Facebook – Wikipedia
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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum früher unter
Facebook Inc.
firmierenden Betreiberunternehmen siehe
Meta Platforms
„Facebook ermöglicht es dir, mit den Menschen in deinem Leben in Verbindung zu treten und Inhalte mit diesen zu teilen.
Eine offene und vernetzte Welt.“
Soziales Netzwerk
Sprachen
Englisch
Spanisch
Französisch
Chinesisch
und 79 weitere
Betreiber
Meta Platforms
Benutzer
2,9 Mrd. monatlich aktive Nutzer
Registrierung
ja
Online
seit
4.
Feb. 2004
(aktualisiert Juni 2022)
Das „F“-Logo
Die „
Gefällt mir
“-Schaltfläche ist ein bekanntes Symbol.
ist ein
soziales Netzwerk
, das vom
US-amerikanischen
Unternehmen
Meta Platforms
betrieben wird. Es ist das am meisten genutzte soziale Netzwerk der Welt.
Facebook ermöglicht die Erstellung von drei Arten von Seiten: Seiten zur Darstellung der eigenen Person, Seiten zur Eigenpräsenz von Künstlern, Unternehmen oder sonstigen Organisationen sowie Seiten zur Kommunikation von Gruppen. Vor allem aus den eigenen Abonnements dieser Seiten ergibt sich ein individueller
Feed
, der wie bei den meisten anderen sozialen Netzwerken eine zentrale Rolle in der Benutzung einnimmt. Von einigen wird dieser Feed als ihr primärer Nachrichtenkanal genutzt, weshalb Facebook auch eine Konkurrenz von
Nachrichtenportalen
ist. Darüber hinaus bietet Facebook unter anderem einen
Messenger
sowie eine Entwicklungsplattform zur Erstellung von
Anwendungssoftware
Facebook wurde im Februar 2004 gegründet
und war jahrelang die unangefochtene Nummer eins der größten sozialen Netzwerke. Mit der Zeit verlor es diese Stellung allerdings aufgrund der steigenden Popularität anderer sozialer Netzwerke. Im Jahr 2019 betrug der Umsatz 70,7 Mrd.
USD
Es zählte nach eigenen Angaben im 1. Quartal 2022 rund 2,9 Milliarden Mitglieder, welche die Seite zumindest einmal pro Monat besuchten.
Facebook ist eine der 10 meistbesuchten Websites der Welt, fiel in Deutschland 2020 allerdings aus den Top 10 heraus. Noch im Mai 2017 verzeichnete es nach anderen Statistiken in Deutschland 30 Millionen aktive Nutzer,
diese Zahl sank bis Ende 2019 aber auf 25,9 Millionen.
Facebook-Seiten und -Likes werden auch, teils illegal, in großen Mengen und zu Täuschungszwecken gehandelt. Gerichtlich wurde dies als
unlauterer Wettbewerb
eingestuft.
In Deutschland war Facebook 2022 zwar immer noch das meistgenutzte soziale Netzwerk, 35
% benutzten es mindestens einmal in der Woche, bei jüngeren Menschen lag es allerdings nur noch auf Platz drei hinter
und
Seit seiner Veröffentlichung steht Facebook aus vielerlei Gründen in der Kritik, unter anderem wegen
Überwachung
, der bewussten Erzeugung von
Suchtverhalten
sowie der Manipulation der öffentlichen Meinung.
Name
Der Name bezieht sich auf die sogenannten
Facebooks
Englisch
wörtlich: „Gesichtsbuch“, sinngemäß: „Jahrbuch“) mit Abbildungen von
Studenten
, die an manchen US-amerikanischen
Colleges
verteilt werden.
Geschichte
Siehe auch
Meta Platforms#Geschichte
Mark Zuckerberg (2005)
Im Jahr 2003 entwickelte
Mark Zuckerberg
die Website
facemash.com
, den Vorgänger von Facebook, während seines
Studiums
der
Psychologie
und
Informatik
an der
Harvard University
. Es handelte sich um ein Bewertungssystem für das Aussehen von Frauen, das wegen Protesten nur wenige Tage zugänglich war.
10
Zuckerberg hatte ungefragt Fotos von Studentinnen ins Internet gestellt und Seitenbesucher aufgefordert, von jeweils zwei zufällig ausgewählten Fotos das attraktivere zu wählen.
11
Facebook in seiner heutigen Form besteht seit dem Frühjahr 2004.
12
In Harvard war die webbasierte Version der offiziellen, gedruckten Jahrbücher wegen Bedenken zum
Datenschutz
nur langsam in Gang gekommen. Das erweiterte Konzept verbreitete sich über die
Ivy-League
-Universitäten und anschließend weltweit.
11
Neben Zuckerberg waren die Studenten
Eduardo Saverin
Dustin Moskovitz
und
Chris Hughes
am Projekt beteiligt. Außerdem stieß 2004
Napster
-Mitbegründer
Sean Parker
als Berater hinzu und erhielt sieben Prozent der Anteile, war aber nach seiner Verhaftung wegen
Kokainbesitzes
gezwungen, Facebook zu verlassen.
Das Unternehmen
Facebook Inc.
gibt es seit dem 4. Februar 2004. Die Plattform erreichte im September 2011 rund 800 Millionen Mitglieder weltweit.
13
Die am 2. Februar 2012 angekündigte
14
Erstnotierung
an der
Börse
wurde am 18. Mai 2012 umgesetzt.
15
In der ersten Woche nach dem Börsengang sank der Aktienkurs von 38 auf rund 33 US-Dollar. Die Börsenaufsicht warf Facebook vor, Kleinanlegern Informationen vorenthalten zu haben. Diese strengten Sammelklagen auf Schadenersatz an.
16
Am 19. Februar 2014 kaufte Facebook Inc. den Messenger-Dienst
WhatsApp
für 4 Milliarden US-Dollar in bar und 15 Milliarden US-Dollar in Facebook-Aktien.
17
18
Im Zuge des Verkaufs zog WhatsApp-Mitgründer
Jan Koum
in den Facebook-Verwaltungsrat ein.
Am 25. März 2014 gab Facebook Inc. die Übernahme von
Oculus VR
bekannt. Für 400 Millionen US-Dollar in bar und 1,6 Milliarden US-Dollar in Facebook-Aktien wurde Oculus VR von Facebook übernommen.
19
Im Dezember 2015 kündigte der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg an, 99
% seiner Facebook-Anteile zu verkaufen. Am 23. August 2016 veräußerte der Facebook-Chef das erste Aktienpaket im Wert von 95 Millionen Euro, um die Chan-Zuckerberg-Initiative finanziell zu unterstützen. Der Aktienkurs des Unternehmens wurde davon kaum beeinflusst.
20
Da die Chan-Zuckerberg-Initiative keine echte Stiftung ist, sondern eine
Limited Liability Company
, kann Zuckerberg Steuerabgaben niedrig halten und sich medienwirksam als Wohltäter präsentieren.
21
Im Frühjahr 2018 rückte das Unternehmen zunehmend in den Blick der Öffentlichkeit, da die
Sonderermittlung zur Beeinflussung des Wahlkampfs in den Vereinigten Staaten 2016
ergab, dass Agenten der
Russischen Föderation
Facebook benutzt hatten, um den US-Präsidentschaftswahlkampf zu beeinflussen.
22
Außerdem wurde bekannt, dass das britische Unternehmen
Cambridge Analytica
Daten von bis zu 87 Millionen Facebooknutzern missbräuchlich verwendete.
23
Drei Monate vor der
Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten im Jahr 2020
kündigte Mark Zuckerberg eine Reihe von Maßnahmen an, um Fehlinformationen und
Falschmeldungen
bzw.
Fake News
über Facebook entgegenzuwirken. Eine der vielen Maßnahmen war die Entfernung von Seiten wie
QAnon
, die
Verschwörungstheorien
auf Facebook verbreiteten
24
Facebook Inc. gab an, von Januar 2020 bis September 2020 insgesamt 4,5 Milliarden Fake-Accounts auf Facebook entdeckt und gelöscht zu haben.
25
Im Juli 2021 kündigte Mark Zuckerberg an, Facebook zum
Metaversum
umzubauen.
26
27
28
Am 4. Oktober 2021 kam es wegen eines selbstverschuldeten Fehlers in der Netzwerk-Neukonfiguration
29
zu einem mehrstündigen Ausfall der Plattform ab 17:30 MESZ, der auch WhatsApp und Instagram betraf.
30
Mitarbeiter von WhatsApp waren vom Zugang zu Konferenzräumen abgeschnitten.
31
Anfang Januar 2025 kündigte Zuckerberg an, dass Facebook sein
Programm zur Überprüfung von Fakten
abschaffen werde, damit die „
freie Meinungsäußerung
wiederhergestellt“ wird.
32
Funktionen
Facebook auf der Ad-tech-Messe in London 2010
Lok der
Rhätischen Bahn
als Werbeträger
Jeder Benutzer von Facebook verfügt über eine
Profilseite
, auf der er sich vorstellen sowie Fotos und Videos hochladen kann.
Diese Seite ist unter
www.facebook.com/Benutzername
aufrufbar. Die Profile können durch Freundschaftsanfragen oder Abonnements untereinander vernetzt werden, wobei eine unbeschränkte Anzahl von Abonnenten (analog den
Followern
auf
) möglich ist, die Höchstgrenze von direkt verbundenen
Freunden
jedoch auf 5000 beschränkt bleibt.
33
34
Auf dem Profil können Besucher öffentlich (bzw. nur für ihre Freunde) sichtbare Nachrichten hinterlassen oder Kommentare zu eigenen Beiträgen des Profil-Inhabers veröffentlichen. Bekannt wurde Facebook für die
Like
- bzw.
Gefällt mir
-Schaltfläche, mit dem der Nutzer mit einem Klick eine Befürwortung zum Ausdruck bringen kann. Alternativ zu öffentlichen Nachrichten können sich Benutzer persönliche Nachrichten schicken oder
chatten
. Für gemeinsame Interessensbereiche kann man
Gruppen
35
einrichten, und Freunde können zu
Veranstaltungen
eingeladen werden. Facebook verfügt zudem über einen Marktplatz, auf dem Benutzer Kleinanzeigen aufgeben und einsehen können.
36
Die Identität neu angemeldeter Nutzer wird zunächst nur anhand der E-Mail-Adresse geprüft. Im Oktober 2010 berichtete ein Angestellter des Nachrichtenmagazins
TechCrunch
, bei Facebook ein Konto mit dem Namen des Google-Managers
Eric Schmidt
mit dessen korrekter
E-Mail-Adresse
erstellt zu haben. Da Facebook Konten, die noch nicht auf die Bestätigungsnachricht reagierten, bereits Aktionen wie das Einrichten des Profils und das Versenden privater Nachrichten erlaubt, erhielt das gefälschte Konto von Eric Schmidt private Nachrichten diverser Bekannter, die das Konto für echt hielten.
37
Bis 2012 war die Profilseite die Startseite bei Facebook. Um alle Aktivitäten seiner Freunde zu sehen, musste man jeweils die Profilseiten der Freunde einzeln aufrufen. Durch die Einführung des Newsfeed wurden diese Informationen automatisch auf der Startseite angezeigt.
Profil und Chronik
Am 16. Dezember 2011 wurde die Funktion
Chronik
englisch
Timeline
) freigeschaltet.
38
Damit soll der Nutzer sein Leben chronologisch darstellen oder eine Art Tagebuch führen können. Während die Chronik zunächst optional durch Nutzer freigeschaltet werden konnte, ist sie seit Herbst 2012 automatisch und wird auch auf älteren Konten zwangsweise als Facebook-Startseite aktiviert.
39
Hier erscheinen auch alle Mitteilungen des Nutzers, wobei er auswählen kann, wer diese sehen darf.
Facebook-Seiten
Facebook bietet nicht nur Profile für
Privatpersonen
an, sondern auch sogenannte
Seiten
englisch
Facebook Pages
) für Künstler, bekannte Personen, Unternehmen und Marken. Im Gegensatz zu den Profilen der Mitglieder und den Beiträgen aus Gruppen sind Seiten auch für nicht bei Facebook angemeldete Benutzer sichtbar. Folgende Seitenkategorien werden unterschieden:
lokales Unternehmen oder Ort;
Unternehmen, Organisation oder Institution;
Marke oder Produkt;
Künstler, Band oder öffentliche Person;
Unterhaltung;
guter Zweck oder Gemeinschaft.
Viele Facebook-Seiten dienen als Teil des
Social-Media-Marketings
oder für
Public-Relations
-Aktivitäten.
In der Regel gelingt die Akquisition von Fans auf Facebook einfacher, je emotionaler ein Produkt oder eine Dienstleistung ist.
Ausgewählte Werbekunden (
Facebook Business Partners
) können seit Oktober 2012 mit einer „Global Page“ mehrere Seiten unter einer einzigen Adresse und einem einheitlichen
Dashboard
zusammenzufassen. Besucher sehen je nach Sprache und Aufenthaltsort die entsprechenden Inhalte.
40
Für Unternehmen mit mehreren physischen Standorten kann eine Standortstruktur beantragt werden. Die Facebook-Seiten der einzelnen Standorte sind der Hauptseite untergeordnet, um Inhalte und Nutzerrollen der übergeordneten Seite zu übernehmen. Außerdem kann man individuell Rechte vergeben und Inhalte teilen. Kontaktdaten und Öffnungszeiten können pro Standort festgelegt werden und Nutzer werden über eine Kartenansicht auf Standorte in ihrer Nähe hingewiesen.
41
Facebook-Gruppen
Jeder Benutzer kann bei Facebook Gruppen einrichten, um beispielsweise ein Thema zu diskutieren wie in einem
Internetforum
. Eine Gruppe kann
öffentlich
(für jeden einsehbar) oder
privat
(Beiträge sind nur für Mitglieder sichtbar) angelegt werden. Unabhängig davon kann man festlegen, ob die Gruppe selbst für andere sichtbar ist oder nicht.
42
(Diese Einstellungen hießen bis August 2019
öffentlich
geschlossen
und
geheim
). Es kann festgelegt werden, dass neue Mitglieder sofort, nach Bestätigung eines Administrators oder nach Bestätigung eines jeden Mitglieds aufgenommen sind. Auch ist einstellbar, ob neue Beiträge von Mitgliedern sofort für alle sichtbar sind oder erst nach Freischaltung durch einen Administrator oder Moderator. Viele Gruppen wurden gegründet, um Aktualitäten in einer Stadt zu diskutieren, um Dinge zu verkaufen oder zu verschenken. In Gruppen gibt es einige abweichende Funktionen gegenüber der allgemeinen Nutzung. So sieht ein
Gruppenadministrator
jedes Gruppen-Mitglied, auch wenn er von diesem mit einer Sperre belegt wurde. Alle anderen Gruppenmitglieder dagegen sehen Profile und Diskussionsbeiträge nur, wenn nicht der jeweilige Teilnehmer den anderen mit einer Sperre belegte. Es können mehrere Administratoren sowie Moderatoren für eine Gruppe benannt werden.
43
Suche
Facebook besitzt eine Suchfunktion, um Freunde oder Gruppen zu finden. Am 15. Januar 2013 stellte Mark Zuckerberg
Facebook Graph Search
als neues Suchverfahren vor.
44
Dieses kann als
semantische
Software Bedingungen deuten statt wie bisher nur
Schlagwörter
45
Facebook will so etwa Anfragen beantworten wie
Finde alle Freunde, die gestern in Berlin waren.
Graph Search unterstützt Personen, Fotos, Orte und Interessen. Es sollen weitere Inhalte (Beiträge, Kommentare, Veranstaltungen) und Sprachen folgen.
46
Seit Juni 2013 bietet Facebook die Möglichkeit, auch
Hashtags
zu verwenden.
47
Diese sollen die Suche aktueller Inhalte erleichtern. Dies beinhaltet auch sogenannte
Trending Hashtags
, die besonders häufig im eigenen Freundeskreis angegeben werden.
Währung
Von 2008 bis 2013 bot Facebook nach dem Vorbild von
Second Life
eine eigene Währung an, deren Einheiten
Facebook Credits
genannt wurden. Die virtuelle Währung konnte beispielsweise mit
Kreditkarten
erworben werden. Sie ließ sich für kommerzielle Anwendungen und Spiele auf Facebook einsetzen, jedoch nicht zurück in echtes Geld umtauschen.
48
Bei jeder Transaktion behielt Facebook einen Anteil ein, anfangs 30 Prozent. Die virtuelle Währung konnte über die Facebook-
API
auch von Anbietern außerhalb des sozialen Netzwerks akzeptiert werden.
49
Zum 12. September 2013 stellte Facebook die eigene virtuelle Währung wieder ein und setzt seitdem auch in APIs wieder auf lokale Währungen.
50
2019 gründete Facebook die Firma Libra Networks in
Genf
, um einen
Online-Bezahldienst
einzuführen.
51
Siehe auch
Diem (Internetwährung)
Facebook Watch
Hauptartikel
Facebook Watch
Facebook Watch
ist ein
Video-on-Demand
-Dienst von Facebook für Serien, Shows, Dokus und Nutzervideos, der am 9. August 2017 eingeführt wurde. Verfügbar ist der Dienst auf Mobilgeräten, Computern und in den
TV-Apps
von Facebook. Dabei sollen die Nutzer mehr sozial mit den Videos interagieren, in dem sie zum Beispiel zusammen schauen, bewerten, kommentieren und sehen was die anderen Nutzer sagen.
52
Facebook Safety Check
Mit
Safety Check
hilft Facebook bei Katastrophen und ähnlichen Ereignissen Angehörigen oder anderen potentiellen Opfern, sich schnell über verbundene Personen zu informieren. Die Aktivierung der Funktion wird von Medien als Merkmal von Katastrophen oder anderen gravierenden Ereignisse wie zum Beispiel Terroranschlägen wahrgenommen.
53
54
Facebook als Nachrichtenkanal
Facebooks Bedeutung als Nachrichtenkanal wurde für das Jahr 2015 durch das
Reuters Institute
der
Universität Oxford
belegt. Demnach bezogen 23
% von 1.969 deutschlandweit Befragten aller Altersgruppen Nachrichten von Facebook. In den USA lag der Wert bei 41
% von 23.557 Befragten.
55
56
Laut einer Langzeitstudie der
TU Darmstadt
und der
TU Dresden
wurden im Jahr 2014 in Deutschland rund 91 Prozent aller Online-Nachrichten der
Mediengesellschaften
über die Facebook-
„Like“-
und „Teilen“-
Schaltfläche
verbreitet.
57
58
Trotz dieser Reichweiten bestehen laut eigenen Angaben aber nur 5
% des gesamten
Newsfeeds
der User aus Nachrichten.
59
Facebook-Apps
Facebook schuf für die Hauptfunktionen (Feed und Profile) als auch für Unterfunktionen eigene Apps. Diese werden kostenlos über die App-Marktplätze der verbreiteten Betriebssysteme vertrieben.
Facebook-App und Lite-Version
Für die Nutzung von Facebook auf Mobilgeräten gibt es die
Facebook-App
. Für Android gibt es diese auch in einer Lite-Version. Diese benötigt wesentlich weniger Speicher und ein geringeres Datenvolumen als die reguläre App. Dafür fehlen ihr wenig benötigte Funktionen. Am 16. März 2018 erschien die Lite-Version in Deutschland. Auch für den Messenger gibt es eine Lite-Version.
60
Facebook Messenger
Unter der Bezeichnung
Facebook Messenger
existiert eine Anwendung für Text- und Audio-Kommunikation für die Betriebssysteme
iOS
und
Android
. Es ist mit Facebooks Web-Chat-Funktion integriert, kann aber unabhängig davon als App genutzt werden. Technisch basiert es auf dem offenen Nachrichten-Protokoll
MQTT
61
In Kooperation mit
Skype
stellte Facebook am 6. Juli 2011 unter dem Motto „Manchmal sind Emoticons einfach nicht genug“ eine
Videokonferenz
-Funktion vor. Diese setzt eine
Webcam
voraus. Das Gespräch lief nach einer
Plug-in
-Installation im Browser ab.
62
Hinzu kam die Möglichkeit, Kontakte aus Facebook automatisch in Skype anzusehen. Auch Neuigkeiten des Netzwerks wurden dargestellt. Mitglieder des sozialen Netzwerks konnten sich ohne erneute Registrierung bei Skype anmelden.
63
Anfang 2013 kündigte Mark Zuckerberg an, die iOS-Variante des Facebook Messengers unterstütze nun auch kostenlose Telefonate mittels
Voice over IP
64
Dieser Dienst ist inzwischen in vielen Ländern, auch Deutschland, verfügbar.
Im November 2014 berichtete das Unternehmen von 500 Millionen,
65
im Juli 2016 von bereits einer Milliarde Nutzern.
66
Am 28. April 2015 startete Facebook in Konkurrenz zu Skype und
Facetime
eine eigene, kostenlose Videoanruf-Funktion über den Messenger.
67
68
Facebook Creator
Facebook Creator ging aus der früheren App
Mentions
hervor. Diese stand nur bekannten Persönlichkeiten mit verifiziertem Profil zur Verfügung. Heute kann jeder Seitenbetreiber die App verwenden. Die Möglichkeit, mit Fans oder Followern in Kontakt zu bleiben, soll somit verbessert werden. Posts lassen sich damit zusätzlich parallel auf Twitter oder Instagram teilen. Weiterhin können Q&A live abgehalten werden.
Ein Facebook Creator erstellt Videos für ein Publikum. Statistiken in der App beziehen sich in erster Linie auf die Videonutzung der Zuschauer und Abonnenten.
Zurzeit ist sie für Apple- und Android-Geräte verfügbar, in Deutschland ist der Dienst seit August 2014 nutzbar.
69
70
71
72
Facebook Business Suite
Für die professionelle Verwaltung von Business-Profilen bzw. Seiten gibt es die App
Facebook Business Suite
Facebook Home
Hauptartikel
Facebook Home
Im April 2013 gab Facebook die Einführung mehrerer Anwendungen für das Betriebssystem
Android
bekannt.
73
Nach ihrer Installation ersetzte
Facebook Home
den
Sperrbildschirm
des
Smartphones
durch neue Bilder und Botschaften der Freunde. Außerdem war es möglich, ohne Freigabe des Geräts auf Nachrichten und SMS zu antworten.
74
Seit Ende 2013 ist Facebook Home nicht mehr im Google Play Store verfügbar.
Anwendungen von Drittanbietern
Im August 2006 öffnete Facebook seine Plattform für Anwendungen von Drittanbietern über eine
Programmierschnittstelle
(API). Dabei nutzen Programme nach Erlaubnis der Nutzer deren Daten.
75
Facebook-Mitglieder können diese Programme, etwa Spiele und andere Kommunikationsanwendungen, in ihre Profilseiten integrieren. Im Oktober 2009 waren mehr als 350.000 solcher Applikationen verfügbar.
76
Allerdings erreicht nur ein kleiner Teil davon mehr als 100.000 Nutzer im Monat.
Die Öffnung der Plattform half, die Nutzerzahl zu steigern.
77
Einige
Applikationen
sind darauf ausgelegt, sich schnell zu verbreiten, und verletzen dabei Datenschutzgesetze. Um dem entgegenzuwirken, können Anwendungen gesperrt werden. Jedoch betonte Facebook im April 2019 bei gerichtlichen Anhörungen zum
Cambridge-Analytica
-Skandal, dass man durch Nutzung der Facebook-Seite weltweit sein Recht auf Privatheit aufgebe.
78
Einige Angebote helfen, die Wahrung des Datenschutzes von Fremdanwendungen zu bewerten.
79
Seit Frühjahr 2012 bündelt das
Facebook App Center
für Facebook bereitstehende Anwendungen an zentraler Stelle wie im
App Store
, um die Übersicht zu erhöhen und Facebook für
Entwickler
attraktiver zu machen.
80
Als Reaktion auf den
Cambridge-Analytica
-Skandal änderte Facebook grundlegende Prinzipien der Funktionsweise der
Programmierschnittstelle
(API). Der Zugriff auf bestimmte Benutzerinformationen wurde entweder komplett deaktiviert oder erforderte seitdem eine Verifizierung durch Facebook (App Review).
81
Hinzu kam die jährliche Überprüfung der Datennutzung für Entwickler von Drittanbieter-Anwendungen.
82
Werbung
Die Finanzierung des sozialen Netzwerks erfolgt zumeist durch
Werbung
83
Dies geschieht bei Facebook durch sogenannte
Sponsored Stories
, die nach dem Vorbild normaler Beiträge im
Newsfeed
erscheinen und ggf. kommentiert und weitergeleitet werden können.
84
Grundsätzlich kann jede Facebook-Seite, jede Webseite und zum Beispiel auch jede Facebook-Veranstaltung beworben werden. Das Schalten von Werbeanzeigen wird allen Nutzern angeboten,
85
der Preis anhand eines verdeckten Auktionssystems errechnet. Aufgrund des Nutzerverhaltens wird das Konzept laufend angepasst: So wurden im September 2017 der Werbeanzeigenmanager und der Power Editor vereint.
86
Die Wirkung von Werbung auf Facebook wird kontrovers beurteilt. So gibt es Untersuchungen, in denen der
Return on Investment
größer als bei anderen Medien eingestuft wurde, insbesondere im Vergleich zum
Fernsehen
87
Andererseits gibt es Unternehmen, welche den Zweck von Werbung auf Facebook überwiegend negativ beurteilen. So entschied zum Beispiel der Automobilkonzern
General Motors
im Mai 2012,
Kampagnen
auf Facebook zu beenden, da diese Art Werbung in sozialen Netzwerken zu wenig Einfluss auf Konsumenten habe.
88
Aufgrund von weltweiter Kritik hat Facebook im Bereich der politischen Wahlwerbung mehr Transparenz angekündigt und stellt öffentlich im Facebook-Werbebericht Daten zu Wahlwerbung bzw. Werbung zu politisch oder gesellschaftlich relevanten Themen bereit.
89
Seit Anfang 2026 wird ein werbefreies Abo in Deutschland angeboten.
Entwicklung der Nutzerzahlen
Facebook-Logo bis Juli 2015
Facebook-Logo bis 2019
Facebook-Logo bis 2023
Laut Facebook-Angaben loggten sich im Oktober 2012 rund 955 Millionen Mitglieder mindestens einmal ein. Dabei werden persönliche Nutzerprofile gezählt, nicht aber sogenannte
Seiten
beispielsweise von Musikbands und Unternehmen. Faktisch können einerseits Profile von mehreren Menschen genutzt werden, wenn zum Beispiel ein Verein ein Profil statt einer Seite anlegt, andererseits können einzelne Menschen mehrere Profile anlegen. Nutzerangaben wie Namen, Geschlecht, Alter und Herkunft werden von Facebook meist nicht geprüft und sind nicht in jedem Fall wahr. Allerdings gibt es klare Nutzungsbedingungen,
90
deren Einhaltung in Einzelfällen überprüft werden kann.
91
Facebook selbst schätzte Mitte 2012, dass etwa 5 bis 6 Prozent der monatlich aktiven Profile falsche oder doppelte Profile sind,
92
also rund 50 Millionen. Zum Jahreswechsel 2013 errechnete Facebook 76 Millionen Konten, die gegen Facebooks Richtlinien verstoßen (7,2
% aller Accounts: 5
% doppelte Nutzerkonten, 1,3
% falsch eingeordnete Konten, 0,9
% Spam-Accounts).
93
Bei insgesamt rund 2,2 Milliarden aktiven Nutzern hat Facebook allein in den beiden Quartalen Ende 2017, Beginn 2018 fast 1,3 Milliarden gefälschte Profile gelöscht.
94
Die folgenden statistischen Aussagen stimmen deshalb nicht mit der Zahl der Menschen überein, die Facebook tatsächlich nutzen.
Nutzerzahlen von 2004 bis 2017 in Mio.
Staatenübersicht
95
96
Mitgliederstärkste Staaten (Dezember 2021)
Rang
Staat
Mitglieder
1.
Indien
Indien
349 Mio.
2.
Vereinigte Staaten
Vereinigte Staaten
194 Mio.
3.
Indonesien
Indonesien
143 Mio.
4.
Brasilien
Brasilien
127 Mio.
5.
Mexiko
Mexiko
96 Mio.
6.
Philippinen
Philippinen
91 Mio.
7.
Vietnam
Vietnam
74 Mio.
8.
Thailand
Thailand
55 Mio.
9.
Bangladesch
Bangladesch
48 Mio.
10.
Agypten
Ägypten
48 Mio.
11.
Pakistan
Pakistan
47 Mio.
Noch Ende 2011 rangierte Deutschland mit 22,1 Mio. Mitgliedern auf Rang 10, die Schweiz mit 2,73 Mio. auf Rang 49 und Österreich mit 2,68 Mio. auf Rang 50.
95
* Bei Facebook werden insgesamt 211 Staaten ausgewiesen. Die Auflistung spiegelt jedoch nicht das offizielle
UN-Staatenverzeichnis
wider. Neben einer Vielzahl von Staaten, die von der UN nicht als eigenständige Staaten anerkannt sind, gibt es auf der anderen Seite eine Reihe von UN-anerkannten Staaten, die bei Facebook nicht zur Wahl stehen: die Elfenbeinküste, Guinea, Iran, Kuba, Liberia, Montserrat, Myanmar, Nordkorea, Simbabwe, Sudan und Syrien.
2011 verzeichnete Süd-/Mittelamerika mit einem Wachstum von 77,3
% die stärkste Zuwachsrate, gefolgt von Afrika (+62,3
%), Asien (+56,4
%), Europa (+25,7
%), Ozeanien (+10,9
%) und Nordamerika (+6,3
%). Das stärkste absolute Wachstum vermochte Brasilien mit 26,4 Mio. zu verzeichnen, gefolgt von Indien (+24,1 Mio.), Mexiko (+12,7 Mio.), den USA (+10,4 Mio.) und Indonesien (+10,0 Mio.). Deutschland wies mit 8,2 Mio. (+58,8
%) das insgesamt sechststärkste Wachstum auf. In Österreich kamen 421.000 Mitglieder (+18,6
%) und in der Schweiz 244.000 Personen (+9,8
%) dazu.
95
Im Juli 2012 wurde bekannt, dass Facebook in Deutschland erstmals aktive Nutzer in messbarem Ausmaß verlor.
97
So seien im Mai 23,95 Millionen Nutzer auf dem sozialen Netzwerk aktiv gewesen, im Juni jedoch nur noch 23,75 Millionen.
98
Dessen ungeachtet sind laut Geschäftsbericht von Facebook selbst Ende Dezember 2012 weltweit mehr als 1,06 Mrd. Nutzer aktiv.
99
100
Der Geschäftsbericht für das Jahr 2020 wies mehr als 1,8 Mrd. Nutzer aus, die sich täglich einloggten.
101
Im Geschäftsbericht für das Jahr 2022 wurde die Zahl der täglich aktiven Nutzer mit 1,9 Milliarden Menschen angegeben.
102
Traditionell gibt Facebook wenige Informationen über seine Mitglieder heraus. Jedoch wurde im August 2012 mit
Facebook Stories
eine Plattform geschaffen, auf der ausgewählte Nutzer der Plattform vorgestellt werden. Der Fokus liegt dabei auf unterhaltsamen oder spannenden Mitgliedern. Facebook sucht öffentlich Interessenten für Facebook Stories.
103
Laut
Alexa
liegt Facebook im 4.
Quartal 2020 weltweit auf Rang 8 (2016: 3, 2019: 4, 2020: 7) sowie deutschlandweit auf Rang 20 (2016: 6, 2019: 7, 2020: 15) der meistbesuchten Websites.
Reichweite
Die weltweite Marktdurchdringung (Verhältnis der Facebook-Mitglieder zur gesamten Bevölkerung) betrug Ende 2011 11,7
%. Im kontinentalen Vergleich weist Nordamerika mit einer Dichte von 50,3
% den höchsten Wert auf, gefolgt von Ozeanien (35
%), Europa (26,1
%) und Süd-/Mittelamerika (24,9
%). Das Schlusslicht bilden Afrika (5,3
%) und Asien (5,1
%).
95
Staatenübersicht
95
Dichteste
Marktdurchdringung (MD)
Lf.
Staat
MD
1.
Monaco
Monaco
103,9
%*
2.
Island
Island
66,1
3.
Gibraltar
Gibraltar
65,4
4.
Faroer
Färöer
61,7
5.
Brunei
Brunei
58,3
Geringste
Marktdurchdringung
Lf.
Staat
MD
211.
China Volksrepublik
Volksrepublik China
0,04
210.
Turkmenistan
Turkmenistan
0,2
209.
Samoa Amerikanisch
Amerikanisch-Samoa
0,3
208.
Niger
Niger
0,3
207.
Burundi
Burundi
0,4
Die USA weisen eine Marktdurchdringung von 50,6
% auf, Indonesien 17,6
% und Indien 3,4
%. Weitere Staatenwerte: Deutschland 27,1
%, Schweiz 35,0
%, Österreich 32,0
%, GB 49,3
%, Italien 34,5
%, Japan 4,9
% und Russland 4,9
% (siehe
vk.com
).
95
Im Dezember 2011 haben mehr Personen als die Gesamtzahl der registrierten Einwohner Monacos von dort aus ihre persönliche Facebook-Seite aufgerufen.
Geschlechter
Facebook weist in eigenen Statistiken keine Geschlechter aus. Anhand von Planungstools für Werbeanzeigen kann aber von einer weitestgehenden Gleichverteilung ausgegangen werden.
Mitglieder, die Facebook in US-amerikanischem Englisch nutzen, steht seit 2014 die Möglichkeit offen, aus 50 Geschlechtsbezeichnungen zu wählen.
104
Alter
Seit 2017 berichten Medien über Tendenzen, dass Facebook deutliche Einbußen bei jungen Nutzern hat, da diese auch häufig Plattformen wie
oder
Snapchat
verwenden. Unter 14- bis 19-jährigen Internet-Nutzern sank von 2013 bis 2017 der Anteil der Facebook-Nutzer von 90 Prozent auf 61 Prozent, während der Anteil der über 60-jährigen Facebook-Nutzer von 47 auf 70 Prozent der Internet-Nutzer zulegte. Medial wird die Frage gestellt, ob Facebook bald das soziale Netzwerk für Ältere sei („Senioren-Treff“).
105
106
107
Technik
Das Facebook-Netzwerk ist zentralistisch organisiert: Alle gespeicherten Daten stehen unter Kontrolle von
Meta Platforms
. Dem Unternehmen obliegt auch weitgehend die Kontrolle, welche Daten an welche Benutzer weitergegeben werden. Die direkte Kontrolle durch das Netzwerkmitglied ist eingeschränkt und es gibt keine zwischengeschalteten Stellen. Die Kommunikation zwischen Mitgliedern wird über die zentralen Server vermittelt.
Die eingesetzte Software ist server- und clientseitig
proprietär
, jedoch wurden umfängliche Teile auch als freie Software veröffentlicht.
Ende 2012 betrieb Facebook über etwa 180.000 Server in zwei
Rechenzentren
in den USA. Nach Angaben von Facebook bearbeiten sie täglich etwa 500
Terabyte
, die sich unter anderem aus 300 Millionen neuen Fotos speisen.
108
Mit Hilfe einer
Project
PRISM
genannten Software werden die Daten gleichmäßig auf mehrere Rechenzentren verteilt.
Am 12. Juni 2013 eröffnete Facebook in
Luleå
in
Schweden
eine erste europäische
Serverfarm
. Die Wahl fiel auf die nordschwedische Stadt, um die Kosten für die Kühlung der Infrastruktur minimal zu halten.
109
Seit Ende Oktober 2014 ist Facebook über eine eigene Adresse im
Tor-Netzwerk
erreichbar (
), um damit den Zugang für Menschen zu erleichtern, in deren Ländern der Zugang zu Facebook durch Zensur erschwert wird.
110
111
Facebook plant und betreibt derzeit mindestens 12 Rechenzentren. Drei befinden sich in Europa (Irland, Schweden, Dänemark).
Infrastruktur
Als Betriebssystem dient überwiegend das Betriebssystem
CentOS
. An Stelle des
Apache HTTP Servers
, der in den ersten Jahren verwendet wurde, dient heute eine eigene Software zur Auslieferung der Webseiten. Die Server-Software verwendet die Programmiersprache
PHP
, für die der Interpreter
HipHop
entwickelt wurde, um die Geschwindigkeit zu optimieren.
112
Als
Datenbank
diente bis Mitte 2011
Apache Cassandra
113
Es wurde durch eine Kombination aus
HBase
HDFS
und
Haystack
ersetzt.
114
Ein Teil der bei Facebook entstandenen Software wurde als
Open-Source-Software
für die Allgemeinheit freigegeben.
115
Auch unterstützt Facebook viele Projekte finanziell. So ist Facebook ein
Platinum Sponsor
der
Apache Software Foundation
116
Programme
Für mobile Betriebssysteme liefert Facebook auf „native“ Anwendungen aus, die der Prozessor des Geräts ohne interpretierende Zwischenschicht ausführt.
Bis August 2012 stellte die
iOS-App
zu großen Teilen eine mit
HTML5
umgesetzte Webanwendung dar. Die aktuelle App wurde der mangelhaften Geschwindigkeit wegen neu in
Objective-C
geschrieben.
117
Im Zuge der Übernahme von
veröffentlichte Facebook die Anwendung
Facebook Camera
für iOS, die seit September 2012 auch in
Deutschland
erhältlich ist. Diese dient der Aufnahme und Freigabe von Fotos im sozialen Netzwerk, wobei man wie bei Instagram Filter auf Bilder anwenden kann.
118
Facebook war seit
Apple iOS 6.0
und
Mountain Lion 10.8.2
Bestandteil beider Betriebssysteme.
119
Man konnte sich ohne Installation zusätzlicher Programme bei Facebook anmelden und Mitteilungen erhalten oder absenden. Mit iOS 11 sowie OS X 10.14 (Mojave) entfiel jene Integration.
120
Open Graph
Das
Open Graph Protocol
ist Nachfolger der Schnittstelle
Facebook Connect
. Es bietet Entwicklern Zugang zur Facebook-
API
. Diese können mit eigenen Anwendungen Daten des sozialen Netzwerks nutzen. Während der Entwicklerkonferenz f8 im Jahr 2010 stellte Facebook soziale Erweiterungsmodule (
englisch
„Social
Plugin
) als Vorlagen für externe Websites vor. Über jene Plug-ins kann man kleine Anwendungen bei minimalem Aufwand in eigene
Portale
integrieren.
121
Verwendet man solch ein Modul mit
WordPress
122
fügen sich automatisch Meta-Elemente in den Header-Bereich von Artikeln und Seiten ein, so dass man Inhalte gezielt im sozialen Netzwerk teilen kann. Einzelne Artikel oder ganze Seiten werden dadurch automatisch klassifiziert und semantisch gekennzeichnet.
123
Social Plugins machen einzelne Artikel oder Webseiten zu einem Graph Objekt mit spezifischer ID. Entwickler können relevante Details über einzelne Objekte über Facebook abrufen.
124
Da einzelne Artikel durch Meta-Elemente klassifiziert werden können, entfällt mit Open Graph die Notwendigkeit, für jeden einzelnen Webinhalt, der auf Facebook geteilt werden soll, eine einzelne Seite anzulegen.
Der Ablauf stellt sich folgendermaßen dar: Man besucht eine beliebige Webseite mit einer „Like-Schaltfläche“. Ein Klick darauf macht die Aktivität in der eigenen „Facebook-Timeline“ sichtbar. Auch Freunde erhalten damit Einblicke diese Vorlieben. Umgekehrt sieht man selbst, welche Freunde Inhalte durch Klicks auf „Like“-Schaltflächen kennzeichneten. Die beliebtesten Social Plugins sind die „Like“-Schaltfläche, die
Like Box
und die
Facebook Comment Box
, mit der Blogs ihre Kommentare auf Facebook auslagern können. Außerdem existieren Anwendungen für Empfehlungen und ein „Activity Stream“.
125
Im Juli 2010 nutzten über eine Million Websites Open Graph-Funktionen.
126
Besonders
Online-Medien
integrierten Social Plugins, um mehr Besucher anzuziehen.
Mitteilungen
Seit Februar 2010 unterstützte Facebook offiziell das Protokoll
XMPP
, auf dem auch der
Jabber Instant Messenger
basiert. Auf diesem Weg konnten sich Anwendungen von Drittanbietern, die nicht von Facebook stammen, mit dem sozialen Netzwerk verbinden und am
Facebook Chat
teilnehmen. Prinzipiell funktionierte die Integration mit jedem XMPP-fähigen Client, ausdrücklich erwähnt wurden in der offiziellen Hilfe
Pidgin
Adium
und
iChat
127
Als Benutzername für die Anmeldung diente die von Facebook bereitgestellte E-Mail-Adresse beziehungsweise der Kurzname des Profils. Mit dem Umstieg auf die
Graph API v2.0
ab dem 30. April 2015 wurde auch die Unterstützung von XMPP eingestellt und ein Login ist seitdem nicht mehr möglich.
128
129
Netzwerkdurchsetzungsgesetz
Seit Inkrafttreten des
Netzwerkdurchsetzungsgesetzes
(NetzDG) am 1. Oktober 2017 ist Facebook in Deutschland stärker dazu verpflichtet, Hasskommentare und weitere strafbare Inhalte zu entfernen. Am NetzDG wurde kritisiert, dass Betreiber sozialer Medien aus Angst vor Geldstrafen auch legale Inhalte sperren könnten. Bei Facebook bewahrheitete sich diese Befürchtung im Vergleich mit anderen sozialen Medien kaum. Während Youtube im ersten Halbjahr seit Inkrafttreten 215.000 Beschwerden von Nutzern wegen Verstößen gegen das NetzDG erhielt, waren es bei Facebook 1700 gemeldete Inhalte, da Nutzer auf Facebook wählen können zwischen Beschwerden aufgrund von Verstößen gegen die Facebook-Gemeinschaftsstandards und das NetzDG.
130
Jugendschutz und Abhängigkeit
Im Dezember 2009 gründete Facebook einen Beirat, um Sicherheitsvorkehrungen für Nutzer regelmäßig zu überprüfen. Dieser besteht aus Vertretern der folgenden fünf Organisationen: Common Sense Media, ConnectSafely, WiredSafety, Childnet International und The Family Online Safety Institute (FOSI).
Damit realisiert Facebook eine weitere Maßnahme, um eine sichere Umgebung für
Jugendliche
im Internet zu schaffen, nachdem das Netzwerk sich bereits an der Internet Safety Technical Task Force (ISTTF) beteiligt und 2008 mit 49
Generalstaatsanwälten
der
Vereinigten Staaten
und dem Generalstaatsanwalt des
District of Columbia
Vereinbarungen zum besseren
Jugendschutz
unterzeichnet hatte. Darin verpflichtet sich Facebook zu folgenden Grundsätzen:
Minderjährige
vor dem Austausch persönlicher Daten speziell zu warnen;
es
Erwachsenen
nicht zu ermöglichen, in Suchmaschinen Profile von minderjährigen Personen zu finden;
Änderungen des Alters im Profil zu erschweren und zu protokollieren;
Inhalte besser zu filtern und eine Liste pornografischer Angebote zu führen sowie Links auf diese zu löschen.
Ebenso überarbeitete Facebook im Dezember 2009 die Kontrolle über die
Privatsphäre
. Nun kann jeder Nutzer bei der Veröffentlichung von Statusmeldungen, Medien oder Links unterscheiden, wer diese sehen darf und wer nicht. Jeder Facebook-Nutzer wurde aufgefordert, seine Datenschutz-Einstellungen zu prüfen.
Es kann jetzt zwischen eigenen Kontakten, Freunden der Freunde sowie dem gesamten Facebook-Netzwerk unterschieden werden. Inhalte minderjähriger Nutzer sollen nur für Freunde, Kontakte und Klassenkameraden sichtbar sein.
131
Außerdem kooperiert Facebook noch mit
MTV
und der
BBC
gegen digitalen Missbrauch und
Cyber-Mobbing
132
133
Gleichwohl ist es bereits zu Mordtaten infolge von Mobbing im Netzwerk gekommen, etwa im sogenannten „Facebook-Mord“ in den Niederlanden 2012, dem eine Benutzerin zum Opfer fiel, die Sex-Gerüchte über eine ehemalige Freundin online verbreitete.
134
Im April 2012 veröffentlichten norwegische Forscher mit dem „Bergen Facebook Addiction Scale (BFAS)“ ein psychologisches Testverfahren, um den Grad der Abhängigkeit von einem sozialen Netzwerk zu bestimmen.
135
Ausstieg und Ausstiegsbewegungen
Am 31. Mai 2010 wurde der erste „Quit Facebook Day“ veranstaltet.
136
137
Eine „Deaktivierung“ des Kontos löscht keine Daten.
138
Bisher mussten Nutzer 14 Tage lang warten, bis ihr Profil samt ihren Daten gelöscht wurde. Anfang Oktober 2018 erweiterte Facebook diese Frist auf 30 Tage.
139
Eine Studie der Universität Wien aus dem Jahre 2013 untersuchte die Motivationen, aus Facebook auszusteigen. Häufigster Grund waren Sorgen um die Privatsphäre (48
%) vor einem generellen Missfallen gegenüber Facebook (14
%), negativen Erfahrungen mit Facebook-Freunden (13
%) und das Gefühl, süchtig nach Facebook zu werden (6
%). Es zeigte sich, dass Personen, die aus Facebook aussteigen, sich mehr um ihre Privatsphäre sorgen, höhere Internetsucht-Werte aufweisen und
gewissenhafter sind.
140
Laut einer Anfang 2020 veröffentlichten Studie der
NYU
und
Stanford
hätten Testpersonen während einer bezahlten Deaktivierung ihrer Facebook-Accounts mehr Zeit mit Familie und Bekannten verbracht, höheres
Wohlbefinden
geäußert und weniger Anreiz verspürt, die Nutzung wiederaufzunehmen. Zeitgleich hätten sich sowohl der
Informationsgrad
als auch die politische
Polarisierung
der Stichprobe verringert.
141
142
Kritik, Kontroversen und Rechtsverfahren
Hauptartikel
Kritik an Facebook
Cybercrime
Experten fanden mehr als tausend
betrügerische Online-Anzeigen
, mit denen auf Facebook geworben wird. Facebook profitiert von den Anzeigen indirekt.
143
Datenschutz
In erster Linie werden Facebook Defizite beim Datenschutz bzw. ein allzu sorgloser Umgang mit den Daten seiner Nutzer vorgeworfen. Weitere Kritikpunkte sind die Monopolstellung,
144
der Erwerb von Konkurrenzunternehmen
145
sowie die Verbreitung von Falschmeldungen.
146
Die meiste Kritik bezieht sich auf das intensive Sammeln persönlicher Daten zur Erstellung personalisierter Werbung. Insbesondere wurde die Weitergabe von Adressbüchern über die von Facebook erworbene App WhatsApp
147
sowie das Erfassen von Daten über Drittwebseiten mittels der „Gefällt mir“-Schaltfläche, auch von Personen, welche kein Facebook Konto besitzen, bemängelt.
148
Mark Zuckerberg
musste wegen der Weitergabe von Nutzerdaten an Drittunternehmen ohne die Einwilligung der Nutzer vor dem amerikanischen Kongress und dem
Europäischen Parlament
erscheinen.
149
150
Ebenfalls kritisiert wurde die innerhalb des Netzwerkes verwendete Gesichtserkennungssoftware.
151
Facebook forderte Nutzer ohne Hinweis auf die rechtlichen Folgen dazu auf, per Gesichtserkennung aus Gruppenfotos isolierte Porträts mit Namen zu versehen, was ohne Zustimmung der Abgebildeten aber verboten ist. Nach Einschätzung von Datenschützern ist es zudem „bedenklich, dass Facebook für diese Funktion im Hintergrund eine Datenbank zur
Gesichtserkennung
mit Millionen von Nutzern aufbaut“.
152
Viele datenschutzrechtlich problematische Neuigkeiten führte Facebook schleichend ein, etwa die Hinweise, welche „Freunde“ gerade
wie
(mit einer Smartphone-APP oder am PC) oder
wann zuletzt
online sind/waren. Im Mai 2012 kritisierte die
Stiftung Warentest
, dass die Facebook-App Teile des Smartphone-Adressbuchs unverschlüsselt und nicht anonymisiert versendet.
153
Der Facebook-Betreiber
Meta
kündigte im November 2021 an, sein Gesichtserkennungssystem abzuschalten. Die Datensätze von mehr als einer Milliarde Menschen bzw. deren gespeicherte Gesichtsdaten würden dabei gelöscht, erklärte Jerome Pesenti, Vizepräsident für künstliche Intelligenz bei der neuen Facebook-Muttergesellschaft Meta. Ganz von der Technologie verabschieden wolle sich Facebook aber nicht. Das Unternehmen versuche, die positiven Anwendungsfälle für die Technologie „gegen die wachsenden gesellschaftlichen Bedenken abzuwägen, zumal die Regulierungsbehörden noch keine klaren Regeln aufgestellt“ hätten. Man sehe „eine Reihe von Fällen, in denen die Gesichtserkennung von hohem Wert für die Nutzer der Plattform sein kann“.
154
Insbesondere von europäischen Datenschützern und Sicherheitsexperten wird Facebooks ungenügender Datenschutz kritisiert.
155
Der Bundesverband der Verbraucherzentralen in Deutschland riet 2010 gar davon ab, das Angebot zu nutzen.
156
In Frankreich wurde Facebook am 16. Mai 2017 wegen seines Umgangs mit Nutzerdaten zu einer Geldstrafe in Höhe von 150.000 Euro verurteilt.
157
158
Am 18. Mai 2017 erfuhr die Öffentlichkeit, dass die EU-Kommission Facebook aufgrund irreführender Angaben bei der Übernahme des Kurznachrichtendienstes WhatsApp mit einer Summe von 110 Mio. Euro bestraft.
159
160
Im Februar 2019 verbot das Bundeskartellamt die Zusammenfügung mit Instagram- und WhatsApp-Daten, sofern die Nutzer dem nicht ausdrücklich zugestimmt haben. Facebook legte gegen das Verbot Klage ein.
161
Im Juli 2019 wurde bekannt, dass Facebook wegen Datenschutzvergehen mehr als fünf Milliarden US-Dollar Strafe zahlen und seine Struktur ändern muss.
162
Im April 2021 veröffentlichten Unbekannte in einem Hackerforum eine große Menge an Facebook-Nutzerdaten aus einem früheren Datenleck. Es umfasst unter anderem rund 533 Millionen
Mobilfunknummern
und 2,5 Millionen
E-Mail-Adressen
163
In Deutschland waren mehrere Millionen Menschen betroffen. Aufgrund des Vorfalls reichte die
Verbraucherzentrale Bundesverband
eine Sammelklage gegen die Betreiberfirma Meta Platforms Ltd. ein.
164
Nachdem der
Bundesdatenschutzbeauftragte
die Bundesregierung mit Schreiben vom 20. Mai 2019 und 16. Juni 2021 aufgefordert hatte, auf die Nutzung von eigenen Facebook-Seiten aus datenschutzrechtlichen Gründen zu verzichten und diese Aufforderung von der Bundesregierung ignoriert wurde, hat der Bundesdatenschutzabgeordnete als oberste Bundesbehörde für Datenschutz der Bundesregierung die Nutzung von eigenen Facebook-Seiten mit Bescheid vom 17. Februar 2023 untersagt. Die Bundesregierung will jedoch trotz dieser Anordnung nicht auf die Nutzung von Facebook verzichten und hat daher durch das
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
gegen den Bundesdatenschutzbeauftragten am 17. März 2023 Klage vor dem Verwaltungsgericht Köln eingereicht.
165
166
167
Im November 2024 wurde die Facebook-Betreiberfirma
Meta Platforms
in
Südkorea
zu einer
Geldstrafe
von 21,62 Milliarden
Won
(entsprechend etwa 15,67 Millionen US-Dollar) verurteilt, da sie unerlaubt persönliche Nutzerdaten von Facebook an Werbetreibende weitergegeben hatte. Betroffen waren unter anderem die politische und religiöse Überzeugung sowie die
sexuelle Orientierung
von Facebook-Nutzern und sensible Daten von
nordkoreanischen
Überläufern
168
Marktstellung
Anfang März 2016 wurde bekannt, dass das
Bundeskartellamt
ein Rechtsverfahren gegen Facebook, das irische Tochterunternehmen und den deutschen Ableger in Hamburg einleitete aufgrund des Verdachts, dass Facebook durch die Vertragsbestimmungen bei Nutzerdaten seine Marktstellung missbrauche.
169
Des Weiteren hat die australische Regierung im Rahmen des laufenden Gesetzgebungsverfahrens zum Schutz von redaktionellen Inhalten und der entsprechenden Vergütung für öffentliche Medien und Zeitungsverlagen einen Entwurf veröffentlicht, der Facebook zur Leistung von Zahlungen für entsprechende Inhalte verpflichteten könnte.
Als Reaktion hierauf sperrte Facebook den regionalen Inhalt für gesamt Australien, insbesondere für Regierungsinhalte. Betroffen hiervon ist auch das Covid-19-Impfprogramm sowie Gesundheitsinformationen hierzu.
170
Als Informationsquelle
Im
US-Präsidentschaftswahlkampf 2016
kursierten
Falschmeldungen
in Facebook, welche Auswirkungen auf das Wählerverhalten gehabt haben können. Beispielsweise war eine Meldung, der Papst unterstütze Donald Trump, erfunden und wurde millionenfach aufgerufen. Die
New York Times
kritisiert, dass Facebook abstreitet, einen Einfluss auf Wahlen zu haben. Es gebe ein Problem mit Falschmeldungen und dem
Echokammer-Effekt
171
Die
Europäische Kommission
forderte einen stärkeren Einsatz von Facebook gegen Falschmeldungen.
172
Wiederholt kritisiert wurde auch die Verbreitung hasserfüllter und politisch oder religiös radikaler Inhalte.
173
Seit März 2020 kämpft Facebook gegen Falschmeldungen zur
COVID-19-Pandemie
, löscht falsche Behauptungen und hat Werbung für Pseudo-Medikamente gegen Corona verboten.
174
Nach einer Recherche des
Wall Street Journal
im September 2021 standen 5,8 Millionen Accounts auf einer internen Facebook-Liste, für die besondere Regeln galten. Facebook soll systematisch prominente Nutzer vor Konsequenzen beschützt haben, wenn sie Falschinformationen, Beschimpfungen oder Nacktbilder von Dritten gepostet haben. Nach den Veröffentlichungen habe sich das sogenannte Oversight Board, das formell unabhängige Prüfgremium des Konzerns, eingeschaltet.
175
176
In ihrer Dankesrede zur Verleihung des
Friedensnobelpreises
2021
griff
Maria Ressa
Facebook an und nannte das digitale Netzwerk eine „Flut von Giftschlamm“ in den sozialen Medien. Die Technologiegiganten hätten „zugelassen, dass ein Virus der Lüge jeden von uns infiziert“, um vom
Hass
zu profitieren.
177
Facebook wird ebenfalls vorgeworfen, durch die Duldung von Aufrufen zur Gewalt eine Mitschuld an
Übergriffen
auf
Rohingya seit 2017
und
Eskalationen
im
Zweiten Äthiopischen Bürgerkrieg
zu tragen. Vertreter der Rohingya reichten Anfang
Dezember 2021
in den
Vereinigten Staaten
und
Großbritannien
Schadenersatzklagen
ein und fordern 150 Milliarden Dollar.
178
Umgang mit Zeitgeschichte
Auch die Verfahren, Nutzerprofile zu löschen, stehen unter Kritik. So wurde z.
B. das Profil des norwegischen Autors
Tom Egeland
gelöscht, weil er in einem Bericht das weltbekannte Foto
The Terror of War
, das das damals 9-jährige Napalmopfer
Kim Phúc
nackt zeigt, verwendete. Wochen später wurde das Profil der größten norwegischen Tageszeitung
Aftenposten
gelöscht, weil sie über den Fall berichtete. Als die norwegische Ministerpräsidentin
Erna Solberg
einen offenen Brief des Chefredakteurs von
Aftenposten
an Mark Zuckerberg auf ihrer Facebook-Seite kommentierte und in diesem Zusammenhang ihrerseits das Foto „Terror of War“ postete, wurde das Bild nach drei Stunden ohne ihr Zutun aus dem Post gelöscht.
179
180
Kritik kam u.
a. vom Deutschen Journalisten-Verband: „Man muss von Facebook so viel Medienkompetenz erwarten dürfen, dass eine Unterscheidung zwischen einem zeitgeschichtlichen Dokument und Kinderpornografie vorgenommen wird“.
181
Im
August 2025
musste Facebook in
Deutschland
die Verlinkung des mit absolutem
Verbreitungsverbot
belegten,
neonazistischen
und
holocaustleugnenden
Wikis
Metapedia
beenden, nachdem Facebook eine
Abmahnung
der
Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter
(FSM) erhalten hatte.
182
Das
Internationale Auschwitz-Komitee
in
Berlin
merkte mit Stand von
September 2025
an, Facebook-Inhaber
Mark Zuckerberg
geistere blind in einer (so wörtlich) „Welt voller
rassistischem
und
antisemitischem
Hass
, dreistem
populistischen
Lügen
und
rechtsextremen
Verschwörungstheorien
“ herum. Selbst Teile seiner Mitarbeitschschaft würden sich angesichts rassistischer
Gewalt
in den
Vereinigten Staaten
von ihm abwenden. Der Evekutiv-Vizevorsitzende
Christoph Heubner
warf Zuckerberg vor, schon
2018
mit absonderlichen Begründungen gemeint zu haben, die Facebook-Welt für Lügen und Hetze alter und neuer
Nazis
offen halten zu müssen.
183
Boykott
Im Juni 2020 gaben mehrere große Unternehmen wie
Adidas
Aviva
Coca-Cola
Ford
HP
Intercontinental Hotels Group
Mars
Starbucks
Target
und
Unilever
bekannt, dass sie ihre Anzeigen auf Facebook im Juli pausieren würden, um die
Stop-Hate-for-Profit
-Kampagne zu unterstützen.
184
Diese Bewegung wirft Facebook vor, nicht genug gegen Hassbotschaften vorzugehen.
185
Die BBC erklärte aber, der Boykott werde Facebook kaum treffen, da ein Großteil der Werbekunden kleine bis mittelgroße Unternehmen seien.
186
Entscheidungen des deutschen Bundesgerichtshofs zu den allgemeinen Geschäftsbedingungen
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat im Juli 2021 die Geschäftsbedingungen von Facebook zur Löschung von Beiträgen und zur Sperrung von Nutzern für unwirksam erklärt. Die Löschregeln mit Stand vom 19. April 2018 seien unwirksam (Az. III ZR 179/20 und III ZR 192/20), weil sich Facebook „nicht gleichzeitig dazu verpflichtet, den Nutzer über die Entfernung seines Beitrags zumindest nachträglich und über eine beabsichtigte Sperrung seines Nutzerkontos vorab zu informieren, ihm den Grund dafür mitzuteilen und eine Möglichkeit zur Gegenäußerung mit anschließender Neubescheidung einzuräumen“.
187
Steigende Anzahl von Fehlalarmen
Der zunehmende Einsatz von KI-basierter Überwachung führt zu einem Anstieg von Fehlalarmen bei richtlinienkonformen Beiträgen, die aus nicht nachvollziehbaren Gründen gelöscht oder herabgestuft werden und eine Sperrung des Accounts nach sich ziehen können. Zum Beispiel wurde das Bild eines USB-Sticks wegen Gewaltdarstellung abgemahnt.
188
Careless People
Im März 2025 erschien ein Erlebnisbericht von Sarah über ihre Arbeit bei Facebook:
Careless People
: A Cautionary Tale of Power, Greed, and Lost Idealism
189
Wynn-Williams hatte von 2011 bis 2017 bei Facebook gearbeitet. Ihr Buch ist eine Abrechnung mit der Unternehmenskultur und den Entscheidungsprozessen während ihrer Zeit im Unternehmen. Es setzt sich kritisch mit den Reaktionen von Facebook auf politische Ereignisse auseinander, insbesondere mit Facebooks Haltung zum
Völkermord
an den
Rohingya
und mit den Vorwürfen gegen Facebooks
CEO
Mark Zuckerberg, Zensur zugunsten der
chinesischen
Regierung angestrebt zu haben.
190
191
Zudem werden in dem Buch mehrere Facebook-Manager schädlichen Verhaltens gegenüber Mitarbeitenden einschließlich
sexueller Belästigung
beschuldigt, darunter auch
Sheryl Sandberg
und
Joel Kaplan
191
Facebook versuchte die Verbreitung des Buches mit rechtlichen Mitteln zu behindern. Die Gegenreaktion der Öffentlichkeit ist möglicherweise ein Grund, dass das Buch zu einem
Bestseller
wurde.
192
193
Filme
Eine Auswahl:
Svea Eckert
, Anika Giese und Charles Miller:
Facebook – Milliardengeschäft Freundschaft.
Norddeutscher Rundfunk
13.
Februar 2012
abgerufen am 3.
April 2018
(Ein Film über Facebooks Geschäftsmodell und den Datenschutz.).
Am 24. September 2010 feierte der Film
The Social Network
von Regisseur
David Fincher
Premiere. Der Film widmet sich der Entstehungsgeschichte von Facebook. Das Drehbuch basiert auf einem Buch von Ben Mezrich mit dem Titel
The Accidental Billionaires: The Founding of Facebook, a Tale of Sex, Money, Genius and Betrayal
. Am 7. Oktober 2010 startete der Film in deutschen Kinos. Darsteller sind u.
a.
Jesse Eisenberg
Justin Timberlake
und
Andrew Garfield
194
Aufgrund seiner weiten Verbreitung ist Facebook immer wieder Ziel
satirischer
Werke. Dazu gehört z.
B.
The Social Network 2
der Nice Piece Productions.
195
Wie Facebook weltweit Demokratien zerstört. ZDF Magazin Royale.
Die blaue Hölle des Internets: Facebook.
Jan Böhmermann
: Der Social Media Meta-Konzern ist das
für Hässliche, das
für Dumme und das Telegram für Festnetztelefonierer! Und ganz nebenbei gefährdet es die Gesundheit von Menschen, ist mitverantwortlich für Hass, Hetze, Suizide.
, 10. Dezember 2021 (abgerufen am 18. Dezember 2021)
Wissenschaft
Facebook hat
Social Science One
gegründet, um die Forschung mit ihren Daten zu fördern. Die Daten von Facebook werden für verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen verwendet. Eine Studie untersuchte, wie Facebook-Nutzer mit sozial geteilten Nachrichten interagieren und zeigte, dass die Entscheidungen des Einzelnen eine stärkere Rolle bei der Begrenzung der Exposition gegenüber Querschnittsinhalten spielten.
196
Eine weitere Studie ergab, dass die meisten Studenten der Gesundheitswissenschaften akademische Materialien von anderen über Facebook erworben haben.
197
Signale von Facebook werden auch bei der Qualitätsbewertung wissenschaftlicher Arbeiten verwendet.
198
Literatur
Juan Faerman
faceboom
. Wie das soziale Netzwerk Facebook unser Leben verändert.
Südwest-Verlag
, München 2010,
ISBN 978-3-517-08656-9
Jakob Steinschaden
Phänomen Facebook
. Wie eine Webseite unser Leben auf den Kopf stellt.
Verlag Carl Ueberreuter
, Wien 2010,
ISBN 978-3-8000-7488-4
Sascha Adamek
Die facebook-Falle
. Wie das soziale Netzwerk unser Leben verkauft.
Wilhelm Heyne Verlag
, München 2011,
ISBN 978-3-453-60180-2
David Kirkpatrick
Der Facebook-Effekt
. Hinter den Kulissen des Internet-Giganten.
Carl Hanser Verlag
, München 2011,
ISBN 978-3-446-42522-4
Nicolaus Schmidt
facebook: friends
Kerber Verlag
, Bielfeld 2011,
ISBN 978-3-86678-578-6
Ben Mezrich
Die Gründung von Facebook
Riva Verlag
, München 2011,
ISBN 978-3-86883-154-2
Michael Kamleitner
Facebook-Programmierung
. Entwicklung von Social Apps & Websites.
Galileo Press
, München 2012,
ISBN 978-3-8362-1843-6
Daniel Miller
Das wilde Netzwerk
. Ein ethnologischer Blick auf Facebook.
Suhrkamp Verlag
, Berlin 2012,
ISBN 978-3-518-26042-5
Thomas Pfeiffer, Jöran Muuß-Merholz
Mein Kind ist bei Facebook
. Tipps für Eltern.
Addison-Wesley
, München 2012,
ISBN 978-3-8273-3153-3
Marcus Forschepoth
Datenschutz bei Facebook
. Wie Nutzer ihre Daten am besten schützen können. BoD, Norderstedt 2013,
ISBN 978-3-7322-3025-9
Roger McNamee:
Die Facebook-Gefahr. Wie Mark Zuckerbergs Schöpfung die Demokratie bedroht.
Plassen, Kulmbach 2019,
ISBN 978-3-86470-662-2
Amerikanische Originalausgabe:
Zucked. Waking Up to the Facebook Catastrophe.
Penguin Press, New York 2019,
ISBN 978-0-525-56135-4
Steven Levy
Facebook. Weltmacht am Abgrund. Der unzensierte Blick auf den Tech-Giganten.
Droemer, München 2020,
ISBN 978-3-426-27728-7
(mit Quellen, Anmerkungen und Registern).
Amerikanische Originalausgabe:
Facebook. The Inside Story.
Blue Rider Press, New York 2020,
ISBN 978-0-7352-1315-9
Sheera Frenkel, Cecilia Kang:
Inside Facebook. Die hässliche Wahrheit.
S. Fischer, Frankfurt am Main 2021,
ISBN 978-3-10-000066-8
(mit Anmerkungen und Register).
199
Amerikanische Originalausgabe:
An Ugly Truth. Inside Facebook’s Battle for Domination.
Harper, New York 2021,
ISBN 978-0-06-296067-2
Frances Haugen
Die Wahrheit über Facebook. Warum ich zur Whistleblowerin wurde und was die größte Social-Media-Plattform der Welt so gefährlich macht
. Econ, Berlin 2023,
ISBN 978-3-430-21083-6
Jeff Horwitz:
Broken Code. Die Facebook-Files: Der Kampf um die Enthüllung eines Skandals
. Plassen, Kulmbach 2024,
ISBN 978-3-86470-945-6
(mit Quellenangaben).
Amerikanische Originalausgabe:
Broken Code. Inside Facebook and the fight to expose its harmful secrets
. Doubleday, New York 2023,
ISBN 978-0-3855-4918-9
Sarah Wynn-Williams:
Careless People.
Flatiron Books, 2025.
200
Rundfunkberichte
Brigitte Baetz
10 Jahre Facebook – Kommunikationsplattform und Datenkrake
Deutschlandfunk
Hintergrund
vom 4. Februar 2014
Weblinks
Commons
: Facebook
– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews: Facebook
– in den Nachrichten
Wikiquote: Facebook
– Zitate
Wiktionary: Facebook
– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Literatur von und über Facebook
im Katalog der
Deutschen Nationalbibliothek
Offizielle Website
von Facebook
facebookwkhpilnemxj7asaniu7vnjjbiltxjqhye3mhbshg7kx5tfyd.onion
Onion Service
, nur über das
Tor-Netzwerk
erreichbar.
201
Profil des Unternehmens
Einzelnachweise
Meta Platforms:
Meta Reports First Quarter 2022 Results.
(PDF)
In:
investor.fb.com.
1.
Juni 2022
abgerufen am 1.
Juni 2022
Top Website-Ranking.
In:
similarweb.
Abgerufen am 22.
Februar 2024
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developers.facebook.com
, Entwicklerplattform
Facebook für Entwickler
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Cloudfront,
29.
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Vivien Stellmach:
Facebook-Nutzer in Deutschland: Wie viele gibt es wirklich?
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