Frühlingsgedicht
Synopsis
Frühlingsgedichte sind in China während des Frühlingsfestes an Türrahmen angebrachte Gedichtpaare, die auf rotem Papier mit schwarzer Tinte geschriebene Glücksworte enthalten. Sie haben ihren Ursprung in Pfirsichholzamuletten, und der Shu-Kaiser Meng Chang aus der Zeit der Fünf Dynastien schrieb das erste Frühlingsgedichtpaar Chinas. Das Anbringen von Frühlingsgedichten ist eines der wichtigsten Rituale des Frühlingsfestes, wobei Rot Freude symbolisiert und böse Geister vertreibt. "Himmel" gegenüber "Erde" und "Regen" gegenüber "Wind" sind grundlegende Regeln für Gedichtpaare. Die Kalligraphie der Frühlingsgedichte zeigt die alltägliche Anwendung der chinesischen Kalligraphiekunst und ist eines der visuell am leichtesten erkennbaren kulturellen Symbole Chinas.
Überblick
Frühlingsfahnen sind rote Gedichtpaare, die während des chinesischen Frühlingsfests an Türrahmen angebracht werden. Mit Pinsel und Tusche werden auf rotem Papier glückverheißende Worte geschrieben. Sie sind eines der visuell am besten erkennbaren kulturellen Symbole Chinas. Am Vorabend des Frühlingsfests verwandeln sich Chinas Straßen und Gassen jedes Jahr in ein rotes Meer – an den Türrahmen jedes Haushalts kleben neue rote Frühlingsfahnen, beschrieben mit guten Wünschen für das kommende Jahr. Frühlingsfahnen sind nicht nur ein Festtagsschmuck, sondern auch die perfekte Verbindung von chinesischer Kalligrafiekunst und literarischem Schaffen – ein gutes Frühlingsfahnenpaar erfordert sowohl schöne Kalligrafie als auch einen ausgewogenen parallelen Aufbau und tiefgründige Bildsprache.
Das Anbringen von Frühlingsfahnen ist eines der wichtigsten Rituale der Chinesen zum Neujahrsfest. Am 29. oder 30. Tag des zwölften Mondmonats entfernen die Menschen die alten Frühlingsfahnen des vergangenen Jahres und kleben neue an. Dieser Vorgang heißt "das Alte verabschieden und das Neue willkommen heißen" – das Entfernen der alten Fahnen bedeutet, sich von den Widrigkeiten und dem Unglück des vergangenen Jahres zu verabschieden, während das Anbringen der neuen Fahnen das Willkommenheißen von Glück und Segen im neuen Jahr symbolisiert.
Historischer Ursprung
Der Vorläufer der Frühlingsfahnen waren die alten Pfirsichholzamulette (Táofú). Die Alten glaubten, dass Pfirsichholz die Kraft habe, böse Geister abzuwehren und Unglück fernzuhalten. Daher hängten sie zum Frühlingsfest zwei Pfirsichholztafeln an beiden Seiten der Tür auf, auf denen die Namen der Türgötter Shēnshū und Yùlǜ geschrieben standen, um böse Geister zu vertreiben. Das ist der Ursprung der Pfirsichholzamulette. Das berühmte Gedicht von Wang Anshi, "Tausend Tore, zehntausend Häuser im strahlenden Sonnenlicht, / tauschen stets neue Pfirsichamulette gegen alte aus", beschreibt genau diese Szene des Austauschens der Pfirsichamulette zum Frühlingsfest.
Das erste echte Frühlingsfahnenpaar in der chinesischen Geschichte erschien in der Zeit der Fünf Dynastien und Zehn Königreiche im Staat Spätere Shu. Im Jahr 964 n. Chr. ließ der Kaiser Mèng Chǎng von Später Shu vor dem Frühlingsfest auf Pfirsichholztafeln ein Gedichtpaar schreiben. Er persönlich verfasste: "Das neue Jahr nimmt übrigen Segen auf, / das frohe Fest heißt 'Langer Frühling'." Dies gilt als das erste Frühlingsfahnenpaar in der chinesischen Geschichte.
In der Ming-Dynastie begann sich der Brauch, Frühlingsfahnen anzubringen, im ganzen Land zu verbreiten. Der Überlieferung nach mochte der Ming-Kaiser Hongwu (Zhū Yuánzhāng) Frühlingsfahnen sehr. Er schrieb nicht nur selbst welche, sondern forderte auch, dass jeder Haushalt in Nanjing Frühlingsfahnen anbringen solle. Einmal besuchte er inkognito die Stadt und bemerkte einen Haushalt ohne Frühlingsfahnen. Auf Nachfrage erfuhr er, dass die Familie Schweinekastratoren waren und nicht schreiben konnten. Kaiser Hongwu schrieb persönlich ein Paar: "Mit beiden Händen den Weg zwischen Leben und Tod aufspalten, / mit einem Schnitt die Wurzel von Recht und Unrecht durchtrennen." Seitdem wurde das Anbringen von Frühlingsfahnen zu einem landesweiten Frühlingsfestbrauch.
Regeln für Frühlingsfahnen
| Element | Beschreibung |
|---|---|
| Oberer Vers (erste Zeile) | Wird rechts am Türrahmen angebracht, das letzte Zeichen hat einen fallenden Ton (3. oder 4. Ton). |
| Unterer Vers (zweite Zeile) | Wird links am Türrahmen angebracht, das letzte Zeichen hat einen ebenen Ton (1. oder 2. Ton). |
| Querband (Überschrift) | Wird oben über dem Türrahmen angebracht, vier Zeichen fassen das Thema zusammen. |
| Zeichenanzahl | Oberer und unterer Vers haben die gleiche Anzahl an Zeichen, üblicherweise 5-11 Zeichen. |
| Paralleler Aufbau | Entsprechende Wortarten, gleicher Satzbau, thematisch verwandte Bedeutung. |
| Papier | Roter Grund mit schwarzer oder goldener Schrift. |
Die Grundregel für das Verfassen von Frühlingsfahnen ist der parallele Aufbau – Himmel entspricht Erde, Regen entspricht Wind, Festland entspricht weitem Himmel, Bergblumen entsprechen Meeresbäumen. Das letzte Zeichen des oberen Verses muss einen fallenden Ton (3. oder 4. Ton) haben, das letzte Zeichen des unteren Verses muss einen ebenen Ton (1. oder 2. Ton) haben. Obwohl diese Regeln streng sind, ist es gerade diese Schönheit der metrischen Struktur, die Frühlingsfahnen zu einer der raffiniertesten Kunstformen in der chinesischen Literatur macht.
Klassische Frühlingsfahnen
| Frühlingsfahnen | Bedeutung |
|---|---|
| Der Himmel vermehrt die Jahre, der Mensch vermehrt das Leben, / Der Frühling erfüllt Himmel und Erde, Segen erfüllt das Haus. | Alles nach Wunsch, doppeltes Glück von Segen und Langlebigkeit. |
| Im Knall der Feuerwerkskörper verabschiedet man das alte Jahr, / Im Duft der Pflaumenblüten meldet man den neuen Frühling. | Das Alte verabschieden, das Neue willkommen heißen. |
| Mit günstigem Wind segelt man jedes Jahr gut, / Alles nach Wunsch, Schritt für Schritt aufwärts. | Günstiger Wind, günstiges Wasser, Schritt für Schritt aufsteigen. |
| Grüner Bambus zeigt einen besonderen dreiteiligen Anblick, / Rote Pflaumenblüten melden gerade allen Häusern den Frühling. | Der Frühling kehrt zur Erde zurück. |
| Harmonie und Eintracht in einem Haus bringen hundertfachen Segen, / Die zwei Worte "Frieden" und "Sicherheit" sind tausend Goldstücke wert. | Familiäre Harmonie und Frieden. |
Kalligrafie und Frühlingsfahnen
Frühlingsfahnen sind die weitverbreitetste alltägliche Anwendung der chinesischen Kalligrafie. Jedes Jahr vor dem Frühlingsfest veranstalten Kalligrafen und Kultureinrichtungen im ganzen Land Aktivitäten, bei denen sie Frühlingsfahnen schreiben und Segenswünsche verschenken. Kalligrafen tauchen ihre Pinsel in konzentrierte Tusche und lassen sie auf rotem Papier schwungvoll fließen – so entstehen ein Paar nach dem anderen kunstvoller Frühlingsfahnen. Regelmäßige Schrift (Kǎishū) ist würdevoll, fließende Schrift (Xíngshū) ist geschmeidig, Grasschrift (Cǎoshū) ist ungebunden – verschiedene Schriftstile verleihen den Frühlingsfahnen unterschiedliche künstlerische Ausstrahlung.
In den letzten Jahren sind gedruckte Frühlingsfahnen massenhaft auf dem Markt erschienen – mit einheitlicher Schrift, kunstvollen Mustern und günstigen Preisen. Doch viele Chinesen bevorzugen nach wie vor handgeschriebene Frühlingsfahnen – sie finden, dass handgeschriebene Fahnen Wärme und menschliche Gefühle ausstrahlen. Die einzigartige Textur, die entsteht, wenn sich die Tusche auf dem roten Papier ausbreitet, ist durch kein Druckerzeugnis zu ersetzen.
Kultureller Einfluss
Frühlingsfahnen sind nicht nur in China weit verbreitet, sondern haben sich auch im gesamten chinesischen Kulturkreis verbreitet. In ethnisch chinesischen Gemeinden in Südkorea, Japan, Vietnam, Singapur und anderen Orten hat sich der Brauch des Anbringens von Frühlingsfahnen erhalten. Das Bild der roten Fahnen mit schwarzer Schrift ist zum markantesten visuellen Symbol des chinesischen Neujahrs auf der ganzen Welt geworden – wo immer man rote Türfahnen mit schwarzer Schrift sieht, weiß die ganze Welt, dass das chinesische Neujahrsfest gekommen ist.
Referenzen
- Baidu Baike: https://baike.baidu.com/item/春联
- Wikipedia: https://zh.wikipedia.org/zh-cn/春联
- Chinesische Kalligrafie: https://baike.baidu.com/item/对联
- Frühlingsfestbräuche: https://baike.baidu.com/item/春节
Comments (0)