Victoriasee – Wikipedia
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Victoriasee
Geographische Lage
Tansania
Tansania
Uganda
Uganda
Kenia
Kenia
Zuflüsse
Kagera-Nil
Abfluss
Victoria-Nil
Kyoga-Nil
Albert-Nil
Bahr al-Dschabal
Weißer Nil
Nil
Mittelmeer
Orte am Ufer
Entebbe
Mwanza
Jinja
Kisumu
Daten
Koordinaten

0′
33°
0′
-1
33
1135
Koordinaten:

0′
33°
0′
Karte von Victoriasee
Höhe über Meeresspiegel
1135
Fläche
68.870
km²
Länge
337
km
Breite
250
km
Volumen
2760
km³
Maximale Tiefe
85
Mittlere Tiefe
40
Einzugsgebiet
260.000
km²
Besonderheiten
größter
See
in Afrika,
Beckensee
, umgewandelter Natursee
Vorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-FLÄCHE
Vorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-SEEBREITE
Vorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-VOLUMEN
Vorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-MAX-TIEFE
Vorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-MED-TIEFE
Vorlage:Infobox See/Wartung/KARTE
Der
Victoriasee
(auch
Viktoriasee
Victoria Nyanza
Nam Lolwe
Nnalubaale
Ukerewe
) liegt in
Ostafrika
und ist Teil der Staaten
Tansania
Uganda
und
Kenia
Er ist nach der
britischen Königin Viktoria
benannt und zugleich der drittgrößte See (nach dem
Kaspischen Meer
und dem
Oberen See
) und der flächenmäßig zweitgrößte Süßwassersee der Welt (nach dem
Oberen See
). Der Victoriasee ist der größte See Afrikas, er verfügt über ein
Einzugsgebiet
von 193.000
km². Er hat eine Oberfläche von 68.800 km², dies entspricht in etwa der Fläche
Bayerns
oder
Irlands
. An den Ufern lebten 2007 etwa 30 Millionen Menschen in drei benachbarten Staaten.
Geographie
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Victoriasee und das
Rift
Der
See
befindet sich in der ostafrikanischen Hochebene. Die Fläche des Sees teilen sich die Staaten Tansania (49
% der Seefläche), Uganda (45
%) und Kenia (6
%). Seine Küstenlinie hat eine Länge von 3450
km, davon entfallen 1750
km auf
Tansania, 1150
km auf Uganda und 550
km auf Kenia.
Während der Victoriasee im Westen vom
Kagera-Nil
gespeist wird, befindet sich sein Abfluss im Norden – dies ist der
Victoria-Nil
(daher wird der See als dessen Quelle betrachtet, nicht aber als die
Nilquelle
). Die größte Insel ist mit 560
km²
Ukerewe
vor dem Südufer. Weite Strecken seines Ufers werden von ausgedehnten
Papyrussümpfen
gesäumt.
Die Region um den Victoriasee ist relativ niederschlagsreich: Der durchschnittliche Niederschlag wird mit 1015 Millimeter pro Jahr angegeben. 85
% des Seewassers erhält der Victoriasee von Niederschlägen
, 15
% von Zuflüssen (u.
a. den Flüssen Kagera,
Nzoia
, Sio und
Yala
). Die Verdunstung ist hoch und entspricht 85
% des aus dem See abfließenden Wassers.
Der Victoriasee ist erdgeschichtlich ein sehr junger See, sein Alter wird auf weniger als eine Million Jahre geschätzt. Vor 14.700 Jahren ist er das letzte Mal komplett ausgetrocknet. Er weist einen erstaunlichen Artenreichtum auf.
Der Victoriasee wurde am 3. August 1858 vom
britischen
Entdecker
John Hanning Speke
neu für die westliche Welt entdeckt und nach der damaligen britischen Königin,
Victoria
, benannt. 1875 bereiste
Henry Morton Stanley
den See mit seinem Schiff
Lady Alice
, wobei er ihn einmal komplett umrundete.
Entstehungsgeschichte
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Der Verlauf der Flüsse im Gebiet des heutigen Viktoriasees im späten
Miozän
bis zum
Pliozän
zwischen 8 und 2.3 Ma
Es gibt die Theorie, dass das Gebiet des heutigen Sees ursprünglich nach Westen in den
Kongo
entwässerte. Bei einem
tektonischen
Bruch wurden die Ränder der Bruchkanten angehoben und es entstand das Becken, das heute mit Wasser gefüllt ist. Ein Indiz für diese Theorie ist der Verlauf des Flusses
Katonga
, in dessen Flussbett sich mittlerweile eine neue Wasserscheide gebildet hat und der nun nach Westen in den
Georgsee
und nach Osten in den Viktoriasee entwässert. Vergleichbares lässt sich auch an den
Koki-Seen
beobachten, die bei Hochwasser immer noch nach Westen in den
Kangera
abfließen. Ein weiteres Beispiel ist der Verlauf der beiden Flüsse
Nkusi
Albertsee
) und
Kafu
Kyogasee
). Auch der Kagera und der
Ruizi
haben bei diesem Prozess ihre Fließrichtung umgedreht.
Einzugsgebiet
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Das Einzugsgebiet des Viktoriasses mit den einzelnen Untereinzugsgebieten
Das Einzugsgebiet des Sees erstreckt sich über die Länder
Burundi
Ruanda
, Uganda, Kenia und Tansania. Es hat, je nach Quelle, eine Fläche zwischen 192.000 und 197.446 km². In der folgenden Tabelle sind die Zuflüsse bzw. Einzugsgebiete im Uhrzeigersinn aufgelistet, beginnend an der Grenze zwischen Uganda und Kenia.
Fluss
(bzw. Einzugsgebiet)
Einzugsgebiets Fläche
(in km²)
Abfluss
(in m³/s)
Prozent des Zuflusses
Sio
1450
11,4
1,5
Nzoia
12.676
115,3
14,8
Yala
3351
37,6
4,8
Nyando
3652
18,0
2,3
North Awach
1985
3,7
0,5
South Awach
3156
5,9
0,8
Sondu-Miriu
3508
42,2
5,4
Gucha
-Migori
6600
58
7,5
Mara
13.393
37,5
4,8
Grumeti
13.363
11,5
1,5
Mbalageti
3591
4,3
0,5
Ostufer (Mori, Mugango,
Suguti, Bunda, Ukerewe)
6649 (2436,1141,
1033,1455, 584)
18,6
2,4
Simiyu
11.577
39,0
5,0
Magogo
Moame
5170
8,3
1,1
Nyashishi
1565
1,6
0,2
Isanga
6812
30,6
3,9
Südufer
8681
25,6
3,3
Biharamulo
1928
17,8
2,3
Kagera (Akagera-Nil)
59.682
260,9
33,5
Westufer
733
20,7
2,7
Kibale
8392
3,2
0,4
Katonga
15.244
5,1
0,7
Nordufer
4288
1,5
0,2
Gesamt
197.446
778,3
100
Vom natürlichen See zum Stausee
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Das bisherige Volumen des Sees wurde durch den Bau des
Owen-Falls-Damms
, der 1954 bei
Jinja
am Victoria-Nil fertiggestellt wurde, künstlich vergrößert, so dass der natürliche See vom Wasser des dadurch entstandenen
Stausees
– „Victoria Reservoir“ genannt – überflutet wurde. Seitdem sind auch die etwas nördlich seines ehemaligen Nordufers bis dahin freiliegenden Owen- und
Ripon Falls
überflutet. Der See, dessen Wasseroberfläche bei Vollstau in 1134 Meter Höhe liegt, ist verschiedenen Angaben
zufolge maximal 81 Meter oder 85 Meter und durchschnittlich 45 Meter tief. Durch die Aufstauung vergrößerte sich das Gesamtvolumen des Sees um 204,8
km³ auf insgesamt 2750
km³.
Nachdem 2002 Uganda ein zweites
Wasserkraftwerk
in diesem Gebiet in Betrieb genommen hatte, erreichte 2006 der Wasserspiegel des Sees einen Rekordtiefstand, wie er zum letzten Mal vor 80 Jahren gemessen wurde.
Zwischen 2008 und 2014 stieg der Wasserstand wieder langsam auf ein durchschnittliches Niveau an.
Entwicklung des Wasserpegels des Victoriasees
Bevölkerungsdichte um den Victoriasee
Wachstum der Bevölkerungsdichte um den Victoriasee
Flora und Fauna
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Neben dem
Flusspferd
gibt es im Victoriasee über 250
Fischarten
Ein großer Teil des Artenreichtums stellt die Familie der
Buntbarsche
Cichliden
), die, gemessen an der relativ kurzen Zeit seit der letzten Austrocknung des Sees, einen außerordentlich hohen Artenreichtum aufwiesen. Dieser war deshalb auch ein beliebtes Forschungsobjekt der
Evolutionsbiologie
Fischarten des Victoriasees
Buntbarsche
Astatoreochromis alluaudi
Haplochromis argens
Haplochromis goldschmidti
Haplochromis nyererei
Haplochromis pundamilia
Haplochromis sauvagei
Haplochromis thereuterion
Haplochromis vonlinnei
1.
Haplochromis degeni
, 2.
H. martini
, 3.
H. lacrimosus
, 4.
H. nubilus
, 5.
H. nigricans
1.
Haplochromis serranus
, 2.
H. guiarti
, 3.
H. victorianus
, 4.
H. granti
, 5.
H. crassilabris
1.
Haplochromis cavifrons
, 2.
H. spekii
Pseudocrenilabrus multicolor
Astatoreochromis alluaudi
Haplochromis acidens
Haplochromis aelocephalus
Haplochromis altigenis
Haplochromis annectidens
, kritisch gefährdet
Haplochromis antleter
Haplochromis apogonoides
Haplochromis arcanus
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis argens
Haplochromis argenteus
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis artaxerxes
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis azureus
Haplochromis barbarae
, gefährdet
Haplochromis bareli
Haplochromis bartoni
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis bayoni
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis beadlei
, kritisch gefährdet
Haplochromis bicolor
, kritisch gefährdet
Haplochromis boops
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis brownae
, gefährdet
Haplochromis bwathondii
Haplochromis cassius
Haplochromis cavifrons
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis chilotes
, anfällig
Haplochromis chlorochrous
Haplochromis chromogynos
, anfällig
Haplochromis chrysogynaion
Haplochromis cinctus
Haplochromis cinereus
Haplochromis cnester
Haplochromis coprologus
Haplochromis crassilabris
, anfällig
Haplochromis crocopeplus
Haplochromis cronus
Haplochromis cryptodon
Haplochromis cryptogramma
Haplochromis cyaneus
Haplochromis decticostoma
Haplochromis degeni
, in der Wildnis wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis dentex
Haplochromis dichrourus
Haplochromis diplotaenia
Haplochromis dolichorhynchus
Haplochromis empodisma
Haplochromis erythrocephalus
Haplochromis estor
Haplochromis eutaenia
Haplochromis fischeri
Haplochromis flavipinnis
Haplochromis flavus
Haplochromis fusiformis
Haplochromis gigas
Haplochromis gilberti
Haplochromis goldschmidti
Haplochromis gowersii
Haplochromis granti
Haplochromis greenwoodi
Haplochromis guiarti
, kritisch gefährdet
Haplochromis harpakteridion
Haplochromis heusinkveldi
Haplochromis hiatus
Haplochromis howesi
Haplochromis humilior
Haplochromis igneopinnis
Haplochromis iris
Haplochromis ishmaeli
, in der Wildnis wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis katunzii
Haplochromis kujunjui
Haplochromis labriformis
Haplochromis lacrimosus
Haplochromis laparogramma
Haplochromis latifasciata
, kritisch gefährdet
Haplochromis lividus
, in der Wildnis wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis longirostris
Haplochromis luteus
Haplochromis macrocephalus
Haplochromis macrognathus
Haplochromis macrops
Haplochromis maculipinna
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis maisomei
Haplochromis mandibularis
Haplochromis martini
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis maxillaris
, kritisch gefährdet
Haplochromis mbipi
Haplochromis megalops
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis melanopterus
, kritisch gefährdet
Haplochromis melanopus
Haplochromis melichrous
Haplochromis mento
Haplochromis michaeli
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis microdon
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis mylergates
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis nanoserranus
Haplochromis nigrescens
Haplochromis nigricans
Haplochromis niloticus
Haplochromis nubilus
Haplochromis nuchisquamulatus
, gefährdet
Haplochromis nyanzae
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis nyererei
Haplochromis obesus
Haplochromis obliquidens
, gefährdet
Haplochromis obtusidens
Haplochromis oligolepis
Haplochromis omnicaeruleus
Haplochromis pachycephalus
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis pallidus
Haplochromis pancitrinus
Haplochromis paraguiarti
Haplochromis paraplagiostoma
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis paropius
, kritisch gefährdet
Haplochromis parorthostoma
Haplochromis parvidens
Haplochromis pectoralis
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis pellegrini
Haplochromis percoides
Haplochromis perrieri
Haplochromis pharyngomylus
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis phytophagus
, kritisch gefährdet
Haplochromis piceatus
, gefährdet
Haplochromis pitmani
Haplochromis plagiodon
Haplochromis plagiostoma
, kritisch gefährdet
Haplochromis plutonius
Haplochromis prodromus
Haplochromis prognathus
Haplochromis pseudopellegrini
Haplochromis ptistes
Haplochromis pundamilia
Haplochromis pyrrhocephalus
Haplochromis pyrrhopteryx
Haplochromis retrodens
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis riponianus
Haplochromis rubripinnis
Haplochromis rufocaudalis
Haplochromis rufus
Haplochromis sauvagei
Haplochromis saxicola
Haplochromis serranus
Haplochromis simotes
Haplochromis spekii
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis sphex
Haplochromis squamulatus
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis sulphureus
Haplochromis tanaos
Haplochromis teegelaari
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis teunisrasi
Haplochromis theliodon
Haplochromis thereuterion
Haplochromis thuragnathus
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis tridens
Haplochromis tyrianthinus
Haplochromis ushindi
Haplochromis vanoijeni
Haplochromis velifer
, anfällig
Haplochromis victoriae
, kritisch gefährdet
Haplochromis victorianus
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis vonlinnei
, wahrscheinlich ausgestorben
Haplochromis welcommei
, kritisch gefährdet
Haplochromis worthingtoni
, kritisch gefährdet
Haplochromis xanthopteryx
Haplochromis xenognathus
Haplochromis xenostoma
Oreochromis esculentus
, anfällig
Oreochromis variabilis
, anfällig
Pseudocrenilabrus multicolor victoriae
Sarotherodon galilaeus galilaeus
Oreochromis niloticus
Eingeführte Buntbarscharten
Coptodon rendalli
Coptodon zillii
Oreochromis leucostictus
Oreochromis niloticus
Nicht-Cichliden
Karpfenfische
Labeobarbus altianalis
Enteromius apleurogramma
Enteromius cercops
Enteromius jacksoni
Enteromius kerstenii
Enteromius loveridgii
Enteromius magdalenae
Enteromius neumayeri
Enteromius nyanzae
Enteromius paludinosus
Enteromius profundus
Enteromius radiatus
Enteromius sexradiatus
Enteromius trispilopleura
Enteromius viktorianus
Enteromius yongei
Labeobarbus acuticeps
Labeobarbus altianalis
Garra dembeensis
Labeo victorianus
Labeo werneri
Rastrineobola argentea
Salmler
Alestopetersius leopoldianus
, fraglich
Brycinus jacksonii
Brycinus macrolepidotus
, fraglich
Brycinus sadleri
Welse
Clarias gariepinus
Schilbe mystus
Amphilius jacksonii
Amphilius kivuensis
Amphilius uranoscopus
Zaireichthys rotundiceps
Bagrus degeni
, end.
Bagrus docmak
Clariallabes petricola
Clarias alluaudi
Clarias gariepinus
Clarias liocephalus
Clarias werneri
Xenoclarias eupogon
Chiloglanis somereni
Synodontis afrofischeri
Synodontis victoriae
Schilbe intermedius
Schilbe mystus
Nilhechte
Gnathonemus longibarbis
Mormyrus kannume
Gnathonemus longibarbis
Hippopotamyrus grahami
Marcusenius macrolepidotus
Marcusenius rheni
Marcusenius victoriae
Mormyrus kannume
Petrocephalus degeni
Pollimyrus nigricans
Zahnkarpfen
Nothobranchius robustus
Nothobranchius taeniopygus
Aplocheilichthys bukobanus
Aplocheilichthys meyburghi
Aplocheilichthys vitschumbaensis
Gambusia holbrooki
, eingeführt
Micropanchax loati
Guppy
Poecilia reticulata
), eingeführt
Sonstige
Protopterus aethiopicus
Europäischer Aal
Anguilla anguilla
), eingeführt
Schwarzbarsch
Micropterus dolomieu
), eingeführt
Forellenbarsch
Micropterus salmoides
), eingeführt
Nilbarsch
Lates niloticus
), eingeführt
Mastacembelus frenatus
Ctenopoma muriei
Äthiopischer Lungenfisch
Protopterus aethiopicus aethiopicus
Ökologisches Desaster
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Ausbreitung der Wasserhyazinthen im Kavirondo Golf
Hafen von Kisumu mit
Wasserhyazinthen
In den 1960er Jahren wurde der
Nilbarsch
Lates niloticus
) als
allochthone Art
gezielt im Victoriasee angesiedelt, um einen kommerziell gut verwertbaren
Speisefisch
zu züchten. Auf die rasante Vermehrung dieses
Neobionten
folgte zwar der erwartete Aufschwung der exportorientierten Fischindustrie, sie endete allerdings in einem unerwarteten Desaster, da der Nilbarsch für das
Aussterben
eines Großteils der Buntbarscharten mitverantwortlich war und die einheimische Trockenfischindustrie ruinierte. Heute ist der Nilbarsch als „Viktoriabarsch“ im internationalen Fischhandel erhältlich. Durch konsequenten Konsum wurde allerdings auch der Nilbarsch stark dezimiert, was den anderen Fischarten wieder mehr Lebensraum zugesteht.
Ein weiteres Problem ist die ebenfalls nicht natürlich im Victoriasee vorkommende
Wasserhyazinthe
, die heute weite Flächen überwuchert. 1995 waren 90
% der ugandischen Küste mit dieser Pflanze bedeckt. Auch hier würde eine konsequente Nutzung zur ökologischen Entlastung beitragen.
Durch die dichte Besiedlung an seinen Ufern hat der See heute mit massiven
Umweltproblemen
wie z.
B. Verschmutzung und Sauerstoffmangel zu kämpfen. Diese Krisenerscheinungen bewogen den
Global Nature Fund
, den Lake Victoria zum „bedrohten See des Jahres 2005“ zu erklären.
Laut einem 2018 erschienenen
IUCN
-Bericht sind ein Fünftel der 651 untersuchten Arten im Viktoriaseebecken vom Aussterben bedroht.
10
Unter den 205 beschriebenen
endemischen
Arten sind drei Viertel stark gefährdet.
11
Dokumentarfilm aus 2004 dazu
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Die Hintergründe dieser Entwicklung werden im Film
Darwin’s Nightmare
(2004) durch Interviews dort Lebender angesprochen. Der viel beachtete Dokumentarfilm (107 Minuten) des Regisseurs
Hubert Sauper
ist eine französisch-belgisch-österreichische Koproduktion. Er wurde 2006 für einen
Oscar
nominiert.
Inseln im Victoriasee
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Ssese-Inseln
Bugala
Ukerewe
Ukara
Mfangano Island
Rusinga Island
Pyramid Island
Migingo
Literatur
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Tijs Goldschmidt:
Darwins Traumsee. Nachrichten von meiner Forschungsreise nach Afrika
. C.H. Beck, München 1997,
ISBN 3-406-42881-9
Jan C. Breitinger:
Zwischen Nutzung und Niedergang. Der Lake Victoria als Ressource in Wissenschaft, Kolonial- und Entwicklungspolitik, 1927-1988,
Nomos, Baden-Baden, 2018,
ISBN 978-3-8452-9035-5
Felix Schürmann: "
The Emergence of the ‘Emin Pasha Gulf’ (Tanzania) as an Object of Hydrographic Knowledge.
" In:
Mapping Africa and Asia Blog
, 24.09.2024.
Felix Schürmann: "
Naturverinselung im Viktoriasee: Ökologische Erbschaften der transimperialen Kampagne gegen die Schlafkrankheit.
" In:
Transimperial History Blog: Critical Histories of Empires.
Hrsg. Maria Framke, Christian Methfessel, Ned Richardson-Little & Florian Wagner, 23.07.2021.
Siehe auch
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Liste der größten Stauseen der Erde
Weblinks
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Küste vor Munyonyo,
Kampala
Wikivoyage: Victoriasee
– Reiseführer
Commons
: Victoriasee
– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Offizielle Website des Films
Darwin’s Nightmare
– Dokumentarfilm von Hubert Sauper (Österreich) über den Victoriasee und die dortigen sozialen, wirtschaftlichen und politischen
zur Ökologie
Uganda pulls plug on Lake Victoria
New Scientist
, 9. Februar 2006 (englisch)
zur Fauna
Buntbarsche im Victoriasee
– Informationen und Bilder (deutsch, englisch und russisch)
Einzelnachweise
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Database for Hydrological Time Series of Inland Waters (DAHITI) - Victoria, Lake
, abgerufen am 20. April 2017.
Wert mit Global Watersheds Rechner bestimmt
Lars Wirkus, Volker Böge:
Afrikas internationale Flüsse und Seen. Stand und Erfahrungen im grenzüberschreitenden Wassermanagement in Afrika an ausgewählten Beispielen.
(PDF; 1,4
MB) Deutsches Institut für Entwicklungspolitik, Gutachten, 2005 S. 29
John Graham Bradley:
Thermochronology, Landscape Evolution and Hydrogeology of the Katonga Valley in South West Uganda
. Promotionsschrift im
University College London
, London 2012 (englisch, PDF).
Ministry of Water and Environment – Uganda
Global Nature Fund,
Detaillierte Daten Viktoria See
, abgerufen am 28. April 2024
„Uganda pulls plug on Lake Victoria“
, New Scientist, 9. Februar 2006
Inne Vanderkelen, Nicole P. M. van Lipzig, Wim Thiery:
Modelling the water balance of Lake Victoria (East Africa). Part 1: Observational analysis.
In:
Hydrology and Earth System Sciences (HESS),
Band 22, 2018, S. 5509–5525, hier S. 5511
Fishbase
Species in Lake Victoria
, auf fishbase.de
IUCN:
Freshwater biodiversity in the Lake Victoria Basin
, 2018,
doi:10.2305/IUCN.CH.2018.RA.2.en
Eawag
IUCN-Bericht gegen drohendes Artensterben im Viktoriasee
In: eawag.ch, 9. Mai 2018, abgerufen am 1. August 2018.
Normdaten
(Geografikum):
GND
4063454-1
GND Explorer
lobid
OGND
AKS
VIAF
315526599
Abgerufen von „
Kategorien
See in Afrika
See in Uganda
See in Tansania
See in Kenia
Victoriasee
Umweltkatastrophe
Flusssystem Victoria-Nil
Bedrohter See des Jahres
Victoria (Vereinigtes Königreich) als Namensgeber
Busia County
Siaya County
Homa Bay County
Kisumu County
Migori County
Gewässer in der Eastern Region (Uganda)
Gewässer in der Central Region (Uganda)
Mara (Region)
Gewässer in der Region Simiyu
Mwanza (Region)
Geita (Region)
Gewässer in der Region Kagera
Ugandische Grenze
Grenze zwischen Kenia und Uganda
Grenze zwischen Tansania und Uganda
Victoriasee
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