Südkorea – Wikipedia
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Republik Korea
대한민국
大韓民國
Daehan Minguk
Flagge
Emblem
Amtssprache
Koreanisch
, Koreanische Gebärdensprache
Hauptstadt
Seoul
Staats- und Regierungsform
präsidentielle
Republik
Staatsoberhaupt
, zugleich
Regierungschef
Präsident
Lee Jae-myung
Parlament(e)
Gukhoe
Fläche
100.210
(2018); (
106.
km²
Einwohnerzahl
51,8 Millionen
29.
) (2022)
Bevölkerungsdichte
532 Einwohner pro km²
Bevölkerungs
entwicklung
−0,1
(Schätzung für das Jahr 2022)
Bruttoinlandsprodukt
Total (nominal)
Total (
KKP
BIP/Einw. (nom.)
BIP/Einw. (KKP)
2024
1,9 Billionen USD
12.
3,3 Billionen USD
14.
36.239 USD
34.
62.885 USD
31.
Index der menschlichen Entwicklung
(HDI)
0,937
20.
) (2023)
Währung
Won
, KRW)
Errichtung
Zeitdaten
1. März 1919
Unabhängigkeitserklärung
11. April 1919
(Gründung der
Provisorischen Regierung
17. Juli 1948
(Verfassungsrechtliche Verabschiedung)
15. August 1948
(Gründung der
Ersten Republik
25. Februar 1988
(Gründung der
Sechsten Republik
Vorgängergebilde
Provisorische Regierung der Republik Korea
Volksrepublik Korea
Provinz Chōsen
Unabhängigkeit
15. August 1945
(von
Japan
National
hymne
애국가
Aegukga
(„Das Patriotische Lied“)
Nationalfeiertag
15. August
Nationaler Tag der Befreiung Koreas
Zeitzone
UTC+9
KST
Kfz-Kennzeichen
ROK
ISO 3166
KR
, KOR, 410
Internet-TLD
.kr
und
.한국
Telefonvorwahl
+82
Vorlage:Infobox Staat/Wartung/TRANSKRIPTION
Vorlage:Infobox Staat/Wartung/NAME-DEUTSCH
Südkorea (Südkorea)
Seoul
Busan
Daegu
Pohang
Wonju
Daejeon
Gwangju
Incheon
Ulsan
Cheongju
Chuncheon
Suwon
Changwon
Jeju-si
Jeonju
Muan
Hallasan
NORDKOREA
JAPAN
PAZIFIK
GELBES MEER
JAPANISCHES MEER (OSTMEER)
Jeju-do
Ulleungdo
Satellitenbild von Südkorea
Die
Republik Korea
koreanisch
대한민국
Großkoreanische Republik
Hanja
大韓民國
IPA
ˈtɛ̝ːɦa̠nminɡuk̚
],
revidierte Romanisierung
Daehan Minguk
McCune-Reischauer
Taehan Min’guk
), auf deutsch meist
Südkorea
genannt, ist ein demokratischer Staat in
Ostasien
. Sie nimmt seit der
Teilung
Koreas
1945 den südlichen Teil der
Koreanischen Halbinsel
ein. Das einzige Nachbarland ist das nördlich gelegene
Nordkorea
; im Westen grenzt sie an das
Gelbe Meer
, im Süden an das
Ostchinesische Meer
und im Osten an das
Japanische Meer
. Die Republik Korea erkennt Nordkorea nicht an. Die Verfassung stellt klar, dass ihre Souveränität über gesamt Korea reicht, einschließlich der umliegenden Inseln. Ihr kontrolliertes Territorium umfasst die südliche Hälfte der koreanischen Halbinsel und ist von etwa 3000 Inseln umgeben, darunter
Jejudo
Ulleungdo
und
Dokdo
Mit rund 52 Millionen Einwohnern zählt Südkorea zu den 30
bevölkerungsreichsten Staaten der Erde
. Etwa die Hälfte der Einwohner Südkoreas lebt im Großraum der Hauptstadt
Seoul
, genannt „
Sudogwon
“, eine der
größten Metropolregionen der Welt
. Über zwei Millionen Menschen leben zudem jeweils in den Städten
Busan
Incheon
und
Daegu
Die koreanische Halbinsel ist seit dem
Altpaläolithikum
von
Menschen
bewohnt und die ersten Siedlungen stammen aus der Jungsteinzeit. Die ersten Aufzeichnungen von
Staatentümern
tauchen im 7. Jhd. v. Chr. auf. Nach der Vereinigung der
Drei Reiche Koreas
durch
Silla
und
Balhae
wurde Korea von der
Goryeo
-Dynastie (918–1392) und der
Joseon
-Dynastie (1392–1897) regiert. Das darauffolgende
Kaiserreich Korea
wurde 1910 von Japan
annektiert
. Nach dem Ende der
japanischen Besatzung
und der
Kapitulation Japans
im
Zweiten Weltkrieg
wurde Korea von der
Sowjetunion
und den
USA
in zwei Besatzungszonen
geteilt
. 1948 gründeten sich infolge der politischen Spaltung zwei neue Staaten. Südkorea wurde zunächst von einem rechtsautoritären Regime geführt und nach einem
Volksaufstand 1960
kurz zu einer
parlamentarischen Demokratie
. Nach einem Militärputsch 1961 gab es in Südkorea bis 1987 mehrere
Militärregierungen
. 1987 kam es zu
landesweiten Massenprotesten
und das Militärregime sah sich unter dem Druck der Demokratiebewegung gezwungen, das Land zu demokratisieren. Seit den 1990er Jahren gilt Südkorea gemäß diverser
Demokratiemessungen
als einer der demokratischsten Staaten Asiens, vergleichbar mit
Deutschland
und
Österreich
Seit dem
Koreakrieg
(1950–1953) ist das
Verhältnis beider koreanischer Staaten
stark belastet. Nordkorea begann seit den frühen 1960ern eigenständig Nuklearwaffen zu entwickeln und führte am 9. Oktober 2006 ihren ersten erfolgreichen Testversuch durch. Seitdem wurden mehrfach Versuche von Südkorea, den USA, Japan und China unternommen Nordkorea zur Entnuklearisierung zu bewegen. Derzeit sollen sich rund 50 Atomsprengköpfe im Besitz von Nordkorea befinden.
Das Nuklearwaffenprogramm von Südkorea begann in den frühen 1970er Jahren, wurde aber 1978 unter Androhung von Sanktionen durch die USA wieder aufgelöst. Seit 2006 betrat das Thema um ihre Fortsetzung wieder die politische Debatte und laut Umfragen unterstützen rund 70 Prozent der Bevölkerung die Aneignung von eigenen atomaren Abschreckungskapazitäten. Südkorea ist praktisch bereits in der Lage, eigene Atomwaffen herzustellen, hat jedoch aufgrund der voraussichtlichen diplomatischen und wirtschaftlichen Auswirkungen noch nicht den Schritt gemacht, diese zu produzieren.
Aufgrund der anhaltenden Militarisierung der koreanischen Halbinsel besitzt Südkorea eine der
größten Streitkräfte der Welt
. Seoul verfügt über deutlich größere, besser ausgerüstete Streitkräfte mit einer deutlich höheren militärischen Einsatzbereitschaft als seine europäischen NATO-Partner (Großbritannien, Frankreich und Deutschland), trotz einer kleineren Bevölkerung, BIP und Budgetausgaben.
Nach Nordkorea verfügt Südkorea über die zweitgrößten Artilleriestreitkräfte der Welt mit rund 12.100 Artilleriegeschützen im Besitz. Im Vergleich dazu verfügt China über 9500, die USA 5000, Russland 4400, Großbritannien 570 und Frankreich über 245 Artilleriegeschütze. Das Arsenal zeichnet sich nicht nur durch die Menge an Waffensystemen aus, sondern auch durch deren Qualität. Fast 80
% der Waffen werden im Inland beschafft; dazu zählen Kampfflugzeuge, Kampfpanzer wie der
K2 Black Panther
, Panzerhaubitzen wie die
K9 Thunder
, Kriegsschiffe und U-Boote. In den letzten Jahren kamen ebenfalls Satelliten und fortschrittliche Raketentechnologie hinzu.
Mit 500.000 aktiven Soldaten verfügt Südkorea über ein größeres Militär als jedes europäische NATO-Land. Das entspricht in etwa der Personalstärke der Streitkräfte Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands zusammen.
Unter der japanischen Besatzung kam es zu keiner nennenswerten wirtschaftlichen Entwicklung und durch den Koreakrieg wurde das Land komplett zerstört. Ab 1963 kam es dann aber zu einem rapiden Wirtschaftsaufschwung und Südkorea erfuhr zwischen 1980 und 1990 den schnellsten Anstieg des durchschnittlichen
pro-Kopf-BIP
der Welt. Das Land wurde innerhalb weniger Jahrzehnte von einem der ärmsten Länder der Erde zu einem hochmodernen
Industriestaat
. Die südkoreanische Industrie beherrscht vor allem in der
Produktion von Schiffen
und elektronischen Produkten (wie
Halbleitern
Mikrochips
Flachbildschirmen
und
Computern
) den Weltmarkt. Südkorea ist Mitglied in mehreren internationalen Wirtschaftsorganisationen, z.
B. der
G20
, der
OECD
, der
APEC
und von
ASEAN+3
Ausgehend von extremer Armut, mit einem
Pro-Kopf-Bruttonationaleinkommen
von lediglich 67 US-Dollar in den frühen 1950er Jahren, ist die Republik Korea das erste und bisher einzige ehemalige Empfängerland von
Entwicklungshilfe
, das 2010 Mitglied des
Entwicklungshilfeausschusses
(DAC) der
OECD
wurde und damit den Übergang zu einem Geberland markierte.
Durch die
Koreanische Welle
hat Südkorea kulturell weltweit eine große Bedeutung und Einfluss.
Landesname
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Der offizielle deutsche Staatsname lautet
Republik Korea
; umgangssprachlich spricht man jedoch meist von
Südkorea
. Auf
Koreanisch
heißt das Land offiziell
Daehan Minguk
대한민국
大韓民國
dt.
„Koreanische Republik, Republik Korea“). Allgemein wird es in Südkorea in der Form
Hanguk
한국
韓國
) oder selten auch
Daehan
대한
大韓
, „Korea“) genannt. Der Beiname
Minguk
wird ausschließlich für Südkorea verwendet und bedeutet „Republik“, wörtlich „Land des Volkes“.
Der deutsche Name
Korea
stammt von
Goryeo
, einer Abkürzung von
Goguryeo
Siehe auch
Korea#Bezeichnungen
Geographie
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Südkoreas Fläche beträgt 100.284
Quadratkilometer. Davon entfallen nur 290
Quadratkilometer auf Wasserflächen, da es keine größeren natürlichen Seen gibt.
Südkorea umfasst den südlichen Teil der Koreanischen Halbinsel und vorgelagerte Inseln. Nahe der Westküste und im Südosten liegt ebenes, aber fast überall mit Hügeln durchsetztes Land, das höchstens ein Drittel des Staatsgebiets ausmacht, aber die große Mehrheit der Einwohner beherbergt. Der große Rest des Landes ist gebirgig; außer auf einem schmalen Streifen an der Ostküste und in kleinen Talgründen gibt es keine Tiefebenen. Sowohl die Gebirge als auch die Hügel der Ebenen sind meist bewaldet; sie erreichen zwar selten große Höhen, haben aber oft ein steiles
Relief
Berge und Gebirgszüge
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Seoraksan-Nationalpark
Der Berg Hallasan auf
Jeju-do
Etwa 70
% Südkoreas sind gebirgig. Höchster Berg ist der Vulkan
Hallasan
mit 1950
Metern auf der Insel
Jeju
, auf dem südkoreanischen Festland sind am höchsten der
Jirisan
im Süden mit 1915
Metern und der
Seoraksan
im Nordosten mit 1708
Metern. Südkorea wird von fünf größeren Gebirgen durchzogen, das größte ist das
Taebaek-Gebirge
. Es beginnt im südöstlichen Nordkorea und zieht sich dann fast die gesamte Ostküste Südkoreas entlang. Vom Taebaek zweigt der zweitgrößte,
Sobaek
genannte Gebirgszug in südwestlicher Richtung ab; er zieht sich durch das Zentrum des Landes. Kleiner sind das
Gwangju-
, das
Charyeong-
und das
Noryang-Gebirge
. Die aus Nordkorea über den Seoraksan bis zum Jirisan verlaufende Hauptwasserscheide heißt
Baekdu-daegan
백두대간
白頭大幹
).
Flüsse
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Vier größere Flüsse durchziehen Südkorea. Der längste von ihnen heißt
Nakdonggang
und hat eine Länge von 525
Kilometern. Er entsteht aus dem Zusammenfluss zweier im
Taebaek-Gebirge
entspringender Quellflüsse bei der Stadt
Taebaek
und fließt von dort, anders als die meisten Flüsse des Landes, nach Süden und mündet bei
Busan
ins Ostmeer. Zweitlängster Fluss mit 497,5
Kilometern ist der
Hangang
, dessen Nordarm in Nordkorea entspringt. Sein Südarm entspringt ebenfalls am Berg Taebaek. Beide Han-Flüsse vereinigen sich etwa 35
Kilometer vor
Seoul
, bevor sie vereint die Hauptstadt mittig durchfließen und kurz danach als Grenzfluss zu Nordkorea in das Gelbe Meer münden. Weitere bedeutende Flüsse sind der
Geumgang
(401
Kilometer) und der
Seomjingang
(212
Kilometer).
Küste und Inseln
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Südkorea stößt an drei Seiten ans Meer:
Im Osten an das
Ostmeer
im Süden an die
Koreastraße
im Westen an das
Gelbe Meer
Die Küstenlinie ist insgesamt 2413
Kilometer lang.
Die Küsten im Westen und Süden weisen als
Ria
viele Buchten und Halbinseln auf, denen rund 4400 mittelgroße und kleinere Inseln vorgelagert sind. Davon sind weniger als 500 bewohnt. An der Westküste liegt das zweitgrößte
Wattenmeer
der Erde mit dem Namen
Saemangeum
. Der buchtenarmen und vielerorts steilen Ostküste sind nur wenige und sehr kleine Inseln und Felsen vorgelagert.
Die mit Abstand größte Insel heißt
Jejudo
. Sie liegt rund 150
Kilometer südlich der Südwestküste des Festlands, ist 1845,6 Quadratkilometer groß und bildet mit einigen kleinen Inseln die Provinz
Jeju-do
Flora und Fauna
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Etwa zwei Drittel des Landes sind bewaldet. Die ursprünglichen
Mischwälder
mit
Eichen
Ahorn
Buchen
Ulmen
Pappeln
Fichten
und
Espen
sind an vielen Stellen einem
Sekundärwald
gewichen, da sehr viel Wald dem Brennholzbedarf und dem
Brandrodungsfeldbau
zum Opfer gefallen ist. In höheren Lagen schließt
Nadelwald
mit Fichten und
Lärchen
an. Die Pflanzenwelt Südkoreas ist beträchtlich artenreicher als die
Mitteleuropas
. Allein die leicht sichtbaren höheren Pflanzen sind mit etwa 3400 Arten und Unterarten in 880
Gattungen vertreten. So reicht Koreas Pflanzenpalette von alpinen Latschen und
Rhododendren
oberhalb der Baumgrenze im Nordgebirge bis zum subtropischen
Bambus
Lorbeer
und
Kamelien
an der warmen Südküste und auf Jejudo.
Dadohaesang Nationalpark
Große Raubtiere wie
Tiger
Leoparden
und
Kragenbären
waren auf der gesamten Koreanischen Halbinsel verbreitet; durch
Abholzung
und
Wilderei
sind sie seit den 1930ern und 1940ern aber praktisch aus Korea verschwunden.
Während Tiger und Leopard ausgestorben sind,
überlebte ein kleiner Restbestand von Kragenbären im Norden in der
demilitarisierten Zone
10
11
und im Süden im
Jirisan
-Nationalpark, wo die Regierung in den 1990er Jahren ein Erhaltungs- und Wiederansiedlungsprojekt begann.
12
Weitere Raubtiere in den Wäldern sind der
Luchs
, die
Bengalkatze
, der
Marderhund
, das
Feuerwiesel
, der
Fischotter
und im Nordosten des Landes der
Mongolische Wolf
. Zu den größeren Säugetieren gehören der
Langschwanzgoral
, das
Sibirische Moschustier
, verschiedene Hirscharten und Wildschweine. An den Küsten gibt es
Seehunde
. Bemerkenswerte Vogelarten sind die
Mandarinente
, der
Weißbauch-Schwarzspecht
Mandschurenkranich
und
Halsband-Zwergohreule
Etwa 3,9
% der Staatsfläche Südkoreas stehen unter Naturschutz.
Naturerscheinungen
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Anders als das benachbarte Japan ist Südkorea kaum von Naturkatastrophen betroffen. So ereignen sich in Südkorea nur durchschnittlich 20
Erdbeben
pro Jahr. Davon liegen im Mittel 9,2 Erdbeben jährlich über dem Wert 3,0 auf der
Richterskala
(entspricht der „Wahrnehmungsschwelle“ eines Erdbebens). Im langjährigen Trend hat die Anzahl der Beben allerdings seit 1992 wieder zugenommen. Im Jahr 2006 ereigneten sich insgesamt 50 Erdbeben, im Jahr 2007 waren es insgesamt 42 und im Jahr 2008 insgesamt 46.
13
In Japan hingegen werden im Jahr rund 1200 Erdbeben mit Intensitäten größer 3,0 auf der Richterskala gezählt. In Südkorea gibt es außerdem keine aktiven
Vulkane
Vor allem in der Zeit zwischen Ende Juli und Anfang September können
Taifune
auftreten, die meist aber ihre Kraft schon verlieren, bevor sie Südkorea erreichen. Von März bis Mai ist die Luft bisweilen mit feinem gelbem
Wüstensand
(kor.
황사
hwangsa
) gefüllt, der aus China oder der Mongolei zusammen mit Schadstoffen herüberweht und sich wie eine Nebelglocke über das Land legt.
Klima
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Klimaareale in Südkorea
Südkorea liegt in der
gemäßigten Klimazone
, in der man vier verschiedene Jahreszeiten unterscheidet. Der überwiegende Teil des Landes liegt nach der
Köppen-Klimaklassifikation
in
Kontinental-borealen
bzw. Transbaikalischen und
Winterfeuchten
Klimaten
. Ausgenommen hiervon ist die in den
Subtropen
gelegene Insel
Jejudo
sowie Höhenregionen über 1700
Meter.
Der Frühling beginnt meist zwischen Ende März und Anfang April und ist mild und recht sonnig. Die Winde tragen dann oft feinen gelben Wüstenstaub aus der Wüste
Gobi
nach Südkorea. Im Sommer führen Südwinde heiße, feuchte Luft von den Philippinen herbei. Die sommerliche
Monsunzeit
, in Südkorea
Jangma
장마
) genannt, beginnt meist Ende Juni oder Anfang Juli und reicht bis in den September hinein. Ein Großteil der jährlichen Niederschläge geht in dieser Zeit hernieder. Regen wechselt dabei mit klaren Tagen. Dem folgt ein sehr heißer Mittsommer, der vor allem durch die hohe Luftfeuchtigkeit nur schwer erträglich ist. Die Tageshöchsttemperatur übersteigt dann oft 30
°C, begleitet von einer Luftfeuchtigkeit von 80 bis 95
%.
Mitte September setzt der Herbst ein, wenn die Winde wieder aus Nordwest wehen. Die trockene Kontinentalluft sorgt für viel Sonne, während die Temperatur langsam zu sinken beginnt. Der Winter ist in Südkorea sehr kalt und trocken. Die Winde aus
Sibirien
bringen selten Schnee. Ab Januar sorgt eine besondere Klimakonstellation für ein eigentümliches Temperaturschema, bei dem sich drei kalte Tage mit vier etwas milderen abwechseln.
Südkorea hat
vier Jahreszeiten
Klimadaten
14
Monat
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Jahreszeit
Winter
Frühling
Sommer
Herbst
Winter
Wetter- unterscheidungs- merkmale
kalt
mild
warm
gemäßigt
kalt
trocken
feucht
trocken
Schnee
Hwangsa
(Smog/Staub)
klar
Regen
viel Regen/Taifun
klar
Schnee
Jahr
Frühling
Sommer
Herbst
Winter
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
T-Mittel (
°C
11,5
10,4
22,7
13,4
−0,5
−2,1
−0,3
4,6
10,9
15,9
20,0
23,6
24,4
19,6
13,7
6,9
0,8
T-Min (°C)
6,5
4,8
18,5
8,2
−5,5
−7,0
−5,2
−0,8
5,0
10,2
15,3
19,9
20,4
14,9
8,0
1,8
−4,2
T-Max (°C)
16,5
16,1
26,9
18,7
4,4
2,8
4,6
9,9
16,8
21,7
24,8
27,4
28,5
24,4
19,5
12,1
5,8
T-Abstand (°C)
10,0
11,3
8,4
10,4
9,8
9,8
9,7
10,6
11,7
11,5
9,5
7,5
8,1
9,5
11,4
10,4
9,9
Frosttage
114,2
26,0
0,7
17,1
70,5
25,5
21,9
18,0
6,7
1,3
0,4
0,2
0,2
0,4
3,6
13,1
23,0
Regentage
119,6
28,1
39,8
26,0
25,6
8,8
8,6
9,1
9,7
9,3
11,6
15,2
13,1
10,0
7,3
8,7
8,2
Niederschlag (mm)
1404
287
723
283
111
37
44
66
110
111
187
289
247
159
67
57
30
Luftdruck (
hPa
– 1000)
11,9
9,0
22,2
12,1
4,2
3,7
4,2
5,7
8,8
12,5
17,9
24,1
24,5
17,7
11,3
7,2
4,6
Bewölkung (%)
52,9
51,8
66,9
49,9
43,2
42,2
47,5
49,7
52,1
53,6
66,2
71,8
62,7
59,4
45,2
45,0
40,0
Mittelwerte der Jahre 1961–1990. Die Jahreszeiten bezeichnen jeweils ein ganzes Vierteljahr (Frühling: März bis Mai, Sommer: Juni bis August, Herbst: September bis November, Winter: Dezember bis Februar)
Anmerkung: Die Quelle dieser Daten ist nicht mehr verfügbar, wohl aber statistische Klimadaten der koreanischen Regierung von 2001 bis 2017
15
Die Durchschnittsdaten einzelner Regionen weichen teilweise deutlich von den genannten ab. In den nördlichen und zentralen Regionen muss über das Jahr hinweg mit höheren Temperaturdifferenzen gerechnet werden als in den südlichen Küstengebieten. An der Ostküste ist es meist etwas wärmer als an der Westküste, da das
Taebaek-Gebirge
am Einfallen kalter Winde aus Sibirien hindert.
Klimadiagramm Seoul
Siehe auch
Klimawandel in Südkorea
Umweltverschmutzung
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Das schnelle Wirtschaftswachstum Südkoreas führte zu zahlreichen Nebenwirkungen auf die Umwelt. Emissionen aus Industrie und Verkehr erzeugen eine hohe Luftbelastung und lassen
sauren Regen
entstehen. Pro Kopf werden in Südkorea jährlich 9,5
Tonnen
Kohlenstoffdioxid
(Schätzung für 2002) ausgestoßen. Südkorea hatte 2015 die neunt-höchsten CO
-Emissionen.
16
Südkorea ist trotz seiner relativ kleinen Bevölkerung der weltweit zweitgrößte Konsument von
FCKW
. Ein weiteres großes Problem stellen die Verschmutzung der Gewässer durch Abwässer aus Wohngebieten und Industrie sowie die rasch wachsenden Müllberge dar, die teilweise durch die verschwenderische Verpackung von Konsumgütern ausgelöst werden. Das Problem der grenzüberschreitenden Umweltverschmutzung versucht das Umweltministerium Südkoreas zusammen mit den zuständigen Stellen Japans und der Volksrepublik China zu lösen.
Siehe auch
Transnationale Umweltverschmutzung in Ostasien
Städte
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Cheonggyecheon-Strom in der Innenstadt Seouls
Im Jahr 2023 lebten 82 Prozent der Einwohner Südkoreas in Städten.
17
Größte Stadt ist mit mehr als 10 Mio. Einwohnern die Hauptstadt
Seoul
im Nordwesten. Zusammen mit den umliegenden Städten bildet sie die
Sudogwon
genannte
Metropolregion
, mit etwa 25
Millionen Einwohnern einer der größten
Ballungsräume
der Welt. Im äußersten Südosten der Halbinsel liegt Südkoreas zweitgrößte Stadt
Busan
(3,5 Mio. Einwohner); sie besitzt einen der umschlagstärksten Häfen der Welt. Danach folgen die vor den Toren Seouls an der Westküste gelegene Hafenstadt
Incheon
(2,9 Mio. Einwohner) sowie das im südöstlichen Landesinneren befindliche
Daegu
mit 2.493.264 Einwohnern. Fünftgrößte Stadt ist das zentral gelegene
Daejeon
mit 1,5 Mio. Einwohnern, sechstgrößte
Gwangju
mit 1,5 Mio. Einwohnern im Südwesten. Anders als die zuvor genannten Städte sind
Suwon
(1,2 Mio. Einwohner),
Goyang
(1,0 Mio. Einwohner) und
Seongnam
(0,98 Mio. Einwohner) keine politisch einer Provinz gleichgestellten Gebilde, sondern gehören zur Provinz
Gyeonggi-do
. Sie liegen wie Incheon so nahe bei Seoul, dass sie inzwischen an
dessen U-Bahn
-Netz angeschlossen wurden. Achtgrößte Stadt ist das am südlichen Teil der Ostküste gelegene
Ulsan
mit 1,2 Mio. Einwohnern.
Seoul aus der Vogelperspektive
Siehe auch
Liste der Städte in Südkorea
Nach dem Ende des
Koreakriegs
setzte in Südkorea eine
Landflucht
von den ländlichen Gebieten in die Städte, und hier insbesondere nach Seoul ein. Seit 1990 sind aber zunehmend die Vororte von Seoul Siedlungsziel, wo mit großangelegten Bauprogrammen ganze
Satellitenstädte
hochgezogen wurden.
Verwaltungsgliederung
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Politische Karte Südkoreas
Hauptartikel
Verwaltungsgliederung Südkoreas
Südkorea ist auf der höchsten Unterebene politisch gegliedert in eine
Besondere Stadt
Seoul
in eine
Besondere Selbstverwaltete Stadt
Sejong
in sechs
Großstädte
Busan
Daegu
Daejeon
Gwangju
Incheon
und
Ulsan
in sechs
Provinzen
Chungcheongbuk-do
Chungcheongnam-do
Gyeonggi-do
Gyeongsangbuk-do
Gyeongsangnam-do
, und
Jeollanam-do
sowie in drei
Besondere Autonome Provinzen
Gangwon-do
Jeju-do
und
Jeollabuk-do
Bevölkerung
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Demografie
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Hauptartikel
Demografie von Südkorea
Bevölkerungspyramide Südkoreas 2023
Südkorea hatte 2023 51,7 Millionen Einwohner.
18
Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug + 0,1
%. Trotz eines Sterbeüberschusses (Geburtenziffer: 4,9 pro 1000 Einwohner
19
vs. Sterbeziffer: 7,3 pro 1000 Einwohner
20
) wuchs die Bevölkerung durch Migration. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 0,8 und damit eine der niedrigsten weltweit.
21
Die
Lebenserwartung
der Einwohner Südkoreas ab der Geburt lag 2022 bei 82,7 Jahren.
22
Die Lebenserwartung in Südkorea ist in den letzten Jahrzehnten enorm angestiegen: Im Jahre 1950 betrug sie laut Zahlen der UN noch 35,6 Jahre.
23
Im Jahr 2023 waren 11,2 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre,
24
während der Anteil der über 64-Jährigen 18,4 Prozent der Bevölkerung betrug.
25
Die hohe Lebenserwartung führt zu einem schnellen Anstieg der Bevölkerung über 65 Jahre. Waren etwa 2000 nur 7,2
% der Bevölkerung über 65, so erreichte der Anteil dieser Altersgruppe im Jahre 2015 schon 13,1
%.
26
Bevölkerungsentwicklung
27
Jahr
Einwohnerzahl
Jahr
Einwohnerzahl
1950
19.211.000
1990
42.923.000
1955
21.531.000
1995
45.299.000
1960
25.341.000
2000
47.386.000
1965
28.907.000
2005
48.708.000
1970
33.209.000
2010
49.553.000
1975
35.387.000
2020
51.780.000
28
1980
38.050.000
2030
51.306.000
29
1985
40.809.000
Südkorea wies 2015 zu der Zeit eine
Bevölkerungsdichte
von etwa 513 Personen pro Quadratkilometer auf. Im Jahr 2023 lebten 82 Prozent der Einwohner Südkoreas in Städten.
17
Bevölkerungsstruktur und Migration
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Südkorea gehört zu einer der ethnisch homogensten Gesellschaften der Welt, wobei ethnische
Koreaner
etwa 96
% der Gesamtbevölkerung ausmachen. Genaue Zahlen sind schwer zu schätzen, da offizielle Statistiken die ethnische Zugehörigkeit nicht erfassen und viele Einwanderer zwar ethnische Koreaner sind, eine wachsende Zahl von südkoreanischen Staatsbürgern dies jedoch nicht ist.
30
Der Anteil ausländischer Staatsangehöriger wächst seit den späten 1990er Jahren rapide an,
31
und Südkorea hat eine der am schnellsten wachsenden im Ausland geborenen Bevölkerungsgruppen: Im November 2023 wurde mit 2,46 Millionen ausländischen Einwohnern ein neuer Höchststand erreicht, was fast 5 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht. Im Vergleich dazu waren es 2016 1,4 Millionen ausländische Einwohner (etwa 2,75 Prozent der Bevölkerung).
30
Ein Großteil dieses Wachstums ist auf ausländische Arbeitskräfte und internationale Studierende zurückzuführen.
30
Da Südkorea neben
Japan
die
Asienkrise
im Jahre 1997 am besten überstanden hat, ist eine große Zahl von Arbeitern aus verschiedenen Entwicklungsländern nach Südkorea eingewandert, um in den großen Fabriken Arbeit zu finden. Viele hiervon befinden sich illegal im Land. Die Anzahl an registrierten Ausländern in Südkorea stieg von etwa 469.000 im Jahr 2004
32
auf 1.752.346 im Jahr 2022.
33
Durch die Beziehungen zu den
USA
seit der Nachkriegszeit haben sich mittlerweile auch viele US-Amerikaner angesiedelt, vor allem im Seouler Stadtteil
Itaewon
prägen sie das Stadtbild. Hier befindet sich das „UN-Dorf“ nebst vielen Botschaften und ausländischen Unternehmen.
Die Zahl der sich in Südkorea aufhaltenden Volksrepublik-Chinesen belief sich Ende November 2010 auf 0,61
Mio., darunter 0,4
Mio. Koreaner mit chinesischer Staatsangehörigkeit der Volksrepublik. Diese Chinesen stellen somit die größte ausländische Bevölkerungsgruppe in Südkorea dar, gefolgt von Amerikanern (128
Tsd.), Vietnamesen (120
Tsd.), Philippinern (47
Tsd.), Japanern (41
Tsd.), Thailändern (40
Tsd.), Mongolen (30
Tsd.) und Indonesiern (29
Tsd.).
34
Im Jahre 2017 waren 2,3
% der Bevölkerung im Ausland geboren. Der Anteil der Ausländer liegt damit noch auf einem niedrigen Niveau, steigt allerdings kontinuierlich an.
35
36
Auf der anderen Seite wohnen viele ethnische Koreaner im Ausland, insbesondere in den
Vereinigten Staaten
und der
Volksrepublik China
, wo jeweils rund zwei Millionen Koreaner leben. Etwa 660.000 leben in
Japan
, etwa eine halbe Million lebt in Russland und den übrigen ehemaligen
Sowjetrepubliken
Hauptartikel
Nordkoreanische Flüchtlinge in Südkorea
Es gibt einen kleinen Flüchtlingsstrom von
Nordkorea
nach Südkorea über Drittstaaten. Das Entkommen aus dem diktatorischen Regime Nordkoreas ist generell mit großen Schwierigkeiten verbunden. Um die Flüchtlinge an die Lebensweise in einer Demokratie zu gewöhnen, existiert das Umerziehungslager
Hanawon
, in dem Stand Januar 2014 etwa 160
Nordkoreaner auf eine schlussendliche „Einbürgerung“ warten.
37
Bis Ende 2015 siedelten etwa 29.000 Menschen aus Nordkorea nach Südkorea aus.
38
Ethnische Minderheiten
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Die Gesamtbevölkerung der Koreanischen Halbinsel, also die der heutigen Staaten Nord- und Südkoreas zusammen, ist in ethnischer Hinsicht weitgehend homogen. Da
Korea
seit der Vereinigung durch das
Silla
-Reich im Jahre 668 bis zur Teilung nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 fast immer eine politische Einheit war, entwickelte sich eine weitgehend einheitliche Kultur mit nur geringen regionalen Unterschieden. Ab dem 15. Jahrhundert wurde Händlern aus Japan Zugang zum Hafen von
Busan
gewährt und es bestanden temporäre Händlerenklaven, jedoch war die Anzahl der Bewohner unbeständig. Aufgrund von regelmäßigen Unruhen und Angriffen durch japanische
Wokou
-Piraten wurden diese jedoch mehrmals geschlossen.
Während der
Besatzung Koreas
zwischen 1910 und 1945 wuchs die Zahl der japanischen Zivilisten auf der Halbinsel kontinuierlich an. Um 1934 lebten etwa 561.000 Japaner in Korea, 1939 waren es rund 651.000 und gegen Ende des
Zweiten Weltkriegs
(1942–1944) erreichte die Zahl ihren Höchststand mit etwa 700.000 bis 752.000 Personen. Dies entsprach landesweit einem Anteil von etwa 2,5–3
% der Gesamtbevölkerung (bei einer Gesamtbevölkerung von ca. 25–26 Millionen). Die japanische Bevölkerung konzentrierte sich fast ausschließlich auf die urbanen Zentren und lebte dort in ethnisch segregierten Vierteln, die als privilegierte Siedlungs- und Verwaltungsbezirke organisiert waren. In den größten Städten – Keijō (
Seoul
), Fusan (
Busan
), Heijō (
Pjöngjang
) und Jinsen (
Incheon
) – stellten Japaner einen deutlich höheren Bevölkerungsanteil dar, oft zwischen 20
% und über 40
%. In Seoul lebten um 1940 280.000–300.000 Japaner (ca. 25–30
% der Stadtbevölkerung), in Busan über 140 000 (über 40 %).
39
Diese Viertel verfügten über separate Einrichtungen wie Schulen, Polizeistationen, Krankenhäuser, Geschäfte und Infrastruktur, die in der Regel besser ausgestattet waren als die koreanischen Stadtteile. Viele dieser Areale entstanden durch städtische Umgestaltungen, bei denen koreanische Wohngebiete, Märkte oder Teile historischer Anlagen abgerissen wurden – prominentestes Beispiel ist das Government-General Building (heute
Nationalmuseum Koreas
), das südlich des
Gyeongbokgung
-Palastes errichtet wurde und Teile des Palastgeländes überbaute. Durch koloniale Stadtplanung, Landenteignungen und Umsiedlungspolitik wurden koreanische Bewohner systematisch aus zentralen Lagen in peripherere, schlechter versorgte Bezirke verdrängt. Japanische Siedler und Verwaltungsangehörige genossen umfassende rechtliche, wirtschaftliche und soziale Vorrechte. Interethnische Ehen waren in Korea bis Mitte des 20. Jahrhunderts praktisch nicht existent; selbst während der japanischen Kolonialzeit kam es trotz zeitweise Hunderttausende in Korea lebender Japaner nur zu sehr wenigen Eheschließungen zwischen Koreanern und Japanern. Zeitgenössische Verwaltungsdaten verzeichnen 1912 lediglich rund 110 solcher Paare und 1937 etwa 1200 registrierte Beziehungen, womit sie im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung einen verschwindend geringen Anteil ausmachten. Die geringe Zahl erklärt sich durch die koloniale Hierarchie, soziale Segregation sowie durch die rechtliche Trennung zwischen japanischem und koreanischem Einwohnerregister.
40
Nach der
Befreiung Koreas
im August 1945 und dem Ende des
Pazifikkriegs
wurden die japanischen Zivilisten und Militärangehörigen bis etwa 1947 fast vollständig repatriiert (meist nach Japan). In der unmittelbaren Nachkriegszeit lebten in Südkorea nur noch sehr wenige ausländische Zivilpersonen, hauptsächlich christliche Missionare sowie Angehörige der US-amerikanischen Militärverwaltung (USAMGIK).
Nach 1945 lebte in Südkorea eine kleine chinesische Minderheit, die überwiegend aus bereits in der japanischen Besatzungszeit ansässigen Händlergemeinschaften bestand. Diese Gemeinschaft entstand zwischen den 1880er und 1930er Jahren, als sich chinesische Händler- und Handwerksgruppen in den westlichen Küstenstädten etablierten. Nach der Befreiung 1945 kehrten viele nach China zurück, während ein begrenzter Zuzug aus den vom Bürgerkrieg betroffenen Küstenprovinzen erfolgte. Die meisten von ihnen waren rechtlich Staatsbürger der
Republik China
, die chinesischsprachige Schulen und kulturelle Einrichtungen unterstützte. In den 1950er–1970er Jahren unterlagen Ausländer in Südkorea strengen rechtlichen Beschränkungen, etwa beim Landbesitz und bei der Einbürgerung, was die wirtschaftliche und soziale Integration erschwerte. Ein Teil der chinesischen Minderheit wanderte in dieser Zeit nach Taiwan oder in andere Länder aus, sodass ihre Zahl bis in die 1980er Jahre deutlich zurückging.
41
Religionen
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Die
Religionsfreiheit
wird durch die Verfassung garantiert. Eine offizielle
Staatsreligion
gibt es entsprechend nicht.
Die Religionslandschaft in Südkorea weist eine hohe Vielfalt auf. Um 2015 waren 56
% der Südkoreaner
religionslos
, 28
Christen
(20
% der Bevölkerung evangelisch), 16
Buddhisten
und Angehörige der
koreanischen Schamanenreligion
42
Der religiöse Aufschwung seit den 1950er Jahren, in Parallele zu starkem wirtschaftlichem Wachstum, beschäftigt die
Religionssoziologen
Detlef Pollack
schreibt
43
„Die Entwertung der konfuzianischen Staatsreligion sowie die Diskreditierung des Buddhismus durch die japanische Kolonialherrschaft ebnete nach dem Zweiten Weltkrieg den Weg für den Aufstieg des Christentums, das damit zum Marker für Modernität wurde und darüber hinaus von vielen auch mit dem modernen koreanischen Nationalismus identifiziert wurde.“
Detlef Pollack
Religion in der Moderne
Schamanismus
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Hauptartikel
Schamanismus in Korea
Der Schamanismus ist das ursprüngliche
Glaubenssystem
Koreas. Er ähnelt in vieler Hinsicht den schamanischen Bräuchen der benachbarten Länder und gründet auf dem Glauben an Geister, die es zu beschwichtigen und von denen es Schutz zu erbitten gilt.
Konfuzianismus
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Hauptartikel
Konfuzianismus in Korea
Ab etwa 600
n.
Chr. erlangte der Konfuzianismus in Korea zunehmende Bedeutung. Weniger eine echte Religion als vielmehr eine Gesellschaftsordnung, prägt diese
Philosophie
die südkoreanische Gesellschaft wesentlich. Da er aber erst seit 1995 offiziell als Religion anerkannt wird, gibt ihn kaum ein Südkoreaner als seine Religion an. Das ist vermutlich der Hauptgrund für die vergleichsweise hohe
Religionslosigkeit
in Südkorea.
Buddhismus
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Der buddhistische Tempel
Buryeongsa
Hauptartikel
Buddhismus in Korea
Der Buddhismus erreichte Nord- und Südkorea von
Indien
aus über China und wurde im Jahre 372 in
Goguryeo
, 384 in
Baekje
und 528
n.
Chr. in
Silla
Staatsreligion
. Seine Blütezeit hatte er, als Silla beinahe die gesamte Koreanische Halbinsel erobert hatte. Während der
Joseon-Dynastie
galt er als Wurzel der Korruption und wurde unterdrückt. Die Mönche zogen sich meist in die Berge zurück, und der Buddhismus verlor an Einfluss, verschwand aber nie ganz. Buddhistische Schulen koreanischer Herkunft gibt es teilweise auch in den USA und in Europa.
Christentum
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Das
Christentum
in Korea breitete sich erst ab dem Jahr 1784 durch koreanische Intellektuelle aus, die bei Bildungsreisen in China mit der Religion in Kontakt gekommen waren. Chinesische Großstädte bildeten damals Anlaufstellen westlicher Kulturen, und europäische Missionare gründeten Schulen und Kirchen. Die sich in Korea langsam und meist heimlich vermehrenden Christen wurden von der konfuzianistisch geprägten Monarchie unterdrückt, bis im Jahr 1882 die Religionsfreiheit gewährt wurde. Seit den 1960er Jahren erlebte das Christentum mit dem Wirtschaftsaufschwung und der damit verknüpften Ausbreitung der Bildung einen beispiellosen Aufstieg. Südkorea ist nach den
Philippinen
und
Osttimor
das ostasiatische Land mit dem höchsten Bevölkerungsanteil bekennender Christen. Im Jahr 2018 gehörten etwa 13,3 Millionen Südkoreaner dem christlichen Glauben an. Von den christlichen Konfessionen stellten mit Abstand die
evangelischen
Kirchen mit 9,7 Millionen, insbesondere die
presbyterianischen Kirchen
mit etwa 6,5 Millionen unter anderen
reformierten Kirchen
, den größten Anteil dar. Insgesamt gab es ungefähr 200 verschiedene evangelische
Denominationen
44
Seit 1990 befanden sich fast die Hälfte der fünfzig größten
evangelikalen
Megakirchen
in Südkorea.
Protestanten
betrieben zudem sechs Fernsehsender, 109 Universitäten, 631 Schulen und 196 medizinische Einrichtungen. Sie stellten etwa 35 Prozent der Abgeordneten des nationalen Parlaments, und im Jahr 2019 waren um die 30.000 Personen auf weltweiter Mission unterwegs.
45
Neben dem starken angloamerikanischen theologischen Einfluss haben bekannte deutschsprachige Theologen wie
Karl Barth
Dietrich Bonhoeffer
und
Emil Brunner
eine wesentliche Bedeutung. Der Einfluss des
christlichen Fundamentalismus
und die Verknüpfung zwischen Kirche und Politik prägen zunehmend die reformierte Kirche und die Gesellschaft Südkoreas. Beispielsweise wurde 2012 innerhalb des staatlichen
Korea Advanced Institute of Science and Technology
, eines der führenden Forschungsinstitute des Landes, eine Arbeitsgruppe für die
Kreationismus
-Forschung eingerichtet. Pläne zur Streichung von Passagen zur
Evolutionstheorie
aus Schulbüchern, die dem Kreationismus widersprechen, wurden nach öffentlichen Protesten von Wissenschaftlern allerdings verworfen.
46
47
48
49
Siehe auch
Römisch-katholische Kirche in Korea
und
Anglikanische Kirche von Korea
Neue religiöse Bewegungen
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In Korea sind ebenfalls mehrere
neue religiöse Bewegungen
entstanden, inklusive
Daesoon Jinrihoe
50
und
Siegesaltar
51
Ebenfalls in Korea ihren Ursprung haben christlich-synkretische Bewegungen wie
Jundokwan
(Olivenbaum) oder die als nach ihrem Gründer
Sun Myung Moon
als „Moon-Bewegung“ bezeichnete
Vereinigungskirche
52
Siehe auch
Kirchengemeinde Gottes
Sprache und Schrift
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Siehe auch
Koreanische Sprache
Die
koreanische Sprache
ist in Südkorea offizielle
Amts-
und
Schriftsprache
. Anerkannte Minderheitensprachen gibt es nicht.
Die koreanische Sprache ist zusammen mit der
Jeju
-Sprache und mehreren
ausgestorbenen Sprachen
Teil der
koreanischen Sprachfamilie
, die in der englischsprachigen Literatur als „
Koreanic languages
“ bezeichnet wird. Sie wird fälschlicherweise auch als
isolierte Sprache
kategorisiert oder zu den
Altaisprachen
gezählt. Möglicherweise ist sie mit
Japanisch-Ryūkyū
näher verwandt.
Koreanisch sprechen weltweit etwa 78
Millionen Menschen. Die Unterschiede zwischen den regionalen
Dialekten
sind marginal, mit Ausnahme des auf Jejudo gesprochenen Dialekts. Für viele Begriffe hat die Sprache sowohl ein rein koreanisches als auch ein dem Chinesischen entlehntes sogenanntes sinokoreanisches Wort. Darüber hinaus werden viele englische Wörter in die koreanische Sprache übernommen.
Englisch
wird als erste Fremdsprache von der Grundschule an unterrichtet. In den oberen Stufen kommt eine zweite Fremdsprache hinzu. Die traditionellen Sprachen seit der Nachkriegszeit waren lange Zeit
Französisch
oder
Japanisch
, in seltenen Fällen
Spanisch
. Die Bedeutung der europäischen Sprachen ist seit den 1990er Jahren zurückgegangen, während Bedeutung des
Chinesischen
und Japanischen ansteigt und die Betonung auf den Englischunterricht zunehmend stärker geworden ist.
Das Wort
Hangeul
in Hangeul
Die koreanische Schrift
Hangeul
ist eine
Alphabetschrift
mit 24
Buchstaben
. Davon sind 10
Vokale und 14
Konsonanten. Diese Buchstaben werden silbenweise zu Blöcken kombiniert, wodurch der Eindruck entstehen kann, sie sei ähnlich komplex wie die
chinesische Schrift
. Tatsächlich ist die Schrift sehr logisch aufgebaut. Die chinesische Schrift, in Nord- und Südkorea
Hanja
genannt, war auf der Koreanischen Halbinsel bis zum Ende der japanischen Kolonialzeit im Jahre 1945 Amtsschrift, trotz der Einführung der Hangeul-Schrift durch Großkönig Sejong im 15.
Jahrhundert. Chinesische Zeichen haben im heutigen Alltagsgebrauch eine deutlich geringere Bedeutung als in Japan. In südkoreanischen Veröffentlichungen werden zum Teil Wörter in Hangeul durch ihre in Klammern gesetzten Entsprechungen in Hanja ergänzt, um besonders bei
Homonymen
die Bedeutung zu verdeutlichen. Veröffentlichungen, die ausschließlich Hanja verwenden, sind aber die Ausnahme. An südkoreanischen Schulen lernen die Schüler rund 1800 Hanja-Zeichen, auf Universitäten kommen weitere Zeichen aus den eingeschlagenen Fachrichtungen dazu. Allgemein geht der Gebrauch von Hanja aber zurück. Dies hängt mit der allgemeinen Bewegung zusammen, die Rolle der koreanischen Sprache sowohl in der schriftlichen als auch in der mündlichen Praxis zu stärken. Seitens der Sprachwissenschaft und den Medien gibt es Bemühungen, die koreanische Sprache zu pflegen. Offiziell zuständig für die Sprachpflege ist das
Nationale Institut für Koreanische Sprache
Gesundheit
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Südkorea hat eines der besten und modernsten Gesundheitssysteme der Welt. Im Jahr 2021 lag Südkorea im Gesundheitsindex von
Statista
auf Rang 3
53
und auf Platz 1 des
CEOWORLD magazine Health Care Index
54
Südkorea hat weltweit eine der höchsten Überlebensraten bei Krebserkrankungen und südkoreanische Krankenhäuser zählen zu den am besten ausgestatteten der Welt, sowohl was die Technik anbelangt als auch die Aufnahmekapazitäten.
55
Die Gesundheitsausgaben des Landes betrugen im Jahr 2022 9,7
% des Bruttoinlandsprodukts.
56
Im Jahr 2020 praktizierten in Südkorea 25,1 Ärztinnen und Ärzte je 10.000 Einwohner.
57
Die Sterblichkeit bei unter 5-Jährigen betrug 2022 2,8 pro 1000 Lebendgeburten.
58
In Südkorea herrscht weltweit gesehen eine rigorose
Drogenpolitik
Körpergröße und Lebenserwartung
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Ein wesentlicher Gesundheitsindikator ist die Körpergröße. Nach einer Studie von Bentham et al. (2016) erfuhren Menschen in Südkorea das größte durchschnittliche Körperwachstum im vergangenen Jahrhundert (1896 bis 1996).
59
Zwischen 2012 und 2021 liegt die durchschnittliche Körpergröße in Südkorea bei Menschen in ihren 1930er Jahren für Männer bei 174,65
cm und für Frauen bei 161,77
cm.
60
Dieses korreliert mit der Zunahme der Lebenserwartung. Die
Lebenserwartung
der Einwohner Südkoreas ab der Geburt lag 2022 bei 82,7 Jahren
22
(Frauen: 85,6
61
, Männer: 79,9
62
). Sie ist damit eine der höchsten der Welt und die höchste für Frauen. Die Lebenserwartung stieg von 75,9 Jahren im Jahr 2000 bis 2022 um 9
%.
22
Dabei hat Südkorea weltweit eine der höchsten Krebsüberlebensraten.
63
64
Suizidrate
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Nach Statistiken der
OECD
ist die Selbsttötungsrate in Südkorea unter den OECD-Staaten seit 2003 eine der höchsten. Die Rate lag 2015 bei 25,8
Selbsttötungen pro 100.000
Personen.
65
Selbsttötung gilt als großes Problem in Südkorea und sorgt für viel Aufmerksamkeit aufgrund einiger Selbsttötungen von Prominenten. Bis in die 1990er Jahre hatte Südkorea eine im Vergleich mit anderen Industriestaaten niedrige Suizidrate. In den 1990er und vor allem Ende der 1990er Jahre stieg diese stark an. Als ein Grund dafür wird die
Asienkrise
ab 1997 gesehen.
66
Von 1998 bis 2002 war die Zahl der Selbsttötungen rückläufig, stieg aber von 2002 bis 2011 fast stetig an. Spätestens seit 2003 hat Südkorea kontinuierlich eine höhere Suizidrate als Deutschland. Seit 2011 ist die Suizidrate wieder leicht rückläufig bei rund 36 Selbsttötungen pro Tag (Deutschland rund 25, 2020).
67
Geschichte
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Die ausführlichere Geschichte vor dem
Zweiten Weltkrieg
ist unter
Geschichte Koreas
zu finden.
Vor der Teilung
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Hauptartikel
Go-Joseon
Die ersten menschlichen Überreste, die in Korea gefunden wurden, stammen aus der Zeit vor etwa 500.000 Jahren. Die koreanische Halbinsel wurde bereits in der Jungsteinzeit von Menschen besiedelt. Der Überlieferung nach wurde
Joseon
(auch bekannt als „Gojoseon“, um es von der Dynastie des 14. Jahrhunderts zu unterscheiden) im Jahr 2333 v. Chr. durch
Dangun
, das nach mehreren Kriegen zerfiel. Charakteristisch für die Ausgrabungen dieser Epoche war die Verbreitung der
Dolmen
-Kultur und von verschiedenen Bronzedolchtypen.
Hauptartikel
Drei Reiche von Korea
Das alte Korea vor dem 4. Jahrhundert wurde zur Heimat einer Reihe von konkurrierenden Stadtstaaten und Konföderationen, die ständig auftauchten und verschwanden. Drei Königreiche,
Baekje
Koguryŏ
und
Silla
, gingen aus ihnen hervor und dominierten zusammen die koreanische Geschichtsszene für mehr als zweihundert Jahre, eine Zeit, die als die Drei Reiche Koreas bekannt ist. Im Jahr 676 gelang es Silla, einen Großteil Koreas zu vereinen, mit Ausnahme des Königreichs
Balhae
. Die Herrschaft dieser beiden Königreiche über ganz Korea und einen Teil der Mandschurei führte zur Entstehung der Zeit der Nord- und Südstaaten.
Hauptartikel
Goryeo
und
Joseon
Nach dessen Niedergang im 10. Jahrhundert gründete der General
Wang Geon
im Jahr 918 das Königreich
Goryeo
(von dem der Name Korea stammt). Das Reich erlebte im 11. und 12. Jahrhundert ein Goldenes Zeitalter der Kultur, wurde im folgenden Jahrhundert durch die
mongolischen Invasionen
erheblich geschwächt: Nach fast dreißig Jahren Krieg behielt das Königreich weiterhin ihre Kontrolle über das Territorium Koreas, wurde aber zum Tributstaat der Mongolen. Dem Zusammenbruch des
mongolischen Reiches
folgte eine Reihe politischer Kämpfe und nach dem Aufstand von General
Yi Seong-gye
im Jahr 1388 löste die
Joseon-Dynastie
die 500 Jahre
alte Herrscherdynastie
ab.
1592 wurde das Land von einem
Einfall einer japanischen Invasionsstreitmacht
überrascht, welche binnen weniger Wochen einige der wichtigsten Städte eroberte. Die Joseon-Dynastie war die folgenden 7 Jahre mit der Rückeroberung der verlorenen Gebiete beschäftigt. Der Krieg endete 1598 mit einem herben Fehlschlag und dem japanischen Rückzug aus ihrer Umzingelung in
Busan
. In diesem Krieg trat Admiral
Yi Sun-sin
als Nationalheld in Erscheinung und brachte das berühmte „
Schildkrötenschiff
“ zum Einsatz.
Im 17. Jahrhundert wurde Korea zweimal von den
Mandschu
angegriffen, welche später die
Qing-Dynastie
Chinas begründeten. Im Laufe des 19. Jahrhunderts erhielt Korea dank seiner isolationistischen Politik und der fast vollständigen Abschottung von der Außenwelt das
Epithet
„Einsiedlerkönigreich“. Die Joseon-Dynastie versuchte, sich dadurch gegen den westlichen
Imperialismus
zu schützen, wurde aber gezwungen, ihre Türen für den Handel zu öffnen. Nach den Chinesisch-Japanischen Kriegen und dem
Russisch-Japanischen Krieg
geriet das Korea unter
japanische
Besatzung
(1910–1945). 1919 kam es zur
Bewegung des Ersten März
, bei der die Koreaner, unter Beteiligung von 2 Millionen Menschen, versuchten die japanische Fremdherrschaft abzuschütteln. Mit dem Ende des
Zweiten Weltkriegs
kapitulierten die Japaner an sowjetische und amerikanische Truppen, die die nördliche bzw. südliche Hälfte Koreas besetzten.
1945–1949: Nachkriegszeit
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Hauptartikel
Geschichte Südkoreas
Nach der
Kapitulation Japans
im September 1945 im
Zweiten Weltkrieg
schlugen die
Vereinigten Staaten
vor, die koreanische Halbinsel entlang dem 38. Breitengrad in eine amerikanische und sowjetische
Besatzungszone
aufzuteilen. Im Jahr 1948 gingen als Folge der Teilung der Halbinsel zwischen den Sowjets und den Amerikanern zwei neue Regierungen hervor, die bis heute Bestand haben. Im Norden gelangte ein antijapanischer Guerillero namens
Kim Il-sung
durch sowjetische Unterstützung an die Macht; im Süden wurde das Staatsoberhaupt der
Provisorischen Regierung der Republik Korea
im Exil,
Syngman Rhee
, zum Präsidenten ernannt.
Ursprünglich sollte die Verwaltung des Landes bis zur Bildung einer gesamtkoreanischen Regierung von den USA und der
Sowjetunion
übernommen werden. Diese wurde allerdings nie erreicht. Stattdessen errichteten die Sowjetunion im Norden und die USA im Süden Besatzungszonen mit
Militärregierungen
. Als im Jahre 1947 die
Generalversammlung der Vereinten Nationen
auf Antrag der USA beschloss, in den beiden Landesteilen Wahlen abzuhalten, lehnte dies die Sowjetunion ab. Daher fand die Wahl am 10.
Mai 1948 nur im Süden statt. Aktives und passives
Frauenwahlrecht
wurden am 17. Juli 1948 eingeführt.
68
Am 15.
August 1948 kam es dann zur Staatsgründung der
Republik Korea
. Die USA übergaben offiziell die Macht an die gewählte Regierung, beließen aber ihre Truppen im Land. Der Norden beantwortete die einseitige Staatsgründung im Süden mit Gründung der
Demokratischen Volksrepublik Korea
am 9.
September 1948 in
Pjöngjang
. Beide Staaten sahen sich als einzige rechtmäßige Regierung der gesamten Koreanischen Halbinsel und verkündeten, darum auch kämpfen zu wollen.
Im April 1948, noch unter der Herrschaft der
US-Militärregierung
(USAMGIK), begann der
Jeju-Aufstand
der
Süd-Joseon-Arbeiterpartei
. Nachdem Südkorea unabhängig wurde, eskalierte die Unterdrückung der Rebellion zunehmend. Der Aufstand wurde schließlich im Mai 1949 mit vielen Gräueltaten und Massakern durch südkoreanische Soldaten und antikommunistische Milizen niedergeschlagen. 14.000 bis 30.000 Menschen wurden getötet – 86
% davon durch Regierungstruppen.
69
70
71
Mitte des Jahres 1949 waren die Truppen der Sowjetunion vertragsgemäß aus Nordkorea abgezogen. Nordkorea konnte mit Hilfe der Sowjetunion und Chinas seine Industrie schneller aufbauen als Südkorea. Dies lag daran, dass die Schwerindustrie von den Japanern während ihrer Kolonialzeit vor allem im rohstoffreicheren Norden angesiedelt worden war. Im landwirtschaftlich fruchtbareren Süden dagegen wurde von ihnen die Landwirtschaft gefördert und ausgebaut. Daher und dank der Hilfe der Sowjetunion war Nordkorea schneller in der Lage, sich wirtschaftlich zu erholen und eine schlagkräftige Armee aufzubauen.
1950–1959: Koreakrieg und Folgen
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Hauptartikel
Koreakrieg
Ein koreanisches Mädchen trägt ihren Bruder an einem liegengebliebenen Panzer vorbei (Juni
1951).
Am 25. Juni 1950 überschritt die
Nordkoreanische Volksarmee
die Grenze am 38.
Breitengrad und leitete damit den Koreakrieg ein. Der amerikanische Präsident
Harry S. Truman
hatte bereits wieder einige Truppen nach Südkorea geschickt, die aber keinesfalls stark genug waren, die materielle Überlegenheit der nordkoreanischen Truppen über die südkoreanische Armee auszugleichen. Die Hauptstadt
Seoul
fiel bereits nach drei Tagen, etwa einen Monat später kontrollierten die Nordkoreaner bereits die gesamte Koreanische Halbinsel bis auf einige Inseln und einen schmalen Streifen um
Busan
im Südosten. Erst hier gelang es den Südkoreanern, die Lage zu stabilisieren.
Während des Krieges verübten die südkoreanischen Streitkräfte viele
Massaker in Südkorea
. 1950 wurden nach der nordkoreanischen Invasion rund 100.000 mutmaßliche Kommunisten von den Südkoreanern hingerichtet.
72
73
Mit der
Landung bei Incheon
Mitte September 1950 gelang es den UN-Truppen, den Vormarsch der Nordkoreaner zu beenden. Am 30.
September überschritten die Truppen Südkoreas den 38. Breitengrad, um die Koreanische Halbinsel unter ihrer Flagge wieder zu vereinigen. Im November erreichte man erste Abschnitte des Grenzflusses
Yalu
zu China. Die Chinesen wollten ein vereinigtes Korea unter US-amerikanischem Einfluss nicht dulden und griffen mit einer zunächst 300.000 Soldaten umfassenden „Freiwilligenarmee“ in Nordkorea ein. Die UN-Truppen wurden schließlich bis südlich des 38.
Breitengrades zurückgedrängt, wo die Front erstarrte.
Ein Sherman-Panzer beschießt eine feindliche Bunkerstellung (Mai
1952).
Der Waffenstillstand wurde am 27.
Juli 1953 vereinbart, unterzeichnet von der UNO, Nordkorea und China.
Rhee Syng-man
, der Präsident Südkoreas, weigerte sich, den Vertrag zu unterzeichnen. Man verfügte die Einrichtung einer
demilitarisierten Zone
etwa entlang des 38.
Breitengrades. Die demilitarisierte Zone ist noch die Grenze zwischen beiden koreanischen Staaten. Ein Friedensvertrag wurde nicht unterzeichnet, obwohl die Absicht dazu mehrfach bekundet wurde.
Die Folgen des Koreakriegs waren dramatisch. Die Schätzungen der Anzahl getöteter Koreaner schwanken zwischen einer und drei Millionen; weit mehr noch waren vertrieben worden. Die koreanische Infrastruktur lag zum größten Teil in Schutt und Asche. Mindestens genauso schlimm waren die psychischen Folgen. Die Angst vor einer erneuten Invasion beeinträchtigt die Politik beider Staaten.
Nach dem Koreakrieg ging es trotz westlicher Entwicklungshilfe wirtschaftlich mit Südkorea kaum aufwärts. Als Land ohne größere Bodenschätze war Südkorea auf Importe angewiesen, auch waren die wenigen Industrieanlagen und die gesamte Infrastruktur zerstört. Dass es zunächst nur schleppend voranging, wurde vorwiegend der Misswirtschaft des Präsidenten
Rhee Syng-man
angelastet. Er sicherte sich bei den folgenden Wahlen durch Verhaftungen von Oppositionellen und mehreren Verfassungsänderungen seine Wiederwahl. Die wirtschaftliche Entwicklung blieb danach enttäuschend, die Korruption war eklatant, und der Regierungsstil von Rhee wurde immer
autokratischer
Eine Landreform führt zur entschädigungslosen Enteignung des japanischen Großgrundbesitzes und das Land wurde in kleine Parzellen aufgeteilt.
1960–1987: Militärregierungen
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Im Frühjahr des Jahres 1960 kam es monatelang zu landesweiten Studentendemonstrationen gegen Rhee; sie fanden immer mehr Unterstützung in der Bevölkerung. Der Unmut spitzte sich zur
Aprilbewegung des 19. April
zu und am 26.
April 1960 war Rhee schließlich gezwungen zurückzutreten. Es wurden Neuwahlen ausgerufen und am 19. August wurde
Yun Bo-seon
mit überwiegender Mehrheit zum Präsidenten gewählt. Während der kurzen Amtszeit des
Jang Myeon
Kabinetts wurde die wirtschaftliche Ausrichtung bestimmt und die
Fünfjahrespläne
entwickelt. Aber am 16.
Mai 1961 putschte sich das Militär unter der Führung von General
Park Chung-hee
an die Macht, weil angeblich eine
parlamentarische Regierung
die Probleme des Landes nicht in den Griff bekam. Man ließ in der Folgezeit zwar Wahlen zu, diese blieben aber praktisch folgenlos. Wesentliche demokratische Rechte wie
Meinungs-
und
Pressefreiheit
blieben den Südkoreanern versagt. Unter Park Chung-hee entwickelte sich eine Militärdiktatur, Oppositionelle (meist Kommunisten) wurden gefoltert und ermordet.
Währenddessen machte Südkorea wesentliche wirtschaftliche Fortschritte. Eine enge Verbindung zwischen Politik und Wirtschaft ließ Großindustrien entstehen. Südkorea wandelte sich in dieser Zeit zu einem modernen, exportorientierten Industriestaat. Dadurch verbesserte sich der Lebensstandard der Südkoreaner. Das Bildungswesen wurde verbessert und breiteren Bevölkerungsschichten zugänglich gemacht, die sogenannte
Saemaeul Undong
Neues Dorf Kampagne
) verbesserte die Lage der Landbevölkerung. Park gilt daher gemeinhin als Architekt des wirtschaftlichen Aufschwungs.
Militärparade für Diktator
Park Chung-hee
1973
Ab den 1960er Jahren verfolgte Südkorea eine protektionistische Wirtschaftspolitik. Die meisten Importgüter wurden verboten, das Finanzsystem verstaatlicht, Fünfjahrespläne verabschiedet, der Staat nahm nur sehr wenig Kredite auf und ausländische Investitionen wurden nicht gefördert. Die Bauern sind jedoch gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Produktion zu niedrigen Preisen zu verkaufen, was sie in Armut zurücklässt. Aufgrund des Kalten Krieges und seiner geografischen Lage wurde Südkorea von den USA besonders bevorzugt behandelt und erhielt jährlich eine hohe Wirtschaftshilfe. Wirtschaftlich erfolgreiche Konzerne profitierten von staatlichen Subventionen, Schutz vor internationaler Konkurrenz, niedrigen Steuern und spezifischen Standards. Teilhaber solcher Vorteile waren unter anderem auch ein Großteil der zukünftig erfolgreichen Konglomerate
Hyundai
Daewoo
Samsung
LG Group
usw.
Die Regierung erkannte keinen Mindestlohn oder wöchentlichen Urlaub an, erzwang unentgeltliche Arbeitszeiten zu ihren Gunsten, und die Arbeitstage waren zwölf Stunden lang. Darüber hinaus sind Gewerkschaften und Streiks verboten. In den 1980er Jahren ist die Arbeitswoche eines südkoreanischen Arbeiters die längste der Welt.
74
1968 und 1975 versuchten nordkoreanische Agenten, Park zu ermorden; dem zweiten Attentat fiel seine Frau zum Opfer. Sein Ende kam unerwartet am 26.
Oktober 1979, als Park vom eigenen Geheimdienstchef
Kim Jae-gyu
erschossen wurde. Der Premierminister
Choi Kyu-ha
wurde zunächst Interimspräsident und ging aus der Wahl durch ein Wahlgremium am 6.
Dezember 1979 als Sieger hervor. Doch schon am 12.
Dezember putschte das Militär unter Führung von General
Chun Doo-hwan
erneut gegen die Regierung.
1980 kam es zu größeren Protesten. Menschen aus allen Gesellschaftsschichten forderten echte Demokratie und Chun versprach demokratische Reformen, ließ mit diesen aber auf sich warten, weshalb Demonstrationen das ganze Land erfassten. Das Militär fürchtete aufgrund der unruhigen Lage eine Invasion des Nordens und griff deshalb besonders hart durch. In einer der Protesthochburgen, in
Gwangju
, wurde im Mai 1980 ein Exempel statuiert und der Aufstand brutal niedergeschlagen. Laut einer Untersuchung Ende der 1990er Jahre über den als
Gwangju-Aufstand
oder in Südkorea als
18.-Mai-Gwangju-Demokratiebewegung
bekannten Vorfall starben etwa 207–2300 Zivilisten, mehrere Tausend wurden verletzt.
Chun unterdrückte die Opposition weiter, so dass es jahrelang zu keinen größeren Protesten mehr kam. Die wirtschaftliche Entwicklung nahm erneut Fahrt auf, und die Lebensqualität der Südkoreaner stieg deutlich an.
Bei einem Bombenanschlag im Norden von
Rangun
in
Myanmar
wurden am 9.
Oktober 1983 19
Personen getötet, darunter vier Kabinettsmitglieder der Regierung Chun: Kim Jae-ik, Suh Sook-joon, Hahm Pyong-choon und Außenminister Lee Bum-suk. Chun entging dem Attentat, da er verspätet am Ort des Anschlags eintraf. Nach einer Untersuchung beschuldigte man Nordkorea offiziell des Anschlags.
Ab 1986 wurden die Forderungen nach Demokratie wieder lauter.
1987–1997: Etablierung der Demokratie
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Großversammlung von Studierenden am 9. Juli 1987 anlässlich des Staatsbegräbnisses von Li Han-yeol im Nachgang des
Juni-Kampfes
Chun ermöglichte den ersten friedlichen Machtwechsel seit der Gründung Südkoreas, indem er auf großen öffentlichen Druck hin 1987 ankündigte, am Ende seiner Amtszeit 1988 zurückzutreten. Gegen den Widerstand der Bevölkerung wollte er seine Nachfolge zunächst jedoch undemokratisch regeln und selbstständig den Ex-General
Roh Tae-woo
als seinen Nachfolger bestimmen. Es kam zum
Juni-Kampf 1987
, als dessen Folge Roh überraschend ankündigte, die Verfassung zugunsten echter demokratischer Reformen ändern zu lassen. Die drei größten Parteien dieser Zeit bestimmten gemeinsam eine neue Verfassung. So wurde der Präsident im November 1987 zum ersten Mal seit 1961 wieder direkt durch die Bevölkerung gewählt und seine Amtszeit auf fünf Jahre verkürzt. Für die Wahl konnten sich die beiden Oppositionsführer
Kim Young-sam
und
Kim Dae-jung
nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen und kandidierten gegeneinander. Weil die Opposition damit gespalten war, genügten Roh 37
% der Stimmen, um die Wahl zu gewinnen.
Während der Amtszeit Rohs machte die Demokratie in Südkorea deutliche Fortschritte, es wurden viele Reformen beschlossen. 1988 war Südkorea Gastgeber der
Olympischen Sommerspiele
. Südkorea nahm mit ehemaligen
Ostblockstaaten
diplomatische Beziehungen auf. Zusammen mit Nordkorea trat das Land am 17. September 1991 den
Vereinten Nationen
bei.
75
Nach dem Abzug von etwa einhundert amerikanischen taktischen Atomwaffen im September 1991 schlossen am 13.
Dezember 1991, 38 Jahre nach dem vorläufigen Ende des Koreakriegs durch den Waffenstillstand, Nord- und Südkorea einen
Nichtangriffspakt
Weil seine Partei mit der Partei Rohs ein konservatives Bündnis gründete, konnte sich Kim Young-sam bei der Wahl im Jahr 1992 gegen Kim Dae-jung durchsetzen. Ein Schwerpunkt seiner Politik war der Kampf gegen die Korruption und die Aufklärung staatlichen Fehlverhaltens. Dabei wurden die ehemaligen Präsidenten Chun Doo-hwan und Roh Tae-woo wegen des Staatsstreichs und des Gwangju-Massakers im Jahr 1980 verurteilt, Chun sogar zum Tode. Beide wurden aber später begnadigt.
1997–2007: Asienkrise, Annäherung an Nordkorea und Fußball-WM
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Im November 1997 erfasste die
Asienkrise
Südkorea. Nachdem das Land wirtschaftlich lange Zeit mit zweistelligen Zuwachsraten geglänzt hatte, schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im Jahre 1998 um 6,7
% und die Landeswährung, der
Won
, verlor stark an Wert. Mit Hilfe eines Kredites des
IWF
konnte die Krise überwunden werden, schon im Jahre 1999 wuchs das BIP wieder um mehr als 10
%.
Bei der Wahl am 18. Dezember 1997 konnte sich
Kim Dae-jung
durchsetzen. Der Hauptpunkt seiner Politik war die Aussöhnung mit Nordkorea, die sogenannte
Sonnenscheinpolitik
. Man stellte zwei während des Koreakriegs unterbrochene Eisenbahnstrecken wieder her; die erste Testfahrt fand am 17. Mai 2007 statt.
76
Darüber hinaus wurde ein gemeinsames
Industriegebiet in Kaesŏng
gegründet. Der Höhepunkt dieser Politik war ein Treffen Kim Dae-jungs mit dem nordkoreanischen Führer
Kim Jong-il
in
Pjöngjang
im Juni 2000. Für diese Politik wurde Kim Dae-jung noch im selben Jahr mit dem
Friedensnobelpreis
ausgezeichnet.
Im Jahr 2002 richtete Südkorea zusammen mit
Japan
die
17. Fußball-Weltmeisterschaft
aus. Es war das erste Mal, dass zwei Länder gemeinsam Gastgeber dieser Sportveranstaltung wurden, angesichts der gespannten Beziehungen zu Japan umso bedeutsamer. Der Erfolg der
südkoreanischen Fußballnationalmannschaft
war eine der großen Überraschungen dieses Turniers, sie belegte den vierten Platz. Die Veranstaltung galt im Allgemeinen als großer Erfolg und verbreitete in der Welt ein positives Bild von der gastfreundschaftlichen koreanischen Bevölkerung.
Aus der
Präsidentschaftswahl am 19. Dezember 2002
ging Kim Dae-jungs Parteikollege
Roh Moo-hyun
als Sieger hervor. Er versuchte, die Politik Kim Dae-jungs gegenüber Nordkorea fortzuführen. Roh reiste kurz vor dem Ende seiner Amtszeit vom 2. bis zum 4.
Oktober 2007 zu einem Staatsbesuch nach Nordkorea. Dabei unterzeichnete er zusammen mit dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong-il eine Absichtserklärung, Verhandlungen über einen Friedensvertrag aufnehmen zu wollen. Dieser soll das Waffenstillstandsabkommen zur Beendigung des Koreakriegs von 1953 ersetzen. Darüber hinaus sollte es öfter zu Gipfeltreffen kommen.
77
Ab 2007: Bedrohung durch Nordkorea, Koreanische Welle und COVID-19-Pandemie
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Unter dem ab 2007 amtierenden konservativen Präsidenten
Lee Myung-bak
kühlte sich das Verhältnis zwischen beiden Staaten jedoch merklich ab. Lee hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, eine härtere außenpolitische Linie gegenüber Pjöngjang zu verfolgen. Durch die Übernahme der ebenfalls konservativen
Park Geun-hye
2012 wurde diese Entwicklung fortgesetzt. Im Frühjahr 2013 erreichten die Beziehungen beider Länder daher mit der
Nordkorea-Krise 2013
einen erneuten Tiefpunkt.
Die
Bewegung für den Rücktritt von Präsidentin Park Geun-hye
erreichte 2017 ihre Amtsenthebung wegen Korruption. Ihr folgte im Mai 2017
Moon Jae-in
ins Präsidentenamt. Dieser zeigte von Anfang an Dialogbereitschaft mit dem nordkoreanischen Machthaber
Kim Jong-un
, der im Dezember 2017 nach mehreren Raketentests und einem Atombombentest verkündet hatte, dass Nordkorea die Entwicklung zur Atommacht abgeschlossen habe. Nachdem sich der Konflikt gefährlich zugespitzt hatte, ging Kim Jong-un am 1. Januar 2018 überraschend auf das Angebot Südkoreas ein, sein Land im Februar 2018 an den
Olympischen Winterspielen
in
Pyeongchang
teilnehmen zu lassen. Beide Länder einigten sich darauf, hochrangige Treffen fortzusetzen, um den Austausch in verschiedenen Bereichen wiederzubeleben. Medien spekulierten darüber, dass Kim Jong-un auf eine Rücknahme von UN-Sanktionen hoffe oder die Beziehungen zwischen Südkorea und den USA unter Präsident
Donald Trump
schwächen wolle.
78
79
80
Die Beziehungen zwischen beiden Ländern blieben daraufhin für einige Jahre etwas entspannter.
BTS
, die erfolgreichste koreanische Band aller Zeiten, bei einer Pressekonferenz im
Weißen Haus
2022. Symbolbild für die
Koreanische Welle
und die damit einhergehende zunehmende internationale Präsenz Südkoreas in den letzten Jahren.
Während der 2010er Jahre stieg die Popularität der zeitgenössischen koreanischen Popkultur weltweit stark an. Dieses Phänomen wird als
Koreanische Welle
bezeichnet und besteht in Süd-, Südost- und Ostasien schon seit den 1990er Jahren.
Südkorea war zu Beginn der COVID-19-Pandemie das am zweitschwersten betroffene Land nach China, bekam die Situation aber schnell in den Griff, unter anderem durch starke Einschränkungen des öffentlichen Lebens und viele Testungen, aber auch durch die datenschutzrechtlich umstrittene Veröffentlichung von Namen und Adressen von Infizierten. Der Erfolg von
Moon Jae-ins
sozialliberaler
Deobureo-minju-Partei
(DMP) in der Eindämmung der Pandemie wurde bei der
Parlamentswahl 2020
durch die Bevölkerung bestätigt. 2020 und 2021 hatte Südkorea im weltweiten Vergleich insgesamt nur äußerst geringe Inzidenzzahlen. 2022 lockerte die Regierung die Maßnahmen deutlich und ließ die
Omikron-Variante
durchlaufen.
Siehe auch
COVID-19-Pandemie in Südkorea
2022 verschlechterten sich die Beziehungen zu Nordkorea nach einer Reihe von Raketentests durch Nordkorea deutlich.
81
Südkorea und die USA führten in der Folge ab dem 22. August 2022 das größte Militärmanöver in der Region seit 2017 durch.
82
Nordkorea schrieb daraufhin seine Atomwaffenpolitik gesetzlich fest.
83
2022 feuerte Nordkorea so viele Raketen in einem Jahr ab wie nie zuvor.
84
Politische Staatskrise ab Dezember 2024
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Am Abend des 3. Dezember 2024 erklärte der südkoreanische Präsident
Yoon Suk Yeol
das Kriegsrecht, um seinen Haushalt gegen die Opposition durchzusetzen, die im Parlament die Mehrheit besitzt. Durch das südkoreanische Kriegsrecht wurden alle politischen Aktivitäten, Versammlungen und Kundgebungen verboten. Nach wenigen Stunden hat das Parlament, teilweise nachdem Abgeordnete die Zäune um das von der Polizei abgesperrte Parlamentsgebäude überklettern mussten, das Kriegsrecht einstimmig aufgehoben. Am nächsten Morgen erklärte Präsident Yoon das Kriegsrecht seinerseits für aufgehoben, und das Militär zog sich zurück.
85
86
Hauptartikel
Kriegsrecht in Südkorea (2024)
Die Opposition forderte den Rücktritt des Präsidenten und drohte mit einer Amtsenthebung.
87
Mitte Dezember 2024 stimmte das Parlament schließlich mit 204 zu 85 Stimmen bei 8 ungültigen Stimmen sowie 3 Enthaltungen für eine Amtsenthebung Yoon Suk Yeols.
88
Ende Dezember 2024 stimmte das Parlament für eine Amtsenthebung des interimistischen Präsidenten
Han Duck-soo
, ab diesem Zeitpunkt übernahm
Choi Sang-mok
vorübergehend die Amtsgeschäfte des Präsidenten. Ende März 2025 übernahm Han Duck-soo schließlich wieder die Amtsgeschäfte.
89
Am 4. April 2025 wurde Yoon Suk Yeol schließlich durch das Verfassungsgericht endgültig des Amtes enthoben.
90
Nach dem Rücktritt Duck-soos im Mai 2025 wurde der bisherige Finanzminister
Choi Sang-mok
zum Ministerpräsidenten und interimistischen Präsidenten ernannt.
91
Wenige Stunden nach dem Amtsantritt erklärte Sang-mok wiederum seinen Rücktritt und der bisherige Bildungsminister
Lee Ju-ho
wurde zum Ministerpräsidenten und interimistischen Präsidenten ernannt.
92
Politik
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Politisches System
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Das
Gukhoe
-Gebäude
Am 17. Juli 1948 wurde die erste Verfassung Südkoreas beschlossen. Im Zuge der politischen Umwälzungen wurde sie insgesamt neun Mal überarbeitet, zuletzt am 29.
Oktober 1987. Diese Überarbeitung war ein wichtiger Schritt zur Demokratisierung des Landes. Unter anderem wurden dabei die Macht des Präsidenten beschränkt und die Befugnisse der Legislative erweitert. Die Menschenrechte waren danach besser geschützt als zuvor. Die derzeit gültige Verfassung umfasst eine Präambel, 130 Artikel und sechs Zusatzbestimmungen. Sie ist in zehn Kapitel unterteilt: „Allgemeine Bestimmungen“, „Rechte und Pflichten der Bürger“, „Nationalversammlung“, „Exekutive“, „Rechtswesen“, „Verfassungsgericht“, „Wahlen“, „Kommunalverwaltung“, „Wirtschaft“ sowie „Verfassungsänderungen“. Sie sichert die Souveränität des Volkes, verfügt die Gewaltentrennung, bekundet Ziele wie die friedliche und demokratische
Wiedervereinigung mit Nordkorea
, fordert das Streben nach Frieden und zur Zusammenarbeit auf internationaler Ebene ebenso wie die Verpflichtung des Staates, für das Gemeinwohl zu sorgen. Eine Verfassungsänderung erfordert eine Zweidrittelmehrheit in der Nationalversammlung und muss außerdem durch eine einfache Mehrheit einer Volksabstimmung bestätigt werden.
Das Staatsoberhaupt der
Republik
Korea ist der
direkt
vom Volk gewählte
Präsident
. Der Präsident wird für jeweils fünf Jahre gewählt und kann nicht wiedergewählt werden. Er ist der höchste Vertreter der Republik und vertritt diese nach innen und außen. So empfängt er ausländische Diplomaten, verleiht Orden und kann Begnadigungen aussprechen. Er steht an der Spitze der Verwaltung und setzt in dieser Funktion von der Nationalversammlung beschlossene Gesetze in Kraft. Er ist Befehlshaber der Armee und kann den
Krieg erklären
Der
Premierminister
wird vom Präsidenten ernannt. Er leitet die
Regierung
. Das Kabinett besteht aus mindestens 15 und höchstens 30 Mitgliedern, es wird ebenfalls vom Präsidenten zusammengestellt. Sowohl Premierminister als auch Kabinettsmitglieder müssen vom Parlament bestätigt werden. Das südkoreanische
Parlament
hat nur eine Kammer und wird
Gukhoe
(Nationalversammlung) genannt. Die Parlamentarier werden für vier Jahre gewählt. Das Parlament besteht aus 300 Abgeordneten, die durch ein
Grabenwahlsystem
bestimmt werden: 243 werden durch Sieg in ihren Wahlkreisen direkt gewählt, die übrigen 56 Sitze werden unter denjenigen Parteien verteilt, die mindestens 3
% der Stimmen erhalten haben. Die
letzte Parlamentswahl
fand am 10. April 2024 statt. Stand 25. Juli 2025 setzt sich die
Nationalversammlung der Südkorea
wie folgt zusammen: Von insgesamt 300 Sitzen hält die
Deobureo-minju-Partei
(더불어민주당) 167 Sitze, die
Gungminui-him
(국민의힘) 107 Sitze, die
Jogug-hyeogsin-dang
(조국혁신당) 12 Sitze, die
Jinbo-Partei
(진보당) 4 Sitze, die
Reformpartei
(개혁신당) 3 Sitze, die Gibonsodeuk-Partei (기본소득당) 1 Sitz und die Sozialdemokratische Partei (사회민주당) 1 Sitz. Die verbleibenden 3 Sitze werden von parteilosen Abgeordneten gehalten.
93
Ein weiteres wichtiges Organ im System Südkoreas ist das Verfassungsgericht. Es überwacht die Arbeit der Regierung und entscheidet im Falle von Misstrauensanträgen und Ähnlichem. Das Gericht besteht aus neun Obersten Richtern: Der Präsident persönlich ernennt drei Richter für den obersten Gerichtshof; das Parlament bestimmt weitere drei Richter, muss diese aber vom Präsidenten bestätigen lassen; die letzten drei Richter werden vom Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofs ernannt. Wie in Deutschland und Österreich bspw. kann nur das Verfassungsgericht Normen für verfassungswidrig erklären. Ein Vorteil in Südkorea ist die hohe Zugänglichkeit des Verfassungsgerichts: Im Vergleich zu Deutschland bspw. gibt es kaum Hürden, eine Verfassungsbeschwerde einzulegen.
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Parteienlandschaft
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Parteienlandschaft seit 1948
Südkoreas Parteilandschaft ist sehr dynamisch. Es werden häufig neue Parteien gegründet, alte Parteien aufgeteilt, bestehende Parteien fusioniert oder Parteien umbenannt. Insbesondere vor der Präsidentschaftswahl sowie vor der Parlamentswahl kommt es zu den zuvor genannten Ereignissen. Häufig stehen bestimmte politische Faktionen hinter Spitzenpolitikern, die je nach Lage sich mit anderen Politikern zusammenschließen oder eben getrennte Wege gehen. Die Partei, mit der längsten Lebenszeit war die konservative
Freiheitspartei
mit knapp über 22 Jahren. Dennoch nehmen diese neu gegründeten Parteien häufig Bezug auf die Politik nicht mehr existierender Parteien. Die 2014 gegründete
Gemeinsame Demokratische Partei
beschreibt sich selbst als Nachfolger der Demokratischen Partei, die von 1955 bis 1963 existierte.
Die Parteien werden häufig in die drei Hauptkategorien „konservativ“ (보수주의,
bosujuui
), „demokratisch“ (민주주의,
minjujuui
) und „progressiv“ (진보주의,
jinbojuui
) eingeteilt. Meist gibt es eine starke konservative Partei und eine starke demokratische Partei. Die demokratischen Parteien haben sich als Gegenpol zu den konservativen Parteien etabliert, die die meiste Zeit die Regierung stellten. Manchmal werden die demokratischen Parteien auch dem progressiven Lager zugerechnet. Die demokratischen Parteien sind eher mitte-links oder links-liberal, enthalten aber auch häufig linke und konservative Mitglieder. Unter den progressiven Parteien werden klassische sozialdemokratische Arbeiterparteien und sozialistische Parteien zusammengefasst.
Progressivismus im Allgemeinen bezieht sich auf verschiedene progressive Ideen wie
Marxismus
demokratischem Sozialismus
Sozialdemokratie
und
Linksnationalismus
. Unmittelbar nach der Befreiung wurde der Progressivismus von den verschiedenen sozialdemokratischen und
kommunistischen
Organisationen vertreten, verschwand aber praktisch infolge ihrer Unterdrückung, während der Ersten Republik und dem
Koreakrieg
. In den 1970er Jahren trat der Progressivismus in Korea als Hauptachse für die
Wiedervereinigung
in Erscheinung. Innerhalb der Studentenbewegungen kam es in den 1980er Jahren zu einer Reihe an Sozialkonstruktdebatten (사회구성체 논쟁,
sahoeguseongche nonjaeng
).
98
Es bildeten sich die
Zivildemokratische Revolution
(시민 민주 혁명, kurz CDR), die
Nationaldemokratische Revolution
(민족 민주 혁명, kurz NDR) und die
Volksdemokratische Revolution
(민중 민주 혁명, kurz PDR). Die NDR nahm die Mainstream-Stellung der Bewegung an und entwickelte sich Mitte der 1980er Jahre zur
Nationalen Befreiung und Volksdemokratischen Revolution
(민족해방민중민주주의혁명, kurz NLPDR). Sie stützte sich auf die
Theorie der nationalen Befreiung
und der Volksdemokratischen Revolution
(민족해방민중민주주의혁명론), laut der die Republik Korea sich in
halbkolonialen
Zuständen unter der Vorherrschaft der
Vereinigten Staaten
befindet. Infolge der scheinbaren Billigung des Militärputsches des 12. Dezember 1979, der blutigen Niederschlagung des
Gwangju-Aufstandes
und der Unterdrückung des existierenden „
bürgerlich-liberaldemokratischen
Systems“ durch die zuvor als „Freiheitsfreund“ gesehenen USA formierten sich anti-amerikanische Studentengruppierungen an den Universitäten, unter anderem die mit der NLPDR rivalisierende
Juche
-Fraktion. Aus der NLPDR 1986 wurde die
Gruppe der Konstituierenden Versammlung
(제헌의회그룹) gegründet, welche die Ansicht vertrat, dass eine
Konstituierende Versammlung
einberufen werden müssen, um das
faschistische
Militärregime zu stürzen. Die Studentenbewegung spaltete sich später aufgrund inhaltlicher Streitigkeiten in zwei Hauptströmungen,
Nationale Befreiung
(민족해방,
minjokhaebang
) und
Volksdemokratie
(민중민주파,
minjungminju
).
Die
Nationale Befreiung
, oder auch kurz, NL (
National Liberation
), betrachtet die Spaltung des Landes als einen „nationalen
Widerspruch
“, das Vorrang über dem marxistischen Klassenwiderspruch habe. Sie vertritt insbesondere Demokratisierung, Antiimperialismus, Wiedervereinigung und Antifaschismus.
Die PD-Fraktion (
Peoples Democracy
) räumte dem Klassenkampf, dem „Klassenwiderspruch“, Vorrang ein, identifizierte die
Arbeiterklasse
als den wichtigsten revolutionären Akteur und konzentrierte sich auf
Arbeiterbewegungen
, um die
Kapitalistenklasse
herauszufordern. Im Gegensatz dazu verfolgte die NL-Fraktion einen
linksnationalistischen
Ansatz und betrachtete das
koreanische Volk
– sowohl den Norden als auch den Süden – als den wichtigsten revolutionären Akteur. Sie argumentierten, dass die Vereinigung des koreanischen Volkes zum Widerstand gegen den amerikanischen Imperialismus Vorrang vor der Auseinandersetzung mit internen Klassenkämpfen haben sollte.
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 schwenkte die
Nationale Befreiung
auf eine Position ein, die auf politischem Liberalismus und Linksnationalismus basierte, während sich die Volksdemokratie auf die Verteidigung des europäischen Modells der Sozialdemokratie konzentrierte. Einige progressive Kräfte haben sich an die Bewegungstheorie der 1980er Jahre gehalten.
Siehe auch
Politische Parteien in Südkorea
Politische Indizes
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Von
Nichtregierungsorganisationen
herausgegebene politische Indizes
Name des Index
Indexwert
Weltweiter Rang
Interpretationshilfe
Jahr
Fragile States Index
29,8
von 120
161
von 179
Stabilität des Landes: nachhaltig
0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
Rang: 1 = fragilstes Land / 179 = stabilstes Land
2024
99
Demokratieindex
7,75
von 10
32
von 167
Unvollständige Demokratie
0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
2024
100
Freedom in the World Index
83
von 100
Freiheitsstatus: frei
0 = unfrei / 100 = frei
2024
101
Rangliste der Pressefreiheit
64,1
von 100
61
von 180
Erkennbare Probleme für die Pressefreiheit
100 = gute Lage / 0 = sehr ernste Lage
2025
102
Korruptionswahrnehmungsindex
(CPI)
64
von 100
30
von 181
0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber
2024
103
Menschenrechtssituation
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In Südkorea ist die
Todesstrafe
offiziell erlaubt, wird aber seit etwa 1997 de-facto nicht praktiziert. Im Dezember 2007, nach einem Jahrzehnt ohne Hinrichtungen, hat Amnesty International Südkorea als Staat eingestuft, der die Todesstrafe zwar nicht per Gesetz, aber in der Praxis abgeschafft hat. Seit 1998 hält man ein inoffizielles Hinrichtungsmoratorium ein, weswegen keine Todesstrafen mehr vollstreckt werden. Die Todesstrafe wird gesetzlich aufgrund der angespannten Lage mit Nordkorea weiterhin beibehalten.
104
Im Jahr 2006 wurde eine Person zum Tode verurteilt, nach Angaben von
Amnesty International
saßen im Juni 2006 63 zum Tode verurteilte Gefangene in südkoreanischen Gefängnissen ein.
105
Es gibt zunehmende Bestrebungen, die Todesstrafe abzuschaffen. Zwar wird die Abschaffung von der Bevölkerung mehrheitlich abgelehnt, jedoch haben im Dezember 2004 175 der 299 Mitglieder des Parlaments einen Gesetzesvorschlag gegen die Todesstrafe unterschrieben.
106
Anfang 2006 gab das Justizministerium bekannt, eine Studie über die Folgen der Abschaffung vornehmen zu wollen.
107
Der oberste Gerichtshof entschied, dass die Todesstrafe mit der Verfassung vereinbar sei, ihre Abschaffung fällt aber in die Zuständigkeit der
Legislative
Jedes Jahr leisten mehrere Hundert dem Einberufungsbefehl nicht Folge und werden daraufhin zu mindestens 18 Monaten Haft verurteilt. Von 1950 bis 2013 waren deshalb allein 17.840 Zeugen Jehovas mindestens 18 Monate im Gefängnis.
108
Das Verfassungsgericht hatte erst 2011 die Vorschläge für einen alternativen
Ersatzdienst
abgelehnt und die allgemeine
Wehrpflicht
für verfassungskonform erklärt. Wenngleich offenbar eine Tendenz kürzerer Haftstrafen zu beobachten war, erhielten Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen weiterhin einen Eintrag ins Vorstrafenregister, was ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt minderte. Sechs Bezirksrichter, die bei ihren Entscheidungen Bedenken hatten, legten mehrere Fälle, in denen es um Wehrdienstverweigerer aus Gewissensgründen geht, erneut dem Verfassungsgericht vor.
109
Außen- und Sicherheitspolitik
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Staaten mit diplomatischen Vertretungen aus Südkorea
Südkorea pflegt zu den meisten Staaten der Erde gute bis sehr gute Beziehungen. In einem direkten Konflikt befindet sich Südkorea lediglich mit Nordkorea. Die Bedrohung durch Nordkorea ist der Hauptgrund für die intensive Verteidigungs- und Sicherheitspolitik Südkoreas.
Beziehungen zu Nordkorea
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Dorasan
: Der Zugang zu den Gleisen nach Pjöngjang ist abgesperrt.
Eine bewachte Abzäunung einige Kilometer vor der demilitarisierten Zone
Diese Flagge wird bei gemeinsamen Auftritten von Nord- und Südkorea benutzt, wie bei den Olympischen Sommerspielen 2004.
Hauptartikel
Nordkoreanisch-südkoreanische Beziehungen
und
Korea-Konflikt
Folgende Teile dieses Abschnitts scheinen seit 2013
nicht mehr aktuell
zu sein
Alles. Siehe Hauptartikel sowie den obigen
Abschnitt „2007-heute“
Bitte hilf uns, die fehlenden Informationen zu
recherchieren
und
einzufügen
Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2013
Die Beziehungen zu
Nordkorea
haben sich, nach einer Zeit der Entspannung um das Jahr 2000, in den letzten Jahren wieder deutlich verschlechtert.
Nach dem Ende des
Koreakrieges
war die Angst vor einer erneuten
Invasion
des Nordens sehr groß. Noch in den 1980er Jahren wurden regelmäßig Probealarme exerziert, die das gesamte öffentliche Leben miteinbezogen. Vor dem Hintergrund der terroristischen Aktivitäten des Nordens war dies nachvollziehbar. Im Oktober 1983 verübten nordkoreanische Agenten ein Attentat auf eine südkoreanische Regierungsdelegation in der damaligen
burmesischen
Hauptstadt
Rangun
. Präsident
Chun Doo-hwan
überlebte, der Außenminister und 16 andere Südkoreaner wurden getötet. 1988 platzierte der nordkoreanische Geheimdienst eine
Bombe in einem südkoreanischen Passagierflugzeug
, das daraufhin über dem
Indischen Ozean
explodierte. 115 Menschen wurden dabei getötet. Dass ein erneuter Krieg nicht unwahrscheinlich war, zeigen Tunnel von mehreren Kilometern Länge, die von Nordkorea aus unter der
Demilitarisierten Zone
hindurch getrieben wurden. Diese auf südkoreanischer Seite noch verdeckten Tunnel sollten es im Kriegsfall ermöglichen, rasch und unbemerkt Infanterie in das südkoreanische Hinterland einzuschleusen. Es wurden insgesamt vier Tunnel entdeckt, die Existenz noch weiterer wird vermutet. Mit dem Ende der Militärdiktatur im Jahre 1988 und mit dem wirtschaftlichen Abstieg Nordkoreas ließ die Angst vor einer erneuten Invasion aber mehr und mehr nach. Da nach dem Koreakrieg nur ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen wurde, befinden sich beide Staaten aber offiziell noch im Kriegszustand miteinander.
Kim Dae-jung
gelang es, einige gemeinsame Projekte mit dem Norden zu begründen. So gibt es das Industriegebiet Kaesŏng auf nordkoreanischer Seite, in dem südkoreanische Firmen mit nordkoreanischen Arbeitskräften produzieren. Die
Gyeongui-Linie
, eine Eisenbahnstrecke von
Seoul
über
Pjöngjang
nach
Sinŭiju
an der chinesischen Grenze, wurde wiederhergestellt, sie verkehrt allerdings vorerst nur von Seoul bis zur innerkoreanischen Grenze. Im Jahr 2000 kam es zu einem historischen Treffen zwischen dem damaligen südkoreanischen Präsidenten Kim Dae-jung und dem nordkoreanischen Machthaber
Kim Jong-il
in Pjöngjang. Doch musste Kim Dae-jung im Jahr 2002 eingestehen, im Vorfeld des Treffens rund 100
Millionen Dollar an die nordkoreanische Regierung gezahlt zu haben.
Die Politik und das Leben in Südkorea wurden in der Vergangenheit in großem Maße von der Angst vor einer neuen Invasion durch Nordkorea bestimmt. In den letzten Jahren nahm die Angst deutlich ab. Trotzdem ist es Südkoreanern durch das
Nationale Sicherheitsgesetz
국가 보안법
國家 保安法
gukga boanbeop
) verboten, Kontakt nach Nordkorea aufzunehmen. Nordkorea darf in der Öffentlichkeit nicht gelobt oder für dieses geworben werden. Das Gesetz wurde am 1. Dezember 1948 beschlossen, 1963 und 1980 geändert und ist in Kraft. Es wurde vor der Demokratisierung als „Gummiparagraph“ zur Unterdrückung politischer Opposition missbraucht, denn es ist inhaltlich sehr unbestimmt, und sieht schon für regierungsfeindliche Äußerungen, Besitz und Weitergabe regierungsfeindlichen Materials, Mitgliedschaft in regierungsfeindlichen Organisationen und Nichtanzeige derartiger Straftatbestände Strafen bis hin zur
Todesstrafe
vor. Das Verfassungsgericht hat das Gesetz im August 2004 überprüft und für verfassungskonform erklärt, die
Nationale Menschenrechtskommission
im September desselben Jahres hingegen deren Abschaffung empfohlen. Präsident Roh sprach sich gleichfalls für seine Abschaffung aus. Der deutsche Staatsbürger und Exilkoreaner
Song Du-yul
wurde im März 2004 auf Grund des Gesetzes zu sieben Jahren Haft verurteilt, die in der nächsten Instanz in eine Bewährungsstrafe umgewandelt wurde. Nach Informationen von
Amnesty International
waren im Dezember 2004 mindestens neun Personen auf Grund dieses Gesetzes inhaftiert, sechs von ihnen Mitglieder der verbotenen pro-nordkoreanischen Studentenorganisation
Hanchongnyeon
Zu Beginn seiner Amtszeit äußerte Präsident
Roh Moo-hyun
, er könne eher mit einem atomar bewaffneten Nordkorea leben als mit einem kollabierenden Norden.
110
Diese Aussage musste er zwar als politische Inkorrektheit zurücknehmen, aber er dürfte damit die Einstellung vieler Südkoreaner wiedergegeben haben. Zudem gibt es Zweifel, ob die beiden Staaten nicht schon zu lange voneinander getrennt sind. Während im geteilten Deutschland immerhin noch zum Teil gegenseitige Besuche, Briefkontakte und Telefongespräche stattfanden, sind die beiden koreanischen Staaten praktisch vollständig voneinander isoliert. Abgesehen von einigen wenigen Familientreffen in den letzten Jahren gab es keinerlei Kontakte; die meisten Familien wissen nicht einmal, ob ihre im anderen Staat wohnenden Verwandten überhaupt noch leben.
Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern kühlten allerdings nach der Wahl des ehemaligen Präsidenten
Lee Myung-baks
wieder ab. Nach dem Untergang des Kriegsschiffes
Cheonan
im März 2010, für dessen Versenkung Nordkorea verantwortlich gemacht wurde, stellte Südkorea den Handel mit dem nördlichen Nachbarn ein und erklärte, dass es den
UN-Sicherheitsrat
anrufen werde.
111
Nordkorea brach daraufhin alle Beziehungen ab, versetzte seine Truppen in Kampfbereitschaft und kündigte ein Sicherheitsabkommen, das bewaffnete Auseinandersetzungen verhindern sollte.
112
Zudem sollten alle Südkoreaner aus der
Industrieregion Kaesŏng
ausgewiesen werden.
113
Die Spannung auf der Koreanischen Halbinsel erreichte durch einen
Artilleriebeschuss der Insel Yeonpyeong
nahe der inoffiziellen Seegrenze durch nordkoreanische Einheiten am 23. November 2010 einen vorläufigen Höhepunkt.
114
Für erneute Spannung sorgte ein nordkoreanischer Atomwaffentest im Februar 2013,
115
der die Verhängung von UN-Sanktionen gegen das Land zur Folge hatte. Als Reaktion auf die Sanktionen kündigte Nordkorea am 8. März 2013 den Nichtangriffspakt auf, was die Wahrscheinlichkeit eines Krieges wieder in den Vordergrund rücken lässt.
Die
Wiedervereinigung mit dem Norden
bleibt politisch ein aktuelles Thema; die Erfahrungen der
deutschen Wiedervereinigung
haben Befürchtungen geweckt, dass Südkorea die Kosten nicht würde tragen können, selbst wenn das nominale
Bruttoinlandsprodukt
Südkoreas mittlerweile das dreizehntgrößte der Welt ist. In Nordkorea leben 26,1 Millionen Einwohner auf einer Fläche von 122.762
km², im Süden sind es 51,8 Millionen Einwohner auf einer Fläche von 99.392
km². Wegen des im Vergleich zur DDR viel stärkeren Gewichts des anderen Staates, nach Fläche wie nach Bevölkerungszahl, wären voraussichtlich noch höhere Transferzahlungen zu leisten als nach der Wiedervereinigung Deutschlands.
Beziehungen zu den USA
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Hauptartikel
Beziehungen zwischen Südkorea und den Vereinigten Staaten
Leitlinie der südkoreanischen Außenpolitik ist die strategische Partnerschaft zu den
Vereinigten Staaten
, wegen der gemeinsamen Wahrnehmung Nordkoreas als Bedrohung. Die Vereinigten Staaten sehen Südkorea als einen ihrer
wichtigsten Verbündeten
überhaupt und vergeben dorthin große Beträge an sogenannter „militärischer Entwicklungshilfe“. Südkorea steht seit 1989 auf der Liste der
Major non-NATO ally
und gehört damit zu den engsten
diplomatischen
militärischen
und
strategischen
Partnern der
USA
außerhalb der
NATO
. Die USA haben in Südkorea große Truppenkontingente stationiert.
Beziehungen zu China
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Hauptartikel
Chinesisch-südkoreanische Beziehungen
Seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur Volksrepublik China im Jahre 1992 entwickeln sich insbesondere die Wirtschaftsbeziehungen dynamisch. China ist Südkoreas größter Handelspartner, der bedeutendste Absatzmarkt und ein wichtiger ausländischer Produktionsstandort. Die Zustimmung Südkoreas im Jahr 2017 zur Errichtung des Raketenabwehrsystems
THAAD
(Terminal High Altitude Area Defense) des amerikanischen Militärs im südkoreanischen Landkreis
Seongju
sorgte für ein angespanntes Verhältnis mit China. Ein Grund, weshalb THAAD so viel Kritik aus China erfuhr, ist, dass die Anlage in der Lage sein soll, Informationen über chinesische Raketen zu liefern.
116
Südkorea und der militärische Verbündete USA begründeten die Installation mit der Bedrohung durch Nordkorea. Nachdem Südkorea 2016 ankündigte, man wolle dem Vorschlag der USA folgen und dem Raketenabwehrsystem zustimmen, erhob China Sanktionen gegen Südkorea, in der Hoffnung, die südkoreanische Regierung wurde von ihrem Plan abrücken.
117
118
Der Disput zwischen Südkorea und China hielt 18 Monate an, einige südkoreanischen Unternehmen in China litten darunter und K-Pop-Stars mussten ihre Konzerte absagen.
119
Im Oktober 2017 vereinbarten beide Staaten, die Beziehungen wieder zu normalisieren. Allerdings blieb das Verhältnis angespannt und China beobachtet kritisch die amerikanische militärische Präsenz in Südkorea. Der Balanceakt Südkoreas zwischen den USA und China ist zu einem wichtigen Politikum und Wahlthema geworden.
Beziehungen zu Japan
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Hauptartikel
Japanisch-südkoreanische Beziehungen
Nach fast 80 Jahren nach der
Unabhängigkeit von Japan
sind die Beziehungen noch immer belastet. Trotz ihrer geographischen Nachbarschaft stellte Südkorea aufgrund wirtschaftlicher Erwägungen als auch mutmaßlicher Sympathien des damaligen Präsidenten erst im Jahr 1965 erstmalige diplomatische Beziehungen zu Japan her, gegen Protest der damaligen Demokratie- und Studentenbewegungen. Das Embargo auf
japanische Kultur
- (e.g. Cartoons, Comics und
Seifenopern
) und sonstige Exportgüter blieb bis 1997 bestehen.
Ein Großteil der Koreaner hat bis heute eine negative Haltung gegenüber Japan. Hauptgrund ist die mangelnde Aufarbeitung der Verbrechen der Besatzungszeit als auch der offenbar fehlende Mangel an jeglicher Reue der japanischen Regierung, die seit 1955 hauptsächlich von der rechtskonservativen, teils rechtsnationalistischen
LDP
gestellt wurde. Offizielle Geschichtsbücher in Japan stellen die Eingliederung Koreas in das
Japanische Kaiserreich
sehr einseitig dar, so werden vor allem Narrativen über die Verbesserungen der Infrastruktur und Industrie betont, während die versuchte vollständige
Zwangsassimilierung
der Koreaner und das Verbot ihrer Sprache verschwiegen werden. Viele Japaner sind sich daher der Geschehnisse der Vergangenheit kaum bewusst und verstehen die Gründe für die Anfeindungen aus Südkorea nicht.
Das Thema der „
Trostfrauen
“,
Sexsklavinnen
, die während der Kriegsjahre zur Bedienung des japanischen Militärs gezwungen wurden, zusammen mit der Frage der Zwangsarbeit von Koreanern während des Zweiten Weltkriegs, gehört zu den emotional aufladenden Fragen, die aus Japans kolonialer Herrschaft über die koreanische Halbinsel von 1910 bis 1945 resultieren und die koreanisch-japanischen Beziehungen bis heute belasten.
Am 10. August 2010 entschuldigte sich der japanische Ministerpräsident
Naoto Kan
bei Südkorea für die
Kolonialherrschaft
seines Landes von 1910 bis 1945. Damit sei auch die Hoffnung auf eine Verbesserung der südkoreanisch-japanischen Beziehungen verbunden.
120
Kan wurde daraufhin von der japanischen Rechten als auch von Shinzo Abe kritisiert.
121
Am 28. Dezember 2015 schlossen Japan und Südkorea ein Abkommen, mit dem beide Staaten den Streit um die „Trostfrauen“ endgültig beilegen wollten. Die „Trostfrauen-Vereinbarung“ der damaligen südkoreanischen Präsidentin
Park Geun-hye
und dem japanischen Premierminister
Shinzo Abe
zielte darauf ab, das Problem ein für alle Mal zu lösen. Sie sah die Gründung einer Stiftung in Korea mit einer Zahlung von 1 Milliarde Yen (etwa 8 Millionen Dollar) aus Japan vor, um überlebenden Opfern und ihren Familien zu helfen. Doch die Vereinbarung wurde von vielen Koreanern als unzureichend und übereilt kritisiert und später von Parks Nachfolger Moon Jae-in 2018 für ungültig erklärt.
In einer Anfang März 2023 von
Gallup
Korea durchgeführten Umfrage stimmten überwältigende 85 Prozent der koreanischen Befragten der Vorstellung nicht zu, dass „Japan seine Vergangenheit bereut“, während zwei Drittel der Koreaner in einer anderen Umfrage sagten, dass sie mit einer „indirekten Entschuldigung Japans“ über den hauptsächlich von Korea unterstützten Fonds nicht einverstanden seien. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2015 durchgeführt zusammen von der Dong-a Ilbo und der Asahi Shimbun antworteten bei der Frage „Do you believe Japan has sufficiently repented over its colonial rule over Korea?“ 96 Prozent der koreanischen Befragten mit „Nein“, 8 Prozent mit „Ja“ und 3 Prozent mit „Sonstige“. In Japan waren es 65 Prozent „Ja“, 20 Prozent „Nein“ und 15 Prozent „Sonstige“.
121
Für die Koreaner deutet nicht nur der Wortlaut der offiziellen japanischen Entschuldigungen um ein unaufrichtiges Eingestehen von Fehlverhalten, sondern auch das Verhalten ihres Nachbarn scheint das Gegenteil von Reue zu zeigen. Die Entschuldigungen seien zumeist gefolgt von widersprüchlichen Handlungen und Aussagen, um die Wählerschaft zu befriedigen.
Abe versuchte 2014 die 1993 „Kono-Erklärung“ des damaligen Kabinettsekretärs
Yōhei Kōno
, die erstmals die Rolle der japanischen kaiserlichen Armee bei der Rekrutierung von „Trostfrauen“ und die Errichtung militärischer Bordelle anerkannte, in denen diese Frauen zum Dienst gezwungen wurden, zu revidieren.
121
Die französisch-deutsche Partnerschaft wird oft als Vorbild für zukünftige koreanisch-japanische Beziehungen gesehen.
121
Beziehungen zu Deutschland
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Hauptartikel
Deutsch-südkoreanische Beziehungen
Die ersten bilateralen Beziehungen auf einer formalen Ebene wurden am 26. November 1883 mit der Unterzeichnung des „Deutsch-Koreanischen Handels-, Schiffahrts- und Freundschaftsvertrags“ gelegt.
122
Mit dem
Japan-Korea-Protektoratsvertrag von 1905
verlor Korea seine Souveränität und die Auslandsvertretung und -repräsentation wurden an Japan übertragen; die diplomatischen Geschäfte der zwischenzeitlich in Korea eingerichteten deutschen Ministerresidentur gingen an die Deutsche Gesandtschaft in Tokio über, wodurch die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Korea endeten. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges waren Deutschland durch das Besatzungsstatut der Siegermächte rechtliche Schranken gesetzt. Durch die Pariser Verträge und ihre Ratifizierung am 5. Mai 1955 erhielt Deutschland seine staatliche Souveränität wieder. Damit war der Weg für die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen mit dem 1948 gegründeten Südkorea frei und der Austausch zwischen den beiden Staaten wurde auf staatlicher Ebene aufgenommen.
123
Im Jahr 1961 belief sich die deutsche
Entwicklungshilfe
für Südkorea auf insgesamt 75 Millionen
DM
. Mit rund 35 Millionen DM sollte ein Großteil der Entwicklungshilfe für den Ausbau des Fernsprechwesens finanziert werden. Etwa 20,72 Millionen DM sollte in den Ausbau der staatlichen Kohlengruben investiert werden. Neben der monetären Unterstützung sah die Bundesrepublik einen weiteren Beitrag zur Entwicklungshilfe in Südkorea vor. Eine Vereinbarung über ein „
Programm zur vorübergehenden Beschäftigung [süd]koreanischer Bergarbeiter
“ trat durch einen Notenwechsel zwischen der Bundesrepublik und der Republik Korea am 16. Dezember 1963 in Kraft.
124
So wurde die Bundesregierung allmählich von der Idee überzeugt, südkoreanische Bergarbeiter unter dem Deckmantel der „technischen Entwicklungshilfe“ nach Deutschland anzuwerben. Die Anwerbepolitik richtete sich eigentlich gezielt auf südeuropäische und damit kulturell nahe „
Gastarbeiter
“ aus dem Mittelmeerraum. Am 21. Dezember bestiegen 247 südkoreanische Männer ein Flugzeug am
Flughafen Gimpo
, das sie nach Deutschland brachte. Es war die erste südkoreanische Delegation, die in deutschen Bergwerken arbeitete. Die Zahl der von 1962 bis 1977 ausgewanderten Gastarbeiter südkoreanischer Nationalität betrug etwa 8000, weitere 10.000 Frauen wanderten in derselben Zeit nach Deutschland aus, um in Krankenhäusern zu arbeiten.
125
Die heutige Beziehung gilt als positiv. Beide Staaten kooperieren auf der internationalen Bühne im Sinne von Freiheit und Demokratie. Seit der
Koreanischen Welle
wird koreanische Kultur in Deutschland immer bekannter.
Beziehungen zu weiteren Staaten
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Siehe auch
Iranisch-koreanische Beziehungen
Siehe auch
Portugiesisch-südkoreanische Beziehungen
Siehe auch
Osttimoresisch-südkoreanische Beziehungen
Militär
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Hauptartikel
Südkoreanische Streitkräfte
Teile dieses Abschnitts scheinen seit 2010
nicht mehr aktuell
zu sein
Bitte hilf uns, die fehlenden Informationen zu
recherchieren
und
einzufügen
Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2010
Das südkoreanische U-Boot Chang Bogo (
U-Boot-Klasse 209
), 2005
Die
Streitkräfte der Republik Korea
verfügen über knapp 685.000 Männer und Frauen in vier Teilstreitkräften und zwei paramilitärischen Organisationen, deren strategisches Kernstück das Heer ist. Damit leistet sich das Land das
fünft- bis siebtgrößte Militär der Welt
. Auch die anderen Staaten Ostasiens haben „starke“ Streitkräfte, gemessen an der Zahl der Soldaten (
Volksrepublik China
Nordkorea
), ihrem Verhältnis zur Bevölkerungszahl (Nordkorea,
Republik China
) oder an der Größe des Verteidigungshaushaltes (
Japan
, Nordkorea, Volksrepublik China). In Südkorea sieht man sich am meisten durch Nordkorea bedroht. Südkorea gab 2017 knapp 2,6 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 39,2 Mrd. Dollar für seine Streitkräfte aus und lag damit weltweit auf Platz 10.
126
Das Oberkommando (OPCON,
operational control
) über die südkoreanischen Streitkräfte wurde beim Ausbruch des Koreakrieges 1950 an die USA übergeben. 1978 wurde die Befehlsgewalt an die
Combined Forces Command
(CFC) übertragen. Seit 1994 liegt die Befehlsgewalt in friedlichen Zeiten beim
Republic of Korea Joint Chiefs of Staff (ROK JCS)
. Im Kriegsfall
(wartime OPCON)
liegt diese bei den USA. Nach einem ursprünglichen Beschluss vom Februar 2007 sollte es auch im Kriegsfall ab dem 17.
April 2012 an Südkorea fallen.
127
128
129
Der Zeitpunkt der Übergabe war jedoch fortlaufender Diskussionsgegenstand.
130
131
Während des
G20-Gipfels
in Toronto im Juni 2010 kamen der damalige südkoreanische Staatspräsident
Lee Myung-bak
sowie der damalige US-Präsident
Barack Obama
überein, den Zeitpunkt der Übergabe auf den 1. Dezember 2015 zu verschieben. Als Hauptgrund wurde die in jüngster Zeit ansteigende Bedrohungslage durch Nordkorea angeführt, hauptsächlich untermauert durch den Atombombentest im Mai 2009 sowie den mutmaßlichen Angriff auf das Kriegsschiff
Cheonan
im März 2010.
132
Bei einem Treffen im Oktober 2014 im Pentagon wurde die Übergabe erneut vertagt. Eine Übergabe wurde um das Jahr 2020 erwartet
133
, ist bisher aber immer noch nicht durchgeführt worden.
In Südkorea herrscht eine
Wehrpflicht
für Männer mit einer Dienstzeit von 24 bis 28 Monaten.
Die südkoreanischen Streitkräfte kooperieren eng mit den
amerikanischen Streitkräften
. Im Februar 2010 waren rund 28.500 Mann der US-Truppen in Korea stationiert,
134
mit denen jedes Jahr eine gemeinsame Militärübung abgehalten wird. Im Rahmen des
KATUSA
-Programmes können südkoreanische Wehrpflichtige in jenen Einheiten der
US-Armee
dienen, die in Korea stationiert sind.
Seit fast 20 Jahren engagieren sich die Streitkräfte in Auslandsmissionen. Der erste Einsatz im Ausland begann 2004, als etwa 3600 Soldaten für etwa vier Jahre humanitäre und Wiederaufbauhilfe im Irak unterstützten. Zwischen 2002 und 2007 waren rund 200 Soldaten (Sanitätsdienst und Pionierwesen) im Rahmen der
Operation Enduring Freedom
in
Afghanistan
stationiert. Im Juli 2009 wurden, auf Bitten der Vereinten Nationen, 350 Soldaten zur Friedenssicherung in den Süden des Libanon entsandt. Im Februar 2010 wurde eine 240 Mann starke Einheit zur Friedenssicherung in das vom Erdbeben betroffene Haiti verlegt. Neue Pläne sahen zudem vor, im Juli 2010 etwa 350 Soldaten erneut nach Afghanistan zu schicken, um den Wiederaufbau zu unterstützen.
129
Wirtschaft
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Hauptartikel
Wirtschaft Südkoreas
Südkorea wird in der Populärliteratur zu den sogenannten „
Tigerstaaten
“ gezählt: Seit den 1960er Jahren hat sich das Land in rasantem Tempo zu einer der bedeutendsten Volkswirtschaften der Welt entwickelt, das in einigen Technologiebranchen die weltweite Führerschaft übernommen hat.
Südkorea stellt die dreizehntgrößte Volkswirtschaft in der Welt dar (Stand 2023)
135
, ist der fünftgrößte Exporteur (2022), der zehntgrößte Importeur (2022) und belegt den vierten Platz im
Economic Complexity Index
(ECI).
136
In den 1990er Jahren war es eine der zehn größten, bis es von den einwohnerreichen
BRICS-Staaten
überholt wurde. Südkorea überholte 2018 die
Kaufkraftparität
Japans und wird laut dem
IWF
2026 um 12 Prozent vor Japan liegen.
137
Das Pro-Kopf-
Bruttoinlandsprodukt
Südkoreas entspricht mittlerweile dem eines durchschnittlichen EU-Landes. Die Wachstumsraten sind noch immer wesentlich höher als in Europa oder den USA. Nach Angaben der WAZ lag das Bruttoeinkommen 2006 bei rund 21.000
US$, 2022 lag es bei 32.886
US$.
138
Zum Vergleich: Anfang der 1960er Jahre betrug es 100
US$. Seit Anfang 2010 gehört Südkorea, als erstes ehemaliges Nehmerland, zu den Geberländern des
OECD
-Entwicklungsausschusses.
139
Im
Global Competitiveness Index
, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, fiel Südkorea gegenüber den Vorjahren um einen Rang und belegt Platz 27 von 137 Ländern (Stand 2022).
140
141
142
Der
Index für wirtschaftliche Freiheit
2024 des Landes war der 14 höchste von 176 Ländern.
143
Entwicklung des
Bruttoinlandsprodukts
(BIP) und anderer Kennzahlen
Jahr
2010
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
BIP in Mrd. USD
(Kaufkraftparität)
1.596
2.021
2.105
2.217
2.348
2.408
2.482
2.686
2.955
3.113
3.254
BIP pro Kopf in USD
(Kaufkraftparität)
32.202
39.623
41.105
43.156
45.511
46.511
47.881
51.880
57.193
60.202
62.885
BIP-Wachstum
(real)
7,0
2,9
3,2
3,4
3,2
2,3
−0,7
4,6
2,7
1,6
2,0
Inflation
(in Prozent)
2,9
0,7
1,0
1,9
1,5
0,4
0,5
2,5
5,1
3,6
2,3
Staatsverschuldung
(in Prozent des BIP)
28
39
39
38
38
40
46
48
50
51
50
Konglomerate
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Familienbetriebene Konglomerate werden auf Koreanisch
Jaebeol
genannt. Sie bestehen aus rechtlich unabhängigen Einzelunternehmen, in der sich die Anteile der Firmen oft mehrheitlich im Besitz der Gründerfamilie befinden.
Samsung
Hyundai
SK
LG
und
Lotte
gelten als die größten Konglomerate.
144
145
Sie sind charakteristischerweise sehr stark
diversifiziert
und die Mitgliedskonzerne sind in den verschiedensten Branchen aktiv. Außerhalb Südkoreas sind oft nur einzelne Mitgliedskonzerne der Jaebeol bekannt. Den Namen Samsung führen beispielsweise verschiedene Betriebe im Versicherungs-, Maschinen-, Großhandels- und Immobiliensektor. Unternehmen und sonstige
Privatkörperschaften
können keine
politischen Spenden
tätigen, die rechtlich nur Einzelpersonen an die Nationale Wahlkommission anstatt von politischen Parteien tätigen können und in Proportion zu den erhaltenen Stimmen an die jeweiligen Parteien verteilt werden.
146
Industrie- und Wirtschaftspolitik
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Obwohl die südkoreanische Wirtschaftspolitik weitgehend exportorientiert war, wich das Denken der führenden Wirtschaftspolitiker in vielerlei Hinsicht von der wirtschaftlichen Orthodoxie ab. In den 1970er Jahren standen zwei konkurrierende Ansätze im Raum. Das Wirtschaftsbeamtentum plädierte für eine marktorientierte Wirtschaftsführung, während die politische Führung und Befürworter einer aktiven
Industriepolitik
einen stärker
dirigistischen
Kurs verfolgten. Es wurde nicht nur auf den
Export
gesetzt, sondern auf gezielte
Industrieplanung
, umfassende Regulierungen und direkte Eingriffe, um insbesondere die
Schwer
- und
Chemieindustrie
gezielt zu fördern und die Grundlagen für vertiefte Industriezweige zu schaffen.
147
Die Richtung der Wirtschaft wurde in insgesamt sieben fünfjährige Intervalle zwischen 1962 und 1996 angesetzt. Zwischen 1950 und 1966 lag der Fokus auf
Importsubstitution
, um die Grundlagen für die Schaffung von diversen
Wirtschaftszweigen
zu legen. Zugleich wurde die Bildung gezielt gefördert und die
Alphabetisierungsrate
stieg von 22
% im Jahr 1945 auf über 87
% im Jahr 1956.
Im zweiten Fünfjahresplan erfolgte die Transition zur
Schwerindustrie
, insbesondere der
Stahl
- und
Petrochemieindustrie
. Die meisten Autobahnen stammen aus dieser Zeit. Der BIP pro Kopf stieg um das doppelte. Die heimische
Stahlproduktion
sollte insbesondere den
Schiffsbau
unterstützen.
Im dritten Fünfjahresplan sollte die heimische Schwerindustrie weiter ausgebaut werden, unter anderem um die militärische Abhängigkeit in Verteidigungsfragen mit Nordkorea zu reduzieren. Er beinhaltete fünf Hauptziele, der
Elektronik
, dem Schiffsbau,
Maschinenbau
, der Petrochemie und
Nichteisenmetallen
. Das vierte Intervall war von anhaltenden hohen Konsumgüterpreisen,
Immobilienspekulation
und dem
Ölschock
geprägt.
Der fünfte Fünfjahresplan, beginnend ab 1982, begann die Transition zu technologieintensiven Industriezweigen, wie der Elektronik, Präzisionsmaschinen und der
Informationstechnologie
, weg von der Schwerindustrie. Im sechsten Fünfjahresplan wurde die Handelspolitik liberalisiert und die Unterstützung von einzelnen Wirtschaftszweigen aufgegeben, zugunsten von
Klein- und Mittelständigen Betrieben
. Die Investition in
Forschung und Entwicklung
sollte prozentual am BIP bemessen weiter ansteigen. Der siebte Fünfjahresplan verstärkte den Fokus auf High-Tech Industrien, insbesondere Bereichen wie der
Mikroelektronik
Optik
und
Luftfahrt
Während der Finanzkrise 1997 übte die Regierung Druck auf die Jaebol aus ihre hohe Schuldenlage zu bewältigen. Insbesondere wurde am Beispiel von
Daewoo
, dem damals zweitgrößten Konglomerat des Landes, deutlich gemacht, dass keine Firma „
Too Big to Fail
“ sei. Der Konzern wurde am 26. August 1999 von der südkoreanischen Regierung aufgelöst.
Das enorme Wirtschaftswachstum im 20. Jahrhundert wurde in Zusammenarbeit zwischen Regierung und Wirtschaft durch ein Maßnahmenpaket erreicht, das gerichtete Kredite, Importrestriktionen, Exportförderung, Sponsoring von bestimmten Wirtschaftssektoren und Industrien sowie einen enormen Arbeitskräfteaufwand beinhaltete. Andererseits gibt es in
Südkorea Armut
, während noch 2006 etwa 6,7 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebten, waren es vier Jahre später 7
%.
148
Darüber hinaus ist insbesondere die
Altersarmut
zunehmend, 2012 erhielten südkoreanische Bürger ab Renteneintritt lediglich 66,7
% des vorher zur Verfügung stehenden Haushalts-Nettoeinkommens – damit lag Südkorea im Vergleich zu den 30 anderen OECD-Staaten auf dem vorletzten Platz.
149
Die
Asienkrise
des Jahres 1997 hat die Schwachstellen dieses Wirtschaftswundermodells offenbart: unter anderem hohe Schulden/Eigenkapital-Verhältnisse, eine massive Überschuldung und Vernachlässigungen im Finanzsektor. Zur Überwindung der Asienkrise hat Südkorea Hilfe des
IWF
bekommen, allerdings unter der Auflage, sein Finanzsystem zu reformieren und zu
liberalisieren
. Inwiefern die geforderten Reformen vollständig umgesetzt wurden, ist Gegenstand von Diskussionen. Im Jahre 2001 hat Südkorea seine Schulden beim IWF vollständig zurückgezahlt.
Genossenschaften
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Eine Besonderheit und tragende Säule der südkoreanischen Wirtschaft ist das außergewöhnlich stark ausgeprägte
Genossenschaftswesen
. Anders als in vielen anderen Industrienationen sind Genossenschaften hier keine Nischenakteure, sondern dominieren ganze Sektoren und sind tief in der Gesellschaft und im ländlichen Raum verwurzelt.
Im Rahmen der
Demokratiebewegung
der 1980er entstanden in Korea neue demokratisch-sozialwirtschaftliche Bürgerbewegungen; nicht nur als unmittelbare Reaktion auf Wirtschaftskrisen, sondern auch als visionäre, langfristige Alternative für den Aufbau einer andersartigen Wirtschaft. Im Laufe des letzten Vierteljahrhunderts ist eine zweite Wirtschaft entstanden – bekannt unter verschiedenen Namen wie „Sozialwirtschaft“ oder „Sozial- und Solidarwirtschaft“.
150
Die landesweite Gesetzgebung unterstützt vier Arten von Unternehmen der Solidarwirtschaft: Unternehmen für wirtschaftliche Eigenständigkeit (Selbsthilfeunternehmen), Sozialunternehmen, Dorfgemeinschaftsunternehmen und Genossenschaften.
151
Die bedeutendsten und größten Genossenschaftsverbände sind:
Landwirtschaftliche Genossenschaften (Nonghyup, NACF)
Die Nationale Landwirtschaftliche Kooperationsvereinigung
ist ein Dachverband von Genossenschaften, deren Funktion weit über die reine Unterstützung von Landwirten hinausgeht. Der Verband besteht aus 1,111 Mitgliedsgenossenschaften und vertritt über 2,06 Millionen Mitgliedsbauern (Stand: Januar 2025)
152
, was rund 95
% aller Landwirte in Südkorea ausmacht. Sie ist einer der größten Akteure im südkoreanischen Finanzsektor (durch die NH Bank), betreibt die landesweite Supermarktkette Hanaro Mart und eine Reihe an Ablegern, welche Aufgaben wie Vermarktung, Werbung, Bildung und Logistik übernehmen.
Fischereigenossenschaften (Suhyup, NFFC)
Analog zu Nonghyup organisiert die
Nationale Föderation der Fischereigenossenschaften
den
Fischereisektor
. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Verarbeitung und dem Vertrieb von Meeresfrüchten und betreibt mit der Suhyup Bank ebenfalls eine eigene, landesweit agierende Geschäftsbank.
153
Kreditgenossenschaften (Saemaul Geumgo und CU)
Im Finanzsektor spielen Kreditgenossenschaften eine zentrale Rolle für die lokale Finanzierung und für Privatkunden.
Die Korean Federation of Community Credit Cooperatives
Saemaul Geumgo
, KFCC) entstand in den 1960er Jahren aus der ländlichen Entwicklungsbewegung
Saemaeul Undong
, ist heute mit über 21 Millionen Mitgliedern und etwa 1300 lokalen Kassen eine der größten Finanzinstitutionen des Landes und dient als Alternative zu den großen Geschäftsbanken.
154
Konsumgenossenschaften
Insbesondere im Bereich der nachhaltigen und biologischen Lebensmittel haben sich große und einflussreiche Konsumgenossenschaften etabliert und institutionell im politischen Leben verankert. Die Unternehmensführung der koreanischen Verbrauchergenossenschaften ist auf die Zusammenarbeit mit Produzenten und Verbrauchern ausgerichtet und legt mehr Wert auf demokratische Beteiligung als auf professionelles Management.
155
Die bekanntesten sind:
Hansalim
: Gegründet 1986, ist Hansalim eine der Pioniere und größten ökologischen Genossenschaften Südkoreas. Sie verbindet über 800.000 Konsumenten direkt mit rund 2300 Produzenten, um einen stabilen Markt für umweltfreundliche Landwirtschaft zu schaffen.
156
iCOOP
: Ein weiteres Netzwerk aus über 100 lokalen Genossenschaften mit mehr als 310.000 Mitgliedern, das ebenfalls eigene Supermärkte und Lieferketten betreibt.
157
Seit der Verabschiedung des „Framework Act on Cooperatives“ im Jahr 2011 wurde die Gründung von Genossenschaften stark vereinfacht und die Kriterien von mindestens 200 Mitgliedern und $ 300.000 Startkapital auf 5 Mitglieder reduziert. Dies führte zu einem Boom von Neugründungen; innerhalb fünf Jahren wurden bereits 8289 neue Genossenschaften gegründet und die Gesamtzahl wuchs auf 22.610 im Februar 2023.
158
Kritik und duale Struktur
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Trotz ihrer wirtschaftlichen Bedeutung wird die Rolle der großen traditionellen Genossenschaften wie
Nonghyup
und
Suhyup
in Südkorea differenziert betrachtet. Ein wesentlicher Kritikpunkt ist ihre historische Entstehung während der autoritären Militärregime. Im Gegensatz zu basisdemokratischen „Bottom-Up“-Bewegungen wurden sie als „Top-Down“-Instrumente vom Staat gegründet, um die wirtschaftspolitischen Ziele der öffentlichen Instanzen in ländlichen Regionen umzusetzen.
Als Gegenbewegung zu diesen staatlich geprägten Giganten entstanden seit den 1980er Jahren zivilgesellschaftliche Genossenschaften wie
Hansalim
, die auf partizipatorischen Mitgliederprinzipien, ökologischer Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit vom Staat basieren. Die moderne südkoreanische Genossenschaftslandschaft ist daher von dieser Dualität zwischen den alten, politisch verankerten Konglomeraten und den neueren, demokratisch, sozial und ökologisch motivierten Bürgerbewegungen geprägt.
159
Urproduktion
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Die Bedeutung der Landwirtschaft für die Wirtschaft Südkoreas ist in den vergangenen Jahrzehnten ständig zurückgegangen. Im Jahr 2003 betrug der Anteil der Landwirtschaft am
Bruttoinlandsprodukt
des Landes etwa 3,2
%. Trotzdem beschäftigt die Landwirtschaft etwa 10
% der Arbeitskräfte. Das wichtigste landwirtschaftliche Produkt ist der
Reis
, der in etwa 80
% aller Betriebe angebaut wird. Die Selbstversorgung mit Reis ist eine der Prioritäten in der Wirtschaftspolitik Südkoreas – obwohl der Reisanbau in Südkorea relativ teuer ist und etwa 70
% aller Reisfelder künstlich bewässert werden müssen. Weitere landwirtschaftliche Produkte sind
Roggen
Weizen
Sojabohnen
Kartoffeln
, Gemüse und Obst, wobei der Anbau dieser Produkte ständig sinkt und durch Importe ersetzt wird. Aufgrund von fallenden Preisen für landwirtschaftliche Produkte, die vor allem durch Importe verursacht werden, kommt es immer wieder zu politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen.
Reisfelder in
Gyeongju
Die Viehzucht hat mit dem steigenden Wohlstand der Bevölkerung an Bedeutung gewonnen und ist nun der zweitwichtigste landwirtschaftliche Sektor.
Während der
Landreformen
in den 1950er Jahren wurde der Großteil des
Grundbesitzes
an landlose
Pächter
und
Kleinbauern
umverteilt. Nahezu sämtliche Landwirte sind Mitglieder des landesweiten Verbandes landwirtschaftlicher
Genossenschaften
Nonghyup
, der unter anderem seine Mitglieder mit
Bankleistungen
, Schulungen und Marketing unterstützt. Der Verkauf von landwirtschaftlich genutztem Land war bis in die 2000er Jahre untersagt, um wirtschaftliche Ungleichheiten im ländlichen Raum zu reduzieren. Infolge der wirtschaftlichen
Liberalisierung
seit 1997 wurde der Erwerb einer begrenzten Menge an Land nach und nach unter bestimmten Voraussetzungen möglich gemacht.
Im Moment befindet sich die koreanische Landwirtschaft in einem Strukturwandel, durch den von einzelnen Ehepaaren geführte landwirtschaftliche Betriebe langsam verdrängt werden und durch großflächigere, hochmechanisierte Betriebe ersetzt werden. In der Viehzucht geht der Trend in Richtung Großbetriebe.
Die Forstwirtschaft hat in Südkorea eine sehr geringe Bedeutung. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die dichten Wälder der Koreanischen Halbinsel durch unkontrollierte Abholzung und die kriegerischen Auseinandersetzungen weitgehend zerstört. Nach dem
Koreakrieg
wurde mit Erfolg begonnen, die Wälder wieder aufzuforsten. Die Wälder Südkoreas haben ein Durchschnittsalter von weniger als 30
Jahren. Der Holzbedarf des Landes wird dennoch fast ausschließlich durch Importe gedeckt.
Die
Seetang
und
Algenanbau
stellen nach wie vor bedeutende Einnahmequelle in der maritimen Wirtschaft dar.
Die
Fischerei
und
Fischverarbeitung
erwirtschaftete im Jahr 2000 einen Umsatz von etwa 3,6
Milliarden US-Dollar. Südkorea verfügt über fast 100.000 Fischereischiffe, und 140.000 Personen sind in der Fischverarbeitung beschäftigt. Umsatz und Beschäftigung in der Fischerei sinken seit den 1980er Jahren beständig. Die Küstengewässer Südkoreas sind weitgehend leergefischt, was die Regierung im Jahr 1997 veranlasste, die Küsten- und Tiefseefischerei zu regulieren.
Industrie
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Die Industrie trägt fast 35
% zum Bruttoinlandsprodukt bei und beschäftigt etwa 20
% aller Arbeitskräfte. In Südkorea werden vor allem Elektronik wie Computer, Telekommunikationsausrüstungen, Unterhaltungselektronik und Halbleiter hergestellt; daneben Fahrzeuge, Schiffe, Produkte der chemischen Industrie, Stahl und Produkte der Leichtindustrie wie Textilien, Schuhe oder Lebensmittel. In der Produktion von Halbleitern, Flachbildschirmen und Schiffen sind südkoreanische Unternehmen weltweit führend. Nach wie vor kann die südkoreanische Industrieproduktion hohe Wachstumsraten vorweisen.
Der großindustrielle Sektor erreichte in den 1970er Jahren seine größte Ausdehnung. Daneben gewann in den 1980er Jahren die Klein- und Mittelindustrie Beschäftigungsanteile hinzu. Kleine und mittlere Unternehmen erhöhten ihren Gesamtanteil an den Beschäftigten von 35
% im Jahr 1970 auf etwa 58
% im Jahr 1998. Seitdem ist Südkoreas Wirtschaft durch diese duale Wirtschaftsstruktur gekennzeichnet; eine
oligopolistische
Großindustrie existiert neben einem bedeutenden
Wettbewerbssektor
von Klein- und Mittelunternehmen.
160
Die
Asienkrise
1997/98 hat die Schwächen in diesem System aufgezeigt.
161
Die mangelhafte
Wettbewerbsfähigkeit
des südkoreanischen Wirtschaftsmodells führte bei vielen
Jaebols
zu Finanzierungsproblemen, die sich in steigenden Schuldenquoten
162
widerspiegelten und gegen Ende der 1990er Jahre das ganze System der Jaebols unter Veränderungsdruck brachte. Besonders die Automobilindustrie war von der Krise betroffen. Ein gravierender Fall war der Zusammenbruch des Mutterkonzerns Daewoo (1999) unter der Last von etwa 80 Milliarden US-Dollar an Schulden, der mit dem Konkurs von
Daewoo Motors
im Jahr 2000 den Niedergang des zweitgrößten südkoreanischen Automobilherstellers nach sich zog.
163
Diese schwierige Situation führte zu einer Zunahme staatlicher Interventionen, nach einer Phase liberaler Zurückhaltung in den 1990er Jahren. Im Zuge ihres Reformprogramms zur Bewältigung der Krise traf die Regierung Maßnahmen zur Zerschlagung einiger dieser Jaebols. Ziel war es, die Unternehmen zu zwingen, sich auf ihr
Kerngeschäft
zu konzentrieren und un
profitable
Geschäftsbereiche zu veräußern. Durch die Entflechtung des Jaebol-Systems und die Übernahme von Eigentumsanteilen durch ausländische Investoren ist nahezu die gesamte südkoreanische Automobilindustrie durch internationale Beteiligungen abgesichert. An der Grundstruktur, der Kontrolle durch Familienclans, hat sich jedoch trotz massiver Veränderungen auf vielen Gebieten wenig geändert.
164
Koreas Regierung hatte einen Fünfjahresplan erstellt, um 2010 die globale Designführerschaft zu erreichen.
165
Dienstleistungssektor
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Der Dienstleistungssektor erwirtschaftet etwa 62
% des südkoreanischen Bruttoinlandsproduktes. Gleichzeitig beschäftigt er etwa 63
% aller Arbeitskräfte. Die wichtigsten Branchen sind Finanzdienstleistungen, Einzelhandel, Transport und
Tourismus
Der Tourismus wuchs seit den 1970er Jahren beständig. Im Jahr 1970 besuchten etwa 170.000 Personen Südkorea. Im Jahr 2002, dem Jahr der
Fußballweltmeisterschaft in Japan und Südkorea
, kamen 5,3 Millionen Besucher ins Land. Davon waren etwa 43
% Japaner; die zweitgrößte Gruppe der Besucher kam aus der
Volksrepublik China
. Bereits im Jahr 2008 betrug die Anzahl der Besucher 6.890.841 und im Jahr 2009 7.817.533.
166
Ein kurzer Aufenthalt in Südkorea ist für Besucher aus vielen Staaten ohne
Visum
möglich. Präsident der Nationalen Tourismusbehörde Südkoreas war von August 2009 bis November 2013 der in
Deutschland
geborene
Lee Charm
. In den letzten Jahren stieg die Anzahl der Touristen aus der Volksrepublik China stark an. 2016 besuchten bereits 17,2 Millionen ausländische Touristen das Land. Die Einnahmen aus dem internationalen Tourismus betrugen im selben Jahr über 17 Milliarden US-Dollar.
167
Finanzwirtschaft
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Das Land führt eine
Wertpapierbörse
– die
Korea Exchange
– mit dem Leitindex der Volkswirtschaft, dem
KOSPI
. Die
Bank von Korea
ist die
Zentralbank
und ist mit den Aufgaben einer solchen Institution betraut. Sie emittiert auch die
Währung
, den
Südkoreanischen Won
168
Energiewirtschaft
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Südkorea liegt in Hinblick auf den Energieverbrauch pro Kopf weltweit auf dem 19.
Platz.
In der
Asienkrise
1997/1998 wurde sichtbar, dass die südkoreanische Wirtschaft sehr stark von Energieimporten abhängig ist. Seit dem 21.
Jahrhundert kommt es deshalb und aufgrund der
globalen Erwärmung
zur starken Förderung von erneuerbaren Energien.
Kennzahlen der Elektrizitätserzeugung
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Laut der
Korea Electric Power Corporation
(KEPCO) betrug die
installierte Leistung
der Kraftwerke in Südkorea am Ende des Jahres 2012 81.805
MW
, davon entfielen auf
kalorische Kraftwerke
52.305
MW (63,9
%), auf
Kernkraftwerke
20.716
MW (25,3
%) und auf
Wasserkraftwerke
6446
MW (7,8
%). Die installierte Leistung der Wärmekraftwerke verteilte sich wie folgt: Kohle 24.533
MW, Erdgas 20.566
MW sowie Öl 7206
MW. Insgesamt wurden im Jahre 2012 509,574 Mrd.
kWh
produziert, davon 180,752
Mrd. durch Kohlekraftwerke (35,5
%), 150,327
Mrd. durch Kernkraftwerke (29,5
%), 113,984
Mrd. durch Gaskraftwerke (22,4
%), 28,244
Mrd. durch Ölkraftwerke (5,5
%) und 7,695
Mrd. (1,5
%) durch Wasserkraftwerke.
Laut dem Korea Energy Economics Institute (KEEI) wiesen die verschiedenen Kraftwerkstypen folgende Erzeugungskosten auf (angegeben in
je kWh):
169
Jahr
Kernenergie
Kohle
Öl
LNG
GuD
Wasserkraft
Pumpspeicher
2002
39,87
42,55
70,96
108,77
74,19
54,57
90,39
2008
39,11
51,24
192,06
163,91
142,50
134,39
212,35
2013
39,12
58,71
221,78
215,31
158,32
170,92
204,42
Ähnliche Werte findet man für das Jahr 2008 bei dieser Quelle:
170
Atomstrom 39,02
₩/kWh (0,0247
€/kWh), Strom aus Kohle 51,1
₩/kWh (0,0324
€/kWh), Wasserkraft 135,6
₩/kWh (0,0861
€/kWh), Strom aus Erdgas 143,6
₩/kWh (0,0912
€/kWh), Strom aus Erdöl 191,5
₩/kWh (0,1216
€/kWh), Windenergie 126,7
₩/kWh (0,080
€/kWh) und Solarstrom 646,9
₩/kWh (0,411
€/kWh).
Die Spitzenlast wurde am 12.
August 2016 mit 85.180
MW erreicht.
171
Im Jahre 2016 lag Südkorea bzgl. der jährlichen Erzeugung mit 526
Mrd.
kWh an Stelle 10 und bzgl. der
installierten Leistung
mit 111.200
MW an Stelle 11 in der Welt.
172
Siehe auch
Liste von Kraftwerken in Südkorea
Kernenergie
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Hauptartikel
Kernenergie in Südkorea
Die Kernenergie wurde in Südkorea massiv ausgebaut (siehe
Liste der Kernkraftwerke in Asien#Südkorea
; 1977 ging der erste Reaktor in Betrieb). 2006 lag der Anteil des Atomstroms um 39
%. Alle Anlagen werden vom Staatsunternehmen und
Monopolisten
Korea Hydro & Nuclear Power
(KHNP) betrieben und vom Subunternehmen
Korea Power Engineering Company
(KPEC) gebaut. Korea sieht es als Vorteil, dass man – wenn man genügend Uran(brennstäbe) importiert – autark ist. Das
Korea-US Atomic Energy Agreement
aus den 1970er Jahren verbietet Korea die Urananreicherung und Wiederaufarbeitung. Korea ist hier auf Importe angewiesen.
Für die Brennstoffbeschaffung ist die
KEPCO Nuclear Fuel Company
(KNFC) verantwortlich, die zusammen mit KEPCO,
Hanwha
und KHNP in Kanada, Südafrika, Niger und Südamerika in Minenprojekte bzw.
Uranbergbau
involviert ist. Zur Anreicherung wurde Mitte 2007 ein 10-Jahres-Vertrag mit
Areva NP
unterzeichnet, und 2009 ein 2,5-Anteil an der Anreicherungsanlage
Georges Besse II
erworben. Das erste Kraftwerk
Kori-1
wurde 1977 ans Netz genommen, im Jahr 1980 waren acht Reaktoren im Bau. Anfangs wurde im Kernkraftwerk Kori ein Design von
Westinghouse
verwendet, die Reaktoren im
Kernkraftwerk Hanbit
basieren auf der CP-Serie von
Framatome
. In
Wolsong
wurden kanadische
CANDU
-Anlagen verbaut. Die erste Eigenentwicklung war der OPR-1000 mit 1000
MWe; er ging ab 1998 in Betrieb. Daraus wurde der APR-1400 entwickelt, der mit erhöhter
Redundanz
und gesteigerter Blockleistung von etwa 1400
MWe ab 2008 gebaut wird und erstmals auch Exporterfolge in den
Vereinigten Arabischen Emiraten
verzeichnet. im Februar 2012 waren drei Reaktoren im Bau und sechs weitere in Planung, 23 Anlagen waren am Netz. Der Atomstromanteil soll dadurch langfristig auf über 50
% ansteigen.
173
Zur Entsorgung nuklearer Abfälle wurde 2009 die
Korea Radioactive Waste Management Co. Ltd
(KRWM) gegründet. KHNP zahlt dafür eine Entsorgungsabgabe von 900.000
Won (571
Euro) pro Kilogramm abgebrannter Brennelemente an KRWM, was je nach Anlagentyp etwa 0,15 bis 0,2
ct/kWh entspricht und im internationalen Vergleich recht hoch ist. Für die Entsorgung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen wurden im Jahr 2000 Gemeinden gebeten, sich freiwillig als Standort zu melden, woraufhin sieben Anträge einreichten, aber in keiner die notwendige Bevölkerungsmehrheit zustande kam. Das Ministry of Knowledge Economy (MKE) wählte 2003 daraufhin vier Standorte aus, der Gewinner sollte 300
Milliarden Won (etwa 190
Millionen Euro) bekommen. Im November 2005 erhielt
Gyeongju
den Zuschlag, nachdem sich dort 89,5
% der Wähler dafür entschieden, während an anderen Standorten die Zustimmung bei „nur“ 67,5 bis 84,4
% lag. Der Bau des Endlagers Wolsong begann im Juli 2008; es soll bis zu 281.600
m³ Abfälle aufnehmen.
174
Über die Entsorgung von hochradioaktiven Abfällen sollte die
Public Engagement Commission
bis 2014 einen Bericht erstellen und danach entschieden werden,
173
wenn das ‚Korea-US Atomic Energy Agreement‘ ausläuft. Dann soll festgelegt werden, ob eine direkte Endlagerung durchgeführt wird oder ob ein Einstieg in die
Wiederaufarbeitungstechnologie
erfolgt.
173
Letztere Lösung wurde 2009 aus global-wirtschaftlichen und politischen Gründen favorisiert.
173
175
Der Bericht der
Public Engagement Commission
stand bis Stand November 2015 aus.
173
Südkorea ist Mitglied im
Generation IV International Forum
und arbeitet an der Entwicklung der Kernfusion (
ITER
). Der
Korea Superconducting Tokamak Advanced Research
(KSTAR) mit supraleitenden Spulen wurde dazu 2008 in Betrieb genommen.
Fossile Energien
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Südkorea hat kaum eigene Ressourcen fossiler Energien; weniger als 3
% des Energiebedarfs können aus eigenen Ressourcen gedeckt werden.
Südkorea ist nach Japan der zweitgrößte Kohleimporteur der Welt. Etwa zwei Drittel des verbrauchten Stroms wurde um 2001 in Kohlekraftwerken produziert. 2008 importierte Südkorea fast 64
Mio.
t Kohle allein für die Stromerzeugung. Die wichtigsten Lieferländer waren Indonesien mit 26 und Australien mit 22
Mio.
t.
176
Im Jahre 2013 wurden 101
Mio.
t Kohle für die Stromerzeugung importiert und es gibt Schätzungen, dass die Importe bis 2030 auf 140
Mio.
t ansteigen werden.
177
Kohle aus Indonesien oder Australien kostete im April 2014 etwa 105
USD
je Tonne.
178
Südkorea war 2001 der fünftgrößte Ölimporteur der Welt, es verbrauchte etwa 2,1
Millionen
Fass
Öl täglich. Mit
Erdöl
wurde um 2001 etwa 45
% des Primärenergiebedarfs gedeckt. Der Höchstwert von 66
% war Mitte der 1990er Jahre erreicht und fällt seitdem.
179
2024 brauchte es 2,9 Millionen Barrel Rohöl pro Tag, lag damit weltweit an 7. Stelle hinter Japan und vor Brasilien und somit auch deutlich vor der mit 2,1 Mio. Barrel/Tag auf Platz 10 liegenden Bundesrepublik Deutschland.
180
Um den kontinuierlichen Nachschub an Erdöl zu sichern, wurde die
Korea National Oil Corporation
(KNOC) gegründet deren Aufgabe es ist, eine strategische Ölreserve zu halten und sich weltweit an Lagerstättenerkundungen und Förderprojekten zu beteiligen.
Erneuerbare Energien
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Südkorea hat das
Kyoto-Protokoll
unterzeichnet; Maßnahmen zur Verringerung des Kohlendioxidausstoßes sind vorgesehen. So liegt der Anteil der Wasserkraft seit Jahren konstant bei etwa 1,3
% und soll durch den Bau von
Gezeitenkraftwerken
wie
Sihwa-ho
und größeren Anlagen deutlich gesteigert werden. Im Rahmen des
Jeju Smart Grid Demonstration Project
wird die Insel
Jeju
unter Leitung des
Korea Smart Grid Institute
(KSGI) mit einem
Intelligenten Stromnetz
ausgestattet. Dafür sollen bis zur Fertigstellung im Jahr 2030 rund 2,75
Billionen Won (1,75 Mrd. Euro) investiert werden.
181
Arbeitsmarkt
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Der Arbeitsmarkt Südkoreas umfasst im Jahr 2024 etwa 29,67
Millionen Personen. Die Arbeitslosenquote lag bei etwa 2,2
% (Stand November).
182
183
2016 umfasste er etwa 25,4
Millionen Personen mit einer Arbeitslosenquote von 3,7
%.
184
12,83 Millionen, bzw. etwa 55
% der südkoreanischen Frauen im arbeitsfähigen Alter sind beruflich aktiv (2024).
183
Im Januar 2016 wurde die Zahl der berufstätigen Frauen mit 11
Millionen angegeben und die Anzahl der arbeitslosen Frauen betrug etwa 408.000.
184
Arbeitsrecht
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Laut dem Labour Rights Index erreicht Südkorea den Wert von 83 und ist somit auf Platz 2 in Ostasien nach der
Mongolei
185
Etwa 80
% waren vom Sozialschutz, wie er durch das
UN-Forschungsinstitut für soziale Entwicklung
definiert wird, abgedeckt. Der
Existenzlohn
wird auf etwa 1.255.988 Won geschätzt.
183
Der Anteil der
Teilzeitarbeit
an der Gesamtbeschäftigung liegt bei 25
% und der befristeten Beschäftigung bei etwa 21
%. 2023 gab es insgesamt 4,33
fatale
Arbeitsunfälle
183
Bezahlter
Mutterschaftsurlaub
beträgt 90 Tage und wird mit 83,7
% des Gehalts kompensiert. In Südkorea und Japan haben Eltern jeweils Anspruch auf einen Elternschaftsurlaub von bis zu einem Jahr, der mit 30
% bis 60
% des regulären Gehalts vergütet wird.
Viele der bis heute geltenden Regelungen wurden im Arbeitsgesetz von 1997 festgesetzt und über die Zeit hinweg angepasst.
Mindestlohn
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In Südkorea gilt ein
Mindestlohn
, der jährlich angepasst wird. 2024 betrug er 1.708.935 Won im Monat bei Vollzeitbeschäftigung.
183
Im Jahr 2010 betrug er 4110 Won pro Stunde (etwa 2,98 Euro), 2015 stieg er auf 5580 Won (
etwa 4,00 Euro). 2023 liegt der Mindestlohn bei 9620 Won (
etwa 6,90 Euro).
186
187
Entwicklung des Mindestlohns in Südkorea
in
% gegenüber dem Vorjahr (real)
Jahr
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Won
4320
4580
4860
5210
5580
6030
6470
7530
8350
8590
8720
9120
9620
Veränderung in
% ggü. Vj.
5,11
6,02
6,11
7,20
7,10
8,07
7,30
16,38
10,89
2,88
1,51
4,59
5,48
Quelle
186
188
186
188
186
188
186
188
186
188
186
188
186
188
186
189
190
191
192
193
187
Gewerkschaften
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Im Jahr 2020 lag die Gewerkschaftsbeteiligung bei etwa 12
% und etwa 16
% waren in Tarifverhandlungen involviert.
183
2003 gab es in Südkorea mehr als 6500
Gewerkschaften
, die etwa 11
% aller Arbeitskräfte vertraten. Die meisten dieser Gewerkschaften existieren auf Firmenebene, einige davon sind auf nationaler Ebene in zwei nationalen Föderationen vereinigt. Beide großen Gewerkschaftsbünde, die Koreanische Gewerkschaftsföderation (FKTU) und die
Koreanische Konföderation Demokratischer Gewerkschaften
(KCTU)
194
sind Mitglieder des
Internationalen Gewerkschaftsbundes
(IGB). Die Zahl der Mitglieder in den zur FKTU gehörenden Einzelgewerkschaften wird mit 878.628 Mitgliedern angegeben, für die KCTU mit 812.500 (Stand: November 2017).
195
Im Jahr 2003 gab es 319
Streiks
, bei denen insgesamt 1,3
Millionen Arbeitstage verloren gingen. Im Jahr 1996 wurde in der Nationalversammlung ein Gesetz vorgeschlagen, das die Entlassung von Arbeitern erleichtern sollte. Dies führte zu einem von der KCTU und der FKTU organisierten Generalstreik, an dem etwa eine Million Arbeiter teilnahmen.
196
Gemäß
OECD
-Daten betrug die Arbeitsleistung koreanischer Arbeiter im Jahr 2004 insgesamt 2390
Stunden pro Jahr. Nach Angaben der südkoreanischen Regierung sank die Zahl der Arbeitsstunden auf 2316 im Jahre 2007.
197
Gemäß der OECD 2024 ist er auf 1872 Stunden gesunken und ist somit 7,4
% über dem OECD-Schnitt von 1742 Stunden.
198
Internationale Wirtschaftsbeziehungen
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Die internationalen Wirtschaftsbeziehungen, insbesondere der Export, sind einer der zentralen Punkte der Außenpolitik Südkoreas. Seit 1995 ist das Land Mitglied der
WTO
. Die Exporte haben sich seit den 1970er Jahren rasant entwickelt. Während sie in den frühen 1970er Jahren etwa 10
% des BIP ausmachten, lag dieser Prozentsatz im Jahr 2014 bei 50,6
%.
199
Im
Economic Complexity Index
belegte Südkorea 2022 mit einem Wert von 1,78 Platz 4 von 133 Ländern.
Die wichtigsten Exportgüter sind Elektronik, Fahrzeuge, Unterhaltungselektronik, Nukleartechnik und Maschinen, Stahl, Schiffe sowie Produkte der chemischen Industrie. Die wichtigsten Absatzmärkte für südkoreanische Güter sind
Volksrepublik China
und die
USA
. Danach folgen
Hongkong
Vietnam
und
Japan
. Die wichtigsten Importgüter sind Rohöl, Lebensmittel, Maschinen und Fahrzeuge, Chemikalien und Metalle. Die meisten Importe stammen aus der Volksrepublik China, den USA, Japan,
Deutschland
und
Australien
200
Die gesamten Exporte des Jahres 2015 beliefen sich auf etwa 527
Mrd.
US-Dollar, die Importe lagen bei 436 Milliarden. Dies führte zu einem
Außenhandelsüberschuss
von 91 Milliarden US-Dollar.
Ausländische Firmen investierten in Südkorea im Jahr 2016 nahezu 184
Mrd.
US-Dollar. Der größte Investor mit etwa 36
% sind die Staaten der Europäischen Union, danach folgen Singapur, die USA,
Hongkong
und Japan. Während sich die amerikanischen Investitionen auf den Servicesektor konzentrieren, investieren die japanischen Firmen größtenteils in Industrieunternehmen. Die ausländischen Investitionen werden durch Bedenken über
Korruption
und unfaire Handelspraktiken gebremst.
Außenhandel
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Entwicklung des Außenhandels
(in Mrd. US$ und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in
%)
201
2019
2020
2021
Mrd. US$
% gg. Vj.
Mrd. US$
% gg. Vj.
Mrd. US$
% gg. Vj.
Einfuhr
503,3
−6,0
467,6
−7,1
615,1
31,5
Ausfuhr
542,2
−10,4
512,5
−5,5
644,4
25,7
Saldo
38,9
44,9
29,3
Haupthandelspartner Südkoreas 2021 laut GTAI
201
Export (in Prozent) nach
Import (in Prozent) von
China Volksrepublik
Volksrepublik China
25,3
China Volksrepublik
Volksrepublik China
22,5
Vereinigte Staaten
Vereinigte Staaten
14,9
Vereinigte Staaten
Vereinigte Staaten
11,9
Vietnam
Vietnam
8,8
Japan
Japan
8,9
Hongkong
Hongkong
5,8
Australien
Australien
5,4
Japan
Japan
4,7
Saudi-Arabien
Saudi-Arabien
3,9
Taiwan
Taiwan
3,8
Vietnam
Vietnam
3,9
Indien
Indien
2,4
Taiwan
Taiwan
3,8
Vereinte Nationen
sonstige Staaten
34,3
Vereinte Nationen
sonstige Staaten
39,7
Staatshaushalt
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Der
Staatshaushalt
umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 321,0
Mrd.
US-Dollar
; dem standen Einnahmen von umgerechnet 304,3
Mrd.
US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein
Haushaltsdefizit
in Höhe von 1,2
% des
BIP
172
Die
Staatsverschuldung
betrug 2016 550 Mrd. US-Dollar oder 39,0
% des BIP.
172
Von der Ratingagentur
Standard & Poor’s
werden die
Staatsanleihen
des Landes mit der Note AA bewertet (Stand November 2018) und liegen damit knapp hinter der Bestnote.
202
2020 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in
% des BIP) folgender Bereiche:
203
Gesundheit
: 8,4
Bildung
: 4,7
% (2019)
Militär
: 2,7
% (2023)
Staatshaushalt des Jahres 2023
204
Gesamtbudget (in Billionen Won)
Prozentsatz des Gesamtbudgets
Prozentsatz des BIP
Gesundheit, Soziales und Beschäftigung
226,0
35,4
10,8
Bildung
96,3
15,1
4,6
Nationale Verteidigung
57,0
8,9
2,7
Infrastruktur und Verkehr (SOC)
25,0
3,9
1,2
Forschung und Entwicklung (F&E)
31,1
4,9
1,5
Kultur, Sport und Tourismus
8,6
1,3
0,4
Umwelt
12,2
1,9
0,6
Industrie, KMU und Energie
26,0
4,1
1,2
Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei
24,4
3,8
1,2
Diplomatie und Wiedervereinigung
6,4
1,0
0,3
Soziale Ordnung und Sicherheit
22,9
3,6
1,1
Andere Bereiche
103,0
16,1
4,9
Infrastruktur
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In den letzten Jahrzehnten wurde, dank gezielter Investitionen, ein hochmodernes und dichtes Netz an Verkehr- und Transportinfrastruktur errichtet. Im
Logistics Performance Index
, der von der
Weltbank
erstellt wird und die Qualität der Infrastruktur misst, belegte Südkorea 2023 den 17. Platz unter 160 Ländern.
205
Schienenverkehr
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Hauptartikel
Eisenbahn in Südkorea
Geschichte
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Hauptartikel
Schienenverkehr in Chōsen
Die erste Straßenbahn wurde 1899 in Seoul eröffnet.
Die erste Eisenbahnverbindung in Korea war ein Teilstück der
Gyeongin-Linie
, die
Seoul
mit dem nahen
Incheon
verbindet und am 18.
September 1899 eröffnet wurde. Die Gyeongbu-Linie von Seoul nach
Busan
wurde am 1.
Januar 1905 eröffnet. Parallel zu dieser wichtigsten Relation der Eisenbahn in Südkorea wurde 2004 eine
Schnellfahrstrecke
eröffnet, die erste des Landes.
Eisenbahn
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KTX 1
Anfang 2019 hatte das südkoreanische Eisenbahnnetz eine Länge von 4113
km. Davon dienen 656
km dem
Hochgeschwindigkeitsverkehr
. Die Infrastruktur wird vom
Infrastrukturbetreiber
Korea National Railway
(KNR) entwickelt und betrieben.
206
Die staatliche
Eisenbahnverkehrsbehörde
KORAIL
wickelt den ganz überwiegenden Teil des Eisenbahnverkehrs in Südkorea ab. Sie besaß im April 2018 insgesamt 16.639 Fahrzeuge. 1530 davon waren
Triebköpfe
und
Personenwagen
für
Triebzüge
des Hochgeschwindigkeitsverkehrs. Weiter liefen in anderen Triebwagen 2937 Fahrzeuge. Im Bestand befanden sich weiter 456 Lokomotiven, 10.665
Güterwagen
, 920 Personenwagen und 116
Generatorwagen
207
Im Personenverkehr werden vier
Zuggattungen
angeboten. Zu den Einzelheiten siehe
KORAIL#Fahrzeuge
Da Südkorea das äußere Ende der koreanischen Halbinsel einnimmt, ist seine einzige Landgrenze die zu
Nordkorea
. Aufgrund der politischen Situation ist der Eisenbahnverkehr zwischen beiden Staaten extrem begrenzt: Personenverkehr gibt es nicht. Wenn es die politische Situation zulässt, findet Güterverkehr zwischen Südkorea und der
Sonderwirtschaftszone
Kaesŏng
statt. Darüber hinaus wurde Ende 2018 von der
russischen
FESCO Transportation Group
und der südkoreanischen
Hyundai Glovis
, die zur
Hyundai Motor Group
gehört, geprüft, ob zwischen Südkorea und Russland
Privilegierter Eisenbahn-Durchgangsverkehr
durch Nordkorea möglich ist. Dazu hielt sich ein südkoreanischer Zug mit 28 südkoreanischen Experten 18 Tage lang in Nordkorea auf, um die
Eisenbahninfrastruktur
darauf zu überprüfen, ob das technisch möglich ist.
208
U-Bahn
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Die
U-Bahn Gwangju
In den sechs größten Städten Südkoreas werden
U-Bahn
-Systeme betrieben. Sie stellen einen Eckpfeiler im Nahverkehr der Großstädte dar und werden laufend erweitert.
Seoul
Das erste und größte U-Bahn-Netz Südkoreas war die
U-Bahn Seoul
. Sie wurde 1974 eröffnet und umfasst acht Linien mit einer Gesamtlänge von 287
Kilometern und 263
Stationen. Diese U-Bahn verbindet die Stadt mit den zahlreichen Satellitenstädten im Umland und wird täglich von durchschnittlich 5,6
Millionen Passagieren benutzt.
Busan
Die
U-Bahn Busan
wurde 1985 eröffnet. Das Streckennetz umfasst drei Linien mit einer Gesamtlänge von 88,8
Kilometern und 90
Stationen, die tägliche Transportleistung liegt bei über 706.000 Passagieren.
Daegu
1997 ging die erste Linie der
U-Bahn Daegu
in Betrieb, eine zweite Linie wurde 2005 eröffnet. Das Netz umfasst seitdem 57,3
Kilometer mit 56
Stationen. Bei einem durch einen psychisch Erkrankten ausgelösten Brand am 18.
Februar 2003 kamen fast 200 Personen ums Leben. Der Anschlag gilt weltweit als einer der schwersten in der Geschichte der U-Bahnen (siehe
Feuer in der U-Bahn in Daegu
).
Incheon
Die 1999 eröffnete
U-Bahn Incheon
umfasst eine Linie von 24,6
Kilometern Länge mit 22 Stationen. Es ist baulich mit dem Netz der U-Bahn Seouls verbunden.
Gwangju
Die erste Linie der
U-Bahn Gwangju
wurde 2004 eröffnet und umfasst bisher 14
Stationen bei einer Länge von 12
Kilometern.
Daejeon
Die
U-Bahn Daejeon
wurde im März 2006 mit 12
Stationen auf 12,4
Kilometern Länge eröffnet.
Straßenverkehr
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Autobahnbeschilderung für das
Asiatische Fernstraßen-Projekt
Das Straßennetz Südkoreas umfasst eine Gesamtlänge von 97.252
Kilometern, von denen 74.641
Kilometer asphaltiert sind. Das Autobahnnetz, in Südkorea
Express Way
genannt, wurde mit der 1968 eröffneten, 24
Kilometer langen Autobahn von Seoul nach Incheon in Betrieb genommen. Die mit 425,5
Kilometern deutlich längere Autobahn von Seoul nach Busan wurde zwei Jahre später eröffnet. Ende 2005 umfasste das
Express-Way-Netz
24 Autobahnen mit einer Gesamtlänge von 2968
Kilometern, die größtenteils mautpflichtig sind. Es herrscht
Rechtsverkehr
Siehe auch
Liste der Nationalstraßen in Südkorea
Busverkehr
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Neben den in der Regel gut ausgebauten
Stadtbusnetzen
verfügt Südkorea über ein gut ausgebautes
überregionales Busnetz
. Intercity-Busse verbinden die meisten Städte des Landes miteinander. Viele Linien machen mehrere Zwischenhalte, andere fahren Nonstop zum Zielort. Etwas teurer sind die Express-Busse, die das nationale Autobahnnetz – meist mit eigener Busspur – nutzen. Rund die Hälfte der Linien beginnt oder endet in Seoul, rund 70 weitere Städte sind an das Netz angebunden. Die meistbefahrenen Linien werden alle 5 bis 10
Minuten bedient, wobei alle Busse ihr Ziel direkt anfahren.
Individualverkehr
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Hauptstraße in Yongsan, Seoul, im Hintergrund der N Seoul Tower
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung des Landes hat der Automobilverkehr einen dramatischen Anstieg erfahren. So stieg die Anzahl der registrierten Fahrzeuge zwischen 1980 und 2006 von 527.729 auf 15.493.681. Dies entspricht einem Anstieg von 14
% jährlich. Noch deutlicher ist die Steigerung, wenn man nur die Klasse der Personenwagen betrachtet. Deren Zahl stieg von 249.102 (1980) auf 11.224.016 im Jahr 2006, das entspricht einem Zuwachs um das 45-fache. Dies führte vor allem in Großstädten zu den üblichen Problemen. Neben der Überlastung der Straßen ist der Straßenverkehr eine schwere Belastung für die Umwelt. So hat Seoul die stärkste Luftverschmutzung aller Städte in den Mitgliedsstaaten der
OECD
zu ertragen.
209
2013 kamen im Südkorea insgesamt 12 Verkehrstote auf 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland waren es im selben Jahr 4,3 Tote. Insgesamt kamen damit 5930 Personen im Straßenverkehr ums Leben. Das Land hat eine im weltweiten Vergleich hohe Motorisierungsrate. 2014 kamen im Land 459 Kraftfahrzeuge auf 1000 Einwohner.
210
Luftverkehr
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Um der ebenfalls stark gestiegenen Bedeutung des Luftverkehrs gerecht zu werden, wurde 2001 auf der Insel
Yeongjongdo
, 52
Kilometer westlich von
Seoul
, der
Incheon International Airport
in Betrieb genommen. Er löste als Drehscheibe für internationale Flüge den überlasteten
Flughafen Gimpo
ab, von dem hauptsächlich nur noch nationale Ziele angeflogen werden.
Vom Incheon International Airport bieten unter anderem die beiden südkoreanischen Fluggesellschaften
Korean Air
und
Asiana Airlines
pro Woche mehr als 1700 internationale Direktverbindungen in die wichtigsten Städte Asiens, Nordamerikas, Europas und des Mittleren Ostens an.
Nationale Flüge werden zwischen Seoul,
Busan
Jeju
Daegu
Gwangju
Jinju
Wonju
Cheongju
Yeosu
Ulsan
Yangyang
und
Pohang
angeboten. 2003 wurden zwischen diesen Städten 21,3
Millionen Passagiere befördert.
Schifffahrt
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Die „Hanjin Vienna“ der
Hanjin Shipping
in Hamburg
Durch seine Lage auf der Koreanischen Halbinsel mit hunderten von bewohnten Inseln sowie der Situation als Exportnation spielt die Schifffahrt für Südkorea eine bedeutende Rolle. Die wichtigsten
Seehäfen
sind
Incheon
und
Gunsan
an der Westküste,
Mokpo
Jinhae
und
Masan
an der Südküste, sowie Busan,
Donghae
, Ulsan und
Pohang
an der Ostküste. Der jährliche Güterumschlag der südkoreanischen Häfen betrug 2003 596 Millionen Tonnen, im Gegensatz zu 9
Millionen Tonnen im Jahre 1961. Die südkoreanische Handelsmarine umfasste 2005 650 Schiffe mit mehr als 1000
Bruttoregistertonnen
Internationale Fähren fahren von Incheon nach
Weihai
Yantai
Qingdao
Shanghai
Tianjin
Dalian
und
Dandong
in der
Volksrepublik China
. Von Busan werden Routen nach
Shimonoseki
Tsushima
und
Hakata
in
Japan
sowie Yantai in China angeboten. Ebenfalls in China liegt
Lianyungang
, das von Mokpo angefahren wird. Außerdem
Sokcho
wird eine Route nach
Zarubino
in
Russland
angeboten. Nationale Fähren fahren zu den zahlreichen Inseln. Durch den
Jeju International Airport
auf der Insel Jeju verlieren die Fährlinien dorthin aber zunehmend an Bedeutung.
Telekommunikation
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Es gibt drei Mobilfunkanbieter in Südkorea:
SK Telecom
KT
und
LG Uplus
. Im Jahr 2023 nutzten 97,4 Prozent der Einwohner Südkoreas das Internet.
211
In Südkorea sind pornografische Webinhalte, nordkoreanische Webseiten sowie Onlinedienste, die nach Ansicht der Behörden die „
öffentliche Ordnung
“ stören könnten, verboten. Das entsprechende Gesetz, das diese Verbote aufstellte, das „Electronic Communication Business Law“ von 1995, war eins der ersten
Internetzensur
-Gesetze der Welt.
212
Es werden alle solchen den Behörden bekannten Webseiten blockiert. Diese umfangreiche Internetzensur ist für ein sonst so demokratisches Land ungewöhnlich
213
und wird von vielen
NGOs
kritisiert.
214
Internet
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Südkorea hatte 2017 das schnellste Internet der Welt, gefolgt von Norwegen und kleineren Staaten wie Singapur und Bahrain.
215
Feuerwehr
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In der
Feuerwehr in Südkorea
waren im Jahr 2019 landesweit 57.779
Berufs-
und 94.257
freiwillige Feuerwehrleute
organisiert, die in 219 Feuerwachen und
Feuerwehrhäusern
, in denen 2144
Löschfahrzeuge
und 460
Drehleitern
bzw.
Teleskopmasten
bereitstehen, tätig sind.
216
Der Frauenanteil beträgt 21 Prozent.
217
In den
Jugendfeuerwehren
sind 26.550 Kinder und Jugendliche organisiert.
218
Die südkoreanischen Feuerwehren wurden im selben Jahr zu 40.030
Brandeinsätzen
alarmiert. Hierbei wurden 284 Tote von den
Feuerwehren
geborgen und 2219 Verletzte gerettet.
219
Der nationale Feuerwehrverband repräsentiert die südkoreanische Feuerwehr mit ihren Feuerwehrangehörigen im Weltfeuerwehrverband
CTIF
220
Forschung und Entwicklung
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Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung Südkoreas am
Bruttoinlandsprodukt
. Quelle: OECD, EUROSTAT. Berechnungen und Schätzungen des
NIW
in Schasse et al. (2016).
221
Daten aus dem EFI-Gutachten 2016.
222
Südkorea gab im Jahr 2014 4,3
% des BIP für Forschung und Entwicklung aus und damit prozentual mehr als jedes andere Land.
223
2006 implementierte die südkoreanische Regierung ein Regelwerk, durch das Autoren von Fachartikeln in wichtigen Zeitschriften wie
Science
Nature
und
Cell
3 Millionen Won erhalten.
224
225
Um die Forschung weiter zu stärken, wurde das
Institute for Basic Science
gegründet, vergleichbar mit
RIKEN
in
Japan
und der
Max-Planck-Gesellschaft
in
Deutschland
226
Albert HUBO
Siehe auch
Ministerium für Wissenschaft und IKT
Wissenschaft und Technik
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Südkorea hat innerhalb der
OECD
die höchste Rate von Absolventen in Naturwissenschaften und Ingenieurswesen.
227
Außerdem führt das Land den
Bloomberg
Innovation Index an (Stand 2021).
228
Des Weiteren weist Südkorea nur geringe Grenzen für neue Technologien auf und wird deshalb als
Testmarkt
, gerade für
Smartphone
-Technik, genutzt. Zahlreiche Inventionen neuer Medien und Apps sowie
4G
- und
5G
-Infrastrukturen werden in Südkorea umgesetzt.
229
Südkorea mit Abstand das am stärksten
automatisierte
Land der Welt, mit 1012 Robotern pro 10.000 Angestellten, gefolgt von
Singapur
mit 730 und
Deutschland
mit 415.
230
Nach
Japan
, den
USA
und
Deutschland
verfügt Südkorea über den weltweit vierthöchsten Bestand von
Industrierobotern
231.1
Das Wachstum betrug von 2011 auf 2014 etwa 59
% und weist eine Menge von 150.505 Robotern auf.
231
In der Servicerobotik ist Südkorea neben Japan führend.
231.2
2005 entwickelten Forscher des
Korea Advanced Institute of Science and Technology
(KAIST) den weltweit zweiten, laufenden
humanoiden Roboter
HUBO
. Ein Team des Korea Institute of Industrial Technology entwickelte den ersten koreanischen
Androiden
Ever-1
im Mai 2006.
232
Informationstechnologie
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Die Errichtung eines
IPv4
-Netzwerks wurde erstmals vom
UCLA
-Absolventen
Kilnam Chon
initiiert und die erste
TCP/IP
-Verbindung ging am 15. Mai 1982 in Betrieb. Das so entstandene
System Development Network
(SDN) ist nach dem
ARPANet
aus den Vereinigten Staaten die zweite TCP/IP-basierte Internet-Implementierung auf der Welt.
1983 wurde über
UUCP
eine Verbindung mit den Niederlanden und 1984 über
CSNET
in den Vereinigten Staaten hergestellt. 1993 wurde von der Regierung die nationale „
Informatisierung
“ und die Entwicklung der Informationsindustrie als Schlüsselaufgaben gesetzt. Der Plan zum Aufbau eines Hochgeschwindigkeits-Informations- und Kommunikationsnetzes nahm über einen Zeitraum von zwei Jahren, von 1993 bis 1994, Gestalt an.
Korea Telecom
(heute KT) startete den ersten
WWW
-basierten kommerziellen Internetdienst unter dem Namen
KORNET
. Gleichzeitig starteten LG
Dacom
und I-Net's
Nurinet
Internetdienste für Unternehmen und die allgemeine Öffentlichkeit.
Seit 1995 gewann
Nurinet
aufgrund ihrer einfachen, nicht-
terminalbasierten
Benutzerumgebung zunehmend an Popularität und die PC-Kommunikation entwickelte sich weiter in Richtung von
Massenmedien
. Im Jahr 1997 wurde die 014XY-Servicepauschale eingeführt, und NetsGo und Daum Hanmailnet wurden eröffnet, wodurch Koreas erster kostenloser E-Mail-Service, die erste Online-Suche und die erste Portalseite gestartet wurden.
Von 1998 bis 2002 förderte die Volksregierung die Politik
Cyber Korea 21
, die auf den Aufbau eines Hochgeschwindigkeits-Kommunikationsnetzes abzielte. Hanaro Telecom (heute SK Broadband), das 1999 als zweiter lokaler Telefondienstanbieter ausgewählt wurde, führte einen
ADSL
-Dienst mit einer Höchstgeschwindigkeit von 8 Mbit/s ein. Statt
ISDN
Koaxialkabeln
wurden
Lichtwellenleiter
ausgewählt.
Um das Jahr 2000 herum verbesserte sich die Geschwindigkeit weiter durch
Kabel-Internet
VDSL
im Jahr 2002, 100 Mbit/s optisches
LAN
im Jahr 2005, 160 Mbit/s
HFC
im Jahr 2010 und 1 Gbit/s
Giga-Internet
im Jahr 2014. Während kabelgebundenes Internet aktiv war, wurde mobiles Internet aufgrund hoher Gebühren nicht viel genutzt, aber mit der weit verbreiteten Nutzung von Smartphones in den 2010er Jahren stieg die Häufigkeit der mobilen Internetnutzung deutlich an.
Raumfahrt
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Siehe auch
Korea Aerospace Research Institute
Eine Nachbildung von
Naro-1
Südkorea brachte seit 1992 mehr als 15 Satelliten ins All, darunter im Rahmen des
KOMPSat
-Programms ab 1999 in Zusammenarbeit mit Russland vier Fernerkundungs-Satelliten.
233
Der erste dieser Satelliten,
Arirang-1
, ging 2008 nach neun Jahren Nutzungszeit im All verloren.
Im April 2008 flog
Yi So-yeon
als erste koreanische
Astronautin
an Bord einer russischen
Soyus TMA-12
ins All.
234
Im Juni 2009 wurde Südkoreas erster
Weltraumbahnhof
, das
Naro Space Center
, in
Goheung
Jeollanam-do
) in Betrieb genommen.
235
Der Start der Rakete
Naro-1
im August 2009 scheiterte.
236
Auch der zweite Versuch im Juni 2010 war nicht erfolgreich. Der dritte Start im Januar 2013 war schließlich erfolgreich.
237
Südkoreas Anstrengungen eine eigene Trägerrakete zu entwickeln stoßen auf politischen Druck ausgehend von den
USA
, die über mehrere Jahrzehnte Südkoreas Ambitionen behinderten.
238
Die USA befürchteten, dass es sich um geheime, militärische Programme handeln könnte.
239
Südkorea suchte eine Zusammenarbeit mit weiteren Staaten, wie
Russland
, um eine einheimische Raketentechnologie zu entwickeln.
Am 21. Oktober 2021 unternahm die südkoreanische
Trägerrakete
Nuri
ihren ersten orbitalen Startversuch um 08:00 UTC. Am 21. Juni 2022 absolvierte Nuri ihren zweiten Flug erfolgreich um 07:00 UTC. Nuri ist das erste Projektil, das vollständig mit unabhängiger koreanischer Technologie entwickelt wurde – von der Konstruktion über die Fertigung bis hin zu den Tests. Mit ihrem erfolgreichen finalen Start wurde Korea zur siebten Nation weltweit, die über ein mittel- bis großformatiges
Flüssigkeitsraketentriebwerk
mit einer Schubkraft von 75 Tonnen oder mehr verfügt. Alle drei Stufen der Rakete verwenden heimisch eigenständig entwickelte Triebwerke, womit Nuri zur ersten vollständig in Südkorea entwickelten orbitalen Trägerrakete wurde.
240
Bildung
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Durch den großen Einfluss des
Konfuzianismus
wird der Bildung in Korea traditionell ein sehr hoher Wert beigemessen. Die Ausbildung bestimmt wesentlich den späteren sozialen Status. Der hohe Eifer für Bildung wird als ein wesentlicher Faktor für den starken wirtschaftlichen Aufschwung angesehen.
Das südkoreanische Bildungssystem gerät allerdings in die Kritik, insbesondere in Hinblick auf den enormen Leistungsdruck der
High-School-Bildung
. So ist es für High-School-Schüler nicht unüblich (ähnlich auch in Japan oder China), dass sie einen 12-Stunden-Tag haben und mehrere
Hagwon
genannte Paukschulen besuchen. Das High-School-Zeugnis bzw. die Hochschuleintrittsprüfung sind entscheidend dafür, welche Universität man besucht. Dies wiederum ist maßgeblich für die späteren Berufschancen und den sozialen Status.
Das südkoreanische Bildungssystem ist einheitlich und staatlich zentralisiert. Zuständig ist das „Ministerium für Bildung und die Entwicklung von Humanressourcen“.
Südkorea weist eine der höchsten
Alphabetisierungsraten
weltweit auf.
Schulen
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Moderne Schulen wurden in Korea in den 1880er Jahren eingeführt. Die moderne Vorschulausbildung Südkoreas besteht seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Mit der Gründung Südkoreas errichtete die Regierung ein modernes Schulsystem nach westlichem Vorbild. Während der Modernisierung in den 1970er Jahren spielte sie eine wichtige Rolle. Seit den 2000er Jahren wurde sie noch einmal reformiert und ausgebaut. Gab es im Jahre 1980 landesweit nur 901 Vorschulen, so stieg deren Zahl bis 2003 auf 8292. Seit 1999 werden
Kindergartenplätze
für Kinder aus sozial schwachen Familien vom Staat bezuschusst. 2002 wurde das Programm erweitert, um 20
% der fünfjährigen Kindergartenkinder komplett von den Gebühren zu befreien.
Das Schulsystem gliedert sich in eine sechsjährige Grundschule (
초등학교
初等學校
chodeunghakgyo
), eine dreijährige Mittelschule (
중학교
中學校
junghakgyo
) sowie eine dreijährige High School (
고등학교
高等學校
godeunghakgyo
). Der Besuch der Grundschule und seit 2002 auch der Mittelschule ist verpflichtend, nahezu alle Schüler wechseln anschließend auf die High School (99,7
% aller Schüler im Jahr 2004). In Grundschulklassen gibt es im Durchschnitt 26,2 Schüler pro Lehrer (Stand: 2002). An der Mittelschule unterrichtet ein Lehrer im Durchschnitt 19
Schüler (Stand: 2004). Die durchschnittliche Klassengröße insgesamt stand 2003 bei 34,5
Schülern.
Es gibt zwei Arten von High Schools, eine allgemeinbildende, auf ein Hochschulstudium vorbereitende (
인문계 고등학교
人文系 高等學校
inmun-gye godeunghakgyo
genannt), sowie eine berufsvorbereitende High School (
실업계 고등학교
實業系 高等學校
sireobgye godeunghakgyo
), von der wiederum vier Unterarten existieren, die speziell auf die Themen Landwirtschaft, Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften sowie Meereskunde vorbereiten. Der Lehrplan an diesen Schulen enthält zwischen 40 und 60
% Fächer aus diesen Gebieten, der Rest gilt der Allgemeinbildung. Einige der allgemeinbildenden High Schools haben sich auf bestimmte Fächer wie Kunst, Sport, Wissenschaft oder Fremdsprachen (wie die
HAFS
) spezialisiert. 2004 gab es 729 berufsvorbereitende High Schools mit 514.550
Schülern und 1351 allgemeinbildende High Schools mit 1,23
Millionen Schülern. Rund 97
% eines Jahrgangs schließen die High School erfolgreich ab; mit diesem Wert liegt Südkorea weltweit an der Spitze.
241
Siehe auch
Schulsystem in Südkorea
In den
PISA-Studien
2018 erreichte Südkorea in den drei untersuchten Fachbereichen die Plätze 7, 8 und 9 (von 78 bzw. 79).
Schulatmosphäre, Mobbing und weitere soziale Probleme
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Das Thema
Mobbing
wird seit den 90ern ernsthaft behandelt. Laut
UNESCO
Fallstudien ist Südkorea eines von sechs Ländern auf der Welt, das die Verbreitung von Mobbing erfolgreich reduziert hat.
242
Entgegen der über, meist an Kinder und Jugendliche gerichteten Medien, wie Anime, Mangas, K-Dramas, Filmen und Musikentertainment, verbreiteten Stereotypen über Mobbing, hat Südkorea laut der
TIMSS
(Trends in International Mathematics and Science Study) und dem
PISA
OECD
Bericht von 2017 und 2018 eine der niedrigsten Mobbinginzidenzen weltweit.
243
244
245
Ebenfalls ist das der Fall für gewalttätiges Mobbing, bei der Korea zusammen mit den Niederlanden und Japan auf dem niedrigsten Wert bei 3
% weltweit liegt.
244
Oft wird das durch eine „Anti-Mobber“ Klassenatmosphäre erreicht, in der der Täter identifiziert und als solches bloßgestellt wird.
244
Jedoch deuten weitere Studien auf eine Verschlechterung der Situation hin. Laut einem Bericht des Bildungsministeriums von 2022, erfuhren 41,8
% der befragten Schüler verbale Gewalt, 14,6
% physische Gewalt und 13,3
% soziale Isolation.
246
Hochschulen
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Die
Yonsei University
Südkorea hat sehr viele und verschiedene Hochschulen. Grob besteht das Hochschulsystem aus Universitäten (mit Universitätsstatus) und berufsorientierten
Colleges
. Die südkoreanische Universitätsbildung orientiert sich an dem angelsächsischen Drei-Zyklen-System mit Bachelor-, Master- und
Promotionsstudium
. In den Universitäten sind diese Studiengänge in zwei Ebenen aufgeteilt, dem grundständigen und postgradualen Studium. Für das grundständige Studium (Bachelor) sind die Colleges (Fakultäten) zuständig. Sie sind prinzipiell vierjährig bzw. sechsjährig für Medizin und Zahnmedizin. Die höheren akademischen Grade (Master und Doktor) werden in Graduate Schools organisiert. Neben den
Volluniversitäten
gibt es spezielle Universitäten für besondere Bereiche. Ein besonderes Fach ist die verbreitete
Nordkoreawissenschaft
, die zum Beispiel an der eigenen
University of North Korean Studies
북한대학원대학교
) in Seoul gelehrt wird.
Von den berufsorientierten Hochschulen gibt es zwei- oder vierjährige (eigenständige) Colleges und Fachhochschulen mit Universitätsstatus, sowie
Fernuniversitäten
2004 gab es in Südkorea insgesamt 411 Institutionen der höheren Bildung mit zusammen 3,56
Millionen Studenten und rund 64.000 Lehrkräften. Gab es 1960 lediglich 52 Universitäten im Land, lag 2013 ihre Anzahl mit 345 um ein Vielfaches höher. 71
% aller Oberschüler, die die Hochschulzulassung erreicht haben, besuchen eine Universität, wovon zwischen 600.000 und 700.000 Studenten jährlich ihre Universität mit einem Abschluss verlassen.
247
Dies stellt eine besondere Herausforderung für den südkoreanischen Arbeitsmarkt dar.
In Südkorea gibt es Frauenuniversitäten, meist durch christlich-missionarische Institutionen gegründet. Diese stammen aus der Zeit, als die Hochschulbildung noch männlich dominiert und eine „höhere“ Bildung für Frauen eine Besonderheit war.
Die südkoreanische Hochschullandschaft besteht aus einigen staatlichen und einer Vielzahl privater Hochschulen. Viele kleinere Privathochschulen leiden unter Finanzproblemen. Von den staatlichen ist die
Seoul National University
die größte und bildet die Spitze der Bildung Südkoreas. Von den privaten sind
Yonsei University
und
Korea University
führend. Diese drei sind die traditionellen
Eliteuniversitäten
Südkoreas, wofür es die Bezeichnung
„SKY-Universität“
gibt.
Siehe auch
Liste der Universitäten in Südkorea
Kultur
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Der Tempel
Haeinsa
, UNESCO-Weltkulturerbe
Hauptartikel
Koreanische Kultur
Südkorea teilt die traditionelle Kultur mit Nordkorea. Die Differenzen zwischen
Nord-
und Südkorea haben jedoch dazu geführt, dass sich die gegenwärtige südkoreanische Kultur von der des Nordens unterscheidet.
Seit den 1990er Jahren erfreuen sich südkoreanische Filme,
Dramaserien
und Musik zunehmend weltweiter Beliebtheit. Dieses Phänomen wird als
Koreanische Welle
(Hallyu)
bezeichnet.
Literatur
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Hauptartikel
Koreanische Literatur
Drei Themen bestimmen auffallend die Gegenwartsliteratur in Südkorea: Die Teilung Koreas sowie der
Koreakrieg
und die Industrialisierung des Landes seit den 1960er Jahren.
248
Außerdem spielt die Entfremdung des Individuums in einer kapitalistischen und verstädterten Gesellschaft, die mit ihren traditionellen Werten ringt. Die Autorengeneration nach 1945 wird auch als Hangeul-Generation bezeichnet, da diese nicht mehr in der japanischen Sprache schrieben.
248
Bedeutende zeitgenössische Autoren aus Südkorea sind
Park Kyung-ni
Ko Un
Yi Mun-yol
Hwang Sok-yong
und
Pak Wanso
249
Hwang Sok-yong hat den Koreakrieg selbst erlebt und war im
Vietnamkrieg
als Soldat im Einsatz. Ein zentrales Thema seiner Werke stellt der Konflikt zwischen Tradition und Moderne dar. Die Autorin
Han Kang
wurde 2016 mit dem wichtigsten britischen Literaturpreis, dem
Man Booker Prize
, für ihr Werk
Die Vegetarierin
bedacht.
250
Das Buch wurde ins Deutsche übersetzt. Wie viele Autoren der jüngeren Generation setzt sich Han mit dem Modernisierungsschub auseinander. Dabei ist Globalisierungskritik und Fortschrittsskeptik zu erkennen.
251
Der Schriftsteller Kim Young-ha hingegen ist ein Modernisierungsbejaher. Ijoma Mangold von der
Süddeutschen Zeitung
bezeichnet seine Erzählung
Klingende Weihnachtsgrüße
als „eine psychologische Erzählung von hoher Raffinesse und sehr zeitgenössischem Charakter“.
251
Des Weiteren sind die Romane der Autorinnen
Kim Ryŏ-ryŏng
und
Gong Ji-young
populär. Von ihren Werken wurden einige erfolgreich verfilmt.
Im Westen wurde der Autor
Kim Chi-ha
bekannt, da er in seinen Werken der Auflehnung gegen die Diktatur von
Park Chung-hee
Ausdruck verlieh. Aufgrund dessen wurde er 1974 zum Tode verurteilt. Dies löste international einen Skandal aus und es folgten Proteste von westlichen Intellektuellen, wie
Jean-Paul Sartre
Heinrich Böll
und
Noam Chomsky
, bis eine
Amnestie
erfolgte.
252
Eines der bekanntesten südkoreanischen Werke im deutschsprachigen Raum ist wohl der Roman
Als Mutter verschwand
von
Sin Kyong-suk
. Ein im deutschsprachigen Raum bekannter deutsch-koreanischer Autor ist
Byung-Chul Han
Comics
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Hauptartikel
Manhwa
und
Webtoon
Comics aus Südkorea werden Manhwa genannt und finden in Deutschland zunehmend Interessenten. Es gibt in Südkorea zahlreiche sogenannte
Manhwabangs
, in denen
Manhwas
gelesen und ausgeliehen werden können. Durch
Webtoons
und Apps wie Daum Webtoon und Line Webtoon bekommen Comics aus Südkorea internationale Aufmerksamkeit.
253
Bekannte Autoren sind Jeon Geuk-jin, Yoon Tae-ho, Yang Yeong-soon, Chon Kye-young, Horang, Kang Full und Soonkki.
Musik
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Hauptartikel
Koreanische_Kultur#Traditionelle_Musik
Die traditionelle Musik in
Korea
basiert auf der Stimme. Im traditionellen koreanischen Gesang kann das Temperament und die Geschichte Koreas wiedererkannt werden. Es gibt zwei verschiedene Arten von traditioneller Musik:
Jeongak
und
Minsogak
. Traditionelle Volksmusik, wie die Ballade werden als
Minyo
(민요, 民謠) bezeichnet.
Westliche Musik erreichte
Korea
gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Form
christlicher
Hymnen der
Missionare
. Die Verbreitung westlicher Musik wurde zur Zeit des
Koreanischen Kaiserreichs
vor allem durch die Militärkapelle vorangetrieben. Der deutsche Dirigent
Franz Eckert
wurde 1901 beauftragt, diese zu gründen und zu leiten. 1915 wurde die oben genannte Militärkapelle von der
japanischen Besatzung
aufgelöst.
Mit der
japanischen Besatzung
wurde diese Militärkapelle 1916 aufgelöst. Im Rahmen der japanischen Kulturpolitik, die darauf abzielte, die koreanische Identität und Kultur zu eliminieren, wurden traditionelle koreanische Musikformen weitgehend verboten. In Schulen erfolgte der Musikunterricht ausschließlich in westlichen und japanischen Stilrichtungen, insbesondere in solchen, die sich an japanische
Enka
sowie an
militärische Marschmusik
anlehnten.
Die Komponisten der späten 1960er Jahre, wie
Kang Suk-hi
Paik Pyong-dong
und
Kim Chong-gil
, besuchten westliche Schulen, um mehr über die Musikwelt des Westens zu erfahren. Sie studierten in
Hannover
beim koreanisch-deutschen Komponisten
Yun I-sang
254
Dieser gilt als erster Künstler, der die Formen und Klänge der traditionellen koreanischen Musik mit der zeitgenössischen europäischen Musik verbunden hatte.
254
Die Komponisten der Dritten Generation moderner Musiker drängten darauf, die musikalischen Grundsätze ihrer Vorgänger zu überwinden. In den 1980er Jahren bildeten sie eine Bewegung zur Entwicklung einer „koreanischen“ Musiktheorie.
254
Eine Reihe von Musikern, darunter
Yi Keon-yong
(geb. 1947), vertrat die Auffassung, „echte koreanische Musik“ sei unmöglich, wenn man sich ausschließlich an westlichen Techniken orientierte.
254
Im beginnenden 21. Jahrhundert erscheint der Dissens weitgehend beigelegt. Die Musiker versuchen nun, das künstlerische Erbe Koreas mit einer angemessenen Akzeptanz der westlichen Musik schöpferisch zu nutzen.
254
K-Pop
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Hauptartikel
K-Pop
und
Koreanisches Idol
BTS
ist aktuell eine der beliebtesten Boygroups der Welt.
Im Zuge der
koreanischen Welle
wurde
K-Pop
weltweit sehr populär.
255
Bis in die 1990er waren
Trot
und Balladen das vorherrschende Genre in Südkorea. Das Aufkommen der Rap-Pop-Gruppe
Seo Taiji and Boys
1992 markiert einen Wendepunkt im koreanischen Musikmarkt, und Popmusik mit vielen
Boy-
und
Girlgroups
, aber auch Solosängern, wurde beliebt.
256
Insbesondere
Psy
wurde durch seinen Hit
Gangnam Style
(2012) weltweit bekannt. Weitere aktuell sehr beliebte Künstler sind
BTS
Tomorrow X Together
257
258
259
Stray Kids
Girls’ Generation
Twice
IU
Hong Jin-young
Wanna One
Red Velvet
und
Blackpink
260
2018 erreichte BTS mit ihrem Album
Love Yourself: Tear
als erste koreanische Band die
Spitze
der
Billboard 200
. Zudem handelt es sich um das erste nicht-englischsprachige Album seit zwölf Jahren auf Platz eins der US-Charts.
261
Diesen Erfolg konnten BTS wenige Monate später mit
Love Yourself: Answer
wiederholen. Durch den weltweiten Erfolg des K-Pop entwickelte sich Südkorea zum sechstgrößten Musikmarkt
262
der Welt trotz der relativ geringen Einwohnerzahl. (Stand 2023)
Feierkultur
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Karaoke
ist in Südkorea eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Die sogenannten
Noraebangs
sind an vielen Ecken aufzufinden und beliebt bei jungen, aber auch bei vielen älteren Leuten. Die koreanischen Karaokeräume sind mit den
japanischen
Karaokeboxen zu vergleichen. Als Weltstadt mit zahlreichen Diskotheken gilt Seoul als eine der besten Städte zum Feiern.
263
Film
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Hauptartikel
Südkoreanischer Film
Der Eingang des Daehan Cinema in Seoul – eines der ältesten Kinos Koreas
Gemessen an
Kinobesuchen
ist Südkorea mit über 200 Millionen verkauften Karten jährlich
264
der viertgrößte Filmmarkt der Welt. Zudem finden mit dem
Busan International Film Festival
jährlich die größten Filmfestspiele Asiens statt.
265
266
267
Eine der größten Kinoketten der Welt ist
CJ CGV
mit Sitz in Seoul.
268
Zwei weitere große Ketten sind Lotte Cinema und Megabox. Erstere hält mit dem
Super Plex G
im
Lotte World Tower
den Weltrekord für die größte Kinoleinwand der Welt.
269
Der vorherige Rekordhalter befindet sich in Seoul: Das Starium von CGV.
269
Seit den 1990er Jahren gewann der südkoreanische Film international an Bedeutung. Der 1999 veröffentlichte Spielfilm
Shiri
stellt dabei den ersten großen kommerziellen Erfolg dar. Allein in Seoul hatte der Film über 2 Millionen Zuschauer. Auf den größten europäischen Filmfestivals waren südkoreanische Filme erfolgreich. 2002 gewann
Lee Chang-dongs
Film
Oasis
den Silbernen Löwen von
Venedig
. 2004 wurde
Kim Ki-duk
auf der
Berlinale
für die beste Regie für
Samaria
ausgezeichnet und im gleichen Jahr wurde in
Cannes
Oldboy
mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet. 2010 wurde Lee Chang-dong in Cannes für das beste Drehbuch für
Poetry
ausgezeichnet. Kim Ki-duks Film
Pieta
erhielt 2012 den
Goldenen Löwen
der
Filmfestspiele von Venedig
und
Hong Sang-soos
Right Now, Wrong Then
2015 den
Goldenen Leoparden
von
Locarno
. Die wichtigsten nationalen Auszeichnungen sind der
Blue Dragon Award
und der
Grand Bell Award
270
Park Chan-wooks
Die Taschendiebin
gewann 2018 als erster südkoreanischer Film den
British Academy Film Award
271
2019 wurde der von Kritikern gepriesene Mysterythriller
Burning
als erster südkoreanischer Film für die Vorauswahl (
longlist
) der
Oscars in der Kategorie
bester fremdsprachiger Film
berücksichtigt, letztlich jedoch nicht nominiert. Als erster koreanischer Film wurde 2019
Bong Joon-hos
Parasite
mit der
Goldenen Palme
auf den
72. Internationalen Filmfestspielen von Cannes
ausgezeichnet sowie 2020 als erste fremdsprachige Produktion in der Geschichte der Oscarverleihung als
Bester Film
Kunst
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Siehe auch
Minhwa
In der zeitgenössischen südkoreanischen Kunst tritt die traditionelle koreanische Formensprache in einen Dialog mit der westlichen Moderne. Seit einigen Jahren findet Gegenwartskunst aus Südkorea stetig zunehmende Beachtung und erzielt in den großen Kunstauktionen hohe Preise, nachdem sie lange im Schatten chinesischer Kunst stand.
272
Bedeutende Maler und Bildende Künstler sind unter anderem
Oh Junggeun
sowie
Kim Tschoon Su
und
Suh Yongsun
273
In der Videokunst gilt
Nam June Paik
als weltweit bedeutendster Pionier. Er wird als „Vater der Videokunst“ bezeichnet.
274
Spiele
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PC Bang
in Seoul
Online-Spiele
und das traditionelle Brettspiel
Baduk
(japanisch:
Go
) entwickelten sich zu einem wichtigen Teil der südkoreanischen Kultur. So werden Baduk-Partien im Fernsehen übertragen und für sachliche Analysen wiederholt.
Südkorea gilt als „Mekka des
E-Sports
“.
275
276
Lange Zeit war das
PC
Strategiespiel
StarCraft: Brood War
das mit Abstand am meisten im Fernsehen übertragene Spiel in Südkorea. Die Spiele werden oftmals von Sendern wie
MBCGame
und
OnGameNet
ausgestrahlt, können aber auch in Internet auf Seiten wie GOMtv mitverfolgt werden. Turniere werden in der Regel live übertragen und haben hohe Zuschauerzahlen. Professionelle Starcraft-Spieler können durch das Spielen in Südkorea viel Geld verdienen und werden teilweise als Prominente angesehen, wie
Lim Yo-hwan
(„Boxer“),
Lee Jae-dong
(„Jaedong“) und
Lee Young-ho
(„Flash“). Seit etwa 2011 hat das Spiel
League of Legends
eine ähnliche Popularität erreicht wie es
StarCraft: Brood War
in den 2000er Jahren hatte.
Computer-Spiele werden normalerweise in sogenannten
PC Bangs
gespielt, welche Ähnlichkeiten mit
Internetcafés
haben, aber nur zum Spielen von LAN-Titeln genutzt werden können, wie
MapleStory
World of Warcraft
Mabinogi
Lineage
. Wenngleich es vor allem eine Freizeitbeschäftigung für Studenten ist, finden sich hier dennoch Menschen jeden Alters unabhängig vom Geschlecht zusammen.
Sport
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Die
südkoreanische Fußballnationalmannschaft
, 2012
Die
südkoreanische Rugby-Union-Nationalmannschaft
gegen
Japan
beim
Asian Rugby Championship 2016
Taekwondo
ist der Nationalsport Südkoreas
277
und ist seit 2000 eine
olympische Sportart
278
Andere
koreanische Kampfkünste
sind
Taekgyeon
Hapkido
Tang Soo Do
Kuk Sool Won
Kumdo
und
Subak
Südkorea ist eines von drei Ländern Asiens, das als Gastgeber von
Olympischen
und
Paralympischen Spielen
in Erscheinung trat. In Seoul wurden die
Olympischen Sommerspiele 1988
und die
Sommer-Paralympics 1988
ausgetragen, die letzten während des Kalten Krieges.
Pyeongchang
war Gastgeber der
Olympischen Winterspiele 2018
und der anschließenden
Winter-Paralympics 2018
. Bei den Olympischen Spielen ist Südkorea führend in den Sportarten
Bogenschießen
279
Taekwondo
und
Shorttrack
Special Olympics Korea
wurde 1985 gegründet und nahm mehrmals an
Special Olympics Weltspielen
teil.
Fußball
und
Baseball
gelten traditionell als die beliebtesten Sportarten in Südkorea.
280
Südkorea war zusammen mit Japan Gastgeber der
Fußball-Weltmeisterschaft 2002
, der ersten
Fußball-Weltmeisterschaft
in Asien. Während des Turnieres wurde die
südkoreanische Fußballnationalmannschaft
die erste des Fußballverbandes
AFC
, die das Halbfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft erreichte. Seit der
Fußball-Weltmeisterschaft 1986
gelang außerdem die Qualifikation für jedes Turnier und man erreichte dreimal die K.O.-Phase: 2002 sowie jeweils das Achtelfinale
2010
und
2022
Baseball gelangte 1905 durch US-amerikanische Missionare nach Korea und der Sport erfuhr seitdem ein großes Wachstum, auch während der japanischen Besetzung. Die
KBO League
wurde 1982 gegründet und gilt als eine der beliebtesten Baseballligen weltweit. Die
südkoreanische Baseballnationalmannschaft
erreichte bei der
World Baseball Classic 2006
den dritten Platz und bei der
World Baseball Classic 2009
den zweiten Platz. Das Finale des 2009-Turnieres gegen Japan erfuhr in Südkorea ein großes Zuschauerinteresse. In den letzten beiden
World Baseball Classics
konnten sie aber nicht an diese Erfolge anknüpfen und schieden jeweils knapp aus.
Basketball
ist ebenfalls eine beliebte Sportart in Südkorea. Die
südkoreanische Basketballnationalmannschaft
zählt zu den stärksten Asiens und das Land verfügt über eine der stärksten Basketballligen auf dem asiatischen Festland.
Rugby Union
wird ebenfalls in Südkorea gespielt. Der
südkoreanischen Nationalmannschaft
gelang jedoch noch nicht die Qualifikation für eine
Rugby-Union-Weltmeisterschaft
. Die Nationalmannschaft gilt als eine der stärksten Asiens nach
Japan
und
Hongkong
und nimmt an der
Rugby-Union-Asienmeisterschaft
teil, wo man gegen andere aufstrebende Nationalmannschaften antritt. Dort errang man bisher fünf Titel und klassierte sich 17-mal auf dem zweiten sowie achtmal auf den dritten Platz.
Der
Große Preis von Korea
war zwischen 2010 und 2013 Bestandteil des
Formel-1
-Kalenders und wurde auf dem
Korean International Circuit
in
Yeongam
ausgetragen, erfreute sich jedoch keiner großen Beliebtheit und wurde wieder aus dem Rennkalender gestrichen.
281
Medien
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Koreanische Zeitungen:
Kyunghyang Shinmun
(oben),
JoongAng Ilbo
(Mitte) und
Chosun Ilbo
Als wichtigste Tageszeitungen gelten die
Chosun Ilbo
JoongAng Ilbo
und
Dong-a Ilbo
, die als konservativ eingeschätzt und häufig unter dem Begriff
Chojoongdong
조중동
) zusammengefasst werden. Die
Hankyoreh
ist eine politisch eher linksgerichtete Zeitung. Die wichtigsten Fernsehsendeanstalten sind
KBS
MBC
und
SBS
Insgesamt schätzt die Nichtregierungsorganisation
Reporter ohne Grenzen
die Pressefreiheit als zufriedenstellend ein. Sie bemängelt jedoch, dass Journalisten wegen angeblicher Verstöße gegen das nationale Sicherheitsgesetz, das seit 1949 in Kraft ist, vor Gericht gestellt würden.
282
Intendanten von einflussreichen Rundfunkanstalten werden auf Vorschlag des Präsidialamtes ausgewählt und werden deshalb meist mit Parteifreunden besetzt, welche regierungskritische Berichte unterbinden.
Küche
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Bibimbap
Hauptartikel
Koreanische Küche
Das südkoreanische Nationalgericht ist
Kimchi
, ein überwiegend scharf eingelegtes Gemüse. Gleichzeitig mit der koreanischen Welle weltweit bekannt wurde zudem das beliebte
koreanische Barbecue
. Charakteristisch für koreanische Mahlzeiten sind zudem die vielen, getrennt vorbereiteten Beilagen (
Banchan
) aus Gemüse.
Unter den südkoreanischen Hauptspeisen nimmt
Bulgogi
(gebratene Rindfleischstreifen) eine Sonderstellung ein. Die in einer Mischung aus
Sojasauce
Sesam
, und Gewürzen marinierten Fleischstreifen werden über einem Holzkohlenfeuer gebraten.
Galbi
heißen zarte Rippenstücke, die wie Bulgogi mariniert und gebraten oder gegrillt werden. Aber nicht das Fleisch, sondern immer noch der Reis gilt in Südkorea als wichtiger Bestandteil des Essens.
Eine weite Palette an
Namul
, meist eingelegte Grün- und Blattpflanzen und Blumen, bietet zudem eine vielfältige Auswahl an Banchan-Beilagen.
Zu einer echten südkoreanischen Mahlzeit gehört eine Suppe, die als eine der frühesten kulinarischen Errungenschaften des Landes gilt. Berühmt ist beispielsweise die
Doenjangguk
, eine Suppe aus fermentierten Sojabohnen
doenjang
mit Gemüse und oft Muscheln. Gern gegessen werden die aus
Myeolchi
-Pulver (getrockneten, fermentierten, gemahlenen
Sardellen
) gekochte leichte Brühe sowie Gemüsesuppen, zubereitet aus Trockenspinat, Rettichscheiben oder aus frischen oder getrockneten Algen
miyeokguk
. Als typischer Imbiss wird in Korea traditionell gern
Gimbap
gegessen. Gekühltes Obst, in Stücke zerkleinert, ist das übliche Dessert: Je nach Jahreszeit sind dies verschiedene Melonen, Erdbeeren, Äpfel oder
Nashi-Birnen
. Bei festlichen Anlässen wird
Tteok
(klebriger Reiskuchen) serviert. Sein Verzehr hat rituelle Gründe. Die Suppe
Bosintang
aus
Hundefleisch
wird regional in ländlichen Gegenden verzehrt.
Gesetzliche Feiertage
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Datum
Deutscher Name
Koreanisch
Hanja
Romanisiert
Anmerkung
1. Januar
Neujahrstag
1. bis 3. Tag des 1. Mondmonats
Neujahr des
Mondkalenders
설날
Seollal
Dreitägiges Fest, meist Anfang Februar
1. März
Tag der Unabhängigkeits
bewegung
3·1 절
三一節
Samiljeol
Erinnerung an die
Bewegung des ersten März
5. Mai
Kindertag
어린이날
Eorininal
Bis 1975 „Tag der Jungen“ genannt
8. Tag des 4. Mondmonats
Geburtstag Buddhas
부처님 오신날
Bucheonim Osinnal
Meist Ende Mai
6. Juni
Erinnerungstag
현충일
顯忠日
Hyeonchung-il
15. August
Unabhängigkeitstag
광복절
光復節
Gwangbokjeol
Erinnerung an das Ende der
japanischen Kolonialzeit
1945
15. bis 18. Tag des 8. Mondmonats
Erntedankfest
추석
秋夕
Chuseok
Dreitägiges Fest, meist Ende September
3. Oktober
Tag des offenen Himmelstores/
Gründungstag der Nation
개천절
開天節
Gaecheonjeol
Mythologische Gründung Koreas durch
Dangun
9. Oktober
Hangeul-Tag
한글날
Hangeullal
25. Dezember
Weihnachten
성탄절
크리스마스
聖誕節
/ –
Seongtanjeol/Keuriseumaseu
Keuriseumaseu
– koreanisches
Lehnwort
vom
englisch
Christmas
Siehe auch
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Portal: Korea
– Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Korea
Literatur
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Geschichte
Colin Dürkop, Sebastian Ratzer
Südkorea und die G-20. Vom Armenhaus Asiens zur wirtschaftlichen Wundernation
. Hrsg.: Konrad-Adenauer-Stiftung. Ausgabe 5. Sankt Augustin 2010 (
kas.de
PDF;
233
kB
).
Song Du-yul
Rainer Werning
Korea. Von der Kolonie zum geteilten Land
. Promedia Verlag, Wien 2012,
ISBN 978-3-85371-340-2
Marion Eggert
Jörg Plassen
Kleine Geschichte Koreas – Von den Anfängen bis zur Gegenwart
. 2. Auflage. Verlag C. H. Beck, München 2018,
ISBN 978-3-406-70057-6
Weblinks
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Weitere Inhalte
in den
Schwesterprojekten
der Wikipedia:
Commons
– Medieninhalte (Kategorie)
Wiktionary
– Wörterbucheinträge
Wikinews
– Nachrichten
Wikivoyage
– Reiseführer
Atlas: Südkorea
– geographische und historische Karten bei
Wikimedia Commons
Literatur von und über Südkorea
im Katalog der
Deutschen Nationalbibliothek
Offizielle Informationen zu Südkorea
Informationen
des
Auswärtigen Amtes
, Deutschland
Länderprofil
des
Statistischen Bundesamtes
, Deutschland (PDF; 302
kB)
Reiseinformationen
des
österreichischen Außenministeriums
Korea.net
Informationsportal der südkoreanischen Regierung
Tatsachen über Korea
vom Außenministerium der Republik Korea
Länderprofil
im
World Factbook
der
CIA
(englisch)
Weitere Websites
Über Korea
Informationen des
Korea Kulturzentrums Wien
KBS World German
Website des südkoreanischen Senders
KBS
, siehe dort Menüpunkt
Themen
Artikel zu Südkorea
bei GIGA (
German Institute for Global and Area Studies
Einzelnachweise
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Mit
Sejong
ist eine neue Hauptstadt geplant.
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Korea.net.
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Detlef Pollack
Religion in der Moderne
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