Vintschgau - Alemannische Wikipedia
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im obere Vintschgau
Vintschgau
italienisch
Val Venosta
, im
Vallader
Vnuost
) isch es
Taal
i den
Oschtalpen
und e politische Bezirk i dr
iteliänischen
autonome Provinz
Booze-Südtirol
Name
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Der dütsch Name
Vintschgau
het sech vom Name vom antike Volk vo de
Venosten
us entwiklet. Zur Zyt vom
Riich vo de Franke
im früene
Middelalter
isch das Taal eini vo de Regione gsi, won e Graf verwaltet het, und däne het me
Gau
gseit. So isch d Namensverbindig
Vintsch-Gau
entstande.
Ane 1077 het dr Chönig
Heinrich IV.
em Bischof Altwin vo
Brixe
Land i däm Taal obe gschänkt; i dr
latynischen
Urkunde stoot
in pago Finsgowe
, das heisst uf Dütsch
im Biet Vintschgau
dr Reschesee
Geografii
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S Vintschgau isch der oberscht Deil vom
Etschtaal
. Er isch öpe 70 Kilometer lang und het mit allne Sytetääler e Flechi vo 1'441 Kwadratkilometer.
S Haupttaal foot am
Reschepass
(1507
Meter über Meer
) i dere Bärgchetti a, wo s
Inntaal
Öschtrych
vom Yzugsgebiet vo dr
Etsch
trennt. Die Bärge sind en Abschnidd vom Hauptkamm vo den Alpe. Im Südoschte goot s Taal bis zu dr Töll, em ene steile Hang bim Dorf Partschins. Unden a dr Töll chunt dr nögscht Taalabschnitt, s Burggrafenamt bi
Meran
. Me deilt de Vintschgauer Abschnidd vom Etschtaal y is obere Vintschgau vo
Resche
bis uf
Laas
und s under Vintschgau vo
Schlanders
bis uf Staabe bi
Naturns
Dr
Ortler
mit 3906 Meter über Meer isch dr högscht Bärg vom Vintschgau und vom ganze
Südtirol
d Gmeinde vom Vintschgau:
1. Kastelbell-Tschars
2. Graun
3. Glurns
4. Latsch
5. Laas
6. Mals
7. Martell
8. Prad
9. Schlanders
10. Schluderns
11. Schnals
12. Stilfs
13. Taufers
Gmeinde
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D Gmeinde vom Vintschgau sind:
Glurns
(die einzegi Stadt vom Vintschgau)
Graun
Kastelbell-Tschars
Laas
Latsch
Mals
Martell
Prad
Schlanders
Schluderns
Schnals
Stilfs
Taufers
Schlanders isch dr Hauptort vom Bezirk.
Sytetääler
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Uf dr rächte Taalsyte:
s Rojetaal
s Schlinigtaal
Münstertaal
, mit dr
Bündner
Gmaind
Val Müstair
; das Taal liit oben a dr
Kalve
s Suldetaal, wo bim
Stilfser Joch
afoot
s Martelltaal
s Laaser Taal
Uf dr lingge Taalsyte:
s Langtauferer Taal
s Planeiltaal
s Matscher Taal
s Schlandrauntaal
s Schnalstaal
Ywooner
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Im politische Bezirk Vintschgau läbe 34'260 Einwohner.
Die Flechi i de Tääler, wo mit Sidligen überbout isch, macht weniger weder eis Prozänt vom ganze Land us.
Wirtschaft
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D Landwirtschaft pflägt
Obschtpflanzige
und
Räbbärge
uf 2,2 Prozänt vo der Flechi vom Taal und Matten und Weidland und
Alpe
uf 8,3 Prozänt.
Wald het’s uf 33 Prozänt vo der Flechi vom Vintschgau.
Sid em Middelalter isch bi Laas e berüemte Schteibruch, wo
Marmor
abbout wird.
S Töllwärch vo 1898 isch eis vo de früene
Wasserchraftwärch
im Etschtaal. Ane 1950 isch vo dr Firma Montedison dr Reschesee für nes Chraftwärch ufgstaut worde, wo d Dörfer Graun und Resche drin versunke sind. Dr Chiledurm vo Graun luegt no hüt zum Wasser us. Es anders Wasserchraftwärch isch bi Laas, mit em Stausee oben im Martelltaal.
Dr Turismus isch eine vo de wichtige Wirtschaftszwäig vom Vintschgau. Es het Wanderwäg, Route für Bärgtuure, Mountainbike-Trails,
Schygebiet
und vil Sehenswärts, bsunders Burge, Chile und Kapälle us em Middelalter.
Naturschutz
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Grossi
Naturschutzpiet
vom Vintschgau sind dr Nationalpark am Stilfser Joch, wo ane 1935 im Bärgbiet vom Ortler ygrichtet worden isch, und dr Naturpark Texelgruppe i de Ötztaaler Alpe. Im Martelltaal erklärt e Gletscherlehrpfad d
Natur
vo de Bärge und d Veränderig vo de
Gletscher
d Churburg
Gschicht
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I gwüssne Berych vom Taal sind scho i dr Urzyt Dörfer gsi. Vom ene Mönsch, wo vor öpe 5200 Joor gläbt het, het me ane 1991 z oberscht im Schnalstaal im ene Gletscher d Lych gfunde; er isch als
Ötzi
wältwyt bekannt worde.
D Venoschte sind, wie me dänkt, es
rätischs
Volch gsi, wo im
römische Riich
langsam romanisiert worden isch. D Römer händ – noch em groossen
Alpechrieg
um 15 vor Chrischtus – vo Norditalie us dur s Etschtaal di grossi Houptstrooss
Via Claudia Augusta
bout, wo uf
Augusta Vindelicorum
, d Houptstadt vo
Underräzie
, hüt
Augschburg
, ggangen isch. Im Middelalter isch im Vintschgau und im
Engadiin
us em
Volchslatyn
e romaneschi Sprooch entstande, wo ne bsunderi Form vom
Rätoromanisch
isch, s
Ladin
, wo au no underdeilt wird in d Dieläkt Putèr, Vallader und
Jauer
. D Sprooch Jauer isch s Rätoromanisch vom Münschtertaal und das dörft am nögschte bim ehemolige Vintschgauer Rätoromanisch sy.
I dr Zyt vo de Karolinger im früene Middelalter isch im Münstertaal s
Chloschter Sankt Johann
z Müstair gründet worde. S Vintschgau isch vo denn aa und no bis zum Afang vom 19. Joorhundert e Deil vom
Bischtum Chur
gsi. 967 het dr Kaiser Konrad em Bischof vo Chur Güeter im Vintschgau ggää, und für e
Bischof
sind d
Churburg
und d
Fürschteburg
bout worde. Ane
1027
het dr Kaiser
Konrad II.
d Grafschaft mit de wältleche Herrschaftsrächt im Vintschgau und im undere Engadiin bis zu dr Brugg
Punt Ota
ufe em Bischof vo Trient übertreit. D Vogtei isch im 13. Joorhundert i dr Hand vo de
Herre vo Matsch
gläge. Vom Bischof vo Trient sind d Herrschaftsrächt im 13. Joorhundert a d Graafe vo
Tirol
cho.
Um 1280 isch Martell s erschte Mol gnännt.
S obere Vintschgau het sech am Bündner
Gottshuusbund
agschlosse. S Tirol het aber sid 1363 de
Habsburger
ghört, und d Herrschaft isch intensiver usgüebt worde. Im
Chrieg
vo ane 1499 isch s kaiserlige Ufgebot am 22. Mai 1499 i dr
Schlacht a dr Kalve
vo de Bündner gschlage worde, und so isch s Münschtertaal bi Chur und bim Gottshuusbund blibe.
1816 isch s Vintschgau vo Chur wägg as Bischtum Brixe cho.
Im
erschte Wältchrieg
isch s Vintschgau a dr Front zwüsche
Öschtriich
und Italie gsi; bsunders am Ortler, am Cevedale und uf em Stilfserjoch hets herti Kämpf ggä. Wil Öschtrych dr Chrieg verlore het, 1920 het Italie s Südtirol übernoo.
Ane 1962 händ d Vintschgauer Gmeinde d
Bezirksgmeinschaft Vintschgau
bildet, zum für gwüssi Sache en eigeti Verwaltig z ha.
Sprooch
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Öpe sid em Ändi vom Middelalter isch im Vintschgau näben em Rätoromanisch mee und mee au s Dütsch bruucht worde, und zwor houptsächlech e Dialäkt vom
Südbairische
wie fascht im ganze Tirol, wo sech vom undere Taalabschnidd bi Meran us s Taal ufwärts und über de Reschepass vom Inntaal här bis is Vintschgau usbreitet het. D Sproochforschig gseet im Dütsch vom obere Vintschgau au e gwüsse Yfluss vom
Alemannische
S obere Etschtaal isch es inträssants Bischpiil für en Sproochkontaktzone mit ere Gschicht, wo vil Joorhundert lang goot.
Dr Bündner Historiker
Ulrich Campell
het über d Sproochsituazion im spoote 16. Joorhundert Auskunft ggää. Es wird brichtet, ass uf ere Chileglogge vo 1608 i dr Gmeind Mals e rätoromanischi Inschrift stoot.
Bis im 17. Joorhundert het me im Vintschgau no wytume en rätoromanische
Dialäkt
gredt, um s Joor 1800 sind s vermuetli nur no ganz wenig Lüüt gsi, und denn isch die Sprooch im Taal verschwunde. S Chloschter Mariebärg het sid dr Gägereformazion immer mee s Dütsch welle duresetze, und vom Mariebärger
Apt
Matthias Lang (im Amt 1615–1640) weiss me, ass er bi der Landesverwaltig z Innsbruck gmaant het, me sell s Romanisch ganz verbiete. Und au d Tiroler Landesverwaltig het vor allem uf Dütsch gschäftet. Z Taufers isch s Romanisch erscht im 19. Joorhundert vom Dütsch abglöst worde, ännet der Landesgränze im Münstertaal isch s Ladin aber bis hüt no d Houptsprooch blibe.
Im Vintschgau het sech nie es kulturells Zäntrum entwiklet, wo s Romanisch als Schriftsprooch hätti chönne staarch wärde. Drum sind git’s ganz weni Kwelle für die alti Mundart. Dr Dieter Kattenbusch, wo über die letschti Zyt vom Vintschgauer Rätoromanisch gforschet het, brichtet über die paar Imformazione, wo do derzue z finde sind. I de Gmeindarchiv heig er kei Uskumft übercho. Er het Schrifte vom Ulrich Campell (16. Joorhundert), vom Bendiktiner
Placidus a Spescha
(1752–1833) vo Disentis
und vom Alois Faller, em Archivar vom Chloschter Mariebärg um 1800, könnt. I de alte Vintschgauer Dokumänt wird dr Dieläkt mängmol als s
Rätisch
oder s
Bündnerisch
bezeichnet. Dr Faller het dere Sprooch
Romaunsch
gseit, wie au scho dr Titel vo sim Pricht vo ane 1807 zeigt:
Notizen von dem ehemaligen Gebrauch der romaunschen Sprache im Vinschgau […]
. Dr Kattenbusch dänkt wäge dämm, im Vintschgau sig s Rätoromanisch
irgendwenn zwüsche 1770 und 1820
usgstorbe.
I dr Vintschgauer Kulturlandschaft sind no bis hütt vil rätoromaneschi
Orts-
und
Fluernäme
erhalte blibe.
10
Im Vintschgau het Italie noch em
Erschte Wältchrieg
andersch als i de grosse Südtiroler Stedt wyter im Etschtaal unde s Iteliänisch, au wenns di offizielli Sprooch worden isch, nid allgemäin chönne düresetze. Hüt rede öpe 97 Prozänt vo de Lüüt im Vintschgau Dütsch und nume drüü Prozänt Iteliänisch. Es wichtigs sproochpolitischs Middel vom iteliänische Staat isch es gsi, allne Ortschaften und Piet au i de dütschsproochige und ladinische Regione mit eme Gsetz offizielli iteliäneschi Näme z gää.
11
Im öffentleche Läbe isch wider einisch e politische Striit um di zwei- oder drüüsproochige Südtiroler Stroossedafele losggange, wo es neus
Toponomastikgsetz
ygfüert worden isch.
12
13
14
d Strooss uf s Stilfser Joch
Vercheer
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E gueti Strooss dur s Taal uuf het’s scho i der Röömerzyt gha: d
Via Claudia Augusta
Dur s Vintschgau goot d Staatsstrooss 38, und derzue dr Etsch-Velowäg. D Passtrooss über s Stilfser Joch isch ane 1826 bout worde, die über e Ofepass ane 1872 und die über e Umbrailpass ane 1901.
Vintschgaubaan
goot vo Meran us bis uf Mals, e Buslinie vo dr
Poschtauti Schwiiz AG
vo
Zernez
übere Ofepass bis uf Mals.
Literatur
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Martin Bundi:
Vintschgau.
. In:
Historisches Lexikon vo dr Schwiiz
Elisabeth Meyer-Marthaler:
Unterschungen zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der Grafschaft Vintschgau im Mittelalter.
Teil 1, in: Jahresbericht der historisch-antiquarischen Gesellschaft von Graubünden, 70, 1940, S. 41-235.
Rainer Loose:
Der Vinschgau und seine Nachbarräume.
Bozen 1993
Josef Rampold:
Vinschgau.
Bozen 1974.
Reimo Lunz:
Venosten und Räter. Ein historisch-archäologisches Problem.
Calliano 1981.
Gerhard Waldherr:
Venostes.
In:
Der Neue Pauly
(DNP). Band 12/2, Metzler, Stuttgart 2002,
ISBN 3-476-01487-8
, Sp.
13–14.
Weblink
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Commons: Vinschgau
– Sammlig vo Multimediadateie
Wikivoyage: Vintschgau
– Reisefüerer
Turismusportal Vintschgau
100 Joor politische Bezirk Vintschgau
Fuessnoote
ändere
Quälltäxt bearbeite
Martin Bitschnau, Hannes Obermair:
Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 1: Bis zum Jahr 1140.
Innsbruck 2009, S. 224–225 Nr. 254.
Sandra Regensburger:
Das Martelltal. "Schianbliamltol"" – das Tal zwischen Gletscher und Erdbeeren. Bozen 2006.
Zaale vo der Volkszäälig vo 2001
Wandercharte vom Vinschgau
Website vo der Bezirksgmeinschaft Vinschgau
Marc Giegerich:
Der baierische Sprachraum.
, 2015, S. 6.
Germanisierung durch Sprachverbot im Vinschgau
uf vejin.com
Dieter Kattenbusch:
(Raeto-)Romanisch im Vinschgau zu Anfang des 19. Jahrhunderts. Eine Handschrift aus dem Jahre 1807.
Iso Müller:
P. Placidus Spescha und Südtirol.
In: der Schlern 47, 1973, S. 470–479.
Carlo Battisti:
Dizionario toponomastico Atesino. I nomi locali dell'Alta Venosta.
Floränz 1936.
Egon Kühebacher:
Die Ortsnamen Südtirols und ihre Geschichte.
3 Bde. Bozen 1995–2000,
ISBN 88-7014-634-0
Zweisprachige Ortsnamen in Südtirol
Akte Strassenschilder.
Archiviert
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Original
am
23.
Oktober 2019
abgruefen am 22.
Juli 2017
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