Sachsen – Wikipedia
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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter
Sachsen (Begriffsklärung)
aufgeführt.
Freistaat Sachsen
Swobodny stat Sakska
obersorbisch
Flagge Sachsens
Landesflagge
Karte
Landeswappen Sachsens
Landeswappen
Basisdaten
Sprache
und
Obersorbisch
Landeshauptstadt
Dresden
Staatsform
parlamentarische Republik
teilsouveräner
Gliedstaat
eines
Bundesstaates
Fläche
18.449,9
km²
Gründung
10. November 1918
3. Oktober 1990 (Wiedergründung)
ISO-3166-2
-Code
DE-SN
Website
www.sachsen.de
Bevölkerung
Einwohnerzahl
4.042.422
(31.
Dezember 2024)
Bevölkerungsdichte
219 Einwohner pro km²
Wirtschaft
Bruttoinlandsprodukt
(nominal)
134,511
Mrd.
EUR
8.
(2021)
Schulden
5,552
Mrd.
Euro
(31. März 2022)
Arbeitslosenquote
6,9
(Dezember 2025)
Politik
Regierungschef
Ministerpräsident
Michael Kretschmer
CDU
Landtagspräsident
Landtagspräsident
Alexander Dierks
(CDU)
Regierende Parteien
CDU und SPD
Sitzverteilung des achten Landtags
Sitzverteilung im Landesparlament
Von 120 Sitzen entfallen auf:
Regierung
(51)
CDU
41
SPD
10
Opposition
(69)
AfD
40
BSW
15
Grüne
Linke
Fraktionslose
Freie Wähler
Letzte Wahl
1. September 2024
Nächste Wahl
voraussichtlich 2029
Stimmen im Bundesrat
Landschaften Sachsens
Sachsen
[zaksn̩]
anhören
Abkürzung
SN
; amtlich
Freistaat Sachsen
obersorbisch
Swobodny stat Sakska
) ist ein
Land
im
Osten
der
Bundesrepublik Deutschland
. Mit mehr als vier Millionen Einwohnern ist Sachsen nach Bevölkerung das
siebtgrößte
, mit einer Fläche von rund 18.450
Quadratkilometern das
zehntgrößte
Land und nimmt damit eine mittlere Stelle unter den 16
deutschen Ländern
ein. Die Landeshauptstadt ist
Dresden
, die
bevölkerungsreichste
Stadt hingegen
Leipzig
als Zentrum der länderübergreifenden
Metropolregion Mitteldeutschland
, dritte
Großstadt
des Landes ist
Chemnitz
Der
Freistaat
hat im Süden Anteil an mehreren
Mittelgebirgen
wie dem
Erzgebirge
Elbsandsteingebirge
und dem
Lausitzer Bergland
. Im Norden bestimmt
Flachland
wie die
Leipziger Tieflandsbucht
und die nördliche
Oberlausitz
, in der Mitte prägt
Hügelland
als charakteristische
Landform
das Landschaftsbild.
Seine staatsrechtliche Ordnung beruht auf der
Verfassung des Freistaates Sachsen
. Die Bezeichnung
Freistaat
trägt Sachsen seit 1918 mit der Ausrufung als
Republik
und dem damit verbundenen Ende des
Königreiches Sachsen
. Nach der Auflösung der Länder im Rahmen der
Verwaltungsreform von 1952
in der
DDR
wurde Sachsen am
3. Oktober 1990
als Land der Bundesrepublik Deutschland wiedergegründet und hat wie bereits als
Land der Weimarer Republik
per Landesverfassung die Bezeichnung
Freistaat
angenommen.
Der Freistaat Sachsen gliedert sich seit der
Kreisreform 2008
in
zehn Landkreise und drei kreisfreie Städte
. Nachbarländer innerhalb Deutschlands sind
Bayern
im Südwesten,
Thüringen
im Westen,
Sachsen-Anhalt
im Nordwesten sowie
Brandenburg
im Norden. Im Osten grenzt es an die
Republik Polen
, im Süden an die
Tschechische Republik
Geographie und Geologie
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Lage und Gliederungen
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Siehe auch
Naturräume in Sachsen
Liste der Landschaften in Sachsen
und
Landschaften in Sachsen
Sachsen liegt im Osten
Mitteldeutschlands
und grenzt an die Länder Bayern (Länge der Grenze 41
km), Thüringen (274
km), Sachsen-Anhalt (206
km), Brandenburg (242
km), die Republik Polen (123
km) und die Tschechische Republik (454
km). Der Freistaat Sachsen gehört wie Thüringen und Teile Sachsen-Anhalts zur Region Mitteldeutschland. Die
Lage seines Mittelpunktes
wird abhängig vom zugrundeliegenden Berechnungsverfahren heute unterschiedlichen Ortschaften zugeordnet.
Nach topografischen Gesichtspunkten ist es sinnvoll, Sachsen in
Flachland
Hügelland
und
Mittelgebirge
einzuteilen. Zum Flachland gehören vor allem die
Leipziger Tieflandsbucht
sowie die nördliche
Oberlausitz
. Beide sind durch jüngere Ablagerungen aus dem
eiszeitlichen
Pleistozän
und den Flussniederungen gekennzeichnet sowie insbesondere durch deren tertiäre Braunkohlevorkommen im Untergrund. Das
Mittelsächsische Hügelland
weiter südlich mit seinen weitflächigen
Lössablagerungen
(Lösshügelland) und der damit verbundenen hohen Bodenqualität geht auf die
Endmoränenbildung
zurück.
Die sächsischen Mittelgebirge gliedern sich von West nach Ost durch eher unscharfe Grenzen. Im Südwesten Sachsens erstreckt sich das bis nach Bayern, Thüringen und
Böhmen
reichende
Vogtland
mit dem
Erzgebirgsbecken
als Nordgrenze und dem
Elstergebirge
im Südosten. Nach Osten folgt die
Pultscholle
des
Erzgebirges
, das meist in
West-
und
Osterzgebirge
(geteilt durch das
Flöhatal
), seltener auch zusätzlich in das
Mittelerzgebirge
untergliedert wird. Die Höhenlagen nehmen dabei von West nach Ost langsam ab, weshalb auch die höchste Erhebung Sachsens, der 1215
Meter hohe
Fichtelberg
, zum West- bzw. Mittelerzgebirge gehört. Südlich der Landesgrenze fällt das Erzgebirge steil zum
Egertalgraben
ab. Den südlichen Bereich des Erzgebirges entlang der Kammlagen nimmt der
Naturpark Erzgebirge/Vogtland
ein. Östlich des Erzgebirges durchbricht die Elbe die Mittelgebirgskette und formte durch tiefe Einschürfungen das
Elbsandsteingebirge
. Am nordöstlichen Rand des Elbtals bildet die
Lausitzer Verwerfung
die scharfe Grenze zum
Lausitzer Bergland
, welches schließlich im äußersten Südosten Sachsens in das weit nach Tschechien reichende
Lausitzer Gebirge
übergeht. Neben diesen Landschaftseinheiten gibt es zahlreiche weitere Unterscheidungen und Nuancen, welche in der
Liste der Landschaften in Sachsen
verzeichnet sind.
Hauptbodenarten (Stand 1930)
Gesteine
Sachsen topografisch mit den wichtigsten Landschaften, Flüssen und Städten
Gewässer
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Eine weitere Gliederung Sachsens kann nach
hydrologischen
Gesichtspunkten erfolgen. Der wichtigste, größte und einzig schiffbare Fluss ist die
Elbe
. Sie durchzieht den Freistaat von Südosten nach Nordwesten. Wichtige Quellflüsse sind die
Mulde
, die
Weißeritz
, die
Zschopau
, die
Weiße Elster
und die
Spree
, deren allgemeine Fließrichtung Norden ist und die ebenfalls zum
Flusssystem
der Elbe gehören. Im Osten wird der Freistaat von der
Lausitzer Neiße
begrenzt, die in die
Oder
mündet.
Nirgends in Deutschland befinden sich die Gewässer in einem schlechteren Zustand als in Sachsen. Die hohen
Güllemengen
aus der
Massentierhaltung
machen den Gewässern zu schaffen.
Wald
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Karte der Waldflächen in Sachsen 2019
Die sächsischen Wälder nehmen mit insgesamt 520.539 Hektar eine landesweite Bewaldung von 28,2
% ein. Bei den verschiedenen Eigentumsarten hat den höchsten Anteil der Privat- und
Treuhand
restwald mit 45,6
% und der
Landeswald
mit 39,4
%. Weitere Eigentumsformen sind der Körperschaftswald (8,2
%), der Bundeswald (4,7
%) und der Kirchenwald (2,0
%). Insgesamt sind die Wälder zu 70
% von Nadelbaumarten geprägt.
Häufigste Baumarten sind die
Fichte
mit 35
% sowie die
Kiefer
mit 31
% Anteil. Häufigste
Laubbaum
arten sind die
Birke
mit 7
%,
Eiche
mit 6
% und
Buche
mit 3
%. In Sachsen sind 72
% aller Bestände jünger als 80 Jahre.
Die Waldflächen in Sachsen sind inhomogen verteilt. Waldreich sind das
Erzgebirge
und die
Sächsische Schweiz
im Süden sowie die nordöstlichen Teile von Sachsen. Geringer bewaldet oder sogar teils äußerst waldarm sind die intensiv landwirtschaftlich genutzten Lößgebiete Sachsens mit Schwerpunkt im nordwestlichen Teil des Freistaates. Der Erzgebirgskreis ist mit einer Bewaldung von 46,7
% der waldreichste Landkreis und der Landkreis Leipzig mit nur ca. 15
% Wald am wenigsten bedeckt.
Laut 5. Forstbericht wuchs in den Wäldern Sachsens innerhalb von zehn Jahren der Holzvorrat um über 20
% oder 25,88 Millionen m³ bis Ende 2017 auf 156,62 Millionen
m³
Holz zu.
10
Zum Vergleich: der
Orkan Kyrill
verursachte im Januar 2007 ca. 1,82
Mio.
m³ Wurf- und Bruchholz.
11
12
Klima
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Sachsen liegt in der
gemäßigten Klimazone
Mitteleuropas bei vorherrschender Westwindströmung. Da zwischen den westlichen Meeren und dem Freistaat bereits einige schützende Mittelgebirge liegen, ist das Klima
kontinentaler
geprägt als im Westen und Norden Deutschlands. Dies zeigt sich vor allem durch kältere Winter und trockenere Sommer als in anderen Teilen der Bundesrepublik.
Innerhalb Sachsens gibt es große klimatische Unterschiede. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in den nördlichen Flach- und zentralen Hügelländern liegt zwischen 8,5 und 10 Grad Celsius (Zeitraum 1991–2005) mit dem Dresdner Stadtzentrum als wärmste Region Sachsens mit 10,4 Grad Celsius im Jahresmittel. In den
Mittelgebirgsregionen
beträgt die Durchschnittstemperatur etwa 6 bis 7,5 Grad Celsius, am Fichtelberg als kälteste Region etwa 4 Grad Celsius.
13
Das Gleiche gilt auch für den durchschnittlichen Jahresniederschlag, bei 500 bis 800 Millimetern im Flachland (Zeitraum 1991–2005) und circa 900 bis 1200 Millimetern im Mittelgebirgsland (am Fichtelberg etwa 1250 Millimeter).
13
Flächennutzung
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Flächennutzung im Freistaat Sachsen 2015
14
Nutzung
Fläche
in
Hektar
Anteil
in Prozent
Gebäude- und Freifläche
0.
131.887
7,15
Betriebsfläche
0.0
34.375
1,87
Erholungsfläche
0.0
25.146
1,37
Verkehrsfläche
0.0
80.002
4,34
Landwirtschaftsfläche
1.007.799
54,71
Waldfläche
0.
498.914
27,09
Wasserfläche
0.0
38.653
2,10
Flächen anderer Nutzung
0.0
25.250
1,37
Gesamtfläche
1.842.025
100,00
Der Freistaat Sachsen hat einen
Nationalpark
(9.350
ha
), das
Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft
(30.000
ha) und drei
Naturparke
(insgesamt 198.837
ha) ausgewiesen. Des Weiteren sind 222
Naturschutzgebiete
(insgesamt 55.032
ha) und 178
Landschaftsschutzgebiete
(insgesamt 565.281
ha) festgesetzt.
15
16
Tierwelt
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Siehe auch
Liste der Wirbeltiere in Sachsen
Geschichte
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Hauptartikel
Geschichte Sachsens
Löwe im Wappen
der
Markgrafschaft Meißen
im
Ingeram-Codex
von 1459
Die Markgrafschaft Meißen in den Umfängen von 983 und 1156 sowie bis 1273 (nach dem Verlust des
Bautzener Landes
an
Böhmen
1158 und nach Westen verschiebt)
Als Sachsen wird heute ein Gebiet an der oberen Mittelelbe, in der südlichen Lausitz und im Erzgebirge bezeichnet. Es war nie Bestandteil des weitaus älteren
Stammesherzogtums Sachsen
, des Siedlungsraumes des historischen
Volkes der Sachsen
in Norddeutschland. Auf die oben genannten, größtenteils im späten
Mittelalter
germanisierten
Gebiete ging der Landesname erst durch verschiedene dynastische Verschiebungen über. Die Bewohner des Freistaates stehen also nicht in direkter Tradition jener Sachsen, die in der
Antike
und
Spätantike
mit dem lateinischen Ausdruck
Saxones
(griechisch: Σάξονες) bezeichnet wurden. Von 1247 bis 1485 deckte sich die Geschichte Sachsens zudem in weiten Teilen mit der
Thüringens
. Zur historischen Abgrenzung nennt man heutige Sachsen auch
Obersachsen
, im Unterschied zu
Niedersachsen
oder Altsachsen.
Schon in der Urgeschichte war das heutige Sachsen ein wichtiges Gebiet für diejenigen, die über die Mittelgebirge reisen wollten. Archäologische Spuren weisen eine Besiedlung des Gebiets durch
Bandkeramische Kulturen
um 5500 v. Chr. aus dem späteren Böhmen heraus nach. Bevorzugter Siedlungsraum waren die weiten Flussauen von Elbe, Mulde und Spree im Vorland der Gebirge.
Bis ins 6. Jahrhundert standen Teile des späteren Freistaates unter dem Einfluss der
Thüringer
, die ihr Königreich im Jahre 531 an die
Franken
verloren, deren Siedlungen aber teils bis ins 8./9. Jahrhundert bestanden. Vom 7. bis ins 10.
Jahrhundert besiedelten von Osten her
slawische Völker
Sorben
) das spätere Territorium Sachsens.
Die im Jahr 929 mit dem Burgbau in Meißen gegründete
Markgrafschaft Meißen
kann als Vorläufer des heutigen Sachsen angesehen werden. Die weitere Geschichte der Markgrafschaft ist seit 1100 von der Besiedlung und Landnahme durch überwiegend aus Franken und Thüringen stammende Zuwanderer (
Hochmittelalterliche Ostsiedlung
) geprägt, die bestehende slawische Burgen, Dörfer und stadtähnliche Anlagen übernahmen und weiter entwickelten sowie neue Orte gründeten. Eine Vielzahl von
Ortsnamen
und
Gewässernamen
in Sachsen (zum Beispiel jene mit der Ortsnamensendung
-itz
) sind
sorbischen
Ursprungs.
Vor allem im Erzgebirge kam es, bedingt durch Erzbergbau und Handel, zu Wohlstand und zu Gründungen von Städten. Mark Meißen seit ihrer Entstehung kam unter unterschiedliche Regierungen, und auch unter den fremden Einfluss des
polnischen
(im Jahre 1002, und teilweise bis zum Tod Boleslaus dem Tapferen 1025) und des
böhmischen
(in Jahren 1076–1089) Feudalstaats. Im Jahr 1089 kamen die Markgrafschaft und ihre Bevölkerung schlussendlich in den Besitz der
Wettiner
, die bereits in Thüringen über Besitzungen herrschten.
Gebietsänderungen im Zuge der
Wittenberger Kapitulation
von 1547. Die ernestinischen Länder wurden zum
Herzogtum
und Vorläufer des heutigen
Thüringen
. Die albertinischen Länder wurden zum
Kurfürstentum
und Vorläufer des heutigen Sachsen.
Ab 1423 vergrößerten die Wettiner ihren Herrschaftsbereich. Als wichtigsten Zugewinn bekamen sie das ehemals askanische Herzogtum
Sachsen-Wittenberg
. Es war mit der
Kurwürde
verbunden. Als Folge der
historischen Namensverschiebung
wurde nun die Bezeichnung „Sachsen“ für den gesamten Herrschaftsbereich der Wettiner üblich.
17
Auch das bisherige
askanische Wappen
wurde weiter geführt. Durch die
Leipziger Teilung
von 1485 löste sich Sachsen von Thüringen in der weiteren Entwicklung ab. In der Folge wurde Dresden zur Residenzstadt des sächsischen Herzogs ausgebaut.
Mit der durch
Martin Luther
1517 ausgelösten
Reformation
fiel das ernestinische Kursachsen zunehmend in katholisch-kaiserliche Ungnade. Der ernestinische Kurfürst konvertierte 1525 zum
Luthertum
. Der albertinische Herzog folgte 1539.
Nach dem
Schmalkaldischen Krieg
, den das ernestinische Kursachsen im
Schmalkaldischen Bund
verlor, ging mit der Herrschaft über Teile Kursachsens 1547 auch die Kurwürde von der
ernestinischen
auf die
albertinische
Linie der Wettiner über. Die Konfession in beiden Ländern blieb aber lutherisch.
Im
Dreißigjährigen Krieg
war Sachsen auf Seite der katholischen Habsburger und zog gegen Böhmen. Kursachsen besetzte dabei die Lausitz und erhielt diese zur Deckung der eigenen Kriegskosten zunächst als Pfand. Sachsen verhielt sich daraufhin neutral, wechselte aber später auf die protestantische Seite, als es seine Neutralität durch Plünderungen in der Lausitz missachtet sah. In der
Schlacht bei Breitenfeld (1631)
gelang es Sachsen zusammen mit Schweden erstmals, kaiserliche Truppen zu schlagen. 1635 erhielt Sachsen im sog. Sonderfrieden von Prag endgültig die Herrschaft über beide Lausitzen und den Queiskreis bei gleichzeitiger Neutralitätsverpflichtung sowie Bestandsgarantie für die dortigen konfessionellen Verhältnisse. Der
Queiskreis
blieb bis 1815 bei Sachsen, danach fiel der Kreis an Preußen. Es war ein Einwanderungsgebiet für
Glaubensflüchtlinge (Exulanten)
aus Böhmen und Schlesien.
Kursachsen um 1648 mit den im Laufe des
Dreißigjährigen Kriegs
neuerworbenen
Lausitzen
Das am 8. Oktober 1656 eröffnete Testament
Johann Georgs
I.
sah vor, Teile Kursachsens seinen drei Söhnen
August
Christian
und
Moritz
zu vermachen und sie in einer
kursächsischen
Sekundogenitur
als eigenständige Herzogtümer einzurichten. Es entstanden die Herzogtümer
Sachsen-Weißenfels
Sachsen-Merseburg
und
Sachsen-Zeitz
. In den folgenden Jahrzehnten ging Sachsen vergleichsweise stark aus dem Krieg hervor und gehörte zu den Fürstentümern, die sich am schnellsten erholen konnten. Sachsen verhielt sich dabei kaisertreu und stellte zum Beispiel 1683 Truppen für die siegreiche
Schlacht am Kahlenberg
gegen die Türken.
Unter
Friedrich August
I.
(genannt
August der Starke
) versuchte Kursachsen seine Herrschaft und Stellung im Heiligen Römischen Reich auszubauen. Das Land durchlebte eine „goldene Ära“ die zu einer wirtschaftlichen und kulturellen Blüte führte und als
Augusteisches Zeitalter
bezeichnet wird. Die wettinischen Kurfürsten Friedrich August
I. und sein Sohn
Friedrich August
II.
regierten zeitweise Polen als König und Sachsen als Kurfürst in der Personalunion
Sachsen-Polen
. Im
Großen Nordischen Krieg
wurde die Personalunion Sachsen-Polen verheert. Territorialgewinne blieben dem Kurfürstentum verwehrt, während sein nördlicher Nachbar und Konkurrent Preußen gestärkt wurde.
Die
Preußisch-sächsischen Beziehungen
verschlechterten sich seit den 1740er Jahren und im
Siebenjährigen Krieg
wurde Sachsen durch Preußen besetzt. Es kämpfte später in einer Allianz aus
Österreich
, Russland und Frankreich gegen Preußen und Großbritannien und wurde 1759 von dieser Allianz befreit. 1760 belagerte Preußen Dresden erfolglos, richtete dabei aber erstmals große Schäden in der Hauptstadt an. In der Folge ging Schlesien, welches eine Gebietsverbindung zwischen Sachsen und Polen hätte werden können, an Preußen. Das Kurfürstentum wurde nach und nach
wiederhergestellt
Józef Brodowski, 1895:
Napoléon Bonaparte überquert die Elbe bei der
Schlacht um Dresden
(Rückkehr Napoleons 1813, Teil der
Befreiungskriege
Territorium Sachsens in größter Ausdehnung 1815 und heutigem Zustand seit 1992
Gemäß der
Pillnitzer Deklaration
gehörte Sachsen zu den Ländern, die an der Seite Preußens gegen die Französische Revolution kämpften. Nachdem im späteren Verlauf Napoleon 1806 weit nach Deutschland eingedrungen war, stellten sich ihm die sächsischen und preußischen Truppen gemeinsam entgegen, wurden aber in der
Schlacht bei Jena und Auerstedt
vernichtend geschlagen. Daraufhin besetzten die Franzosen neben Preußen auch Sachsen. Nach dem baldigen Beitritt zum
Rheinbund
wurde das Kurfürstentum noch 1806 zum
Königreich Sachsen
erhoben. Bei den besonders von Preußen getragenen
Befreiungskriegen
im Jahr 1813 war Sachsen Hauptkriegsschauplatz und kämpfte weiter an der Seite Frankreichs bis zur Besetzung durch Preußen und Russen nach der
Völkerschlacht bei Leipzig
im Oktober. Daher wollte Preußen beim
Wiener Kongress
Sachsen vereinnahmen, was nur durch den Schutz Österreichs und auch die französische Position verhindert wurde; der Kompromiss war die
Teilung des Königreiches Sachsen
. Sachsen blieb danach zwar weiterhin Königreich, musste jedoch im Norden 40
% seiner Einwohner und damit auch etwa 60
% seiner Fläche an Preußen abtreten.
Die
Revolution 1848/1849
wurde in Sachsen niedergeschlagen, indem preußische Truppen im Auftrag der Reichsexekution die Rückkehr des während des
Dresdner Maiaufstands
geflohenen Königs nach Dresden ermöglichten.
Im
Deutschen Krieg
1866 stand Sachsen mit
Österreich
erneut auf der Verliererseite. Wie 1815 beabsichtigte Preußen die vollständige Annexion Sachsens, was nur durch ausdrückliche Fürsprache des Kaisers Franz Joseph für den Verbündeten verhindert werden konnte.
18
Sachsen wurde in Folge Mitglied des
Norddeutschen Bunds
und nahm 1870/71 am
Deutsch-Französischen Krieg
teil. Das Königreich Sachsen war seit 1871 ein Bundesstaat des
Deutschen Kaiserreichs
, das als
kleindeutscher
Nationalstaat von Preußen geprägt wurde.
Am
Ersten Weltkrieg
nahm letztmals eine eigene
sächsische Armee
im Rahmen des
deutschen Heeres
teil. Im Zuge der
Novemberrevolution
wurde Sachsen im Herbst 1918 zum
Freistaat
(also zu einer
Republik
) und bildete nach Beschluss der
Weimarer Verfassung
eines der Länder des nun demokratischen
Deutschen Reichs
. Mit der Gleichschaltung der Länder 1934 verlor der Freistaat Sachsen den Großteil seiner politischen Kompetenzen zugunsten der in Sachsen territorial deckungsgleichen NSDAP-Gaustruktur, wurde aber wie die übrigen Länder im Reich nicht offiziell aufgelöst. Nach dem
Zweiten Weltkrieg
wurde das Land durch die
sowjetische Besatzungsmacht
rekonstituiert und um die deutsch gebliebenen Teile der preußischen
Provinz Schlesien
erweitert, dafür die östlich der Neiße gelegenen Teile des Landkreises Zittau von Polen besetzt (Reichenau). 1952 wurden die Länder im Rahmen der DDR-Verwaltungsreform aufgelöst. Am 3. Oktober 1990 entstand zugleich mit der
deutschen Wiedervereinigung
der Freistaat Sachsen als
Land der Bundesrepublik Deutschland
19
Es umfasste die Bezirke
Dresden
Karl-Marx-Stadt/Chemnitz
und
Leipzig
(ohne die Landkreise
Altenburg
und
Schmölln
, aber zuzüglich der Landkreise
Hoyerswerda
und
Weißwasser
) der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, an deren Stelle die drei
Regierungsbezirke
Dresden, Leipzig und Chemnitz eingerichtet wurden. Diese Verwaltungsebene wurde 2012 angeschafft.
Bevölkerung
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Staatsvolk
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Laut
Art.
der
Verfassung des Freistaates Sachsen
gehören dem Volk des Freistaates Sachsen Bürger deutscher, sorbischer und anderer Volkszugehörigkeit an. Die Sorben werden im Artikel 6 explizit nochmals als gleichberechtigter Teil des Staatsvolkes genannt.
Bevölkerungsentwicklung
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Einwohner Sachsens vor und seit 1990
Jahr
Einwohner
1834
1.595.668
1840
1.706.276
1846
1.836.433
1852
1.988.078
1858
2.122.902
1864
2.337.192
1871
2.556.244
1875
2.760.586
1880
2.972.805
1885
3.182.003
1890
3.502.684
1895
3.787.688
1900
4.202.216
1905
4.508.601
1910
4.806.661
1925
4.992.320
1933
5.196.652
1939
5.231.739
1945
5.252.670
1946
5.558.566
1950
5.682.802
1964
5.463.571
1970
5.419.187
1981
5.152.857
1990
4.775.914
1991
4.690.246
1992
4.641.108
1993
4.607.775
1994
4.584.345
1995
4.566.603
1996
4.545.702
1997
4.522.412
1998
4.489.415
1999
4.459.686
2000
4.425.581
2001
4.384.192
2002
4.349.059
2003
4.321.437
2004
4.296.284
2005
4.273.754
2006
4.249.774
2007
4.220.200
2008
4.192.801
2009
4.168.732
2010
4.149.477
2011
4.054.182
2012
4.050.204
2013
4.046.385
2014
4.055.274
2015
4.084.851
2016
4.081.783
2017
4.081.308
2018
4.077.937
2019
4.071.971
2020
4.056.941
2021
4.043.002
2022
4.086.152
2023
4.089.467
2024
4.042.422
Quelle: Statistisches Landesamt. Ständige Bevölkerungsfortschreibung. Stand jeweils 31. Dezember
20
Bevölkerungsentwicklung in Sachsen von 1905 bis 2018 nach nebenstehender Tabelle
Die Bevölkerungszahl Sachsens war seit ca. 1950 bis 2013 rückläufig, danach wuchs sie per Saldo wieder. Der ländliche Raum, diverse
Mittelzentren
und auch manche
oberzentrale
Orte verloren Bevölkerung durch Abwanderung und zu niedrige Geburtenraten. Die Einwohnerzahlen der Städte Dresden und Leipzig verzeichneten in den 2010er Jahren signifikante Zuwächse, ebenso ihr Umland.
Dresden
erlebte so zwischen den Jahren 2000 bis 2022 eine Zunahme von rund 85.500 Einwohnern (fast 18 Prozent),
Leipzig
im selben Zeitraum eine Zunahme von fast 123.000 Einwohnern (knapp 25 Prozent), jeweils ohne Änderung des Gebietsstandes. Diesen Städten wird ein weiteres Wachstum prognostiziert. Auch die Großen Kreisstädte
Radebeul
als Wohnquartier für Dresden sowie
Markkleeberg
am Rande von Leipzig wuchsen in dieser Zeit signifikant.
Der
Ausländeranteil
in Sachsen beträgt 6 Prozent.
Bevölkerungspyramide für Sachsen (Datenquelle: Zensus 2011
21
Karte der Bevölkerungsdichte in Sachsen im Jahr 1930 (Lange-Diercke, Sächsischer Schulatlas)
Die Bevölkerungszahlen beziehen sich auf den jeweiligen Gebietsstand des sächsischen Staates. Bis 1927 betrug dieser ca. 14.993 km². Infolge eines Gebietsaustausches mit
Thüringen
schrumpfte dieser auf ca. 14.986 km². Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Sachsen die westlich der Neiße gelegenen Teile der
preußischen Provinz Niederschlesien
zugeschlagen. Der sächsische Gebietsstand betrug damit ca. 17.004 km². Zwischen 1952 und 1990 gab es keinen sächsischen Staat, sondern auf weiten Teilen dessen Gebiets die
Bezirke Dresden
Leipzig
und
Karl-Marx-Stadt (Chemnitz)
. Die Angaben beziehen sich auf den heutigen Gebietsstand, der seit 1990 und der Rückgliederung einiger vogtländischer Gemeinden nach Sachsen 1992 ca. 18.450 km² umfasst. Der Zuwachs ergab sich ganz überwiegend aus der Zuteilung der nördlichen Gebiete des ehemaligen Bezirkes Leipzig um die Städte
Torgau
Eilenburg
und
Delitzsch
, die seit 1815 nicht mehr zu Sachsen gehört hatten.
Im Jahr 2014 wanderten 3819 Menschen aus Sachsen ab, insgesamt zogen aber 14.387 Menschen mehr zu als den Freistaat verließen. Das Durchschnittsalter der Sachsen beträgt 46,6 Jahre (2014).
22
Die jüngste Bevölkerung lebte in der sorbischen Gemeinde
Ralbitz-Rosenthal
(39,7), die älteste in
Bad Brambach
(50,7 Jahre).
23
Die durchschnittliche
Kinderzahl
in Sachsen lag im Jahr 2014 bei 1,57 je Frau und hatte damit deutschlandweit die erste Stelle unter den Bundesländern inne.
24
Bei der Geburt ihres ersten Kindes waren sächsische Mütter im Jahr 2015 durchschnittlich 28,9
Jahre alt (deutscher Durchschnitt: 29,6).
25
2019 lag die Kinderzahl bei 1,56 Kinder je Frau.
26
Die durchschnittliche
Lebenserwartung
lag im Zeitraum 2015/17 bei 77,8 Jahren für Männer und bei 83,8 Jahren für Frauen. Die Männer belegen damit unter den deutschen Bundesländern Rang 10, während Frauen Rang 2 belegen.
27
Regional hatten 2013/15 Dresden (Gesamtbevölkerung: 82,30 Jahre),
Meißen
(81,35) und
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
(80,86) die höchste;
Görlitz
(80,12),
Vogtlandkreis
(80,08) und
Zwickau
(80,01) die niedrigste Lebenserwartung. In Deutschland wurde die Lebenserwartung von Frauen in Dresden (84,89) nur von
Breisgau-Hochschwarzwald
(84,96) übertroffen.
28
Am 19. April 2016 veröffentlichte der Freistaat die sechste regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung mit zwei Varianten. In Variante V1 fand eine Zuwanderung aus
jüngster Zeit
(gemeint ist die Zeit der Erstellung der Prognose) besondere Berücksichtigung. Variante V2 basiert auf Annahmen aus der 13.
koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes (Variante G1-L1-W2).
29
Grafische Darstellung der nebenstehenden Tabellendaten im Vergleich zur realen Bevölkerungsentwicklung von 1990 bis
2018
Jahr
obere Variante (V1)
untere Variante (V2)
tatsächlicher Wert
2015
4.107.700
4.053.700
4.084.851
2020
4.186.300
4.019.200
4.056.941
2025
4.102.100
3.945.400
2030
3.997.500
3.851.400
Sprachen und Dialekte
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Im Freistaat Sachsen werden vorwiegend
ostmitteldeutsche Dialekte
gesprochen. Es handelt sich um das
Meißnische
und das
Osterländische
, die zusammen die Kerngruppe des
Obersächsischen
bilden und damit zur
thüringisch-obersächsischen Dialektgruppe
gehören, sowie das
Lausitzische
. Kennzeichen all dieser Dialekte ist die
Lenisierung
der stimmlosen Konsonanten. So wird das Wort „Koffer“ als „Goffer“ ausgesprochen. Die
Sächsische Kanzleisprache
, eine spätmittelalterliche Ausgleichsprache der überwiegend ostmitteldeutschen Dialekte im wettinischen Herrschaftsgebiet, bildete für
Martin Luther
die Grundlage des
Neuhochdeutschen
Weiter leben in den Mittelgebirgen Südsachsens insgesamt etwa 700.000 Sprecher des
Vogtländischen
und des
Erzgebirgischen
. Beides sind eigenständige Dialekte mit Verwandtschaft zum
Ostfränkischen
und
Nordbairischen
. Beim Südvogtländischen im südlichsten
Gebietszipfel
des Vogtlandes handelt es sich in der Tat um ein (mittlerweile) isoliertes altbairisches Sprachgebiet. Dies erklärt sich daraus, dass es bis 1945 der nördlichste Teil eines geschlossenen Sprachgebietes von Altbayern über das
Sudetenland
Ascher Zipfel
) bis eben hierher war.
Zweisprachig sorbisch-deutsche Beschilderung in
Rosenthal
In der
Lausitz
werden auch mehrere Dialekte des
Obersorbischen
sowie
Übergangsdialekte
zwischen dem Ober- und
Niedersorbischen
gesprochen. Die
sorbische Sprache
zählt zur westslawischen Sprachgruppe; im Freistaat Sachsen sprechen schätzungsweise 15.000 bis 20.000 Menschen Sorbisch als Alltagssprache. Das Obersorbische ist auch zweite
Amtssprache
, wird jedoch auch im
Sorbischen Siedlungsgebiet
heute nur noch von einer Minderheit aktiv verwendet. Eine Ausnahme ist das
Obersorbische Kernsiedlungsgebiet
als einziges Gebiet Deutschlands, wo in mehreren Gemeinden vorrangig eine nicht-deutsche Sprache im Alltag gesprochen wird. In der südlichen
Oberlausitz
ist die
Oberlausitzer Mundart
verbreitet.
Vermutlich bereits mit Herausbildung des Neuhochdeutschen bildete sich, ausgehend von den größeren Städten und begünstigt durch eine relativ hohe Bevölkerungsdichte und Dichte der Infrastruktur im
mitteldeutschen
Raum, eine
Regional- bzw. Umgangssprache
heraus, die landläufig als „Sächsisch“ bezeichnet wird. Dieses Sächsisch wird in einem unscharf abgegrenzten Raum gesprochen, der auch Teile Sachsen-Anhalts, Thüringens und Brandenburgs umfasst.
30
Religionen
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Religion in Sachsen ist historisch von der
Reformation
geprägt.
Martin Luthers
Wirken in
Wittenberg
, das bis 1815 zu Sachsen gehörte, machte das Gebiet zu einem frühen Zentrum des Protestantismus. Noch heute stellt die evangelische Kirche, insbesondere die
Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens
, die größte christliche Konfession im Freistaat dar. Daneben bestehen katholische Strukturen, vor allem im
Bistum Dresden-Meißen
, das nach 1921 neu errichtet wurde und seine Wurzeln im mittelalterlichen
Bistum Meißen
hat. Die jüdischen Gemeinden Sachsens wurden im Nationalsozialismus nahezu ausgelöscht, seit den 1990er Jahren wuchsen sie durch Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion jedoch wieder an.
Infolge der jahrzehntelangen repressiven Religionspolitik des SED-Regimes gegenüber den
Christen und Kirchen in der DDR
gehört heute die Mehrheit der sächsischen Bevölkerung keiner Konfession an, sodass der Freistaat – ähnlich wie andere Teile Ostdeutschlands – durch einen hohen Anteil Konfessionsloser gekennzeichnet ist. Etwa drei Viertel der Einwohner Sachsens waren im Jahr 2011 ohne religiöses Bekenntnis.
31
Ende 2023 hatte Sachsen 4.089.467 Einwohner; davon waren 15,6
% Mitglied der evangelischen Kirche, 3,5
% der katholischen und 80,9
% gehörten entweder einer anderen oder keiner
Glaubensgemeinschaft
an.
32
Auch im Jahr 2023 haben viele Gläubige in Sachsen den beiden großen christlichen Kirchen den Rücken gekehrt. Mit Ausnahme von Leipzig geht der Trend bei der Austrittszahl in den Großstädten weiter nach oben.
33
Es gibt in Sachsen drei jüdische Gemeinden mit jeweils einer eigenen Synagoge. Die Zahl der Gemeindemitglieder hat sich – vor allem durch die Zuwanderung aus Osteuropa – von 190 im Jahr 1992 auf 2.524 im Jahr 2018 kontinuierlich erhöht. Die Anzahl der Menschen muslimischen Glaubens in Sachsen betrug 2015 ca. 0,48
%.
34
Die kleine
römisch-katholische Kirche
ist dennoch an vielen Orten vertreten und bildet in einigen überwiegend sorbischen Gemeinden zwischen Bautzen, Kamenz und Hoyerswerda, darunter alle Dörfer im sorbischen Oberland (
Horjany
) und Niederland (
Delany
), in denen die
Volkszählung 2011
oft über 70
%–über 90
% römisch-katholische Einwohner ermittelte, die zahlenstärkste Konfession;
35
ihre Gemeinden gehören zu einem Großteil zum
Bistum Dresden-Meißen
, ferner auch zu den Bistümern
Görlitz
und
Magdeburg
Etwa 60
Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden
(überwiegend kleinere
Baptisten
- und
Brüdergemeinden
) bestehen im Land.
36
Trotz der stark säkularen Prägung Sachsens gab es bislang keinen konfessionslosen Ministerpräsidenten.
Politik
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Basis und Wahlen
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Grundlage des sächsischen politischen Systems ist die
Verfassung des Freistaates Sachsen
vom 27. Mai 1992. Mit dem Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zum Geltungsbereich des
Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland
wurde das Land Sachsen zum Freistaat Sachsen, einem der seitdem 16 Gliedstaaten der Bundesrepublik. Dieser Freistaat, der sich am 26. Mai 1992 seine
Landesverfassung
gab, ist eine parlamentarische Republik und der erste demokratische sächsische Staat mit eigener
Verfassungsgerichtsbarkeit
und drei
geteilten
Staatsgewalten
. Der Freistaat Sachsen ist als
deutsches Land
originäres
Staatsrechtssubjekt
. Am 9. November 1990 wurde der Freistaat Sachsen erstmals bei einer Sitzung des
Bundesrates
vertreten und kann seitdem wieder über diese
Vertretung der Gliedstaaten
an der Bundesgesetzgebung und -verwaltung mitwirken.
Die sächsische Verfassung wurde bisher erst einmal geändert, um eine
Schuldenbremse
einzufügen. Daran wurde auch in Folge der Corona-Pandemie festgehalten. Sachsen hat mit 5,053 Mrd. Euro sowohl die niedrigsten Gesamtschulden, als auch die niedrigste Pro-Kopf-Verschuldung (1.244 Euro). Mit durchschnittlich 575 Euro pro Kopf trifft das auch auf die Gemeinden zu.
37
Der frühere Präsident des
Bundesverwaltungsgerichts
Klaus Rennert
vertritt die Auffassung, dass die
Grundmandatsklausel
des sächsischen Wahlrechts gegen den
Grundsatz der Gleichheit der Wahl
verstoße und deshalb verfassungswidrig sei.
38
Wahlen und Abstimmungen im Freistaat Sachsen seit 1990
Wahlen
und
Abstimmungen
in
Sachsen
Wahlen zum
Sächsischen Landtag
1990
1994
1999
2004
2009
2014
2019
2024
2029
Abstimmungen
im Land Sachsen
2001
Kommunalwahlen
1994
1999
2004
2008
2009
2014
2019
2024
2029
Landrats
- und
(Ober-)Bürgermeisterwahlen
1994
1994
1995
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2001
2002
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2020
2021
2022
2022
2023
2024
2025
2025
2026
2027
2027
Bürgerentscheide
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2015
2018
2019
2021
2022
2023
2024
2025
2026
a =
In ausgelassenen Jahren gab es keine Bürgerentscheide.
Exekutive
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Sitz der Regierung ist die Sächsische Staatskanzlei
Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU)
Der Plenarsaal des Sächsischen Landtags in Dresden
Die
Sächsische Staatsregierung
wird von einem
Ministerpräsidenten
geführt, der vom Landtag
gewählt
wird. Sitz der Regierung ist die
Sächsische Staatskanzlei
in der Dresdner
Inneren Neustadt
Die
CDU
ist in Sachsen seit der Wiedervereinigung die stärkste Partei und stellt seitdem den Ministerpräsidenten.
Kurt Biedenkopf
regierte von 1990 bis April 2002 in einer CDU-
Alleinregierung
. Auf ihn folgte
Georg Milbradt
, der nach der
Wahl 2004
eine
schwarz-rote Koalition
mit der SPD einging. Nach Milbradts Rücktritt im Mai 2008 übernahm
Stanislaw Tillich
das Amt des Ministerpräsidenten und setzte die CDU-SPD-Koalition bis zur
Landtagswahl 2009
fort. Zwischen September 2009 und 2014 regierte Tillich in einer
schwarz-gelben Koalition
zusammen mit der FDP, seit der
Landtagswahl 2014
mit dem Ausscheiden der FDP aus dem Landtag erneut mit der SPD.
39
Das Amt des Ministerpräsidenten übernahm ab Dezember 2017
Michael Kretschmer
. Nach der
Landtagswahl 2024
regiert Kretschmer seit Dezember 2024 mit einer Koalition von CDU und SPD (siehe auch
Kabinett Kretschmer III
).
Die Hauptgebäude der Staatsregierung befinden sich in Dresden – räumlich getrennt von der Legislative – im
Regierungsviertel
in der
Inneren Neustadt
Legislative
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Sitzverteilung im 8. Sächsischen Landtag
Die
Legislative
des Freistaates Sachsen ist der
Sächsische Landtag
. Er besteht in der achten Wahlperiode aus
120 Abgeordneten
. Diese teilen sich nach der
Wahl im Herbst 2024
wie folgt auf:
CDU
41
Sitze,
AfD
40
Sitze,
BSW
15
Sitze,
SPD
10
Sitze,
Grüne
Sitze,
Linke
Sitze und
Freie Wähler
Sitz.
Landtagspräsident ist seit 2024
Alexander Dierks
(CDU).
Zu den direktdemokratischen Elementen der sächsischen Gesetzgebung siehe unter
Volksinitiative (Deutschland)
(in Sachsen „Volksantrag“ genannt),
Volksbegehren (Deutschland)
und
Volksentscheid
Judikative
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Verfassungsgerichtshof und Landgericht Leipzig
Oberlandesgericht Dresden
Der
Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen
befindet sich in Leipzig. Dieser ist neben der Landesregierung und dem Landtag ein oberstes und im Sinne der
Gewaltenteilung
unabhängiges
Staatsorgan
Die sonstigen Gerichte in Sachsen sind dem
Sächsischen Staatsministerium der Justiz
nachgeordnete Behörden.
40
Die Rechtsprechung ist dabei unabhängig und nur dem Gesetz unterworfen.
41
Das
Oberlandesgericht Dresden
ist das höchste Gericht der sächsischen
ordentlichen Gerichtsbarkeit
. Ihm sind fünf
Landgerichte
in
Chemnitz
Dresden
Görlitz
Leipzig
und
Zwickau
nachgeordnet.
Weiterhin gibt es in Sachsen Gerichte der
Fachgerichtsbarkeit
. Der Sitz des
Sächsischen Oberverwaltungsgerichtes
ist die
Ortenburg
in
Bautzen
. In Chemnitz befinden sich das sächsische
Landessozial-
und
Landesarbeitsgericht
. Das
Sächsische Finanzgericht
befindet sich in Leipzig.
Die
Generalstaatsanwaltschaft
hat ihren Sitz in Dresden. Dieser nachgeordnete
Staatsanwaltschaften
gibt es an den Standorten der Landgerichte. Der Freistaat Sachsen führt zehn
Justizvollzugsanstalten
. Das
Landesjustizprüfungsamt
beim Sächsischen Staatsministerium der Justiz ist das sächsische
Prüfungsamt
für die juristischen
Staatsexamen
In Sachsen befinden sich Einrichtungen der
bundesstaatlichen Justiz
, die dem
Bundesministerium der Justiz
nachgeordnet sind. In Leipzig befinden sich das
Bundesverwaltungsgericht
und der
5. und 6. Strafsenat des Bundesgerichtshofes
mit einem Teil der
Behörde des Generalbundesanwalts
Bundesebene
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Seit der
Bundestagswahl 2021
, aus der die AfD in Sachsen klar als stärkste Kraft hervorging und auch 10 Direktmandate erringen konnte, vertreten 38 Abgeordnete, die in Sachsen direkt gewählt wurden, oder über die jeweilige Landesliste einzogen, den Freistaat.
42
Mitglieder des
21. Bundestages
aus Sachsen
Direktmandate
Listenmandate
Wahlkreis
Mandatar
Partei
MdB seit
Mandatar
Partei
MdB seit
Nordsachsen
René Bochmann
AfD
2021
Carsten Körber
CDU
2013
Leipzig I
Christian Kriegel
AfD
Christiane Schenderlein
CDU
2021
Leipzig II
Sören Pellmann
Linke
2017
Markus Reichel
CDU
2021
Leipzig-Land
Edgar Naujok
AfD
2021
Jens Lehmann
CDU
2017
Meißen
Christian Reck
AfD
2025
Nora Seitz
CDU
2025
Bautzen I
Karsten Hilse
AfD
2017
Lars Rohwer
CDU
2021
Görlitz
Tino Chrupalla
AfD
2017
Florian Oest
CDU
2025
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Steffen Janich
AfD
2021
Caren Lay
Linke
2009
Dresden I
Thomas Ladzinski
AfD
2025
Clara Bünger
Linke
2022
Dresden II – Bautzen II
Matthias Rentzsch
AfD
2025
Zada Salihović
Linke
2025
Mittelsachsen
Carolin Bachmann
AfD
2021
Kathrin Michel
SPD
2021
Chemnitz
Alexander Gauland
AfD
2017
Holger Mann
SPD
2021
Chemnitzer Umland – Erzgebirgskreis II
Maximilian Krah
AfD
2025
Rasha Nasr
SPD
2021
Erzgebirgskreis I
Thomas Dietz
AfD
2021
Paula Piechotta
Grüne
2021
Zwickau
Matthias Moosdorf
AfD
2021
Kassem Saleh
Grüne
2021
Vogtlandkreis
Mathias Weiser
AfD
2025
Alle 30 sächsischen Bundestagsabgeordneten im Überblick:
14
Mangels Zweitstimmendeckung nicht in den Bundestag eingezogen.
Europapolitik
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Viele Entscheidungen der europäischen Institutionen haben unmittelbaren Einfluss auf die Menschen und Organisationen in den Regionen Europas, so auch in Sachsen.
43
Die sächsische Europapolitik wird durch eine Vielzahl von Akteuren und Institutionen geprägt. Über verschiedene Wege werden die Interessen des Freistaats in der Europäischen Union wahrgenommen. Durch die
Sächsische Staatskanzlei
wird die Europapolitik Sachsens in der Staatsregierung koordiniert.
Auf Bundesebene wirkt die Staatsregierung über den
Bundesrat
, die
Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund
und die
Europaministerkonferenz
auch an der europäischen Gesetzgebung mit.
In
Brüssel
unterhält die Staatsregierung das
Sachsen-Verbindungsbüro Brüssel
, das u.
a. die aktuellen Entwicklungen und Entscheidungen der europäischen Institutionen beobachtet, dann für den Freistaat relevante Themen identifiziert und an die zuständigen Stellen in der Staatsregierung und dem Landtag übermittelt. Im
Ausschuss der Regionen
wird Sachsen durch den Europaminister Jürgen Martens und Landtagsabgeordneten
Heinz Lehmann
(CDU) vertreten. Sechs Abgeordnete vertreten derzeit die sächsischen Bürger im
Europäischen Parlament
Anna Cavazzini
(Grüne),
Cornelia Ernst
(Linke),
Andreas Glück
(FDP),
Peter Jahr
(CDU),
Maximilian Krah
(AfD) und
Matthias Ecke
(SPD).
44
Zur Zusammenarbeit mit den unmittelbaren europäischen Nachbarn unterhält der Freistaat seit 2012 zwei weitere Auslandsvertretungen in Tschechien und Polen – das
Verbindungsbüro in Prag
45
(im Barockgebäude des
Wendischen Seminars
) und das
Verbindungsbüro in Breslau
46
Im
Sächsischen Landtag
befasst sich der Verfassungs-, Rechts- und Europaausschuss unter Vorsitz von
Marko Schiemann
(CDU) mit europapolitischen Grundsatzfragen. Im April 2011 haben Landtag und Staatsregierung eine Subsidiaritätsvereinbarung geschlossen, die die Informationspflichten der Regierung gegenüber dem Parlament und die Mitwirkungsrechte des Landtages an europapolitischen Positionen des Landes regelt.
47
Haushalt
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Gemäß dem
Gesetz über die Feststellung des Haushaltsplanes des Freistaates Sachsen für die Haushaltsjahre 2023 und 2024
(Haushaltsgesetz 2023/2024
– HG 2023/2024) sind im
Haushaltsplan
für das
Haushaltsjahr
2023 ein Volumen von 24.261.303.000 Euro und für das Haushaltsjahr 2024 ein Volumen von 25.083.152.600 Euro
veranschlagt
48
Politischer Extremismus
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Sowohl Rechts- wie Linksextremismus werden im sächsischen Verfassungsschutzbericht regelmäßig aufgeführt. Ein Bericht für 2021 gab an, dass in Sachsen etwa 4.350 Rechts- und 850 Linksextremisten aktiv waren. Zudem gab es etwa 450 Islamisten.
49
Rechtsextremismus
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Bald nach der Wiedervereinigung etablierte sich die Nationaldemokratische Partei Deutschland (NPD) von Dresden ausgehend vor allem in kleineren Gemeinden mit einem durchgehend Fremdenfeindlichen Parteiprogramm. Bei der Landtagswahl in Sachsen 2004 konnte die NPD mit 9,2 Prozent zum ersten Mal seit 1968 wieder in ein Landesparlament einziehen. Sie konnte 10 Jahre lang eine Fraktion im Landtag bilden. Vor allem in der Region
Sächsische Schweiz
ist die Schnittmenge mit gewaltbereiten Rechtsextremisten aus der Kameradschaftsszene gegeben. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat die NPD laut
Verfassungsschutzbericht
„ein relativ stabiles Wählerpotenzial“.
50
Hier liegt auch die Gemeinde mit dem bundesweit konstant höchsten Stimmanteil für die NPD -
Reinhardtsdorf-Schöna
. Die
NPD
konnte bei der
Landtagswahl in Sachsen 2004
mit 23,1
% hier ihr bestes Ergebnis erzielen. Seitdem erreicht die Partei in dem 1500 Einwohner Ort bei jeder Wahl über 20 Prozent der Stimmen.
Bei der Landtagswahl 2014 konnte erstmals die
Alternative für Deutschland
AfD mit 9,7 Prozent und 14 Sitzen in den Sächsischen Landtag einziehen. Die damalige Bundesvorsitzende
Frauke Petry
kommt aus dem
Landesverband Sachsen
. Die AfD kostete der NPD 2014 so viele Wählerstimmen, dass diese letztlich an der 5-Prozent-Hürde scheiterte.
In der 2016 veröffentlichten Studie
Sachsen-Monitor 2016
der sächsischen Regierung heißt es: „Ressentiments gegen Personen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit – insbesondere gegen Ausländer und Muslime – sind in Teilen der sächsischen Bevölkerung verbreitet. Eine Mehrheit der Sachsen ist der Meinung, dass Deutschland aufgrund der hier lebenden Ausländer in einem gefährlichen Maß ‚überfremdet‘ sei.“
51
Nach Recherchen des
Tagesspiegels
ist die Bevölkerung „deutlich fremdenfeindlicher als der Durchschnitt der Bevölkerung im Rest der Republik“.
52
Ausländerfeindliche Losungen auf einer Pegida-Veranstaltung in Dresden 2015
In Sachsen geschahen 2014 die mit Abstand meisten rassistisch motivierten Körperverletzungen gegen Flüchtlinge.
53
Auch 2015 erfolgten dort überdurchschnittlich häufig rassistische
Angriffe auf Ausländer und Flüchtlinge
, in absoluten Zahlen nach dem deutlich bevölkerungsreicheren Nordrhein-Westfalen die zweitmeisten im Vergleich der Bundesländer.
54
2015 wurde in Sachsen ein Fünftel aller Angriffe auf Asylbewerberheime in Deutschland begangen.
55
Auch der organisierte
Rechtspopulismus
und
Rechtsextremismus
sind in Sachsen überdurchschnittlich präsent.
Völkische
, rassistische Organisationen wie
Pegida
entwickelten sich ab 2014 in Sachsen und sind dort so stark wie in keinem anderen Bundesland.
56
57
Die Haltung von Pegida bezeichnet der Wissenschaftler
Wilhelm Heitmeyer
als „Extremismus der Mitte“.
58
In keinem anderen Bundesland gibt es so viele Immobilien, die dauerhaft von Rechtsextremisten zu politischen Zwecken genutzt werden.
59
2012 fanden in Sachsen mit Abstand die meisten Neonazi-Konzerte statt, fast ein Viertel allein in einem einzigen Gasthof im nordsächsischen
Staupitz
60
Die acht Mitglieder der
rechtsterroristischen
Gruppe Freital
, die mehrere Sprengstoffanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und politische Gegner in
Freital
und Dresden verübt hatten und wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung und versuchten Mordes beziehungsweise Beihilfe dazu vom Oberlandesgericht Dresden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden, waren in Sachsen tätig.
61
Im September 2018 wurde die rechtsterroristische Gruppe
Revolution Chemnitz
, die den
NSU
übertreffen wollten nach Übergriffen auf Menschen mit Migrationshintergrund bekannt und ausgehoben. Ihre acht Mitglieder wurden für die Gründung einer rechtsterroristischen Vereinigung 2020 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
62
2024 wurden Mitglieder der ebenfalls rechtsterroristische Gruppe
Sächsische Separatisten (SS)
, was eine Anlehnung an die
SS
im Nationalsozialismus ist, in und um Leipzig und Dresden festgenommen.
Die rechtsextreme
NPD
zog
2004
und
2009
in den Sächsischen Landtag ein. Bei der
Bundestagswahl 2017
wurde die
Alternative für Deutschland
(AfD), die sieben Jahre später das
Oberverwaltungsgericht Münster
als rechtsextremistischen
Verdachtsfall
bestätigen sollte, in Sachsen stärkste Kraft und gewann drei der sechzehn sächsischen
Bundestagswahlkreise
direkt.
63
Bei der Bundestagswahl 2021 konnte die Partei dieses Ergebnis auf 10 Wahlkreise verbessern, wobei sie sie in allen 12 Flächenwahlkreisen nach Zweitstimmen die stärkste Kraft wurde.
64
Die 2021 gegründete rechtsextremistische Partei
Freie Sachsen
erreichte in den
Kommunalwahlen in Sachsen 2024
insgesamt 2,7
% der Stimmen, in der
Landtagswahl in Sachsen 2024
2,2
% der Stimmen.
Der
Politikwissenschaftler
Hans Vorländer
legte im Februar 2016 basierend auf seinen Untersuchungen dar: „Sachsen sind, nach dem[,]
was wir aus Befragungen wissen, nicht ausländerfeindlicher oder islamfeindlicher als die Bewohner anderer Bundesländer im Westen oder im Osten.“ Die teils aggressiven Einstellungen gegenüber Zugewanderten seien vielmehr ein Ausdruck einer vor allem kleinbürgerlichen Unzufriedenheit mit politischen Entscheidungen. Das Gewaltmonopol des Staates werde
65
von der Landesregierung nicht mit der nötigen „Entschiedenheit“ bzw. dem nötigen „Augenmaß“ durchgesetzt.
66
Der sächsische Politikwissenschaftler
Michael Lühmann
wies darauf hin, dass „vielen im Land diejenigen, die sich gegen die Rechten und ihre Aktionen stellen, gleich als ‚linksextrem‘ und totalitär gelten würden“. Häufig würde argumentiert: „Wer Nazi-Demos nicht einfach hinnimmt, ist ein Feind der freien Meinung, also ein Totalitärer und somit keinen Deut besser.“
67
Linksextremismus
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Drei Viertel der Straftaten mit linksextremistischem Hintergrund in Sachsen werden in den Großstädten verübt. Besonders Leipzig entwickle sich zu einem Sammelpunkt für Linksextreme aus ganz Deutschland, so Sachsens Innenminister
Armin Schuster
49
Leipzigs Oberbürgermeister
Burkhard Jung
sprach im Hinblick auf linksextreme Anschläge gar von „Terror“, der sich gegen Sachen richte.
68
Besonders bekannt für Ausschreitungen ist der Leipziger Stadtteil
Connewitz
, in dem ein Potpourri aus
Hausbesetzerszene
Antifa
und sogenannten
Autonomen
, besonders am
Tag der Arbeit
oder bei politischen Treffen wie dem G20-Gipfel, tätig ist.
69
Dabei wird auch die Polizei angegriffen. Besonders die Polizeiwache in Connewitz wurde bei Ausschreitungen schon häufig beschädigt oder beschmiert.
70
71
2019 wurde die Sonderkommission Linksextremismus (SoKo LinX) gegründet.
72
Verwaltungsgliederung
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Hauptartikel
Liste der Landkreise und kreisfreien Städte in Sachsen
Im Landesdienst arbeiteten laut Haushaltsplan Ende 2025 88.466 Beschäftigte, ohne Ausbildungs- und Projektstellen. Bildung und Polizei machen die Hälfte der Stellen aus. Hinzu kommen wissenschaftlicher Dienst (11
%), Justiz (8
%), Steuer (7
%) und technische Verwaltung (6
%). Bis zum Jahr 2040 sollen mindestens 6.131 Stellen abgebaut werden. Das soll ohne Kündigungen nur durch Altersabgänge gelingen. Finanzminister Piwarz spricht von einem notwendigen Abbau von 11.256 Stellen bis 2040.
73
Die „Allianz für Sachsen“ der sächsischen Wirtschaft fordert eine Einsparung von 14.000 Stellen bis 2035.
74
Eine Maximal-Variante sieht sogar den Abbau von 17.000 Stellen vor.
75
Landesdirektion Sachsen
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Im Jahr 2012 wurden die bisherigen drei Direktionsbezirke
Chemnitz
Dresden
und
Leipzig
zur
Landesdirektion Sachsen
mit Hauptsitz in Chemnitz zusammengefasst.
Sie enthält insgesamt zehn
Landkreise
und drei
kreisfreie Städte
Die zehn sächsischen Landkreise:
Bautzen
(Budyšin)
Erzgebirgskreis
Görlitz
(Zhorjelc)
Leipzig
Meißen
Mittelsachsen
Nordsachsen
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Vogtlandkreis
Zwickau
Die drei kreisfreien Städte Sachsens:
Chemnitz
Dresden
Leipzig
Landkreise
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Hauptartikel
Kreisreform Sachsen 1994/1996
Hauptartikel
Kreisreform Sachsen 2008
Der Großteil der bis zum 31. Juli 2008 bestehenden Landkreise wurde in den
Kreisreformen von 1994 und 1996
gebildet. Im Rahmen der Verwaltungsreform der Landesbehörden entstanden zum 1. August 2008 durch eine erneute Kreisreform zehn neue Landkreise. Die Zahl der kreisfreien Städte verringerte sich dabei von sieben auf drei. In den kreisangehörigen Gemeinden des Landes leben 2.832.288, in den kreisfreien Städten 1.304.763 Einwohner (Dezember 2011).
76
Neuer Landkreis
Ehemalige Stadt- und Landkreise
Kfz-Kennzeichen
Fläche in km²
31. Dezember 2008
31. Dezember 2018
77
31. Dezember 2023
78
Prognose 2040
79
Einwohner
je km²
Einwohner
je km²
Einwohner
je km²
Einwohner
je km²
Bautzen
(Budyšin)
Bautzen
Kamenz
Hoyerswerda
BZ, BIW, HY, KM
2.395,60
328.990
138
302.634
126
296.506
124
263.930
110
Erzgebirgskreis
Stollberg
Annaberg
Aue-Schwarzenberg
Mittlerer Erzgebirgskreis
ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP
1.827,93
377.245
206
340.373
186
326.896
179
274.250
150
Görlitz
(Zhorjelc)
Niederschlesischer Oberlausitzkreis
Löbau-Zittau
Görlitz
GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
2.111,44
284.790
135
256.587
122
248.479
118
213.900
101
Leipzig
(Landkreis)
Leipziger Land
Muldentalkreis
, BNA, GHA, GRM, MTL, WUR
1.651,29
271.863
165
258.008
156
261.573
158
252.350
153
Meißen
Meißen
Riesa-Großenhain
MEI, GRH, RG, RIE
1.454,59
256.638
177
242.862
167
241.160
166
219.490
151
Mittelsachsen
Freiberg
Mittweida
Döbeln
FG, BED, DL, FLÖ, HC, MW, RL
2.116,87
335.797
159
308.153
146
300.308
142
263.550
124
Nordsachsen
Delitzsch
Torgau-Oschatz
TDO, DZ, EB, OZ, TG, TO
2.028,56
211.356
105
197.794
98
199.688
98
190.820
94
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Weißeritzkreis
Sächsische Schweiz
PIR, DW, FTL, SEB
1.654,21
255.459
154
245.418
148
246.011
149
227.970
138
Vogtlandkreis
Vogtlandkreis
Plauen
V, AE, OVL, PL, RC
1.412,46
250.246
177
229.584
163
221.953
157
189.180
134
Zwickau
Chemnitzer Land
Zwickauer Land
Zwickau
Z, GC, HOT, WDA
0.
949,75
348.834
368
319.998
337
310.111
327
267.740
282
Siehe auch
Liste der Gebietsänderungen in Sachsen
und
Liste der Landräte in Sachsen
Städte und Gemeinden
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Hauptartikel
Liste der Städte und Gemeinden in Sachsen
und
Liste der Großen Kreisstädte in Sachsen
Bautzen
Chemnitz
Delitzsch
Dresden
Görlitz
Leipzig
Meißen
Plauen
Zwickau
Sachsen besteht aus insgesamt 418 politisch selbständigen Städten und Gemeinden (Stand: 1. Januar 2023). Diese unterteilen sich in 169 Städte, darunter drei
kreisfreie Städte
und 53
Große Kreisstädte
, sowie 249 nichtstädtische Gemeinden. Die kreisangehörigen Gemeinden haben sich teilweise zur Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte zu
Verwaltungsgemeinschaften
zusammengeschlossen. 158 Gemeinden sind in 64 Verwaltungsgemeinschaften und 21 Gemeinden in sechs
Verwaltungsverbänden
eingebunden.
80
Nach der Wiedervereinigung verloren zunächst sehr viele Städte rasch an Einwohnern. Am stärksten betroffen davon waren die Städte Leipzig, Dresden, Chemnitz und auch die damalige Großstadt Zwickau, in denen sich die Folgen der
Suburbanisierung
und der Abwanderung in die
alten Bundesländer
am stärksten auswirkten. Seit der Wiedervereinigung im Jahre 1990 ist die Einwohnerzahl im Freistaat Sachsen durch Abwanderung und Sterbeüberschuss aufgrund geringer Geburtenraten um 600.000 Einwohner zurückgegangen.
Seit der Jahrtausendwende begann sich diese Entwicklung jedoch auszudifferenzieren, was sich in den Jahren danach noch verstärkte. So konnten Leipzig und Dresden sowie deren jeweils unmittelbar angrenzenden Nachbarstädte Markkleeberg beziehungsweise Radebeul seit etwa 2000 wieder kontinuierlich durch leichte Geburtenüberschüsse und positiven Wanderungssaldo wachsen und damit dem Trend der Schrumpfung entgegenwirken. Dabei gehört die sächsische Landeshauptstadt in den letzten Jahren sogar zu den Städten mit dem durchschnittlich höchsten Bevölkerungswachstum der Bundesrepublik. In Chemnitz verringerte sich die Schrumpfung weitgehend und eine stärkere Stabilisierung setzt ein. Zwickau hingegen ist seit 2003 keine Großstadt mehr und verliert schrittweise an Einwohnern.
Alle anderen Städte des Freistaates, insbesondere die in ländlichen Gebieten, sind von einem mehr oder weniger starken Grad an Abwanderung (
räumliche Bevölkerungsentwicklung
) sowie Geburtendefizit und der damit resultierenden Überalterung (
natürliche Bevölkerungsentwicklung
) betroffen. Dabei existieren auch regionale Unterschiede, so sind beispielsweise Gebiete in Ost- und Südsachsen stärker vom Bevölkerungsrückgang betroffen als Gebiete in Mittel- und Westsachsen. Insbesondere Städte mit einer großen und vielfältigen Anzahl an Bildungs-, Forschungs- und Kultureinrichtungen sowie ausgeprägten Gewerbe und Industrie profitieren von Bevölkerungszuwachs.
In der folgenden Tabelle sind alle sächsischen
Mittel-
und
Großstädte
, geordnet nach ihrer Einwohnerzahl am 31. Dezember 2018 aufgeführt.
Stadt
Landkreis
Einwohner
3. Oktober 1990
81
Gebietsstand 2012
31. Dezember 2000
82
Gebietsstand 2012
31. Dezember 2011
76
Gebietsstand 2012
Veränderung
2000 bis 2011 in
31. Dezember 2018
neue Berechnungsgrundlage
auf Basis des
Zensus 2011
Veränderung
2011 bis 2017 in
Leipzig
kreisfrei
560.387
493.208
531.809
+7,83
581.980
+9,4
Dresden
kreisfrei
514.071
477.807
529.781
+10,88
551.072
+4,0
Chemnitz
kreisfrei
317.486
259.246
243.173
−6,20
246.855
+1,5
Zwickau
Zwickau
124.788
103.008
93.128
−9,59
90.192
−3,2
Plauen
Vogtlandkreis
77.191
71.543
65.738
−8,11
65.148
−0,9
Görlitz
Görlitz
76.603
61.599
55.350
−10,15
56.391
+1,9
Freiberg
Mittelsachsen
50.896
45.428
41.498
−8,65
41.496
+0
0,0
Bautzen
(Budyšin)
Bautzen
52.884
43.353
40.457
−6,68
39.429
−2,6
Freital
Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge
41.480
40.129
39.329
−2,00
39.300
−0,1
Pirna
Sächsische Schweiz-
Osterzgebirge
46.081
42.108
38.735
−8,01
38.276
−1,2
Radebeul
Meißen
31.195
32.246
33.769
+4,72
33.954
+0,5
Hoyerswerda
(Wojerecy)
Bautzen
68.982
50.203
36.687
−26,92
33.116
−9,7
Riesa
Meißen
47.049
39.367
33.549
−14,78
30.392
−9,4
Grimma
Leipzig
34.904
31.459
29.779
−5,35
28.153
−5,5
Meißen
Meißen
35.187
29.398
27.555
−6,27
28.061
+1,8
Zittau
Görlitz
41.404
32.775
27.845
−15,04
25.575
−8,2
Delitzsch
Nordsachsen
31.284
29.287
26.035
−11,04
24.794
−4,8
Markkleeberg
Leipzig
19.624
23.157
24.402
+5,37
24.644
+1,0
Limbach-Oberfrohna
Zwickau
28.916
27.552
25.141
−8,75
24.066
−4,3
Döbeln
Mittelsachsen
28.697
24.322
21.077
−13,34
23.728
+12,6
Glauchau
Zwickau
29.509
27.285
24.234
−11,18
22.718
−6,3
Werdau
Zwickau
28.162
26.077
22.303
−14,47
20.795
−6,8
Coswig
Meißen
26.123
24.035
21.157
−11,97
20.899
−1,2
Annaberg-Buchholz
Erzgebirgskreis
28.492
24.495
21.604
−11,80
20.000
−7,4
Eingemeindung von
Großbardau
am 1. Januar 2007, Eingemeindung von
Großbothen
und
Nerchau
am 1. Januar 2011, Eingemeindung von
Mutzschen
am 1. Januar 2012
Eingemeindung von
Hirschfelde
(mit
Dittelsdorf
und
Schlegel
) am 1. Januar 2007
Eingemeindung von
Döbernitz
am 1. März 2004
Eingemeindung von
Ebersbach
am 1. Juli 2011
Kultur und Sport
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Museen
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Dieser Abschnitt bedarf einer grundsätzlichen Überarbeitung
Sachsen hat auch Kultur, daher gibts hier noch einiges zu schreiben.
Bitte hilf mit, ihn zu
verbessern
, und entferne anschließend diese Markierung.
Landesweit werden von der Bevölkerung Sachsens die Bauwerke (z.
B.
Residenzschloss
Zwinger
und
Semperoper
Dresden,
Lustschloss Pillnitz
, Jagdschlösser
Moritzburg
und
Hubertusburg
) und Sammlungen (z.
B.
Grünes Gewölbe
Gemäldegalerie Alte
und
Neue Meister
Rüstkammer
) der sächsischen Kurfürsten als sächsische Kulturgüter wahrgenommen. Der Freistaat Sachsen betreibt diese in Nachfolge zur
Wettiner
Adelsfamilie. Auf Volksfesten personifiziert wird diese mit dem Hofstaat
Augusts des Starken
inkl. Premierminister
Heinrich von Brühl
, Mätresse
Gräfin Cosel
und
Hofnarr Fröhlich
, obwohl auch andere Kurfürsten zu den Bauten und Sammlungen beitrugen. Die Fokussierung auf August den Starken ist vor allem auf die Filme
Der galante König
– August der Starke
(1920) und
Sachsens Glanz und Preußens Gloria
(1985–1987) zurückzuführen, letzterer basiert auf den Büchern der
Sachsentrilogie
Józef Ignacy Kraszewskis
83
Die in den Dresdner Gemäldegalerien vorhandenen Bilder werden wegen der früh begonnenen Sammlung der Kurfürsten i.
A. zur sächsischen Kultur gezählt, auch wenn die Künstler nur einen Teil ihres Lebens in Sachsen verbrachten. Dies trifft insbesondere auf Gemälde mit typisch sächsischen Landschaftsmotiven zu, z.
B. die Darstellungen von Dresden und Pirna des italienischen Malers
Canaletto
sowie der Sächsischen Schweiz des gebürtigen Greifswalders
Caspar David Friedrich
Musik
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Internationales Dixieland Festival Dresden
In Sachsen werden mehrere Festivals veranstaltet, so werden mit Festivals wie
Internationales Dixieland Festival Dresden
Kosmonaut Festival
Leipziger Jazztage
Highfield-Festival
Bachfest Leipzig
Th!nk?
Nachti
Dresdner Gitarrenfest
Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik
Wave-Gotik-Treffen
und dem
Endless Summer Open Air
viele verschiedene Musikrichtungen bedient.
Musikalisch sind in Dresden die Aufführungen der weltberühmten
Sächsischen Staatskapelle
in der Semperoper und des
Kreuzchores
in der
Kreuzkirche
hervorzuheben. Die
Orgellandschaft Sachsen
ist durch das Wirken von
Gottfried Silbermann
geprägt, dem Vollender der mitteldeutschen Barockorgel. 31 seiner berühmten Instrumente sind noch erhalten, fast alle stehen in Sachsen.
84
Leipzig ist weithin als Musikstadt bekannt. Der Komponist
Johann Sebastian Bach
war der bekannteste
Thomaskantor
des seit 1212 existierenden Leipziger
Thomanerchores
. Das
Bachfest Leipzig
ist ein Festival für klassische Musik. Das
Gewandhausorchester
Leipzig ist ebenso wie die
Leipziger Oper
eine bürgerliche Gründung. Das
Museum der bildenden Künste
zeigt unter anderem das bei der
Sächsisch-Thüringischen-Gewerbeausstellung 1897
noch umstrittene Gemälde
Christus im Olymp
und die Beethoven-Skulptur
Max Klingers
85
Weitere Kulturgüter
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Weitere über seine Grenzen bekannte Kulturgüter Sachsens sind das
Meißner Porzellan
, welches das erste europäische Porzellan ist und die besonders in
Seiffen
beheimate erzgebirgische Holzschnitzkunst.
83
Überregional bekannt und seit 2014 als
immaterielles Kulturerbe
eingetragen sind die Feste und Bräuche der
Sorben
in der
Lausitz
. Das Vogtland ist mit seinem
Musikwinkel
ein historisches Zentrum des
Musikinstrumentenbaus
. Seit 2024 ist das überregional bekannte Sächsische Bergsteigen als immaterielles Kulturerbe eingetragen.
86
Kulturdenkmale
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Die
Kulturdenkmale
in den Städten und Gemeinden des Freistaats werden über die
Liste der Kulturdenkmale in Sachsen
erschlossen.
Feiertage
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Neben den
bundesweit gültigen Feiertagen
Neujahr, Karfreitag, Ostern, Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Tag der Deutschen Einheit und Weihnachten sind in Sachsen das
Reformationsfest
und der
Buß- und Bettag
gesetzliche Feiertage (
Abs. 1 SächsSFG). In bestimmten Gemeinden und Gemeindeteilen des Landkreises Bautzen (katholische Teile des
sorbischen Siedlungsgebiets
) ist
Fronleichnam
ein gesetzlicher Feiertag (
FronleichnamsVO). In den anderen Gemeinden und Gemeindeteilen ist Fronleichnam (wie auch Erscheinungsfest, Frühjahrsbußtag,
87
Gründonnerstag, Johannestag, Peter und Paul, Mariä Himmelfahrt, Allerheiligen und Mariä Empfängnis) ein religiöser Feiertag (
Abs. 1 SächsSFG).
Sächsischer Bürgerpreis
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Der Freistaat Sachsen verleiht gemeinsam mit der
Stiftung Frauenkirche Dresden
und der
Kulturstiftung Dresden
der
Dresdner Bank
den
Sächsischen Bürgerpreis
. Er wird in den Kategorien gesellschaftlich-soziales Engagement und kulturell-geistliches Engagement vergeben und ist mit jeweils 5000
Euro dotiert. Die erste Verleihung fand 2011 statt.
88
Sport
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Im
Landessportbund Sachsen
sind im Jahr 2025 726.216 Mitglieder in 4.330 Vereinen registriert, das entspricht 17,91 Prozent der Bevölkerung.
89
American Football
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Das als Saxonia Monarchs am Anfang des Jahres 1992 gegründete
American Football
Team wurde Mitte 1992 in
Dresden Monarchs
umbenannt und nimmt seit 2003 erfolgreich im Spielbetrieb der
German Football League
teil. Im Jahr 2021 wurde man erstmals deutscher Meister.
Basketball
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Die
Niners Chemnitz
spielen in der ersten
Basketball-Bundesliga
90
und die
Dresden Titans
in der zweitklassigen
ProA
. Die Basketballerinnen der
ChemCats Chemnitz
spielten von 2013 bis 2019 in der
1. Damen-Basketball-Bundesliga
, zogen sich aber in der Saison 2019/2020 in die 2. Bundesliga zurück, um den Nachwuchs zu fördern.
91
Floorball/Unihockey
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Die Mannschaften der
Floor Fighters Chemnitz
und des
MFBC Leipzig
spielen in der
Floorball-Bundesliga
, die Mannschaften der
Unihockey Igels Dresden
und des
SC DHfK Leipzig
in der
2. Floorball-Bundesliga
Fußball
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Fußball ist der Sport mit der höchsten Zuschauerresonanz, so sind seit 2016
RB Leipzig
in der
1. Bundesliga
, die
SG Dynamo Dresden
seit 2025 in der
2. Bundesliga
sowie der
FC Erzgebirge Aue
seit 2022 in der
3. Liga
und der
Chemnitzer FC
, der
FC Eilenburg
, der
FSV Zwickau
, der
1. FC Lokomotive Leipzig
und
BSG Chemie Leipzig
in der
Regionalliga Nordost
vertreten.
Die
Frauenfußballabteilung von RB Leipzig
spielt seit 2023 in der
Frauen-Bundesliga
, zudem sind in der
Frauen-Regionalliga
die Mannschaften der Vereine des
1. FFC Fortuna Dresden
RB Leipzig II
und
SV Eintracht Leipzig-Süd
vertreten.
Handball
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Das Frauenteam des
HC Leipzig
, mehrfacher deutscher Meister und Pokalsieger, musste 2017 insolvenzbedingt aus der
Frauen-Handball-Bundesliga
in die
3. Liga
zwangsabsteigen. Dafür rückten die Damen des
HC Rödertal
aus
Großröhrsdorf
zur Saison 2017/18 in die 1. Bundesliga nach.
Beide Frauen-Mannschaften treten ab der Saison
2019/20
in der 2. Handball-Bundesliga an.
Die Herren des
DHfK Leipzig
spielen seit 2015 in der
Handball-Bundesliga
. Zudem spielt der
EHV Aue
seit der Saison 2012/13 in der
2. Bundesliga
. Mit dem
HC Elbflorenz
aus Dresden stieg zur Saison 2017/18 eine weitere sächsische Mannschaft in die 2. Bundesliga auf.
92
Tennis
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Hauptartikel
TC Blau-Weiß Dresden-Blasewitz
Die erste Damenmannschaft des
TC Blau-Weiß Dresden-Blasewitz
stieg 2016 in die
2. Bundesliga
auf und spielt seit 2019 in der
1. Bundesliga
Die erste Herrenmannschaft spielte 2007 und von 2014 bis 2016 in der
2. Bundesliga
und seit 2019 in der Regionalliga Südost (3. Liga).
Volleyball
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Seit 1997 spielen die Damen des
Dresdner SC
durchgängig in der
Bundesliga
. In dieser Zeit gewann die Mannschaft sechsmal die deutsche Meisterschaft und siebenmal den
DVV-Pokal
sowie zweimal den
VBL-Supercup
. Den größten Erfolg feierte man in der Saison
2009/10
, als man den
Challenge Cup
gewann. Neben dem Dresdner SC spielten kurzzeitig auch der
VC Muldental Grimma
(2005/06) und die
Fighting Kangaroos Chemnitz
(2008/09) in der Bundesliga. In der Saison 2025/26 sind des Weiteren die
ESA Grimma Volleys
, die
Neuseenland-Volleys Markkleeberg
und der
VC Olympia Dresden
in der
2. Bundesliga Pro
sowie die
Emplify Volleys Leipzig
, der
Dresdner SSV
und der
Chemnitzer VV
in der
Dritten Liga Ost
vertreten.
Zwischen 1991 und 2009 war die Stadt Leipzig durch den
SC Leipzig
, den
VfB Leipzig
, den
VV Leipzig
und den
VC Leipzig
mit Unterbrechungen insgesamt 15 Spielzeiten in der
Bundesliga der Männer
vertreten. Darüber hinaus spielten auch der
VC Markranstädt
(2003/04 und 2005/06) und der
VC Dresden
(2012–2014) in der höchsten deutschen Volleyballliga. In der Saison 2025/26 ist Sachsen mit dem
L.E. Volleys
und dem unter dem Namen „Enervigo Volleys Dresden“ antretenden VC Dresden in der
2. Bundesliga Süd
sowie mit dem
GSVE Delitzsch
und dem
Krostitzer SV
in der
Dritten Liga Ost
vertreten.
Rugby
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In der Nordstaffel der
Rugby-Bundesliga
ist mit dem
RC Leipzig
ein sächsischer Verein vertreten. In der 2. Bundesliga Ost spielt mit dem RC Dresden ein Verein aus der Landeshauptstadt. Weitere Vereine in Sachsen sind die
Leipzig Scorpions
sowie die USG Chemnitz.
Eishockey
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Weiterhin zählt in Sachsen auch Eishockey zu den verbreiteten Sportarten. Dabei nehmen nach dem erstmaligen Gewinn der DEL2-Meisterschaft im Jahr 2025 und dem entsprechenden Aufstieg zur Saison
2025/26
die
Dresdner Eislöwen
in der
Deutschen Eishockey Liga
sowie in der
2. Eishockey-Bundesliga
die Mannschaften der
Eispiraten
aus
Crimmitschau
und der
Lausitzer Füchse
aus
Weißwasser/Oberlausitz
teil.
In der dritthöchsten Spielklasse sind die
Icefighters Leipzig
in der
Oberliga Nord
vertreten.
Der
EHV Schönheide 09
ist seit der
Saison 2017/18
unter dem neuen Namen Schönheider Wölfe aufgrund von Insolvenz in die Regionalliga Ost abgestiegen. Die Teams des
SV Rot-Weiß Bad Muskau
, der
Chemnitz Crashers
, der
Dresdner Eislöwen
1b, des
ELV Tornado Niesky
und der
ESC Black Panther Jonsdorf
gehen in der viertklassigen
Eishockey-Regionalliga
auf Punktejagd.
Para-Eishockey
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Im Jahr 1998 wurde die Dresdner
Para-Eishockeymannschaft
Dresdner Eislöwen Sledge
gegründet, die im
ESC Dresden
als Abteilung organisiert ist. Seit der
Spielzeit 2000/01
spielt das Team in der
Deutschen Para-Eishockey Liga
und wurde in der
Spielzeit 2019/20
deutscher Meister.
Judo
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In der 2.
Deutschen Judo-Bundesliga
ist ein Frauenteam des
Judoclub Leipzig
vertreten.
Die Herren-Mannschaft des
VFL Riesa
tritt in der 1. Judo-Bundesliga an, die Herren des JC Leipzig treten in der 1. und 2. Judo-Bundesliga an. Vor dem Zwangsabstieg des JV Ippon Rodewisch erkämpfte der Verein 2001 bis 2003 drei Bronzemedaillen in der Judo-Bundesliga.
93
Motorsport
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Motorsport hat durch die im 20. Jahrhundert führenden sächsischen Auto- und Motorradhersteller eine mittlerweile fast 100-jährige Tradition. Seit 1995 findet auf dem Flugplatz in
Großenhain
ein Lauf zur
internationalen deutschen Meisterschaft (IDM)
im
Supermoto
sowie jährlich seit 1998 im Juli der
deutsche Motorrad-Weltmeisterschafts-Grand-Prix
auf dem
Sachsenring
in
Hohenstein-Ernstthal
statt.
Hohe Bekanntheit genießen auch die
Endurorennen
Rund um Zschopau
“ und „
Rund um Dahlen
“, die fester Bestandteil im Kalender der Internationalen Deutschen Enduro-Meisterschaft und darüber hinaus unregelmäßig Läufe zur Enduro-Weltmeisterschaft sind.
Im offroad-Bereich sind zudem
Auto-
und
Rallycross
Motocross
und
Speedway
in verschiedenen Regionen im Freistaat seit vielen Jahren Tradition. In verschiedenen Eisstadien und -hallen werden dabei auch
Eisspeedway
-Rennen ausgetragen.
Schach
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Der
USV TU Dresden
spielt in der Saison 2023/24 in der
Schachbundesliga
. Der
Dresdner SC
wurde viermal deutscher Mannschaftsmeister der Frauen. Die
Schacholympiaden
1960
(Leipzig) sowie
2008
(Dresden) wurden in Sachsen ausgetragen.
Weitere regionale Wettbewerbe
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Wintersport
Hier gibt es das Olympiazentrum um
Oberwiesenthal
mit Bob- und Rennrodelbahnen sowie Sprungschanzen und Loipen.
94
Häufig werden talentierte Sportler von renommierten Firmen gefördert.
95
Drei-Talsperren-Marathon
Seit dem Jahr 1995 organisiert der Sportverein Eibenstock für die sächsischen Verwaltungen einen
Marathonlauf
, der im Rahmen der Sächsischen Behördenmeisterschaft ausgetragen wird. Die Läufer/Läuferinnen legen die übliche Marathonstrecke zurück, die auf den Staumauern der Talsperren
Eibenstock
Carlsfeld
und
Sosa
verläuft.
96
97
Wirtschaft und Infrastruktur
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Hauptartikel
Wirtschaft Sachsens
Überblick
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Mit Ende des
Zweiten Weltkrieges
wurden seit 1946 im Auftrag der
Sowjetischen Militäradministration in Deutschland
viele Industriezweige zu
Volkseigenen Betrieben
(VEB) umstrukturiert, und bis zum
Gesetz zur Privatisierung und Reorganisation des volkseigenen Vermögens
(Treuhandgesetz) vom 17. Juni 1990 gab es eine eigene Wirtschaftsentwicklung Sachsens innerhalb der Deutschen Demokratischen Republik.
98
Nach der
Deutschen Wiedervereinigung
hat die sächsische Wirtschaft einen starken Strukturwandel erlebt. Viele der meist stark rückständigen Industriebetriebe wurden geschlossen. Braunkohletagebaue und -kraftwerke wurden stillgelegt oder durch neue ersetzt. Zahlreiche ehemalige Tagebaurestlöcher befinden sich in der
Rekultivierung
2025 gab es in Sachsen 1,62 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, 35
% arbeiteten in Teilzeit, von denen wiederum drei Viertel Frauen waren.
99
Es waren 2025 durchschnittlich ca. 148.000 Menschen arbeitslos (Arbeitslosenquote 6,9 Prozent). Die Quote bei Akademikern lag bei 3,3 Prozent, die von Menschen ohne Ausbildung bei mehr als 20 Prozent.
100
Sachsen hat mit Wachstumsraten einzelner Industriebereiche zwischen acht und zehn Prozent die höchsten in Deutschland und kann in Teilen bei wichtigen Wohlstandsindikatoren zu den westlichen Bundesländern bereits aufschließen. So liegt das verfügbare Einkommen der Altersgruppe von 20 bis 35 über dem Bundesdurchschnitt, jedoch wird das Gesamtergebnis von den niedrigen Einkommen der Gruppen ab 40 kompensiert. Insgesamt ist der Strukturwandel noch nicht abgeschlossen. Im Vergleich mit dem
Bruttoinlandsprodukt
der
Europäischen Union
(EU-27:
100) ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte Sachsen 2004 einen Index von 85,9.
101
Im Jahr 2010 wurde ein Index von 86 ermittelt, wobei nach Regierungsbezirken aufgeschlüsselt Dresden 87, Chemnitz 83 und Leipzig 91 erreichte.
102
Zu beachten ist allerdings, dass bei diesen Zahlen die Pendlerströme z.
B. nach
Bayern
unberücksichtigt sind.
Verlauf der Anzahl der Steuerfälle mit einem Bruttoeinkommen
von über einer Million Euro
je Landkreis und kreisfreier Stadt. Dargestellt ist die Summe der nach Grundtarif und Splittingtarif veranlagten Fälle.
103
Im Jahr 2016 betrug die Wirtschaftsleistung in Sachsen, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, rund 118,5 Milliarden Euro.
104
Der Schuldenstand des Freistaats Sachsen liegt bei 2656 Euro pro Einwohner
, das ist neben Bayern bundesweit der niedrigste Wert.
Im Vergleich mit dem
Bruttoinlandsprodukt
der
Europäischen Union
, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, erreichte Sachsen einen Indexwert von 94,0 (EU-28: 100,0 Deutschland: 126,0) im Jahr 2014.
105
Damit liegt Sachsen leicht unter dem EU-Durchschnitt, jedoch deutlich unter dem Wert Deutschlands.
In Sachsen lebten im Jahr 2014 insgesamt 139 Einkommensmillionäre, davon 36 in der Stadt Dresden, 30 in der Stadt Leipzig und 21 im Landkreis Leipzig.
103
Dagegen gelten 873.000 Bürger in Sachsen als arm bzw. sind von
Armut
betroffen, da ihr Einkommen unter 60 Prozent des Medianeinkommens liegt.
106
Bedeutendste Standorte sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung
107
Arbeitsort
sozialvers.
Beschäftigte
30. Juni 2019
Veränderung seit
30. Juni 2015
in Prozent
Pendlersaldo
30. Juni 2019
Arbeitsplatzdichte
Leipzig
272.873
+9,61
+31.900
767
Dresden
269.422
+9,16
+40.346
831
Chemnitz
117.159
+4,6
+24.072
894
Zwickau
52.278
−0,9
+16.288
1.123
Bautzen
25.922
−0,64
+11.031
1.297
Plauen
24.451
−1,54
−549
725
Görlitz
22.752
+4,78
+4.234
783
Freiberg
19.236
−5,59
+3.928
869
Schkeuditz
18.264
+17,08
+10.300
1.811
Pirna
15.338
+6,98
+470
802
Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze pro 1.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter von 15 bis unter 65 Jahren; Zahlen zum 31. Dezember 2018 gemäß Fortschreibung des Bevölkerungsstandes
108
nach
Bevölkerungsstatistikgesetz
auf Basis des Zensus 2011
109
Eigene Berechnung
Entwicklung der
Arbeitslosenquote
Jahr
110
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
Arbeitslosenquote in
17,0
17,5
17,8
17,9
17,8
18,3
17,0
14,7
12,8
12,9
11,8
10,6
9,8
9,4
8,8
8,2
7,5
6,7
6,0
5,5
6,1
5,9
5,6
6,2
6,5
Ballungsräume und Infrastruktur
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Karte der Flughäfen und Landeplätze in Sachsen
Das
Ballungsgebiet Dresden
ist gemessen am Bruttoinlandsprodukt der wirtschaftlich stärkste Raum Sachsens. Dresden spielt dabei durch die Ansiedlung von
Globalfoundries
und
Infineon
sowie vieler Zulieferbetriebe eine wichtige Rolle in der Mikrotechnologie. Daneben sind die Ballungsräume
Leipzig-Halle
und
Chemnitz-Zwickau
ebenfalls Antrieb der sächsischen Wirtschaft. Leipzig, Zwickau und Chemnitz gehören zur
Metropolregion Mitteldeutschland
Außerdem gibt es in der südlichen Lausitz, dem Vogtland und dem Erzgebirge auch verdichtete ländliche Räume, die dünnbesiedelten Gebieten in Nordsachsen gegenüberstehen.
Die
Autobahn 4
durchzieht Sachsen auf einer West-Ost-Achse. Die wichtigsten Streckenabschnitte entstanden schon in den 1930er Jahren. Sie wurden nach 1990 auf einen modernen Stand gebracht. Zugleich erfolgte mit dem Ausbau von Bautzen bis zur Grenzstadt Görlitz ein Lückenschluss im europäischen Autobahnnetz. Wichtiges Autobahnbauprojekt ist die Verbindung der
72
zwischen Chemnitz und Leipzig. Bereits fertiggestellt sind die
17
zwischen Dresden und Prag sowie die
38
als Südumfahrung Leipzigs.
Sachsen besaß in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts das dichteste Eisenbahnnetz Europas. Zur Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert war kaum ein Ort in Sachsen mehr als 15
km von einem Bahnhof oder Haltepunkt entfernt. Eine wichtige Rolle spielten dabei die
Schmalspurbahnen
im Tiefland um
Mügeln
, um
Wilsdruff
und im Erzgebirge. Noch heute sind in Sachsen sieben Schmalspurbahnen hauptsächlich für touristische Zwecke unterwegs. Eine große Zahl von Strecken wurde allerdings stillgelegt.
Gegenwärtig werden die Strecken
Leipzig–Riesa–Dresden
und
Dresden–Berlin
für den Schnellverkehr ausgebaut. Im Dezember 2015 wurde die
Neubaustrecke Leipzig/Halle–Erfurt
fertiggestellt. Der Bau des
Leipziger City-Tunnels
, welcher die Grundlage für das neue
Mitteldeutsche S-Bahn-Netz
ist, wurde Ende 2013 abgeschlossen. Ein weiteres
S-Bahn-Netz
besteht im Großraum Dresden.
Sachsen ist, trotz des dichten Eisenbahnnetzes, das Land mit den wenigsten
Fernbahnhöfen
der neuen Bundesländer (sechs Bahnhöfe im Vergleich zu sieben in Thüringen, acht in Brandenburg, neun in Sachsen-Anhalt und 13 in Mecklenburg-Vorpommern). Vier dieser Bahnhöfe liegen in oder bei Dresden und Leipzig. Der
Ballungsraum Chemnitz-Zwickau
gehört zu den Großstadtregionen mit den schlechtesten Bahnanbindungen in Deutschland.
111
Der
Leipziger Hauptbahnhof
ist der flächenmäßig größte Kopfbahnhof Europas.
Dresden
und
Leipzig
verfügen über internationale Flughäfen, daneben existieren eine Reihe von Verkehrslandeplätzen und Sonderflugplätzen (siehe Karte).
Im internationalen Verkehr sind die Verbindungen nach Tschechien von Bedeutung, während der Großteil des Verkehrs in Richtung Polen über Görlitz verläuft.
Tourismus
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Die 1851 errichtete
Basteibrücke
, ein Wahrzeichen der
Sächsischen Schweiz
Touristisch gesehen lässt sich der Freistaat in sechs Regionen einteilen:
Erzgebirge
im Süden,
Burgen- und Heideland
im Nordwesten,
Elbland
im Norden,
Sächsische Schweiz
im Südosten,
Oberlausitz
im Osten und das
Vogtland
im Südwesten.
Insbesondere das Erzgebirge, das Vogtland, die Sächsische Schweiz und das
Zittauer Gebirge
sind als sächsische Landschaften vom
Tourismus
geprägt. Hauptreiseziel in Sachsen ist Dresden mit rund 4,5 Millionen Übernachtungen (2018), weitere Ziele im Städtetourismus sind Leipzig, Bautzen, Görlitz und Chemnitz. Neben Erholungs- und Sportmöglichkeiten begründet sich die Tourismuswirtschaft insbesondere in der Architektur und den kulturellen Gegebenheiten vor allem in den Groß- aber auch Kleinstädten. Ebenso die kulinarischen (
Sächsische Küche
) und handwerklichen Produkte (
Erzgebirgische Volkskunst
) des Freistaates sind ein maßgebender Zweig der Tourismuswirtschaft.
Die Anzahl der Übernachtungen im Freistaat ist seit der Wiedervereinigung stetig steigend. So haben sich die Übernachtungs- und die
Beherbergungsbetriebeanzahl
im Zeitraum von 1992 bis 2012 fast verdreifacht. Während 1992 noch 6.749.402 Sachsenurlauber in 862 Beherbergungsbetrieben übernachteten, waren es 2012 schon 18.355.248 Gäste in 2182 Beherbergungsbetrieben.
112
Dabei lag die Anzahl der angebotenen Betten im Juni 2012 bei 120.929, mit einer durchschnittlichen Auslastung von 41,3
%.
Im Jahr 2012 waren 75,4
% der insgesamt 779.239 ausländischen Gäste Europäer, 10,8
% Asiaten, 10,7
% Amerikaner, 1,3
% Touristen aus
Ozeanien
und 0,5
% Afrikaner (für 1,4
% existieren keine Angaben).
112
Nicht zuletzt aufgrund vieler kultureller und historischer Sehenswürdigkeiten führte Sachsen Ende 2007 das Ranking der inländischen Kultururlaubsziele vor Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen an.
113
Der
Städtetourismus
ins Land wird häufig auch mit Einkäufen kombiniert, die großen
Einkaufszentren
können dabei als Zugpferde wirken.
Seit 1990 wurden mehrere
touristische Radrouten in Sachsen
konzipiert und auf bestehender oder neu gebauter Infrastruktur umgesetzt.
Energie
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Der
Endenergieverbrauch
im Land ist seit der Wende stark gesunken und erreichte im Jahr 1992 einen vorläufigen Tiefpunkt mit 320,7
Petajoule
. Im Jahr 1990 betrug er noch 544,1 Petajoule. Seitdem ist der Verbrauch allerdings wieder etwas gestiegen, befindet sich seit 1996 jedoch auf einem recht konstanten Niveau bei 365,1 Petajoule im Jahr 2010.
114
Die Energieproduktivität, also das Verhältnis von wirtschaftlicher Produktivität zur eingesetzten Energie, verändert sich in den letzten Jahren nur unwesentlich: Zwar ist der Wert wendebedingt schnell gestiegen und erreichte im Jahr 1999 seinen bisherigen Höhepunkt bei 230,96
% im Vergleich zum Basisjahr 1991. Seitdem ist die Energieproduktivität leicht gesunken und erneut gestiegen, bewegt sich aber in einem kleineren Rahmen und erreichte im Jahr 2010 217,22
%.
115
Bei der
Stromerzeugung
in Sachsen dominiert der Einsatz von
Braunkohle
bei faktischer Abwesenheit von
Steinkohle
: Mit fast 78,8
% hat die Braunkohle den mit Abstand größten Anteil an der
Bruttostromerzeugung
im Jahr 2010. Im bundesweiten Schnitt trägt dieser Energieträger nur zu 23,2
% bei, zusammen mit der Steinkohle beläuft sich der bundesweite Schnitt auf 41,8
%. Auf dem zweiten Rang befindet sich die Nutzung von
Erdgas
, die mit 9,1
% zur Bruttostromerzeugung beiträgt. Der bundesweite Schnitt liegt mit 13,8
% nur geringfügig höher. Unterdurchschnittlich ist die Nutzung von
erneuerbaren Energien
, die 2010 einen Anteil von 8,6
% besaßen – der bundesweite Durchschnittsanteil lag bei 16,4
%.
Pumpspeicherwasser
trägt mit 2,8
% bei,
Mineralölprodukte
mit 0,1
% und andere mit 0,5
%.
116
Die größten Energieverbraucher im Jahr 2010 sind die privaten Haushalte, die einen Anteil von 33,1
% am Endenergieverbrauch auf sich vereinen. Einen fast ebenso großen Anteil hat der Verkehrsbereich, der 30,6
% der Endenergie verbraucht. Etwas abgeschlagen ist die Industrie mit 21,9
%. Sie liegt jedoch vor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und übrigen Verbrauchern, die insgesamt 14,3
% der Endenergie benötigen.
117
Der
Energiewirtschaft
wird eine hohe wirtschaftliche Bedeutung zugeschrieben. Der gesamte Wirtschaftsbereich „Energie- und Wasserversorgung“ besaß 2008 einen Anteil von 3,7
% an der Bruttowertschöpfung im Land und war damit überdurchschnittlich hoch (bundesdeutscher Durchschnittswert: 2,7
%). Das Land liegt dabei in Deutschland an dritter Stelle hinter Brandenburg (5,1
%) und Nordrhein-Westfalen (4,0
%).
118
In der Energiewirtschaft einschließlich des Braunkohlebergbaus arbeiteten im Jahr 2009 etwa 15.000 Arbeitnehmer. Dieser Bereich umfasst somit ca. fünf Prozent der Beschäftigten im gesamten produzierenden Gewerbe.
119
Beim
Ausstieg aus der Kohleverstromung in Deutschland
ist die Abschaltung der sächsischen Kraftwerke für 2035 und 2038 vorgesehen.
Gesundheitswesen
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Hauptartikel
Gesundheitswesen in Sachsen
Elblandklinikum Meißen
In Sachsen gibt es 79 Krankenhäuser mit ca. 26.300 Krankenhausbetten. Mit etwa 45.000 Mitarbeitern sind die Krankenhäuser, vertreten durch die Krankenhausgesellschaft Sachsen, einer der bedeutendsten Arbeitgeber im Freistaat. Jährlich werden ca. 945.000 Patienten stationär behandelt.
120
Darunter sind das
Klinikum Chemnitz
, das
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
und das
Universitätsklinikum Leipzig
als Maximalversorger sowie neun Schwerpunktversorger, die kommunalen Häuser
Klinikum Dresden
Klinikum Görlitz
Klinikum St. Georg Leipzig
und
Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau
, die teilprivatisierten in Freiberg und
Hoyerswerda
(beide
Sana Kliniken
) sowie die beiden
Helios Kliniken
in Aue und Plauen.
Die
Elblandkliniken
sind die größte kommunale Klinikgruppe in Sachsen mit Standorten in
Riesa
Meißen
Radebeul
und
Großenhain
121
Die Klinikgruppe verfügt über 1000 Betten im somatischen und psychiatrischen Bereich. Beschäftigt sind dafür rund 2500 Mitarbeiter.
Das größte Krankenhaus in Sachsen ist mit 1765 Betten (Stand: 2017) das
Klinikum Chemnitz
; mit seinen drei Standorten ist es gleichzeitig das größte kommunale Haus seiner Art in Ostdeutschland. Außerdem ist es am Schneeberger Krankenhaus beteiligt.
122
In Rodewisch befindet sich das auf Psychiatrie und Neurologie spezialisierte
Sächsische Krankenhaus Rodewisch
. Zusätzlich ist in der Stadt ein weiteres Krankenhaus angesiedelt.
Die Gesundheitsausgaben in Sachsen stiegen 2009 um 3,7
%. Mit 3328
Euro lagen die Gesundheitsausgaben je Einwohner 2009 nur noch 2
% unter dem Bundesdurchschnitt, 2006 waren es noch 8
%.
Das Gesundheitsziel Sachsens ist mit dem Ziel „Aktives Altern – Altern in Gesundheit, Autonomie und Mitverantwortlichkeit“ Vorreiter in Deutschland.
123
124
In Sachsen studierten und arbeiteten viele bekannte Mediziner wie
Heinrich Braun
(Braunsche Schiene),
Carl Gustav Carus
Paul Ehrlich
(Nobelpreis 1908),
Paul Flechsig
Hermann Hartmann
(Gründer des
Hartmannbundes
),
Johann Christian August Heinroth
(Inhaber der weltweit ersten
Psychiatrieprofessur
),
Wilhelm His
Bernard Katz
(Nobelpreis 1970),
Carl Ludwig
Moritz Schreber
(„
Schrebergärten
“),
Carl Thiersch
und
Friedrich Trendelenburg
Siehe auch
Liste der Hubschrauberlandeplätze in Sachsen
Bildung
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Hauptartikel
Bildungsgeschichte Sachsens
Hochschulen und Forschungseinrichtungen
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Der Freistaat Sachsen hat vier traditionsreiche und leistungsstarke Universitäten, darunter Dresden als eine der elf deutschen Exzellenzuniversitäten und die einzige Ostdeutschlands. Die Standorte Dresden, Leipzig, Chemnitz und Freiberg zeichnet ein breites Fächerangebot von Ingenieur-, Natur-, Geistes-, Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften aus:
TU Dresden
Universität Leipzig
TU Chemnitz
TU Bergakademie Freiberg
Für ein praxisnahes Studium eignen sich die fünf Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Sachsen:
HTWK Leipzig
HTW Dresden
Hochschule Mittweida
Westsächsische Hochschule Zwickau
Hochschule Zittau/Görlitz
Zudem gibt es noch die
Duale Hochschule Sachsen
Insbesondere in Dresden und Leipzig haben sich Forschungseinrichtungen der großen deutschen Forschungsinstitute angesiedelt. So gibt es heute acht Institute
125
der
Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz
, sechs Institute
126
der
Max-Planck-Gesellschaft
, 18 Einrichtungen
127
der
Fraunhofer-Gesellschaft
und sieben Forschungseinrichtungen
128
der
Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren
Medien
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Der Freistaat Sachsen besitzt eine lebendige Medienlandschaft aus Printmedien, landesweiten und lokalen Hörfunk- und Fernsehprogrammen.
129
Zeitungen
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In Sachsen erscheinen mehrere Tageszeitungen mit ihren regionalen Ausgaben.
130
Zu den auflagenstärksten und meistverkauften zählen die
Sächsische Zeitung
und
Dresdner Neueste Nachrichten
im Gebiet der Stadt sowie dem ehemaligen Direktionsbezirk Dresden, die
Leipziger Volkszeitung
in der Region Leipzig und die
Freie Presse
im Raum Chemnitz. Hinzu kommen die
Lausitzer Rundschau
und die
Serbske Nowiny
, die einzige Tageszeitung in
obersorbischer Sprache
für den ostsächsischen Raum. Als tägliche
Boulevardzeitungen
erscheinen die
Bild
-Zeitung und die
Morgenpost
mit ihren jeweiligen Regionalausgaben. Darüber hinaus werden wöchentlich mehrere kostenlose Anzeigenblätter, wie der
WochenSpiegel
oder der
BLICK
veröffentlicht.
131
Hörfunk
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Im Sendegebiet erfolgt die Ausstrahlung über
UKW
und zunehmend über
DAB+
132
Öffentlich-rechtliche Hörfunkveranstalter
133
MDR Aktuell
MDR Jump
MDR Klassik
MDR Kultur
MDR Sachsen
(inkl.
Sorbischer Rundfunk
MDR Sputnik
Freie Radios
134
Radio Blau
coloRadio
Radio T
mephisto 97.6
Private Hörfunkveranstalter
135
Apollo radio
Hitradio RTL Sachsen
R.SA
Radio PSR
Energy Sachsen
Lausitzwelle
Radio Chemnitz
Radio Zwickau
Radio Erzgebirge
Radio Leipzig
Radio Lausitz
Radio Dresden
Vogtland Radio
SecondRadio
Fernsehen
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Öffentlich-rechtliche Fernsehsender
136
MDR Fernsehen
Private Fernsehsender
Sachsen Fernsehen
Dresden Fernsehen
Leipzig Fernsehen
TV Zwickau
Vogtland Regional Fernsehen
Lausitzwelle
Fernsehen
erzTV
Mittel-Erzgebirgs-Fernsehen
137
Siehe auch
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Portal: Sachsen
– Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Sachsen
Liste der sächsischen Ministerpräsidenten
Liste der Mitglieder des Sächsischen Landtags (7. Wahlperiode)
Literatur
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Karlheinz Blaschke:
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ISBN 3-406-31722-7
Reiner Groß
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Edition Leipzig, Berlin
2001 (4., erw. und aktualisierte Aufl., Edition Leipzig, Leipzig 2012,
ISBN 978-3-361-00674-4
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Braille-Ausgabe
/Blindenschrift, Deutsch:
Reiner Groß
Geschichte Sachsens.
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, Klemens H. Schrenk:
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Rainer Karlsch
, Michael Schäfer:
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ISBN 3-361-00598-1
Hartmut Kowalke (Hrsg.):
Sachsen
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Reihe Perthes Länderprofile
). Klett-Perthes-Verlag, Gotha/Stuttgart 2000,
ISBN 3-623-00672-6
(23 Übersichten und 115 Tabellen; im Anhang ein farbiger Bildteil mit Kommentaren).
Michael Krell, Tom Böhme:
Sächsische Realitäten: Analysen aktueller Protestphänomene der radikalen Rechten in Sachsen
. Thelem Universitätsverlag, 2024,
ISBN 978-3-95908-653-0
Landurlaub in Sachsen e.
V. (Hrsg.),
Nebelschütz
2022
138
Babette Ludowici:
Die Sachsen
. C. H. Beck, München 2022,
ISBN 978-3-406-79076-8
Karl Mannsfeld
, Olaf Bastian:
Sächsische Landschaften. Zwischen Dübener Heide und Zittauer Gebirge.
Edition Leipzig, Leipzig 2012,
ISBN 978-3-361-00678-2
Joachim Menzhausen
Kulturgeschichte Sachsens.
Erg. und aktualis. Neuaufl., Edition Leipzig, Leipzig 2007,
ISBN 978-3-361-00628-7
; (als Sonderausg. für die
Sächsische Landeszentrale für politische Bildung
) erg. und aktualisierte Neuaufl., Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Dresden/Leipzig 2008.
Carl Friedrich Mosch
Sachsen historisch-topographisch-statistisch und mit naturhistorischen Bemerkungen
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Ulrich Walz, Frank Ueberfuhr,
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Schriftenreihe des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.
ISSN
1867-2868
, Heft 33/2012, Dresden 2012
Kurzfassung in Deutsch
Volltext
(PDF; 2
MB);
Anlagenband
; PDF; 6,1
MB).
Reiner Zimmermann:
Mehr Sein als Scheinen. Kulturpolitik in Sachsen nach 1990
. Donatus-Verlag, Niederjahna 2022,
ISBN 978-3-946710-51-6
Frank-Lothar Kroll
(Hrsg.):
Die Herrscher Sachsens, Markgrafen, Kurfürsten, Könige. 1089–1918.
C.H. Beck, München 2007,
ISBN 978-3-406-54773-7
; u.
a. Friedrich der Weise S. 56–65, Johann Georg III, S. 160–167, August der Starke S. 173–191.
Prinz
Ernst Heinrich von Sachsen
Mein Lebensweg vom Königsschloss zum Bauernhof.
Paul List Verlag, München 1968, S. 115–152; Sohn von
Friedrich August III.
, berichtet in Erinnerungen über seinen Vater und über seine Erfahrungen während der Wilhelminischen Ära, Erster Weltkrieg, Novemberrevolution, Weimarer Republik, Drittes Reich, Zweiter Weltkrieg, Irland.
Film
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Staatsarchiv Leipzig
(Hrsg.):
Land, Leute und Maschinen. Sachsen im Film 1912–1940.
DVD, Bearbeitet von Stefan Gööck, Musik von
Hubertus Schmidt
, Veröffentlichungen des Sächsischen Staatsarchivs.
Reihe D: Digitale Veröffentlichungen.
Band 2.
Mitteldeutscher Verlag
, Halle (Saale) 2008,
ISBN 978-3-89812-528-4
August der Starke und die Liebe
, 6. Teil von
Die Deutschen II.
(Autoren:
Jan Peter
und
Yury Winterberg
, Leitung:
Guido Knopp
und
Peter Arens
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Linkkatalog zum Thema Sachsen
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(ehemals
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Literatur von und über Sachsen
im Katalog der
Deutschen Nationalbibliothek
Sächsische Bibliographie
SACHSEN.digital, die interdisziplinäre Wissensplattform zur Geschichte, Kultur und Landeskunde Sachsens
Einzelnachweise
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51.049333333333
13.738138888889
Koordinaten:
51°
3′
13°
44′
Länder
der
Bundesrepublik Deutschland
Aktuelle Länder:
Baden-Württemberg
Baden-Württemberg
Bayern
Bayern
Berlin
Berlin
Brandenburg
Brandenburg
Bremen
Bremen
Hamburg
Hamburg
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Mecklenburg-Vorpommern
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
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