Four byzantine lead seals from the excavations in Pompeiopolis, Paphlagonia [in German]
Mainzer Veröffentlichungen zur Byzantinistik Herausgegeben von Johannes Pahlitzsch und Günter Prinzing Band 18 2024 Harrassowitz Verlag · Wiesbaden © 2024, Otto Harrassowitz GmbH & Co. KG, Wiesbaden ISBN Print: 978-3-447-12138-5 - ISBN E-Book: 978-3-447-39488-8 Vier byzantinische Bleisiegel aus der Grabung Pompeiopolis (Paphlagonien)* Max Ritter Bislang haben die wenigen systematischen archäologischen Ausgrabungen in der nördlichen Türkei (Paphlagonien und Pontos) beinahe keine byzantinischen Bleisiegel hervorgebracht. Das ist vor allem durch die geringen Grabungsaktivitäten in der Region begründet, insbeson- dere im Binnenland abseits der Küste.1 In den letzten zwanzig Jahren jedoch wurden dank einer geänderten Kulturpolitik der Türkei und aufgrund eines allgemein gestiegenen For- schungsinteresses am südlichen Schwarzmeerraum einige Projekte in Angriff genommen.2 Zu nennen sind dabei neben mehreren Surveyprojekten die langfristigen Grabungen in Tios (seit 2006),3 Hadrianopolis (seit 2006), Sinope (Balatlar Kilise, seit 2010),4 Komana Pontike (seit 2009)5 und vor allem in Pompeiopolis (seit 2006). * Es ist mir eine große Freude, Günter Prinzing mit dieser kleinen Gabe zu ehren. Es besteht die Hoffnung, dass der Beitrag die Neugier des Geehrten zu wecken vermag, da er mich stets in meinen Bemühungen unterstützte, Aspekte der materiellen Kultur von Byzanz in die Geschichtsforschung einzubringen. Günter Prinzing ist mir immer wieder ein aufmerksamer und aufgeschlossener Diskussionspartner, mit dem ich seit 2011 regelmäßig über den Assistenztisch hinweg diskutiere. Er rückt stets die wissenschaftliche Fra- gestellung, nicht seine Person in den Vordergrund und fordert mich als Gesprächspartner. In besonders lebhafter Erinnerung habe ich, wie er mich zur weiteren Arbeit über die Gründung des Zweiten Bulgari- schen Reiches ermunterte, obgleich er mir in manchem Detail absolut nicht zustimmte. Es folgt hier nun allerdings kein integrierter Fürstenspiegel, der den Geehrten lobt, um den übrigen Lesern ein Vorbild zu sein. Man kann aber sagen, dass Günter Prinzing sich trotz seiner Entpflichtung vom Dienst bis heute gegen den Rückzug vom wissenschaftlichen und diskursiven Arbeiten stemmt. Möge ihm seine Gesund- heit erhalten bleiben! Gedankt sei auch Lâtife Summerer (nunmehr Arkin-Universität Girne / Zypern) für die nunmehr ein Jahrzehnt währende Unterstützung und Zusammenarbeit, ohne die die hier vorgestellten Siegel wohl nicht gefunden worden wären und die sie mir zur Publikation anvertraut hat. Claudia Sode, Christos Malatras, Martina Filosa und Maria Teresa Catalano möchte ich für ihre großzügigen Lesehilfen und für Literaturhinweise im Rahmen des Kölner Kolloquiums danken. 1 Marek, Geschichte Kleinasiens, 61; Erciyas, Ethnic Identity; Anderson, Paphlagonia, 26; Brüggemann, Paphlagonia, 49–51. 2 Einen Überblick bietet Ritter, End of Late Antiquity. 3 Atasoy, Zonguldak-Filyos; Sönmez / Öztürk, Tios. 4 Zuletzt: Köroğlu, Balatlar Community. Zwischen 1951 und 1953 hatten in Sinope bereits Ekrem Akurgal und Ludwig Budde gegraben; cf. Akurgal / Budde, Vorläufiger Bericht. 5 Der Autor ist seit 2022 Mitglied des von Burcu Erciyas geleiteten Grabungsprojekts in Komana. Die dort gefundenen Bleisiegel sind einer künftigen Grabungspublikation vorbehalten. Einen rezenten Überblick zu Komana bietet Erciyas, Urbanization. © 2024, Otto Harrassowitz GmbH & Co. KG, Wiesbaden ISBN Print: 978-3-447-12138-5 - ISBN E-Book: 978-3-447-39488-8 176 Max Ritter Abb. 1: Karte mit den im Text erwähnten Orten in Paphlagonien und Pontos. Quelle: Max Ritter. Hartnäckig hält sich die althergebrachte, auf den Schriftzeugnissen beruhende Vorstel- lung, dass Paphlagonien trotz seiner geographisch zentralen Lage im Byzantinischen Reich eine periphere Region gewesen sei, kaum urbanisiert und von Konstantinopel vernachläs- sigt.6 Tatsächlich jedoch spielten Paphlagonier nicht nur eine große Rolle in vielen Phasen der byzantinischen Geschichte,7 sondern die Landschaft Paphlagonien hatte auch eine wich- tige Funktion für die Versorgung Konstantinopels mit Schweinefleisch, Milchprodukten, Ge- treide und Holz.8 Außerdem verlief, von Konstantinopel ausgehend, die wichtigste Verbin- dungsader zum Thema Armeniakon und nach Armenien durch Paphlagonien. Die Region war daher wohl bei weitem nicht so unbedeutend, wie oft dargestellt,9 sondern wurde und wird von der Forschung aufgrund einer schmalen Informationslage unterschätzt. Die Auffas- sung, dass Paphlagonien nicht durch Städte geprägt war, trifft allerdings zu. Pompeiopolis war von der Kaiserzeit bis in die ausgehende Spätantike das einzige urbane Zentrum in Zentralpaphlagonien.10 Wahrscheinlich wurde die Stadt bereits unmittelbar nach ihrer Gründung (64 v. Chr.) zu einem Verwaltungssitz für die römische Doppelprovinz Pon- tus et Bithynia bestimmt.11 Sie lag an einer wichtigen Straßenverbindung zwischen Krateia / Gerede und Neokaisareia / Niksar (Bezeichnung bei Belke: A2; French: F.2), von der nach Norden wie Süden Abzweigungen nach Sinope / Sinop und Gangra / Cankırı führten. Die 6 Izdebski, Changing Landscapes, 47; Anderson, Paphlagonia, 3. 7 Magdalino, Paphlagonians. 8 Hendy, Studies, 55; Magdalino, Paphlagonians, 141; cf. allgemein auch Belke, Paphlagonien und Hono- rias, 138–151. 9 Belke, Paphlagonien und Honorias, 73, 106. 10 Crow, Kastamon, 21. Einen aktuellen Überblick bietet Summerer, Pompeiopolis. 11 Marek, Stadt, 69–71. © 2024, Otto Harrassowitz GmbH & Co. KG, Wiesbaden ISBN Print: 978-3-447-12138-5 - ISBN E-Book: 978-3-447-39488-8 Vier byzantinische Bleisiegel aus der Grabung Pompeiopolis 177 Tabula Peutingeriana zeigt die Stadt im nordanatolischen Straßennetz als ein Verbindungs- glied zwischen den beiden letztgenannten Städten (Belke: B5; French: C.7).12 Überdies konn- ten auch archäologische Reste von Straßenabschnitten sowie Meilensteine die Position von Pompeiopolis im nordanatolischen Wegenetz belegen.13 Regelmäßig bis in das 14. Jahrhundert erscheint Pompeiopolis in den Notitiae episcopa- tuum.14 Bedeutend sind auch die Bischofssiegel aus dem Zeitraum vom 8. bis zum 11. Jahr- hundert.15 Das jedoch heißt ausdrücklich nicht, dass die Stadt selbst noch in dieser Zeit be- stand.16 Es ist vielmehr davon auszugehen, dass der Bischof seinen Amtssitz zu einem noch nicht bestimmbaren Zeitpunkt an einen anderen Ort innerhalb seiner Diözese verlegte, ohne aber seinen althergebrachten Titel abzuändern (cf. die Fälle Lakedaimon-Mystras, Pessinus- Spaleia17 und Perge-Syllaion18). Es steht nämlich außer Frage, dass Pompeiopolis im Jahr 1391 bereits lange in Ruinen lag, als es zuletzt beschrieben wurde: Kaiser Manuel II. Palai- ologos (1391–1425), zu dieser Zeit als Vasall des osmanischen Sultans Beyazıt I. (1389– 1402) den Ort passierend, beklagt in einem Brief den Verfall der antiken Städte und beson- ders von Pompeiopolis.19 Er erwähnt auch die Steinbrücke, die dem türkischen Ort Taşköprü den Namen gab. Ungeachtet der recht frühen Lokalisierung von Pompeiopolis auf dem Zımbıllı Tepesi in den Jahren um 1800 begann die systematische Erforschung der Stadt erst 2006, obgleich die Ausgangssituation günstig war, da die Fundstelle späterhin unbesiedelt blieb. Zwar hatten Notgrabungen und Sondagen in den Jahren 1984 und 1993 der Stadt bereits in mancherlei Hinsicht Kontur verliehen, doch war sie ansonsten unerforscht geblieben.20 Zu Grabungsbe- ginn war im Speziellen über die Stadt bekannt, dass sie über Hausarchitektur von hohem Niveau mit reichen mosaikverzierten Fußböden verfügte, einst von einer betürmten Stadt- mauer umschlossen war, mehrere Nekropolen besaß und in römischer Zeit über ein Aquädukt mit Wasser versorgt wurde. Von 2006 bis 2016 wurde ein internationales Ausgrabungs- und Umlandsurvey-Projekt der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) unter Leitung von Lâtife Summerer durchgeführt.21 12 Belke, Paphlagonien und Honorias, 117–118, 121–122. 13 French, Roman Roads. French noch nicht bekannt war der erst im Rahmen von Surveys entdeckte Stra- ßenbelag im Tal des Karasu Çayı, ein wenig östlich von Kastamonu. Damit ist klar, dass die Straße die spätere Festung von Kastamonu nicht tangierte. 14 Belke, Paphlagonien und Honorias, 110, 261; Preiser-Kapeller, Episkopat, 366. 15 Ioannes, metropolites, 2. Hälfte 8. Jh. (Zacos / Veglery, Byzantine Lead Seals, Nr. 2029 = Laurent, Cor- pus V, Nr. 1555); Konstantinos, episkopos, 9. Jh. (Zacos / Veglery, Seals, Nr. 1800b); Basileios, metropo- lites, 10. / 11. Jh. (DOSeals IV, 20.2, 20.3 = Laurent, Corpus V, Nr. 780); Ioannes, metropolites, 11. Jh. (DOSeals IV, 20.4 = PBW 20472). 16 Bislang sind nur wenige Streufunde dieser Zeit auf dem Zımbıllı Tepesi gefunden worden, was vermuten lässt, dass bereits im 8. Jahrhundert nicht länger eine Stadt an dieser Stelle bestand; cf. demnächst Ritter, Byzantine Coins, 14. 17 Belke, Galatien und Lykaonien, 227; Belke, Galatien in der Spätantike, 181–182. 18 Hellenkemper / Hild, Lykien und Pamphylien 1, 397. 19 Manuel II, Letters, 16; cf. auch Rhoby, Reminiszenzen, 97–98; Çelik, Manuel II Palaiologos, 130–131, 136. 20 Dies spiegelt sich deutlich im TIB-Lemma wider: Belke, Paphlagonien und Honorias, 261; cf. auch Wil- son, Historical Geography, 174–176. 21 Beteiligt waren und sind teilweise immer noch Luisa Musso (Rome Tre), Ruth Bielfeldt (LMU München), Christian Marek (Universität Zürich), Peri Johnson (Universität Chicago) u. a. Ich selbst stieß 2011 dazu © 2024, Otto Harrassowitz GmbH & Co. KG, Wiesbaden ISBN Print: 978-3-447-12138-5 - ISBN E-Book: 978-3-447-39488-8 178 Max Ritter Die Teams der anderen oben genannten Grabungen (Tios, Sinope, Komana) haben ihre byzantinischen Bleisiegelfunde bislang nicht zur Publikation vorgelegt. Lediglich ein Siegel- fund aus Hadrianopolis wurde besprochen,22 ein Siegel aus der Grabung Cingirt Kayası23 sowie 15 Siegel aus den Beständen des Museums Giresun präsentiert,24 während die Be- stände der übrigen Provinzmuseen der türkischen Schwarzmeerregion noch nicht aufgearbei- tet sind.25 Letzteres ist darin begründet, dass die Museen bis auf diejenigen von Amasya, Çorum und Samsun jeweils nur weniger als zehn Siegel besitzen und daher eine alleinstän- dige Publikation wenig sinnvoll erscheint. Das Gros der 146 Siegel im Barber Institute der Universität von Birmingham stammt aus dem Vilayet Trabzon, doch diese Sammlung ist bislang nur teilweise veröffentlicht.26 Zuletzt wurde ein Auszug von acht sehr gut erhaltenen Siegeln aus einer Privatsammlung vorgestellt, die im Vilayet Samsun zusammengetragen worden war.27 Seitens der Sigillographie hat sich Pantelis Charalampakis in den Jahren 2017– 2019 mit der Region Pontos im Allgemeinen und dem Thema Armeniakon im Speziellen zwischen dem 7. und 11. Jahrhundert befasst, wenn auch mehrheitlich auf Basis von Siegeln unbekannter Provenienz.28 Von ihm ist eine Publikation zu Siegeln mit einer Nennung der Armeniakoi angekündigt, die auf Bestände der Museen Amasya, Çorum und München zurückgreift.29 Trotz ihrer Bedeutung für das Verständnis der administrativen Struktur der Schwarzmeer- region fußt jedoch keine der genannten Studien auf kontextualisierten Siegeln. Von den ins- gesamt fünf Bleisiegeln, die bei den Ausgrabungen in Pompeiopolis gefunden wurden, ken- nen wir dagegen den genauen Fundort. Eines von ihnen ist ein Demensiegel und wurde kürz- lich bereits in einem thematischen Zusammenhang mit anderen Exemplaren solcher Siegel veröffentlicht,30 während die übrigen vier bislang unpubliziert geblieben sind. Das Ziel des vorliegenden Beitrags ist es, diese vier Siegel der Forschung bekanntzumachen. Alle Objekte werden im Museum Kastamonu verwahrt; die angegebene Fundnummer enthält Fundjahr und Fundareal. und übernahm eine Schnittleitung in der Oberstadt sowie die Bearbeitung der byzantinischen Münz- und Kleinfunde. Zwischen 2017 und 2021 ging die Grabungsleitung an Tayyar Gürdal (Universität Zongul- dak) und nunmehr an Mevlüt Eliüşük (Universität Karabük) über. 22 Laflı / Zäh, Beiträge, 644, Taf. 7, Abb. 5a–b (Av. Nimbierte Maria Orans, Rev. vermutlich Ὀρεστίου, 7. Jh.). Ein weiteres Siegel wurde 2008 gefunden und ist noch unpubliziert; der Name des Sieglers ist in einem Doppelstabmonogramm um den Zentralbuchstaben Π (6. Jh.) angegeben. 23 Erol / Ünal, Kurşun Mührü, 118: Θεοτόκε βοήθει Θεοδώρῳ ὑπάτῳ. Datiert ins späte 7. oder 8. Jh. 24 Elam, Kurşun Mühürleri. 25 Freundliche Auskunft von Christos Malatras mit Bezugnahme auf Nilgün Elam, die die meisten der frag- lichen Museen zum sigillographischen Studium aufgesucht hat. 26 Im Druck: Malatras, Remarks. 27 Bulgurlu, Adnan Acı Collection. 28 So z. B. Charalampakis, Remarks. 29 Charalampakis / Elam, New Sigillographic Material. 30 Ritter / Sode, Demensiegel. © 2024, Otto Harrassowitz GmbH & Co. KG, Wiesbaden ISBN Print: 978-3-447-12138-5 - ISBN E-Book: 978-3-447-39488-8 Vier byzantinische Bleisiegel aus der Grabung Pompeiopolis 179 1. Justinian I. (etwa zwischen 520 und 530) Unpubliziert; 2015-OF-1. Gewicht: 10,93 g – Durchmesser: 23 mm – Fadenkanal: 1/7 Av. Dreizeilige Inschrift. I S|TINIA|N S. Lorbeerkranzrand. Rev. Monogramm IOYSTINIANOY. Lorbeerkranzrand. Abb. 2: Bleisiegel 2015-OF-1. Quelle: Max Ritter. Dieses Siegel ist ein zufälliger Oberflächenfund aus der Unterstadt östlich der Agora. Es ist bilingual, mit einer lateinischen Inschrift und einem griechischen Monogramm im Geni- tivus possessivus. Das Monogramm entspricht dem von Justinian I. (527–565) verwendeten Haupttypus; genauer gesagt ist es im Doppelstabtyp gestaltet, bei dem um einen Zentralbuch- staben mit zwei vertikalen Hasten – hier ein Ny – die übrigen Buchstaben organisiert sind.31 Das Alpha ist am Fuß angesetzt und nicht in das Ny eingeschrieben, so dass wir hier die dominante Variante dieses justinianischen Monogramms vor uns haben.32 Bereits die frühen Kirchenbauten Justinians verwenden diesen Monogrammtyp (z. B. die Kirche der hll. Ser- gius und Bacchus),33 aber nicht ausschließlich. Er wird erst bei den späteren Bauten (hl. Jo- hannes / Ephesos, Erzengel Michael / Germia u. a.) zu dem Monogramm Justinians. Nach etwa dem Jahr 560 übernimmt Justinian für seinen Namen den dann bereits allgemein popu- läreren Typus des Kreuzmonogramms.34 Die Siegel mit dem Doppelstabmonogramm könn- ten daher beinahe der gesamten Herrschaftsperiode Justinians zugewiesen werden, ein- 31 Der meist übliche Begriff „Kastenmonogramm“ beschreibt den Typus nicht treffend; cf. Weigand, Dipty- chon Symmachorum, 128–129, der den Typus genauer definierte und als „Doppelstabtyp” bezeichnete. Dem folgt nun auch Stroth, Monogrammkapitelle, 15. 32 So z. B. die Kapitelle HS 41, 46, 50, 52 in Stroth, Monogrammkapitelle, Taf. 46, 50, 54, 56; cf. für Silber- stempel auch Cruikshank Dodd, Silver Stamps, 13. 33 Zollt, Kapitellplastik, 84–85, Nr. 207–208, Taf. 34; Stroth, Monogrammkapitelle, 73–81. 34 Fink, Monogramm, 80, Nr. 36. Justinian bringt dieses Kreuzmonogramm auch auf den Kupferprägungen nach 560. © 2024, Otto Harrassowitz GmbH & Co. KG, Wiesbaden ISBN Print: 978-3-447-12138-5 - ISBN E-Book: 978-3-447-39488-8 180 Max Ritter schließlich der Regierungszeit seines Onkels Justin I. (518–527), als Justinian bereits wich- tige Staatsämter innehatte.35 Sehr unsicher ist jedoch die etablierte Zuschreibung als kaiser- liches Siegel, da über diesen häufig vorkommenden bilingualen Siegeltyp hinaus auch kai- serliche Siegel mit einer Büste Justinians wohlbekannt sind.36 Nesbitt schlussfolgert daraus, dass der hier besprochene Siegeltyp nicht als Kaiser-, sondern Privatsiegel zu interpretieren sei.37 Da insgesamt zu wenig in Bezug auf den bilingualen Siegeltyp gesichert ist, kann die Frage nach Bestimmung und Zeitkontext des Siegels nicht abschließend beantwortet werden. Mit Verweis darauf, dass der bilinguale Siegeltyp keine Ämter nennt, möchte ich jedoch als Arbeitshypothese einbringen, dass Justinian ihn bereits vor seiner Herrschaftsübernahme ge- braucht haben könnte und eventuell noch für eine gewisse Zeit damit siegelte, nachdem er Kaiser geworden war (1. April 527). Ab einem noch ungewissen Zeitpunkt ging er dann aber vermutlich zur ausschließlichen Besiegelung mit dem Kaisersiegel mit Bildnis über. Im Ein- klang mit dieser Hypothese steht, dass die Grabung Caričin Grad am Ort der Stadtgründung Justiniana Prima, die etwa im Jahre 534/535 erfolgte, bislang kein Siegel des hier besproche- nen Typs ergeben hat, aber bereits vier Kaisersiegel mit dem Bildnis Justinians.38 2. Schlecht erhaltenes Siegel mit einem Erzengel Michael (9.–11. Jahrhundert?) Unpubliziert; 2015-G1-80. Gewicht: 7,95 g – Durchmesser: 30 mm Av. Erzengel Michael, frontal stehend, nimbiert; vermutlich in Militärtunika und Chlamys. Hält ein Szepter in der rechten und einen Kreuzglobus in der linken Hand. Beischrift l. Χ|Α – Χ|. Ἀρχάγγελος Μιχαήλ. Rev. Nicht bestimmbar. Abb. 3: Bleisiegel 2015-G1-80. Quelle: Max Ritter. 35 Laurent, Vatican, Nr. 8 und Seibt, Bleisiegel, 60–61, Nr. 7, plädieren für eine Datierung in den Zeitraum 527–565. 36 Diskussion bei Zacos / Veglery, Seals, 7, Nr. 2, Seibt, Bleisiegel, 59, und zuletzt bei Seibt, Use of Mono- grams, 4. 37 DOSeals VI, Nr. 7–8. 38 Persönliche Kommunikation mit Vujadin Ivanišević (E-Mail 16.11.2022), der die Publikation der Siegel- funde momentan gemeinsam mit Cécile Morrisson vorbereitet. © 2024, Otto Harrassowitz GmbH & Co. KG, Wiesbaden ISBN Print: 978-3-447-12138-5 - ISBN E-Book: 978-3-447-39488-8 Vier byzantinische Bleisiegel aus der Grabung Pompeiopolis 181 Das Siegel wurde in einem Gebäude der Oberstadt gefunden, und zwar in einem Fundho- rizont zusammen mit Münzen und Keramik aus dem späten 6. Jahrhundert. Da das Siegel jedoch später anzusetzen ist, ist es als Streufund anzusprechen, der auf die Schicht des 6. Jahrhunderts gelangte, welche die letzte Nutzungsphase des Gebäudes anzeigt. Eine Funkti- onsbestimmung des Gebäudes gelang leider nicht.39 3. Ein Archianagnostes (7. oder frühes 8. Jahrhundert) Unpubliziert; 2016-O22AX-100. Abb. 4 Gewicht: 5,22 g – Durchmesser: 17 mm – Fadenkanal 12/6 – Rohling zu klein geraten Av. Kreuzmonogramm mit Invokation, mit Tetragramm in den Kreuzzwickeln. … ΤΩ ΣΩ ∆ΟΥΛΩ. [Κύριε βοήθει] τῷ σῷ δούλῳ. Rev. Fünfzeilige Inschrift. … ΘΡ. | … A .. | ΑΡΧΙ[ΑΝ |ΑΓΝΩΣ|[ΤΗ ... ἀρχιαναγνώστῃ. Abb. 4: Bleisiegel 2016-O22AX-100. Quelle: Max Ritter. Das Siegel wurde bei Ausgrabungen oberhalb des Theaters der Stadt gefunden. Die cavea des Theaters war seit dem Ende des 4. Jahrhunderts schrittweise mit Abfällen, Erde und Schutt verfüllt worden, wobei unklar ist, ob dies absichtlich geschah oder durch Erosion vom darüber liegenden Gelände der Oberstadt verursacht wurde. Das nach Verfüllung der cavea gewonnene Areal wurde dann etwa im 6. Jahrhundert kleinteilig bebaut. Die Fundschicht des Siegels ist durch Münzen aus dem Ende des 7. Jahrhunderts chronologisch gut verankert (Dutzende Prägungen der Kaiser Justinian II., Leontios und Tiberios III.).40 Es ist jedoch noch unklar, welche Funktion dieses Areal der Stadt in jener Zeit hatte. 39 Die Schnittleitung (G) lag bei Dr. Gabrièle Larguinat Turbatte (Universität Bordeaux); die Arbeiten waren zum Zeitpunkt des Wechsels der Grabungsleitung in 2016 nicht abgeschlossen und werden wegen einer strategischen Umorientierung nicht fortgeführt. 40 Ritter, Byzantine Coins. © 2024, Otto Harrassowitz GmbH & Co. KG, Wiesbaden ISBN Print: 978-3-447-12138-5 - ISBN E-Book: 978-3-447-39488-8 182 Max Ritter Bislang sind fast keine Träger des geistlichen Amts eines archianagnostes bekannt.41 Epi- graphisch bezeugt ist ein solcher Kleriker in Amorion, da er dort im 6. Jahrhundert ein Epistyl für die Bischofskirche stiftete.42 Das Amt bezeichnete wohl den hauptsächlichen Lektor der Heiligen Schrift in einem Bistum und machte den so bezeichneten Kleriker zu einem wichti- gen Mann einer Stadt. Sicherlich synonym zu ἀρχιαναγνώστης zu setzen ist das Officium des πρωταναγνώστης, das etwas häufiger im spätantiken Kleinasien bezeugt ist.43 4. Theognostos, Metropolit von Pompeiopolis (Ende 7. Jahrhundert) Unpubliziert; 2015-D6-85. Abb. 5 Gewicht: 14,29 g – Durchmesser: 24 mm – Fadenkanal: 10/4 Av. Frontal stehende weibliche Personifikation der Heiligen Weisheit, nimbiert, mit je einem Kreuz im Feld links und rechts des Kopfes. Η Α|ΓΙ|Α |ΣΟ|Φ|ΙΑ. Schachtelhalmrand. Rev. Fünfzeilige Inschrift. ΘΕΟ|ΓΝΩΣΤ|ΟΥΜΗΤΡ|ΟΠΟΛΙ|Τ(ου). Schachtelhalmrand. Θεογνώστου μητροπολίτου. Abb. 5: Bleisiegel 2015-D6-85. Quelle: Max Ritter. Das Siegel wurde in der Unterstadt von Pompeiopolis im Bereich eines Zentralbaus ge- funden, der zuletzt als Kirche identifiziert worden ist.44 Von diesem Siegel werden je ein Parallelstück in Athen45 und Moskau verwahrt.46 Aussteller war der Bischof Theognostos von Pompeiopolis, der als Teilnehmer am Concilium Quinisextum (691/692) bezeugt ist.47 41 Darrouzès, Recherches, 379–385; Beck, Kirche und theologische Literatur, 113. 42 Lightfoot / Ivison, Amorium Excavations, 104, Taf. 14a. 43 Hübner, Klerus, 44, kennt nur zwei spätantike Belege aus Kleinasien. Es sind aber derer bereits vier: Roueche, Aphrodisias, 173, Nr. 115 (Aphrodisias / Caria); Haspels, Highlands, 320, Nr. 54 (Malos / Phry- gia); ACO 2.1, 429 (Perrhe / Euphratensis); Buckler / Robinson, Sardis, 7, 147–148, Nr. 188, Abb. 175 (Sardis / Lydia). 44 Koch, Continuity. 45 Laurent, Corpus V, Nr. 951 = Konstantopoulos, Molybdobulla, Nr. 259 (überholt); PmbZ 1, # 8002. 46 Lichačev, Molivdovuly, LVIII, 15 (6275). 47 ACO N. S. 2.4, 67.7–8. Ohme, Quinisextum, 150, Nr. 40; PmbZ 1, # 8001. © 2024, Otto Harrassowitz GmbH & Co. KG, Wiesbaden ISBN Print: 978-3-447-12138-5 - ISBN E-Book: 978-3-447-39488-8 Vier byzantinische Bleisiegel aus der Grabung Pompeiopolis 183 Den Notitiae episcopatuum kann man entnehmen, dass sein Erzbistum keine Suffragane be- saß;48 er führt dennoch hier und in den Akten des Quinisextums den Titel eines Metropoliten, weil es sich bei Pompeiopolis um eine Ehrenmetropole handelte – genauer gesagt um ein seit einiger Zeit vor dem Fünften Ökumenischen Konzil (553) direkt dem Patriarchat unterste- hendes autokephales Erzbistum.49 Zur Kenntlichmachung dieses Ehrenrangs durfte der Bi- schof den Titel metropolites führen, obwohl er über keine Suffragane verfügte. Auf dem Avers verwendet der Siegler die Personifikation der Heiligen Weisheit, was zu diesem Zeitpunkt nicht etwa als eine Referenz an die Hauptkirche des Reiches aufzufassen ist (denn diese trägt bis zum 10. Jahrhundert den umgangssprachlichen Namen Σοφία [ohne ἁγία]),50 sondern Bezug auf die Heilige Weisheit des Logos und damit auf Christus (1 Kor 1.24, 1.30) nimmt. Die Darstellung dieser Personifikation ist nicht singulär, denn sie er- scheint im 7. Jahrhundert auch in Dyrrhachion / Durrës (Epirus Nova) in einem Wandmo- saik.51 Bemerkenswert ist, dass das Siegel in Theognostos’ eigener Diözese gefunden wurde. Es ist jedoch nicht zwingend, den Siegelfundort in der Unterstadt im Bereich einer mutmaßli- chen Kirche mit dem möglichen Amtssitz des Bischofs zu verbinden. Der Siegelfund in Pom- peiopolis unterstreicht vielmehr, dass Bischöfe nicht selten Dokumente besiegelten, die die Stadt ihrer Ausfertigung nie verließen. Ein paralleles Phänomen begegnet etwa in Caričin Grad / Justiniana Prima (Serbien), wo bereits fünf Siegel des lokalen Erzbischofs Ioannes (um 600) in der Stadt gefunden worden sind.52 Trotz ihrer geringen Anzahl werfen die hier präsentierten Siegelfunde ein Streiflicht auf das früh- und mittelbyzantinische Pompeiopolis und seine Geschichte, und damit auch gene- rell auf Zentralpaphlagonien in dieser Zeit. Wie darüber hinaus bald erscheinende Publikati- onen zu den Fundmünzen und Gürtelschnallen zeigen werden,53 präsentiert sich Pompeiopo- lis aufgrund der Fundlage als eine bedeutende Provinzstadt im Byzanz des 6. bis späten 7. Jahrhunderts, deren Bild im 10. und 11. Jahrhundert noch schemenhaft ist. 48 Notitiae episcopatuum. 49 Chrysos, Bischofslisten, 91; Ohme, Quinisextum, 180; Belke, Paphlagonien und Honorias, 107. 50 Cf. dazu im Erscheinen: Ritter / Turquois / Whiting, Fashioning, Kap. 2, Anm. 5. 51 Bowes / Mitchell, Main Chapel, 583, Abb. 11. 52 Ivanišević, Capitale, 112 Abb. 11/1–2 und Ivanišević, Caričin grad, 122 Abb. 7. 53 Ritter, Byzantine Coins; Ritter, Byzantine Buckles. © 2024, Otto Harrassowitz GmbH & Co. KG, Wiesbaden ISBN Print: 978-3-447-12138-5 - ISBN E-Book: 978-3-447-39488-8 184 Max Ritter Bibliographie Quellen ACO 2.1: Concilium universale Chalcedonense a. 451, 1–3, ed. Eduard Schwartz (Acta Conciliorum Oecumenicorum 2.1), Berlin 1933–1935. ACO N. S. 2.4: Concilium Constantinopolitanum a. 691/2 in Trullo habitum (Concilium Quinisextum), ed. Heinz Ohme / Reinhard Flogaus / Christof R. Kraus (Acta Conciliorum Oecumenicorum, N. S. 2.4), Berlin 2013. Manuel II, Letters: The Letters of Manuel II Palaeologus, ed. George T. 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