New York City Fire Department – Wikipedia
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New York City Fire Department
Amt der Stadt New York City
Wappen des FDNY
Mitarbeiter:
17.228
(2019)
Berufsfeuerwehr
Gründungsjahr:
1865
Standorte:
214
www.nyc.gov/site/fdny/index.page
Das
New York City Fire Department
(oder
Fire Department City of New York
; die gebräuchliche englische Abkürzung ist
FDNY
) ist die
Berufsfeuerwehr
der Stadt
New York
Die Aufgaben der New Yorker Berufsfeuerwehr umfassen alle Bereiche der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr. Dazu zählen unter anderem die
Brandbekämpfung
, der
Rettungsdienst
, die
Technische Hilfeleistung
, die
Rettung aus Höhen und Tiefen
, die
Wasserrettung
, der vorbeugende
Brandschutz
sowie die
Abwehr von chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren
. Außerdem ist das FDNY für die
Brandursachenermittlung
in New York zuständig. Bei
Katastrophen
oder Großschadens
ereignissen hat die Feuerwehr ihre eigene Führungsspitze, so auch die
Polizei
und weitere Behörden wie die
Port Authority of New York and New Jersey
. Die Koordination der Behörden und Hilfsdienste übernimmt
New York City Emergency Management
, das
Katastrophen- und Zivilschutzamt
der Stadt.
Tower Ladder
7 bei einem Brand an der
Lexington Avenue (Manhattan)
In ihrem knapp 834
km² großen Zuständigkeitsgebiet sorgt die New Yorker Feuerwehr für die Sicherheit von über 8,5
Millionen Menschen. New York City liegt auf einem
Archipel
mit fast 1000
km
Atlantikküste
zu weiten Teilen auf Meereshöhe und im Einflussgebiet von
Hurrikanen
p 1.1
Die vielfältige Bebauungsstruktur in den
fünf Stadtbezirken
reicht von
Hochhäusern
und
Wolkenkratzern
über Quartiere mit mehrgeschossigen
Altbauten
bis hin zu
vorstadtartigen
Einfamilienhaus-Wohngebieten, von großen
Gewerbegebieten
zu einem
Seehafen
und zwei Flughäfen.
Pipelinetrassen
, Verkehrswege wie die U-Bahnen
New York City Subway
und
PATH
, Schnellstraßen und
Brücken und Tunnel im New Yorker Hafen
halten ebenso Gefahrenquellen bereit wie Flüsse, Kanäle, große Parks und bewaldete Gebiete. In jüngerer Zeit treten vermehrt
Starkregen
ereignisse auf.
Das FDNY verfügt über etwa 480 aktive Einsatzfahrzeuge (
Löschfahrzeuge
Hubrettungsfahrzeuge
Rüstwagen
Führungs-
und
Unterstützungsfahrzeuge
), über 400
Rettungswagen
und mehrere dutzend Reservefahrzeuge. Damit ist das FDNY die zweitgrößte städtische Feuerwehr der Welt, nach der
Feuerwehr Tokio
Organisation
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Leitung
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An der Spitze des FDNY steht ein
Fire Commissioner
. In Deutschland wäre das etwa ein Stellvertretender Bürgermeister oder
Beigeordneter
für das Feuerwehrwesen. Dieser zivile Leitungsbeamte wird vom
Mayor
(Oberbürgermeister)
eingesetzt. Ihm zur Seite stehen
Deputy Commissioners
und
Assistant Commissioners
, die ebenfalls Zivilbeamte sind und einzelne Verwaltungsbereiche (z.
B. Personal, Finanzen, Forschung und Entwicklung, Informationstechnik, Beschaffung, Gebäudemanagement) leiten.
p 2.1
Der ranghöchste uniformierte Feuerwehrbeamte ist der
Chief of Department
. Unter dem New Yorker
Mayor
Zohran Mamdani
amtieren:
als 37.
Fire Commissioner
Lillian Bonsignore
(seit 6.
Januar 2026)
als
Chief of Department
John M. Esposito (seit 26.
September 2024, vorher kommissarisch)
Stabsebene
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Die fünf New Yorker Stadtbezirke
Im operativ-taktischen Bereich sind unter dem
Chief of Fire Operations
und dessen Stellvertreter rund ein Dutzend
Assistant Chiefs
Vier-Sterne
-Chiefs) und
Deputy Assistant Chiefs
(Drei-Sterne-Chiefs) zuständig für die Bereiche Ausbildung, Einsatzdienst Feuerwehr und Einsatzdienst Rettungsdienst, sowie für den vorbeugenden Brandschutz, Sonderaufgaben, Terrorabwehr, Kommunikation oder die Ausbildungsakademie. Die größten Sachgebiete sind: Einsatzdienst abwehrender Brandschutz, Einsatzdienst Rettungsdienst, das Ausbildungswesen und der vorbeugende Brandschutz.
Aus der Riege der Vier-Sterne-Chiefs und des
Chief of Fire Operations
wird bei großen Einsätzen ab der
Alarmstufe
„Vierter Alarm“ ein
Einsatzleiter
gestellt.
Die
Borough Commands
stellen die höchste Organisationsebene im täglichen Einsatzdienst dar. Für jeden der fünf
Stadtbezirke
(Boroughs)
New Yorks existiert ein
Borough Command
. Die Borough Commanders übernehmen tagsüber während ihrer Dienstzeiten in den eigenen Boroughs die Einsatzleitung ab der Alarmstufe „Dritter Alarm“.
Aus den Drei-Sterne-Chiefs und den Borough Commanders wird rotierend die Funktion des
Citywide Tour Commander
(etwa übersetzbar als „Schichtleiter für die Gesamtstadt“, „Tour“ und nicht „Shift“ ist beim FDNY der Fachbegriff für
Dienstschicht
) gestellt, der außerhalb der werktäglichen Dienstzeiten als zentrale
Rufbereitschaft
für Einsätze in allen Boroughs bereitsteht.
f 1
Divisions und Battalions
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New York City Fire Department (New York City)
Division 1 (Manhattan)
Division 3 (Manhattan)
Division 6 (Bronx)
Division 7 (Bronx)
Division 8 (Staten Island & Brooklyn)
Division 11 (Brooklyn)
Division 13 (Queens)
Division 14 (Queens)
Division 15 (Brooklyn)
Markiert sind die Heimatwachen der neun
Divisions
. Landkarte des Gebiets von New York City, das Stadtgebiet ist hell hinterlegt.
Die
Borough Commands
sind in neun
Divisions
untergliedert: Je zwei für
Manhattan
Brooklyn
Queens
und die
Bronx
, sowie eine für
Staten Island
zusammen mit dem Südwestteil von Brooklyn. Jede Division wird von einem
Division Commander
und drei
Deputy Chiefs
befehligt,
p 3.1
sowohl im Einsatzdienst als auch mit organisatorischen Aufgaben. Ein
Division Chief
wird als Einsatzleiter zu Einsätzen ab der Alarmstufe „10-75“, bestätigte Feuermeldung, alarmiert.
Einer Division unterstehen zwischen vier und sieben
Battalions
. Analog zur Division wird jedes Battalion von einem
Battalion Commander
und drei
Battalion Chiefs
geleitet. Ein Battalion Chief rückt zu jedem Einsatz aus, für dessen Abarbeitung mehr als ein oder zwei
Companies
benötigt werden. Eine bestätigte Feuermeldung wird mit zwei Battalion Chiefs beschickt. Größere Einsätze benötigen je nach Ausmaß weitere Battalion Chiefs, die standardisierte Führungsabschnitte übernehmen.
Companies
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In jedem
Battalion
gibt es vier bis acht
Companies
. Die Company ist die Basiseinheit der New Yorker Feuerwehr. Sie besteht regulär aus einem
Captain
(wörtlich:
Hauptmann
), drei
Lieutenants
und 25
Firefighters
Feuerwehrleuten
). Die Angehörigen einer
Company
besetzen im Schichtdienst ein Primärfahrzeug und ggf. ein Sonderfahrzeug. Die genaue Besetzung variiert je nach Fahrzeugtyp und Sonderaufgaben der
Company
und besteht pro Schicht in der Regel aus einem Offizier (Captain oder Lieutenant) und vier bis fünf Feuerwehrleuten (kurz: 1/4 bzw. 1/5).
Siehe auch
Dienstgrade der Feuerwehr in den Vereinigten Staaten
Feuerwachen
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Beispiele für Feuerwachen
Tower Ladder
45 vor der Wache in
Washington Heights
Wache in
Astoria (Queens)
Denkmalgeschützte Wache
Windsor Terrace
im
neuromanischen
Baustil
Moderner
Baustil auf der
Lower East Side
Wache im
neuromanischen
Stil auf der
Upper East Side
2019 eröffnete Wache der Rescue Company
2 in Brooklyn
In New York City gibt es insgesamt 218
Feuerwachen
englisch
firehouse
) und einige weitere Stützpunkte des FDNY. Auf jeder Wache sind eine bis mehrere
Companies
stationiert. Am häufigsten anzutreffen ist die Kombination aus einer
Engine Company
und einer
Ladder Company
. Es gibt Wachen, auf denen allein eine
Engine Company
oder allein eine
Ladder Company
stationiert ist. Neben dem jeweiligen Hauptfahrzeug der
Company
können noch etwaige Zweitfahrzeuge vorhanden sein. Zusätzlich zu den
Companies
gibt es auf bestimmten Wachen Fahrzeuge und Büroräume für das
Battalion
oder die
Division
. Nicht regelmäßig besetzte Reservefahrzeuge stehen auf Wachen im Stadtgebiet verteilt.
Die Kombination aus zwei
Engine Companies
und einer
Ladder Company
gibt es, anders als in früheren Zeiten, nur noch einmal: „The Big House“ Engine
264, Engine
328, Ladder
134 steht in dem am weitesten von Manhattan entfernten Stadtviertel
Far Rockaway
, das nahtlos in die dicht besiedelte Nachbarstadt
Hempstead
übergeht.
Einheiten des
Special Operations Command
(SOC) sind meistens in eigenen Wachen untergebracht. Eine Ausnahme stellt hier die
Rescue Company
dar, die sich unter anderem mit der
Engine Company
160
auf Staten Island eine verkehrsgünstig zur
Verrazzano-Narrows Bridge
gelegene Wache teilt. Ein Hauptstützpunkt des Special Operations Command befindet sich auf
Randalls Island
, ein weiterer auf
Roosevelt Island
Verteilung der einzelnen Einheiten nach Borough
Engine
Ladder
Battalion
Division
Squad
Rescue
Manhattan
41
32
12
Brooklyn
61
39
16
The Bronx
30
27
Queens
48
33
Staten Island
17
12
Gesamt
197
143
49
Der Rettungsdienst – Emergency Medical Service
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Beschriftung und Logos (
Star of Life
) an Rettungs
wache 32 in
Gowanus
Die Einrichtung des
Emergency Medical Service
(medizinischer Notfalldienst, kurz
EMS
) in New York City ist die größte öffentliche
Non-Profit
-Partnerschaft im
Rettungsdienst
der Welt. Die Planung und Disponierung des EMS und der Betrieb der
Rettungsleitstelle
ist Aufgabe der New Yorker Feuerwehr. Als beitragende (
voluntary
) Partner übernehmen private Firmen für sowohl kommerzielle als auch für gemeinnützige
Krankenhäuser
ca. ein Drittel aller Rettungswageneinsätze innerhalb des Systems. Einige Krankenhäuser bieten den Rettungsdienst seit Mitte/Ende des 19.
Jahrhunderts an und waren damit Vorreiter. In anderen Regionen und Bundesstaaten der USA gibt es andere Organisationsmodelle des EMS.
Siehe auch
Liste der Krankenhäuser in New York City
Täglich werden im Regelfall ungefähr 4000 eingehende
Notrufe
bearbeitet, zu Spitzenzeiten im Hochsommer ungefähr 5000 Notrufe.
f 2
Mit Stand 2020 betreibt die Feuerwehr jeden Tag rund 470 Rettungswagen, in der Frühschicht rund 300.
f 3
Versorgungsstufen
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Siehe auch
Rettungsfachpersonal
Im nichtärztlichen medizinischen Notfalldienst existieren folgende grundlegende Versorgungsstufen:
Certified First Responder mit Defibrillation (CFR-D)
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Verpflichtend für alle Feuerwehrleute ist die Ausbildung zum
Helfer vor Ort
mit Zusatzausbildung am
Defibrillator
in einer vom Bundesstaat bzw. der Stadt New York
zertifizierten
Form. Dadurch dürfen sie
Erste Hilfe
Herz-Lungen-Wiederbelebung
und
Defibrillation
als grundlegende
notfallmedizinische
Versorgung leisten. Das Ziel ist, Patienten zu stabilisieren, sie
transportfähig
zu machen und an den EMS zu übergeben.
Im Alltag setzen die knapp 200
Engine Companies
des FDNY diese Aufgabe um. Darüber hinaus kommen sie als
CFR-D
-Einheiten bei Großschadenslagen zum Einsatz. Wesentlich ist dabei der Einsatz als
Atemschutzgeräteträger
, wofür nur wenige EMS-Einheiten ausgebildet oder ausgerüstet sind, bei Bränden in Hochhäusern, Tunneln oder im Umgang mit Patienten, die mit
gefährlichen oder hochinfektiösen Substanzen
belastet sind.
Basic Life Support (BLS)
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Die Versorgungsstufe
Basic Life Support
wird von
BLS-Ambulances
geleistet. Die Fahrzeuge sind mit zwei EMT (vergleichbar deutschen
Rettungssanitätern
) besetzt, die zur Herz-Lungen-Wiederbelebung ausgebildet sind.
Advanced Life Support (ALS)
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Die Versorgungsstufe
Advanced Life Support
wird von
ALS-Ambulances
geleistet. Diese Fahrzeuge sind mit zwei höher qualifizierten
Paramedics
(ungefähr vergleichbar mit deutschen
Notfallsanitätern
) besetzt und ähnlich wie in Deutschland dazu berechtigt, in genau umschriebenen Notfällen in Abwesenheit eines Arztes Medikamente zu geben und andere ALS-Maßnahmen durchzuführen.
Spezialeinheiten
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Weitere Spezialisierungen des EMS erhielten nach den Anschlägen des 11.
September 2001 besonderes Gewicht:
Haz-Tac-Einheiten (
Hazardous Material Tactical Units
) sind ALS- und BLS-Ambulances mit für die
Dekontamination
und den Gefahrgut (CBRNE)-Einsatz ausgebildeten EMT.
Rescue Paramedic Ambulances
sind ALS-Einheiten, die über die Haz-Tac-Fertigkeit hinaus qualifiziert sind für die Wasserrettung, das Arbeiten in der Gefahrenzone während der
Rettung aus Höhen und Tiefen
, der
Engerettung
und bei verschütteten oder eingeklemmten Patienten. Sie bringen Notfallmedizin in die Arbeit des Special Operations Command ein.
p 4.1
Sie wurden 2006 erstmals aufgestellt.
Ärztliche Leitung des Rettungsdienstes
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Das
Office of Medical Affairs
(OMA) verantwortet die medizinischen Aspekte des nichtärztlichen Rettungsdienstes und der Certified First Responder. Es führt Aus- und Weiterbildungen durch. Für die Paramedics und EMTs sind ständig Ärzte in einer Leitstelle („Medical Control“ oder „Telemetry“) über Funk und Telefon ansprechbar. Als
Telearzt
, oder als
„OMA Response Physician“
insbesondere bei Großschadenslagen auch persönlich am Einsatzort, können sie notfallmedizinische Maßnahmen anweisen, die über den im Alltag per
Delegation
entsprechend der Versorgungsstufe autorisierten Umfang hinausgehen.
f 4
7.1
p 5.1
Geschichte des EMS
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Die EMS-Mitarbeiter des FDNY sind keine Feuerwehrleute, sondern zivile Angestellte, die Uniform tragen. Der
New Yorker EMS
wurde ursprünglich von der städtischen
Health & Hospitals Corporation
betrieben und war bis zu seiner Integration in das FDNY im Jahr 1996 selbstständig. Diese Integration führte aufgrund von Unterschieden in der
Besoldung
und der
Organisationskultur
der beiden Dienste zu großem Unmut, vor allem bei den Mitarbeitern des Rettungsdienstes. Dieser Unmut führte 2006 bereits zu Demonstrationen des Rettungsdienstpersonals, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. In beschränktem Umfang sind Beförderungen von EMS-Mitarbeitern zu Feuerwehrleuten möglich.
Im Durchschnitt werden jeden Tag rund 4000 Einsätze im Rettungsdienst gefahren. In der Frühphase der
COVID-19-Pandemie in den Vereinigten Staaten
wurde am 30.
März 2020 ein historischer Höchstwert von 6527 Notrufen in 24
Stunden abgearbeitet. Am 6.
April wurden 366 Herzstillstände verzeichnet, während für gewöhnlich rund 60 derartige Notfälle pro Tag auftreten.
a 1
Über eine Vertragslaufzeit von zweimal 30 Tagen kamen ab dem 29.
März 2020 über das nationale Ambulanzsystem der
Federal Emergency Management Agency
insgesamt 350 zusätzliche Rettungs- und Krankentransportwagen in New York zum Einsatz, von denen 207 dem FDNY zugewiesen und die übrigen für Verlegungsfahrten unter Koordination des
New York City Emergency Management
genutzt wurden.
f 2
f 3
a 1
Fahrzeugtypen
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Die 218 Feuerwachen des FDNY sind in unterschiedlichen Zusammenstellungen mit
Companies
und ihren Fahrzeugen besetzt.
Engines und Ladders
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Engine Company
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Die
Engines
stellen den häufigsten Einheitentyp des FDNY dar (insgesamt 197
Companies
). Engines sind grob mit den deutschen
Tanklöschfahrzeugen
vergleichbar. Die zwei Hauptaufgabengebiete der Engine Companies sind
Brandbekämpfung
und notfallmedizinische
Helfer-vor-Ort
-Einsätze. Engines sind überwiegend 1/4 besetzt (ein Offizier, vier Mann).
Es gibt bei den Engines nur wenige Unterschiede in Bezug auf Tankgröße und Pumpleistung. Die Standard-Engine hat eine zweistufige Pumpe mit einem Nennförderstrom von 7500 Litern (2000
Gallonen
) Wasser pro Minute und einen Wassertank mit 1900 Litern (500 Gallonen) Inhalt. Auf Staten Island hatten in den 1960er-Jahren für
Vegetationsbrände
vor einer Verbesserung des Hydrantennetzes vier Engines einen 2800-Liter-Tank (750 Gallonen).
f 5
In Stadtgebieten mit vielen Hochhäusern sind Engines mit Hochdruckpumpe stationiert. Im Hochdruckbetrieb können sie mit speziellen hochdruckfesten Schläuchen 3800 Liter (1000 Gallonen) pro Minute in die
Steigleitung
von Gebäuden einspeisen. Bestimmte Engines in den
Geschäftszentren
mit Wolkenkratzern besitzen eine dreistufige Pumpe und können 7500 Liter (2000 Gallonen) pro Minute im Hochdruckbetrieb pumpen. Dies dient dazu, die gebäudeseitig vorhandenen
Sprinkleranlagen
und vorgeschriebenen Löscheinrichtungen mit genügend Löschwasser unterstützen zu können (
englisch
augmentation
), auch wenn diese beschädigt oder bei Bauarbeiten außer Betrieb sind.
f 6
Für ein Feuer oberhalb der 100.
Etage eines Wolkenkratzers ist ein Pumpen-Ausgangsdruck von 45
bar
nötig.
p 3.2
Siehe auch
Feuerlöschpumpe #Aufbau von Feuerlöschpumpen
Engine 3 im Einsatz
Engine 254 Seitenansicht
Ladder 8 vor dem
Hook & Ladder Company 8 Firehouse
ist eine „100-foot rearmount ladder“
Ladder 169 ist eine „100-foot tillered aerial ladder“
Ladder 21 ist eine „75-foot tower ladder“
Ladder Company
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Die
Ladder
oder auch
Truck
genannten
Hubrettungsfahrzeuge
sind der zweithäufigste Fahrzeugtyp des FDNY (insgesamt 143
Companies
). Bei einem Brand sind die Ladder Companies nicht für die eigentliche Brandbekämpfung, sondern für Aufgaben zuständig, die mit dem Merkbegriff
VES
(Vent – Enter – Search) gelehrt werden:
10.1
Vent: Belüftungsöffnungen schaffen,
Taktische Ventilation
durchführen
Enter: Zugänge, Rettungswege und Fluchtwege sichern
Search: Nach vermissten und gefährdeten Personen suchen.
Darüber hinaus fahren sie auch den größten Teil der Einsätze zur
technischen Hilfeleistung
, im Alltag besonders häufig zu undichten Leitungen und steckengebliebenen
Aufzügen
. Es gehören neben
tragbaren Leitern
auch
hydraulisches Rettungsgerät
Hebekissen
und diverses Werkzeug zur Beladung.
Ladders
sind immer 1/5 besetzt.
Beim FDNY gibt es vier verschiedene Fahrzeugtypen, die im Oberbegriff alle als „Ladder“ bezeichnet werden:
100-foot Rearmount Aerial:
Drehleiter
ohne
Rettungskorb
(ca. 30
m Leiterlänge)
100-foot Tillered Aerial:
Drehleiter ohne Rettungskorb (ca. 30
m Leiterlänge), aufgebaut auf einem Sattelschlepper mit lenkbarer Hinterachse – diese sind wesentlich wendiger als die anderen Hubrettungsfahrzeuge und kommen mit engen Straßen in eng bebauten Stadtgebieten besser zurecht
75-foot Tower Ladder:
Teleskopmast
mit Rettungskorb (ca. 22
m Mastlänge)
95-foot Tower Ladder:
Teleskopmast mit Rettungskorb (ca. 28
m Mastlänge).
Teleskopmastfahrzeuge für den Feuerwehrdienst wurden ab 1964 erprobt und bewährten sich schnell, so dass von 1971 bis 1974 insgesamt 59
Ladder Companies
mit ihnen ausgestattet wurden. Heute sind ungefähr die Hälfte der Ladder Companies mit ihnen ausgestattet, damit an jedem Einsatzort schnell beide Fahrzeugarten eintreffen.
f 7
Zusatzfahrzeuge
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Collapse Rescue 1
Typischer kleiner Geräte
wagen, der mit unter
schied
lichen Beladungen und als Schnell
einsatz
fahr
zeug eingesetzt wird
Viele der
Companies
erfüllen eine Zusatzaufgabe. Dazu besetzen sie bei Bedarf ein Zweitfahrzeug, auf dem entsprechendes Material verladen ist, zum Beispiel:
11
Brush Fire Units
sind geländegängige Löschfahrzeuge für
Flurbrände
Collapse Rescue Units
sind mit Material, beispielsweise
Rüstholz
, zur
technischen Hilfeleistung
bei Gebäudeeinstürzen, Bauunfällen etc. beladen.
High-Rise Units
(„Hochhaus-Einheiten“) sind Gerätewagen mit
Hubladebühne
, die ihre Ausrüstung für die Bekämpfung von Bränden in Hochhäusern und Tunneln zum Teil auf
Rollcontainern
mitführen. An Bord sind Beleuchtungsmittel, ein Vorrat an Atemluftflaschen und große
Druckbelüfter
Foam Tanker
und
Purple
K Units
sind
Sonderlöschmittelfahrzeuge
, die
Löschschaum
an Einsatzstellen liefern bzw. eine
Pulverlöschanlage
mit dem
Hochleistungslöschpulver
Purple
eingebaut haben.
Zur Unterstützung des Special Operations Command sind über 50 Ladder Companies mit je einem kleinen Gerätewagen ausgestattet. Dieser ist mit Werkzeugen und Geräten für die technische Hilfeleistung und den Gefahrguteinsatz beladen:
12
Bei den 15 Ladder Companies, die als
„SOC Support Ladder“
(SSL) ausgerüstet sind, enthält die Beladung einen
hydraulischen Rettungssatz
und Material für
Dekontaminationsaufgaben
f 8
Bei den 29 Ladder Companies, die als
„Chemical Protective Clothing Ladder“
(CPC) ausgerüstet sind, liegt der Beladungsschwerpunkt auf Druckbelüftern und dem Nachschub von
Chemikalienschutzanzügen
; diese Einheiten kommen zur personellen Unterstützung bei Gefahrguteinsätzen und für verstärkte Belüftungsmaßnahmen bei verrauchten Objekten zum Einsatz.
p 1.2
13
Die kleinen Gerätewagen können bei Lagen wie Unwettern, Vegetationsbränden oder Schneestürmen unabhängig vom Hauptfahrzeug als Schnelleinsatzfahrzeuge (
RRV, „Rapid Response Vehicles
“) mit Personal in der Stärke 1/2 fahren. Bei Hitzewellen oder während der COVID-19-Pandemie in New York City wurden RRVs in der Besetzung 1/1 als
First Responder
zur Verstärkung des Rettungsdienstes eingesetzt.
14
f 9
Sondereinheiten
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New York City Fire Department (New York City)
Rescue 1 (Manhattan)
Rescue 2 (Brooklyn)
Rescue 3 (Bronx)
Rescue 4 (Queens)
Rescue 5 (Staten Island)
Squad 1
Squad 8
Squad 18
Squad 41
Squad 61
Squad 252
Squad 270
Squad 288 Hazmat 1
Auf der Landkarte markiert sind die Positionen der Wachen der
Squad Companies,
der
Rescue Companies
und der
Haz-Mat Company
Die folgenden Einheiten sind der Abteilung
Special Operations Command
(„Abteilung für Spezialaufgaben“) zugeordnet.
Squad Company
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Hauptfahrzeug der Squad Company 288 in
Greenpoint
Die acht
Squads
sehen den
Engines
sehr ähnlich, haben aber zur Platzersparnis eine einfache Pumpe (1000 statt 2000 Gallonen pro Minute Förderleistung) und führen weniger Schlauchmaterial mit. Stattdessen sind sie, ähnlich wie die
Ladders
, mit Material zur technischen Hilfeleistung beladen. In der Regel rückt bei jeder bestätigten Feuermeldung (Gebäudebrand) eine Squad Company aus, sodass die Besatzungen viel Einsatzerfahrung besitzen. Bei Einsätzen im näheren Umkreis ihrer Heimatwache arbeiten sie hingegen wie eine gewöhnliche
Engine
. In diesen Fällen wird noch eine andere Squad Company für die Sonderaufgaben hinzu alarmiert. Zu den Aufgaben der
Squad Companies
zählen neben der
Brandbekämpfung
und der
technischen Hilfeleistung
die
Wasserrettung
sowie kleine und mittlere
Gefahrguteinsätze
. Dafür wird ein zweites Fahrzeug vorgehalten, das als Gerätewagen zur technischen Hilfeleistung und für Gefahrguteinsätze beladen ist und im Bedarfsfall mit ausrückt. Die Squads sind universell einsetzbar und stellen bei größeren Einsätzen oftmals eine Art „Trumpfkarte“ für den Einsatzleiter dar. Squads sind immer 1/5 besetzt.
Rescue Company
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Sondereinheit Rescue 1
Die fünf
Rescue Companies
(eine pro Stadtbezirk) wurden ursprünglich dazu geschaffen, bei einem Brand vermisste Feuerwehrleute zu suchen und aus dem Gefahrenbereich zu retten.
Rescue
in Manhattan wurde zu diesem Zweck im Jahr 1915 aufgestellt. Im Laufe der Jahre entwickelten sich die Rescue Companies zu hoch ausgebildeten Einheiten für technische Hilfeleistungen,
Rettungstauchen
, Wasser- und
Höhenrettung
. In der Regel rückt bei jeder bestätigten Feuermeldung eine Rescue Company aus. Die Rescues selbst werden scherzhaft als
„toolboxes on wheels“
bezeichnet (
engl.
; etwa:
„Werkzeugkästen auf Rädern“
) und sind in etwa mit dem deutschen
Rüstwagen
vergleichbar, jedoch um einiges größer und von innen begehbar. Aufgrund ihres hohen Ausbildungsstandards gelten die Rescue Companies im FDNY als Elite und sind Posten dort sehr begehrt. Rescues sind immer 1/5 besetzt.
Technical Rescue Task Force
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Bei großen Einsätzen zur Technischen Hilfeleistung werden je eine Rescue Company, eine Collapse Rescue Unit und eine Squad Company mit ihrem Zweitfahrzeug zu einer
Technical Rescue Task Force
zusammengestellt.
f 10
Hazardous Materials Company
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Sondereinheit HazMat
Sondereinheit-Hauptfahrzeug
Sondereinheit-Gerätewagen
Hazmat
, eine Sondereinheit für
Gefahrguteinsätze
, besitzt ein Haupt- und ein Zweitfahrzeug, die grundsätzlich zusammen ausrücken und Eigenschaften eines sehr großen deutschen
Gerätewagens Gefahrgut
, eines
Messfahrzeugs
mit Analyse- und Auswertungsmöglichkeit und eines Einsatzleitwagens-ABC in sich vereinen.
Hazmat
hat eine Besatzung aus ausgebildeten Hazmat-Spezialisten,
p 1.2
die stets in der Besatzung 1/7 ausrückt.
Dass Bedarf an besonderen Einheiten für Gefahrguteinsätze besteht, wurde im Jahr 1980 beim Unfall eines
Flüssiggas
Tankwagens
auf der
George Washington Bridge
deutlich. In den folgenden Jahren wurde die
Rescue Company
für entsprechende Einsätze mit stadtweitem Wirkungsgebiet ausgebildet und aufgerüstet.
Rescue
war dadurch aber im eigenen Stadtbezirk Queens nicht immer verfügbar, weshalb stattdessen Anfang 1984 die
Hazardous Materials Company
aufgestellt wurde.
a 2
Der
Giftgasanschlag in der Tokioter U-Bahn
1995 veranlasste das FDNY, sich auf derartige Bedrohungen durch Verbesserung der eigenen Schutzausrüstung einzustellen.
13
Hazardous Materials Response Group
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Alle Einheiten des Special Operations Command waren von den Anschlägen des 11.
September 2001 betroffen. Danach wurden in jedem Stadtbezirk Einheiten für kleine bis mittlere Gefahrguteinsätze aufgebaut.
12
Jeder Feuerwehrangehörige wird grundlegend im Umgang mit Gefahrstoffen ausgebildet. Darauf aufbauend gibt es vertiefende Ausbildungsgänge. Unterschiedlich ausgeprägten Gefahrenlagen kann so nach einem abgestuften Modell begegnet werden. Alle Engine- und Ladder-Companies können mit Erstmaßnahmen beginnen. Für mittlere Gefahrguteinsätze sind die Besatzungen von vier Engine Companies und der acht Squads als Hazmat-Techniker (HazTech) ausgebildet, einer Ausbildungsstufe unterhalb der Hazmat-Spezialisten der Hazmat-Company.
f 6
Ergänzt werden sie bei Bedarf von den 15 Ladder Companies,
f 8
die Gerätewagen mit Werkzeugen vorhalten, von den 29 Ladder Companies, die für das Arbeiten in Chemikalienschutzanzügen ausgebildet sind, und von den 25 Engine Companies, die Aufgaben der Dekontamination erfüllen. Für die Arbeit im Rahmen einer
„Decontamination Task Force
“ bei Großschadenslagen sind eine kleine Zahl an Fahrzeugen zum Betreiben von
Dekontaminationsplätzen
im Stadtgebiet verteilt und bleiben die 10 Ladder Companies ausgerüstet, die noch bis 2023 als
„SOC Support Ladder“
aufgestellt waren.
f 8
Die abgestufte Ausbildung für den Umgang mit Gefahrgut wird von der
National Fire Protection Association
geregelt.
p 1.3
15
In Deutschland wird der Einstieg in eine ähnlich abgestufte Vorgehensweise mit der
GAMS-Regel
gelehrt.
16
Im Katastrophenfall bis hin zu Angriffen mit
Massenvernichtungswaffen
können Einheiten in der
Hazardous Materials Response Group
zu Task Forces zusammengestellt werden und längere Zeit unabhängig in ihren eigenen Boroughs oder auswärts operieren.
17
Unterstützungseinheiten
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Recuperation and Care Units
RAC
, „Einheiten zur Erholung und Betreuung“) dienen der
Einsatzstellenhygiene
. Sie helfen bei der Umsetzung des
Schwarz-Weiß-Prinzips
, um gesundheitliche Langzeitschäden infolge von verschleppter
Kontamination
und von
Ausgasungen
aus Einsatzkleidung zu verringern. Traditionell brachten sie vor allem Getränke und Material zur Errichtung einer Erholungszone für Feuerwehrleute zu den Einsatzstellen. Die Abteilung wurde im Jahr 2018 reformiert und unter Leitung des
Rehab Managers
gestellt, eines eigenen Zugführers, der ab der Alarmstufe „Zweiter Alarm“ den Einsatzabschnitt
Rehabilitation
leitet. Die RAC-Einheiten erhielten mehr Personal, werden näher am Einsatzgeschehen positioniert und bringen Reinigungstücher und Foliensäcke zum luftdichten Verpacken von kontaminierter Ausrüstung mit.
a 3
Tactical Support Units
TSU
, „taktische Unterstützungseinheiten“) sind Gerätewagen für spezielle technische Hilfeleistung und die
Wasserrettung
. Sie haben die gleiche Ausrüstung wie die Rescue Companies, sind aber allein mit einem Feuerwehrmann des
Special Operations Command
besetzt. An Bord sind Spezialsägen,
Stromerzeuger
, Beleuchtungsmittel,
Nachtsichtgeräte
und ein
Festrumpfschlauchboot
11
Der Einsatz von schwerem Räumgerät,
wattauglichen
Fahrzeugen
(High Axle Units)
, Unwetterpumpen und die entsprechende Logistik, wie sie in Deutschland Aufgaben des
Technischen Hilfswerks
sind, obliegt dem Special Operations Command. Für die Aufgabe des
Urban Search and Rescue
stellt das städtische
New York City Emergency Management
auch für überregionale Einsätze unter Koordination der
Federal Emergency Management Agency
die „New York Task Force
1“ aus Feuerwehr- und Polizeieinheiten zusammen.
p 1.4
Zum Transport der nicht jeden Tag benötigten Geräte und Materialien werden Lkw und
Abrollbehälter
an den
SOC
-Stützpunkten vorgehalten.
f 6
Gerätewagen RAC
4 in Queens
Tactical Support Unit
1 lässt das Boot zu Wasser
Geräte-Lkw SOC Logistics
All Terrain Vehicles bei einer Parade
Atemschutz
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Der
umgebungsluftunabhängige Atemschutz
beim FDNY baut auf zwei Systemen auf: Den
Behältergeräten
und den
Regenerationsgeräten
Die
Mask Service Unit (MSU,
„Maskenwartungseinheit“) nutzt Gerätewagen ähnlich einem deutschen
Gerätewagen-Atemschutz
für den Transport von befüllten und verbrauchten
Atemluftflaschen
. Der Wiederbefüllvorgang und die Pflege der Atemschutzgeräte findet in zentralen Werkstätten statt, Feuerwachen sind als Vorratsdepots bestimmt.
11
„Mask“ ist beim FDNY die überkommene Bezeichnung für das gesamte Isoliergerät, nicht nur die eigentliche
Atemschutzmaske
Für den Einsatz mit
Rebreather
, etwa in Tunneln, Tiefgaragen oder Kellerräumen, sind nur Einheiten des
SOC
wie die Squad- und Rescue-Companies ausgebildet. Während die Mask Service Unit nicht dem Special Operations Command unterstellt ist, ist die
Rebreather Unit
ein Gerätewagen beim
SOC
Marine Division
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Marine
1 der Marine Division – Feuerlöschboot
Three-Forty-Three
Marine Companies
sind die Hafenfeuerwehr des FDNY. Drei dieser Einheiten (Marine
1, 6 und 9) sind ganzjährig im Dienst und besetzen drei große
Feuerlöschboote
sowie rund ein Dutzend kleinere Boote. In der Sommersaison werden zusätzlich drei weitere
Marine Companies
(Marine
3, 4 und 8) besetzt, welche nur mit kleinen und wendigen Booten ausgerüstet sind.
p 6
Die schwimmenden Einheiten sind der Abteilung
Marine Division
beim Special Operations Command unterstellt, die vom
Marine Battalion
geleitet wird. Das Marine Battalion kann mit einem eigenen Schnellboot vom Wachgebäude im
Brooklyn Navy Yard
ausrücken. Wie bei Gefahrguteinsätzen gibt es auch hier ein abgestuftes Vorgehen (
englisch
marine tiered response
), das bei Bedarf ein Aufwachsenlassen jeder Einsatzstelle an Land wie auf dem Wasser ermöglichen soll: Beginnend bei vielseitigen, in der Fläche verteilten Einheiten und hin zu spezialisierteren, fachkundigeren.
p 1.5
Neben
All Terrain Vehicles
, die zum Patiententransport verwendet werden können, gibt es als großes landgestütztes Sonderfahrzeug die
Marine Tactical Unit
, die einer
Tactical Support Unit
mit Allradantrieb entspricht.
f 11
Alle Marine, Rescue und Squad Companies sind für die Wasserrettung in Sommer wie Winter (
Eisrettung
) ausgebildet und ausgerüstet. Bis zu 70 Engine und Ladder Companies sind für die Wasserrettung ausgebildet, solche in der Nähe der Strände von
Coney Island
und der
Rockaway Peninsula
zusätzlich für
Brandungsrettung
. Seit dem vermehrten Auftreten von Überflutungen in tiefer gelegenen Stadtgebieten sind Einheiten dort mit Rettungsbooten bzw. -flößen ausgestattet worden.
f 12
Löschwasserversorgung
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Für die
Löschwasserförderung über lange Wegstrecken
betreibt das FDNY besondere Fahrzeuge und Ausrüstung.
Satellite Units
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Satellite Units
sind eine Kombination aus
Schlauchwagen
und
fahrbarem Monitor
. Sie besitzen weder einen Wassertank noch eine
Feuerlöschpumpe
. Mit ihrem Vorrat an
Druckschläuchen der Größe
(6
Zoll, also 15,2
cm Durchmesser) dienen die Satellite Units der Wasserförderung. Sie führen Schaummittel und tragbare Monitore mit. Mit ihrem Dachmonitor können sie bis zu 19.000
Liter Löschmittel pro Minute (ca. 5000
gpm) abgeben. Über eine rollbare
Schlauchanschlussstation
(Manifold), die als
Verteiler
dient, können sie sich und
Tower Ladders
mit mehreren
Engines
, mit Feuerlöschbooten, dem Auxiliary Water System und ähnlich leistungsfähigen Wasserquellen zusammenschließen.
Super Pumper System (1965)
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Die
Satellite Units
entstanden im Zusammenhang mit dem „Super Pumper System“, das von 1965 bis 1982 in Dienst stand. Der
Super Pumper
war eine von einem
Schiffsdieselmotor
angetriebenen Großpumpe auf einem
Sattelzug
. Mit einer Förderleistung von rund 33.000
Litern pro Minute (8800
gpm) bei 24
bar Druck
f 13
war er ungefähr so leistungsfähig wie zehn damalige
Engines
. Er rückte immer zusammen mit dem
Super Tender
aus, der ebenfalls auf einem Sattelauflieger das Schlauchmaterial mitführte und den zugehörigen Monitor mit hohem Durchsatz verbaut hatte. Die anfangs drei, später fünf
Satellite Units
waren beweglicher als die beiden Sattelzüge und verliehen dem System an Einsatzstellen, etwa bei Industriebränden, mehr Flexibilität; sie umgaben gleichsam den
Super Pumper
wie
Satelliten
18
Das „Super Pumper System“ wurde im Jahr 1984 vom
Maxi Water System
abgelöst. Seitdem rücken sechs auf die ganze Stadt verteilte
Satellite Units
zusammen mit einer
Engine Company
aus. Die diesem System zugeordneten
Engines
sind mit einer anfangs überdurchschnittlich leistungsfähigen Pumpe, die 7500 Liter Wasser pro Minute (2000
gpm) fördern kann, ausgerüstet.
11
Nach dem 11.
September 2001 sind vergleichbare Pumpleistungen bei allen
Engines
zum Standard geworden, um im Katastrophenfall jederzeit aus allen verfügbaren Wasserquellen fördern zu können.
19
Super Pumper 1
Der neue
Super Pumper
ist ein Schaumtanklöschfahrzeug mit einer Förderleistung von knapp 20.000
Litern pro Minute (5250
gpm), wie es bei
Industriefeuerwehren
eingesetzt wird. Mit dem System der 1960er Jahre hat er nur den Namen gemeinsam. Er wird als Zweitfahrzeug von
Engine Company
260
besetzt (Stand September 2023).
20
21
Auxiliary Water System
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Das „Hilfs-Wasserfördersystem“ wurde nach dem 11.
September 2001 angeschafft, um Ersatz für zerstörte Wasserleitungen schaffen zu können. Es basiert auf dem niederländischen
Hytrans Fire System
und wird auf drei Wachen vorgehalten. Da das FDNY zur Unterstützung der zwei New Yorker Flughafenfeuerwehren der
Port Authority of New York and New Jersey
bereitsteht, wurden bei Einführung dieses Systems auch die Durchmesser der Druckschläuche bei den
Satellite Units
und bei besonderen Schlauchwagen für die Flughäfen von 5
Zoll auf 6
Zoll vereinheitlicht.
22
Rettungsdienst
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Da in Manhattan die Stellplatz-Strategie statt Rettungswachen betrieben wird, stehen die Rettungswagen oft an Kreuzungen, Plätzen oder in den Kliniken bereit und warten auf den nächsten Einsatz. In der Bronx gibt es
Paramedic Response Units
(PRU), die keine Patienten transportieren.
f 14
Die Kommandowagen der Leiter der einzelnen Rettungswachen heißen
Conditions Units
. Für die Leitung von Haz-Tac-Sondereinsätzen gibt es in der Stadt eine eigene
Conditions Unit
Ambulance des FDNY
Am Einsatzort
Haz-Tac-Ambulances haben vorne ein großes Zusatz
fach für Schutzausrüstung
Conditions Unit und Ambulance auf Einsatzfahrt
Bei Großeinsätzen und für den Katastrophenschutz im Großraum New York können in den
Major Emergency Response Vehicles
(MERV) und
Medical Evacuation Transportation Units
(METU), vergleichbar mit
Großraum-Rettungs-
und -Krankentransportwagen, zahlreiche Patienten an der Einsatzstelle behandelt, betreut oder transportiert werden. Die
Mobile Respiratory Treatment Unit
(MRTU) ermöglicht es,
Rauchgasvergiftungen
und andere Beeinträchtigungen der Lungenfunktion zu diagnostizieren und behandeln. Eine solche Untersuchung noch an der Einsatzstelle ist für Feuerwehrleute nach Atemschutzeinsätzen verpflichtend. Die
Logistics Support Units
(LSU) transportieren Materialvorräte.
Führungsfahrzeuge
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Battalions und Divisions
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Fahrzeug
Battalion Chief 1
in Manhattan
Die
Kommandowagen
der Battalion- und Division-Chiefs sind Transport-,
Führungs- und Einsatzmittel
. Die Battalions sind mit einem Chief als
Zugführer
und einem
Battalion Fire Fighter
in der Stärke 1/0/1 besetzt. Die Divisions sind mit einem Division Chief als
Verbandsführer
und bis zu mehreren
Chief’s Aides
(Führungsgehilfe, Führungstrupp, Führungsstaffel) besetzt. Neben den
persönlichen Schutzausrüstungen
einschließlich Atemschutzgeräten werden
Kleinlöschgerät
Brechwerkzeug
, Gasmessgeräte und nach Ermessen der Battalion Chiefs angepasste Zusatzausrüstung mitgeführt.
f 15
Einen Einsatz leitet der zuerst eintreffende Battalion Chief von einer Befehlsstelle
(Incident Command Post)
aus, nach Eintreffen des Division Chief geht die
Einsatzleitung
dort auf diesen über. Die Befehlsstelle wird in der Regel, wenn es sich nicht um einen Bagatelleinsatz handelt, mithilfe des
Command Boards
, eines tischartigen, tragbaren Arbeitsplatzes im Straßenraum aufgebaut. Bei Hochhäusern kann die Befehlsstelle auf einem sicheren Geschoss, in der Regel direkt unterhalb des Brandgeschosses, eingerichtet werden, oder in der
Eingangslobby
ein Sicherheits-Arbeitsplatz mit Zugriff auf die
Brandmelderzentrale
benutzt werden.
Zu den Kommunikationsmitteln gehören verschiedene
Handfunkgeräte
und eine tragbare Funk-
Basisstation
, die an der Befehlsstelle platziert wird, um über den allgemeinen Einsatzstellenfunk hinaus einen Führungskanal zu schalten. Bestimmte Battalion- und Division-Fahrzeuge in Stadtvierteln mit Wolkenkratzern sind mit einer fest verbauten
Funkrelaisstation
ausgestattet, die den Führungskanal zwischen
Ultrakurzwellen
-Band (VHF) und
Dezimeterwelle
(UHF) umsetzt, um die Übertragung in Gebäuden zu verbessern.
p 7
Ein Rekorder im Fahrzeug zeichnet
beweissichernd
den Einsatzstellenfunk auf (
Handie Talkie Recorder Unit
),
p 5.2
was eine Lehre aus dem
Brand an der Vandalia Avenue
1998 war.
23
Ein neueres Führungswerkzeug ist
EFAS
, das
Emergency Fireground Accountability System
, das auf dem
Mobile Data Terminal
des Fahrzeugs bzw. dem
Electronic Command Board
, einem tragbaren Rechner an der Befehlsstelle, läuft und in Hinblick auf mögliche
Atemschutzunfälle
den Aufenthalt und Zustand aller Einsatzkräfte automatisiert verwaltet.
24
p 1.6
p 3.3
p 5.3
Führungseinheiten für besondere Lagen
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Kommandowagen
Hazmat-Battalion
Fachlich spezialisierte Führungsdienste sind das
Rescue Operations Battalion
(etwa ein
Zugführer
für die
Technische Hilfeleistung
), das
Hazmat Battalion
(Zugführer und Fachberater für den
Gefahrguteinsatz
) und das
Safety Battalion
(Zugführer
Sicherheitsassistenz
und
Arbeitsschutz
). Sie werden im Alltag bei besonderen Lagen (z.
B.
Hazmat Battalion
bei Gefahrguteinsatz,
Rescue Battalion
bei Einsätzen der technischen Hilfeleistung wie Bauunfällen oder
Verkehrsunfällen
mit eingeklemmten Personen,
Rescue Battalion
und
Safety Battalion
bei Gebäudebränden) bzw. auf Anforderung des Einsatzleiters am Ort alarmiert.
Über diese ständigen Abteilungsleiter hinaus wird zu Beginn jeder Dienstschicht festgestellt, welche Battalion Chiefs mit Weiterbildungen in Aufgabenfeldern wie Sicherheitsassistenz,
p 1.7
Schaumeinsatz, Gefahrgut, Luftaufklärung im
Polizeihubschrauber
oder Verbindung zum
Notfallmanager
von Eisenbahngesellschaften oder U-Bahn verfügbar sind.
f 16
Mobile Kommandozentralen
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Field Communications Unit
Die
Field Communications Unit
(Field Comm) wird als
Führungsunterstützungseinheit
standardmäßig bei allen größeren Einsätzen zur Koordination des Funkverkehrs an der Einsatzstelle und mit der Leitstelle alarmiert.
Mobile Command Center
(MCC) und
Brooklyn Mobile Operations Center
(MOC) sind unterschiedlich große mobilen Kommandozentralen und dienen als
Einsatzleitwagen
bei länger währenden Einsätzen,
Großschadenslagen
und Großveranstaltungen, etwa dem
New-York-City-Marathon
, religiösen Festtagen oder Sitzungen der
Generalversammlung der Vereinten Nationen
. Im Unterschied zur
Field Communications Unit
sind sie nicht ständig mit Personal besetzt.
Das Einsatzplanungsfahrzeug
Incident Management Team Planning Vehicle
(IMV) dient als Besprechungsraum für das
Sachgebiet
Planung und bringt Landkarten und Zugriffsmöglichkeiten auf
Geoinformationssysteme
mit. Es wird besonders bei großflächigen Schadenslagen wie Vegetationsbränden benötigt.
Incident Management Teams
(IMT) wurden aufgestellt, um als „die Feuerwehr der Feuerwehr“ bei besonderen Lagen eingesetzt werden zu können.
25
Command Tactical Unit
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Die
Command Tactical Unit
bedient
Multicopter
zur Einsatzstellen
dokumentation und Lagedarstellung in Echtzeit. Sie kann ihre Bilder an die Einsatzleitung, die
Field Comm Unit
und den Führungsstab im Lagezentrum übertragen.
12
Diese Einheit entstand nach den Erfahrungen des 11.
September 2001 und ist Teil der Sondereinheit für
Robotik
beim
Special Operations Command
Geschichte
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Feuerwehrleute und ein
Chief Officer,
erkennbar am weißen Helm und Hemd, bei einem nächtlichen Einsatz (2016)
Führungsbesprechung von Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei und Verkehrsbetrieb bei einem U-Bahn-Unfall (2024)
Überblick
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1731 kaufte die Stadt New York die ersten Löschkarren
1776 erster
Stadtbrand
Von 1803 bis 1839 betrieb der Feuerversicherer „Fire Patrol“ einen der Vorläufer in Manhattan. Die Nachfolgeorganisation „New York Fire Patrol“ bestand bis 2006.
1809 wurde das erste
Feuerlöschboot
in Dienst gestellt
1835 zweiter Stadtbrand, 1845 dritter Stadtbrand
1861 erste
Drehleiter
für die Einheit „Lafayette
Hook
and Ladder 6“
1898 wurden die Stadtbezirke
Brooklyn
Queens
und
Staten Island
Teil von New York
1907 gab es das erste motorgetriebene Löschfahrzeug (Engine)
1922 waren die letzten Pferdespritzen in Brooklyn im Einsatz
1937 wurde der Sprechfunk eingeführt
1975 Einführung des
Paramedic
-Systems
1976 Erstes
Einsatzleitsystem
Starfire
1996 Fusion mit dem Rettungsdienst NYC
EMS
2001 der Einsatz am 11.
September im World Trade Center bedeutete den größten Einschnitt der Geschichte
2009 Hilfe für ein
auf dem Hudson notgewassertes Flugzeug
2012 Wirbelsturmeinsätze beim
Hurrikan Sandy
Entwicklung der Einsatzzahlen
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1990 gab es (ohne die medizinischen Hilfeleistungen) 243.855 Einsätze (
Incidents
), davon waren über 147.000 böswillige
Fehlalarme
Malicious False Alarms
).
2018 wurden folgende Einsätze gefahren:
p 8
27.053 Brände in Gebäuden
13.730 Brände im Freien
256.560 Notfälle ohne Brand
300.598 medizinische Rettungseinsätze
21.437 böswillige Fehlalarme
1.862.159 Einsätze des Rettungsdienstes
Im Jahre 2018 wurden von den insgesamt 40.783 Löscheinsätzen 1.797 (= 4,4
%) als „All Hands“-Einsätze („Jede Hand wird gebraucht“ = Einsatz von mindestens vier Einheiten) bzw. in noch höhere Alarmstufen klassifiziert.
Bis April 2022 haben in 157 Einsatzjahren 1.157 Männer und Frauen der Feuerwehr im Dienst ihr Leben verloren.
Bedeutende historische Einsätze
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Siehe auch
Liste von Feuerwehrunglücken in den Vereinigten Staaten von Amerika
Triangle Shirtwaist Factory
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Im Jahr 1911 löste der
Brand der Triangle Shirtwaist Factory
in Manhattan eine
Gesetzesnovelle
zur Einführung von Brand- und Arbeitsschutzbestimmungen und gegen die
Kinderarbeit
aus.
Brand im Hotel Sherry-Netherland
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Beim Bau des Hotels
The Sherry-Netherland
kam es im April 1927 zum ersten großen Hochhausbrand in New York.
Brand in der 23rd Street
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Im Oktober 1966 starben beim Einsturz einer Kellerdecke zwölf Feuerwehrleute. Es brannte der Lagerraum einer Kunsthandlung unter dem Drogeriemarkt „Wonder Drugs“ in Manhattans 23.
Straße.
26
a 4
Siehe auch
23rd Street (Manhattan) #Brand in der 23rd Street
New York Telephone Fire
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Im Februar 1975 kam es im
East Village (Manhattan)
zu einem ausgedehnten Brand
PVC
-ummantelter Kabelstränge in einer zentralen Telefon
vermittlungsstelle
von
New York Telephone
, der örtlichen Tochterfirma von
AT&T
. Anders als nach dem Einsatz am World Trade Center 2001 wurden die gesundheitlichen Auswirkungen nicht systematisch erfasst, so dass erhöhte
Krebsraten
bei den eingesetzten Feuerwehrleuten erst Jahrzehnte später als
Berufskrankheit
anerkannt wurden.
27
a 5
Waldbaum’s-Feuer
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Im August 1978 stürzte die
Dachkonstruktion
eines
Waldbaum’s
-Supermarkts in Brooklyn in der Frühphase der Brandbekämpfung ein. Sechs Feuerwehrleute starben. Das Gefahrenpotenzial stützenfreien Dachtragwerks erfuhr danach mehr Aufmerksamkeit.
28
Brand in der Vandalia Avenue
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Kurz vor Weihnachten 1998 starben drei Feuerwehrleute, die zur Menschenrettung im 10.
Geschoss eines Seniorenwohnkomplexes an der Vandalia Avenue in
Starrett City
vorgingen. Wind blies einen Feuerstrom aus der offenen Tür der Brandwohnung in den Hausflur und löste einen
Flashover
aus.
29
23
Infolge einer Häufung ähnlicher Ereignisse wurden neue Methoden und Werkzeuge entwickelt, um die windgetriebene Ausbreitung von Rauch und Feuer zu kontrollieren. Dazu fanden
Brandversuche auf Governors Island
unter Beteiligung des FDNY statt.
p 3.4
Entstehung des FDNY
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Eine
Fire lane
, Feuerwehrspur, in der
Avenue of the Americas
Gründung als Metropolitan Fire Department
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Bis 1865 gab es in der Stadt, die damals allein aus Manhattan bestand, eine Vielzahl freiwilliger Feuerwehr-Einheiten des ersten, nach dem
Unabhängigkeitskrieg
gegründeten
Fire Department of the City of New York
p 3.5
Die finanziellen Mittel kamen von der Stadt und wurden vom
Stadtrat
kontrolliert, in dem die
Demokratische Partei
die Mehrheit hatte. Ein Bündnis aus
Feuerversicherern
, Polizei und der
Republikanischen Partei
setzte sich ab 1864 dafür ein, nach dem Vorbild anderer Städte stattdessen eine Berufsfeuerwehr einzurichten. Anfang 1865 legte dieses Bündnis der
New York State Legislature
einen entsprechenden Gesetzesentwurf vor.
30
Mit Verabschiedung des Gesetzes schuf der Staat New York den „Metropolitan Fire District“ („Metropolen-Löschbezirk“), dem ein vierköpfiges, vom
Gouverneur von New York
zu bestellendes Gremium namens
Board of Fire Commissioners
vorstand. Der Geltungsbereich erstreckte sich über Manhattan und über die zwei freiwilligen Löschbezirke der unabhängigen Stadt
Brooklyn
. Der Metropolitan Fire District allein bekam die Berechtigung, Brandbekämpfung in der Stadt durchzuführen. Alle Freiwilligen Feuerwehren hatten sich aufzulösen, die
Feuerwehrhäuser
dem
Board
zu übereignen und ihre Ausrüstung abzugeben.
30
Am 22. Juni 1865 wurde die letzte Klage der Freiwilligen gegen die neue Ordnung vor Gericht abgewiesen. Sofort gründete das
Board of Fire Commissioners
das Metropolitan Fire Department, abgekürzt MFD, und übernahm alle Liegenschaften. Der Dienstübergang hingegen sollte nach und nach erfolgen.
Als erstes stellte das MFD die „Metropolitan Steam Fire Engine Company
1“ in Dienst. Diese erste Löschkompanie erhielt eine noch kurz zuvor fabrikneu für die Freiwilligen beschaffte Dampfspritze der Marke
Amoskeag
, also eine von einer
Dampfmaschine
angetriebene
Feuerspritze
. Es fand in jener Zeit ein allmählicher Übergang statt von den durch Muskelkraft der Freiwilligen bewegten Feuerspritzen, Schlauchwagen und Leitern hin zu von Pferden gezogenen Wagen.
31
Amoskeag stellte eine erste selbstfahrende Dampfspritze im Jahr 1867 vor.
32
Die Freiwillige Feuerwehr hatte bei ihrer Auflösung 3.421
Männer in 52
Spritzenkompanien, 54
Schlauchkompanien und 18
Haken-
und-Leiter-Kompanien.
31
Die Berufsfeuerwehr sollte ihre Angestellten bevorzugt aus den früheren Freiwilligen auswählen und betrieb am Ende des Gründungsjahres 34
Engine Companies
und 12
Ladder Companies
in Vollzeit, allesamt aus früheren Freiwilligen-Gerätehäusern heraus. Dazu hatte sie 5
Suburban Engines
und 3
Suburban Ladders
für die noch dünn besiedelten Gebiete nördlich der 87.
Querstraße, wo Feuerwehrmänner zwar auf den Wachen schlafen und über Einsätze hinaus mehrmals im Monat Dienste ableisten mussten, aber einem anderen Hauptberuf nachgingen.
30
Historischer Kontext
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Landkarte der neun unter
schiedlich ausge
dehnten Lösch
bezirke (Battalions) in Manhattan im Jahr 1871
Der
Sezessionskrieg
hatte im Jahr 1865 mit dem Sieg der
industrialisierten
Nordstaaten der USA geendet. Die Truppen kehrten zurück in die zivile Wirtschaft und boten zusammen mit den in New York ankommenden
Einwanderern in die Vereinigten Staaten
ein großes Angebot an Arbeitskräften. Begünstigt durch die Lage als Tor zum
Atlantik
, an der Mündung von
Hudson River
und
Eriekanal
und am Endpunkt von nach dem Krieg fertiggestellten
transkontinentalen Eisenbahnstrecken
, beschleunigte sich der Aufstieg New York Citys zur
Weltstadt
. In der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts war New York die am schnellsten wachsende Stadt der Welt. Mit ihr wuchs die
konsum
orientierte
Mittelschicht
, die ihr Hab und Gut durch private Feuerversicherung zu schützen trachtete. Die Versicherungsgesellschaften wollten die Kosten durch Brandschäden verringern und standen den als unprofessionell eingeschätzten freiwilligen Feuerwehrkompanien kritisch gegenüber.
Die Stadt New York bestand aus dem dicht besiedelten
Lower Manhattan
mit den Arbeitsplätzen des
Financial District
und den privilegierten Wohngegenden im Bereich der Südspitze. Nach den drei großen
Stadtbränden
von 1776, 1835 und 1845 zeigte sich die Wirksamkeit der 1815 eingeführten Baugesetze, die den Neubau von Häusern in
Holzständerbauweise
begrenzten und feuerhemmende Materialien wie
Mauerziegel
vorschrieben.
33
In die teils sumpfigen Gebiete am damaligen nördlichen Stadtrand breiteten sich die Wohngegenden der Angestellten und Arbeiterschaft aus. Aufgrund der allenfalls auf Pferdefuhrwerken basierenden Transportmöglichkeiten abseits der 1832 eröffneten Straßenbahn, der
ersten Hochbahnen 1872
oder der U-Bahn 1904 waren nur für wohlhabende Bürger kurze fußläufige Arbeitswege möglich. Mit zunehmender räumlicher Entfernung zum Geschäftszentrum stieg die Armut und sank die Qualität der Gebäude, was entsprechenden Einfluss auf die Brandgefahr und Zahl der möglichen Betroffenen hatte.
34
Professionalisierung
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Steam Engine Company 7 in Brooklyn
In der Zeit der schrittweisen Umstellung von Freiwilligen- auf Berufskompanien kam es zu Konflikten. Es wird von geringer Disziplin und Wirksamkeit auch der Berufskompanien, von Sabotageakten oder von fehlender Zusammenarbeit an Einsatzstellen berichtet. Das
Board of Fire Commissioners
hatte trotz seines gesetzlichen Auftrags kein Interesse an Brooklyn, so dass sich dort zunächst nichts änderte, zumal diese Stadt aufgrund des Gesetzes nicht das Recht hatte, selber eine Berufsfeuerwehr einzurichten.
New York breitete sich nordwärts aus und das Konzept der
Suburban Companies
war überholt. Ende 1867 wurden sie durch vier reguläre Engine und drei Ladder Companies ersetzt und darüber hinaus vier weitere Engine Companies aufgestellt. Trotz laufender Neubeschaffungen von der Firma Amoskeag und später auch der Firma Allerton waren noch immer einige handgepumpte Feuerspritzen aus der Zeit der Freiwilligen im Dienst. Man experimentierte mit verschiedenen Spritzengrößen, um die beste Mischung aus Leistungsfähigkeit und Gewicht zu finden. Begrenzender Faktor waren immer die Kraft und Ausdauer der Zugpferde, die besonders in harschen New Yorker Wintern an ihre Grenzen kamen. Immerhin erkannte man, dass die Männer mitfahren sollten, anstatt schon erschöpft vom Dauerlauf an Brandorten einzutreffen, und baute an alte und neue Wagen
Trittbretter
an.
30
Zwar war durch den Übergang von den Freiwilligen zur Berufsfeuerwehr die Zahl der Kompanien gesunken, so dass die Arbeitsbelastung anstieg. Doch blieb der Abstand der Wachen zueinander im Vergleich zu heute geringer, und darüber hinaus beherbergten sie oftmals mehrere gleichartige Kompanien. Denn einerseits konnten die Zugpferde vor Dampfspritzen das Galopptempo nur über geringe Distanzen durchhalten, besonders in den hügeligen nördlichen Bereichen Manhattans und in der späteren Bronx. Andererseits war eine ausgerückte Einheit bis zum Wiedereinrücken nicht mehr kontaktierbar und konnte also bis zur Einführung des Sprechfunks im Jahr 1937 nicht unterwegs zurückbeordert oder zu einer neuen Einsatzstelle umgeleitet werden.
Die Professionalisierung gemäß einem
paramilitärischen Organisationsmodell
schritt voran. Dies zeigt sich bis heute in den militärisch geprägten Begrifflichkeiten. Im Jahr 1869 wurden acht sogenannte
Battalions
oder
Bataillone
, also von Offizieren kommandierte Löschbezirke, gebildet. Es gab erste schriftliche Vorschriftensammlungen und ein erster Ausbildungsjahrgang rückte ein.
Im Mai 1869 endlich wurde die gesetzliche Grundlage in Bezug auf Brooklyn geändert. Das
Brooklyn Board of Fire Commissioners
lehnte sich bei der Gründung der eigenen Berufsfeuerwehr an die Erfahrungen und Gepflogenheiten New Yorks an. Anders als dort wurden am 15.
September 1869 alle freiwilligen Einheiten gleichzeitig ins Brooklyn Fire Department überführt. Die Fahrzeuge des BFD wurden allerdings grün statt rot lackiert.
Benennung als FDNY
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Pferdefuhrwerk eines Battalion Chief im Jahr 1887
Im Jahr 1870 verabschiedete der Staat New York die „Tweed Charter“, die jegliche Einflussnahme des Bundesstaates auf die Stadt untersagte. Der Journalist
Gustavus Myers
stellte es so dar, dass
William „Boss“ Tweed
im System der
Tammany Hall
seine politische Macht über New York City und seine offen gelebte
Korruption
in jenem Jahr so weit verfestigt hatte, dass er sich als Stadtverordneter an öffentlichen Aufträgen bereichern und damit seine Anhängerschaft zufrieden- und seine Gegnerschaft ruhigstellen konnte.
35
Die durch reichliche Bestechungszahlungen ermöglichte „Tweed Charter“ eliminierte demnach alle Aufsichtsgremien, die Tweeds Macht hätten einhegen können, und nebenbei auch den „Metropolitan Fire District“. Die Stadt bestellte ein eigenes
Board of Fire Commissioners
. Der Name Metropolitan Fire Department war hinfällig und wurde, um die zurück erlangte städtische Kontrolle zu betonen, in den Traditionsnamen „Fire Department of the City of New York“ geändert. Das Kürzel „M.F.D.“ an den Fahrzeugen wurde zu „F.D.N.Y.“.
30
Tweed selbst, der in seiner Jugend freiwilliger Feuerwehrmann gewesen war, wurde 1874 wegen Korruption verurteilt und starb wenige Jahre später, aber die Tammany Hall erholte sich und blieb bis zur
Great Depression
der wichtigste politische Machtfaktor in der Stadt.
Am 1.
Januar 1898 wurde die
Greater City of New York
gegründet. Die Aufgaben des
Board of Fire Commissioniers
wurden im Amt des
Fire Commissioners
gebündelt. Das FDNY ist seitdem für alle fünf damals neu gebildeten Stadtbezirke The Bronx, Brooklyn, Manhattan, Queens und Richmond (heißt seit 1975 Staten Island) zuständig.
p 9
Richmond bekam seine ersten Berufseinheiten im Jahr 1906.
36
In den 1920er Jahren wurde der Schichtdienst eingeführt. Bis dahin war von den Berufsfeuerwehrleuten ständige Anwesenheit erwartet worden.
Stadtverfall und die „War Years“
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Die Bronx brennt
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Ruinen in der Süd-Bronx (1982,
40.80615
-73.92019
Die zwei Jahrzehnte ab ungefähr 1964
f 17
sind als
Kriegsjahre
, „The War Years“, bekannt. Mitte der 1960er Jahre gab es in den meisten Städten der USA Rebellionen (
Rassenunruhen
), so auch 1964 in
Harlem
. Bei der Feuerwehr waren die zuvor im
Zweiten Weltkrieg
und im
Koreakrieg
kämpfenden Männer nun die erfahrenen Offiziere, die jungen Feuerwehrleute waren nicht selten entweder Veteranen des
Vietnam-Kriegs
oder konnten kurzfristig zum Kriegsdienst einberufen werden.
Der
Stadtverfall
begann in den 1960er Jahren in Arbeiter-Stadtvierteln in Harlem, der
Süd-Bronx
und
Brownsville
und ergriff im weiteren Verlauf unter anderem
Bedford–Stuyvesant
East New York
, die
Lower East Side
und
Williamsburg
. Die Einsatzzahlen zuvor unauffälliger Feuerwehreinheiten stiegen deutlich an. Der Bevölkerungs
rückgang und die bei steigenden Preisen geringe Zahlungsfähigkeit der verbliebenen Mieter trieb auch seriöse Vermieter in die Pleite. Reparaturen lohnten sich nicht mehr, Grundsteuern wurden nicht gezahlt, Wohnhäuser wurden hastig leergezogen und neben den zahlreichen Altbauten von geringer Qualität verfielen auch solide für eine Nutzungsdauer von 100 Jahren gebaute Mehrfamilienhäuser. Nicht selten wurden Häuser trotz noch darin befindlicher Mietparteien angezündet, um die finanziellen Verluste zu begrenzen, auf späteren Wertzuwachs des freigeräumten Grundstücks zu spekulieren oder möglicherweise noch Geld von einer Feuerversicherung zu erhalten. Mieter konnten nach Verlust ihrer Wohnung und ihres Hausrats auf Kosten der Stadt in bessere Gegenden umziehen, so dass sich auch von dieser Seite ein widersinniger Anreiz zu mehr Bränden ergab.
37
Die Stadt kürzte mit Billigung des John
T. O’Hagan, der seit 1962 Chief of Department und zusätzlich seit 1973 Fire Commissioner war, das Budget des FDNY. Einheiten und Wachen wurden geschlossen, hunderte Feuerwehrleute entlassen, die Wartung der Fahrzeuge und Gebäude wurde vernachlässigt und Hydrantenprüfungen, Brandschutzinspektionen und
Brandursachenermittlung
fanden nicht mehr statt.
38
Brandstifter waren nicht der Grund für den Verfall, aber ihnen wurde wenig Einhalt geboten.
„In six or seven years, the FDNY moved or closed 50 companies, the vast majority of them in the Bronx, Harlem and central Brooklyn. Because the model said you can close your busiest companies and not impact your ability to respond.“
„Binnen sechs oder sieben Jahren verlegte oder löste das FDNY 50 Einheiten auf, davon die weit überwiegende Anzahl in der Bronx, in Harlem und in der Mitte Brooklyns. Weil das [von der
RAND Corporation
verwendete Simulationsmodell] ausgab, dass man die Einheiten mit der höchsten Einsatzdichte abschaffen und trotzdem die
Hilfsfrist
einhalten kann.“
Joe Flood (2010)
The Fires: How a Computer Formula, Big Ideas, and the Best of Intentions Burned Down New York City–and Determined the Future of Cities
38
Einsatz im Jahr 1973
Am 6.
November 1973 traten zum ersten Mal überhaupt Berufsfeuerwehrleute in einen
Streik
, der von 9 bis 13
Uhr dauerte.
f 18
Am schlimmsten waren die Zustände um das Jahr 1976,
f 17
wofür sinnbildlich die Unruhen während des eintägigen
Blackouts im Hochsommer 1977
standen.
All dies wurde in der Wahrnehmung der nicht direkt betroffenen Bevölkerung zum
Normalzustand
. Nicht einmal große Brände wurden in Nachrichtensendungen erwähnt. Erst Feuerwehrleute, die als Journalisten und Schriftsteller tätig wurden, brachten die Entwicklung an die Öffentlichkeit.
Dennis Smith
verfasste Zeitungsartikel und dann den autobiografischen
Bestseller
„Report from Engine Company
82“ mit Schilderungen aus der Perspektive eines jungen Feuerwehrmannes in der Süd-Bronx ab Ende 1960er Jahre. Fernsehberichte prägten den zum Sprichwort gewordenen Ausruf
„The Bronx is burning“
39
In manchen Vierteln endeten die Brände erst, als alle Substanz verzehrt war und die Szenerie an ausgebombte Städte des Zweiten Weltkriegs erinnerte.
Wirtschaftliche Hintergründe
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Teilweise ausgebrannte Reihenhäuser in Brooklyn (1974)
Mit dem Ölreichtum der Vereinigten Staaten, der im
Manufacturing Belt
die kohlebasierte Wirtschaft der Industrialisierung ablöste, mit der darauf aufbauenden
Massenmotorisierung
, und gefördert durch staatliche Initiativen nach dem Zweiten Weltkrieg, etwa dem
G.I.-Gesetz
, kam es zur
Suburbanisierung
amerikanischer Großstädte. Von 1969 bis 1976 gingen in New York 600.000 Arbeitsplätze verloren.
40
Die Stadt durchlebte einen
Strukturwandel
von der ortsansässigen Industrieproduktion und dem arbeitsintensiven Umschlag im
New Yorker Hafen
hin zu einer dienstleistungorientierten und
globalisierten
Wirtschaftsweise einschließlich der Ansiedlung von
Finanzdienstleistern
und der beginnenden
Containerisierung
des Stückguttransports. Die Armut der Arbeiterschicht stieg an. Die
weiße
Mittelschicht zog vermehrt in die neuen Vorstädte, pendelte mit dem Auto oder, im für die USA untypischen Fall New Yorks, den Vorortbahnen in die
Central Business Districts
der City und überließ die Wohngebiete am Rand der Innenstädte den Benachteiligten und den neu Zugewanderten. In der Bronx wanderte die unsichtbare
sozialökonomische
Grenze zwischen einem wohlhabenderen Nord- und einem verarmten Südteil seit den 1960er Jahren nordwärts. Der Bau des
Cross Bronx Expressway
unter dem Stadtplaner
Robert Moses
teilte oder zerstörte gewachsene Stadtquartiere.
41
Unter Moses entstanden auch moderne Hochhaus-Wohnkomplexe des
sozialen Wohnungsbaus in New York City
, die wiederum keine Rücksicht auf ältere Strukturen nahmen.
Siehe auch
Rust Belt
Flächensanierung #In den USA
und
Demografie der Bronx
Siehe auch
Demografie von Brooklyn
Gesamtwirtschaftlich erlebte die Erdöl-basierte Wirtschaft
1973 mit der ersten und 1979 mit der zweiten Ölkrise
Preis- und Inflationsschocks, die die seit dem Zweiten Weltkrieg zur Selbstverständlichkeit gewordenen Wachstums- und damit Wohlstandserwartungen in Frage stellten. Mitten in einer seit Ende der 1960er Jahre wirkenden
Lohn-Preis-Spirale
versuchten die verschiedenen Ebenen der Regierung, ihre Kosten in den Griff zu bekommen. Die Finanzen New York Citys gerieten von zwei Seiten unter Druck: Auf der Einnahmenseite zurückgehende Steuereinnahmen und alternde, durch Strukturwandel und Bevölkerungs
rückgang ineffizient genutzte öffentliche Einrichtungen. Auf der Ausgabenseite laufend steigende Kosten sowie eine mit Streiks durchgesetzten Ausweitung des
öffentlichen Dienstes
, der Gehälter und der Pensionsansprüche. Die Stadt war 1975 jenseits der Schwelle, an der sie die Zahlungsunfähigkeit nach
Chapter 9
des
Insolvenzrechts der Vereinigten Staaten
hätte erklären müssen. Sie wurde als verloren und nicht kreditwürdig betrachtet. Nach einigem Hin und Her wurde eine
Rettungsaktion
zur
Haushaltskonsolidierung
beschlossen, die außerhalb der Stadt unpopulär war.
42
43
Für die Stadt begann sich die Lage während der Amtszeit Oberbürgermeister
Ed Kochs
insgesamt zu verbessern und sie konnte sich ab 1985 wieder am Kapitalmarkt Geld für Investitionen beschaffen.
40
Ab Ende der 1970er erhöhte die Stadt auch das Budget der Feuerwehr, und so endeten die „War Years“ im Verlauf der 1980er Jahre.
Das FDNY am 11. September 2001
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Feuerwehrmann fordert im Zuge der Bergungsarbeiten zehn weitere Kräfte an (15.
September)
Löschangriff am
World Trade Center 6
inmitten von Trümmern und zerstörten Fahrzeugen. Links Ladder
3, hinten Rescue
1.
44
Nach den Einstürzen des WTC war die Umgebung mit schadstoff
belastetem Staub bedeckt
Die Feuerwehr verlor 343 Angestellte bei den
Terroranschlägen am 11. September 2001
. Die meisten davon starben in und an den Türmen des
World Trade Center (WTC)
bei deren Einsturz. In den Folgejahren starben nach Angaben der Feuerwehrgewerkschaft über 170 Angestellte an Krankheiten, die durch die Folgen der Anschläge hervorgerufen wurden. Rund einer von acht dort eingesetzten Feuerwehrleuten erkrankten an Krebs.
45
a 5
Einsatzziele und Einsatzbedingungen
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Die Feuerwehr wollte nach der Explosion von Flug
AA
11
den Nordturm evakuieren, die dort tätigen Angestellten retten und evtl. den Brand löschen. Relativ bald wurde das Ziel auf die Rettung und Evakuierung der Beschäftigten zurückgenommen, denn Fahrstühle zum Transport von Löschmannschaften in die Umsteige-Stockwerke und höher standen nicht zur Verfügung.
Mit Teileinstürzen der Gebäude wurde spätestens ab den Folgen der Explosion von Flug
UA
175
im Südturm gerechnet. Es wurden weitere Hilfskräfte und Transportmittel für Verletzte alarmiert und herangeführt. Neben den beiden Wolkenkratzern war das Hotel
Marriott World Trade Center
der dritte Einsatzschwerpunkt. Der Räumungsbefehl an die Feuerwehreinheiten im Nordturm führte nur zum Teil zum Abbruch der dortigen Rettungsarbeiten. Rund 750 Feuerwehrleute waren zum Zeitpunkt der Einstürze im Einsatz.
a 6
Nach dem Einsturz der beiden Türme hieß das Einsatzziel:
Rettung
der Verschütteten, später auch
Bergung
der Toten, auch der dort vermissten Kollegen. Durch den Einsturz waren weitere Gebäude im Umkreis von 500 Metern zum Teil massiv gefährdet. Die Befehlsinfrastruktur des FDNY war direkt danach zum großen Teil zerstört und musste neu aufgebaut werden.
In der weiteren Folge mussten unter anderem die Einsatzrichtlinien überprüft und zum Teil verändert werden. Der gemeinsame Bericht der Feuerwehrführung und der Beratungsfirma
McKinsey
& Co
war dazu eine Grundlage. Nicht alle dort erhobenen Forderungen wurden umgesetzt (Stand August 2006).
p 10
p 11
Weltweite Solidarität
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Trauer, Solidarität und Hilfe kamen aus allen Teilen der Welt.
46
Auch eine 250 Mann starke deutsche
Feuerwehr-Delegation
übermittelte am 18. November 2001 in New York beim weltgrößten Trauermarsch ihre Betroffenheit zum Tod der vielen Helfer. Bei der anschließenden Trauerfeier im Madison Square Garden sprachen US-Präsident
George W. Bush
, Bürgermeister
Rudolph Giuliani
und New Yorks Feuerwehrchef Thomas
Von Essen
. In New York wurden die Spenden der Aktion „Hilfe für Helfer“ übergeben, mit denen die Angehörigen der ums Leben gekommenen Retter unterstützt werden sollen. Der Präsident des
Deutschen Feuerwehrverbandes
(DFV),
Gerald Schäuble
, überbrachte persönlich die Anteilnahme der deutschen Feuerwehren mit einem Scheck über eine Dreiviertelmillion
Deutsche Mark
, die von Feuerwehren, Privatleuten, Unternehmen und durch Benefizveranstaltungen aufgebracht wurden.
47
Denkmäler
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Am 10. Juni 2006 wurde an der Außenwand der Feuerwache Liberty Street, dem „10 House“, in dem die
Engine Company 10
und
Ladder Company 10
gegenüber dem heutigen
World Trade Center
World Trade Center Site
) stationiert sind, ein Denkmal des FDNY eingeweiht.
48
Auf ihm stehen die Namen aller 343 Toten der Feuerwehr.
Fast alle Feuerwachen in Manhattan verloren am 11.
September Männer. Am schwersten war die Wache von Engine 54, Ladder 4, Battalion 9 in der
48th Street and Eighth Avenue
betroffen. Sie verlor 15 Mann. Auch heute ist sie wieder Spezialeinheit bei Hochhausbränden und gilt als die Wache mit der höchsten Einsatzdichte in NYC.
Memorial Wall am „Ten House“ (Feuerwache 10 – in der Liberty Street gegenüber dem WTC)
Gedenktafel am „Ten House“
Lackierung zum Gedenken an Ladder 10 des „Ten House“
Hallentore des „Ten House“ mit Gedenkbemalung
Gedenklackierung der Hallentore am Firehouse Engine 54, Ladder 4, Battalion 9
FDNY Engine 6: Der moderne Seagrave-Pumper ersetzte ein am 11. September 2001 zerstörtes Modell. Auf der vorderen Tür sind die Namen der an diesem Tag getöteten Feuerwehrleute von Engine 6 zu lesen
Einweihung der Gedenktafeln an die getöteten Feuerwehr
männer der Feuerwache Pitt Street, 2006
Andenken an die 15 getöteten Feuerwehr
männer bei der Wache 8th Avenue
Gedenkraum im
FDNY Fire-Museum
Im Gedenkraum sind alle getöteten 343 Feuerwehr
leute abgebildet. Die Lücken in der Mitte sollen die zwei WTC-Türme darstellen.
Das zerstörte Fahrzeug von Ladder Company 3 im
National September 11 Memorial and Museum
„The Kneeling Fireman“ (Der kniende Feuerwehr
mann), Denkmal in der East 43rd Street (
40.753797
-73.979634
).
Brand im Deutsche Bank Building 2007
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Hauptartikel
Deutsche Bank Building #Brand beim Abriss
Rauchentwicklung aus der Ruine des Deutsche-Bank-Hochhauses
Bei einem Brand im Hochhaus
Deutsche Bank Building
gegenüber der Feuerwache Liberty Street, dem „Ten House“, starben am 18. August 2007 zwei Feuerwehrleute. Es kam zu einer Reihe von gleichzeitigen
Atemschutzunfällen
und zu 115 unterschiedlich schwer verletzten Feuerwehrleuten. Das Hochhaus war am 11. September 2001 beschädigt worden. Es befand sich in der Abrissphase. Schon am 17.
Mai 2007 war bei den Arbeiten ein Rohr herabgestürzt und hatte das Dach des „Ten House“ durchschlagen.
Nach diesem Unglück wurde die vernachlässigte Informationssammlung für das
Critical Information Dispatch System
in Hinblick auf sich schnell verändernde Baustellensituationen verstärkt. Unter dem
Building Inspection Safety Program
, kurz BISP, führen Einheiten werktägliche Brandschutz
inspek
tionen in ihrem Erst
ausrücke
gebiet durch und aktualisieren die Datenbank.
49
50
51
Bombenanschlag 1993
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Hauptartikel
Bombenanschlag auf das World Trade Center 1993
Am 26. Februar 1993 wurde um 12.18 Uhr ein Sprengstoffanschlag in der Tiefgarage unter dem World Trade Center verübt, der die Wolkenkratzer zerstören sollte. Mehrere unterirdische Geschosse stürzten ein, aber die tragenden Stützen blieben stabil. Durch geborstene Schächte und Fenster zog Brandrauch in die Gebäude, aufsteigende Luftströmungen verbreiteten ihn durch den
Kamineffekt
an dem kalten Wintertag. Die Haustechnik mit Lüftung und Notstromversorgung fiel aus, so dass die Evakuierung ohne Aufzüge und Beleuchtung stattfinden musste. Die Sicherheitsleitwarte der Port Authority war zerstört, nur die Telefonanlage blieb funktionsfähig.
Die Wolkenkratzer WTC 1 und WTC 2 sowie das WTC 3, damals das Vista-International-Hotel, waren die drei Haupt-
Einsatzabschnitte
. In zwei weiteren Abschnitten wurden die Brandbekämpfung sowie die Rettung eines in den Explosionskrater gestürzten Feuerwehrmanns koordiniert, später wurden Einsatzabschnitte für das Durchsuchen aller Gebäude des World-Trade-Center-Komplexes gebildet. In der Spitze waren 156
Companies
und 31 Führungsfunktionen im Einsatz.
52
53.1
Alarmierungssystem und Einsatzablauf
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Die Berufsfeuerwehr ist in New York City für alle
Brandbekämpfungs
-,
technischen Hilfeleistungs-
und
Gefahrguteinsätze
zuständig. Außerdem wird der
Rettungsdienst
vom FDNY koordiniert und zu einem Großteil auch selbst gefahren. Das
Notrufsystem
in New York ist dem deutschen
Alarmierungssystem
sehr ähnlich. Notrufe können die Feuerwehr auf verschiedenen Wegen erreichen.
Telefonalarm
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Die häufigste Art ist ein Alarm über das öffentliche Telefonnetz. Wählt man in New York den Notruf (einheitliche Telefonnummer
911
), erreicht man jedoch nicht direkt das FDNY, sondern eine allgemeine städtische Notrufzentrale, welche von der
New Yorker Polizei
besetzt ist (
„city-wide 911 answering point“
). Durch
Enhanced 911
werden dabei Standortdaten übermittelt.
Nach einer 2009 umgesetzten Zentralisierung bearbeiteten die dortigen
Calltaker
(sogenannte
„Unified Call Takers“
) alle Notrufe und gaben die Daten über das zentrale
Einsatzleitsystem
an die zuständigen Behörden weiter (
Polizei
Hafenbehörde
oder eben das FDNY). Tatsächlich mit der Borough-Leitstelle verbunden wurde ein Anrufer dabei nur noch in Ausnahmefällen (z.
B. bei eingeschlossener Person, die um Anweisungen bittet). Direkte Notrufe an die Borough-Leitstellen waren nach wie vor möglich, wenn man deren Telefonnummer kannte.
Seit 2019 werden die Notrufe von der Zentrale wieder direkt an die Borough-Leitstellen durchgestellt. So können bei der Alarmierung genauere Informationen an die Einheiten übermittelt werden. Eine Auswertung der Statistik zeigte, dass sich neben der erhöhten Informationsqualität die Reaktionszeit verkürzte oder allenfalls gleich geblieben ist, sich jedenfalls nicht verschlechterte.
a 7
Handelt es sich um einen
medizinischen Notfall
, werden die Daten an die Rettungsleitstelle (
„Emergency Medical Service Communication Center“
) weitergeleitet. Auch hier wurde im Jahr 2020 darauf hingearbeitet, Anrufende wieder direkt mit der Rettungsleitstelle zu verbinden.
a 7
Brandmeldealarm
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Telegrafischer Brandmelder, unten eingestanzt die Box
num
mer 9716: Queens, Union Turn
pike Ecke 184. Straße (
40.72808
-73.78496
54
Gusseiserne
Säule mit Sprech
stel
le des
Emergency Reporting System
, oben einge
prägt die Box
num
mer 7981: Queens, Broad
way Ecke 78.
Straße (
40.74482
-73.88727
Die zweithäufigste Methode sind
Brandmelder
und
Brandmeldeanlagen
Manuelle Brandmelder
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Im Jahr 2013 wurden 2,6
Prozent aller Notrufe über
Rufsäulen
getätigt. Die ersten Rufsäulen wurden 1870 aufgestellt.
55
Diese ältesten Rufsäulen funktionieren rein elektro-mechanisch mit einem
Federwerk
, das bei Betätigung abläuft und die vierstellige Boxnummer an die angeschlossene Borough-Leitstelle
telegrafiert
. Über das
„Box Alarm Readout System“ (BARS, „Alarmmeldungs-Anzeigesystem“)
wurde dieses System in den 1970er Jahren an den ersten
Einsatzleitrechner
angeschlossen: Die telegrafischen Signale werden seitdem automatisiert ausgewertet, auf dem Bildschirm angezeigt und müssen nicht mehr durch Menschen mitgezählt werden.
Diese Rufsäulen waren außerdem bis zur Einführung des Sprechfunks im Jahr 1937 der schnellste Verständigungsweg zwischen Einsatzstelle und Leitstelle: Mit einem Schlüssel konnten Feuerwehrleute die Rufsäule aufklappen und telegrafische Codes über den Einsatzablauf, etwa die Nachforderung weiterer Kräfte, an die Zentrale senden. Ohnehin musste jede ausgelöste Rufsäule aufgeklappt und von Hand wieder scharf geschaltet werden, indem der Mechanismus neu aufgezogen wurde.
Das
„Emergency Reporting System“ (ERS)
verringerte die
Falschalarmrate
, weil man über eine
Sprechanlage
direkt mit der zuständigen Borough-Leitstelle bzw. der Polizei spricht. Aufgrund der schlechten Nachverfolgbarkeit der Benutzer sind
Falschalarme
dennoch gang und gäbe. Im Jahr 2013 wurde eine Falschalarmrate von 88
Prozent genannt.
55
Bei erhöhtem Einsatzaufkommen, zu bestimmten Tageszeiten in bestimmten Gegenden oder an für Fehlalarme bekannten Säulen, an denen kein Sprechkontakt hergestellt werden kann, werden Auslösungen unter Umständen ignoriert bzw. der zuständige
Battalion Chief
kann nach eigenem Ermessen ausrücken (
„discretionary response box“
).
56
Die Rufsäulen-Systeme sind unabhängig von anderen Kommunikationsnetzen nutzbar, ermöglichen die exakte Positionsbestimmung und bleiben im Prinzip bis heute ein wertvoller Alarmierungsweg, wenn telefonische Notrufe ungenaue Ortsangaben beinhalten oder eine
Sprachbarriere
überwinden müssen. Im Zeitalter der
Mobiltelefonie
hat sich der Wartungszustand der 15.000
Melder verschlechtert, in manchen Stadtvierteln sind die Systeme seit den Hurrikanen
Irene
und
Sandy
55
oder durch andere Vorkommnisse langfristig außer Betrieb.
Automatische Brandmelder
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In der Baugesetzgebung sind abhängig von der Gebäudeart verschiedene Brandschutzeinrichtungen vorgeschrieben und Kategorien automatischer Brandmeldeanlagen definiert. Ein „Class
3 Alarm“ ist eine Alarmauslösung, die über eine
Alarmzentrale eines privaten Dienstleisters
oder direkt an die Feuerwehr gemeldet wird. Für Hochhäuser sind beispielsweise „Class E/B“ oder „Class J/R“-Alarme definiert; ein automatischer Kategorie-J-Alarm bei Wohnhochhäusern ruft nachts mehr Feuerwehreinheiten auf den Plan als tagsüber.
56
p 12.1
f 19
Die Bezeichnung „Class
3 Alarm“ stammt aus dem Telegrafenzeitalter, als automatische Brandmeldungen mit drei Glockenschlägen übermittelt wurden.
Weitere Alarmierungsarten
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Eine weitere Möglichkeit ist der so genannte
„verbal alarm“
, bei welchem ein Notfall mündlich direkt an eine Feuerwache oder an eine im Einsatz befindliche Einheit gemeldet wird, die dann die Leitstelle verständigt.
Über die Vernetzung der Rechnersysteme von Rettungsdienst und Polizei können diese Dienste Feuerwehreinheiten mit der Alarmierungsart
„EMS Link“
oder
„PD Link“
direkt zu Einsätzen als
Certified First Responder
und zur Unterstützung im Rettungsdienst alarmieren.
56
Boxnummern
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Jede Adresse in New York City ist einer so genannten Boxnummer
(box number)
zugeordnet. Diese vierstelligen Nummern sind „Überbleibsel“ aus der Zeit, in der die elektro-mechanischen Rufsäulen
(„Boxes“)
noch den Haupt-Alarmierungsweg der Feuerwehr darstellten. Manhattan und Bronx teilen sich einen Satz an Boxnummern, während die anderen drei
Boroughs
jeweils eigene haben, d.
h.
Box 1234
kann in Manhattan, Brooklyn, Queens oder Staten Island liegen, daher wird immer der
Borough
mit angegeben (z.
B.
„Brooklyn Box 1234“
– dies wäre die Kreuzung Carlton Avenue und Bergen Street
54
). Die Boxnummern sind beim FDNY immer noch in Gebrauch, da sie die Kommunikation vereinfachen. Um eine Einsatzstelle in einem Borough klar einordnen zu können, reicht diese vierstellige Zahl aus und es muss nicht immer die komplette Adresse verwendet werden. Die exakte Adresse wird lediglich zu Beginn eines Einsatzes über Sprechfunk durchgegeben und an die
MDTs
der eingesetzten Fahrzeuge übermittelt.
Kommunikationszentralen
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Gebäude PSAC
2 in der Bronx (2016)
Funksendeanlage und Gebäude der ehemaligen Borough-Leitstelle für Queens in
Woodhaven
Das
Lagezentrum
Fire Department Operations Center
befindet sich im Feuerwehrhauptquartier in der
Innenstadt von Brooklyn
57
Jeder der fünf Boroughs hatte eine eigene Leitstelle, die als Telegrafenzentrale errichtet wurde. Dort liefen buchstäblich alle Fäden zusammen. Bis Anfang der 2010er Jahre waren diese
„Fire Department Communications Offices“
direkt in ihrem jeweiligen Borough angesiedelt. Die repräsentativ gestalteten Gebäude standen zum Schutz vor Großbränden etwas abgeschieden an Parks und Freiflächen.
In den 2010er Jahren zogen die Leitstellen in zwei
Public Safety Answering Centers
(PSAC, entspricht deutschen integrierten Großleitstellen) um, blieben dabei aber organisatorisch eigenständig. Das Gebäude für PSAC
1 steht in Brooklyn im Büropark
Brooklyn Commons bzw. MetroTech Center
58
, das für PSAC
2 in der Bronx. Beide PSACs sind
redundant
angelegt, so dass sich die Zuteilung der Boroughs ändern kann. Mit Stand 2018 saßen Brooklyn und Staten Island im PSAC
1, Manhattan, die Bronx und Queens im PSAC
2.
f 20
Das seit 1976 genutzte Einsatzleitsystem
Starfire
wurde Anfang August 2021 durch das neu entwickelte
FireCAD
von
Accenture
abgelöst.
59
Disposition
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Jede der New Yorker Borough-Leitstellen ist wie eine reguläre
Company
mit festem Personal ausgestattet und in jeder Schicht gleichzeitig mit verschiedenen
Disponenten
besetzt. Je nach Tageszeit und erwartetem Einsatzaufkommen sind unterschiedlich viele Disponenten eingeteilt und weitere in
Rufbereitschaft
. Auszubildende und
auf Abruf
bereitstehende Springer werden aus dem übergeordneten Organisationsbereich
Dispatch Operations
zugewiesen.
Alarm Receipt Dispatchers
(ARD): Die
Notrufabfrage-Disponenten
bearbeiten sämtliche mündlich eingehenden Notrufe (öffentliches Telefon, Rufsäule, Telefon einer Feuerwache etc.), geben die Daten in das Einsatzleitsystem ein und leiten diese an den
Decision Dispatcher
weiter.
Decision Dispatchers
(DD): Die
Entscheidungs-Disponenten
bearbeiten alle Notrufe. Die Daten, die von den
ARDs
, automatischen
Brandmeldeanlagen
und den Notrufsäulen in das Einsatzleitsystem eingegeben wurden, werden von Computern „aufbereitet“ (Ort des Notfalls, Art des Notfalls und zur Alarmierung vorgeschlagene Einheiten) und von den
DDs
gesichtet. Anschließend werden die erforderlichen Einheiten durch den
Decision Dispatcher
alarmiert. Dies geschieht zunächst nur elektronisch, d.
h. den alarmierten Wachen wird ein Alarmfax geschickt. Einsatzbereite Einheiten, die sich gerade nicht auf der Wache befinden, erhalten eine Nachricht auf ihr
Mobile Data Terminal
. Der gesamte Vorgang von Eingang des Notrufes bis zur Weitergabe an die Wache, bzw. die jeweilige Einheit braucht durchschnittlich 25 bis 30 Sekunden. Zusätzlich muss der
DD
dafür sorgen, dass eine flächendeckende Versorgung mit Einsatzmitteln im
Borough
gewährleistet bleibt. Zur Bereichsabdeckung ist es oftmals nötig,
Companies
temporär in andere Wachen zu verlegen (sog.
relocations
).
Voice Alarm Dispatcher
(VAD): Diese Disponenten übernehmen die Alarmierung der einzelnen Wachen im Falle eines Ausfalls des Alarmfax-Systems. Des Weiteren sind sie für allgemeine Durchsagen an die Wachen im
Borough
zuständig (z.
B. größere Brände, Unwetterwarnungen, allgemeine Tagesanweisungen etc.). Außerdem fällt die Kommunikation mit anderen Behörden (
Polizei
Hafenbehörde
Wohnungsbehörde
Verkehrsbehörde
etc.) in ihren Aufgabenbereich.
Radio-Out Dispatcher
und
Radio-In Dispatcher
: Der
Radio-Out Dispatcher
ist für die Sprechfunk-Kommunikation mit den einzelnen Einheiten zuständig, während der
Radio-In Dispatcher
Informationen aus den eingehenden Funksprüchen in das Computersystem eingibt und zudem die einzelnen Einsätze archiviert.
Tour Supervisors
: Die Schichtleiter sind für die allgemeine Koordination in den einzelnen Leitstellen zuständig. Zusätzlich zu den fünf
Tour Supervisors
ist außerdem immer mindestens ein
Borough Supervisor
in einer der fünf Borough-Leitstellen von sechs Uhr morgens bis Mitternacht im Dienst.
Mobile Data Terminals
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Jedes Fahrzeug des FDNY verfügt über ein
Mobile Data Terminal (MDT)
(„mobiles Datenterminal“). Sobald eine Einheit alarmiert wird, erhält sie alle wichtigen Informationen (Ort und Art des Einsatzes, andere alarmierte Einheiten,
Besonderheiten am Einsatzort
etc.) auf ihr
MDT
. Außerdem kann eine Einheit ähnlich wie beim deutschen
Funkmeldesystem
über das
MDT
Statusmeldungen an die
Leitstelle
übermitteln (z.
B. „Einsatz übernommen“, „Ankunft an der Einsatzstelle“, „einsatzbereit“ etc.). All dies führt zu einer – aufgrund des hohen Einsatzaufkommens in New York auch dringend notwendigen – Entlastung des Sprechfunkverkehrs. Viele Klein- und Bagatelleinsätze werden beispielsweise fast völlig ohne Sprechfunk-Kommunikation abgearbeitet. Wichtige Informationen (v.
a. aus dem
CIDS
) können außerdem direkt im Fahrzeug ausgedruckt werden.
Als neue Anwendung kam in den 2010er Jahren das
Emergency Fireground Accountability System
hinzu, das über das Mobile Data Terminal eines Einsatzleiters bzw. über einen tragbaren Rechner läuft. Es erfasst am Einsatzort die Identität und den letzten Aufenthaltsort jedes eingebuchten Feuerwehr- und EMS-Angehörigen, um bei
Atemschutzunfällen
schnelle Hilfe zu ermöglichen. Betätigen Einsatzkräfte einen Notsignalknopf oder geben eine
Mayday-Meldung
über Sprechfunk ab, werden die Daten sofort angezeigt. Umgekehrt kann im Ausschlussverfahren automatisiert per Knopfdruck ermittelt werden, ob alle
Companies
vollständig sind
(Roll Call)
24
p 1.8
p 3.3
Critical Information Dispatch System (Einsatz-Wissensdatenbank)
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Quelltext bearbeiten
Vorrichtungen zur Löschwasser
einspeisung am
Rockefeller Center
Das
Critical Information Dispatch System
(kurz CIDS) stellt für den Einsatzort wichtige Informationen bereit. In einem ursprünglich 140 Zeichen langen Kurzformat können jeder Adresse im Stadtgebiet Angaben zugeordnet werden, die zum Beispiel für die
Brandbekämpfung
, die Menschenrettung und den Eigenschutz der Einsatzkräfte von Bedeutung sein könnten. Sie werden grundsätzlich während der
Baugenehmigungsverfahren
sowie bei Brandschutzinspektionen gesammelt und können beinhalten:
genaue Lage, Art der Bebauung (Wohnhaus, Büro, Lagerhalle etc.)
Anzahl der Stockwerke und Wohnungen pro Etage, Typ und Zustand von
Steigleitungen
und Treppenhäusern
Gewöhnliche Anwesenheit von mobilitätseingeschränkten oder
vulnerablen
Personen, die sich nicht selbst in Sicherheit bringen können
mögliche Risiken am Einsatzort, etwa Schadstoffe wie
Asbest
, Art der Dachkonstruktion, vorherige Brände, bekannte Gebäudeschäden, laufende Bauarbeiten usw.
Der
Dispatcher
ruft diese Informationen aus der Einsatzdatenbank auf und übermittelt sie an die
MDTs
der Fahrzeuge, während diese sich auf dem Weg zur Einsatzstelle befinden. Außerdem werden diese Informationen bei einem Brandereignis immer, anderenfalls auf Anforderung auch noch über den Sprechfunk vom
Dispatcher
vorgelesen.
Alarmstufen
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Wie bei jeder Feuerwehr werden zu verschiedenen Einsatzszenarien unterschiedlich viele verschiedene Einheiten alarmiert. Dies reicht von einer
Engine Company
bei Mülleimerbränden bis hin zum
5th Alarm
, zu dem insgesamt über fünfzig Fahrzeuge ausrücken. Es gibt Vorschriften, ab welcher Anzahl von eingesetzten Strahlrohren die Alarmstufe zu erhöhen ist. Nachfolgend ein „Beispielbrand“:
60
Einsatz in
Little Italy
(2015)
Box Alarm
oder
1st Alarm:
Wenn ein Gebäudebrand gemeldet wird, rücken im Normalfall zunächst drei
Engines
, zwei
Ladders
und ein
Battalion Chief
aus. Mit dem Stichwort
Box After Initial
kann die Leitstelle nach Erhalt besserer Informationen, zusätzlicher Notrufe usw. noch vor Eintreffen der ersten Einheit die Alarmstufe erhöhen.
10-75:
Sobald die zuerst eintreffende Einheit ein größeres Schadfeuer vorfindet, meldet sie „10-75“, woraufhin eine vierte und fünfte
Engine
, eine
Squad Company
, eine
Rescue Company
, eine vierte
Ladder
, eine
RAC-Unit
, ein weiterer
Battalion Chief
(traditionell bezeichnet als „All-Hands Chief“) und als Einsatzleiter ein
Division Chief
ausrücken. Die dritte
Ladder Company
wird immer als der so genannte FAST-Truck (
„Firefighter Assist and Search Team“
– etwa
„Team zur Unterstützung und Suche von Feuerwehrleuten“
) alarmiert und ist ausschließlich dazu da, als
Sicherheitsstaffel
für den Fall eines
Atemschutzunfalls
bereitzustehen und das
Emergency Fireground Accountability System
EFAS zu beobachten.
p 5.4
Im Jahr 2024 wurde versuchsweise der Abmarsch beim
10-75
um die fünfte
Engine
und die vierte
Ladder
erweitert.
f 21
„All Hands Working“
ist keine Alarmstufe, sondern eine Lagemeldung. Sie stammt aus dem Telegrafenzeitalter und der Sprache der Hafenarbeiter und teilt der Leitstelle und mithörenden Einheiten mit, dass „alle Mann gebraucht werden“ und sich die Situation noch verschlechtern kann. Sobald drei
Engines
und zwei
Ladders
eingesetzt sind, ist „All Hands Working“ zu melden.
f 22
Nach Erhalt dieser Meldung wird sichergestellt, dass alle nötigen Fahrzeuge, die bei der Erstalarmierung z.
B. aufgrund von Paralleleinsätzen nicht verfügbar waren, nachalarmiert werden.
f 23
Auch werden alle alarmierten Einheiten in der Einsatzstatistik gezählt, unabhängig davon, zu welchem Grad sie tatsächlich tätig werden.
2nd Alarm
bis
5th Alarm
: Wenn die vorhandenen Kräfte nun immer noch nicht ausreichen, kann der Einsatzleiter die Alarmstufe erhöhen lassen. Bei jedem weiteren Alarm werden grundsätzlich vier
Engines
und zwei
Ladders
alarmiert. Außerdem kommen weitere
Battalion Chiefs
und verschiedene Spezialeinheiten zum Einsatz (z.
B. beim
2nd Alarm
Satellite Unit
Field Communications Unit
Tactical Support Unit
Safety Battalion
Rescue Operations Battalion
Rehab Manager
Command Tactical Unit
und zwei weitere
Battalion Chiefs
).
Special Call:
Wenn der Einsatzleiter weitere Kräfte benötigt, jedoch nicht den vollen nächsten Alarm auslösen will, kann er auch einzelne Einheiten bei der Leitstelle nachfordern. Maßgeblich ist dabei die Anzahl der
Engines
; sobald in Summe vier oder mehr Engines
special called
werden sollen, ist stattdessen die Alarmstufe zu erhöhen;
Ladders
hingegen können unbegrenzt einzeln nachgefordert werden.
Zusätzlich zu den normalen Alarmstufen gibt es noch einige Sonderalarmstufen für spezielle Lagen:
10-76 / 10-77:
Diese speziell auf Brände in Hochhäusern zugeschnittenen Alarmstufen sind dem 10-75 sehr ähnlich und stehen auch auf der gleichen Stufe (d.
h. danach folgen die Rückmeldung
„All Hands“
oder der
2nd Alarm
). Sie werden bei Bränden in Gebäuden mit einer Höhe von sieben oder mehr Stockwerken ausgelöst. Dabei wird bei reinen Wohnhäusern ein 10-77 gegeben, während ein 10-76 bei gewerblich oder gemischt genutzten Gebäuden verwendet wird, die an sich ein höheres Schadenspotenzial haben, beispielsweise Hotels. Bei einem 10-76 fahren sechs
Engines
, fünf
Ladders
, fünf
Battalion Chiefs
, ein
Division Chief
, eine
Rescue Company
, eine
Squad Company
, die
Field Communications Unit
, eine
High-Rise Unit
, die
Mask Service Unit
, eine
Tactical Support Unit
Safety Battalion
Rescue Operations Battalion
, eine
RAC-Unit
und ein Pressesprecher die Einsatzstelle an. Bei einem 10-77 ist der Kräfteansatz etwas geringer, da bei reinen Wohnhochhäusern die brandschutztechnischen Einrichtungen besser sind bzw. das Schadenspotenzial als beherrschbarer angenommen wird.
10-60:
Der 10-60 ist ein erweiterter
2nd Alarm
und wird bei Großschadenslagen ausgelöst. Zusätzlich zu den normalen Einheiten des
2nd Alarm
werden beim 10-60 weitere Sondereinheiten alarmiert (z.
B. eine zusätzliche
Squad Company
und eine
Collapse Rescue Unit
als Teil einer
Technical Rescue Task Force
Mobile Command Center
, zusätzliche
Ladder Companies
etc.).
10-86 / 10-87:
Diese Alarmstichworte werden bei Schaumeinsätzen verwendet. Es fahren mehrere
Engine Companies
mit zusätzlichen Schaumfahrzeugen (
Foam Carriers
) und einem
Satellite
, sowie zwei zusätzliche
Battalion Chiefs
zur Einsatzstelle.
Neben der Lagemeldung „All Hands Working“ gibt es drei weitere gebräuchliche Lagemeldungen:
56
Doubtful will hold
oder abgekürzt
doubtful
: Lage ist unübersichtlich, wahrscheinlich werden bald weitere Einheiten benötigt
Probably will hold
: Lage ist übersichtlich, wenn sich nichts überraschend ändert, sind genügend Einheiten anwesend
Under Control
: Einsatz unter Kontrolle, keine weiteren Einheiten benötigt
Ten-Codes
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Als weiteres Mittel zur Entlastung des Sprechfunkverkehrs dienen die so genannten
Ten-Codes
. Dieser Name rührt daher, dass dem eigentlichen Code immer die an sich bedeutungslose Silbe
Ten
, also die Zahl „Zehn“ vorangestellt wird. Beim ab 1937 mit
Amplitudenmodulation
verwirklichten Sprechfunk war es aus technischen Gründen von Vorteil, mit diesem Kunstgriff den Sekundenbruchteil ab dem Drücken des Sendeknopfes bis zum vollständigen Hochlaufen des
Umformers
, der die
Senderöhre
ansteuerte, zu überbrücken. Auf diese Weise wird die eigentliche Information, die erst mit der zweiten Silbe beginnt, mit größerer Wahrscheinlichkeit vollständig übertragen.
Ten-Codes
dienen unter anderem der Steuerung der Kommunikation selbst, der Statusmeldung, der Beschreibung von Einsatzlagen und der Nachforderung von Einheiten.
Beispiele für
Ten-Codes
61
Ladder 5 bei einem Lkw-Brand (2016)
10-04:
„verstanden“
10-05:
„wiederholen“
10-08:
„einsatzbereit“
10-18:
„alle Einheiten außer einer
Engine Company
und einer
Ladder Company
können den Einsatz abbrechen“
10-26:
„angebranntes Essen“
10-36:
„Verkehrsunfall“
10-41:
„Verdacht auf Brandstiftung“
10-60:
„Großschadenslage“
10-66:
„Feuerwehrangehöriger vermisst – weitere Kräfte erforderlich“
10-75:
„bestätigtes größeres Schadfeuer“
10-80:
„Gefahrguteinsatz“
10-84:
„an der Einsatzstelle angekommen“
10-92:
„böswilliger
Falschalarm
Kommunikation im Telegrafenzeitalter
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Strom-, Telefon- und Tele
gra
fen
leitun
gen über dem Broadway (1890). Nach dem
Großen Schnee
sturm von 1888
wurden in Manhattan ober
irdi
sche Lei
tun
gen verboten.
Die Berufsfeuerwehr übernahm im Jahr 1865 von den freiwilligen Einheiten ein Telegrafensystem mit 11
Leitungen, die 68
Gerätehäuser und 8
Feuerwachtürme
mit der Zentralstelle im Keller des
Rathauses
verbanden. Es wurde
Morsecode
mit Punkten und Strichen übertragen.
Die Berufsfeuerwehr erneuerte das Telegrafensystem und verlegte die Zentralstelle in ihr neues Hauptquartier an der Mercer Street. Es wurde nicht mehr Morsecode, sondern Punkte bzw. Glockenschläge übertragen. Als Beispiel sei das Signal „5-7“ genannt, das die Anforderung einer Engine und einer Ladder bedeutete: Es bestand aus fünf Glockenschlägen
– Pause
– sieben Glockenschläge. Hatte sich das System vorher nur bis zur 18.
Querstraße erstreckt, wurde es nun bis zur 86.
Straße ausgedehnt. Angeschlossen wurden neben den Feuerwachen und Feuerwachtürmen auch sechs
Polizeiwachen
und zwei Häuser der privaten „Fire Patrol“. Es wurden Tag und Nacht Fußstreifen ausgesandt, die jeden Brand sofort an die nächste Wache melden sollten.
Das davon unabhängige Feuermeldersystem an den Straßenecken wurde im Jahr 1870 südlich der
14.
Straße
und 1871 nördlich in Betrieb genommen und bestand aus 548
Meldern auf 41
Leitungen. Die dicht besiedelten Gebiete der Stadt breiteten sich nordwärts weiter aus, und 1878 gab es 973
Melder.
Die ersten Telefone wurden 1880 eingerichtet. Bis dahin kommunizierte man telegrafisch entweder schnell und codiert über Morsezeichen, oder langsam und im Klartext über Wählmaschinen, die in den Wachen der
Battalions
und wenigen weiteren Wachen existierten. Oberhalb der 86.
Straße war nur die Wache der
Ladder Company
14
in der
125.
Straße
angeschlossen. Einheiten in
Upper Manhattan
oder der Bronx, den 1874 neu von
Westchester County
übernommenen ländlichen Gebieten westlich des
Bronx River
, mussten Boten zur Wache von Ladder
14 entsenden, um dort telegrafische Nachrichten übermitteln zu lassen. Auch unterhalb der 86.
Straße besaßen manche Wachen nur kleine Morseeinrichtungen aus einer
Sendetaste
, einer Empfangsglocke und einer Liste der Codes.
Eigene Systeme bestanden in Brooklyn und den vier östlich davon liegenden Städten, die in den Jahren 1894 bis 1895 in Brooklyn aufgingen. 1895 wurde die Bronx um die Gebiete östlich des Bronx River erweitert und erhielt 1902 ein von Manhattan unabhängiges Telegrafensystem. Im Jahr 1904 begann die neue Zeit für Richmond (Staten Island) und 1905 wurde die Zentralstelle für Queens eingeweiht.
Gewisse traditionelle telegrafische Codes wie das Signal „5-7“ werden noch heute intern verwendet. So verkündet das Signal „5-5-5-5“ den Tod eines Feuerwehrangehörigen im Dienst.
36
56
Siehe auch
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11. September – Die letzten Stunden im World Trade Center
, 2002, Dokumentarfilm von
Jules und Gédéon Naudet
(Der Film wurde eigentlich gedreht, um die Ausbildung der Feuerwehranwärter zu dokumentieren, und zeigt Chief
Joseph W. Pfeifer
bei dem Einsatz)
Incident Command System
(ICS), Kommandostruktur in den USA bei Feuerwehreinsätzen
Das Feuerwehrwesen in den USA
The New York City Fire Museum
Laura Kavanagh
, von 2022 bis 2024 erste Frau als Fire Commissioner
Literatur
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. Orchard Publisher, USA 2003,
ISBN 978-0-439-44386-9
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. Bildband. Verlag Main Street Press, USA 2004.
ISBN 0-916103-94-3
. Mit Vorworten von Fire Commissioner Thomas Von Essen,
Frank McCourt
Tony Hendra
. 240 Seiten (englisch)
Richard Picciotto (mit Daniel Paisner):
Unter Einsatz meines Lebens
Malik/Piper
, München 2002,
ISBN 3-89029-232-1
(Originaltitel:
Last Man Down: A Firefighter's Story of Survival and Escape from the World Trade Center
. Verlag Berkley Publishing Group, 2002,
ISBN 0-425-18677-6
. 272 Seiten.)
Allgemein:
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The Last Alarm
. Geschichte der Todesfälle in der Feuerwehr seit 1799 bis 28.
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Weblinks
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– Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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: Feuerwehrfahrzeuge in New York City
– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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Private Website eines pensionierten leitenden Disponenten mit Hintergründen zu FDNY-Leitstellen
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Einzelnachweise
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Das Forum von NYCfire.net wird von einem FDNY-Offizier privat betrieben. Darin schreiben aktive und ehemalige Angestellte und interessierte Laien. Es ist keine verlässliche, neutrale Quelle, versammelt aber Einblicke und persönliche Erinnerungen, die andernorts nicht verfügbar sind.
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