Papers by Susanne Grunwald

S. Grunwald/K. P. Hofmann/D. Werning u. a. (Hrsg.), Mapping Ancient Identities. Methodisch-kritische Reflexionen zu Kartierungspraktiken. Berlin Studies of the Ancient World 55 (Berlin 2018) , 2018
-und räumliche Situierung kollektiver Identitäten stellt einen zentralen Bestandteil altertumswis... more -und räumliche Situierung kollektiver Identitäten stellt einen zentralen Bestandteil altertumswissenscha licher Praxis dar. Doch obwohl Karten als Analyseinstrument und Darstellungsmetho de eine wesentliche Rolle spielen, sind ihre Implikationen und E ekte bislang jedoch nur unzu reichend vergleichend untersucht. Dabei hat man in den Altertumswissenscha en nicht nur immer wieder versucht, geographische Informationen über die Herkun und Verbreitung von Sprachen, Artefakten, Völkern oder Kulturen narrativ darzustellen, sondern eben auch kartographisch zu fi xieren. Solche karto graphischen Identitätskonstruktionen können als direkte oder auch indizielle Erfassung histo rischer Handlungsträger verstanden werden. So gibt es Karten, auf denen etwa Völker oder Sprach gruppen unmittelbar geographisch situiert werden; andere Karten geben lediglich die geographische Verteilung bestimmter Merkmale (linguistische Charakteristika, materielle Objekte etc.) wieder, die als Hinweis auf die Präsenz oder gar Handlungen kollektiver Iden ti täten ange sehen werden. In diesem Sammelband werden Kartierungs praktiken aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven in ihren verschiedenen Ausprägungen und Transformationen kritisch beleuchtet. Bibliographische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte bibliographische Daten sind im Internet über abrufbar.

Altertumswissenschaftliche Karten sind nicht als unabhängi- ge wissenschaftliche Instrumente zu b... more Altertumswissenschaftliche Karten sind nicht als unabhängi- ge wissenschaftliche Instrumente zu betrachten, sondern als technische Dinge, die auf der Sedimentation älterer Arbei- ten sowie den Instrumenten, Sprachen und Praktiken anderer Disziplinen beruhen. Durch diese Grundlegungen wurde die Kartographie der verschiedenen Altertumswissenschaften von Beginn an präjudiziert und in ein System spezifischer regio- naler, disziplinärer, wissenschaftspolitischer und politischer Konstellationen eingebunden. In der Einleitung des Sammel- bandes, der Beispiele zur Kartierung kollektiver Entitäten aus verschiedenen Altertumswissenschaften, aber auch aus der Humangeographie und der Linguistik enthält, setzen wir uns mit der Frage der Rückkopplungen auf die kartographischen Strategien zur Darstellung und Identifikation antiker Kollek- tive auseinander. Hierzu beleuchten wir die altertumswissen- schaftlichen Kartierungspraktiken aus diagrammatischer, wis- senschaftsgeschichtlicher und identität...

Arbeiten und Beten. Antike Produktivität und antike Religiosität als Themen früher Archäologien und Sozialwissenschaften (15. Jh. bis 1914)
Beruf und Kult. Formen der Vrknüpfung von Arbeit und Religion. Beiträge zur Archäologie Griechenlands 9. Hrsg. von Heide Frielinghaus und Jutta Stroszeck, 2025
Die Archäologien erschlossen ab der zweiten Hälfte des 19. Jh. erste greifbare, begehbare Belege ... more Die Archäologien erschlossen ab der zweiten Hälfte des 19. Jh. erste greifbare, begehbare Belege für antike Produktivität und antike Religiosität. Die Kultur- und Sozialwissenschaften, die historische Formen von Produktivität und Religiosität in ihre gegenwartsbezogenen Erklärungen berücksichtigten, rezipierten diese neuen archäologischen Evidenzen kaum noch.
Diese Fächer waren bald soweit institutionalisiert und methodisch differenziert, dass sie in einer Mischung aus disziplinärer Selbstgenügsamkeit und neugewonnenen Ahistorizität archäologische Quellen nicht mehr für ihre Argumentationen benötigten und sie auch nicht implementieren konnten. Als dann seit den 1960er Jahren in den Archäologien, wohl zuerst in der Prähistorischen, mit der Rezeption sozialwissenschaftlicher Konzepte und Begriffe zu menschlicher Produktivität und Religiosität begonnen wurde, blieb die frühe Verflechtungsgeschichte aus der Anfangszeit der Kultur- und Sozialwissenschaften weitgehend unreflektiert und so geriet in akademische Vergessenheit, welchen Anteil altertumskundliche Forschungen an der Entwicklung zentraler Begriffe zur antiken Produktivität und antiker Religiosität hat ten. Der Text skizziert die Anfänge dieser Verflechtungsgeschichte bis in das frühe 20. Jh.
Hans Dragendorff und die „Kunstwissenschaftliche Sektion“ der „Mazedonisch Landeskundliche[n] Kommission“ im Ersten Weltkrieg
kunsttexte.de, Nr. 1, Sektion Ostblick, 2025
CAS WORKING PAPER SERIES, 2024
This paper examines the relationship between scientific standards and scientific promises, using ... more This paper examines the relationship between scientific standards and scientific promises, using the example of prehistoric archaeology in Germany. It assumes that this relationship is nationally specific and has changed over the history of the discipline due to scientific and political factors. As a first national example, I will outline how scientific standards have developed and become established in German prehistoric archaeology. This will show what was considered the standard of archaeology at different times, what scientific promises were made, and what effects unfulfilled promises can have.

Forum Kritische Archäologie , 2016
Im folgenden Beitrag sollen die Potentiale einer wissenschaftsgeschichtlichen Perspektive auf die... more Im folgenden Beitrag sollen die Potentiale einer wissenschaftsgeschichtlichen Perspektive auf die deutsche ar-
chäologische Kartographie aufgezeigt werden. Dafür wird der Zusammenhang zwischen zeitgenössischen politischen Raumdiskursen und deren kartographischen Repräsentationen einerseits und den von PrähistorikerInnen rekonstruierten und kartierten prähistorischen Raumordnungen andererseits näher untersucht. Nach einem Überblick
über den gegenwärtigen Forschungsstand zur archäologischen Kartographie bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wird eine kurze Einführung in die Perspektiven der sog. critical cartography folgen. Am Beispiel einer Karte von Robert Beltz (1899) und einer von Gustaf Kossinna (1924) werden diese Zusammenhänge zwischen zeitgenössi-
schen politischen Raumordnungen und -diskursen und den von PrähistorikerInnen rekonstruierten und kartierten prähistorischen Raumordnungen aufgezeigt. Obgleich diese Beispiele raum- und zeitgebunden sind, sollen sie helfen, für Fragen nach der Herkunft und dem Entstehungskontext von Kartengrundlagen für die Archäologische
Kartographie zu sensibilisieren und die Entstehung von Raumkonzepten in der Forschung zu hinterfragen.
The aim of this paper is to discuss the potentials of a historical perspective on mapping as an essential archaeological method. Implications between the political discourses of space and their cartographical representations in the late 19th and early 20th century on the one hand and the reconstructed and mapped prehistoric spatial orders
on the other hand are investigated using two examples. An overview on the current state of research of archaeological mapping until the middle of the 20th century is followed by a short introduction into the so-called Critical Cartography. Using the examples of a map by Robert Beltz (1899) and a map by Gustaf Kossinna (1924) these different correlations and implications between current spatial discourses and mapped prehistorical spaces are shown. Although these examples are space and time dependent they can hopefully be helpful to sensitize to ques-
tions concerning the roots and context of the material for archaeological mapping and the development of spatial concepts in archaeology.

Martin Renger, Stefan Schreiber, Alexander Veling (Hrsg.), Theorie | Archäologie | Reflexion 1. Kontroversen und Ansätze im deutschsprachigen Diskurs, Theoriedenken in der Archäologie 1 , 2023
Based on studies of the reorganisation of prehistoric archaeology in Germany after 1945, this art... more Based on studies of the reorganisation of prehistoric archaeology in Germany after 1945, this article examines how German prehistoric archaeology was viewed as a scientific discipline following the end of the war in 1945. Above all, it is concerned with how individual archaeologists were considered to be part of a scientific community, and which legal, moral, and scientific rules and laws were formulated, followed, and circumvented in that valuation. This examination seeks to explain why a specialised understanding of prehistoric archaeology was established in Germany in the decades after the end of the Second World War, which has been described as theory abstinent from the 1980s onward.
Ausgehend von Untersuchungen zur Reorganisation der Prähistorischen Archäologie in Deutschland nach 1945 wird im Beitrag beschrieben, wie nach dem Kriegsende 1945 auf die deutsche Prähistorische Archäologie als wissenschaftliche Disziplin, vor allem aber auf die einzelne Archäologin oder den einzelnen Archäologen als Teil einer scientific community geblickt wurde und welche juristischen, moralischen und wissenschaftlichen Gebote und Gesetze dabei formuliert, befolgt und umgangen wurden. Mit dieser Beschreibung soll eine Erklärung dafür geliefert werden, warum sich in den Jahrzehnten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland ein Fachverständnis von Prähistorischer Archäologie etablierte, das dann ab den 1980er Jahren als theorieabstinent bezeichnet wurde.

Antike Identitäten und Moderne Identifikationen: Raum, Wissen und Repräsentation, 2023
From guesswork to sprightly detail work. On the debate about the interpretations of mapped find d... more From guesswork to sprightly detail work. On the debate about the interpretations of mapped find distributions in early Germanspeaking prehistoric archaeology (1900–1960)
Since the transition to the 20th century some attempts of ethnical interpretation of mapped finds can be verified in the German-speaking Prehistoric Archaeology. As the base for this many archaeological cultures were defined as collectives of finds since the 1860s. Together with their ethnical interpretation first steps of a critical analysis of cartographical practice and its interpretations were developed. For this purpose, the huge amount of data on single find types or archaeological cultures, gathered by inventories and many investigations, were used. In the 1950s some attempts have been made to interpret the distribution of archaeological finds in an economic or social way, but ethnos stayed the reference figure of ancient social groups.
CAS Sofia Working Paper Series, 2023
This paper presents results of research on the reorganization of German
archaeology after 1945, c... more This paper presents results of research on the reorganization of German
archaeology after 1945, conducted in the archives of the German
Archaeological Institute, the Romano-Germanic Commission, and the
former East German Academy of Sciences. As a highly institutionalized
cultural science, German pre- and protohistoric archaeology and its representatives
had a close relationship with the state and this had a strong
impact on the work of archaeologists in post-war Germany. In such challenging
times, most of them chose well-known strategies and topics, which
explains the continuity in terms of personnel and content between archaeology
before and after the Nazi era.
Digging Bersu. Ein europäischer Archäologe, 2022
This article reconstructs Gerhard Bersu’s decision to return to Germany and outlines the issues h... more This article reconstructs Gerhard Bersu’s decision to return to Germany and outlines the issues he grappled with during his second term at RGK. Archived correspondence with his friend and colleague Wilhelm Unverzagt in East Berlin makes clear how great the expectations were for the returning Bersu and the contradictory implications of the occupation, the subsequent German division, and the Cold War for efforts to reorganize
archaeological institutions such as the RGK.
Digging Bersu. Ein europäischer Archäologe, 2022
The organization of the International Congress of Prehistory and Early
History of the CISPP in Ha... more The organization of the International Congress of Prehistory and Early
History of the CISPP in Hamburg, followed by an excursion through the GDR in 1958, was regarded by contemporaries as proof that the consequences of National Socialism and the Second World War had been overcome in archaeology. The Hamburg Congress may be considered perhaps the greatest success of the diplomat Gerhard Bersu, as it contributed to the international cultural-political recognition of prehistoric archaeology as it was practiced in both German states. Based on archival sources, the foundation and allocation policy of the CISPP is contextualized from a German perspective, and in the second part of
the text, the planning history and the course of the Hamburg Congress are reconstructed.
Raimar W. Kory, Thomas S. Carhart, Alexander Heising (Hrsg.), Der Kolonialgedanke als Manipulator archäologischer Ratio? Beiträge zweier Workshops an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg [November 2017 / Juli 2018]. Paläowissenschaftliche Studien Band 5 , 2022
The research about mounds and earthworks in the East of the United States was chosen as an exampl... more The research about mounds and earthworks in the East of the United States was chosen as an example for the reception of religious ideas of Empire in early antiquarianism. With the help of these ideas of Empire lots of monuments were interpreted as remains of elder, non-Indian civilizations. At the same time, interpretations offered by the contemporary Native American cultures were ignored. Instead, the early antiquarians argued in an opportune political way either theological or historical and the so called Mound Builder Mystery became an early example of the close connection between ideologies and sciences.
19. Ding-Editionen. Vom archäologischen (Be-)Fund übers Corpus ins Netz
Corpora, thing-editions, are a central epistemic instrument of knowledge generation for archaeolo... more Corpora, thing-editions, are a central epistemic instrument of knowledge generation for archaeology. Due to digitisation attention has turned once more to various strategies and the politics of representation, and in the course of the debate on (post-)factualism and cultures of knowledge and data we are striving to render the production of knowledge more visible and comprehensible. Following B. Latour’s concept of circulating reference, editions are products of a praxeological connection between the world and representations. This is a report on the ongoing discussion of central questions and objectives for digital corpora and research data management following the FAIR (findable, accessible, inter-operable, re-usable) principle.

Grenzen überwinden. Festschrift für Uta Halle zum 65. Geburtstag , 2021
In the following, the media of archaeological knowledge will be briefly described and then the se... more In the following, the media of archaeological knowledge will be briefly described and then the section of encyclopaedias will be examined in more detail, whose long-lasting broad impact we are unjustly beginning to forget today and whose share in the public communication of archaeological knowledge we cannot properly assess. For this first and only brief search through the editions, some of which are actually metres long, the contributions on Germanic peoples in the encyclopaedias and dictionaries of the publishing house F. A. Brockhaus between 1800 and 1945 will serve as thread.
Im Folgenden sollen die Medien archäologischen Wissens kurz beschrieben und dann die Sparte Enzyklopädien näher beleuchtet werden, deren lang andauernde Breitenwirkung wir heute zu Unrecht allmählich vergessen und deren Anteil an der öffentlichen Vermittlung archäologischen Wissens wir gar nicht richtig einschätzen können. Für diese erste und nur kurze Suchbewegung durch die zum Teil tatsächlich meterlangen Ausgaben sollen die Beiträge zu Germanen in den Enzyklopädien und Lexika des Verlagshauses F. A. Brockhaus zwischen 1800 und 1945 als roter Faden dienen.

e-Forschungsberichte des DAI, 2021
In 2017, the biographical information system Propylaeum-VITAE launched, which is hosted by the Sp... more In 2017, the biographical information system Propylaeum-VITAE launched, which is hosted by the Specialist Information Service of Classics »Propylaeum« at the university library Heidelberg. The online database is a tool not only for researching biographical information of former scholars of ancient studies, pre- and protohistory but also for analysing their personal networks, the generation of knowledge as well as the genesis and development of concepts and methods in ancient studies. Based on this, in August 2020, the German Research Foundation approved a project, applied for by the RGK, RGZM and Heidelberg University Library, called »Spuren Archäologischer Wissensgenerierung« (»Traces of archaeological knowledge generation«). The project aims to expand Propylaeum-VITAE systematically and to index archival and bibliographical sources stored in the archives and libraries of the RGK, RGZM, and further cooperation partners via the biographical information system

Großmähren und seine Nachbarn , 2021
Präsentation in der ČSSR. Aus 15 Ländern gingen Anträge auf die Übernahme der Ausstellung ein. Bi... more Präsentation in der ČSSR. Aus 15 Ländern gingen Anträge auf die Übernahme der Ausstellung ein. Bis zum Mai 1967 wurde sie in fünf europäischen Städten mit großem Erfolg gezeigt und man erwog auch eine Präsentation in der DDR und in den USA. Denn auf der einen Seite sollten die Ausstellungen das eigene, selbstbewusste Geschichtsbild und die Leistungen der nationalen Forschung auch im Ausland populär machen. Auf der anderen Seite sollten in einer Atmosphäre der Liberalisierung die forscherischen Netzwerke entwickelt und stabilisiert werden. Ausstellungen im "befreundeten sozialistischen Ausland" dienten diesem Ziel durchaus. So konnten Ausstellungen in Wrocław (Breslau) und Warschau, in Kiew, Moskau und Leningrad gezeigt werden. Auch die Präsentation im spannungsgeladenen Athen von Mai bis Juni 1965 erregte Aufsehen und wurde positiv bis begeistert aufgenommen 5 und war gewiss auch ein Beitrag zur Normalisierung der tschechoslowakisch-griechischen Beziehungen. 6 Von besonderem Interesse waren die Ausstellungen in Mainz und in den beiden Teilen Berlins, die vor dem Hintergrund der alten wissenschaftlichen Verflechtungen einerseits und andererseits der unglücklichen tschechoslowakisch-(deutsch-)deutschen Beziehungen zu sehen sind. Hier konnte man erwarten, unmittelbar mit der akademischen wie der allgemeinen Öffentlichkeit in Berührung zu kommen, die dadurch nicht etwa nur ein neues Großmährenbild, sondern zugleich und zuerst auch ein neues und positives Bild der Tschechoslowakei in Europa entwickeln sollten. Doch tatsächlich nahm man in den beiden Teilen Deutschlands die Großmähren-Ausstellung ganz unterschiedlich wahr und namentlich der Blick Ostberlins auf Großmähren war ganz wesentlich getrübt von den politischen Spannungen zwischen der DDR und der Tschechoslowakei. Im Folgenden sollen die unterschiedlichen Weisen der Rezeption der Ausstellungen in Mainz, West-und Ostberlin und insbesondere die Kontaktaufnahmen der west-und ostdeutschen Gastgeber mit ihren tschechoslowakischen Fachkollegen und die Durchführung der Ausstellung in den drei genannten Orten rekonstruiert werden.

Archaeologia historica , 2020
Text Suzanne Grunwald byl původně publikován v německém jazyce v časopise Acta Praehistorica et A... more Text Suzanne Grunwald byl původně publikován v německém jazyce v časopise Acta Praehistorica et Archaeologica v roce 2018. Na základě něj jsme pozvali autorku na konferenci Archaeologia Historica v roce 2019, kterou jsme, v rámci oslav založení Československa v roce 2018 a Státního archeologického ústavu v roce 2019, věnovali století československé archeologie středověku. Požádali jsme ji, aby se zhostila slavnostní večerní přednášky. Téma archeologie během studené války a interakce mezi politickými a spole-čenskými podmínkami a koncepcí velkých výstavních projektů u nás zatím nepatří mezi probádané a domní-váme se, že její práce je inspirativní. Požádali jsme ji, aby pro naše účely text přepracovala, a předkládáme jej v českém překladu, aby byl co nejdostupnější. Abstrakt: Výzkum historie archeologického bádání v období studené války je zatím na počátku. Téma dvou berlínských instalací výstavy o Velké Moravě, která v polovině 60. let okouzlila nejen Československo, je velmi ilustrativní a příznačné. Na straně jedné byly nepochybné úspěchy československé archeologie, která dokázala na vysoké úrovni představit atraktivní nálezy a (i prostřednictvím výstavy) etablovat do té doby ne příliš známý raně středověký útvar. Na straně druhé byly politické problémy dané nejen aktuálním rozdě-lením světa železnou oponou, ale dlouhodobě komplikovanými vztahy mezi Československem a německými republikami. Klíčová slova: historie archeologie-studená válka-výstava Velká Morava. Abstract: Research into the history of archaeological investigation in the Cold War period is still in its infancy. The subject of two Berlin exhibitions devoted to Great Moravia, which enchanted in the 1960s not only Czechoslovakia, is a typical example. On the one hand, there were the indisputable achievements of Czechoslovak archaeology that showcased attractive finds at a high level and (also through the mentioned exhibition) made visible an early medieval polity virtually unknown until then. On the other, there were political issues stemming not only from the division of the world by the Iron Curtain but also from the complicated relations between Czechoslovakia and the German republics. Úvod Výstavou věnovanou Velké Moravě vyvrcholilo století české a slovenské archeologie středověku. Představila nejen bohatství a vysokou úroveň velkomoravské společnosti, ale i potenciál vědec-kého bádání, archeologie zejména, v bývalé Československé socialistické republice. Poprvé se představila v Brně, poté se přesunula do Nitry a nakonec do Prahy. V hlavním městě vidělo vystavené poklady více než 830 000 lidí; takový zájem o archeologickou výstavu byl v 60. letech 20. století naprosto ojedinělý. Z Prahy putovala výstava do Řecka, Rakouska, západního a východního Německa, Polska a Švédska. Přestože návštěvnost nebyla příliš vysoká, tamní kolegové vždy reagovali velmi pozi-tivně a vděčně. V příspěvku se věnuji mezinárodnímu vnímání výstavy Velká Morava, zejména z německé perspektivy (Grunwald 2018; Albrecht-Grunwald v tisku). 1 1 Děkuji organizátorům 51. ročníku konference o středověké archeologii "100 let české a slovenské středověké archeologie", že mne pozvali a umožnili publikaci mého příspěvku.
2020 Susanne Grunwald / Kerstin P. Hofmann, Wer hat Angst vor den Germanen? Zum Germanenbild in Archäologie, Gesellschaft und Politik. In: Gabriele Uelsberg / Matthais Wemhoff (Hrsg.) Germanen. Eine archäologische Bestandsaufnahme (Berlin/Bonn/Darmstadt: WBG2020) 483–503.
2019 Alexander Gramsch / Kerstin P. Hofmann / Susanne Grunwald / Nils Müller-Scheeßel, Archäologie: Geschichte - Konzepte - Praktiken. In: Eszter Bánffy / Kerstin P. Hofmann / Philipp von Rummel (Hrsg.), Spuren des Menschen. 8000 Jahre Geschichte des Menschen (Darmstadt 2019) 8–33.
Wer hat Angst vor den Germanen? Zum Germanenbild in Archäologie, Gesellschaft und Politik
Gabriele Uelsberg/Matthias Wemhoff (Hrsg.), Germanen. Eine archäologische Bestandsaufnahme. Begleitband zur Ausstellung „Germanen - eine archäologische Bestandsaufnahme“, 2020
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Papers by Susanne Grunwald
Diese Fächer waren bald soweit institutionalisiert und methodisch differenziert, dass sie in einer Mischung aus disziplinärer Selbstgenügsamkeit und neugewonnenen Ahistorizität archäologische Quellen nicht mehr für ihre Argumentationen benötigten und sie auch nicht implementieren konnten. Als dann seit den 1960er Jahren in den Archäologien, wohl zuerst in der Prähistorischen, mit der Rezeption sozialwissenschaftlicher Konzepte und Begriffe zu menschlicher Produktivität und Religiosität begonnen wurde, blieb die frühe Verflechtungsgeschichte aus der Anfangszeit der Kultur- und Sozialwissenschaften weitgehend unreflektiert und so geriet in akademische Vergessenheit, welchen Anteil altertumskundliche Forschungen an der Entwicklung zentraler Begriffe zur antiken Produktivität und antiker Religiosität hat ten. Der Text skizziert die Anfänge dieser Verflechtungsgeschichte bis in das frühe 20. Jh.
chäologische Kartographie aufgezeigt werden. Dafür wird der Zusammenhang zwischen zeitgenössischen politischen Raumdiskursen und deren kartographischen Repräsentationen einerseits und den von PrähistorikerInnen rekonstruierten und kartierten prähistorischen Raumordnungen andererseits näher untersucht. Nach einem Überblick
über den gegenwärtigen Forschungsstand zur archäologischen Kartographie bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wird eine kurze Einführung in die Perspektiven der sog. critical cartography folgen. Am Beispiel einer Karte von Robert Beltz (1899) und einer von Gustaf Kossinna (1924) werden diese Zusammenhänge zwischen zeitgenössi-
schen politischen Raumordnungen und -diskursen und den von PrähistorikerInnen rekonstruierten und kartierten prähistorischen Raumordnungen aufgezeigt. Obgleich diese Beispiele raum- und zeitgebunden sind, sollen sie helfen, für Fragen nach der Herkunft und dem Entstehungskontext von Kartengrundlagen für die Archäologische
Kartographie zu sensibilisieren und die Entstehung von Raumkonzepten in der Forschung zu hinterfragen.
The aim of this paper is to discuss the potentials of a historical perspective on mapping as an essential archaeological method. Implications between the political discourses of space and their cartographical representations in the late 19th and early 20th century on the one hand and the reconstructed and mapped prehistoric spatial orders
on the other hand are investigated using two examples. An overview on the current state of research of archaeological mapping until the middle of the 20th century is followed by a short introduction into the so-called Critical Cartography. Using the examples of a map by Robert Beltz (1899) and a map by Gustaf Kossinna (1924) these different correlations and implications between current spatial discourses and mapped prehistorical spaces are shown. Although these examples are space and time dependent they can hopefully be helpful to sensitize to ques-
tions concerning the roots and context of the material for archaeological mapping and the development of spatial concepts in archaeology.
Ausgehend von Untersuchungen zur Reorganisation der Prähistorischen Archäologie in Deutschland nach 1945 wird im Beitrag beschrieben, wie nach dem Kriegsende 1945 auf die deutsche Prähistorische Archäologie als wissenschaftliche Disziplin, vor allem aber auf die einzelne Archäologin oder den einzelnen Archäologen als Teil einer scientific community geblickt wurde und welche juristischen, moralischen und wissenschaftlichen Gebote und Gesetze dabei formuliert, befolgt und umgangen wurden. Mit dieser Beschreibung soll eine Erklärung dafür geliefert werden, warum sich in den Jahrzehnten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland ein Fachverständnis von Prähistorischer Archäologie etablierte, das dann ab den 1980er Jahren als theorieabstinent bezeichnet wurde.
Since the transition to the 20th century some attempts of ethnical interpretation of mapped finds can be verified in the German-speaking Prehistoric Archaeology. As the base for this many archaeological cultures were defined as collectives of finds since the 1860s. Together with their ethnical interpretation first steps of a critical analysis of cartographical practice and its interpretations were developed. For this purpose, the huge amount of data on single find types or archaeological cultures, gathered by inventories and many investigations, were used. In the 1950s some attempts have been made to interpret the distribution of archaeological finds in an economic or social way, but ethnos stayed the reference figure of ancient social groups.
archaeology after 1945, conducted in the archives of the German
Archaeological Institute, the Romano-Germanic Commission, and the
former East German Academy of Sciences. As a highly institutionalized
cultural science, German pre- and protohistoric archaeology and its representatives
had a close relationship with the state and this had a strong
impact on the work of archaeologists in post-war Germany. In such challenging
times, most of them chose well-known strategies and topics, which
explains the continuity in terms of personnel and content between archaeology
before and after the Nazi era.
archaeological institutions such as the RGK.
History of the CISPP in Hamburg, followed by an excursion through the GDR in 1958, was regarded by contemporaries as proof that the consequences of National Socialism and the Second World War had been overcome in archaeology. The Hamburg Congress may be considered perhaps the greatest success of the diplomat Gerhard Bersu, as it contributed to the international cultural-political recognition of prehistoric archaeology as it was practiced in both German states. Based on archival sources, the foundation and allocation policy of the CISPP is contextualized from a German perspective, and in the second part of
the text, the planning history and the course of the Hamburg Congress are reconstructed.
Im Folgenden sollen die Medien archäologischen Wissens kurz beschrieben und dann die Sparte Enzyklopädien näher beleuchtet werden, deren lang andauernde Breitenwirkung wir heute zu Unrecht allmählich vergessen und deren Anteil an der öffentlichen Vermittlung archäologischen Wissens wir gar nicht richtig einschätzen können. Für diese erste und nur kurze Suchbewegung durch die zum Teil tatsächlich meterlangen Ausgaben sollen die Beiträge zu Germanen in den Enzyklopädien und Lexika des Verlagshauses F. A. Brockhaus zwischen 1800 und 1945 als roter Faden dienen.