Books&papers by Ester Saletta

Mehrsprachigkeit in der Literatur, 2024
Der vorliegende Beitrag versucht Albert Drachs "unkonventionellen" Mehrsprachigkeitsbegriff aus d... more Der vorliegende Beitrag versucht Albert Drachs "unkonventionellen" Mehrsprachigkeitsbegriff aus der Perspektive der vergleichenden Sprachwissenschaft zu untersuchen. Dabei geht es aber nicht um eine Zweisprachigkeit, sondern um eine literarische und rechtswissenschaftliche Sprachkoexistenz. In diesem Sinne versteht man, wie das Motiv der Mehrsprachigkeit bei Drachs Kunst in einer polyvalenten Dimension sich kristallisiert wobei der Begriff Zweisprachigkeit auch eine immanente Sprachpolyvalenz, d. h. jene der Sprachkoexistenz des juridischen bzw. literarischen Kanons in sich automatisch inkludiert. Albert Drachs Protokolle Das grosse Protokoll gegen Zwetschkenbaum (1964), Z. Z. das ist die Zwischenzeit. Ein Protokoll (1968), Untersuchung an Mädel (1991), Kleine Protokolle und das Gogglebuch (1993) zeigen dies stilistisch und inhaltlich besonders deutlich. Untersucht wird die schematisch sachliche Schreibart in Drachs Protokollen sowie darüber hinaus deren panoptischer sozialer Blick und deren Fokus auf genderbezogene Beschreibungen.

Neue Wege für die Kultur? Kommunikationsstrategien und - formate im europäischen Kultursektor, 2023
Angesichts der rasanten Entwicklungen in der Kommunikationstechnologie und auch in ihrer globalen... more Angesichts der rasanten Entwicklungen in der Kommunikationstechnologie und auch in ihrer globalen Implementierung schien es mir interessant, der Frage nachzugehen, welche Veränderungen dies in den Bereichen Kultur, Gesellschaft und Kulturgesellschaft nach sich zieht, und ob dadurch eine Modifikation soziologischer Begriffe erforderlich werden könnte. Diese Problematik tritt besonders deutlich angesichts der Aspekte von Räumlichkeit und Zeitlichkeit hervor, die in den Begriffen Kultur und Gesellschaft enthalten sind, aber unter den aktuellen veränderten Bedingungen nicht im gleichen Maße selbstverständlich sind, wie noch bis vor Kurzem. Wo befindet sich beispielweise die effektive räumliche Grenze einer Kultur oder Subkultur unter der Voraussetzung weltumspannender Kommunikation? All das lässt sich nur durch eine Beschreibung auf der sogenannten „Sachebene“, die die neuen Kommunikationsstrategien gemeinsam mit den neuen sozialen Bedürfnissen unserer pandemischen Corona-Zeit illustrieren, erklären und verstehen. Deswegen fragt man sich, was unter dem Begriff Digitalisierung der Kulturformen konkret zu verstehen sein soll.
Radici e sconfinamenti. In viaggio tra lingue e culture, 2023
Recensione degli Atti del Convegno "La scrittura dell'esilio oltreoceano. Diaspora culturale ital... more Recensione degli Atti del Convegno "La scrittura dell'esilio oltreoceano. Diaspora culturale italo-tedesca nell'Europa totalitaria del nazifascismo. Riflessioni interdisciplinari" (Roma, 2019, qui pp.92-97)
Ökonomische und soziologische Tourismustrends: Strategien und Konzepte im globalen Destinationsmarketing by Dominik Pietzcker (Editor), Christina Vaih-Baur (Editor), 2020
Italien als imaginierter Sehnsuchtsort gehört zu den großen Topoi der Literatur
nördlich der Alpe... more Italien als imaginierter Sehnsuchtsort gehört zu den großen Topoi der Literatur
nördlich der Alpen. Goethe, Seume, Platen – sie alle schwärmten vom Süden als
Erlösungsort. Auch im 20. Jahrhundert bleibt der Süden eine wesentliche ästhetische
und literarische Koordinate, wie nicht zuletzt Hermann Hesse und Eckhard Henscheid
belegen. In sieben illustrierten Etappen führen Text und historische Aufnahmen durch
das historische Bergamo.
The present article attempts to examine Giuseppe Antonio Borgese and Thomas Mann as two of the mo... more The present article attempts to examine Giuseppe Antonio Borgese and Thomas Mann as two of the most prominent personalities of anti-totalitarian American exile in their role as "urban literary figures". The research focuses on their engagement as convinced and passionate combative liberal and democratic emigrants. Their prophetic message of a new social-democratic idea of anti-totalitarianism is closely linked to an ideal of world freedom in the name of a modern rebirth of a traditionally coded classical Humanism which is both political as well as literary.

Aracne, Roma pp. 83-105, 2020
Il contributo ripercorre l’iter biografico dell’esperienza d’esilio di Hilde Spiel, che ebbe iniz... more Il contributo ripercorre l’iter biografico dell’esperienza d’esilio di Hilde Spiel, che ebbe inizio volontariamente nella Vienna pre-nazista e che si concluse nuovamente nella capitale austriaca dopo che l’autrice trascorse un periodo di quindici anni consecutivi a Londra. Sia durante gli anni d’esilio londinesi che durante quelli viennesi, di rimpatrio, Hilde Spiel evidenzia nelle sue memorie la presenza di una forte conflittualità interiore, di una sorta di patologica schizzofrenia, di un “male d’esilio”, essenzialmente costruito sulla sempre latente e mai effettivamente risolta dissonanza fra ricordo del passato, senso di colpa per l’abbandono della madrepatria e non riconoscimento della stessa dopo i fatti bellici. Nonostante la Spiel si attivi con impegno ed interesse nel processo di integrazione/assimilazione, la sua condizione esistenziale rimane pur sempre minacciata da sentimenti estranianti, che la portano a sentirsi costantemente straniera sia all’estero sia in patria. L’irrisolto conflitto interiore di Hilde Spiel viene, comunque, vissuto alla luce di un atteggiamento di remissiva accettazione, di adattamento incondizionato dell’essere naturalmente e ontologicamente esule anche sulla base di una profonda, seppur tardiva, consapevolezza della propria diasporica ebraicità.

Über Jahrhunderte war sie Ziel von Häme und Sexualisierung. Das muss Gründe haben. Zu Lebzeiten w... more Über Jahrhunderte war sie Ziel von Häme und Sexualisierung. Das muss Gründe haben. Zu Lebzeiten wurde die Zarin vom russischen Volk geliebt, vom ‚Weiberfeind‘ Friedrich II. als Feldherrin bewundert und von Voltaire als „Philosophin auf dem Thron“ bezeichnet. Sie erarbeitete eine Justiz- und Verwaltungsreform, milderte die bäuerliche Leibeigenschaft und erließ ein Toleranzdelikt. Gleichwohl machten ihr großes politisches Talent, ihr diplomatisches Geschick, ihr historisches Wissen und ihre Fähigkeit, militärisch klug zu planen und zu handeln, sie zu einer der bedeutendsten Herrscherpersönlichkeiten der neueren Geschichte. Man nannte sie zu ihrer Zeit die „Messalina des Nordens“ – nach jener antiken Kaiserin, die wegen ihrer Sittenlosigkeit und Grausamkeit in die Geschichte einging. Im 18. Jahrhundert bekam eine Frau, die sich die Freiheit nahm, einen Thron zu erringen und häufig die Liebhaber zu wechseln, sehr schnell ein anrüchiges Etikett angeheftet. So nannte Maria Theresia die russische Kaiserin nur „cette femme“ (diese Frau). Katharina konterte bekanntlich in Richtung Wien mit „die alte Betschwester“ und Friedrich II. von Preußen musste der kriegerischen Zarin Respekt bekunden. Und er war nicht die einzige Persönlichkeit, die ihr Format zu Lebzeiten erkannte. So bewunderte Casanova ihre Klugheit und Voltaire bezeichnete sie die „Philosophin auf dem Thron“. Das ¬russische Volk schließlich verehrte seine Zarin tief. Ihre Versuche, Russland näher an Europa heranzuführen, waren allerdings nur teilweise von Erfolg gekrönt.
„Technisch so perfekt, psychologisch so überraschend, dass es schwer fällt, ihn auf der Unterhaltungsebene festzumachen, obwohl er auch nur ein Unterhaltungsroman ist“ – so Sybille Mulot – ist Gina Kaus‘ Roman Katharina die Große (1935) nicht nur eine historische Biographie über die Kaiserin Russlands sondern auch ein Schlüssel zum Verständnis des Frau-Seins während der 20er und 30er Jahre. Denn in ihrer psychologischen Studie über Katharina II. präsentiert Gina Kaus die entmythologisierte Legende einer Frau, die sowohl den königlichen Ruhm am Hof als auch die Entfremdung eines isolierten Menschen erfahren hat. Anders verhält es sich wiederum bei Anatolij Marienhofs Roman Katharina die Große (1936), der eine misogyne Darstellung der Zarin anbietet.
Die internationale Resonanz des Frauenbildes von Katharina d. Gr. lässt sich auch in der Theater- und Filmkunst der Zwischenkriegszeit festmachen. In England ist es G.B. Shaw, der sowohl das fünfaktige Theaterstück Die große Katharina (1919) als auch das Libretto der dreiaktigen komischen Oper Die große Katharina. Eine komische Oper (1932) verfasste. In Deutschland sind es die Schauspielerinnen Ilka Grüning und Hanne Brinkmann, die 1920 Katharina d.Gr. in zwei gleichnamigen Stummfilme interpretieren. Das Resultat ist nochmals eine historische Darstellung, die aber auch die Isolation und die Resignation einer Frau durchsehen lässt.
Ziel des Vortrags ist die komparatistische Untersuchung von jenen gattungsspezifischen interdisziplinären Koordinaten des Darstellungsbildes von Katharina d, Gr. in der Literatur, Theater- und Filmkunst, so dass die Figur von der russischen Zarin Prototyp einer noch konfliktbeladenen Gender-Epoche wird. Beforscht werden deswegen Männer- und Frauen-AutorInnen, die ein Porträt von Katharina sowohl als ‚Emanze‘ der internationalen Zwischenkriegszeit aber auch als entfremdete Opferfigur der Emanzipation skizzieren.

Rivista Studi Germanici, 2019
Die Berichte über das Leben im Ghetto während der Nazibesetzung Polens (1942-1943) gehören nicht ... more Die Berichte über das Leben im Ghetto während der Nazibesetzung Polens (1942-1943) gehören nicht nur zu den eindringlichsten Passagen von Marcel Reich-Ranickis Autobiographie „Mein Leben“ (1999) aber auch zu einer Serie von kommentierten Aquarellenskizzen unter dem Titel „Es war der letzte Augenblick“ (2000), die Reich-Ranickis Frau Teofila im Warschauer Ghetto damals angefertigt hatte, und die Jahrzehnte später mit Texten von Hanna Krall veröffentlicht wurden.
Bettelnde Kinder, Hungerleiche, die die Brutalität der deutschen Besatzungssoldaten im Fall Marcel Reich-Ranicki schriftlich und im Fall Teofila malerisch dokumentieren, erlauben eine sachliche, fast filmische Rekonstruktion des dramatischen Alltagslebens vieler Hitler-Opfer im Warschauer Ghetto.
Es geht insbesondere um “Wortbilder bzw. Kunstaugenblicke”, die stilistisch bzw. ästhetisch jene bipolare, d.h. jene gleichzeitig mörderische und immer noch hoffnugsvolle alltägliche Lebensstimmung des Ghettos unterschiedlich benachrichtigen.
Diese zwei so verschiedenen Darstellungstechniken setzen sich virtuell in einen reziproken Gender-spezifischen Dialog, dessen Gemeinsamziel aber immer nur die realistische historisch-soziale Beschreibung jener Tragödie der Menschheit ist.
Zu untersuchen ist in diesem Sinne diese virtuelle empathische zeitliche und ortliche “Begegnung” solcher “Weib-Mann-Kunststimmen”, die den Realitätskaleidoskop des Warschauer Ghettos aufgedreht bzw. verfilmt haben.

Zusammenfassung Die Gemälde von Tamara de Lempicka repräsentieren den weiblichen Blick auf Mode, ... more Zusammenfassung Die Gemälde von Tamara de Lempicka repräsentieren den weiblichen Blick auf Mode, Luxus und Lifestyle in den sogenannten Goldenen Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Ihre Bilder dokumentieren objektiv und subjektiv die Evolution des Weiblichkeitsbegriffs in der Moderne. Das tradierte weibliche Schönheitsideal der Antike wird in zeitgenössischer Ästhetik überwunden und durch das (Selbst-)Bild einer der freien, selbstbestimmten und-bewussten Frau ersetzt. Der Blick des Mannes wird dadurch vollkommen hinfällig. In Haltung, Kleidung und Ausstrahlung repräsen-tieren die Modelle Lempickas ausschließlich sich selbst – ultimativer Ausdruck der weiblichen Emanzipation im Sinne einer sinnlich motivierten Selbstbefreiung. Auch das vermeintlich rein Dekorative birgt eine spezifische Ideologie. Ein Exkurs über den Film im Zeitalter des Art déco macht deutlich, dass die moderne Frau nicht allein auf das Medium der bildenden Kunst beschränkt blieb.

In the light of a socio-historical, theoretical and literary contextualization of the canon of th... more In the light of a socio-historical, theoretical and literary contextualization of the canon of the German Studies in Italy during the ‘Fascist
Twenties’, the contribution intends to focus specifically on the figure of
Giuseppe Antonio Borgese (1882-1952), a real ‘case study’ of a typical
Italian germanist, who becomes both personally with his letters to Mussolini and publicly with his work as a translator and professor of German literature first at the University of Turin, then in Rome and Milan,
a conveyor of those continuities and discontinuities which characterize
the Italian canon of the nineteenth-century German Studies as well as
those autonomous and heteronomous descriptive attitudes of the in
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tellectual nature of the twentieth-century German Studies. Subject of a
careful critical analysis will be both the unpublished archival documentary material (Fondo Borgese, Florence; Fondo Gandini and Arnoldo Mondadori, Milan; Fondo Spaini, Rome; Fondo Geiger, Venice) and the already published Borgesian works (non-fiction, newspaper articles, literary criticism, translations).
Meine Untersuchung konzentriert sich auf A. Schnitzlers TRAUMNOVELLE als eine Traumnarration, die... more Meine Untersuchung konzentriert sich auf A. Schnitzlers TRAUMNOVELLE als eine Traumnarration, die nicht nur stark von freudianischen Aspekte aber auch von jüdisch-mystischen und kabbalistischen Faktoren beeinflusst ist. Zentrales Motiv meiner Analyse ist die Erzählfunktion des Traums bei Schnitzler angesichts der Bibel (u.a. Josephs oder Mordechai Träume) und Freuds Theorien. Das wird zeigen, dass die Juden Schnitzler und Freud ihre Traumnarrative auf jüdische biblische Prinzipien basiert haben.

Laut Wittgenstein ist das Schweigen nicht als Wortmangel, sondern als dessen extreme Grenze zu ve... more Laut Wittgenstein ist das Schweigen nicht als Wortmangel, sondern als dessen extreme Grenze zu verstehen und das Zuhören ist folglich sein besserer Ausdruck. So definiert zeigt das Schweigen eine innere versteckte Wortkraft, die man nur spüren kann, wenn man sich in dem fast religiösen Seelenzustand des verbalen oder nicht verbalen, d. h. musikalischen Ich-Zuhörens befindet.
Elisa Springers (Wien 1918, Matera 2004) Texte über ihre dramatische KZ-Erfahrung konzentrieren sich auf das Schreibwort als Ort des nicht verbalen Holocaust-Erzählens und als solche funktionieren sie als Ersatz des traditionellen verbalen NS-Gedächtnis-Prozesses. Elisa Springer übt kein eklatantes mündliches Gedenken ihrer Vergangenheit als deportierte Jüdin, kein rachsüchtiges Wortfeiern und auch keine denunziatorische Opfer-Darstellung gegen den eigenen Folterer aus, sondern mehr die stille Suche nach dem Ich-Gleichgewicht durch die schweigsame Kraft des Schreibens. Das Schweigen des verbalen Wortes wird durch den Schrei des schreibenden Wortes ersetzt, und das Sich-Zeigen in der Öffentlichkeit wird mit dem Sich-Spiegeln im Text in Übereinstimmung gelassen. Fazit: Elisa Springers Texte und deren Worte schweigen nicht mehr, sondern sie schreien ihre dramatische Existenz im Dritten Reich.

Die Journalistin und Abgeordnete Adelheid Popp. Engagierte Wiener Sozialdemokratin gegen die Nazi... more Die Journalistin und Abgeordnete Adelheid Popp. Engagierte Wiener Sozialdemokratin gegen die Nazi Ideologie.
Laut Joseph Seethalers und Christian Oggolders statistischer Studie „Frauen in der Wiener Tagespresse der Ersten Republik“ war der Zeitraum 1918 bis 1938 die privilegierte Zeitspanne für jene berufstätige Frau, die im Bereich des Journalismus ihr politisches Engagement in der Gesellschaft zeigen wollte. Das war möglich, weil die Wiener Gesellschaftsstruktur, die eine funktionale Nähe zur Zeitungspresse hatte, ihre Parteikonstituierung neu gründete. Zeitungen und Parteien galten als Institutionen des intermediären Gesellschaftsystems, das die Kommunikationsverdichtung und das Auftreten neuer politischer Kräfte gerade in der Umbruchphase von 1918 bis 1920 zu sehen begann. In so einem für die Frauenfrage innovativen Kontext spielt die Wiener emanzipierte Arbeiterin, Journalistin, Sozialaktivistin und Abgeordnete des Wiener Parlaments Adelheid Popp (geborene Dworschak, 11. Februar 1869 in Inzersdorf bei Wien, verstorben am 7. März 1939 in Wien) eine entscheidende Rolle, als sie die Frauenrechte und deren politisch-soziale Rückständigkeit sowohl in der Fabrikwelt und in der Arbeiter-Zeitung als auch in der Öffentlichkeit und im Parlament zuerst besprach und dann auch gesetzlich verteidigte und zur Verbesserung beitrug.

Die Beschäftigung mit Tod und Jenseits und den damit verbundenen Schreckensvisionen, Wunschvorste... more Die Beschäftigung mit Tod und Jenseits und den damit verbundenen Schreckensvisionen, Wunschvorstellungen, Ängsten und Sehnsüchten, Zweifel und Unsicherheiten sind seit jeher ein zentrales Thema in der Geschichte der Menschheit. Der Diskurs über das Leben nach dem Tod und dessen Spiegelungen in der Realität der Lebenden, Vorstellungen von Himmel, Hölle und Fegefeuer, aber auch Nahtoderfahrungen und Begräbnisrituale sind Themen, die über die Jahrhunderte hinweg in allen Kulturen und Gesellschaftsschichten die Menschen nicht nur in ihrem Innersten berühren, sondern auch Forschung und Wissenschaft ständig zu neuen Interpretationen und Konzeptbildungen anregen. Die Beiträge des ersten Teils beschäftigen sich mit der literarischen und künstlerischen Verarbeitung von Tod und Jenseits. Der zweite Teil beinhaltet diejenigen Beiträge, die sich im Rahmen der Gesellschaftswissenschaften mit Tod und Jenseits auseinandersetzen. Zusammen bieten beide Teile einen interdisziplinären Schnitt durch die aktuelle Jenseitsforschung und befördern die Diskussion um ein Mysterium, das so faszinierend wie furchterregend ist.
Im Mittelpunkt des Buches steht die musikalische und literarische Imagination von Männlichkeiten ... more Im Mittelpunkt des Buches steht die musikalische und literarische Imagination von Männlichkeiten im Opernkontext des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Der interdisziplinäre Ansatz zeigt musikalische und literarische Konventionen zugleich und schärft durch den Vergleich von literarischer Quelle, Libretto und musikalischer Ausgestaltung den Blick für die Variabilität von Geschlecht. Gerade in einem Zeitraum, in dem sich immer stärker eine allgemeine, universelle Gültigkeit beanspruchende ideelle Norm des Mann-Seins durchsetzt, soll an dezidierten literarisch-musikalischen Beispielen gezeigt werden, wie vielschichtig und facettenreich männliche Seinsformen zu jedem Zeitpunkt sind und wie sehr die individuellen Spektren männlicher Sphären variieren.
The book is the Italian translation of the English book "The City of Man" edited by Hermann Broch... more The book is the Italian translation of the English book "The City of Man" edited by Hermann Broch and G.A.Borgese also together with Thomas Mann and G.Salvemini. The book supports the democratic cause during the spreding out of totalitarian systems like Hitler's and Mussolini's ones. In this sense can be considered a literary act of the liberal thought of a group of european refugees in the USA during the World War II
Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; deta... more Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.
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Books&papers by Ester Saletta
nördlich der Alpen. Goethe, Seume, Platen – sie alle schwärmten vom Süden als
Erlösungsort. Auch im 20. Jahrhundert bleibt der Süden eine wesentliche ästhetische
und literarische Koordinate, wie nicht zuletzt Hermann Hesse und Eckhard Henscheid
belegen. In sieben illustrierten Etappen führen Text und historische Aufnahmen durch
das historische Bergamo.
„Technisch so perfekt, psychologisch so überraschend, dass es schwer fällt, ihn auf der Unterhaltungsebene festzumachen, obwohl er auch nur ein Unterhaltungsroman ist“ – so Sybille Mulot – ist Gina Kaus‘ Roman Katharina die Große (1935) nicht nur eine historische Biographie über die Kaiserin Russlands sondern auch ein Schlüssel zum Verständnis des Frau-Seins während der 20er und 30er Jahre. Denn in ihrer psychologischen Studie über Katharina II. präsentiert Gina Kaus die entmythologisierte Legende einer Frau, die sowohl den königlichen Ruhm am Hof als auch die Entfremdung eines isolierten Menschen erfahren hat. Anders verhält es sich wiederum bei Anatolij Marienhofs Roman Katharina die Große (1936), der eine misogyne Darstellung der Zarin anbietet.
Die internationale Resonanz des Frauenbildes von Katharina d. Gr. lässt sich auch in der Theater- und Filmkunst der Zwischenkriegszeit festmachen. In England ist es G.B. Shaw, der sowohl das fünfaktige Theaterstück Die große Katharina (1919) als auch das Libretto der dreiaktigen komischen Oper Die große Katharina. Eine komische Oper (1932) verfasste. In Deutschland sind es die Schauspielerinnen Ilka Grüning und Hanne Brinkmann, die 1920 Katharina d.Gr. in zwei gleichnamigen Stummfilme interpretieren. Das Resultat ist nochmals eine historische Darstellung, die aber auch die Isolation und die Resignation einer Frau durchsehen lässt.
Ziel des Vortrags ist die komparatistische Untersuchung von jenen gattungsspezifischen interdisziplinären Koordinaten des Darstellungsbildes von Katharina d, Gr. in der Literatur, Theater- und Filmkunst, so dass die Figur von der russischen Zarin Prototyp einer noch konfliktbeladenen Gender-Epoche wird. Beforscht werden deswegen Männer- und Frauen-AutorInnen, die ein Porträt von Katharina sowohl als ‚Emanze‘ der internationalen Zwischenkriegszeit aber auch als entfremdete Opferfigur der Emanzipation skizzieren.
Bettelnde Kinder, Hungerleiche, die die Brutalität der deutschen Besatzungssoldaten im Fall Marcel Reich-Ranicki schriftlich und im Fall Teofila malerisch dokumentieren, erlauben eine sachliche, fast filmische Rekonstruktion des dramatischen Alltagslebens vieler Hitler-Opfer im Warschauer Ghetto.
Es geht insbesondere um “Wortbilder bzw. Kunstaugenblicke”, die stilistisch bzw. ästhetisch jene bipolare, d.h. jene gleichzeitig mörderische und immer noch hoffnugsvolle alltägliche Lebensstimmung des Ghettos unterschiedlich benachrichtigen.
Diese zwei so verschiedenen Darstellungstechniken setzen sich virtuell in einen reziproken Gender-spezifischen Dialog, dessen Gemeinsamziel aber immer nur die realistische historisch-soziale Beschreibung jener Tragödie der Menschheit ist.
Zu untersuchen ist in diesem Sinne diese virtuelle empathische zeitliche und ortliche “Begegnung” solcher “Weib-Mann-Kunststimmen”, die den Realitätskaleidoskop des Warschauer Ghettos aufgedreht bzw. verfilmt haben.
Twenties’, the contribution intends to focus specifically on the figure of
Giuseppe Antonio Borgese (1882-1952), a real ‘case study’ of a typical
Italian germanist, who becomes both personally with his letters to Mussolini and publicly with his work as a translator and professor of German literature first at the University of Turin, then in Rome and Milan,
a conveyor of those continuities and discontinuities which characterize
the Italian canon of the nineteenth-century German Studies as well as
those autonomous and heteronomous descriptive attitudes of the in
-
tellectual nature of the twentieth-century German Studies. Subject of a
careful critical analysis will be both the unpublished archival documentary material (Fondo Borgese, Florence; Fondo Gandini and Arnoldo Mondadori, Milan; Fondo Spaini, Rome; Fondo Geiger, Venice) and the already published Borgesian works (non-fiction, newspaper articles, literary criticism, translations).
Elisa Springers (Wien 1918, Matera 2004) Texte über ihre dramatische KZ-Erfahrung konzentrieren sich auf das Schreibwort als Ort des nicht verbalen Holocaust-Erzählens und als solche funktionieren sie als Ersatz des traditionellen verbalen NS-Gedächtnis-Prozesses. Elisa Springer übt kein eklatantes mündliches Gedenken ihrer Vergangenheit als deportierte Jüdin, kein rachsüchtiges Wortfeiern und auch keine denunziatorische Opfer-Darstellung gegen den eigenen Folterer aus, sondern mehr die stille Suche nach dem Ich-Gleichgewicht durch die schweigsame Kraft des Schreibens. Das Schweigen des verbalen Wortes wird durch den Schrei des schreibenden Wortes ersetzt, und das Sich-Zeigen in der Öffentlichkeit wird mit dem Sich-Spiegeln im Text in Übereinstimmung gelassen. Fazit: Elisa Springers Texte und deren Worte schweigen nicht mehr, sondern sie schreien ihre dramatische Existenz im Dritten Reich.
Laut Joseph Seethalers und Christian Oggolders statistischer Studie „Frauen in der Wiener Tagespresse der Ersten Republik“ war der Zeitraum 1918 bis 1938 die privilegierte Zeitspanne für jene berufstätige Frau, die im Bereich des Journalismus ihr politisches Engagement in der Gesellschaft zeigen wollte. Das war möglich, weil die Wiener Gesellschaftsstruktur, die eine funktionale Nähe zur Zeitungspresse hatte, ihre Parteikonstituierung neu gründete. Zeitungen und Parteien galten als Institutionen des intermediären Gesellschaftsystems, das die Kommunikationsverdichtung und das Auftreten neuer politischer Kräfte gerade in der Umbruchphase von 1918 bis 1920 zu sehen begann. In so einem für die Frauenfrage innovativen Kontext spielt die Wiener emanzipierte Arbeiterin, Journalistin, Sozialaktivistin und Abgeordnete des Wiener Parlaments Adelheid Popp (geborene Dworschak, 11. Februar 1869 in Inzersdorf bei Wien, verstorben am 7. März 1939 in Wien) eine entscheidende Rolle, als sie die Frauenrechte und deren politisch-soziale Rückständigkeit sowohl in der Fabrikwelt und in der Arbeiter-Zeitung als auch in der Öffentlichkeit und im Parlament zuerst besprach und dann auch gesetzlich verteidigte und zur Verbesserung beitrug.