Books by Matthias Kern
Mimesis (87), 2021
En proposant une relecture des auteurs les plus influents du roman populiste (Eugène Dabit, Pierre Mac Orlan, Henry Poulaille...) et en étudiant leur influence sur le cinéma du réalisme poétique (qui compte des réalisateurs comme Marcel Carné ou Julien Duvivier), ce livre propose la première analyse profonde de l'esthétique populiste qui s’établit au cours des années 1929–1935.
Grâce à son approche intermédiatique et à un cadre théorique conjuguant la narratologie culturelle et la sociocritique, cet ouvrage constitue une contribution essentielle à l'histoire culturelle de la France de l'entre-deux-guerres.
Papers by Matthias Kern
HeLix, 2023
Teresa Hiergeist, Christina Wieder (dir.): Brüchige Ehen. Alternative Konzeptualisierungen partnerschaftlicher Sozialität in der Romania um 1900, 2023
Dies wird besonders deutlich in der Literaturströmung des kurlebigen „roman populiste“, die sich 1929 um Thérive und Léon Lemonnier formiert. Der populistische Roman bildet eine Gegenreaktion auf die ‚hohe‘ Literatur seiner Zeit und stellt ihr eine Literatur der „petites gens“ gegenüber, die sich durch eine simple Sprache und eine Konzentration auf die Darstellung der angestellten und arbeitenden Bevölkerung auszeichnet. Dabei wird auch der Stellenwert der Ehe hinterfragt: So wird die arbeitende Protagonistin von Antonine Coullet-Tessiers Marthe, femme seule (1929) in Versuchung gebracht, ihre Ehe zugunsten der modernen Moral hinter sich zu lassen; Sophie Martin in La Femme sans péché (1927) von Léon Lemonnier wird dagegen Opfer ihrer christlich-moralischen Vorstellungen und kann sich als Frau vom Land in der sexualisierten Stadtgesellschaft schwer behaupten.
Die Analysen dieser beiden Werke zeigen jedoch, dass Coullet-Tessier und Lemonnier komplexe Positionen einnehmen, die sich schwer als rein konservative Plädoyers für das traditionelle Familienleben lesen. Stattdessen äußert sich bei den populistischen Autoren eine Modernekritik, die jedoch freiere Liebes- und Lebensbeziehungen sowie eine gleichberechtigtere Betrachtung der Frau einfordert.

Élargir la narratologie. Études de genre analyse littéraire en Allemagne
enVO, 2022
In his review of „Gender-orientierte Erzähltextanalyse als Modell für die Schnittstelle von Narratologie und intersektioneller Forschung?“ [“Gender-focused narratological analysis – a model for exchange between narratology and intersectional research”] Matthias Kern presents the research on cultural narratology conducted by Vera and Ansgar Nünning. The reviewed chapter discusses the contribution of gender studies to narratological analysis and the potential of intersectional approaches.
Teresa Hiergeist, Benjamin Loy (dir.): Bürgerschrecken! Antibürgerliche Ästhetiken und Diskurse in der Romania (1870-1939), 2022
Die mediale Umwelt der Migration, 2022
Der Debütroman des ivorisch-stämmigen Autors Armand-Patrick Gbaka-Brédé, der sich hinter dem Künstlernamen Gauz verbirgt, wurde zu einem Überraschungserfolg der französischen rentrée littéraire 2014. Das starke Medienecho, das dieser Roman erfahren hat, lässt sich vor allen Dingen durch die Sprachgestaltung des Romans erklären: Gauz mischt Ausdrucksweisen aus dem Slang ivorischer Einwanderer mit Ausdrücken der „political correctness“, die der Mediendiskurs bei den Themen der sans-papiers und der Migration benutzt, und führt sie ad absurdum. Aber auch die Form des Romans, der die marginale Stellung (illegaler) Einwanderer der Elfenbeinküste als Kaufhauswächter in Paris thematisiert, weist einige Besonderheiten auf: Anhand der beiden Hauptfiguren des Romans, Ossiri und Kassoum, stellt Gauz den Alltag der vigiles und ihre Bemühungen zur Legalisierung ihres Status dar, behandelt aber auch die epochalen Wendungen, die sich in der Einwanderungspolitik Frankreichs von den Siebzigern bis heute manifestieren. Darüber hinaus bietet Debout-payé eine beißende Kritik der Konsumgesellschaft durch den Blick der Protagonisten auf die Kunden der Warenhäuser, die sie bewachen. Gauz schafft so mit seinem Roman einen alternativen Diskurs in der Migrationsdebatte, der die Widersprüche ihrer medialen Behandlung aufzeigt und den sans-papiers die Deutungshoheit über die hypermoderne Gesellschaft überantwortet. In meinem Beitrag möchte ich untersuchen, auf welche Weise der Autor Mediendiskurse bearbeitet und ironisiert und Migrationserfahrungen narrativiert.
Intercâmbio. Revue d'Études françaises, 2020

La ville contre la nature Eugène Dabit et la question de l’urbanisation des banlieues parisiennes (Villa Oasis ou les faux bourgeois, Faubourgs de Paris)
Trajectoires, 2019
Le présent article propose d’appréhender l’imaginaire littéraire de la banlieue afin de comprendre la façon dont les écrivains et les intellectuels participent à la stigmatisation de la banlieue parisienne, perçue comme un espace de marginalisation sociale. Afin d’y aboutir, les analyses ont recours à l’œuvre d’Eugène Dabit, écrivain prolifique revisitant l’écriture réaliste pendant l’entre-deux-guerres, et esquissent une réponse à partir de sa mise en scène de la banlieue en tant que produit d’un urbanisme qui élimine toute trace de nature. Ainsi son roman Villa Oasis ou les faux bourgeois et son recueil d’essais Faubourgs de Paris dévoilent l’interdépendance entre les interactions du quotidien, la nature et les traditions populaires. Dans l’œuvre de Dabit, la banlieue est une forme d’habitat contre nature et l’espace d’une paupérisation insidieuse qui menace également les rapports sociaux entre les habitants.
Krisenumschreibungen, 2020

Vom ‚echten Leben‘ über die Literatur zum Film: Transformationen populistischer Ästhetiken anhand von L’Hôtel du Nord
Transformationen. Wandel, Bewegung, Geschwindigkeit. Beiträge zum 33. Forum Junge Romanistik, 2019
L’entre-deux-guerres français se distingue dans le domaine littéraire et cinématographique par un retour proclamé à la narration ‘réaliste’ et simultanément par un dépassement ‘poétique’ du quotidien. L’article suivant analyse ce qui est perçu comme ‘réel’ dans la période nommée. À titre d’exemple, les formules « roman populiste » et « populisme » recèlent un recours aux techniques naturalistes qui ne manquent pourtant pas d’innovations. L’exemple du roman L’Hôtel du Nord et de son adaptation par Marcel Carné (1938) peut figurer comme indicateur de différents processus de transformations esthétiques dans la culture de l’entre-deux-guerres. Le ‘populisme’ s’avère ainsi être une esthétique qui se refuse contre la modernité et qui construit à partir de ses narratifs une normalité de ce qui fait soi-disant partie du quotidien.
"L'embonpoint gagnant du terrain" : Les correspondances corporelles et identitaires d'Amélie Nothomb dans Une forme de vie
Bilder-Texte-Bewegungen: Interdisziplinäre Perspektiven auf Visualität. Würzburg, 2016
_Nadja_ bleibt allerdings nicht das einzige Werk Bretons, das sich der Fotografie bedient: Auch _Les Vases communicants_ und _L’Amour fou_ beruhen auf dem Dialog zwischen Text und Bild. Bei letzterem Text wird allerdings deutlich, dass eine andere Relation zwischen den Medien besteht: Zwar bleibt der dokumentarische Charakter im Zeigegestus der Fotografie erhalten, doch dient sie jetzt vor allen Dingen zur Illustration der Beziehung zwischen Subjekt und Objekt, die unter dem Schlagwort des „hasard objectif“ das Hauptthema des Romans wird. Anders als bei _Nadja_, wo die Fotografie ein Beweisstück für die Authentizität der narrativen Handlung ist, übernimmt die Fotografie in _L’Amour fou_ die Rolle eines sprachlichen Zeichens, das zwischen referentieller und poetischer Funktion oszilliert. Sie ist nicht mehr nur Beweisstück der Existenz von Objekten, die eine unerklärliche Faszination beim Autor auslösen und ihm unbewusste Zusammenhänge zwischen zufälligen Entdeckungen offenlegen, sondern sie gewinnt eine Eigenständigkeit, die den Leser zur eigenen Interpretation des Bildes einlädt und ihn somit selbst den objektiven Zufall erfahren lässt. Somit wird einerseits die Erfahrung von Realität erweitert durch die Darstellung dessen, was Pierre Mac Orlan als das „fantastique social“, d.h. den Einbruch des Unheimlichen in das Alltägliche, bezeichnet, andererseits zeichnet sich bei Breton auch die allgemeine Entwicklung der Rezeption der Fotografie ab: vom wissenschaftlich genauen Dokument hin zur eigenständigen Kunstform.
Talks by Matthias Kern

Vom ‚echten Leben‘ über die Literatur zum Film: Transformationen populistischer Ästhetiken anhand von L’Hôtel du Nord
Die Forderung nach einer Rückkehr zum ‚realistischen’ Erzählen und seiner gleichzeitigen ‚poetischen‘ Transzendierung zeichnet nicht nur das Kino Carnés aus, sondern findet sich als grundlegender Streitpunkt in der Debatte um den sogenannten roman populiste wieder, als dessen emblematisches Beispiel hier Eugène Dabits Roman L’Hôtel du Nord von 1929 genannt werden soll. Das Beispiel dieses Romans und seiner kinematographischen Adaptation von Carné selbst (1938) kann somit als Indikator unterschiedlicher ästhetischer Transformationsprozesse in der französischen Kultur des entre-deux-guerres gelten, die in diesem Vortrag mithilfe einer Kontextualisierung und Gegenüberstellung von Film und Roman beleuchtet werden sollen: Wie ändern sich die Modi des realistischen Erzählens, wenn sie einen Medienwechsel durchlaufen? Was bedeutet der Nachdruck, den Autoren und Filmemacher auf ‚Alltäglichkeit‘ und ‚Authentizität‘ legen und inwiefern stellt dies eine ästhetische Transformation von Realitätskonzepten dar? Wie müssen die Strategien der Verklärung von Armut und Misere durch Literatur und Film im Zuge des ästhetischen Populismus gewertet werden? Populismus zeigt sich hierbei als eine Ästhetik, die sich explizit der Moderne widersetzt und als Gegenavantgarde auftritt, die mithilfe von Narrativen des Alltags der Erfahrung einer tiefgreifenden Krise der französischen Kultur entgegenwirken möchte.
Néanmoins, il serait erroné de qualifier Le Chiendent comme un roman populiste. En effet, Queneau propose une parodie des romans précédents sur le peuple en ironisant la notion de l’aventure et en représentant à la fin du roman une guerre insensée comme une autre échappée de l’existence morne. De cette façon, Queneau inverse la structure d’un grand nombre de romans prolétariens dans la lignée de Clarté d’Henri Barbusse : la guerre n’est plus présenté comme le point de départ d’une restructuration de la société qui affaiblit la bourgeoisie et qui facilite la montée espérée du prolétariat. Le Chiendent devient ainsi une sorte d’anti-roman du peuple : le peuple se réduit à la fin du récit à une fiction qui devient consciente d’elle-même et qui, par conséquent, revient au début sans respecter les logiques de l’espace et du temps parcourus. De cette façon, Queneau fait également un commentaire sur tous les récits prolétariens et populistes qui revendiquent la véracité complète de leur narration en montrant que son récit, comme les autres aussi, est complètement construit. Ainsi, il ne construit pas seulement un récit de la crise sociale de l’entre-deux-guerres, mais il fait même sombrer sa propre narration dans une crise par le fait qu’elle ne peut plus présenter une mimésis logique.
En analysant les parentés du Chiendent avec l’esthétique du roman populiste, cette communication propose avant tout une approche des techniques de mise en récit de la démocratie. Queneau s’inscrit avec son roman dans la lignée de plusieurs courants et contre-courants qui cherchent à s’approprier le sujet du ‘peuple’, comme ceux du roman populiste ou de la littérature prolétarienne, tout en les dépassant : au lieu de transmettre uniquement une atmosphère populaire, Queneau invente un langage philosophique qui peut exprimer les interrogations existentielles et phénoménologiques de la société du XXe siècle. Sa pensée ne devient cependant pas hermétique ; au contraire, elle cherche toujours à établir un lien avec la réalité vécue malgré – et à cause – des détournements.

« Si j’avais de l’argent… » : Issues de la crise d’une génération dans Le Quai des brumes de Pierre Mac Orlan
Dans cette communication, il sera question de la représentation apocalyptique de la crise dans le roman Le Quai des brumes et des motifs dont Mac Orlan se sert afin d'esthétiser la misère. La crise devient ainsi un sort universel et inévitable qui informe aussi la société 'mécanisée' de l'entre-deux-guerres.
L’embonpoint gagnant du terrain: Les correspondances corporelles d’Amélie Nothomb dans Une forme de vie
Im Wald der Zeichen: Vom fotografischen Dokument zu einem dokumentarischen Stil des Surrealistischen in den Narrativtexten André Bretons
Master's thesis by Matthias Kern
Quelles sont donc les innovations du "Paysan de Paris" ou de "Nadja" ? Une réponse représente l'intégration de documents dans le récit. En effet, la narration surréaliste semble devenir un outil d'enquête qui relève le document, le questionne et l'interprète. Ainsi, les romans surréalistes dépassent le programme réaliste et naturaliste par une insistance vigoureuse sur l'observation et le questionnement de celle-ci.
Doctoral Dissertation (Project) by Matthias Kern
"L'amour du peuple". Esthétique populiste et imaginaire du populaire dans la culture de l'entre-deux-guerres français
Conference Presentations by Matthias Kern
13. Kongress des Frankoromanistenverbands
Tout travail sur la « banlieue » se heurte à des difficultés de définition tant le terme recouvre des notions aussi bien juridiques, géographiques, sociologiques et culturelles que symboliques. Si ce mot qualifie les espaces qui se trouvent dans les alentours et sous la dépendance d’une grande ville, son découpage spatial n’est ni continu ni homogène dans le temps. Il est pourtant possible d’aborder la banlieue en étudiant les imaginaires culturels et sociaux (Castoriadis) projetés sur elle.
Au début du XIXe siècle, la littérature participe à la construction d’une, ou plutôt des identités de la banlieue comme espace dédié aux pratiques de plusieurs strates de la société. Nous voulons nous intéresser en particulier à la représentation des classes populaires en banlieue, source d’une vaste production littéraire aux XIXe et XXe siècles, puis cinématographique au XXe et XXIe siècles, qui imprègne les mentalités et s’inscrit dans le patrimoine culturel de certaines communes.
D’abord, la littérature façonne des images de banlieue verte – celle des champs, des bois et des bords de l’eau –, en s’emparant de pratiques récréatives des classes populaires parisiennes (de Kock, Maupassant, les frères Goncourt, Zola, Daudet). A la fin du XIXe et dans la première moitié du XXe siècle, d’autres couleurs banlieusardes apparaissent en littérature. Teinté de noir, de gris, de marron ou de rouge (Fourcaut) cet espace se met à incarner la marginalité, la précarité, la menace ou le crime (Céline, Marmouset, Queneau, Bove, Simenon). En France, la littérature policière – plus particulièrement le roman noir puis le mouvement du « néo-polar » – est la première à documenter la réalité sociale des grands ensembles de la banlieue parisienne dans le domaine de la fiction littéraire. La banlieue cristallise ainsi plusieurs facettes du « peuple » auxquelles nous voulons nous confronter.
La littérature n’étant pas isolée dans sa production d’imaginaires banlieusards, il est possible d’élargir les interventions à d’autres corpus culturels comme le cinéma, la photographie ou la chanson/le rap. Afin de peindre un vaste panorama, cette section se propose de se focaliser sur des œuvres issues de l’espace francophone depuis le XIXe siècle jusque dans l’époque contemporaine.