Papers by Klaus W. Hempfer

Seit Jahrzehnten wird die Brauchbarkeit von Epochenbegriffen immer wieder infrage gestellt, ohne ... more Seit Jahrzehnten wird die Brauchbarkeit von Epochenbegriffen immer wieder infrage gestellt, ohne dass in der Praxis (literatur-)wissenschaftlicher Arbeit auf sie verzichtet würde. So erscheinen sie auch im Titel der Forschergruppe und in Titeln von Einzelprojekten. Betrachtet man die Kritik an den Epochenbegriffen etwas näher, ergibt sich, dass in der Regel nicht Epochisierungen generell, sondern spezifische 'Einschnitte' wie derjenige um 1500 infrage gestellt werden. Daneben gibt es unterschiedliche Begründungen für die prinzipielle Unhintergehbarkeit von Epochisierungen. Das Working Paper stellt einige dieser Begründungen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen und leitet daraus ab, dass es nicht um einen Verzicht auf Epochisierungen gehen kann, sondern darum, wie diese zu konstruieren sind, um kritischen Einwänden zu begegnen.

Konvergenzen und Divergenzen disziplinärer Begriffsbildungen: linguistische ‚Diskurstraditionen‘ und literaturwissenschaftliche ‚Gattungen‘

Diskurse, Texte, Traditionen, 2015

Performativität, Performanz und performance

Abhandlungen zur Literaturwissenschaft, 2018

In seiner dezidiert polemischen Kritik an der »kulturwissenschaftlichen Radikalisierung und Verwa... more In seiner dezidiert polemischen Kritik an der »kulturwissenschaftlichen Radikalisierung und Verwasserung der Austinschen Konzeption« zitiert Aleksandrowicz unter anderem die folgende Bestimmung der »Elemente einer Theorie des Performativen« durch Mersch.

Antinomie discorsive e concorrenza di modelli alternativi della realtà ("Rvf" 31-40)

Research paper thumbnail of Zur Situation der Geisteswissenschaften in Forschung und Lehre : eine Bestandsaufnahme aus der universitären Praxis
Es gehört zu den grundsätzlichen Aufgaben der Geisteswissenschaften, sich über ihre eigene Situat... more Es gehört zu den grundsätzlichen Aufgaben der Geisteswissenschaften, sich über ihre eigene Situation klarzuwerden. Vor allem ist dies vonnöten, wenn ein Universitätsund Hochschulsystem wie das deutsche eine grundlegende und höchst problematische Umwälzung über sich ergehen lassen muß. Insbesondere für die Geisteswissenschaften sind die neuen Studienordnungen im Zeichen von "Bologna" und die sogenannten Exzellenzinitiativen eine Herausforderung, von der man nicht gerade behaupten kann, daß sie mit Bravour gemeistert worden wäre. Im Gegenteil. Schon seit Jahren zeichnet sich ab, daß auch von Geisteswissenschaftlern die aus völlig anderen Wissenschaftsbereichen stammenden Drittmittelanwerbungen verlangt werden (und zwar paradoxerweise auch von Geisteswissenschaftlern selbst), obwohl diese wie andere Kriterien auch, nicht zwangsläufig für bessere Forschung stehen. Entgegen einer lange Zeit herrschenden Vorstellung, die Geisteswissenschaften befänden sich in einer Krise, könne,...

Performance, Performanz, Performativität

Edition Kulturwissenschaft, 2011

Research paper thumbnail of (Pseudo-)Performatives Erzählen im zeitgenössischen französischen und italienischen Roman

(Pseudo-)Performatives Erzählen im zeitgenössischen französischen und italienischen Roman

Romanistisches Jahrbuch, 1999

Für die spanische Literatur hat Ilse Nolting-Hauff in einem grundlegenden Aufsatz zu Goytisolo ge... more Für die spanische Literatur hat Ilse Nolting-Hauff in einem grundlegenden Aufsatz zu Goytisolo gezeigt, daß der zeitgenössische spanische Avantgarderoman ohne Bezugnahme auf Transformationen des Erzählens, wie sie den französischen Roman seit Proust charakterisieren, nicht angemessen bestimmt werden kann, daß er aber auch keineswegs in der Übernahme dieser Tendenzen ,aufgeht'. Für den italienischen Avantgarderoman der 60er bis 80er Jahre läßt sich nun ganz Ähnliches zeigen, insofern dieser einerseits zwar wesentlich auf im Umkreis von Tel Quel entwickelte Konzeptionen poststrukturalen Erzählens rekurriert, über diese aber zugleich auch immer schon hinausgeht. Als tertium comparationis fungiert dabei eine spezifische Transformation des narrativen Diskurses, die paradigmatisch in Sollers' Drame realisiert ist und die sich als eine spezifische Ausprägung performativen bzw. pseudo-performativen Erzählens bestimmen läßt.

Research paper thumbnail of Textkonstitution und Rezeption: Zum dominant komisch-parodistischen Charakter von Pulcis Morgante, Boiardos Orlando Innamorato und Ariosts Orlando Furioso

Textkonstitution und Rezeption: Zum dominant komisch-parodistischen Charakter von Pulcis Morgante, Boiardos Orlando Innamorato und Ariosts Orlando Furioso

Romanistisches Jahrbuch, 1976

Als sich Voltaire im Vorwort zu seiner Pucelle — einem Text, dessen — satirisch funktionalisierte... more Als sich Voltaire im Vorwort zu seiner Pucelle — einem Text, dessen — satirisch funktionalisierte — Komik aufgrund bestimmter ideologischer Positionen zwar kritisiert, nie jedoch grundsätzlich hinwegargumentiert wurde — anschickt, eine Ahnengalerie für sein vorgebliches „poeme hero'ique et moral" zu erstellen, greift er auf das italienische Renaissance-Epos zurück und nennt Pulcis Morgante, den Orlando Innamorato von Boiardo und Ariosts Orlando Furioso, eine Ahnengalerie, die der Mehrzahl der neueren, insbesondere der italienischen Kritiker, die sich mit diesen Texten beschäftigt haben, als wenig akzeptabel erscheinen dürfte. Diese Ahnengalerie hat hinsichtlich der Konstitutionsbedingungen des eigenen Textes apologetische Funktion, die vom Textganzen her und von der Person, der diese Vorrede in den Mund gelegt wird, einem Don Apuleius risorius, benedictin, als ironisch intendiert ausgewiesen wird; die ironische Apologie impliziert gleichwohl ein spezifisches Verständnis der italienischen Texte, das es kurz zu skizzieren gilt. Als Beispiel für die „choses hardies et libres", die wesentlich krasser als gewisse Freizügigkeiten seines eigenen Textes seien, zitiert Voltaire die Parodie auf das christliche Credo, die Margutte im 18. Gesang des Morgante (XVIII, 115—117) in den Mund gelegt wird, und einige Verse aus dem 35. Gesang des Orlando Furioso, wo der Evangelist Johannes Astolfo auf den Mond führt, um dort Orlandos verlorengegangenen Verstand wiederzufinden: Johannes stellt dabei seine frühere „Tätigkeit" auf die gleiche Stufe mit derjenigen Homers und Vergils, von denen er zuvor gesagt hatte, daß sie die historische Wahrheit in ihr Gegenteil verkehren:

Research paper thumbnail of Zur Differenz von ‚Lyrik‘ und ‚Gelegenheitsdichtung‘: Das Beispiel Mallarmé

Zur Differenz von ‚Lyrik‘ und ‚Gelegenheitsdichtung‘: Das Beispiel Mallarmé

Zeitschrift für französische Sprache und Literatur, 2019

Recent Mallarme criticism followed two perfectly opposite trends – one that reads the whole of Ma... more Recent Mallarme criticism followed two perfectly opposite trends – one that reads the whole of Mallarme’s poetic production as “poetry of circumstance” (‘Gelegenheitsdichtung’) and another that detects a “profondeur symbolique” everywhere. The present article argues that neither of the two positions can account for the fundamental differences that exist between the collection of the Poesies of 1899, compiled by Mallarme himself, and the Vers de circonstance , published in 1920 by his daughter. In order to make this evident the notion of ‘poetry of circumstance’ that became too vague needs redefinition, and it will be shown that among the Poesies even the Tombeaux poems are something entirely different from the Vers de circonstance , which Mallarme himself had planned to publish separately.

Research paper thumbnail of Theory of the Lyric: a Prototypical Approach

Journal of Literary Theory, 2017

Proceeding from a distinction between ›poetry‹ and ›lyric‹, the present article outlines a protot... more Proceeding from a distinction between ›poetry‹ and ›lyric‹, the present article outlines a prototype theory of the lyric as transhistorical mode. As such the lyric prototype cannot be defined by means of empirical tests, but is a theoretical construct that presupposes the knowledge of highly diverse discursive systems and traditions and the recourse to interpretative-hermeneutic methods for its validity. The model of the prototypical lyric the article proposes is based on four interdependent components: (1) a speech situation characterised by an I-here-now deixis; (2) a represented situation which comes into being in and through the simultaneous speech act based on an identical deixis; (3) a fiction of performativity whose performative character results from the simultaneity and coincidence of speech situation and represented situation, and whose fictionality is based on the fact that the relation of simultaneity is text-internal, thus ›staged‹, and does not conform to the communica...

»Sur des pensers nouveaux faisons des vers antiques«

Literatur und praktische Vernunft, 2016

Du Bellay «romantique». l'anachronisme de la critique biographique

Oeuvres Et Critiques, 1994

S'interessant particulierement aux divers jugements emis par Sainte-Beuve a propos de Du Bell... more S'interessant particulierement aux divers jugements emis par Sainte-Beuve a propos de Du Bellay, l'A. montre que la subjectivite romantique se projetant retrospectivement sur la poesie du XVI e siecle ne peut etre dotee d'un autre statut que celui d'anachronisme

Poststrukturalismus, Dekonstruktion, Postmoderne

Research paper thumbnail of Ernst Und Spiel Oder Die Ambivalenz Des Rittertums Um 1500

Ernst Und Spiel Oder Die Ambivalenz Des Rittertums Um 1500

Romanische Forschungen, 1987

Die traditionelle Literatursoziologie steht methodologisch bekann terma?en auf schwachen F??en. A... more Die traditionelle Literatursoziologie steht methodologisch bekann terma?en auf schwachen F??en. Auf wie schwachen F??en sie steht, wird vor allem im Kontext der europ?ischen Ritterdichtung bewu?t, wenn man die vorliegende historische Forschung in einiger Breite auf liest und literarische Zeugnisse nicht einfach als Niederschlag histori scher Wirklichkeit begreift, um dann zu dem verbl?ffenden Ergebnis zu kommen, wie gut doch die Literatur die gesellschaftlichen Gegeben heiten ,widerspieglec. Hugo Kuhn hat schon sehr fr?h gerade im Hin blick auf die h?fische Dichtung des Mittelalters diese Problematik be wu?t zu machen versucht1, freilich ohne viel Erfolg. Wenn man des weiteren wei?, welche Vorsicht neuere historische Forschungen im Umgang mit Begriffen wie ,Adel', ,Rittertumc, ,Volkc oder gar ,B?r gerc walten lassen und dies gerade in bezug auf die als besonders ,modernc geltenden Verh?ltnisse in den italienischen Stadtstaaten des Mittelalters und der Renaissance2, dann erscheinen literarhistorische

Theorien des Performativen

Edition Kulturwissenschaft, 2011

Das »Performative« ist in den vergangenen Jahren zu einer festen Größe im Theorierepertoire der G... more Das »Performative« ist in den vergangenen Jahren zu einer festen Größe im Theorierepertoire der Geisteswissenschaften geworden. Seine nachgerade ubiquitäre Verwendung verdankt sich dabei vielfach einem wenig präzisen Verständnis, das - teilweise gegenstrebige - Aspekte von Performanz, Wirklichkeitskonstitution, Emergenz und Präsenzeffekten verbindet. Dieser Band zieht eine kritische Bilanz, ohne dabei ein bestimmtes Verständnis zu verabsolutieren. Die Beiträge bereiten das aktuelle Theoriefeld erstmals so auf, dass es einem breiteren, interdisziplinären Leserkreis zugänglich wird.

Intertextualität, Systemreferenz und Strukturwandel: die Pluralisierung des erotischen Diskurses in der italienischen und französischen Renaissance-Lyrik (Ariost, Bembo, Du Beilay, Ronsard)

Modelle des literarischen Strukturwandels, 1991