Tübingen) 1 Altägyptische Kartographie I -Gab es überhaupt "Landkarten" im Alten Ägypten? Die Frage, ob es im Alten Ägypten überhaupt "Landkarten" gab, mag in einem Beitrag über kartographische Bildformen überraschen, dennoch muss sie kurz gestellt werden. Denn wie in anderen antiken Kulturen unterscheiden sich die ägyptischen zweidimensionalen Darstellungen topographischer Gegebenheiten in Manchem von den uns vertrauten Karten und Plänen. Vor einigen Jahren wies Stephen Quirke auf den kolonialistischen Unterton hin, den er aus der unreflektierten Verwendung des Begriffs "Landkarte" für prämoderne Kulturen heraushörte. Seine Schlussfolgerung war die, dass wir "spatial diagrams" anderer Kulturen nicht als Vorläufer unserer seit der Renaissance entwickelten Karten betrachten dürften, sondern als etwas grundlegend "anderes" verstehen sollten (QUIRKE 2003: 171f.). Dass auf den folgenden Seiten trotz einiger Relativierungen grundsätzlich am Begriff der "(Land)karte" festgehalten wird, liegt zuvorderst an unserem modernen Sprachgebrauch: Die meisten der in diesem Beitrag behandelten Darstellungen wurden in der Ägyptologie lange Zeit ganz selbstverständlich als "Landkarten" bezeichnet und haben Eingang in die einschlägigen Geschichten der Kartographie gefunden, nicht anders als vergleichbare Bilder aus anderen frühen Kulturen. Schon aus diesem Grund wird eine strikte Unterscheidung "kartographisch oder nicht" der Problematik nur bedingt gerecht. Stattdessen erscheint es mir angemessener, anhand unserer Idee der "(Land)karte" eine eher "kartographische" Darstellungsform von weniger "kartographischen" zu unterscheiden. Es wird im Folgenden also -dies wohl weitgehend in Quirkes Sinn -die Frage zu stellen sein, in welchem Maß und auf welche Weise die als Ausgangspunkt gewählte traditionelle Bezeichnung der "Karte" in Anwendung auf die ägyptischen Beispiele formal und funktionell treffend ist. Zu diesem Zweck, also als Definition dessen, was provisorisch als "(ägyptische) Landkarte" bezeichnet werden kann, erscheinen mir als Anhaltspunkte die folgenden Kriterien hilfreich, die sich ähnlich in anderen Definitionen des Begriffs "Landkarte" finden 1 : Dieser Aufsatz geht auf einen Vortrag im Rahmen der von Janne Arp und Jan Wöpking am 11.-12. 6. 2010 in Berlin ausgerichteten Tagung "Bilder vom Nirgendwo. Über Utopie und Kartographie" zurück. Für den Vorschlag, den Beitrag im vorliegenden Konferenzband zu veröffentlichen, danke ich Burkhard Backes 64 -Wesentlich ist die Grundaufgabe der Kartographie: die (meist zweidimensionale) Abbildung der Komponenten in ihrem räumlichen Verhältnis zueinander. Eine maßstabgetreue Projektion ist nicht unbedingt notwendig, die Darstellung geht aber über eine bloße Auflistung von Orten hinaus. -Die Landkarte bietet eine Aufsicht. Diese ist von einer "Ansicht" zu unterscheiden. -Landkarten zeichnen sich durch schematisierende Darstellungsformen und konventionalisierte Zeichen aus. Hierbei ist zu beachten, dass Beides im gesamten Bildschaffen des Alten Ägypten Verwendung fand. Die Definition einer Darstellungskonvention als spezifisch "kartographisch" ist deswegen abhängig von der Anwendbarkeit weiterer Kriterien. -Auch für Legenden (Ortsbezeichnungen, Maßangaben) gilt, dass Beischriften zu Bildern in Ägypten völlig üblich sind. Deswegen kann die Grenze zwischen kartographischen Legenden und Beischriften in einer "Nicht-Karte" wieder nur unter Zuhilfenahme weiterer Kriterien gezogen werden. Nicht auf jedes der folgenden Beispiele treffen alle hier aufgeführten Kriterien zu, und es gibt Darstellungen, die wir spontan nicht als Landkarten begreifen, obwohl sie mehrere der genannten Merkmale aufweisen. Für eine Orientierung -und um viel mehr kann es hier nicht gehen -scheinen mir diese Kriterien dennoch nützlich zu sein. Wir dürfen wohl davon ausgehen, dass die kartographische Darstellung imaginärer Topographie ein sekundäres Phänomen ist gegenüber der kartographischen Darstellung realer Orte. Deswegen ist es sinnvoll, sich bei der Suche nach altägyptischen Landkarten des Jenseits an Landkarten des Diesseits zu orientieren, denn die gestalterischen Prinzipien sollten ungefähr dieselben sein. Leider sind nur sehr wenige kartographische Quellen aus dem Alten Ägypten bekannt (bester Überblick: SHORE 1987). Als einzige "echte" Landkarte gilt üblicherweise ein Papyrus im Museo Egizio von Turin, auf dem die Lage von Goldminen in der Wüste östlich des Nils skizziert ist 2 . Legenden identifizieren die schematisch wiedergegebenen Örtlichkeiten: Janne Arp sehr herzlich, gleichermaßen Kianoosh Rezania für die unkomplizierte Annahme und kompetente Betreuung des Manuskripts. Bezüglich weiter gefasster Gedanken zu Raumkonzeptionen in ägyptischen Jenseitsvorstellungen, die hier nicht näher thematisiert werden, sei auf den Beitrag von Janne ARP 2014 (in diesem Band) verwiesen. 1 Eine ähnliche Aufstellung bietet ROBINSON 2003a: 51. Dort ist außerdem der Gebrauch eines Bildes als Karte aufgeführt. Dieses mögliche Kriterium bleibt im vorliegenden Zusammenhang allerdings unberücksichtigt, weil sich für die hier im Folgenden besprochenen mehr oder weniger kartographischen Bilder in jedem Fall die Frage nach ihrer Funktion stellt. Außerdem wäre näher zu bestimmen, was alles als "Gebrauch als Karte" betrachtet werden kann; vgl. z. B. CONNOLLY 1999 zu den unterschiedlichen Funktionen der Karten in der Chronica Maiora des Matthew Paris.

B. Backes/C. von Nicolai (eds.), Kulturelle Kohärenz durch Prestige. Beiträge zum Forschungskolloquium des Graduiertenkollegs „Formen Von Prestige in Kulturen des Altertums“ München 20.–22. Februar 2013, Münchner Studien Zur Alten Welt 10, Munich, 1–8, 2014

Research paper thumbnail of Kohärenz in Vielfalt? Traditionen, Innovationen und ihre Träger in der ägyptischen Totenliteratur der Spätzeit

B. Backes/C. von Nicolai (eds.), Kulturelle Kohärenz durch Prestige. Beiträge zum Forschungskolloquium des Graduiertenkollegs „Formen Von Prestige in Kulturen des Altertums“ München 20.–22. Februar 2013, Münchner Studien Zur Alten Welt 10, Munich, 83–110, 2014

Burkhard Backes (Tübingen) 1 Altägyptische Kartographie I -Gab es überhaupt "Landkarten" im Alten... more Burkhard Backes (Tübingen) 1 Altägyptische Kartographie I -Gab es überhaupt "Landkarten" im Alten Ägypten? Die Frage, ob es im Alten Ägypten überhaupt "Landkarten" gab, mag in einem Beitrag über kartographische Bildformen überraschen, dennoch muss sie kurz gestellt werden. Denn wie in anderen antiken Kulturen unterscheiden sich die ägyptischen zweidimensionalen Darstellungen topographischer Gegebenheiten in Manchem von den uns vertrauten Karten und Plänen. Vor einigen Jahren wies Stephen Quirke auf den kolonialistischen Unterton hin, den er aus der unreflektierten Verwendung des Begriffs "Landkarte" für prämoderne Kulturen heraushörte. Seine Schlussfolgerung war die, dass wir "spatial diagrams" anderer Kulturen nicht als Vorläufer unserer seit der Renaissance entwickelten Karten betrachten dürften, sondern als etwas grundlegend "anderes" verstehen sollten (QUIRKE 2003: 171f.). Dass auf den folgenden Seiten trotz einiger Relativierungen grundsätzlich am Begriff der "(Land)karte" festgehalten wird, liegt zuvorderst an unserem modernen Sprachgebrauch: Die meisten der in diesem Beitrag behandelten Darstellungen wurden in der Ägyptologie lange Zeit ganz selbstverständlich als "Landkarten" bezeichnet und haben Eingang in die einschlägigen Geschichten der Kartographie gefunden, nicht anders als vergleichbare Bilder aus anderen frühen Kulturen. Schon aus diesem Grund wird eine strikte Unterscheidung "kartographisch oder nicht" der Problematik nur bedingt gerecht. Stattdessen erscheint es mir angemessener, anhand unserer Idee der "(Land)karte" eine eher "kartographische" Darstellungsform von weniger "kartographischen" zu unterscheiden. Es wird im Folgenden also -dies wohl weitgehend in Quirkes Sinn -die Frage zu stellen sein, in welchem Maß und auf welche Weise die als Ausgangspunkt gewählte traditionelle Bezeichnung der "Karte" in Anwendung auf die ägyptischen Beispiele formal und funktionell treffend ist. Zu diesem Zweck, also als Definition dessen, was provisorisch als "(ägyptische) Landkarte" bezeichnet werden kann, erscheinen mir als Anhaltspunkte die folgenden Kriterien hilfreich, die sich ähnlich in anderen Definitionen des Begriffs "Landkarte" finden 1 : Dieser Aufsatz geht auf einen Vortrag im Rahmen der von Janne Arp und Jan Wöpking am 11.-12. 6. 2010 in Berlin ausgerichteten Tagung "Bilder vom Nirgendwo. Über Utopie und Kartographie" zurück. Für den Vorschlag, den Beitrag im vorliegenden Konferenzband zu veröffentlichen, danke ich Burkhard Backes 64 -Wesentlich ist die Grundaufgabe der Kartographie: die (meist zweidimensionale) Abbildung der Komponenten in ihrem räumlichen Verhältnis zueinander. Eine maßstabgetreue Projektion ist nicht unbedingt notwendig, die Darstellung geht aber über eine bloße Auflistung von Orten hinaus. -Die Landkarte bietet eine Aufsicht. Diese ist von einer "Ansicht" zu unterscheiden. -Landkarten zeichnen sich durch schematisierende Darstellungsformen und konventionalisierte Zeichen aus. Hierbei ist zu beachten, dass Beides im gesamten Bildschaffen des Alten Ägypten Verwendung fand. Die Definition einer Darstellungskonvention als spezifisch "kartographisch" ist deswegen abhängig von der Anwendbarkeit weiterer Kriterien. -Auch für Legenden (Ortsbezeichnungen, Maßangaben) gilt, dass Beischriften zu Bildern in Ägypten völlig üblich sind. Deswegen kann die Grenze zwischen kartographischen Legenden und Beischriften in einer "Nicht-Karte" wieder nur unter Zuhilfenahme weiterer Kriterien gezogen werden. Nicht auf jedes der folgenden Beispiele treffen alle hier aufgeführten Kriterien zu, und es gibt Darstellungen, die wir spontan nicht als Landkarten begreifen, obwohl sie mehrere der genannten Merkmale aufweisen. Für eine Orientierung -und um viel mehr kann es hier nicht gehen -scheinen mir diese Kriterien dennoch nützlich zu sein. Wir dürfen wohl davon ausgehen, dass die kartographische Darstellung imaginärer Topographie ein sekundäres Phänomen ist gegenüber der kartographischen Darstellung realer Orte. Deswegen ist es sinnvoll, sich bei der Suche nach altägyptischen Landkarten des Jenseits an Landkarten des Diesseits zu orientieren, denn die gestalterischen Prinzipien sollten ungefähr dieselben sein. Leider sind nur sehr wenige kartographische Quellen aus dem Alten Ägypten bekannt (bester Überblick: SHORE 1987). Als einzige "echte" Landkarte gilt üblicherweise ein Papyrus im Museo Egizio von Turin, auf dem die Lage von Goldminen in der Wüste östlich des Nils skizziert ist 2 . Legenden identifizieren die schematisch wiedergegebenen Örtlichkeiten: Janne Arp sehr herzlich, gleichermaßen Kianoosh Rezania für die unkomplizierte Annahme und kompetente Betreuung des Manuskripts. Bezüglich weiter gefasster Gedanken zu Raumkonzeptionen in ägyptischen Jenseitsvorstellungen, die hier nicht näher thematisiert werden, sei auf den Beitrag von Janne ARP 2014 (in diesem Band) verwiesen. 1 Eine ähnliche Aufstellung bietet ROBINSON 2003a: 51. Dort ist außerdem der Gebrauch eines Bildes als Karte aufgeführt. Dieses mögliche Kriterium bleibt im vorliegenden Zusammenhang allerdings unberücksichtigt, weil sich für die hier im Folgenden besprochenen mehr oder weniger kartographischen Bilder in jedem Fall die Frage nach ihrer Funktion stellt. Außerdem wäre näher zu bestimmen, was alles als "Gebrauch als Karte" betrachtet werden kann; vgl. z. B. CONNOLLY 1999 zu den unterschiedlichen Funktionen der Karten in der Chronica Maiora des Matthew Paris.

The Journal of Egyptian Archaeology 101, 2015

Research paper thumbnail of Gedanken zu Kategorien und Funktionspotentialen funerärer Ritualpapyri

B. Backes/J. Dieleman (eds.), Liturgical texts for Osiris and the deceased in Late Period Egypt. Proceedings of the colloquiums at New York (ISAW), 6 May 2011, and Freudenstadt, 18–21 July 2012, Studien zur spätägyptischen Religion, Wiesbaden, 15–35, 2015

This essay addresses some questions around the ‘invention’ and tradition of funerary liturgical p... more This essay addresses some questions around the ‘invention’ and tradition of funerary liturgical papyri. As a starting point, the papyri in question are categorised into two main groups, the large ‘ritual books’, all dating to the 30th dynasty and early Ptolemaic period, and ‘individual mortuary papyri’ from the Ptolemaic and Roman periods. As has previously been suggested, priests were very probably the initiators of a tradition of funerary liturgical papyri. In this process, the often presumed re-use of papyri from temple libraries for funerary purpose by priests can be shown to be exceptional with only one example being certain. Also, there is no reason to view the liturgical papyri as a priestly privilege in the sense of their use being prohibited to other persons. Over time, Osirian liturgies and other ritual texts made their way into the ‘pool’ of texts out of which individual sequences could be created. Certain changes that can be observed in the tradition of funerary papyri during the last three centuries BCE could be attributed to the influence of such liturgies, especially the use of second person pronouns in some texts.

Göttinger Miszellen 251, 7–12, 2017