(PDF) Der südoststeirische Diwan. Gedanken über Schloss Hainfeld, die regionale08 und kulturelle Zwischenräume
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Der südoststeirische Diwan. Gedanken über Schloss Hainfeld, die regionale08 und kulturelle Zwischenräume
Hannes D Galter
2022, Hannes D. Galter und Wolfgang J. Pietsch (Hg.) Schloss Hainfeld und Joseph von Hammer-Purgstall Grazer Morgenländische Studien 8, Graz: UniPress, 149-179
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Eiflia archaeologica : Johann Ost (1806-1871) und der Kreis Daun
Jürgen Merten
2018
Unter den Persönlichkeiten, die sich grundlegende Verdienste um die Anfänge der Altertumsforschung im Trierer Land erworben haben, ist in erster Linie ein Mann wie Johann Ost zu nennen, der um die Mitte des 19. Jahrhunderts im Eifel kreis Daun wirkte und dessen Todestag sich 1996 zum 125. Mal jährt. Zwar ist sein Name nicht völlig vergessen, wie ein Blick in das angefügte Literaturverzeichnis er kennen läßt, doch hat sein bedeutsames antiquarisches Werk bislang keine ange messene Würdigung erfahren. Geboren wurde Johann Ost am 5. Januar 1806 in Alsfassen bei St. Wendel im Saarland als Kind einer bäuerlichen Familie. Nach dem in Trier absolvierten Stu dium der Theologie wurde er am 18. September 1830 durch den damaligen Bischof Josef von Hommer zum Priester geweiht. Ohne das Vorbild von Hommers, der "ne ben einer großen Erfahrung in der Verwaltung und Seelsorge eine besondere Kennt nis und Liebe für historische und archivalische Forschungen mitbrachte" (A. Tho mas), und seinen Einfluß auf den jungen Johann Ost sind dessen späteren wissen schaftlichen Ar beiten kaum vorstellbar. Die erste erkennbare Berühning Osts mit der Altertumsforschung ist in den Jahren 1836/37 faßbar. Als Pfarrer von Limbach im Kreis Saarlouis-seit 1834, nach den Kaplansjahren in Neunkirchen an der Saar und Bitburg in der Eifelwurde er Mitglied im neugegründeten "Verein für Erforschung und Sammlung von Alterthümern in den Kreisen St. Wendel und Ottweiler". Besonders hervorgetreten ist Ost offenbar nicht, allerdings hat der Verein nach einer kurzen anfänglichen Blü te bald nur noch ein Schattendasein geführt. 1847 wurde Ost die Pfarrstelle in Kel berg (damals Kreis Mayen) übertragen, wo ihn seine geistlichen Aufgaben offenbar sehr in Anspruch nahmen. Vier Jahre später erfolgte seine Berufung zum Pfarrer in Demerath im Kreis Daun, ein Amt, das ihm für annähernd zwei Jahrzehnte von 1851 bis 1869 oblag, ihm aber nun auch Muße für andere Arbeiten ließ. In dieser Zeit wurde "Herr Pastor Ost in Demerath" zu einem Begriff in der heimischen Altertumsforschung.
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Zwischen den Welten Archäologie einer europäischen Grenzregion zwischen Sachsen, Slawen, Franken und Dänen
Jens Schneeweiss
Göttinger Schriften zur Vor- und Frühgeschichte 36, 2020
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RGF 36 (1976): Alfred Haffner, Die westliche Hunsrück-Eifel-Kultur
Publications of the RGK: Journals, Series and Monographs
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Ein „Tell“ bei Rosenfeld. Siedlungsspuren des Früh- und Mittelneolithikums, der Vorrömischen Eisen- und Römischen Kaiserzeit sowie des Mittelalters am Elbufer nördlich von Torgau
Sven Conrad
Ausgrabungen in Sachsen 5, 2016
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Das frühmittelalterliche Reihengräberfeld von Klengen "Zwischen den Dörfern" (zusammen mit Sebastian Brather)
Matthias Friedrich
In: N. Krohn (Red.), Das Brigachtal im frühen Mittelalter. Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg 67 (Esslingen 2013) 9-27.
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Wolfgang Wüst, Schwäbischer Adel nach dem Ende des Alten Reiches: Regionales Bewahren und Gestalten
Wolfgang Wüst
Wolfgang Wüst, Schwäbischer Adel nach dem Ende des Alten Reiches: Regionales Bewahren und Gestalten, 2009
Wolfgang Wüst, Schwäbischer Adel nach dem Ende des Alten Reiches: Regionales Bewahren und Gestalten, in: Peter Fassl/ Rainer Jehl (Hg.), Schwaben im Hl. Römischen Reich und das Reich in Schwaben. Studien zur geistigen Landkarte Schwabens, Augsburg 2009, S. 127–149. Nr. 225 PDF-Eingabe
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Gedanken zur Rezeption von Kulturlandschaft am Beispiel von drei Gräbergruppen des 6. Jh. aus dem Tullner Feld und dem Traisental
Judith Benedix
Monument re-use of roman period structures was observed at three burial sites in Lower Austria. The burial grounds of Freundorf, Pottenbrunn/ Knoten Wagram and Oberndorf in der Ebene are dated to the 6th century AD. In this paper theoretical approaches to monument re-use are discussed and applied to the case studies.
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Christofer Herrmann: Rheinfels, in: Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (Hg.), Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, Teilband 2, Ostfildern 2003, S. 483-485
Christofer Herrmann
483 schule, damit den Bürgerkindern zur Vorbereitung auf den Beruf ein qualifizierter Deutschunterricht erteilt werde. Während die von den Dominikanern des St. Katharinenkl.s unterhaltene Schule geschlossen und ihr seelsorgl. Wirken unter dem Druck des vom Bf. und Kapitel abhängigen Weltklerus eingeschränkt wurde, mußte es der Bf. auf Grund eines päpstl. Urteils hinnehmen, daß die vom Ordensmeister unterstützte Stadt an der städt. St. Olai-Pfarrkirche eine Schule erbauen durfte. In den 1480er Jahren scheiterte Bf. Simon von der Borch (1477-92) mit seiner Absicht, Beghinen in R. anzusiedeln, am Widerstand von Rat und Bürgerschaft, die die bestehende Vielzahl geistl. Einrichtungen nicht um weitere vermehren wollten. Die Reformation entfremdete die kathol. Geistlichkeit von der schon 1524 zur neuen Lehre übergegangenen Stadtbürgerschaft, wenn auch spätere Bf.e mit dem Luthertum liebäugelten. Bis 1565 verblieb der Dom in den Händen der kathol. Geistlichkeit. III. Der Bf. residierte auf dem Domberg in seinem in Quellen des 15. und 16. Jh.s häufiger erwähnten Hof (curia episcopalis, ausnahmsweise castrum episcopale). Nach einer späteren chronikal. Quelle soll er von Bf. Heinrich Üxküll zu Zeiten des Ordensmeisters Zisse von Rutenberg (1425-33) aufgebaut worden sein; wg. früherer Zeugnisse kann die Nachricht allenfalls in dem Sinne gedeutet werden, daß der Hof nach dem verheerenden Brand auf dem Domberg von 1433 wiederaufgebaut wurde. Genaue Lage sowie äußere und innere Gestalt des untergegangenen Gebäudes sind unbekannt. Die dort vorgenommenen Rechts-und Verwaltungshandlungen ebenso wie die Häufigkeit der Aufenthaltsbelege deuten darauf hin, daß der R.er Hof trotz der Besuche in den ausgebauten Burgen Fegefeuer und Borkholm im 15. und 16. Jh. bevorzugte bfl. Res. geblieben ist.
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Zur Anwenbarkeit des rheinischen Hofplatzmodells im östlichen Mitteleuropa
Eva Lenneis
R.Smolnik (Hrsg) Siedlungsstruktur und Kulturwandel in der Bandkeramik, Tagung Leipzig 2010
The "Hofplatzmodell" as a structural model for LBK settlements - this implies a social structure and heritage system working over generations, which is douted in this article. The "Hofplatzmodel" that sort does not fit the evidence for some recently investigated settlements in Austria as is the case for other sites in East CentralEuropa. Therefore different models of settlement structure should be taken into consideration.
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RGF 78 (2024): S. Schröer-Spang, Die nördliche Provinzgrenze zwischen Raetien und Obergermanien im Spiegel des römerzeitlichen Besiedlungsmusters – ToC und Abstracts
Publications of the RGK: Journals, Series and Monographs
Mit römischen Grenzen verbindet man meist die Außengrenzen des Römischen Reiches. Daneben existierten allerdings auch zahlreiche Binnengrenzen wie Stadt-, Zoll- oder Provinzgrenzen. Auf modernen Karten des Römischen Reiches erscheinen besonders letztere häufig als statische Linien, deren Verlauf selten infrage gestellt wird. Bei genauerer Untersuchung zeigt sich jedoch, dass die Grenzverläufe häufig angenähert, vermutet und wenig erforscht sind. So z. B. auch die Grenze zwischen den Provinzen Rätien und Obergermanien. Wo verlief diese Grenze? Welche Funktion hatte sie? Welche Wirkung? Diesen Fragen widmet sich die vorliegende Studie aus einer siedlungs- und landschaftsarchäologischen Perspektive.
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Hannes D. Galter und Wolfgang J. Pietsch (Hg.)
Schloss Hainfeld und Joseph von Hammer-Purgstall
Grazer Morgenländische Studien 8
GRAZER MORGENLÄNDISCHE STUDIEN
Begründet von Hannes D. Galter und Bernhard Scholz
Herausgegeben von Hannes D. Galter und Johannes Gießauf
Band 8
Schloss Hainfeld und Joseph von Hammer-Purgstall
Band 1: Hannes D. Galter (Hg.), Kulturkontakte und ihre Bedeutung in
Geschichte und Gegenwart des Orients. 1986
Band 2: Bernhard Scholz (Hg.), Der orientalische Mensch und seine Beziehung
zur Umwelt. 1989
Band 3: Hannes D. Galter (Hg.), Die Rolle der Astronomie in den Kulturen Meso-
potamiens. 1993
Band 4: Hannes D. Galter (Hg.), Troia. Mythen und Archäologie. 1997
Band 5: Johannes Gießauf (Hg.), Die Mongolei. Aspekte ihrer Geschichte
und Kultur. 2001
Band 6: Nima Mina, Anmerkungen zu Joseph von Hammer-Purgstalls
Hafis-Übersetzungen. 2007
Band 7: Johannes Gießauf und Johannes Steiner (Hg.), „Gebieter über die
Völker in den Filzwandzelten.“ Steppenimperien von Attila bis
Tschinggis Khan. 2009
Grazer Morgenländische Studien 8
Schloss Hainfeld
und
Joseph von Hammer-Purgstall
Herausgegeben von
Hannes D. Galter und Wolfgang J. Pietsch
Graz, 2022
Layout & Covergestaltung: Gerhard Gauster
Satz: Hannes D. Galter
Druck von Servicebetrieb ÖH-Uni Graz GmbH.
Der Inhalt der Beiträge sowie die Beschaffung der Abbildungen liegen in der Verantwortung
der AutorInnen/Herausgerber
ISBN 978-3-902666-87-1
www.unipress-graz.at
Copyright 2022 by Uni-Press Graz Verlag GmbH.
Kein Teil des Werkes darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form
verarbeitet, reproduziert oder zur Verfügung gestellt werden. Alle Rechte vorbehalten.
Vorwort
Habent sua fata libelli. Dieses auf den antiken Grammatiker Terentianus Maurus
zurückgehende Verszitat wurde und wird auf unterschiedlichste Weise interpretiert.
Umberto Eco hat den Satz im streng wörtlichen Sinn verstanden: Bücher haben ihre
ganz eigenen Schicksale, die sie mit den mit ihnen verbundenen Personen teilen.
Dies gilt in besonderem Maße auch für dieses Buch. Die Autoren haben sich auf
unterschiedliche Art und Weise seit langer Zeit mit Phänomenen rund um Schloss
Hainfeld und um die Person Joseph von Hammer-Purgstall beschäftigt, nur um
schließlich zusammenzufinden und ihre Ergebnisse gemeinsam zu präsentieren.
Hannes D. Galter stieß bereits in den 80ern bei der Aufarbeitung der Geschichte
der Grazer Orientalistik auf den gebürtigen Grazer Hammer-Purgstall und machte
ihn seit 2008 zum Thema einer Reihe von Ausstellungen und Publikationen. Wolf-
gang J. Pietsch, ein geborener Feldbacher, hatte immer schon ein Interesse an
Schloss Hainfeld und seiner Geschichte. Seit 2014 engagiert er sich für die Errichtung
eines Joseph von Hammer-Purgstall-Gedächtnisweges. Der Autoren Wege kreuzten
sich bei mehreren einschlägigen Veranstaltungen, und mit der Zeit entstand eine
fruchtbare Zusammenarbeit bei Ausstellungsprojekten im Goethe-Haus in Frankfurt
am Main („Brücken bauen. Joseph von Hammer-Purgstall zwischen Hafis und Goe-
the“, 29. März – 11. Juni 2019) und in der Kunsthalle Feldbach („Hammer – Der
Brückenbauer von Hainfeld“, 6. März – 5. Juli 2020). Beide Ausstellungen, wie auch
schon die regionale08 in Hainfeld selbst, sollten den Boden bereiten für ein vertief-
tes, auch allgemeineres und öffentliches Interesse an Hammer-Purgstall und seinem
Schloss.
Im Laufe dieser Kooperation wurde auch die Idee zum vorliegenden Buch geboren
und umgesetzt. Der bekannte Grazer Anglist Franz-Karl Stanzel, der sich schon seit
langem mit dem Bild der Steiermark und ihrer Bewohner in der englischsprachigen
Literatur beschäftigt, kam erst relativ spät als Autor hinzu, ist aber umso willkom-
mener. Die vorliegenden Beiträge spiegeln somit in ihrem Umfang und in ihrer Breite
Forschungsarbeiten zumindest der letzten zehn Jahre wider.
Ein Projekt wie dieses ist ohne die Unterstützung und Hilfe zahlreicher Personen
und Institutionen nicht umsetzbar. Unser aufrichtiger Dank gilt Johannes Gießauf,
dem Mitherausgeber der Grazer Morgenländischen Studien für die Aufnahme des
Werks in die Reihe und für den Kontakt zum UniPress-Verlag, weiters und in beson-
derem Maße der Grazer Morgenländischen Gesellschaft, der Iranisch-Österreichi-
schen Kulturinitiative, der Österreichisch-Griechischen Gesellschaft in Graz und
Franz-Karl Stanzel für ihre finanzielle Unterstützung der Publikation. Der seinerzeiti-
gen Schlossbesitzerin Annabella Dietz sowie den heutigen Eigentümern Oliver Jung-
nickel und Anca Grünberger danken wir herzlich für die Möglichkeit der Arbeit an
den Inschriften und für die Erlaubnis, diese zu fotografieren und zu publizieren. Die
Arbeit an den einzelnen Beiträgen profitierte wesentlich von der Hilfe, Mitarbeit und
den Anregungen einer Reihe von Kolleginnen und Kollegen, denen wir zu großem
Dank verpflichtet sind: Gerhard Dienes (1953–2020), Barbara Dowlasz, Irmtraud Fi-
scher, Bert Fragner (1941–2021), Harald Friedl, Walter Höflechner, Astrid Hofmann-
Wellenhof, Alexandra Marics, Renate Oswald, Karl Peitler, Karlheinz Pirker, Karl Pren-
ner, Chiara Ricci, Claudia Römer und Johannes Schiller. Danken möchten wir aber
auch dem Universalmuseum Joanneum für die Realisierung der Ausstellungsprojekte
der letzten Jahre und die Publikationserlaubnis für die Prokesch-Osten-Lithographie,
der Stichting H401 in Amsterdam für die Genehmigung des Abdrucks des Hainfeld-
Gedichts und des Selbstportraits von Gisèle d’Ailly, Johann Praßl vom Museum im
Troadkostn für die Publikationserlaubnis der Eisentafel von der Quellpyramide, Erich
Renhart und der Sondersammlung der Universitätsbibliothek Graz für die Erlaubnis
der Einsichtnahme in die Handschrift der Erinnerungen von Joseph von Hammer-
Purgstall und die Publikation der relevanten Manuskriptseite, der Stadt Feldbach, im
Besonderen Bürgermeister Josef Ober und Stadtamtsdirektor Michael Mehsner, für
ihr Interesse und ihre Unterstützung im schwierigen Jahr 2020 sowie mehreren Pri-
vatpersonen aus Feldbach und Umgebung, die uns an ihrem Wissen über Schloss
Hainfeld teilhaben ließen.
Gerhard Gauster danken wir für das ansprechende Layout und die graphische
Gestaltung des Umschlags und Reinhold Ploschnitznig und seinem Team von Uni-
Press für die professionelle und zügige Drucklegung. Ein besonderes Dankeschön
wollen wir abschließend unseren Gattinnen, Luitgard Galter und Maria Pietsch aus-
sprechen, die in der Zeit unserer Arbeit an diesem Werk nicht nur die Dominanz der
Wissenschaft, teils augenzwinkernd, akzeptiert haben, sondern uns in unterschiedli-
chen Phasen auch tatkräftig unterstützten.
Die Herausgeber
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Hannes D. Galter:
Der heimatliche Orient. Adalbert Stifter, Anton Prokesch
von Osten und Joseph von Hammer-Purgstall. Drei Entwürfe 9
Wolfgang J. Pietsch:
Joseph von Hammer-Purgstalls klassische Inschriften-Lese:
Sein „Inschriftenweg“ in Schloss Hainfeld und Umgebung 47
Hannes D. Galter:
Die orientalischen Inschriften auf Schloss Hainfeld 99
Wolfgang J. Pietsch:
Joseph von Hammer-Purgstalls Weg auf den Steinberg 137
Hannes D. Galter:
Der südoststeirische Diwan. Gedanken über Schloss Hainfeld,
die regionale08 und kulturelle Zwischenräume 149
Wolfgang J. Pietsch:
Schloss Hainfeld im Spiegel der Literatur 181
Franz-K. Stanzel:
Die Anglozentrik von Basil Halls „Schloss Hainfeld;
or A Winter in Lower Styria“ (1836) 193
Hannes D. Galter:
Schloss Hainfeld und die Vampire.
Die steirischen Wurzeln eines modernen Mythos 209
Anhänge
Joseph von Hammer-Purgstall:
Wappengedicht in der Schlossbibliothek von Hainfeld 237
Gisèle d’Ailly van Waterschoot van der Gracht:
When I Was Ten 241
When I Was Ten, übersetzt von Maria Pietsch 247
Der südoststeirische Diwan
Gedanken über Schloss Hainfeld, die regionale08
und kulturelle Zwischenräume
Hannes D. Galter
„Es war einmal ein Lattenzaun, mit Zwischenraum hindurchzuschaun.“ In den An-
fangszeilen seines legendären Gedichts Der Lattenzaun aus dem Jahr 1905 be-
schreibt Christian Morgenstern den Raum zwischen den Latten als Mittel der Erkennt-
nis, der den Durchblick auf die andere Seite erlaubt. Die Entfernung dieses Zwi-
schenraums ließ den Zaun dumm dastehen und führte schließlich zu seiner gänzli-
chen Beseitigung. Morgenstern lenkt in spielerischer Weise unsere Aufmerksamkeit
auf die Tatsache, dass Zwischenräume mehr sind als der Ausdruck einer Lücke oder
einer Fehlstelle.
Zwischenräume, diese Räume zwischen den Räumen, haben etwas wunderbar
Vorübergehendes an sich. Sie vermitteln ein Gefühl des Provisorischen, Unfertigen
Flüchtigen, einen Hauch des Unterwegsseins: nicht mehr hier und noch nicht dort.
Sie sind die Freiräume zwischen den Teilen eines unfertigen größeren Ganzen, die
Übergangsbereiche zwischen den sich herausbildenden Komponenten einer Identi-
tät.* Sie haben durch die angebrochene Debatte um kulturelle Identitäten und die
bestimmenden Komponenten von Kultur und Ethnie bei der Identitätsbildung eben-
falls neue Aktualität erlangt.
Zwischenräume sind keine Grenzen. Sie trennen nicht, sie verbinden. Sie verbin-
den die Räume, zwischen denen sie liegen. Christian Morgenstern hat dies mit der
ihm eigenen Schärfe des Blicks erkannt, als er den Zwischenraum mit dem Argument
„hindurchzuschaun“ in seinen Lattenzaun einfügte. Zwischenräume sind Fenster, die
eine Sicht – Einsicht – auf die andere Seite des Zauns ermöglichen, auf die andere
Seite der Grenze. Gleichzeitig sind sie Kontaktzonen und Orte des Vernetzens. Kom-
munikationslinien, die von irgendwoher kommen und irgendwohin gehen, kreuzen
Dieser Beitrag ist die überarbeitete Fassung des Vortrags „Der südoststeirische Diwan. Konstanten und
Dynamiken kultureller Translatorik“ innerhalb der Ringvorlesung Gestalten – Verwalten – Erhalten. Aktu-
elle Forschung zur Kunst- und Kulturwissenschaft in Österreich an der Karl-Franzens-Universität Graz
am 18. November 2009.
149
Hannes D. Galter
sich in den Zwischenräumen und bilden damit Knoten. Diese Knotenbildung nennen
wir Übersetzen.
Kulturelle Zwischenräume
Das Interesse der Cultural Studies hat sich in den letzten Jahrzehnten vermehrt
den kulturellen Zwischenräumen zugewandt. Kulturelle Transformationsprozesse,
hybride Kulturen und individuelle Transkulturalität (Welsch 1995) traten gleichwertig
neben traditionelle identitätsbildende Faktoren (Hall 1999). Ethnie, soziale Gruppe,
Gender oder Nationalität, die lange Zeit als stabile Möglichkeiten der Identifikation
betrachtet wurden, verloren ihre Monopolstellung. Gleichzeitig erkannte man, dass
das Konzept einer einheitlichen und dauerhaften Identität unhaltbar geworden war.
Stuart Hall bezeichnete Identität nicht als individuelle Eigenschaft, sondern als Er-
gebnis einer dialogischen Interaktion im Austausch mit anderen Menschen (Hall
1994).
Identitäten beruhten und beruhen nicht auf nur einer einheitlichen und abge-
schlossenen Kultur. Wir werden in Kulturen hineingeboren, wir leben in ihnen und
bewegen uns zwischen ihnen hin und her. Für Hall ist die kulturelle Identität genau
jene Position, in der sich ein Individuum in einem bestimmten biographischen Ab-
schnitt befindet und die auf den umgebenden sozialen und kulturellen Kontexten
basiert (Hall 1994). Dementsprechend werden wir von Kulturen beeinflusst und be-
einflussen im Gegenzug auch diese (Galter/Müller Kmet 2013). Identitäten und Kul-
turen sind somit keine homogenen monolithischen Gebilde. Indem sie sich fortwäh-
rend an neue Lebensbedingungen anpassen, verändern sie sich im Laufe der Zeit
und entwickeln sich weiter (Rohr 2002).
Heute sind es meist Personen mit Migrationshintergrund, die sich zu mehr als
einer Kultur zugehörig fühlen und daher hybride Identitäten entwickeln. Hatice
Cankan, eine der Schülerinnen, die 2008 am Projekt Leben in zwei Welten teilnah-
men, über das weiter unten berichtet wird, drückte es in einem Radio-Interview
folgendermaßen aus: „Ich denke gemischt, deutsch und türkisch. Ich fange einen
Satz auf Türkisch an und beende ihn auf Deutsch“ (Galter 2012, 268). Für diesen
kulturellen Zwischenraum hat die französische Sprache den treffenden Ausdruck
métissage geprägt. Er beschreibt das Gefühl, zwischen den Welten hängen geblieben
zu sein, das Nichtwissen, wohin man gehört, wohin man gehören möchte. Dies kann
als Konflikt erlebt werden, aber auch als Möglichkeit einer selbstbestimmten „kultu-
rellen Navigation“ (Hein 2006, 397), die es den Einzelnen ermöglicht, kulturelle Dif-
ferenzen zu überwinden und einen erfolgreichen Lebensweg zwischen
150
Der südoststeirische Diwan
unterschiedlichen sozialen und kulturellen Einflüssen zu finden. So bekennt die
Grazer Schülerin Lea Kolak mit kroatischen Wurzeln in der Kleinen Zeitung vom 8.
August 2021: „Ich finde es eigentlich schön, mehr als eine Kultur zu haben, mehr
als eine Sprache.“ Wolfgang Welsch hat dafür den Begriff „Transkulturalität“ ge-
prägt. Damit meint er keine globale Weltkultur, sondern eine kulturelle Vielfalt, die
auf individueller Ebene Grenzen überschreitet und es möglich macht, „Kulturen jen-
seits des Gegensatzes von Eigenkultur und Fremdkultur zu denken“ (Welsch 1992,
1). Menschen wie Hatice oszillieren zwischen den Identifikationsmöglichkeiten hin
und her. Sie gestalten ihr Leben im Zwischenraum zwischen den Kulturen und kön-
nen daher auch eine Vermittlerfunktion zwischen diesen ausüben (Galter 2004).
In vormoderner Zeit übernahmen Händler, Reisende und Gelehrte diese Funktion.
Ihre Lebensentwürfe waren oft durch Elemente unterschiedlicher Kulturen angerei-
chert. Sie sind dadurch modernen transkulturellen Identitäten vergleichbar. Auch sie
pendelten zwischen den Kulturen hin und her und verbrachten geraume Zeit in un-
terschiedlichen Umgebungen, in denen sie sich zurechtfinden und einrichten muss-
ten. Und nicht selten wurde der kulturelle Zwischenraum zu ihrer zweiten Heimat.
In meinen Beitrag Der heimatliche Orient im vorliegenden Band habe ich das the-
matisiert.
Abb. 1: Schloss Hainfeld von Südwesten (Foto: Galter 2014).
151
Hannes D. Galter
Kartografie eines kulturellen Zwischenraums
Schloss Hainfeld in der Südoststeiermark (Abb. 1) ist so ein Zwischenraum. Es
liegt östlich von Feldbach im Raabtal und fand 1275 erstmals in einer Urkunde Er-
wähnung. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde es nach italienischen
Renaissance-Vorbildern als Verteidigungsbau gegen Einfälle aus dem Osten erwei-
tert und zum größten Wasserschloss der Steiermark ausgebaut. 1632 fügten es die
Grafen Khiesl ihrem Besitz hinzu, nur um es 1719, knapp neunzig Jahre später, an
Wenzel Carl Graf Purgstall weiter zu verkauften (Grasmug 1969 & 2009, 190-219).
Das Schlossgebäude besteht aus einem zweigeschossigen regelmäßigen und quad-
ratischen Bauviereck, das an den Ecken durch dreigeschossige vorspringende quad-
ratische Türme mit Pyramidendächern betont wird. Es war ursprünglich von einem
breiten Wassergraben umgeben, der über die Jahrhunderte unbenutzt verlandete
und 2007 vorübergehend wieder instandgesetzt wurde (Dietz/Wernhart 2008).
Den großen Schlosshof, der ursprünglich als Rückzugsort für die lokale Bevölke-
rung in Kriegszeiten gedacht war, umlaufen zweigeschossige Pfeilerarkaden mit ge-
räumigen Gängen, von denen man in die einzelnen Zimmer gelangt, die ebenfalls
untereinander verbunden sind.
Abb. 2: Schloss Hainfeld in Georg Matthäus Vischer: Topographia Ducatus Stiriae.
Graz 1681, S.156 (Alamy Stock Foto).
152
Der südoststeirische Diwan
Unter den Grafen Purgstall kam es 1768–1773 zu umfangreichen Renovierungen
und Umbauten. Die alte Schlosskapelle in der Hofmitte, die im Stich von Vischer von
1681 zu sehen ist (Abb. 2), wurde abgerissen, und eine neue 1773 in der Mitte des
Nordflügels errichtet. Ihre Barockfassade unterbricht heute die langen Arkaden zwi-
schen den beiden, ebenfalls damals errichteten, runden Treppentürme in den Nord-
ecken des großen Schlosshofes (Abb. 3). An den Ecken des Südtraktes entstanden
zwei barocke Stiegenhäuser mit Prunktreppen in den ersten Stock. Das sogenannte
„Laudonzimmer“ wurde mit einer großflächigen Bildtapete aus Leder ausgestattet,
die die Siege des Feldherrn Gideon Ernst von Laudon (1717–1790) im Siebenjährigen
Krieg (1756–1763) darstellt. (Dietz/Wernhart 2008, 190).
Abb. 3: Der Innenhof von Schloss Hainfeld (Foto: Galter 2008).
Wenzel Johann Gottfried Purgstall (1773–1812), der Sohn von Wenzel Carl, ist vor
allem durch seine zahlreichen Reisen durch Deutschland und Frankreich bekannt
geworden. Auf einer dieser Reisen lernte er auch seine Gattin Jane Anne Cranstoun
(1760–1835) kennen. Die schottische Protestantin, Aufklärerin und Freundin von Sir
Walther Scott überlebte ihren Gatten um 23 Jahre. Sie vererbte Schloss Hainfeld
dem Wissenschafter und langjährigen Freund Joseph von Hammer mit der Auflage,
Wappen und Namen der Familie Purgstall weiterzuführen. Hammer verbrachte von
153
Hannes D. Galter
da an die Spätsommermonate – sechs bis acht Wochen im August und September –
regelmäßig in Hainfeld (Pietsch 2017).
Das Schloss blieb 168 Jahre lang im Besitz seiner Familie (Wiesflecker 2010).
Heinrich Hammer-Purgstall (1884–1954), ein Urenkelsohn Hammers und heute ver-
gessener Komponist, übernahm 1912 den Hainfelder Besitz und widmete sich mit
ganzer Kraft der stilgerechten Restaurierung des Schlosses, das seit 1939 unter
Denkmalschutz steht (Grasmug 2010). Leider musste er mit ansehen, wie 1945 am
Ende des Zweiten Weltkrieges die Schlossanlage geplündert und schwer beschädigt
wurde. Zuerst erlitt es größere Schäden durch Kampfhandlungen, dann richteten die
russischen Besatzungstruppen hier ein Auffanglager ein. Neben den meisten Möbeln,
die vor allem zum Heizen verwendet wurden, gingen zahllose Bücher und unersetz-
liche Kunstgegenstände unwiederbringlich verloren (Dornik 2010).
Heinrichs Witwe Clothhilde (Cleo) Hammer-Purgstall (1905–2003), eine Malerin,
Bildhauerin und Restauratorin, die in Wien und Berlin ausgebildet worden war, wid-
met sich nach seinem Tod im Alleingang, mit großem Eifer der Behebung der Schä-
den, die Krieg und Besatzung am Schloss hinterlassen hatten. Zwischen 1965 und
1969 fanden umfangreiche Renovierungsarbeiten statt.
Philipp Karl Meran schrieb 1976 über Cleo Hammer-Purgstall: „Andere an ihrer
Stelle hätten das verwüstete Schloss verlassen und wären in die Stadt gezogen, um
ein beschauliches, zivilisiertes Gesellschaftsleben der Einsamkeit vorzuziehen. Nicht
so Cleo Hammer-Purgstall. Was ein Wille vermag, das hat diese Frau in den vergan-
genen 25 Jahren bewiesen. Sie begann sofort mit den Restaurierungsarbeiten, um
den Willen ihres geliebten Mannes doch noch erfüllen zu können. […] Diese Frau hat
Parkettböden verlegt, Möbel repariert, Bilder restauriert, Türrahmen geschnitzt und
sogar Installationsarbeiten verrichtet. Nebenbei fand sie Zeit, als Malerin zu arbeiten,
unter anderem ein reizendes Kindermärchenbuch zu verfassen und zu illustrieren.
Sie erbat niemandes Hilfe, außer die der öffentlichen Hand, und diese half ihr bisher
wenig. Sie, die blendende Gesellschafterin, gescheite und hochgebildete Künstlerin,
suchte keinen Ruhm und keine gesellschaftliche Anerkennung. Sie hatte einfach
keine Zeit für Nebensächlichkeiten, denn ihr Ziel war die Wiederherstellung des
Schlosses Hainfeld nach Wünschen und Plänen ihres Gatten. Damit bewies sie nicht
nur selbstlose Heimatliebe, sondern vollbrachte auch ganz allein eine kulturelle Groß-
tat“ (Schuchlenz 2010, 83).
Cleo Hammer-Purgstall starb mit 98 Jahren 2003 wenige Monate nach ihrem letz-
ten öffentlichen Auftritt bei dem Fest für Hammer-Purgstall im Rahmen des Grazer
Kulturhauptstadtjahres. Die Künstlerin hatte schon früh ihren Verwalter und
154
Der südoststeirische Diwan
Adoptivsohn Alois Dietz (1934–2002) zum Erben des Schlosses bestimmt. Auch er
setzte sich Zeit seines Lebens für die Erhaltung des Schlosses ein. Nach dem Tod
von Cleo Hammer-Purgstall ging das Schloss an Annabella Dietz, die Tochter des
Verwalters über. Sie musste es 2014 aus einer finanziellen Notsituation heraus an
den Investor Oliver Jungnickel verkaufen, der erneut umfangreiche Restaurierungs-
arbeiten vornehmen ließ. Das Schloss wird gegenwärtig von seiner Frau Anca Grün-
berger verwaltet.
Abb. 4: Die Bibliothek auf Schloss Hainfeld (Foto: Galter 2008).
Hainfeld besitzt eine umfangreiche Schlossbibliothek (Abb. 4), die ursprünglich
über 5000 Werke aller Gattungen umfasste: Weltliteratur und wissenschaftliche
Fachbücher, Zeitschriften vom 18. Jahrhundert bis heute, Bücher zum Herrscherhaus
der Habsburger und zur Adelsgeschichte, genealogische Werke und historische
Sachbücher, vieles zur steiermärkischen Landesgeschichte, eine mehrbändige Böh-
mische Chronik, Kochbücher, Lexika und Wörterbücher, Herbarien und Bücher zur
Naturkunde, Liebesromane und philosophische Werke sowie eine Auswahl orientali-
scher Literaturwerke (Die orientalistische Fachbibliothek Hammers befand sich in
seiner Wiener Wohnung und wurde nach seinem Tod zwischen den Bibliotheken von
Wien und Leipzig aufgeteilt). Dazu kamen eine Sammlung von Globen, Fotos des
gesamten Adels im 19. und 20. Jahrhundert in Alben, das Gästebuch von Hainfeld
155
Hannes D. Galter
vom 17. bis zum 20. Jahrhundert sowie unzählige Land- und Visitenkarten. Alle Be-
wohner und Bewohnerinnen hatten seit dem 18. Jahrhundert je nach Neigung und
Interesse zu dieser Büchersammlung beigetragen.
Das zum Schloss gehörige Archiv ging 2002 als Dauerleihgabe an das Steiermär-
kische Landesarchiv über und wird seither sukzessive von Walter Höflechner und
seinem Team bearbeitet und digital veröffentlicht (Höflechner et al. 2018). Von ihnen
wurde auch der von Cleo Hammer-Purgstall begonnene Katalog der Schlossbiblio-
thek vervollständigt und digitalisiert.
Schloss Hainfeld ist nicht mehr Steiermark und noch nicht Toskana. Errichtet zur
Zeit der Türkenangst und renoviert zur Zeit der Türkenmode ist es nicht mehr Okzi-
dent und noch nicht Orient. Im Besitz des Orientalisten und Literaten Joseph von
Hammer-Purgstall wurde es selbst orientalisch geschmückt und literarisch verewigt.
Viele der schillernden Personen, die dieses Schloss bewohnten oder besuchten, be-
fanden sich in dem oben beschriebenen Zustand der métissage: Wenzel Johann
Gottfried von Purgstall, der sich viele Jahre seines kurzen Lebens – er starb mit 39
Jahren in Florenz – auf Reisen befand, Jane Anne Cranstoun, die schottisch-protes-
tantische Adelige, die in die erzkatholischen Südoststeiermark heiratete, Joseph von
Hammer-Purgstall, dieser Grenzgänger zwischen Orient und Okzident, Cleo von
Hammer-Purgstall, die das verblassende Erbe einer großen Vergangenheit in die Mo-
dernität des 20. Jahrhunderts herüberretten wollte, Djavidan Hanum (1877–1968),
die österreichisch-ungarische Schriftstellerin, Malerin und Pianistin, die den Vizekö-
nig von Ägypten Abbas II. heiratete und zwei Jahre in Hainfeld lebte, oder Gisèle
d’Ailly van Waterschoot van der Gracht (1912–2013), die weitgereiste Künstlerin, die
in Erinnerung an ihre Jahre in Hainfeld ihr eigenes castrum peregrini auf der Insel
Paros errichtete und 1990 diese Erinnerung in dem Gedicht When I was Ten festhielt,
das im Anhang im Original und in deutscher Übersetzung wiedergegeben ist. Ihre
Biografien kreuzten sich im kulturellen Zwischenraum Hainfeld, und einige von ihnen
blieben in diesem Zwischenraum gefangen (Pietsch 2020a).
Italo Calvinos 1973 veröffentlichte Erzählung Il castello dei destini incrociati („Das
Schloss, darin sich Schicksale kreuzen“), könnte für Schloss Hainfeld geschrieben
worden sein. Der Ich-Erzähler trifft von der Nacht überrascht auf einem abgelege-
nen, ländlichen Schloss ein, in dem sich schon zahlreiche andere Besucher aufhalten.
Das Ambiente strahlte elegante Beständigkeit aus. Gleichzeitig vermittelte es „ein
Gefühl von Ungefähr und Unordnung“, so als wären „Unbekannte von unterschied-
licher Herkunft und Heimat zufällig für eine Nacht beisammen“ (Calvino 1984, 8).
Anhand eines Tarockspiels werden in der Folge Geschichten und Schicksale
156
Der südoststeirische Diwan
nebeneinander ausgebreitet. Am Ende ist ein vielschichtiger Erzählteppich entstan-
den, in dem alle Schicksale miteinander verknüpft erscheinen.
Den sichtbarsten Stempel hat der Orientalist, Dolmetscher und Schriftsteller Jo-
seph von Hammer-Purgstall dem Schloss aufgedrückt. Er gab der europäischen Aus-
einandersetzung mit den Kulturen des Vorderen Orients in der ersten Hälfte des 19.
Jahrhunderts neue Impulse und trug wesentlich zur Verbreitung und Popularisierung
der Kenntnisse über orientalische Literaturen und Kulturen bei (Galter 2009). Damit
förderte er gleichermaßen die Entwicklung der europäischen Orientwissenschaften
und die Ausbreitung des Orientalismus als europäische Attitüde (Galter 2019a, 145-
146). Diese Ambivalenz wird bis heute diskutiert. Der türkische Dichter und Drama-
tiker Nâzım Hikmet (1902-1963) drückte es 1925 in seinem Gedicht Şarlatan Piyer
Loti so aus: „Das ist der Orient der Bücher, von denen pro Minute eine Million ge-
druckt werden! Doch es gab weder gestern noch gibt es heute so einen Orient und
es wird ihn auch morgen nicht geben“ (Hikmet 2000, 8).
Auch Edward W. Said (1935–2003), palästinensisch-amerikanischer Literaturwis-
senschaftler und führender postkolonialer Theoretiker, hat die wissenschaftliche Auf-
arbeitung des Orients durch Hammer und seine Zeitgenossen als Teil des „Orienta-
lismus“ kritisiert (Said 2009). Doch diese Aufarbeitung war zwingend notwendig, um
sich in der Folge von jenem romantisch-historischen Orientbild des beginnenden 19.
Jahrhunderts wieder lösen zu können. Bert Fragner (1941–2021) nannte Hammers
Zugang ein „kulturpragmatisches Verständnis des Orients vor dem Hintergrund des
Weltbilds der Klassik“ (Fragner 2010, 35) und betonte, dass es Hammers Bestreben
war, die Philologie nicht zur alleinigen Richtschnur orientalischen Geistes zu machen,
sondern durch eine „teilnehmende Beobachtung“ (Fragner 2010, 36) so viele Er-
kenntniszugänge wie möglich zu schaffen. Die individuellen Aspekte seiner eigenen
Persönlichkeit, Mehrsprachigkeit, Literaturnähe, Humanismus, wären dabei ergeb-
nisbestimmend gewesen. Friedrich Rückert bestätigte dies in einem Brief an Hammer
vom 23. Dezember 1823: „Denn der eigentliche philologische Kleinigkeitskram ist
meine Sache, da Ihre Richtung mehr das höhere Wissenschaftliche ist“ (Höflechner
et al. 2018, II 2428).
Vor allem Hammers Übersetzungen bewirkten einen Brückenschlag zwischen den
Kulturen. Er übersetzte aus dem Arabischen, dem Persischen und dem Türkischen
in unterschiedliche europäische Sprachen, so die Erzählungssammlung Tausendund-
eine Nacht oder den Diwan des Hafis. Im Gegenzug legte er eine persische Überset-
zung der Betrachtungen Marc Aurels vor. Diese Übersetzungen trugen wesentlich
zur Kenntnisnahme orientalischer Literatur in Europa bei und regten nicht zuletzt
157
Hannes D. Galter
Johann Wolfgang von Goethe zur Dichtung des West-östlichen Divans an (Galter
2008c).
Seinen Sommersitz Hainfeld verwandelte Hammer in ein architektonisches Zei-
chen dieses gelebten Brückenschlags, wie die Beiträge von Wolfgang Pietsch und
mir im vorliegenden Band belegen. Als Übersetzer und Literat umgab er sich mit
Texten und Dichtungen, die er auf ihre Brauchbarkeit im Alltag überprüfte und die
er in das architektonische Erscheinungsbild des Schlosses integrierte. So schmückte
er die Ecken des Arkadenganges im Schloss mit Zitaten aus dem Werk des römischen
Dichters Horaz, zu dem er eine ganz besondere Affinität hatte (Pietsch 2016). Wei-
tere Zitate aus der antiken Literatur befanden sich über den Eingängen zur Bibliothek
und zu den Räumen seiner Frau Caroline. Die meisten dieser Inschriften finden sich
heute in der Bibliothek zusammengestellt. Daneben sind verschiedene Holztafeln mit
Sprüchen in Arabisch, Griechisch, Hebräisch und Sanskrit angebracht. Über den Bü-
cherkästen läuft ein weiterer Spruch des Horaz.
Auch die Umgebung des Schlosses verwandelte Hammer in eine west-östliche
Kulturlandschaft. Bei seiner Neugestaltung des Steinberges und der umgebenden
Landschaft fügte er an vielen Plätzen orientalische Motive und Inschriften hinzu und
brachte so einen Hauch von „orientalischer Exotik“ in die Südoststeiermark. Den
heute nicht mehr existierenden Kuhstall zierte ein Vers aus dem Koran. Ein weiterer
befand sich zusammen mit einem Pindar- und einem Horaz-Zitat an dem pyramiden-
förmigen Quellstein am Ende der Allee, die zum Steinberg führte. Und an Felsen der
Umgebung, am Steinkogel, Eichkogel und im Weingarten, ließ Hammer griechische
Weiheinschriften anbringen (Pietsch 2020b). Auf diese Weise verwandelte er Schloss
Hainfeld und die umliegende Landschaft in eine künstliche Zeichenwelt, die Elemente
der Antike, des Orients und der europäischen Kulturen enthielt und so zu einem
Abbild seiner Empfindungen und Gedanken wurde. Er schuf damit jenen kulturellen
Zwischenraum, der den Ort bis heute auszeichnet und betätigte sich einmal mehr
als kultureller Übersetzer.
regionale08 – Zur Genese eines Kunstprojekts in der Steiermark
Im Sommer 2008 widmete sich das steirische Avantgardefestival regionale08 in
der Südoststeiermark ausgehend von der Person Hammers dem Thema der Über-
setzung der Kulturen. Dabei wurden wieder neue Impulse gesetzt und Prozesse ini-
tiiert, die den Übersetzungsdiskurs auf eine neue Ebene hoben. Da es sich bei der
regionale08 um ein Crossover-Projekt zwischen Tradition und Avantgarde handelte,
müssen wir zuerst in die Geschichte zurückgehen.
158
Der südoststeirische Diwan
Als im November 2001 die Islamwissenschaftlerin Annemarie Schimmel (1922–
2003) in der Grazer Urania einen mittlerweile legendär gewordenen Vortrag über
Sufismus und Moderne hielt, saßen wir im Anschluss bei einem Glas Wein beisam-
men und sie beklagte sich heftig darüber, dass die Stadt Graz im Kulturhauptstadt-
jahr 2003 nichts für Joseph von Hammer-Purgstall täte. Diese Anregung wurde von
der Urania aufgegriffen und führte zum „Fest für Hammer-Purgstall“, das in Zusam-
menarbeit mit der Österreichischen Orient-Gesellschaft am 9. Juli 2003 unter dem
Titel Brücken zum Orient im Großen Minoritensaal in Graz über die Bühne ging (Gal-
ter 2019b, 316-317). Das Programm bestand aus einem Vortrag zum orientalischen
Erbe Europas von Erdmute Heller, die für die inzwischen leider verstorbene Anne-
marie Schimmel eingesprungen war, einer Lesung aus Werken Josefs von Hammer-
Purgstall sowie Dichterlesungen von Barbara Frischmuth, Zafer Şenoçak und Dževad
Karahasan. Für den musikalischen Rahmen sorgen Araş & Gülay, für die orientalische
Atmosphäre eine Teppichausstellung der Firma Adil Besim. Bei diesem Fest war Cleo
Hammer-Purgstall Ehrengast. Sie hatte gerade Teile des Nachlasses von Hammer
dem Landesarchiv zur Aufbewahrung übergeben, wo er seither mit Akribie von Wal-
ter Höflechner aufgearbeitet wird (Höflechner et al. 2018). Wenigen Monate nach
dem Fest starb sie hochbetagt.
Parallel dazu wurde dem – damals noch Landes-, heute Universalmuseum – Jo-
anneum ein erstes Hammer-Purgstall-Ausstellungskonzept für das Schloss Eggen-
berg überreicht, das aber trotz vielfacher Interventionen nicht realisiert wurde.
Zur gleichen Zeit arbeitete die ORF-Journalistin und Historikerin Regina Strasseg-
ger an einem ORF-Film über Cleo Hammer-Purgstall. In einer Reihe von Gesprächen
ventilierten wir die Möglichkeit, das Ausstellungskonzept zu erweitern und rund um
den 150. Todestag Hammers am 23. November 2006 eine Landesausstellung auf
Schloss Hainfeld zu gestalten. Das endgültige Konzept von Regina Strassegger, Ale-
xander Kada und mir wurde im Februar 2006 beim Land Steiermark eingereicht.
Zu diesem Zeitpunkt war die Idee „Landesausstellung“ aber bereits politisch ge-
storben und die regionale als alle zwei Jahre stattfindendes Festival moderner Kunst
als Nachfolgeformat geboren. Parallel dazu hatte die Causa Herberstein dazu ge-
führt, dass finanzielle Aufwendungen für Schlösser in Privatbesitz ein Thema non
grata waren. Die Ablehnung unseres Ausstellungskonzepts war jedoch mit dem Hin-
weis verbunden, es doch in ein Festivalkonzept umzuarbeiten und noch einmal ein-
zureichen.
Das neue steirische Kulturfestival regionale war mit dem Anspruch, lokale Identi-
täten zu lancieren, ins Leben gerufen worden und sollte 2008 erstmals über die
159
Hannes D. Galter
Bühne gehen. Das Kulturressort der Steiermark hatte sich für ein Format entschie-
den, das eine Nahtstelle zwischen Kunst und Alltagsleben bilden sollte.
Die Konzeptüberarbeitung geschah unter großem Zeitdruck und wachsender An-
spannung. Viele ursprüngliche Überlegungen mussten über Bord geworfen werden.
Erste Verwerfungen traten zu Tage. Regina Strassegger verließ das Team. Andere
nahmen ihren Platz ein. In den folgenden Monaten versuchten wir, der Grundidee
des Übersetzens der Kulturen und dem generalistischen Anspruch eines zeitgemäßen
Kulturfestivals gerecht zu werden. Das Konzept wurde adaptiert und erweitert, unter
dem Titel Diwan – Grenzen und Kongruenzen eingereicht und im Juni 2007 von der
Jury für die regionale08 ausgewählt. Mit der Bestellung von Diether Spath als künst-
lerischem Leiter des Festivals begann ein erneuter Umgestaltungsprozess, da natur-
gemäß neue theoretische Positionen wie das Konzept des „rurbanen Raums“ (Pret-
terhofer/Spath/Vöckler 2010) in das Konzept einflossen. Als Ende des Jahres 2007
schließlich Konzept, Programm und Finanzierung feststanden, begann die eigentliche
Umsetzungsarbeit.
Der Titel Diwan, der an die kultur-
historisch wichtigste Übersetzung
Hammers, jene des Diwans des Hafis
(Hafis 2007), anknüpft, war die eini-
gende Klammer für das gesamte Kul-
turfestival. Mit den zahllosen Bedeu-
tungen und Schattierungen des Wor-
tes schuf er gleichzeitig eine Matrix Abb. 5: Das Logo der regionale08
(© Alexander Kada).
für die Einordnung der einzelnen For-
mate und Projekte. Der arabische
Schriftzug „ دیوانDīwān“ bildete in unterschiedlichen Stadien der Verfremdung auch
das Logo des Festivals (Abb. 5). An möglichen und unmöglichen Orten angebracht,
sorgte er für Verstörung, Diskussionen und Kopfschütteln. Man folgte darin aber
auch Hammers Vorbild, unterschiedliche Lokalitäten mit kulturfremden Signalen auf-
zuladen, und erzeugte gleichzeitig jene Kulturkontrasterfahrung, die den Blick zu-
rückwirft auf die eigene, regionale Identität (Galter 2012).
Die Hammer-Purgstall-Ausstellung
Die großen Herausforderungen für das Kernformat „Hammer-Purgstall-Ausstel-
lung auf Schloss Hainfeld mit Rahmenprogramm“ bestanden in zwei Fragen: Wie
macht man aus den Zutaten: historische Person, kulturelle Thematik und Schloss in
160
Der südoststeirische Diwan
der Region um die Riegersburg, wo 1987 mit über 350.000 Besucher*innen die er-
folgreichste steirische Landesausstellung zum Thema „Hexen und Zauberer“ (Valen-
tinitsch 1987) stattfand, KEINE Landesausstellung? Und wie vernetzt man ein als
Solitär geplantes Ausstellungsereignis mit anderen Festivalformaten unterschiedli-
cher Sparten und Inhalte?
Hier halfen die drei grundsätzlichen Schlagworte der regioale08 – „regional“,
„oriental“, „translational“ – die aus den unterschiedlichen Tätigkeiten Hammer-
Purgstalls phänomenologisch abgeleitet wurden und die das Festivalprogramm wei-
ter strukturierten. Unter dem Begriff „regional“ sollten neuen Lesarten für die Re-
gion, für ein Selbstverständnis jenseits von touristischer Vermarktbarkeit und ländli-
cher Idylle, gesucht werden. „Oriental“ legte das Augenmerk auf den Orient in all
seinen Facetten, vom europäischen Konstrukt über reale visuelle Ausformungen bis
zur zeitgenössischen Migrationsproblematik. Mit „translational“ schließlich wurde ein
Schwerpunkt der Arbeit Hammers, seine Übersetzertätigkeit, zum Muster zahlreicher
Crossover-Projekte.
Diese drei Aspekte erwiesen sich auch für das Ausstellungskonzept als tragfähig.
Darüber hinaus bot der Begriff Diwan selbst mit seinen vielfältigsten Bedeutungen
von „Gedichtsammlung“ über „Liegemöbel“ bis hin zum „Zollhaus“ (Galter 2008a)
ein Ordnungssystem, in dem alle 38 Formate der regionale08 ihren Platz fanden.
So wurde die Ausstellung Joseph von Hammer-Purgstall – Grenzgänger zwischen
Orient und Okzident in erster Linie eine Ausstellung über das Übersetzen – das Über-
setzen von Sprache, von Literatur, von Kulturen, von Eindrücken und Empfindungen,
aber auch das Übersetzen in andere Zeiten und das Übersetzen im interkulturellen
Alltag (Galter 2008b).
Hammer war nicht nur Ausgangspunkt unseres Konzepts, sondern sein Leben und
sein Werk bildeten auch die historisch verankerte Begründung, warum es wichtig
und notwendig war, die Begegnung zwischen Orient und Okzident im Jahre 2008
zum Leitthema eines Kulturfestivals in der Südoststeiermark zu machen. Sein Wirken
auf Schloss Hainfeld gab die Antwort darauf, warum die regionale08 genau hier und
genau jetzt stattfand. Dadurch erhielten auch alle Avantgardeprojekte die notwen-
dige regionale Bodenhaftung.
Andererseits sollte sie der orientalistischen Thematik gerecht werden, ohne den
regionalen Bezug, das Schloss und seine Geschichte, zu überdecken. Immerhin
wurde das Gebäude zum ersten Mal seit über 50 Jahren einer breiteren Öffentlichkeit
zugänglich gemacht. Die Ausstellung musste mit Hainfeld und seinen vielen kultu-
rellen und transkulturellen Bezügen in Konkurrenz treten, ohne sich auf einen
161
Hannes D. Galter
Wettstreit mit ihnen einzulassen. Zugleich sollte mit der Ausstellung auch die Basis
für einschlägige weiterführende Unternehmen geschaffen werden.
Die Rahmenbedingungen waren herausfordernd: ein Schloss in schlechtem Erhal-
tungszustand, denkmalgeschützt, historisch möbliert, in Privatbesitz, ohne museale
Infrastruktur, dazu nur sechs Monate Zeit und die Auflage, keinen Cent für Renovie-
rungs- oder Restaurierungsmaßnahmen zu verwenden. Hier waren viel guter Wille,
Kreativität und Flexibilität seitens des Gestalterteams – Hannes Galter (Kurator), Ma-
rie-Therese Holler (Ausstellungsarchitektin), Alexander Kada (Ausstellungsarchitekt),
Christoph Loidl (Austellungstechniker), Lisa Noggler (Museumspädagogin) und Erika
Thümmel (Restauratorin) – gefragt.
Das Schloss und die für die Ausstellung verwendeten Räume verblieben, abgese-
hen von sicherheitstechnischen und konservatorischen Installationen, bewusst in ih-
rem damaligen Zustand mit teilweise sichtbarem Renovierungsbedarf. Einige von
ihnen, z. B. die Bibliothek und die Kapelle, wurden selbst zu Objekten der Schau.
Auf diese Art und Weise bildeten das Schloss und seine Geschichte einen Teil der
Ausstellung und provozierten eine Auseinandersetzung mit ihnen.
In das durch verschiedene Inschriften und Kunstwerke ohnehin schon transkultu-
relle Ambiente des Schlosses wurden die Ausstellungsobjekte – orientalische
Abb. 6: Die Vitrinen in Raum 8 der Ausstellung (Foto: Galter 2008).
162
Der südoststeirische Diwan
Handschriften, archäologische Funde, Druckwerke, Bilder, Musikinstrumente,
Sprachzeugnisse, Fotografien, Videos und Texte – so eingefügt, dass sich ein virtu-
eller Spaziergang durch die Biografie Joseph von Hammer-Purgstalls ergab. Die Zahl
der Objekte (ca. 100) blieb aus Kostengründen, aber auch, um die Räume selbst
nicht zu erdrücken, bewusst gering. Ihre Präsentation musste in einer Weise erfol-
gen, die sich in die Atmosphäre der Räume harmonisch eingliederte und am Ende
des Festivals spurenlos rückführbar war, trotzdem aber den modernen konservato-
rischen und sicherheitstechnischen Standards entsprach. Die größte Herausforde-
rung dabei war es, in den Monaten Juli und August das Raumklima in den Griff zu
bekommen. Beim Vitrinen-Konzept entschied man sich für kristalline Strukturen, die
der Verdichtung des ungeheuren wissenschaftlich-literarischen Werkes Hammers
entsprachen (Abb. 6).
Hammer war ein Mann des Wortes und der Schrift. Er hat ein ungeheures Oeuvre
an wissenschaftlichen und literarischen Werken hinterlassen. Daher stand von vorn-
herein fest, dass sich auch die Ausstellung in erster Linie mit dem geschriebenen
Wort, mit Texten, Inschriften und Übersetzungen befassen wird. Diese Entscheidung
erlaubte es gleichzeitig, die im Schloss befindlichen originalen Schriftzeugnisse har-
monisch in die Schau einzubinden.
Wir waren uns auch des Spannungsfel-
des zwischen Ausstellungsambiente und
Privatbesitz, das zu gleichen Teilen Nähe
und Distanz forderte, durchaus bewusst.
Ein durch Bodenplatten klar definierter
Parcours trennte den Ausstellungsbereich
vom Wohnbereich und schuf eine Brücke
zwischen einem „Seitenblicke-Voyeuris-
mus“ und einem historisch-biographischen
Zugang (Abb. 7).
Das Zusammenspiel der drei Präsentati-
onsebenen – das Schloss, die Person Ham-
mers und das Übersetzen – erschloss sich
bei einem eiligen Besuch nur unzu-
reichend. Dabei wurde man in jedem
Raum nur mit der vordergründigen – durch
Raum- und Objekttexte klar zum Ausdruck
gebrachten – Oberflächenebene konfron- Abb. 7: Raum 4 der Ausstellung
tiert: in der Bibliothek mit dem Schloss an (Foto: Galter 2008).
163
Hannes D. Galter
sich, in den umgebenden Räumen mit der Person Hammers oder im Gang und in der
Kapelle mit der Translatorik. Wer sich allerdings die Zeit nahm und sich anhand der
in jedem Raum aufliegenden gedruckten Guides auf eine längere Auseinanderset-
zung einließ, konnte auch die tiefer liegenden Ebenen entdecken und anhand zahl-
reicher Hinweise und Zitate das komplexe Gefüge kultureller Verknüpfungen und
Spuren erkennen, welches das Haus und seinen prominenten Besitzer umgab.
Leben in zwei Welten
Im Schlussteil kehrte die Ausstellung in die Gegenwart zurück. Der letzte Raum
(Abb. 8) beschäftigte sich mit der Frage: Wo und wie findet heute die Übersetzung
der Kulturen statt? Die Antwort darauf fanden wir nicht nur in Gelehrtenstuben und
Globalisierungsbüros, sondern überall im Alltag unserer multiethnischen Städte. Da-
her bildete ein Projekt, das gemeinsam mit der Bundeshandelsakademie I Wels re-
alisiert wurde, den Abschluss der Ausstellung. In den drei ausgewählten Klassen
lernten Schülerinnen und Schüler aus vierzehn Nationen – Albanien, Bosnien, China,
Abb. 8: Raum 9 der Ausstellung (Foto: Galter 2008).
164
Der südoststeirische Diwan
Deutschland, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Österreich, Rumänien, Serbien, Slowe-
nien, Taiwan, Türkei und Ukraine – miteinander. Sie wurden eingeladen, sich mit
der Situation ihres „Lebens in zwei Welten“ kreativ auseinanderzusetzen. Die dabei
entstandenen Texte, Videos und Fotocollagen dokumentierten, dass es unterschied-
liche Wege gibt, die traditionelle Welt des Elternhauses mit der dynamischen Welt
der Aufnahmegesellschaft in Einklang zu bringen. Die Jugendlichen hatten mehrere
kulturelle Systeme zur Auswahl, zwischen denen sie je nach emotionaler Situation
„switchen“ konnten. Sie mussten ständig Übersetzungsarbeit leisten (Galter 2012,
266-268).
Dieser Ausstellungsteil bestand insgesamt aus fünf Teilprojekten. Das erste be-
fasste sich mit dem Thema „Transkulturalität in Schule und Freizeit“ und hielt die
transkulturelle Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler in Form einer Fotocollage
fest. Das zweite Teilprojekt hatte die Musikalität einer türkischstämmigen Schülerin
zum Inhalt. Sie hatte in Istanbul Saz (türkische Langhalslaute) und Zurna (türkische
Kegeloboe) gelernt, beides allerdings in Österreich nicht weiterlernen können. Daher
sattelte sie auf Blockflöte und Gitarre um. Mit ihren Freundinnen hört sie sowohl
westliche als auch östliche Popmusik. Diese Entwicklung wurde in einem Video do-
kumentiert. Im Projektteil „Festkulturen“ wurden zwei zentrale Familienfeste einer
anatolischen Familie in Wels, die Beschneidung der Brüder der Schülerin und die
Taufe ihres Neffen – einer der Brüder hatte eine Österreicherin geheiratet –, in zwei
parallel gezeigten Videos einander gegenübergestellt und im Projektteil „Alltag“ be-
gleitete ein interkulturelles Kamerateam aus Klassenkolleginnen und -kollegen zwei
Schüler mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund jeweils einen Tag lang durch
ihre Tagesabläufe (Galter Luitgard 2010).
Für das fünfte Teilprojekt hatten Schülerinnen und Schüler in einer Schreibwerk-
statt Beiträge zum Thema „Leben in zwei Welten – Ausländer und wir“ verfasst.
Diese wurden in einem Band zusammengefasst und veröffentlicht. Die prägnantes-
ten Sätze der Arbeiten bildeten die Raumtexte des Ausstellungsteils (HAK I 2008).
Das Rahmenprogramm der Ausstellung sollte den Konnex zu den anderen Forma-
ten der regionale08 herstellen. Darin wurde versucht, das zentrale Thema der Aus-
stellung, Hammers Rolle im Translationsprozess der Kulturen und seine Bedeutung
für das wechselseitige Bild von Orient und Okzident, aus der Bildsprache der Aus-
stellung in unterschiedliche Ausdrucksformen performativer Kunst zu übersetzen.
Wir wählten dabei ganz im Sinne Hammers die Form der Lecture Performance, Be-
lehrung in künstlerischem Gewand. Die Heterogenität der Ausdrucksformen, Litera-
turlesungen, Instrumentalmusik, Gesang, Tanz, Performance, Sprechtheater, wis-
senschaftlicher Workshop, Kabarett und Märchenerzählung, entsprach der
165
Hannes D. Galter
Heterogenität der Formate des Festivals und führte zu jenen zeitgenössischen Kunst-
formen über, die das Festival als Ganzes prägten.
Die Reaktionen auf die Ausstellung und das Festival waren unterschiedlich. Das
Ziel, vom Kulturkontrast zum Verständnis vorzudringen, hat die regionale08 in vielen
Fällen nicht erreicht. Manche wissen bis heute nicht, was die seltsamen Schriftzei-
chen am Straßenrand, der verfremdete arabische Schriftzug des Wortes Diwan, be-
deuteten. Die Öffnung des Schlosses bewirkte eine Aufbruchsstimmung, eine neues
Identitätsbewusstsein in der Region, die sich durch die Kulturkontrasterfahrung wei-
ter steigerten. Mehrheitlich erfuhren wir ein positives Echo. Die Beschäftigung mit
dem inhaltlichen Leitfaden und die kontinuierlichen Highlights über zehn Wochen
hinweg haben die Besucherinnen und Besucher das dahinter liegende Konzept und
die Kunstpräsenz positiv erleben lassen.
Die Nachhaltigkeit eines Kultur-Projekts
Diese Nachhaltigkeit muss in zwei unterschiedliche Richtungen hin betrachtet wer-
den. Das Hammer-Purgstall-Ausstellungsprojekt hatte in den folgenden zwölf Jahren
eine Eigendynamik entwickelt. Im Herbst 2010 zeigte das Universalmuseum
Abb. 9: Der Zentralraum der Istanbuler Ausstellung (Foto: Galter 2010).
166
Der südoststeirische Diwan
Joanneum unter der Leitung von Gerhard Dienes (1953–2020) und mir eine adap-
tierte Form der Hammer-Purgstall-Ausstellung Doğuya Köprüler / Brücken zum Ori-
ent am Österreichischen Kulturforum in Istanbul als Beitrag zum Europäischen Kul-
turhauptstadtjahr der Stadt (Abb. 9). Durch diese Rückkehr der Hammer-Purgstall-
Thematik an den Ort, an dem Hammer zwischen 1799 und 1806 tätig war und an
den er sich immer zurückwünschte, entstand eine neue translatorische Herausfor-
derung. Zum einen mussten alle Texte und Beiträge zweisprachig gestaltet werden
und zum anderen war es notwendig, die europäischen Probleme und Perspektiven
der Auseinandersetzung mit dem Orient in einem türkischen Kontext darzustellen
und einem türkischen Publikum verständlich zu machen. Wieder waren es die Ju-
gendlichen aus Wels, die mit viel Mut und Engagement diese Brücke zum Orient
schlugen (Galter Luitgard 2010).
In der Folge übersiedelte diese Ausstellung in immer wieder neu gestalteten For-
men nach Schiraz (2017), Teheran (2017), Graz (2018) und Frankfurt am Main
(2019). Eine für 2013/14 unter dem Arbeitstitel Austri[A]rabia geplante Ausstellung
in Riyad kam leider nicht zustande. Dafür fand im November 2012 am Österreichi-
schen Kulturforum in London ein Symposium zum Thema From the Euphrates to the
Thames and the Mur. 200 years of Middle Eastern Studies and Middle Eastern
Abb. 10: Der Zentralraum der Feldbacher Ausstellung (Foto: Galter 2020).
167
Hannes D. Galter
Collections statt. Im Frühjahr 2020 schließlich kehrte die Ausstellungskarawane nach
Feldbach zurück (Abb. 10) und es besteht die Hoffnung, dass das Hammer-Purgstall-
Jubiläumsjahr 2024 ein weiteres Format hervorbringt.
Auf der anderen Seite hatte sich Schloss Hainfeld selbst schon im Rahmen der
regionale08 aus der einseitigen Fokussierung auf Joseph von Hammer-Purgstall ge-
löst. Durch parallele Festivalformate, wie die Fotoausstellung Tausend und eine Spur
von Christine de Grancy oder die Wunschmaschine Orient, ein orientalistisches
Crossover zwischen Architektur, Film und Musical, konnte es sich als Kultur- und
Veranstaltungszentrum positionieren. Eine diesbezügliche Nachnutzungsstudie Hain-
feld-Gardens wurde im Herbst 2009 von Christian Eigner und Michaela Ritter der
Kulturabteilung des Landes Steiermark übergeben.
Es folgten die Europäischen Literaturtage 09 vom 09. bis zum 11. Oktober 2009
und das Oral-History-Projekt des Künstlerduos Hölbling und Höber, ein Crossover
zwischen Kunstaustellung und Geschichtswerkstatt. Einer der eingeladenen Literaten
bei den Literaturtagen 09 war Mathias Enard, der seinen Roman Boussole (Enard
2016) zum Teil auf Hainfeld spielen lässt und in seine Hauptfigur Franz Ritter auch
Elemente der Persönlichkeit Hammers eingearbeitet hat. Beide wirken in Wien und
beide erleben den Orient als einen fernen verführerischen Traum. Enard erhielt für
sein Werk 2015 den renommierten Prix Goncourt.
Und schließlich brachte ein nächtlicher Spaziergang mit Marie-Therese Holler, der
Mitgestalterin der Hammer-Purgstall-Ausstellung auf Hainfeld, durch die Akademie
der Wissenschaften in Wien den Kabarettisten und Autor Dirk Stermann nach eigener
Aussage auf die Idee, seinen Roman Der Hammer (Stermann 2019) zu schreiben, in
dem er sich auf eine sehr eigene Art mit der Biografie des Orientalisten auseinan-
dersetzte (Pietsch 2020c).
Die Übersetzung der Kulturen
Durch die regionale08 wurde der Diskurs über das Übersetzen der Kulturen
(Bhabha 2012) um einige Facetten und Themen bereichert. Die zentrale Ausstellung
über Joseph von Hammer-Purgstall war in mehrfacher Hinsicht eine Ausstellung über
das Übersetzen. Hammer übersetzte aus mindestens zehn verschiedenen Sprachen,
darunter Englisch, Französisch, Italienisch, Latein, Griechisch, Türkisch, Arabisch
und Persisch und er brachte durch seine Übersetzungen zahlreiche klassische Werke
der orientalischen Literaturen dem deutschsprachigen Publikum nahe: den Koran,
die Gedichte des Hafis und des Dschelaleddin Rumi, die Erzählungen aus 1001 Nacht
und vieles mehr. Durch seine wissenschaftliche und schriftstellerische Tätigkeit
168
Der südoststeirische Diwan
vermittelte er seinen Zeitgenossen ein tieferes Verständnis für die Kulturen und po-
litischen Landschaften des Vorderen Orients und wirkte so an der Übersetzung der
Kulturen mit. Die vielfältigen Empfindungen und Erfahrungen, die ihm seine Reisen
und sein Literaturstudium bescherten, übertrug er in Texte und Inschriften, mit de-
nen er Schloss Hainfeld in ein „literarisches Zuhause“ verwandelte.
Übersetzungen sind zu einem zentralen Bestandteil unserer Welt geworden. Sie
sind auch aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Beim Transfer von Wissen
und Kulturtechniken zwischen den Völkern haben Übersetzungen immer wieder eine
zentrale Rolle gespielt, denken wir nur an die Septuaginta, die erste Übersetzung
der Bibel ins Griechische, die im Jahr 247 v.d.Z. angeblich von 72 Übersetzern in 72
Tagen angefertigt worden sein soll, oder an die Übersetzungen, die im bait al-ḥikma,
dem „Haus der Weisheit“ in Bagdad, im 9. und 10. Jahrhundert getätigt wurden und
die das antike Geisteserbe vor dem Vergessen bewahrten. Durch die Übersetzungs-
schule von Toledo, die die arabischen Texte ins Lateinische übersetzte, kehrte dieses
Geisteserbe nach Europa zurück. Auch bei der Ausbreitung und Popularisierung des
Christentums spielten Übersetzungen wie die Septuaginta, die Vulgata oder Martin
Luthers Bibelübersetzung eine wesentliche Rolle (Weidner 2010).
Aber was heißt „übersetzen“? Die Eckpfeiler des Gedankengebäudes, das bei der
versuchten Beantwortung dieser Frage entstand, bildeten Stellungnahmen zentraler
Persönlichkeiten der Translationsgeschichte, die 2008 in der Hammer-Purgstall-Aus-
stellung zu lesen waren.
Umberto Eco (1932–2016), Literat, Semiotiker und Kulturwissenschaftler, gab ei-
nen ersten Hinweis: „Die erste und einfachste Antwort könnte lauten: dasselbe in
einer anderen Sprache sagen“ (Eco 2006, 9). Aber Eco wäre nicht er selbst gewesen,
hätte er nicht sofort alle verbundenen Begriffe hinterfragt: Was heißt „dasselbe“?
Was wurde gesagt? Und was bitte heißt „sagen“? In Vorwegnahme gegenwärtiger
Diskussionen um die Übersetzungen von Amanda Gormans Gedicht The Hill we Climb
(Parks 2021), schrieb er: „Ich berühre nicht das Problem der postkolonialen Taktiken
oder Strategien zur Anpassung eines okzidentalen Textes an die Sensibilität anderer
Kulturen, weil ich die Übersetzungen meiner Texte ins Arabische, Persische, Korea-
nische oder Chinesische nicht habe verfolgen und diskutieren können“ (Eco 2006,
17).
Sowohl Translationstheorie als auch Übersetzungspraxis gehen von einer prinzi-
piellen Übersetzbarkeit zwischen verschiedenen Sprachen aus. Wir haben uns daran
gewöhnt, ihnen völlig zu vertrauen. Dennoch war und ist Übersetzungstätigkeit eine
Erfahrung von Unklarheit, Distanz und Alterität. Dies galt und gilt besonders für
169
Hannes D. Galter
orientalische Literaturen (Weidner 2010). Joseph von Hammer-Purgstall streute
hierzu ein Bonmot über seine Arbeit als Dolmetscher 1835 zwischen Kaiser Franz
und dem türkischen Großbotschafter Fethi Ahmed Pascha ein: „Ich musste nicht nur
die Übersetzung der mir mitgeteilten Rede des Botschafters, sondern auch die der
von mir hierauf verfassten Antwort, welche der Kaiser geben sollte, auswendig ler-
nen. Der Kaiser, ganz blödsinnig murmelte statt der Antwort, die er hatte geben
sollen, ein ganz unverständliches Wort; was ich dann türkisch sprach, musste für
das, was er gesprochen haben sollte, gelten. Es lief alles gut & nach Wunsch ab“
(Hammer-Purgstall 2018, 1772).
Friedrich Rückert (1788–1866), Dichter, Übersetzer und Orientalist, der bei Ham-
mer Persisch lernte, führte den Diskurs weiter, indem er die höchste Kunst des Über-
setzens dort sah, wo man genau das richtig übersetzt, was man nicht richtig ver-
steht: „Der Übersetzung Kunst, die höchste, dahin geht, zu übersetzen recht, was
man nicht recht versteht“ (Rückert 1841, 40). Jeder, der sich mit orientalischen Tex-
ten und Literaturen beschäftigt, kennt das. Die Worte haben mehrere Bedeutungen,
Ausdrücke und Bilder müssen geklärt und gedeutet werden. Aus diesem Grund be-
tonte Rückert auch die Bedeutung des Sprachenlernens: „Mit jeder Sprache mehr,
die du erlernst, befreist du einen bis daher in dir gebundnen Geist“ (Rückert 1838,
181).
Hier hakte Petros Markaris, 1937 in Konstantinopel geborener griechischer Über-
setzer und Schriftsteller, ein: „Der Schriftsteller muss sich nur mit einer Sprache
auseinandersetzen, der Übersetzer muss viele beherrschen. … ...ein Übersetzer [be-
nötigt] für Shakespeare eine andere Sprache als für Molière, für Franz Xaver Kroetz
eine andere als für Mark Ravenhill. … Es ist besser, dem Original nicht vollkommen
treu zu sein, als die eigene Sprache zu misshandeln. … Viele glauben, bei einer
Übersetzung handle es sich um eine getreue Übertragung des Originals. Doch mehr
als alles andere geht es dabei um den Sprachstil. Kann sein, dass jemand dem Ori-
ginal treu bleibt, aber den Kontakt zum sprachlichen Stil verliert, worauf er zwar den
Sinn des Textes erfasse, doch das Kunstwerk bleibt ihm verschlossen“ (Makaris
2008, 161-172). Dies bestätigte der bekannte Übersetzer Alexander Nitzberg in ei-
nem Interview mit der Kleinen Zeitung am 11. November 2021: „‚Der Buchstabe
tötet, der Geist aber macht lebendig‘. Für Übersetzer gilt das im besonderen Maße.
Vieles an einem literarischen Werk erweist sich bei näherem Blick als ‚Buchstabe‘
und verlangt in der Übertragung nach einer anderen Lösung. Denn je besser man
eine Sprache beherrscht, umso mehr entpuppt sich die Vorstellung, man könne das-
selbe genauso sagen, als Illusion.“
170
Der südoststeirische Diwan
Schon Martin Luther war der Überzeugung, dass die Heilige Schrift ohne Rück-
sichtnahme auf die Grammatik oder Semantik der Ursprungssprachen – Textsinn
ging vor Wörtlichkeit – möglichst „natürlich“ und allgemein verständlich ins Deutsche
übersetzt werden müsse (Luther 1530). Das klassische Beispiel, das mein Hebräisch-
lehrer Georg Molin (1908–2003) immer wieder anführte, war Luthers Übersetzung
„Reh“ für das hebräische „Gazelle“ im „Lied der Lieder“, die auf die Konnotationen
von Schönheit und Eleganz Rücksicht nahm, die im 16. Jahrhundert beim deutschen
„Reh“, nicht aber beim Fremdwort „Gazelle“ mitschwangen (Galter 2004, 58-59).
Annemarie Schimmel (1922–2003), Arabistin, Islamwissenschaftlerin und Über-
setzerin zahlloser orientalischer Dichtungen, lenkt unser Augenmerk hingegen auf
den kulturellen Kontext der zu übersetzenden Literatur: „Eine solche Vertrautheit
aber mit der Tradition ist besonders bei der Übertragung klassischer orientalischer
Poesie erforderlich, in der ein seit Jahrhunderten genau festgelegtes Gewebe von
Wort- und Sinnbezügen verwendet wird. Denn wir haben es im Arabischen, Persi-
schen, Türkischen und Urdu nicht mit einer Erlebnisdichtung zu tun, sondern mit
einer konventionellen Bildersprache, einer überaus verfeinerten Rhetorik, die sich
vor allem in der von Iran beeinflussten Welt entwickelt hat. (Schimmel 1989, 115).
Sie verwehrte sich gegen eine „Europäisierung“ der östlichen Gedankenwelt, die am
Wortsinn klebe und die Vielschichtigkeit und Mehrdeutigkeit der Phrasen außer Acht
lasse: „Eine wirklich gute Übertragung persischer oder anderer orientalischer Poesie
darf nicht versuchen, Symbole und traditionelle Bilder als Ausdruck sinnenhafter Re-
alität zu verstehen. Vor allem sollte der Übersetzer es vermeiden, europäische Be-
griffe unserer Zeit auf klassische Dichtung zu übertragen“ (Schimmel 1989, 118).
Joseph von Hammer-Purgstall habe dies in der Einleitung zu seiner Hafis-Überset-
zung klar zum Ausdruck gebracht: „Das höchste Ziel, nach welchem diese Ueberset-
zung ringet, ist die möglichste Treue nicht nur in Wendung und Bild, sondern auch
in Rhythmus und Strophenbau“ (Hammer-Purgstall 1812, VI). Und Friedrich Rückert
habe bewiesen, dass sehr wohl möglich sei, ausgezeichnete deutsche Ghaselen zu
schreiben. Dies erfordere aber eine genaue Kenntnis der literarischen Überlieferung
der islamischen Welt und ein Verständnis ihrer religiösen Atmosphäre. Ein idealer
Hafis-Übersetzer müsse die kristallene Klarheit des persischen Dichters besitzen, die
sie mit der Musik Mozarts verglich. „Mehr noch als in anderen Bereichen der Über-
setzungskunst hat der Orientalist die Pflicht, falsche Töne zu vermeiden; denn da
der Leser in der Regel den Übersetzer nicht kontrollieren kann, wird ihm durch solche
falschen Töne ein verzerrtes Bild islamischer Kultur geliefert, wie es mit der Poesie
des Hafis oder Omar Chayyam der Fall ist – ähnlich wie die orientalisierenden Ge-
mälde des 19. Jahrhunderts einen sinnlichen Träumen entsprungenen, verfälschten
Orient zeigten“ (Schimmel 1989, 119).
171
Hannes D. Galter
Das Kernproblem aller Übersetzungen bleibt somit die Schwierigkeit der doppelten
Bindung an die kulturellen Charakteristiken des Originals und an die kulturelle Be-
dingtheit der Lesenden der Übersetzung. Ein bloßes Übertragen von einer in eine
andere Sprache, oder – wie es Barbara Frischmuth ausdrückte – „das Hinübersetzen
von einem kulturellen Ufer zum anderen“ (Frischmuth 2008, 131), scheint nicht so
einfach möglich zu sein. Man muss sich entscheiden, ob der fremde Text an die
Zielsprache angeglichen werden, oder seine Fremdartigkeit mit sprachlichen Mitteln
unterstrichen werden soll.
Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) leitete daraus in den Noten und Ab-
handlungen zum West-östlichen Divan drei Arten der Übersetzung ab (Waltje 2002):
„Die erste macht uns in unserem eigenen Sinne mit dem Auslande bekannt“. Dabei
wird das Original in die fremde Sprache und Kultur übertragen, der Text wird zum
Leser gebracht. „Eine zweite Epoche folgt hierauf, wo man sich in die Zustände des
Auslands zwar zu versetzen, aber eigentlich nur fremden Sinn sich anzueignen und
mit eignem Sinne wieder darzustellen bemüht ist“. Hier wird das Original so para-
phrasiert, dass die ursprüngliche Aussage erhalten bleibt, Text und Leser treffen sich
auf dem Weg. Die dritte Form, „wo man die Übersetzung dem Original identisch
machen möchte, so daß eins nicht anstatt des andern, sondern an der Stelle des
andern gelten solle“, war für Goethe die höchste und letzte. Dabei wird der Leser
zum Text bracht und in die Lage versetzt, in die fremde Kultur einzutauchen, um
Inhalt, Form und Sinn des Originals aufzunehmen (Goethe 1988, 260-263). Damit
nahm Goethe ein Credo Joseph von Hammer-Purgstalls auf, nach dem der Überset-
zer weniger den persischen Dichter in den deutschen Leser übersetzen solle, als den
deutschen Leser in den persischen Dichter. (Hammer-Purgstall 1812, VII).
Daran anschließend beschwor Barbara Frischmuth, Literatin, Turkologin und Über-
setzerin, noch einmal das Bild der Brücke – die sich zwischen zwei Sprach- oder
Kulturlandschaften spannt, um dann feinsinnig auf gesellschaftliche und politische
Rahmenbedingungen aufmerksam zu machen, die das Übersetzen beeinträchtigen
können: „Das Übersetzen ist zweifellos eine spannende Tätigkeit, die die Versuchung
zur Überspannung naturgegeben in sich birgt, so dass man schon froh sein muss,
wenn im schlimmsten Fall nur der Übersetzer und nicht gleich die ganze Brücke ins
Wasser fällt. … Wer von einer Sprache in die andere übersetzt … reist mit Gepäck.
Ganz ohne, sprich ohne Hilfsmittel wird er höchstens dort ans Ziel kommen, wo die
Sprachen eng aneinander liegen, wo man praktisch auch schwimmen könnte, nicht
aber dort, wo die Brücke lang ist und verschieden strukturierte Sprachen miteinander
verbinden oder auch trennen soll, ganz wie die jeweilige Politik es verfügt“ (Frisch-
muth 2008, 131).
172
Der südoststeirische Diwan
Diese Erkenntnis war auch dafür ausschlaggebend, dass Elie Wiesel, Umberto Eco,
Jaques Le Goff, Paul Ricoeur, und andere 1992 unter der Schirmherrschaft von
François Mitterrand in Paris die Académie universelle des cultures gründeten. Sie
setzten es sich zur Aufgabe, den Ethnozentrismus in Kultur und Geistesleben zu be-
seitigen, und die „Übersetzung der Kulturen“ als Grundlage einer echten wechselsei-
tigen Erweiterung des kulturellen Erfahrungshorizontes voranzutreiben. Sie gingen
dabei von einer Erkenntnis des großen Kulturwissenschaftlers Claude Lévi-Strauss
aus, dass Kulturen in erster Linie durch ihre Unterschiede und nicht durch ihre Ähn-
lichkeiten vergleichbar sind (Lepenies 1997, 51).
Dem rein literarischen Translationsdiskurs konnten im Rahmen der regionale08
weitere Aspekte hinzugefügt werden. Zum einen wurde die Übersetzung kultureller
Ausdrucksformen, das Crossover, zum Generalthema erhoben und in den Bereichen
Musik, Literatur, Architektur und Performance umgesetzt. Zum anderen kam Trans-
latorik auch beim Zugang zur Kunst zur Anwendung. Das Hinführen zum anderen
Text, zum fremden Objekt, das Goethe propagiert hatte, war ein wichtiger Bestand-
teil des Leitersdorfer Projekts hosted, das die grundlegenden Ideen der regionale08
wohl am besten zum Ausdruck brachte (Hölbling/Höber 2008).
Das Künstlerduo Barbara Hölbling und Mario Höber führte moderne Kunst aus der
Zweckmäßigkeit der Galerien und Kunsthallen heraus und verortete sie in einer fünf-
tägigen, performativen Großinstallation im südoststeirischen Leitersdorf. Unter-
schiedliche Werke zeitgenössischer Kunst – von Andy Warhol, Arnulf Rainer, Her-
mann Nitsch und anderen – wurden in Privathäuser gehängt, die weichenden Ein-
richtungsgegenstande in der Mehrzweckhalle des Dorfes ausgestellt. Leitersdorf
wurde zum Performance-Raum, zu einer begehbaren Installation, zum diskursiven
Forum. Die Bewohner und Bewohnerinnen von Leitersdorf öffneten ihren persönli-
chen Raum für die Installation und die Ausstellung zeitgenössischer Kunst, über die
sie mit den Besuchern auch redeten.
Dieses Projekt erforderte eine permanente Übersetzungsleistung aller Beteiligten.
Während des gesamten Prozesses war es notwendig, die eigene Sprache und die
eines anders sozialisierten Gegenüber zu übersetzen, um eine Verständigung und
damit das Projekt zu ermöglichen. Dabei zeigte sich eines: Die vielbeschworenen
Grenzen zwischen Kunst und Leben, zwischen Öffentlichem und Privatem, zwischen
Alltag und Festival wurden brüchig und durchlässig bis hin zur Kongruenz. Vertraute
Perspektiven verloren an Bedeutung, Standortwechsel und neue Identifikationen wa-
ren an der Tagesordnung. Kunstvermittlung wurde zu einem Teil der eigenen Bio-
grafie – quasi einverleibt.
173
Hannes D. Galter
Dies führt uns zur Translatorik im Alltag und zur Transkulturalität als Lebensform.
Dieser Aspekt wurde bereits im Schlussteil der Hammer-Purgstall-Ausstellung ange-
sprochen. In unserer globalisierten Zeit sind Kulturen weniger durch ihre Beständig-
keit als durch ihren Wandel charakterisiert, wie es der deutsche Soziologe Wolf Lepe-
nies 2012 in seiner Laudatio auf Eva Moldenhauer und Bernard Lortholary anlässlich
der Verleihung des Prix de l’Académie de Berlin ausdrückte (Lepenies 2014). Der
Wunsch nach kultureller Stabilität verliere gegenüber der Notwendigkeit von kultu-
reller Flexibilität zunehmend an Bedeutung. Das dies auch Gegenbewegungen in
Form von Mobilitätsabwehr und Abschottungstendenzen sowie neue Identitätsdis-
kurse in Gang setze, sei nicht ungewöhnlich. Für Lepenies gehört die Fähigkeit zum
Kulturwechsel und zur Übersetzung der Kulturen zu den Grundeigenschaften Euro-
pas. Europa definiere sich in erster Linie über die Gemeinsamkeit der Unterschiede
und über die Wertschätzung und Eingliederung dieser Verschiedenheiten (Lepenies
1997). Auf diese Einheit in der Vielfalt zielt auch der Leitspruch der Europäischen
Union „In Vielfalt geeint“, der im Jahr 2000 im Zuge eines Schülerwettbewerbs aus-
gewählt wurde. Nicht die Angleichung der Kulturen sei das Ziel, sondern die Siche-
rung ihrer wechselseitigen Übersetzbarkeit, meinte Wolf Lepenius „Wir werden ler-
nen müssen, die Leitbilder fremder Kulturen zu pluralisieren, um die Voraussetzung
dafür zu schaffen, sie wirksam in unseren gesellschaftlichen Alltag zu integrieren
(Lepenies 1997, 44).
Die frühen Orientalisten Joseph von Hammer-Purgstall und Friedrich Rückert
machten diesen interkulturelle Übersetzungsprozess zu ihrer Lebensaufgabe. Ham-
mer hat diese Transkulturalität aber auch gelebt. Er wollte Orient und Okzident ei-
nerseits geistig und literarisch miteinander verschränken, wie die altgriechische
Randschrift auf der 1847 von Carl Radnitzky gestochenen Medaille für Hammer be-
stätigt: AΣΙΑΝ ΕΥΡΩΠΗΙ ΣΥΝΗΠΤΕΝ „Er verband Asien mit Europa“ (Galter 2019a,
147).
Andererseits nahm er Elemente aus beiden Welten in sein Leben und in seinen
Alltag auf. Schloss Hainfeld und seine Umgebung machte er zu einem Wahrzeichen
seiner gelebten Transkulturalität. Dadurch entstand dieser fruchtbare Zwischen-
raum, der Fenster und Ausblicke öffnete und der noch Generationen später kreative
Geister inspiriert hat.
174
Der südoststeirische Diwan
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April 26, 2023
Hannes D Galter
University of Graz, Faculty Member
I am an Assyriologist from Austria with special interest in Mesopotamian cultural history, Assyrian political history and intercultural transmission. I teach at the Universities of Graz and Klagenfurt
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Diana Klöckers-Wolf
Master Thesis, 2016
Nur einen Steinwurf vom heute international bekannten Lustschloss des Kurfürsten Carl Theodors von der Pfalz entfernt, befand sich das alte Schloss zu Benrath. Etwa einhundert Jahre vor Carl Theodor lässt der damalige Pfalzgraf Philipp Wilhelm ein Wasserschloss nebst Gärten und Park anlegen, als Rückzugsort etwa zehn Kilometer von der Düsseldorfer Altstadt entfernt. Philipp Wilhelms Nachfolger als Pfalzgraf und später auch als Kurfürst, sein Sohn Johann Wilhelm – in Düsseldorf besser bekannt als Jan Wellem –, nutzt das alte Wasserschloss ebenfalls. Johann Wilhelms Nachfolger, sein Bruder Carl Philipp, verlegt die Residenz allerdings nach Mannheim, wo auch später dessen Nachfolger Carl Theodor residiert. In dieser Zeit muss das Benrather Wasserschloss nach und nach verfallen sein, denn statt einer Renovierung des Schlosses veranlasst Carl Theodor etwa einhundert Jahre nach dem Bau des Wasserschlosses dessen Abriss. Die Flügelbauten des Schlosskomplexes bleiben dagegen erhalten. Die heutige Orangerie des neuen Schlosses Carl Theodors wurde im noch erhaltenen Nordflügel der ehemaligen Anlage untergebracht. Neben dem Nordflügel existieren weiterhin noch die Torhäuser und ein Pavillon des Südflügels, der die Schlosskapelle mit einem Altar aus der Zeit Johann Wilhelms beherbergt. Aus diesen baulichen Überbleibseln lassen sich heute Größe und Lage der Schlossanlage rekonstruieren und einige wenige Gemälde und Zeichnungen geben einen Eindruck des Schlosses aus verschiedenen Blickwinkeln. Eine umfassende Aufarbeitung der Quellen und Informationen zum alten Schloss ist bisher noch nicht erschienen. Auch diese Arbeit kann sicherlich in ihrem begrenzten Zeit- und Seitenrahmen nicht alle Aspekte ausführlich beleuchten. Sie kann aber einen Beitrag leisten zur Geschichte und Analyse des alten Schlosses zu Benrath.
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Sakrale Zentren, Bausteine zum frühmodernen Staat, Leitfossilien der Geschichte - Stiftskirchen im Südwesten
Oliver Auge
Schwäbische Heimat
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Der Kraichgau : Bemerkungen zur historischen Identität einer Region
Klaus Graf
Bemerkungen zur historischen Identität einer Region »Nur Regionen können Heimat sein«, hat vor kurzem ein Journalist formuliert und dabei auf folgenden Umstand verwiesen: »Regionen sind beständiger als Staaten, weil sie ihre Existenz der Selbstbesinnung verdanken und nicht politischem Kalkül« 1 . Das Land Baden-Württemberg, zu dem der heute als Kraichgau bezeichnete Raum gehört, besteht seit 1952. Sein Vorgänger in diesem Gebiet, Baden, läßt sich als Territorium bis in das hohe Mittelalter zurückverfolgen -der Kraichgau hingegen erscheint bereits im 8. Jahrhundert in den Quellen des Klosters Lorsch.
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Wolfgang Wüst, Die Residenz zu Dillingen. Höfischer Lebens- und Wohnstil im Spiegel barocker Schloßinventare
Wolfgang Wüst
Wolfgang Wüst, Die Residenz zu Dillingen. Höfischer Lebens- und Wohnstil im Spiegel barocker Schloßinventare, 1987
Wolfgang Wüst, Die Residenz zu Dillingen. Höfischer Lebens- und Wohnstil im Spiegel barocker Schloßinventare, in: Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen 89 (1987) S. 147–212. Nr. 263 PDF-Eingabe
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Vom gefährdeten Schloss zur nachhaltigen Ruine: Tschanüff bei Ramosch, 17.–21. Jahrhundert
Jon Mathieu
2023
In Graubünden gibt es rund 250 mittelalterliche Burgruinen. Laut Regierung sind sie auch im 21. Jahrhundert "identitätsstiftend für die einheimische Kultur" und "für den Tourismus attraktiv". Ein Teil der Burgen ist früh abgegangen, andere später. Im Bündner Berggebiet lebte man also seit langem in einer Ruinenlandschaft, die sich von Jahrhundert zu Jahrhundert und von Generation zu Generation veränderte. Die historische und archäologische Forschung richtete sich aber bisher vor allem auf die mittelalterliche Entstehung dieser prominenten Gebäude. Im vorliegenden Aufsatz wird am Beispiel von Tschanüff bei Ramosch versucht, die Neuzeit ins Auge zu fassen und eine Ruinengeschichte zu schreiben. Wie kam es zum Verfall eines Schlosses im Gebirge und was geschah bis in die Gegenwart mit der Ruine?
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2020_Theune, Winkelbauer, Fürhacker, Schloss Hanfelden - ein Renaissanceschloss mit spätmittelalterlichem Kern in Unterzeiring
Claudia Theune
Schloss Hanfelden - Renainssanceschloss (in: Museum Murtal 2/2020), 2020
After five years of intensive research and work at and in Hanfelden Castle, it is clear that the great joint efforts have been successful. The research in the field of archaeology, building archaeology and history has considerably expanded our knowledge of the castle's multifaceted history. The many conservation and restoration projects have significantly improved the substance of the castle. The interdisciplinary work, archeology, building archaeology, conservation and restoration, but also geo-physics, dendrochronology and radiocarbon-dating must and will continue in the aforementioned cooperations in order to obtain new knowledge and to avert further deterioration of Hanfelden Castle. Basically, it should be noted that the largely preserved appearance of the renaissance-era castle, which is evident in the entire building as well as in the architectural surface, represents a special stroke of luck for the region and allows a view into the past largely unaltered by modern interventions.
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Das spätmittelalterliche "Land im Walgau"
Manfred Tschaikner
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Das Kastell Schaan und die Transformationsprozesse des Alpenrheintals in der Spätantike: Entwicklung – Netzwerke – Mobilität – Bevölkerung
Annina Wyss Schildknecht
Bericht der Römisch-Germanischen Kommission , 2024
Die Siedlungslandschaft des Alpenrheintals ist geprägt von einem markanten Wechsel der Siedlungsstandorte von der Talebene in Höhenlagen während dem 4. Jahrhundert und einem deutlichen Siedlungsrückgang im 5. Jahrhundert. Ab dem ausgehenden 3. Jahrhundert befindet sich das Tal zudem im unmittelbaren Hinterland des Limes, was sich in der Präsenz von Staatsbeamten und schlussendlich dem Kastellbau von Schaan manifestiert. Die ausschliesslich im Tal belegte Anwesenheit dieser verdeutlicht, dass die nun vorherrschenden Höhensiedlungen nicht in der Kontrolle des Staates standen. Mit dem Bau des Kastells Schaan sind zudem erstmals nachweislich zugewanderte Personen fassbar in einer Region, welche ausserhalb des Militärstützpunktes ihren lokalen Traditionen verbunden blieb. Die weitreichenden überregionalen Netzwerke bleiben jedoch bis mindestens in das ausgehende 5. Jahrhundert sowohl im Kastell Schaan als auch im gesamten Alpenrheintal offensichtlich.
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Das frühmittelalterliche Gräberfeld von Hohenberg, Steiermark. Mit Exkursen zur historischen und archäologischen Situation im Ostalpenraum.
Elisabeth Nowotny
2008
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