Papers by Christian Fleck

Veblen, the Insider – at least in the First Half of his Life - Charles Camic, Veblen: The Making of an Economist Who Unmade Economics (Cambridge, Mass., Harvard University Press, 2020, 504 p.)

Archives Europeennes De Sociologie, Dec 1, 2021

Edgar Zilsel: The Excellent Qualifications of an Awkward Man

Vienna Circle Institute yearbook, 2022

Jahrbuch Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes 2025, hrsg. v. Christine Schindler, 2026

Der Beitrag rekonstruiert anhand dreier bislang unbekannter Quellen Jura Soyfers Begegnung mit Ot... more Der Beitrag rekonstruiert anhand dreier bislang unbekannter Quellen Jura Soyfers Begegnung mit Otto Bauer im November 1935 und verortet sie im Entstehungskontext des Romanfragments „So starb eine Partei“. Im Zentrum stehen Soyfers Recherchepraxis, seine fiktionale Darstellung Bauers und die von Bauer selbst artikulierte Abwehr, als reale Person unter eigenem Namen in einem Roman aufzutreten. Die Dokumente – Anfragebrief Soyfers, Bauers Antwort und Bauers Gesprächsprotokoll – korrigieren erinnerungsgeschichtliche Deutungen (v. a. Franz Marek) und relativieren bisherige literaturwissenschaftliche Interpretationen zu Soyfers Verhältnis zur österreichischen Sozialdemokratie und zum Kommunismus.

See Jack Nusan Porter, ''The Journal of the History of Sociology: Its Origins and Scope.'' The Am... more See Jack Nusan Porter, ''The Journal of the History of Sociology: Its Origins and Scope.'' The American Sociologist 35(3) (Fall, 2004), pp. 52-63. Sociological Origins's last issue dates from Fall, 2010. The last issue of the Revue d'Histoire des Sciences Humaines dates from 2011, after 25 volumes; Trace ´s started in 2002 and is still running with three issues per year. The German Jahrbuch fu ¨r Soziologiegeschichte stopped appearing in 2007 and restarted recently under a new title: Zyklos.

Research paper thumbnail of Österreich zählt. Anmerkungen zur Debatte um den Anteil der österreichischen NS-Täter

Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte , 2025

Anmerkungen zur Debatte um den Anteil der österreichischen NS-Täter I. Über Sinn und Methoden des... more Anmerkungen zur Debatte um den Anteil der österreichischen NS-Täter I. Über Sinn und Methoden des Vergleichs Kurt Bauer beschäftigte sich in dieser Zeitschrift unter dem Titel "Waren Österreicher unter nationalsozialistischen Tätern überrepräsentiert? Versuch einer Synthese" mit dem Zählen der Österreicher unter den Tätern. Bauer entnahm aus publizierten Studien numerische Angaben über Personen, die am nationalsozialistischen Massenmord beteiligt waren, und zählte jene zusammen, die er für Österreicher hielt. Beim Vergleich dieser Österreicher mit den "Reichsdeutschen" kam Bauer zum Ergebnis, dass jedenfalls keine Überrepräsentation der von ihm identifizierten Österreicher unter den Tätern feststellbar sei. Deshalb sei seines Erachtens die Täterthese, die nach Jahrzehnten der Vorherrschaft der Opferthese (Österreich als erstes Opfer des Nationalsozialismus) spätestens seit den 1990er Jahren hegemonial gewesen sei, nunmehr zurückzuweisen. 1 Bauers methodische Vorgangsweise ist dabei, wie wir im folgenden Beitrag darlegen werden, fragwürdig; seine Befunde liefern keine neuen Einsichten für ein besseres Verständnis des NS-Regimes. Unseres Erachtens wird mit dem falschen Dualismus von Täter-und Opferthese eine Strohpuppe aufgebaut und zur Strecke gebracht. Eine österreichische Täterforschung, die diesen Namen verdient, sollte sich von solch oberflächlichen Anteilsbestimmungen emanzipieren. Der historische Vergleich gehört zum Standardrepertoire des historiografischen Methodenkanons; er überschreitet vermeintlich natürliche Grenzen, macht Interdependenzen sichtbar, schärft den Blick für Unterschiede oder Ge

Research paper thumbnail of Unbedachte Vorbilder. Bureau of Applied Social Research, Center for Advanced Study in the Behavioral Sciences und das Institut für Höhere Studien

R. Pichler und T. Heinze (Hrsg.), Organisationsformen der Erkenntnisgewinnung,, 2024

Die Eröffnung des Instituts für Höhere Studien (IHS) in Wien im Jahr 1963 fiel in die Wonnejahre ... more Die Eröffnung des Instituts für Höhere Studien (IHS) in Wien im Jahr 1963
fiel in die Wonnejahre der empirischen Sozialwissenschaften, die damals, wie nie zuvor und danach, bewundert und gefördert wurden. Der Initiator des IHS war Paul F. Lazarsfeld (1901–1976), der seine Geburtsstadt 1933 Richtung New York verlassen hatte und anlässlich eines Besuches 1958 das bedauernswert niedrige Niveau österreichischer Wissenschaften durch die Gründung einer Ausbildungseinrichtung für moderne Sozialwissenschaften zu heben vorschlug. Die Ford Foundation akzeptierte diese Idee und finanzierte die Gründung. Lazarsfelds ursprüngliche Konzeption wurde nur zum kleinsten Teil verwirklicht. Ein vergleichender Blick auf seine früheren Institutsgründungen
zeigt, dass dieser, sich selbst als „managerial scholar“ verstehende
frühere politische Aktivist Pläne nicht stur verfolgte, sondern der Strategie des Possibilismus folgte. Die historisch-soziologische Analyse legt einige Schlußfolgerungen für die Wissenschaftsforschung nahe: Erfolge und Mißerfolge von Institutsgründungen sind kausal nicht zurechenbar; Modelle nicht exportierbar und Vorbilder von nur beschränktem Nutzen. Eine soziologisch informierte Geschichte (sozial-) wissenschaftlicher Gründungen sollte die Idee der Planbarkeit wissenschaftlichen Fortschritts durch die der Kontingenz ersetzen und sich vergegenwärtigen, dass je reichhaltiger der Pool an institutionellen Arrangements
ist, desto vielgestaltiger Neuigkeiten werden können, was wiederum
die Hoffnung befördern kann, dass dann auch interessantere wissenschaftliche Ergebnisse zustande kommen werden.

Topographie des Widerstands in der Steiermark 1938-1945: Eine Ausstellung, 2022

erschienen in: Daniel Gethmann & Waltraud P. Indrist, Hg., Topographie des Widerstands in der Ste... more erschienen in: Daniel Gethmann & Waltraud P. Indrist, Hg., Topographie des Widerstands in der Steiermark 1938-1945: Eine Ausstellung, Berlin: Jovis, 101-117.

Research paper thumbnail of Paul F. Lazarsfeld

Oxford Bibliographies: Communication, 2023

Paul F. Lazarsfeld (b. 1901–d. 1976) was a highly influential scholar and the founder of social r... more Paul F. Lazarsfeld (b. 1901–d. 1976) was a highly influential scholar and the founder of social research organizations. Being a professor of sociology (at Columbia University, New York City) for the longest part of his academic career, his intellectual background stemmed fromother academic branches: he received a PhD from the University of Vienna, Austria, in 1925 in mathematics, participated in one of theschools of depth psychology created in his hometown by Alfred Adler, and rounded up his psychological expertise under the tutelage of theBühlers at the University of Vienna, where Lazarsfeld taught (unofficially) statistics. He was active in politics as the leader of the socialdemocratic youth organization and as a speaker in the party’s instructional efforts. Initially a high school (Gymnasium) teacher formathematics, in 1931 Lazarsfeld founded the Wirtschaftspsychologische Forschungsstelle
(roughly: applied market research), probably thefirst private social research unit in Central Europe. The Forschungsstelle (as the unit was remembered by its former members) executedthe first audience study of Austrian radio listeners and became famous finally for the sociography of an unemployed village. In autumn 1933 Lazarsfeld left Austria for a Rockefeller Fellowship, which he spent primarily in New York; he extended the fellowship term until 1935. Thepolitical situation in Austria at the time was depressing and the outlook was dim.
Lazarsfeld therefore decided to return to New York, where Lazarsfeld’s mentor Robert Lynd was able to offer him minor jobs and his network was extensive enough to consider him for more attractivepositions. When the Rockefeller Foundation negotiated a big research grant with Hadley Cantril on the cultural consequences of the radio,this Princeton-based young psychology professor hired Lazarsfeld as the research director. Within a short period of time Lazarsfeld sidelined Cantril and made the Princeton Radio Project to the Office of Radio Research. In 1940 Lazarsfeld
was appointed as associateprofessor for sociology at Columbia University and transferred the Office of Radio Research as an adjunct entity to his new university.Renamed the Bureau of Applied Social Research, it became a model for this kind of research. For nearly three decades the Bureau offeredgraduate students and postdocs additional expertise and an income. So Lazarsfeld became the mentor of several dozen social scientistswho populated the US elite universities. In addition, students from both sides of the Iron Curtain, which divided Europe back then, enjoyed Lazarsfeld’s instructions, mentoring, and connections with funding agencies. During the first years, together with Robert K. Merton, whowas hired by Columbia as an assistant professor at the same time as
Lazarsfeld and joined him at the Bureau as co-director, Lazarsfeld laid the foundations of communication research, empirically, theoretical, and in particular as a methodologist.

SOZIOLOGIE. Forum der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

in: SOZIOLOGIE. Forum der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 52 (3): 281-301.

Research paper thumbnail of Ein Luftmensch in permissiven Zeiten: Rezension zu "Professor der Apokalypse: Die vielen Leben des Jacob Taubes" von Jerry Z. Muller

Soziopolis, 2023

Auf wie viele Versionen von Jacob Taubes' Leben die Leser:innen im neuen Buch des USamerikanische... more Auf wie viele Versionen von Jacob Taubes' Leben die Leser:innen im neuen Buch des USamerikanischen Historikers Jerry Z. Muller treffen, wird in Zahlen nicht mitgeteilt. Da aber nur wenige davon dem geneigten Publikum vertraut sein dürften, 1 scheint eine knappe Vorstellung des schillernden Helden angebracht. Ein entsprechender Eintrag in einem handlichen biografischen Nachschlagewerk könnte wie folgt lauten: "Jacob Taubes, 1923 in Wien in eine orthodoxe jüdische Familie geboren, promovierte 1947 an der Universität Zürich mit einer Arbeit über Abendländische Eschatologie. Nach einer Reihe kürzerer Studien-und Forschungsaufenthalte in New York, Jerusalem, Harvard und Princeton erhielt er 1956 eine befristete Professur für Religionsgeschichte und Religionsphilosophie an der Columbia University in New York. Zehn Jahre später kehrte er nach Europa zurück und wurde erster Inhaber des neu eingerichteten Lehrstuhls für Judaistik an der Freien Universität in Berlin, wo er bis zu seinem Tod 1987 tätig war. Sein Denken beeinflusste viele zeitgenössische Theoretiker:innen und Intellektuelle, darunter Giorgio Agamben und Aleida Assmann." Bezeichnenderweise verrät der englische Wikipedia-Eintrag zu Taubes nicht viel mehr als das. Allerdings enthält dieselbe Online-Enzyklopädie Artikel zu Taubes in vierzehn weiteren Sprachen, wobei die ausführlichsten auf Deutsch, Italienisch und

Oskar Morgenstern und das Wien des Jahres 1947

Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften eBooks, Dec 20, 2017

Soziologische Revue

Besprochen von Ao.Univ.

Research paper thumbnail of The Political Economy of the Frankfurt School

Society

The paper presents the findings of two recent books on the financial history of the Frankfurt Sch... more The paper presents the findings of two recent books on the financial history of the Frankfurt School: Jeanette Erazo-Heufelder, Der argentinische Krösus: Kleine Wirtschaftsgeschichte der Frankfurter Schule, 2017, and Bertus Mulder, Sophie Louisa Kwaak und das Kapital der Unternehmerfamilie Weil. Ein Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte der Frankfurter Schule, 2021 (Dutch original 2015). In contrast to the “court histories” of the school, the two authors tell the story of the money that brought the school to life and secured its existence throughout a turbulent period of history. At the center of the books are individuals who have been sidelined until now or even completely ignored by the literature on the Frankfurt School: on the one hand, Felix Weil, who founded and financed the Institute of Social Research and, on the other hand, Erich A. Nadel and Sophie L. Kwaak, two employees of the holding company who managed the accounts of the Weil family and the Institute’s foundations and wer...

Serendipities. Journal for the Sociology and History of the Social Sciences

The article presents and discusses an unpublished critical remark written by Robert K Merton whic... more The article presents and discusses an unpublished critical remark written by Robert K Merton which addressed Else Frenkel Brunswik's contribution to The Authoritarian Personality. The author contextualizes both Merton’s remarks and the book’s reception by other contemporary sociologists.

Research paper thumbnail of Helping Hands

Serendipities. Journal for the Sociology and History of the Social Sciences

Book Review of: Leff, Laurel (2019) Well Worth Saving: American Universities’ Life-and-Death Deci... more Book Review of: Leff, Laurel (2019) Well Worth Saving: American Universities’ Life-and-Death Decisions onRefugees from Nazi Europe. New Haven; London: Yale University Press357 pp.ISBN 978-0-300-24387-1Price: $30.00 Mulder, Bertus (2021) Sophie Louisa Kwaak und das Kapital der Unternehmerfamilie Weil: EinBeitrag zur Wirtschaftsgeschichte der Frankfurter Schule [Sophie Louisa Kwaak and the capitalof the entrepreneurial family Weil: A contribution to the economic history of the Frankfurt School].Translated from Dutch by Arne Braun. Göttingen: Wallstein Verlag283 pp.ISBN 978-38353-3915-6Price: €24.90 Stöckel, Tommy (2020) Wissenschaftsorganisatoren in den Sozialwissenschaften 1890–1940[Managers of the social sciences 1890–1940]. Wiesbaden: Springer Fachmedien (HumboldtUniversity Berlin Dissertation)575 pp.ISBN 978-3-658-38168-4Price: €64.99

Vienna Circle Institute Yearbook

The use of general descriptive names, registered names, trademarks, service marks, etc. in this p... more The use of general descriptive names, registered names, trademarks, service marks, etc. in this publication does not imply, even in the absence of a specific statement, that such names are exempt from the relevant protective laws and regulations and therefore free for general use.

Sociology in Austria, 2016

Academia in Austria has always been a very hierarchical system, but the institutions of the recru... more Academia in Austria has always been a very hierarchical system, but the institutions of the recruitment did not get much attention. In a small world like sociology in Austria the consequences of particular recruitment patterns might become even more consequential compared with large academic systems that possess more chances to correct inappropriate developments.

Research paper thumbnail of Geschichte des Instituts für Höhere Studien in Wien

Handbuch Geschichte der deutschsprachigen Soziologie, 2016

Während des Kalten Krieges befand sich Österreich zwischen den Fronten und musste die Neutralität... more Während des Kalten Krieges befand sich Österreich zwischen den Fronten und musste die Neutralität erst schätzen lernen. Manchmal wurde Wien zu einem Ort der Begegnungen zwischen Ost und West. Das Spektrum der Treffen der Antagonisten spannte sich zwischen wechselseitigem Ausspionieren und gemeinsamen Besuchen heimischer Sehenswürdigkeiten auf. Carol Reeds »Der Dritte Mann« (1949) bringt das ikonografisch schon früh auf den Punkt. Die dort präsentierte Unterwelt kann man seit 2016 dank der »3. Manntour« der MA 30 »Wien Kanal« mit eigener Nase erkunden. Relativ selten spielten in der Kalten Kriegs-Konstellation Wissenschaftler eine Rolle; sollte es anders gewesen sein, dann harrt das erst noch der Entdeckung. 2 Die wenigen Fälle, in denen Wissenschaftler in Österreich einen wie schwach auch immer ausgefallenen Einfluss auf die Ost-West-Beziehungen nehmen konnten, lassen sich an einer Hand aufzählen: Die mehr oder weniger aktive Beteiligung österreichischer Wissenschaftler an Anti-1 Ich danke dem IHS dafür, mir die Protokolle des Kuratoriums zugänglich gemacht zu haben. Eine frühere Version dieses Beitrags lasen und kommentierten Christian Dayé, Matthias Duller, Lola Fleck, Thomas Klebel, Thomas König und Werner Reichmann. Ihnen wie auch den Herausgebern dieses Bandes danke ich für die aufmerksame Lektüre. Ob ich alle ihre Fragen zufriedenstellend beantwortet habe, mögen sie selber entscheiden. Für alle verbliebenen Fehler bin ich allein verantwortlich. 2 Wie häufig scheint Belletristik und Kriminalroman das Thema eher aufgegriffen zu haben. In Malcolm Bradburys Doctor Criminale (1993) tritt ein Wiener Professor als Vermittler zwischen West und Ost auf. Über die Welt des IIASA gibt es eine Art Schlüsselroman Posey (1985).

Intellectuals and Their Publics: Perspectives from the Social Sciences . Edited by Christian  Fleck , Andreas  Hess , and E.  Stina Lyon . Burlington, Vt.: Ashgate Publishing Company, 2009. Pp. x+282

American Journal of Sociology, 2010

Society, 2022

The paper presents the findings of two recent books on the financial history of the Frankfurt Sch... more The paper presents the findings of two recent books on the financial history of the Frankfurt School: